Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Bedeutungswandel Adorno Rorty III 103
Bedeutungswandel/Adorno/Dialektik der Aufklärung: Adorno meinte, Begriffe seien einem historischen Wandel unterworfen! Eine Periode stellt jeweils die richtigen Begriffe zur Verfügung. Die Auflösung dieser Begriffe nimmt der Periode das Recht zur weiteren Existenz. >Geschichte/Adorno, >Begriffe, >Texte/Adorno, >Theoriewandel.
Bedeutungswandel/Adorno: Bsp "Allgemeine Geltung im Unterschied zur relativen Geltung", "Moralität im Unterschied zu Klugheit". Selbst die Begriffe des Geistes, der Wahrheit, ja der Aufklärung selbst sind zum animistischen Zauber geworden. (>Ricouer: "Hermeneutik des Verdachts").
>P. Ricoeur, >Geist, >Wahrheit, >Hermeneutik.

XIII 208
Bedeutungswandel/Theorienwechsel/SchopenhauerVsFichte/Schopenhauer/Adorno: Es kommt vor, dass strikt identische Motive völlig verschiedene Bedeutungen annehmen. Bsp Die Schopenhauersche Willensphilosophie ist von der Philosophie der Tathandlung gar nicht so weit entfernt. Trotzdem bedeuten sogar dieselbe Begriffe, etwa jenes absolut sich selbst setzende Prinzip, das bei Fichte Subjekt heißt und bei Schopenhauer Wille, bei beiden in Wahrheit genau das Entgegengesetzte. Daher haben auch alle Kategorien, die daraus entspringen, eine völlig verschiedene Bedeutung. >A. Schopenhauer, >J. G. Fichte.
XIII 237
Bedeutungswandel/Theorienwechsel/Adorno: Einem Denker gerecht werden heißt immer zugleich auch, ihm Unrecht tun. Die Philosophien bedürfen der Reflexionen, (…) damit sie zu ihrem eigenen Recht oder womöglich zu ihrem eigenen Unrecht kommen. >Interpretation/Rorty, >Bedeutungwandel/Rorty.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Geist Adorno Grenz I 51
Kultur/Adorno/Grenz: Kultur kann nur das je Herrschende reproduzieren, formal wie inhaltlich. >Kultur, >Kunst/Adorno, >Massenkultur/Adorno.
I 52
Geist/Adorno: Der Geist wird damit zur affirmativen Verdoppelung dessen, was ohnehin schon ist.
Grenz I 67
Geist/Adorno/Grenz: Der Geist, der als ‚objektiver Geist des Materials‘ erscheint, war ehemals subjektiv. >Objektivität, >Subjekt/Objekt-Problem, >Subjektivität.
Grenz I 168
Geist/Adorno/Grenz: Dass der Geist von den realen Lebensverhältnissen sich trennte und ihnen gegenüber sich verselbständigte, ist nicht nur seine Unwahrheit, sondern auch seine Wahrheit. …die unwiderrufliche Verselbständigung des Geistes gegenüber der Gesellschaft, die Verheißung von Freiheit, ist selber so gut ein Gesellschaftliches, wie die Einheit von beidem es ist.(1) Grenz: also: Die historische Bewegung der Gegenwart ist aufgefasst als Rückbildung.
>Geschichte/Adorno, >Zeit, >Gegenwart, >Vergangenheit, >Zukunft.
Kultur/Adorno/Grenz: Wird Kultur als das Entbarbarisierende verstanden, so bedeutet der Übergang in die Phase nach dem Zeitpunkt, in welchem die Kultur hätte angeeignet werden können
I 169
und müssen, Barbarisierung, anthropologisch gesprochen Regression.(2) . Anthropogenese: wird von Adorno als rückläufig bestimmt. Bsp Regression des Hörens.


1. Th.W. Adorno. Gesammelte Schriften Bd. 8 p.121
2. Th.W. Adorno. Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Amsterdam 1947. p. 42f

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

A X
Friedemann Grenz
Adornos Philosophie in Grundbegriffen. Auflösung einiger Deutungsprobleme Frankfurt/M. 1984
Kritische Theorie Arendt Brocker I 363
Kritische Theorie/ArendtVsAdorno/ArendtVsMarcuse/ ArendtVsHorkheimer/Arendt: Arendt nimmt eine kritische Perspektive auf die moderne Massengesellschaft ein. Jedoch lehnt sie die Grundannahme der Kritischen Theorie ab, dass die moderne Gesellschaft zu einer Entindividualisierung in großem Stile geführt habe (vgl. Horkheimer/Adorno 1944 (1); Marcuse 1967 (2)). Das Gegenteil ist aus ihrer Sicht der Fall: Erst die demokratische Massengesellschaft bringt den Individualismus konstitutiv hervor. >Individuen, >Individualismus, >Demokratie, >Gesellschaft.

1. Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W., Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Amsterdam 1944.
2. Marcuse, Herbert, Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft, Neuwied/Berlin 1967.

Antonia Grunenberg, „Hannah Arendt, Vita Activa oder Vom tätigen Leben“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Arendt I
H. Arendt
Crises of the Republic: Lying in Politics. Civil Disobedience. On Violence. Thoughts on Politics and Revolution Boston 1972

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Kulturindustrie Habermas IV 572
Kulturindustrie/cultural industry/Horkheimer/Adorno/Habermas: Nach Horkheimers und Adornos Vorstellungen treten die über Massenmedien gesteuerten Kommunikationsflüsse an die Stelle jener Kommunikationsstrukturen, die einst die öffentliche Diskussion und Selbstverständigung eines Publikums von Staatsbürgern und Privatleuten ermöglicht hatten. Die Massenmedien stellen einen Apparat dar, der die kommunikative Alltagssprache völlig durchdringt und beherrscht. Er verwandelt auf der einen Seite die authentischen Gehalte der modernen Kultur in die keimfrei gemachten und ideologisch wirksamen Stereotype einer Massenkultur, die das Bestehende bloß verdoppelt; auf der anderen Seite verbraucht er die von allen subversiven und transzendierenden Momenten gereinigte Kultur für ein umfassendes, den Individuen übergestülptes System sozialer Kontrolle, das die geschwächten internen Verhaltenskontrollen teils verstärkt, teils ersetzt. >Massenkultur, vgl. >Dialektik der Aufklärung.
Die Funktionsweise der Kulturindustrie soll sich spiegelbildlich zur Funktionsweise des psychischen Apparats verhalten, der, solange die Verinnerlichung der väterlichen Autorität noch funktionierte, die Triebnatur der Kontrolle des Über-Ichs so unterworfen hatte, wie die Technik die äußere Natur ihrer Herrschaft.
>Technologie, >Herrschaft, >Gesellschaft, >Instrumentelle Vernunft, >Zweckrationalität.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Kunst Horkheimer Habermas III 463
Kunst/Horkheimer/Habermas: These: In Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung: sogar im paradigmatischen Jahrhundert der Aufklärung ist die Dissoziierung von Vernunft und Moral bis in die letzten Konsequenzen zu Bewusstsein gekommen: man „hat nicht vorgegeben, dass die formalistische Vernunft in einem engeren Zusammenhang mit der Moral als mit der Unmoral stünde.“ (1) >Kunst/Adorno.
Kunst/Horkheimer/Habermas: Horkheimer behauptet nun das gleiche von der modernen Kunstentwicklung: Die Dissoziierung der Kunst
Habermas III 464
von der Vernunft „überführt Kunstwerke in kulturelle Waren und ihren Konsum in eine Reihe von zufälligen Gefühlen, die von unseren wirklichen Intentionen und Bestrebungen getrennt sind. (2) >Kunstwerke.

1.M. Horkheimer, Th. W. Adorno, Dialektik der Aufklärung, Amsterdam 1947, S. 141.
2. M. Horkheimer, Zur Kritik der instrumentellen Vernunft, Frankfurt 1967, S. 47.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Massenkultur Arendt Brocker I 363
Massenkultur/ArendtVsAdorno/ArendtVsMarcuse/Arendt: Arendt nimmt eine kritische Perspektive auf die moderne Massengesellschaft ein. Jedoch lehnt sie die Grundannahme der Kritischen Theorie ab, dass die moderne Gesellschaft zu einer Entindividualisierung in großem Stile geführt habe (vgl. Horkheimer/Adorno 1944 (1); Marcuse 1967(2)). Das Gegenteil ist aus ihrer Sicht der Fall: Erst die demokratische Massengesellschaft bringt den Individualismus konstitutiv hervor. Frage: 1. Welche materiellen und geistigen Voraussetzungen liegen dem Phänomen zugrunde, dass die moderne Massengesellschaft eine Gemeinschaft isolierter job-holder ist, deren Träger den Bezug zu der ihnen gemeinsamen Welt – der menschlichen Bedingtheit – verloren haben? 2. Was ist oder wo liegt der Maßstab für gesellschaftliches Zusammenleben? Siehe Gesellschaft/Arendt.


1. Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W., Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Amsterdam 1944.
2. Marcuse, Herbert, Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft, Neuwied/Berlin 1967.


Antonia Grunenberg, „Hannah Arendt, Vita Activa oder Vom tätigen Leben“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Arendt I
H. Arendt
Crises of the Republic: Lying in Politics. Civil Disobedience. On Violence. Thoughts on Politics and Revolution Boston 1972

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Mythos Gadamer I 278
Mythos/GadamerVsRomantik/Gadamer: In Wahrheit ist die Voraussetzung des geheimnisvollen Dunkels, in dem ein allem Denken vorausliegendes mythisches Kollektivbewusstsein liegt, ebenso dogmatisch-abstrakt, wie die eines Perfektionszustandes vollendeter Aufklärung oder die des absoluten Wissens. Vgl. >Aufklärung/Romantik, >Mythos/Romantik.
Die Urweisheit ist nur das Gegenbild der „Urdummen“. Alles mythische Bewusstsein ist immer schon Wissen, und indem es von göttlichen Mächten weiß, ist es über ein bloßes Zittern vor der Macht (wenn man schon ein solches für das Urstadium
I 279
halten soll), aber auch über ein in magische Rituale gebanntes Kollektivleben (Wie wir es etwa im frühen Orient antreffen) hinaus. Es weiß von sich, und in diesem Wissen ist es schon nicht mehr schlechthin außer sich.(1) Damit hängt zusammen, dass auch der Gegensatz eines echten mythischen Denkens und eines pseudomythischen dichterischen eine romantische Illusion ist, die auf einem Vorurteil der Aufklärung beruht: dass nämlich das dichterische Tun, weil es eine Schöpfung der freien Einbildungskraft sei, an der religiösen Verbindlichkeit des Mythos keinen Teil mehr habe.

1. Horkheimer und Adorno scheinen mir mit ihrer Analyse der „Dialektik der Aufklärung“ durchaus recht zu haben (wenn ich auch in der Anwendung soziologischer Begriffe wie auf Odysseus einen Mangel an historischer Reflexion, wenn nicht gar eine Verwechslung Homers mit Johann Heinrich Voss sehen muss, wie sie schon Goethe kritisiert hat). (GadamerVsHorkheimer, GadamerVsAdorno.)

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Namen Adorno Grenz I 84
Namen/Adorno/Grenz: Die Aufklärung als nominalistische macht Halt vor dem Namen, dem umfanglosen, punktuellen Begriff, dem Eigennamen.(1) >Namen, >Aufklärung.
I 85
In der jüdischen Religion bleibt das Band zwischen Namen und Sein anerkannt durch das Verbot, den Gottesnamen auszusprechen.(2) Der Bezug zum Nichtidentischen bleibt bestehen, wo der Name durch seine Ausgrenzung aus der Sprache dem Verfall des Wortes entzogen bleibt.
>Sprache, >Wörter, >Wortbedeutung, >Wort Gottes, >Judentum.

1. Th. W. Adorno. Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Amsterdam 1947 p. 29
2. Ebenda.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

A X
Friedemann Grenz
Adornos Philosophie in Grundbegriffen. Auflösung einiger Deutungsprobleme Frankfurt/M. 1984
Negation Adorno Grenz I 50
Negation/AdornoVsHegel/Grenz: Adorno trennt, gegen Hegel, die subjektive von der objektiven Positivität der negierten Negation.(1) >Subjektivität/Adorno, >G.W.F. Hegel.
I 50
Dialektik/doppelte Negation/PopperVsDialektik/Adorno/Grenz: Adorno gibt der Popperschen Dialektikkritik recht: Die Gleichsetzung der Negation der Negation mit der Positivität ist die Quintessenz des Identifizierens und damit der Verdinglichung.
I 50
Negation/Adorno/Grenz: Das Bewusstsein des Fehlens von etwas oder der Falschheit, dies Moment der bestimmten Negation als seinerseits Subjektives, darf nicht der objektiven Logik und gar der Metaphysik gutgeschrieben werden.(2) >Objektivität/Adorno.
Grenz I 51
Die bestimmte Negation ändert die Verhältnisse nicht. Sie ist nur deren Bewusstsein.
Grenz I 80
Bestimmte Negation/MarxVsHegel/Grenz: Bsp Die bürgerliche Revolution gegen die Feudalgesellschaft: Pointe: Hier ist bestimmte Negation als Methode verlorengegangen. Der Feudalismus wird im Doppelsinn aufgehoben: Liquidiert wird die Herrschaft Weniger über die Vielen, erhalten bleibt der Gesellschaftscharakter der Gesellschaft.
I Grenz 83
Bestimmte Negation/AdornoVsHegel/AdornoVsMarx/Grenz: Adorno löst die Antinomie der Zweisinnigkeit des Aufhebens und Einbeziehung des praktischen Elements der Geschichte in die bestimmte Negation auf. >Geschichte/Adorno.
I Grenz 91
Bestimmte Negation/Adorno/Grenz: Neukonzeption als immanente Kritik: a) Als Aufhebung innerweltlich konzipiert – so entgeht sie der Immanenzkritik an Hegel.
I 92
b) Kehrt den Begriff der Zweckrationalität als irrational hervor(3). So ergibt sich die Notwendigkeit, den Etwas-Charakter des bestimmten Nichts geschichtsphilosophisch(4) zu tilgen. c) Diese Notwendigkeit wird unterstützt von der Durchstoßung des Natur-Geschichte-Antagonismus.
Demnach bestünde die bestimmte Negation darin, das dem Faktischen seine Potentialität entgegengehalten wird, „der es nicht genügen kann“.(5)
Grenz I 106
Bestimmte Negation/Kunst/Adorno/Grenz: Das Offenbaren des Bildgehalts eines Kulturphänomens ist nur möglich als bestimmte Negation seines gesellschaftlichen Gehaltes, oder, was dasselbe ist, als Gewinnung der Wahrheit seiner Unwahrheit. >Kunst/Adorno, >Kunstwerke/Adorno, >Wahrheit/Adorno, >Wahrheitsgehalt/Adorno.
Grenz I 113
Doppelte Negation/Adorno/Grenz: Adorno versteht die Negation der Negation als negativ: inhaltsvoll, aber ohne Etwas-Charakter.(6)
Grenz I 116
Negation/Adorno/Grenz: bestimmte Negation und Etwas-Charakter des bestimmten Nichts treten auseinander durch die Verwandlung der bestimmten Negation in die physiognomische Analyse und des bestimmten Nichts in eine auf Seiendes und sei nur noch polemisch bezogene Kategorie der Erfahrung. Das ist die Leistung der negativen Dialektik Adornos, mit der sie den historischen und den dialektischen Materialismus zu sich selbst bringt. >Materialismus/Adorno.
Grenz I 180
Negation/Adorno/Grenz: Resultate physiognomischer Negationen sind Kunstwerke oder hermetische Texte. Sie misslingen also als Negationen, insofern sie die Negativität ihrer Neganda zwar praktisch, dafür aber begriffslos und also unbestimmt, diffus negieren. Theorie: Demgegenüber ist die Theorie vollzogene Bestimmung von Seiendem als negativ bloß theoretisch, aber bestimmt.


1. Th. W. Adorno. Negative Dialektik, In: Gesammelte Schriften, Band 6: Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1970.p. 159, FN
2. Ebenda.
3. Negative Dialektik, p. 8
4. Th. W. Adorno. Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Amsterdam 1947. p 126.
5. Th. W. Adorno. Ästhetische Theorie, In: Gesammelte Schriften 7, Rolf Tiedemann (Hg.), Frankfurt/M: Suhrkamp. 1970. p. 205.
6. Negative Dialektik, p. 159f

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

A X
Friedemann Grenz
Adornos Philosophie in Grundbegriffen. Auflösung einiger Deutungsprobleme Frankfurt/M. 1984
Rationalität Adorno Grenz I 21
Rationalität/Odysseus/Adorno: Odysseus überlebt nur dank seiner List. Das ist die erste Manifestation des rational berechnenden Geistes.(1) >List der Vernunft.
Grenz I 22
Odysseus ist das „Urbild eben des bürgerlichen Individuums, dessen Begriff in jener einheitlichen Selbstbehauptung entspringt, deren vorweltliches Muster der Umgetriebene abgibt.“(2) Die Brücke zum bürgerlichen Individuum bildet der Begriff der rationalen Arbeit.
Grenz I 23
Rationalität/Adorno/Grenz: Das rationale Verhalten des Überlegenen ist durchsetzt von Regression auf den voremanzipativen Zustand. >Aufklärung, vgl. >Emanzipation, >Fortschritt/Adorno, >Geschichte/Adorno.

1. Th. W. Adorno und M. Horkheimer. Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Amsterdam 1947.
2. Ebenda p. 50

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

A X
Friedemann Grenz
Adornos Philosophie in Grundbegriffen. Auflösung einiger Deutungsprobleme Frankfurt/M. 1984
Religiöser Glaube Horkheimer Habermas III 465
Religion/Religiöser Glaube/Horkheimer/Habermas: Sobald die Kenntnis von Gott, in dem die Geltungsaspekte des Wahren, Guten, Vollkommenen noch ungeschieden sind, jenen Wissenssystemen gegenübertritt, die nach Maßgabe von propositionaler Wahrheit, normativer Richtigkeit und Authentizität oder Schönheit spezialisiert sind, verliert der Modus des Festhaltens an religiösen Überzeugungen die Zwanglosigkeit, die einer Überzeugung einzig durch gute Gründe verliehen wird. >Gott, >Wahrheit, >Das Gute, >Vollkommenheit, >Perfektion, >Richtigkeit, >Propositionen, >Authentizität, >Begründung, >Letztbegründung.
Religiöser Glaube/Adorno/Horkheimer: Religiöser Glaube ist danach durch Momente der Blindheit, der bloßen Meinung und der Überwältigung charakterisiert – Glauben und Wissen treten auseinander. (1)
>Wissen, >Überzeugungen.

1. M. Horkheimer, Th. W. Adorno, Dialektik der Aufklärung, Amsterdam 1947, S. 31f.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Systeme Adorno Grenz I 26
System/Adorno/Grenz: Das System ist hier die etablierte bürgerliche Ordnung, die die „Vernunft vollends funktionalisiert“ hat. Die verselbständigte Rationalität ist zur „zwecklosen Zweckmässigkeit“ geworden, die eben deshalb sich in alle Zwecke spannen lässt.(1) >Vernunft, >Totalität/Adorno, >Ganzes/Adorno, >Rationalität/Adorno.

1. Th. W. Adorno. Dialektik der Aufklärung, Philosophische Fragmente. Amsterdam 1947. p. 96.

XIII 44
Geschichte/System/Adorno: Die übliche Scheidung des Historischen und des Systematischen ist in der Philosophie untriftig. Die historischen Überschneidungen und Unstimmigkeiten, die zwischen den Begriffen sich ergeben, können nicht einfach so auf die Geschichte abgeschoben werden, als wäre sie selber etwas Begriffsloses. >Geschichte/Adorno, >Geschichtsschreibung.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

A X
Friedemann Grenz
Adornos Philosophie in Grundbegriffen. Auflösung einiger Deutungsprobleme Frankfurt/M. 1984
Totalität Adorno Grenz I 19
Totalität/Adorno: Totalität drückt sich darin aus, dass man sich der umfassenden, alles verwaltenden Welt nicht anders erwehren kann, als durch Mittel, die ihr gleichen. (Impromptus(1), p. 22). >List der Vernunft, >Dialektik der Aufklärung, >Aufklärung/Adorno.
Grenz I 113
Totalität/Hegel/Adorno/AdornoVsHegel/Grenz: Die Negativität des Ganzen wir nach Adorno von Hegel ausgedrückt als positive Totalität. Darin ist Hegels Philosophie Abbild, aber gebrochenes. >G.W.F. Hegel.
Die Struktur des Verblendungszusammenhangs wird hineingebildet: ‚spiegelbildlich‘.
Grenz I 158
Totalität/Adorno/Grenz: Der Begriff der Totalität ist ambivalent - einerseits ist er Beschreibung der wirklichen, aber falschen Totalität, andererseits die Idee der richtigen. >Negation/Adorno.
Grenz I 130
Ganzes/Adorno/Grenz: …die in jeglicher einzelnen Bestimmung wirkenden Kraft des ganzen (ist) nicht nur deren Negation sondern selbst auch das Negative, Unwahre. >Wahrheit/Adorno, >Wahrheitsgehalt/Adorno.

1. Th. W. Adorno. Impromptus. Zweite Folge neu gedruckter musikalischer Aufsätze. Frankfurt am Main 1968.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

A X
Friedemann Grenz
Adornos Philosophie in Grundbegriffen. Auflösung einiger Deutungsprobleme Frankfurt/M. 1984
Verdinglichung Lukács Habermas III 474
Verdinglichung/Lukács/Habermas: Lukács These: „In der Struktur des Warenverhältnisses (kann) das Urbild aller Gegenständlichkeitsformen und aller ihnen entsprechenden Formen der Subjektivität in der bürgerlichen Gesellschaft aufgefunden werden.“(1) Habermas: Den neukantischen Ausdruck „Gegenständlichkeitsform“ verwendet Lukács in einem durch Dilthey geprägten Sinn als geschichtlich entstandene „Daseins- oder Denkform“, die die „Totalität der Entwicklungsstufe der Gesamtgesellschaft“ auszeichnet.
>Neukantianismus, >W. Dilthey, >Über Dilthey.
Er begreift die Entwicklung der Gesellschaft als „die Geschichte der ununterbrochenen Umwälzung der Gegenständlichkeitsformen, die das Dasein der Menschen gestalten“.
LukácsVsHistorismus/Habermas: Lukács teilt allerdings nicht die historistische Auffassung, wonach sich in einer Gegenständlichkeitsform die Partikularität einer jeweils einzigartigen Kultur ausdrückt. Die Gegenständlichkeitsformen vermitteln „die Auseinandersetzung des Menschen
Habermas III 475
mit seiner Umwelt, die die Gegenständlichkeit seines inneren wie äußeren Lebens bestimmen“.(2) >Historismus.
Def Verdinglichung/Lukács/Habermas: Verdinglichung ist die eigentümliche Assimilierung von gesellschaftlichen Beziehungen und Erlebnissen an Dinge, d.h. an Objekte, die wir Wahrnehmung und manipulieren können. Die drei Welten (subjektive, objektive und soziale ((s) geteilte) Welt) sind im gesellschaftlichen Apriori der Lebenswelt so schief koordiniert, dass in unser Verständnis interpersonaler Beziehungen und subjektiver Erlebnisse Kategorienfehler eingebaut sind: wir fassen sie unter der Form von Dingen, also als Entitäten auf, die zur objektiven Welt gehören, obgleich sie in Wahrheit Bestandteile unserer gemeinsame sozialen oder der je eigenen subjektiven Welt sind.
>Objektive Welt, >Subjektive Welt, >Soziale Welt, >Lebenswelt.
Habermas: Weil nun das Verstehen und Auffassen für den kommunikativen Umgang selbst konstitutiv sind, affiziert ein derart systematisch angelegtes Missverstehen die Praxis, nicht nur die Denk- sondern auch die „Daseinsform“ der Subjekte. Es ist die Lebenswelt selbst, die „verdinglicht“ wird.
Habermas: die Ursache für diese Deformation sieht Lukács in einer
Habermas III 476
Produktionsweise, die auf Lohnarbeit beruht und das „Zur-Ware-Werden einer Funktion des Menschen“(3) erfordert.
Habermas III 489
AdornoVsLukács/HorkheimerVsLukács/Habermas: Horkheimer und Adorno verlegen die Anfänge der Verdinglichung in der Dialektik der Aufklärung hinter den kapitalistischen Anfang der Moderne zurück in die Anfänge der Menschwerdung. >Dialektik der Aufklärung, >M. Horkheimer, >Th.W. Adorno.
Der Grund dafür ist, dass Lukács Theorie von den nicht vorausgesehenen Integrationsleistungen der fortgeschrittenen kapitalistischen Gesellschaften dementiert wurde.
>Gesellschaft, >Kapitalismus.

1. G. Lukács, „Die Verdinglichung und das Bewusstsein des Proletariats“ in: G. Lukács, Werke, Bd. 2. Neuwied 1968, S. 257-397.
2.G.Lukács, Geschichte und Klassenbewusstsein, Werke, Bd. 2, 1968, S. 336
3. Ebenda S. 267.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Vernunft Horkheimer Habermas III 462
Vernunft/Horkheimer/Habermas: Horkheimer führt die instrumentelle Vernunft als ‚subjektive Vernunft‘ ein und stellt sie der ‚objektiven Vernunft‘ gegenüber. >Objektivität, >Subjektivität, vgl. >Intersubjektivität.
Habermas III 463
Objektive Vernunft/Horkheimer: steht für das ontologische Denken, das die Rationalisierung der Weltbilder vorangetrieben, die Menschenwelt als Teil einer kosmologischen Ordnung begriffen hatte. (1) Den Hintergrund für die moderne Bewusstseinsgeschichte bilden jene metaphysisch-religiösen Weltbilder, an denen Max Weber zunächst den Prozess der Entzauberung abgelesen hatte.
>Weltbilder, >Entzauberung.
Wie Weber sieht Horkheimer das Resultat dieser Weltbildentwicklung darin, dass sich kulturelle Wertsphären ausbilden, die spezifischen Eigengesetzlichkeiten gehorchen:
Horkheimer: „Diese Aufteilung der Kultursphären ergibt sich daraus, dass die allgemeine objektive Wahrheit durch die formalisierte, zuinnerst relativistische Vernunft ersetzt wird.“(2)
>Relativismus.
Horkheimer/Habermas: Der Subjektivierung der Vernunft entspricht das Irrationalwerden von Moral und Kunst.
>Moral, >Kunst.
De Sade/Moral/Aufklärung/Adorno/Horkheimer: These in Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung: Sogar im paradigmatischen Jahrhundert der Aufklärung ist die Dissoziierung von Vernunft und Moral bis in die letzten Konsequenzen zu Bewusstsein gekommen: man „hat nicht vorgegeben, dass die formalistische Vernunft in einem engeren Zusammenhang mit der Moral als mit der Unmoral stünde.“ (3)
>Aufklärung, >de Sade.
Kunst/Horkheimer/Habermas: Horkheimer behauptet nun das gleiche von der modernen Kunstentwicklung: Die Dissoziierung der Kunst
Habermas III 464
von der Vernunft „überführt Kunstwerke in kulturelle Waren und ihren Konsum in eine Reihe von zufälligen Gefühlen, die von unseren wirklichen Intentionen und Bestrebungen getrennt sind. (4) >Kunstwerke.

1.M. Horkheimer, Zur Kritik der instrumentellen Vernunft, Frankfurt 1967, S.22.
2. Ebenda S 28.
3.M. Horkheimer, Th. W. Adorno, Dialektik der Aufklärung, Amsterdam 1947, S. 141.
4. Horkheimer (1967) S. 47.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981