Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
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Autor
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Literatur
Literatur
Begriffe Heidegger Begriffe aus M. Heidegger, Sein und Zeit, Tübingen 1993

Heidegger III
Abhängigkeit (der Realität von der Sorge) 212
Angst 182,186, 342
Antike Ontologie (logos bei Platon, Aristoteles, copula) 159,160 Augenblick 427
Auslegung (Vorhaben, Vorsicht, Vorgriff) 150
Ausrichtung 108
Aussage 154 ("als"):158
Aus-sein auf 261
Bedeuten 87
Bedeutsamkeit 364
Begegnen (Ganzheit) 85
Bewandtnis 84
Besorgen 56/57
Bestehen (nicht vorhanden, nicht zuhanden) 333
Bezirk 67,114,248 (Metaphysik),283,398

Charaktere 250 (Existenz: sich vorweg gericht in die Zukunft)
(Faktizität: schon sein in Gewesenheit)
(Verfallenheit: sein bei Gegenwart)


Da 132,263
"Da" (Vereinzelung) 263 Dasein (ist seine Erschlossenheit) 133,134 ("Dass es ist"), 284, (Dasein selbst: Erstreckung) 374

Ego cogito (ich denke etwas) 321
"Einfühlung" 125(Vs)
Ekstasen: Gewesenheit Zukunft Gegenwart 328 Entdecktheit (nicht Daseinsmäßiges) 85,218 (Wahrheit)
Ent-Fernung 105
Entschlossenheit 296/97, 305 Entwurf 145, (=Existenz): 284
Erbe (und Überlieferung) 383
Erkennen 202
Erschlossenheit 75,220,260
Erwarten 262
Evidenz (Vorhandenes) 265
Existenz (=Entwurf) 284
Existenzialien statt Kategorien 44
Existenzialität Struktur der Existenz 16
Existieren 263,284

Faktizität 56,135,222,250,259,284,241,362,379 (F. contra Tatsächlichkeit): 276
Freigabe (Woraufhin; verweist auf Phänomen Welt) 85/86
Freiheit 188
Furcht 140 (Näherung der Nähe)
Fürsorge 121
Gegend 103,368 (>Platz)
Gegenwart (eigentliche: Augenblick) 338
Gerede 168
Gewärtigen 337(uneigentliche Zukunft) Gewissheit 256/57,265
Gewesenheit Gegenwart Zukunft 327
Gewissen 270ff
Gewissenlosigkeit (Bedingung für existentiell "gutes" Handeln) 288
Gewaltsamkeit 311
Geworfenheit 135,179
Grund 284
Handeln (verantwortlich) 288,300

"Idee" (keine Deduktion) 182
Innerzeitigkeit 333
In-Sein, In der Welt sein 53 (wohnen bei, vertraut),188
Jemeinigkeit 240

Kant (VsKant: Zeit: unmittelbar physisch wahrnehmen) 419
Kants Dunkles Zimmer (Orientierung "rechts, links") 109

Lichtung (Erschlossenheit des Daseins): 170 (vor aller Zeitlichkeit): 350

Man 126
Man selbst 129
Mitdasein, Mitsein 118,120,121 (Mitsein als Umsicht) 123
Möglichkeit 187
Neugier (Zerstreuung) 172
Nichtigkeit 285,305
nicht 283,284
"Nichts" 279
Nietzsche (zur Historie) 396

ontisch-ontologisch 8,11,13,185

Platz 368

Raum 368 (109 113)
Region 64,114
Ruf 269ff "Rufer" 274

Sagen 169
Sein zum Tode 266 Selbstheit (Weise) 267ff (Bezeugung, Ruf)
Schicksal 384,386
Schuld (schuldig) 287
Sinn 151
Situation 299 Sorge 192 (sich vorweg schon sein in (der Welt) 198 (Sorge Gedicht, Herder,Vorrang der Sorge vor Leib und Geist)
"Subjekt" (ontologisch) 320,366
Substanz des Menschen ist die Existenz 212
Substanzialität: Seinscharakter der Naturdinge 63

Theorie 358ff
Tod 245,250,258 (Tod anderer, Vertretung): 237
transzendieren 363 (Schwere des Hammers setzt Objektivierung voraus, nicht zuhanden)

Uhr 413
Umschlag Besorgen/Entdecken 360,361
Umsicht 56,69,123,172
Unbestimmtheit 308 Unwahrheit 308

Verfallen 176, (ontisch/ontologisch) 293
Vergessen (Wiederholbarkeit) 399,342,344
Verschlossenheit 348
Verstehen 87,144,145,363 Verstehen (des Anrufs) 288
Verweisung 74,77,78,82 (Zeigen Verweisung Beziehung)
Volksgemeinschaft 384
Vorhandensein = "existentia" (trad.) 42
Vorlaufen 262
Wahl 268, 287
Wahrheit (Entdecktheit und Entdeckend sein) 218,316, (W. vorausgesetzt) 227,316
Welt, "Welt" 64/65, ("weltlich" = innerweltich Seiendes), Weltlichkeit, (die Welt ist nicht mehr) 380
Werden 243
Wiederholung 385
Wissenschaft 358ff
Worum willen (In der Welt Sein des Daseins) 84

Zeichen 76ff
Zeit ("wesentliche") 329, (Zeit Raum): 367, 408 (gewärtigen: Zukunft gegenwärtigen: jetzt, behalten: Gewesenheit) 408, ("Weltzeit" = innerweltliche Zeit, auch vorher) 424
zeitlicher Horizont 365
Zeitlichkeit des Seins, Seinsweise des Daseins temporal 19,23
Zeitlichkeit der Furcht (Angst) 342 (Zeitlichkeit: Seinssinn der Sorge)
Zeitlichkeit der Seinsmodi Verstehen, Befindlichkeit, Verfallenheit 350
Zeitmessung 414
Zeug (im Besorgen begegnend) 68 Zirkel (nicht vitiosus) 152/53,314 (als "Entwurf" zulässig, Grundstruktur der Sorge)
Zuhanden 69,71,324
Zukunft (Zeitlichkeit) 326, (Vorrang):329,330, (eigentliche Z.: Vorlaufen) 336,408

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993
Fledermaus-Beispiel Nagel Frank 138ff
Fledermaus/Nagel: möglichst stark unterschiedene Lebensform gewählt. - Sicher haben sie Erlebnisse, d.h. es ist für sie "irgendwie" - keine Annäherung möglich: weder durch Hinzufügen, noch durch Weglassen störender Vorstellungen. - Es geht nicht darum, wie es für mich wäre, eine Fledermaus zu sein, sondern darum, wie es für eine Fledermaus ist, eine Fledermaus zu sein. - NagelVsEinfühlung.

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982
Intersubjektivität Husserl Gadamer I 254
Intersubjektivität/Husserl/Gadamer: Die immanenten Gegebenheiten des reflexiv befragten Bewusstseins enthalten das Du nicht unmittelbar und originär. Husserl hat ganz recht, wenn er hervorhebt, dass das Du nicht jene Art von immanenter Transzendenz besitzt, die den Gegenständen der äußeren Erfahrungswelt zukommt. Denn ein jedes Du ist ein alter ego, d. h. es wird vom „Ego“ aus verstanden und doch zugleich auch als von ihm abgelöst und, wie das Ego selbst, als selbständig. Husserl hat in mühevollen Untersuchungen versucht, die Analogie von Ich und Du - die Dilthey rein psychologisch durch den Analogieschluss der Einfühlung interpretiert - auf dem Wege über die Intersubjektivität der gemeinsamen Welt aufzuklären. Er war konsequent genug, den erkenntnistheoretischen Vorrang der transzendentalen Subjektivität dabei nicht im geringsten einzuschränken. >Leben/Husserl.
Zunächst wird der andere als Wahrnehmungsding gefasst, das alsdann durch Einfühlung zum „Du“ wird. Bei Husserl ist ein solcher Begriff der Einfühlung gewiss rein transzendental gemeint(1), aber er ist doch an dem
Gadamer I 255
Innesein des Selbstbewusstseins orientiert und bleibt die Orientierung an dem das Bewusstsein weit überspielenden Funktionskreis(2) des Lebens schuldig, auf den er doch zurückzugehen beansprucht. In Wahrheit ist also der spekulative Gehalt des Lebensbegriffes bei beiden [Husserl und Dilthey] unentfaltet geblieben. Siehe hierzu >Leben/Paul Graf Yorck.

1. Es ist das Verdienst der Heidelberger Dissertation von D. Sinn, Die transzendentale
Intersubjektivität mit ihren Seinshorizonten bei E. Husserl, Heidelberg 1958, den methodisch-transzendentalen Sinn des die Konstitution der Intersubjektivität tragenden Begriffs der „Einfühlung“ erkannt zu haben, der Alfred Schütz, Das Problem der transzendentalen
Intersubjektivität bei Husserl, Philos. Rundschau Jg. V, 1957 H. 2, entgangen war. Auch
die von D. Sinn in der Philos. Rdsch. 14 (1967), S. 81—182 vorgelegte Heidegger-
Darstellung darf als eine vorzügliche Zusammenfassung der Intentionen des späten Heidegger gelten.
2. Ich spiele hier auf die weitreichenden Perspektiven an, die Viktor von Weizsäckers
Begriff des „Gestaltkreises“ geöffnet hat.




Habermas IV 197
Intersubjektivität/Husserl/SchützVsHusserl/HabermasVsHusserl/Habermas: Husserl scheiterte in den Cartesianischen Meditationen an der monadologischen Erzeugung der Intersubjektivität der Lebenswelt.(1) (Siehe Lebenswelt/Schütz, Lebenswelt/Habermas). Lösung/Habermas: Wenn man die Situation des handelnden Subjekts als Umwelt des Persönlichkeitssystems deutet, lassen sich die Ergebnisse der phänomenologischen Lebensweltanalyse bruchlos in eine Systemtheorie Luhmannscher Observanz integrieren. Das Problem tritt gar nicht mehr auf, wenn die Subjekt-Objekt-Beziehungen durch diejenigen zwischen Subjekt und Umwelt ersetzt werden. Persönlichkeitssysteme bilden nach dieser Vorstellung, (…) Umwelten füreinander. Dabei verschwindet das Intersubjektivitätsproblem, also die Frage, wie verschiedene Subjekte dieselbe Lebenswelt teilenkönnen, zugunsten des Interpenetrationsproblems, wie bestimmte Arten von Systemen füreinander bedingt kontingente, aufeinander abgestimmte Umwelten bilden können. (2)


1.A. Schütz, das Problem der transzendentalen Intersubjektivität bei Husserl, Phil. Rundschau, 1957, S. 81ff; M. Theunissen, Der Andere, Berlin 1965, S. 102ff. D.M. Carr, The Fifth Meditation and Husserl’s Cartesianism, Phil Phenom,. Res. 34, 1973, p. 14ff;P. Hutcheson, Husserl’s Problem of Intersubjekctivity, J. Brit. Soc. Phenomenol, 11, 1980, p. 144ff.
2. N. Luhmann, Interpenetration, Zeitschrift für Sozialforschung, 1977, S. 62ff.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Kritik Benjamin Norbert Bolz, Willem van Reijen, Walter Benjamin Frankfurt 1991
I 19
Kritik/Romantische Kritik/Benjamin: bezieht ihren Gegenstand nicht beurteilend, sondern potenzierend aufs Absolutum der Kunst. R.K vollendet das Werk! (GoetheVsKritik: Das Kunstwerk ist nicht kritikfähig!") Kritik: Kritisches Verfahren/Benjamin: Kritik ist bei Benjamin rettend, weil es dialektisch immanent, nicht negiert, sondern interpretiert. Nicht wie bei Hegel bestimmte Negation, die zu neuer Form übergeht.
Denn die geschichtsphilosophische Verlaufsfigur, der sie eingeschrieben ist, zielt nicht auf eine idealistische Selbstaufstufung des Geistes, sondern auf dessen Zerfall. Rettend ist Kritik im Denken des Untergangs als Übergang.
I 20
Moderne Kritik: "Mortifikation der Werke" Nicht Steigerung des Bewusstseins (romantisch), sondern Ansiedlung des Wissens in ihnen".
I 21
Kommentar (jüdische Tradition): Sachgehalt Kritik: Wahrheitsgehalt.
I 29
Kritik/Benjamin: "Der Kritiker richtet im Angesicht des Autors." Von Benjamin durchaus körperlich zerstörend aufgefasst. "Echte Polemik nimmt ein Buch so liebevoll vor, wie ein Kannibale sich einen Säugling zurüstet". "Bücher verschlingen": Einverleiben, Zerstören. Stoffhunger, Selbstmehrung. Einverleibung statt Einfühlung, verändert auch die Werke. Wohnen im Buch Kinderbücher haben für Benjamin großen Stellenwert.
I 36
Lehre ist aufgehobene Kritik, Kritik ist inverse Theologie und Religion ist die "konkrete Totalität der Erfahrung".
Methode Spengler Brocker I 121
Methode/Politische Theorie/Politische Theorie/Spengler: Spengler bezeichnet seine Philosophie der Politik als „Physiognomik“, die er der streng wissenschaftlich vorgehenden, kausal und rational argumentierenden »Systematik« (1) als gleichrangig gegenüberstellt, ebenso wie er das Prinzip der »Kausalität« durch eine »Schicksalsidee« (2), das »Gesetz« durch die »Gestalt« ergänzt. (3) Denn nur demjenigen, der nach Spengler über »physiognomischen Takt« (4) – eine spezielle Form historischen Einfühlungsvermögens – verfügt, ist es möglich, Erkenntnisse durch Anwendung von Intuition zu gewinnen. ((s) Hier zeigt sich Spengler wiederum von Nietzsche beeinflusst. Siehe auch H. Pfotenhauer, Kunst als Physiognomie. Nietzsches Ästhetische Theorie und literarische Produktion, Stuttgart 1985.) Politische Philosophie/Spengler: Siehe Politik/Spengler.


1. Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte, Bd. 1: Gestalt und Wirklichkeit, Wien/Leipzig 1918; umgestaltete Aufl. München 1923; Bd. 2: Welthistorische Perspektiven, München 1922. Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte. Vollständige Ausgabe in einem Band, München 1963.S. 125
2. Ebenda S. 152
3. Ebenda S. 130
4. Ebenda S. 152.

Hans-Christof Klaus, Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes (1918/1922) in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Spengler I
Oswald Spengler
Politische Schriften München 1932

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Terminologien Husserl Chisholm II 153
Noema/Husserl: der Akt selbst konstituiert das Objekt. - Trennung von Akten und transzendentalen Objekten.
II 154
ChisholmVsHusserl: das Noema erklärt nichts.
Husserl I 19/57
Husserl: Forschungsstrategie: Schema Teil-Ganzes - Generalthesis: die Existenz der Welt wird nicht in Frage gestellt, nur unsere Aussagen über sie. - Das Schema wahr/falsch ist durch bloße Beobachtung nicht zu erkennen.
I 37
Reell/Husserl: nichtintentional, aber auch: die Farbqualität erfährt eine "objektivierende Auffassung" und die "Empfindungskomplexion" ist auch reell. - Sinn/Husserl: was mit einem Zeichen gemeint wird, der Redende verleiht dem Laut einen Sinn. - Wir beziehen uns durch Bedeutung auf einen Gegenstand - Bedeutung/Husserl: Leistung des Bewusstseins. - Phänomenologisches Vorverständnis: alle Gegenstände existieren nur als gemeinte Einheiten.
I 39
Noema (Gedanke)/Husserl: a) Bezugssinn: wie Intension, b) Gegenstandskern als Träger - Noesis: Leistung, Charakter des Auffassungssinnes, (griechisch: noesis = Wahrnehmung).
I 53
"Prinzip aller Prinzipien"/Husserl: die Forderung, dass nur eine "originär gebende Anschauung" die Begründung der Erkenntnis sein kann. Bsp mathematische Axiome. Husserl grenzt hier jeden Bezug zu empirischen Aussagen aus und stellt den Bezug des Bewusstseins auf sich selbst als geeignetes Verfahren hin. "Selbstgegebenheit".
I 58
Einklammerung (Epoche): Vorwissen wird in Klammern gesetzt.
I 42 f
Def Noesis: Leistung, Charakter des Auffassungssinnes. (griechisch: das Wahrnehmen, Begreifen).
I 43
Def Noema: griechisch: der Gedanke - zwei Aspekte des intentionalen Gegenstandes: a) noematischer Sinn (Inhalt) das "Wie" der Bestimmtheiten. Kohärente Sinneinheit in der Fülle verschiedener Bestimmungen.
I 44
b) noematischer Gegenstand (gegenständlich) "Kern", Verknüpfungspunkt und Träger verschiedener Prädikate. Das, womit ein identisches "Etwas" festgehalten wird.
I 65 ff
Horizont von Möglichkeiten. (Durch jeden Bewusstseinsakt gegeben.)
I 67
Innenhorizont/Husserl: Antizipation der Sinndimension - Außenhorizont: Wahrnehmung nicht auf ein Objekt beschränkt, sondern auf den gesamten Raum möglicher Gegenstände.
I 68
Appräsentation: Mitmeinung.
I 69
Apperzeption: denkt Empfindungsinhalte in Attribute des Gegenständlichen um - Wahrheit/Husserl: gebunden an den Prozess der Näherbestimmung. Eidetische Variation/Husserl: wird aktiviert von Zufälligkeiten - Konstitution/Husserl: es ist eine Leistung des Bewusstseins, wenn uns ein Gegenstand anschauungsmäßig gegeben ist. - I 45 Denken/Husserl: begreift man das Denken als Prozess, sieht man, dass Prädikate sich wandeln können.
I 72
Def Kinästhese/Husserl: das bewusste sich Bewegen bei der Wahrnehmung > Leibbewusstsein, Körperbewusstsein. Der Leib wird zum Wahrnehmungsorgan. Die Sinneseindrücke können nicht mehr als einzelne, je nach Denkart abgeschlossene, letzte Einheiten betrachtet werden. Sie stehen in einer Abfolge.
I 85
Transzendentales Ego/Husserl: hat eine Primordialsphäre: zunächst ist nur Eigenes in der Sphäre. Wir unterstellen den anderen, ein transzendentales Ego wie wir selbst zu sein. (> Einfühlung). - Intersubjektivität/Husserl: a) Gegenstände, b) Soziales. - Objektivität/Husserl: durch eine Vielzahl der Perspektiven. Umwelt/Husserl: a) vom intentionalen Bewusstsein gesetzt b) vom kommunizierenden Personenverband gesetzt. - Die kommunikative Umwelt ist jeder egoistischen vorgängig.
I 89
Def Primordialität/Husserl: damit sind alle Erfahrungserlebnisse, auch die für die Fremderfahrung grundlegenden einführenden Bewußtseinerlebnisse einbegriffen. Das hätte zur Konsequenz, daß Bewußtseinerlebnisse von dem anderen in originärer Gegebenheit aufweisbar sind. Eine solche Konzeption würde unterschiedliche Bewußtseinsweisen als originär gegeben umfassen: sowohl gegenständliche als auch personale.
Tugendhat I 167
Synkategorematisch/Husserl: synkategorematische Ausdrücke stehen nicht für einen Gegenstand.
Tugendhat I 177
Husserl: Hauptbegriff "Spezies": Übersetzung des griechischen eidos: Anblick, Aussehen. (s.u.: gemeinsames Merkmal bei Kant, Begriff).
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Verstehen Nagel Frank I 148
NagelVsEinfühlung - (Einfühlung nur bei mentalen Zuständen). - VsSolipsismus: dieser ist das Ergebnis davon, dass man die einfühlende Vorstellung als sinnliche interpretiert.
I 149f
Verstehen/Nagel: wir können auch Indizien für die Wahrheit von etwas haben, das wir nicht verstehen - Individuen radikal verschiedener Gattungen (Wissenschaftler vom Mars) können beide dieselben physikalischen Ereignisse in einer objektiven Begrifflichkeit verstehen. - Dazu brauchen sie nicht die phänomenalen Formen zu verstehen.
Thomas Nagel (1974): What Is It Like to Be a Bat?, in: The Philosophical
Review 83 (1974), 435-450


Nagel I 75
Verstehen/Wittgenstein: zur Verständigung durch die Sprache gehört nicht nur eine Übereinstimmung in den Definition, sondern in den Urteilen - das scheint die Logik aufzuheben, hebt sie aber nicht auf. - Übereinstimmung im Sprachgebrauch und Urteil ist notwendig, aber nicht hinreichend für das Meinen. - Nagel: wenn die Anwendungsbedingungen nicht hinreichend zu sein scheinen, kann es sein, dass man den Begriff falsch gedeutet hat, aber auch, dass man die Bedingungen falsch verstanden hat.

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Wahrnehmung Quine Münch III 296
Def Wahrnehmung/Quine/Schnelle: Gewahrwerden einer Reizung.
Münch III 298
Quine: Bsp "Das Tier reagiert auf den Halbkreis auf dem Bildschirm". - SchnelleVsQuine: woher weiß er das? - Vielleicht nur Schmerzvermeidung.

Helmut Schnelle, Introspection and the Description of Language Use“, in: Florian Coulmas (Ed) Festschrift for native speaker, Den Haag 1981, 105-126. – dt: Introspektion und Beschreibung des Sprachgebrauchs, in: Dieter Münch (Hg) Kognitionswissenschaft, Frankfurt 1992

Quine VI 2
Wahrnehmung/Quine: Input: nicht Gegenstände, sondern Aktivierung unserer Sinnesrezeptoren. - Wir müssen uns mit Reizeinflüssen selbst begründen. - Reizeinflüsse statt "Beobachtung" und statt Belegen.
VI 100
Wahrnehmung/Quine: im Prinzip neurophysiologisch beschreibbar - Überzeugungen nicht.
V 15
Wahrnehmung/Quine: hier geht es um Gestalt, nicht um Reize (diese fallen unter Rezeption).
V 18
Wahrnehmung/Quine: hat mehr mit Bewusstsein zu tun als Rezeption von Reizen. Aber auch sie ist Verhaltenskriterien zugänglich. Sie zeigt sich in der Konditionierung von Reaktionen.
V 33
Ähnlichkeit/Wahrnehmung/Ontologie/Quine: der Übergang von Wahrnehmung zu Wahrnehmungsähnlichkeit bringt ontologische Klarheit: die Wahrnehmung (das Ergebnis des Wahrnehmungsakts) fällt weg.
V 36
Wahrnehmungs-Ähnlichkeit/WÄ/Quine: man ist geneigt, hier von Ähnlichkeit in bestimmten Hinsichten zu sprechen.
V 37
Quine: das ist in der Praxis bequem, doch in der Theorie entbehrlich, wenn man Ähnlichkeit wie oben vielstellig ausdehnt.
Lernen/Wahrnehmung/Ähnlichkeit/WÄ/Quine: beim Lernen müssen unterschiedliche Grade von Ähnlichkeit eine Rolle spielen.
Pointe: sonst würde jede verstärkte Reaktion gleichermaßen auf jedwede zukünftige Episode konditioniert, da diese einander alle gleich ähnlich wären!
Pointe: daraus folgt, dass die Maßstäbe der Wahrnehmungsähnlichkeit angeboren sein müssen.

VI 1
Wahrnehmung/Sprache/Welt: unsere systematische Theorie über die Außenwelt hat sich über Generationen hinweg gebildet. Sie erlaubt uns, zukünftige Sinnesreizungen vorherzusagen. So haben wir inmitten des Gewirrs von Reizungen eine Theorie, die uns hilft, Voraussagen zu überprüfen.
VI 2
Wahrnehmung/Beobachtung/Quine: was Beobachtung ist, ist nicht leicht zu analysieren. Unser Input besteht nicht in Gegenständen, sondern in der Aktivierung unserer Sinnesrezeptoren. Wir müssen uns mit Reizeinflüssen selbst begründen, und auf die Gegenstände verzichten! (Ebenso auf entsprechenden singulären Termini).
Def Reizeinfluss/Quine: die zeitlich geordnete Menge aller Wahrnehmungsrezeptoren des Subjekts, die bei einem Anlass aktiviert werden.
VI 3
Beobachtung/Quine: so gelingt es uns, auf den Begriff der "Beobachtung" als eigenständigen Terminus Technicus zu verzichten! (Zugunsten von Reizeinfluss).
VI 26
Wahrnehmung/Quine: ich habe immer von neuronalen Rezeptoren und ihrer Reizung gesprochen und niemals von Sinnesdaten. (>Naturalisierte Erkenntnistheorie). Sinnesdaten/Quine: sind cartesianisch! >Cartesianismus.
VI 86
Wahrnehmung/Lernen/Sprache/Quine: zwei Wahrnehmungssituationen von Otto, dass es regnet, werden sich nicht nur in den Zeitpunkten unterscheiden, sondern auch in neuronaler Hinsicht. Wahrscheinlich zu kompliziert, um überhaupt neuronal beschrieben werden zu können, da es viele unterschiedliche Anzeichen für Regen gibt.
Aber es muss dennoch irgendein neuronales gemeinsames Merkmal für die Klasse dieser Vorgänge geben, denn schließlich waren es Reizverallgemeinerungen, die dafür verantwortlich waren, dass Otto es gelernt hat.
Danach können wir diese Klasse auf eine ganze Population übertragen. Allerdings ist sie noch unzugänglicher, weil die Nervensysteme verschiedener Individuen unterschiedlich vernetzt sind.
VI 89
Wahrnehmung/Kriterien/Quine: von Dingen: Bsp "x nimmt wahr, dass p". Problem: das Licht, in dem wir einen Gegenstand sehen, stammt immer auch von der Sonne oder einer anderen Quelle.
VI 90
Können wir auf Kriterien zurückgreifen? Nein: denn wir wollen ja auch zulassen, dass eine Schüssel dadurch wahrgenommen wird, dass sie sich in etwas spiegelt.
Lösung: Brennpunkt: wir wollen unterscheiden zwischen dem Sehen eines Glases und dem Sehen durch dieses Glas hindurch. Doch Kausalbeziehungen und Brennpunkt reichen noch nicht aus. Irgendein Teil der Oberfläche unserer Schüssel würde dieser Bedingung nicht minder genügen als die ganze Schüssel selbst.
VI 91
Daher brauchen wir ganze Sätze, um durch sie zu den Termini zu gelangen.
VI 92
Wahrnehmung/Quine: Bsp "x nimmt wahr, dass p" treibt die Rede von Wahrnehmungen in ungeahnte Höhen. So sollen wir gar bemerken, dass die Newtonschen Gesetze die Keplerschen implizieren! Aber Bedingung: nur anlässlich der Situation, in der wir erstmalig zur Kenntnis nehmen, dass p, sagt man von uns, wir bemerkten. dass p.
VI 93
Wahrnehmung/Quine: ist nur ein Ereignis in einem Subjekt zu einem Zeitpunkt. Fremde Wahrnehmungen registrieren wir durch das Verhalten eines Subjekts und unsere Einfühlung.
VI 94
Sich in fremden Glauben einzufühlen ist schwerer: zwar verstehen wir den Glauben des Hundes, er werde sein Fressen bekommen, aber wie verstehen wir, dass jemand an die Transsubstantiation während der Eucharistie glaubt? >Behaviorismus.
VI 100
Wahrnehmung/Quine: wir haben schon gesehen, dass eine neurologische Verallgemeinerung unserer Wahrnehmungen wegen der unterschiedlichen Situationen, Standpunkte und verschiedener neuronaler Vernetzung nicht möglich ist. Dennoch ist jede Wahrnehmung im Prinzip vollständig beschreibbar unter Verwendung strikt neurologischer Termini! Das gilt aber nicht für Überzeugungen.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987