| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Benennen | Geach | I 52 Benennen/Denotation/Zwei-Namen-Theorie/ZNT/GeachVsAristoteles: Falsche Angleichung von Prädikation und Benennen: als ob Prädikate (komplexe) Namen wären: "auf der Matte". >Namen, >Prädikation, >Zuschreibung, >Prädikate, >Aristoteles. Bsp ((s) "Der Erstecher-von-Cäsar erstach den von Brutus erstochenen.") Geach: Außerdem würde noch ein Bindeglied gebraucht. Zwei-Namen-Theorie: "Sokrates ist Philosoph" soll wahr sein, weil dieselbe Sache benannt wird - Vs: "Philosoph" (allgemeiner Term) ist kein Name für "alle (oder jeden) Philosophen". >Allgemeine Termini. I 153f Intentionalität/Benennen/Parmenides/Geach: Man kann nichts benennen, was es nicht gibt. - (Geach pro). - ((s) Existenzeinführung ist nicht beliebig, nicht ohne Prämisse möglich). >Existenz, >Existenzbehauptung, >Existenz/Parmenides, >Einführung, >Nichtexistenz, >Fiktion. Bsp Geach träumte von einem Mädchen und will es "Pauline" nennen - andererseits reicht Bekanntschaft; Gegenwart ist nicht erforderlich. Problem: Ist das Mädchen noch imaginärer, wenn er gar nicht von ihm geträumt hat? - Geach: Das ist ein sicheres Zeichen, dass das alles Unsinn ist. >Gedankenobjekte, >Glaubensobjekte. Geach mit Parmenides: "Es gibt nur das, was es gibt." GeachVsParmenides: Allerdings kann man über nichtexistente Objekte reden. Bsp Über einen abwesenden Freund reden ohne zu wissen, dass er tot ist, ändert den Wahrheitswert, aber nicht die Tatsache, dass es Sätze sind. >Wahrheitswert, >Referenz. Imaginäre Mädchen sind nicht im Rennen um die Identifikation im Traum. - Wenn es von keinem identifizierbaren Mädchen wahr ist, dass ich von ihm geträumt habe, dann habe ich von keinem Mädchen geträumt. >de re, >de dicto, >Identifikation. Lösung: "Ich träumte von einem Mädchen, aber es ist nicht wahr von einem bestimmten Mädchen, dass ich von ihm träumte." - Ähnlich wie: Es ist nicht wahr von einer bestimmten Briefmarke, dass ich sie will. I 252 Prädikation/Geach: Prädikation kann ohne Benennen geschehen: In einem Wenn-dass-Satz oder in einem Oder-Satz kann ein Term P von einem Ding prädiziert werden, ohne das Ding damit "P" zu nennen. Bsp "Wenn das, was der Polizist gesagt hat, wahr ist, dann ist er schneller als 60 gefahren". Das nennt den Satz des Polizisten nicht wahr. - (> Konditional). Prädikation/Benennen: Jahrhundertealter Fehler: Dass das Prädikat vom Ding ausgesagt wird. Frege: Unterschied Behauptung/Prädikation: um ein Ding "P" zu nennen, muss ein Satz behauptet werden! Aber eine Eigenschaft wird auch in einem nicht-behauptenden Nebensatz (Teilsatz) prädiziert. - Daher muss Benennen durch Prädikation erklärt werden, nicht umgekehrt. >Namen. |
Gea I P.T. Geach Logic Matters Oxford 1972 |
| Einsetzen | Wessel | I 202f Einsetzungsregel/Einsetzen/Quantorenlogik: 1. In A wird i nur an den Stellen ersetzt, wo es frei vorkommt 2. Falls sich i in A im Wirkungsbereich eines Quantors befindet, der die Variable h bindet, so darf für i kein Ausdruck eingesetzt werden, der h als freie Variable enthält. ((s) Bsp ("h)(P(h) ∧ i): hier dürfte i nicht "h ∧ y" bedeuten. "Alles was ich besitze sind Fahrräder und außerdem ein Fahrrad...".). Bsp Wessel: Alleinführung: aus A folgt AiA: A:"x ist später als 1900 geboren" > "x ist noch keine 100 Jahre alt. - Wenn i frei in den Annahmen des Beweises vorkäme dann falsch: "alle Menschen sind später als 1900 geboren". >Freie Variable, >Gebundene Variable, >Variablen, >Quantifikation, >Stufen/Ebenen, >Alleinführung, >Existenzeinführung, >Einführung, >Allquantifikation, >Existenzquantifikation. |
Wessel I H. Wessel Logik Berlin 1999 |
| Identifikation | Geach | I 139f Identifikation/Referenzobjekt/Intentionalität/Geach: Problem: Bsp "Jemand machte eine abfällige Bemerkung über eine ungenannte Person. Mrs. Supanich behauptet, diese Person zu sein." Bsp "Ralph ist die Person x, sodass es der Wille des Erblassers war, dass x sein Geschäft erben sollte." Def Shakespearscher Kontext/Geach: Dieser ist gegeben, wenn jeder beliebige Name eingesetzt werden kann ("Eine Rose, wie sie auch hieße, würde lieblich duften.") Def Nicht-Shakespearescher Kontext/Geach: Hier kann nicht jeder Name eingesetzt werden, wegen Opazität. >Opazität. Bsp Erbschaftsfall: ist shakespearisch. Bsp "Ralph war (eine Person, die) ausdrücklich vom Erblasser..." - (hier kann jeder Name eingesetzt werden). Sogar nicht-extensionale Kontexte können shakespearisch sein: Bsp "Es ist logisch und chronologisch möglich, dass Cäsar der Vater von Brutus war." - (Aber nicht, wenn statt "Cäsar" eine Kennzeichnung eingesetzt wird). - Wir wollen aber auch keine Quantifikation über "mögliche Namen". >Kennzeichnung, >Name, >"Jemand", >Referenz, >Kontext, >Quantifikation. I 145ff Intentionalität/Identifikation/intensionales Objekt/Geach: Bsp Ein Betrüger kauft unter falschem Namen ein Auto: Problem: Der richtige Name kann nicht zugeschrieben werden. Lösung: Identifikation über die Zeit - dann ist ein ad hoc Name möglich: "A" (Existenzeinführung). >Existentielle Generalisierung, >Zeitliche Identität. "Hutchinson" ist nicht dieselbe Person wie __ und die Klägerin glaubte, dass __ ihr Auto kaufen wollte. Pointe: falsch: "Hutchinson ist die Person x und die Klägerín glaubte von x, dass er ihr Auto kaufen wollte" (dann hätte die Klägerin verloren). ((s) Identifikation nicht mit "dem Käufer", dann wäre der Kauf zustande gekommen, sondern Fehlidentifikation: dann kein Kauf.) I 148f Identifikation/Intentionalität/intentionale Objekte/Geach: Problem: de re "in Bezug auf jemand.." - "...Hob und Nob glauben dass sie eine Hexe ist" - das setzt voraus, dass ein und dieselbe Person gemeint ist. >de re. Gleiches Problem wie "Es gibt ein Pferd, dass er mir schuldet" (welches?). >Intensionale Objekte. Das Cob/Hob/Nob-Problem Sich auf Unbestimmtes beziehen, heißt oft eher, sich in unbestimmter Weise auf etwas Bestimmtes beziehen. Problem: Quantifikation hilft nicht bei: "Hob denkt, eine Hexe hat Bobs Stute geblendet und Nob fragt sich, ob sie (dieselbe Hexe) Cobs Sau getötet hat." >Quantifikation. Die Reichweite des quantifizierten Satzteils scheint einerseits voll innerhalb des früheren abhängigen Kontexts, andererseits deckt es etwas innerhalb des späteren Kontexts ab. - Das kann man überhaupt nicht in einem logischen Schema darstellen. >Reichweite. Problem: Anapher: "sie" oder "dieselbe Hexe" ist an ein Antezedens gebunden: "die einzige...". Beste Lösung: Hob denkt dass die (eine und einzige) Hexe die F ist, Bobs Stute geblendet hat und Nob fragt sich, ob die Hexe, die F ist, Cobs Sau getötet hat. ((s) Zusätzliche Eigenschaft F). Pointe: Der Satz ist wahr, wenn eine passende Interpretation der Eigenschaft F wahr ist. - ((s) Sonst ist der Satz falsch wegen der Nichtexistenz von Hexen.) >Nicht-Existenz, >Prädikation, >Zuschreibung, vgl. >die logische Definition von "Genau einer". |
Gea I P.T. Geach Logic Matters Oxford 1972 |
| Namen | Geach | I 46f Eigennamen/Geach: Namen haben eine direkte Referenz, Namen haben keine Teile (Aristoteles: syntaktisch einfach) (Geach pro). Kennzeichnung: indirekte Referenz, Vermittlung anderer Zeichen, Kennzeichnungen können zusammengesetzt sein. I 143 Kalkül des natürlichen Schließens/Gentzen/Geach: Hier gibt es "mögliche Namen". >Existenzeinführung. Aber nicht Quantifikation über sie. GeachVsQuine: so kann er Namen nicht mehr als "verdeckte Kennzeichnungen" auffassen. >Namen/Quine, >Kennzeichnungen/Quine, >Theorie der Kennzeichnungen/Russell. I 155 Namen/Geach: Nicht die Kenntnis der Kausalkette ist wichtig, sondern ihre Existenz. - Das Recht einen Namen zu gebrauchen, kann bestehen auch wenn man das nicht weiß. >Kausaltheorie der Namen. Russell: ein Eigenname muss etwas benennen (Geach pro). >Namen/Russell. GeachVsRussell: Dann gibt es aber einen Fehlschluss auf: "Nur ein Name, der etwas benennen muss, ist ein Name". Ebenso falsch: Fehlschluss von "Was man weiß, muss sein" auf "Nur was so sein muss, kann gewusst werden". >Wissen, >Wahrheit. I 162 Quasi-Namen/Geach: Diese gibt es z.B. in Lexika, für fremde Gottheiten. - Quasinamen erscheinen nur in Objektposition nach intentionalen Verben. - Keine "Existenz 2. Grades". - Es gibt kein Identitätskriterium um zu entscheiden, ob verschiedene Völker denselben Gott verehren. >Identitätskriterien, >Glaubensobjekte. I 208 Namen/Geach: Ob etwas ein Eigenname ist, hängt nicht davon ab, wem er verliehen wird. - Quasianführung ist kein Name! >Quasi-Anführung. |
Gea I P.T. Geach Logic Matters Oxford 1972 |
| Natürliches Schließen | Geach | I 143 Kalkül des natürlichen Schließens/Gentzen/Geach: hier gibt es "mögliche Namen" - aber nicht Quantifikation über sie. >Existenzeinführung, >Gerhard Gentzen. GeachVsQuine: So kann er Namen nicht mehr als "verdeckte Kennzeichnungen" auffassen. >Kennzeichnung/Quine, >Namen/Quine, >Kennzeichnung/Geach. |
Gea I P.T. Geach Logic Matters Oxford 1972 |