| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Ähnlichkeit | Gould | I 43 Ähnlichkeit/Evolution/Gould: Geometrie: Dreiecke, Parallelogramme und Sechsecke sind die einzigen ebenen Figuren, die den Raum vollständig ausfüllen können. Die Logarithmische Spirale ist die einzige Kurve, die mit ihrem Anwachsen ihre Gestalt nicht verändert. Gould: So kann man Ähnlichkeiten in unabhängigen Entwicklungen auch mit geringer Zahl an Lösungsmöglichkeiten erklären. I 257 Ähnlichkeit/Gould: Ähnlichkeit ist empirisch nicht geheimnisvoll, was die Ursachen angeht aber alles andere als eindeutig: I 258 Def Homologe Ähnlichkeit: Gemeinsame Vorläufer: Zwei Organismen können dasselbe Merkmal besitzen, weil sie es von einem gemeinsamen Vorfahren bekommen haben (Darwins Wort für "nahe Verwandtschaft). Bsp Homologie: Die vorderen Gliedmaßen von Menschen, Pferden, Meerschweinchen, Fledermäusen, sind von einem gemeinsamen Vorläufer ererbt. Def Analoge Ähnlichkeit: Keine gemeinsamen Vorläufer: Wenn zwei Organismen ein gemeinsames Merkmal aufweisen, das das Ergebnis einer getrennten, aber ähnlichen evolutionären Veränderung in voneinander unabhängigen Entwicklungslinien darstellt. Sie ist das Schreckgespenst der Genealogen, da sie unsere naive Vorstellung, was ähnlich sei, müsse ähnliche Ursachen haben, durcheinanderwirft. Bsp Die Flügel von Vögeln, Fledermäusen und Schmetterlingen. Kein gemeinsamer Vorläufer von jeweils zweien von ihnen besaß Flügel! I 259 Wir wissen im weitesten Sinne, wie Homologien bestimmt werden, denn Analogien haben ihre Grenze. Sie können schlagende äußerliche, auch funktionale Ähnlichkeit hervorbringen, aber sie können nicht in gleicher Weise Tausende komplexer und voneinander unabhängige Teile verändern. Auf einem bestimmten Komplexitätsniveau müssen Ähnlichkeiten homolog sein. Darüber hinaus haben genetische Veränderungen häufig weitreichende Auswirkungen auf die äußere Form ausgewachsener Lebewesen. Daher kann eine Ähnlichkeit, die zu unheimlich und zu komplex aussieht, als dass sie mehr als einmal auftreten könnte, tatsächlich eine einfache und wiederholbare Veränderung darstellen. Wichtig: Wir vergleichen nicht die richtigen Organismen miteinander sondern nur ihre Nachfahren! Wie können wir ihre ursprüngliche Struktur erkennen? Gould IV 174 Ähnlichkeit/Darwin: "Unsere Klassifikation umfasst mehr als bloße Ähnlichkeitsbeziehungen, dieses 'Mehr' ist Abstammungsverwandschaft. Sie ist die Ursache der Ordnung in der Natur."(1) >Evolution, >Erklärung, >Darwinismus. 1. Ch. Darwin. (1859). On the origin of species by means of natural selection. London: John Murray. |
Gould I Stephen Jay Gould Der Daumen des Panda Frankfurt 2009 Gould II Stephen Jay Gould Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991 Gould III Stephen Jay Gould Illusion Fortschritt Frankfurt 2004 Gould IV Stephen Jay Gould Das Lächeln des Flamingos Basel 1989 |
| Ähnlichkeit | Mayr | I 189 Ähnlichkeit/Mayr: Nicht alle Ähnlichkeiten von Organismen beruhen auf Homologie: Drei Arten von Merkmalsänderungen können Homologie vortäuschen: 1. Konvergente Evolution: unabhängiger Erwerb desselben Merkmals bei nicht verwandten Abstammungslinien Bsp Flügel bei Vögeln und Fledermäusen. 2. Parallele Evolution: dasselbe bei verwandten Abstammungslinien aufgrund genetischer Prädisposition für dieses Merkmal, selbst wenn es bei den Vorfahren nicht phänotypisch ausgeprägt war. Bsp unabhängiger Erwerb von Stielaugen bei Fliegen einer ganzen Familiengruppe. 3. "Rückschlag": Verlust desselben entwickelten Merkmals in mehreren Stammlinien. >Homologie, >Evolution, >Konvergenz. I 190 Ähnlichkeit: Darwin zählt sie zu den Klassifikationskriterien, weil zwischen Verzweigen und Divergenz kein absolut direkter Zusammenhang besteht. >Klassifikation, >Kriterien. In manchen Stammbäumen divergieren alle Zweige etwa in demselben Maße. Ähnlichkeit/Mayr: Ähnlichkeit muss als erster Schritt festgestellt werden, dann die Genealogie. I 373 Def Ähnlichkeit: Bestimmte Merkmale müssen zusammen mit anderen Merkmalen auftreten, von denen sie logisch unabhängig sind. >Unabhängigkeit, >Methode. I 190 Taxonomie: Problem: Uneinheitliche Evolution verschiedener Merkmalsgruppen. So können sich ganz verschiedene Klassifikationen ergeben. Bsp Larven im Vergleich zu adulten Individuen: können in ganz verschiedene Ähnlichkeitsklassen fallen. Bsp Der Mensch ist molekular dem Schimpansen ähnlicher als verschiedene Arten der Gattung Drosophila untereinander. I 192 Kategorien/Mayr: Für die höheren Kategorien gibt es keine verlässliche Definition. Höhere Taxa lassen sich sehr gut beschreiben: Bsp Vögel oder Pinguine. Doch die Kategorie, der sie zugeordnet werden, ist oft subjektiv. >Kategorien, >Kategorisierung, >Taxa. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Bedeutung | Leeds | Field II 162 Leeds/linguistische Sicht/LeedsVsChurch/Bedeutung/Extension/Field: (Leeds 1979)(1): - wörtliche Bedeutung /Leeds: Bsp das deutsche Wort "bedeuten" bedeutet wörtlich nicht dasselbe wie das englische "means": es hat nicht einmal dieselbe Extension - Pointe: "bedeutet" bezieht "dog" auf "Hund" und "Hund" auf "Hund", aber nicht auf "dog". "means": bezieht "dog" auf "dog" und "Hund" auf "dog" aber nicht auf "Hund" - aber: "bedeutet" und "means" stehen dennoch in einer wichtigen Homologie-Relation: Homologie/Bedeutung/Field: Bsp folgende zwei Prädikate sind extensional verschieden: a) "die Temperatur-in-Fahrenheit von x ist r" und b) "die Temperatur-in-Celsius von x ist r" Lösung: Diese Homologie macht es sinnvoll, "bedeutet Hund" als "means dog" zu übersetzen. Leeds: Die wörtliche Bedeutung ist nicht wichtig! Wir können sie gar nicht erhalten - Field dito. DummettVsChurch: Das unterminiert dessen Argument. >Übersetzung, >Referenz, >Übersetzung/Field, >Bedeutung/Field. 1. Stephen Leeds (1979). Church's Translation Argument. Canadian Journal of Philosophy 9 (1):43 - 51 |
Leeds I Stephen Leeds "Theories of Reference and Truth", Erkenntnis, 13 (1978) pp. 111-29 In Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994 Field I H. Field Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989 Field II H. Field Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001 Field III H. Field Science without numbers Princeton New Jersey 1980 Field IV Hartry Field "Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Beschreibungsebenen | Lévi-Strauss | I 136 Beschreibungsebenen/Lévi-Strauss: Beispiel für eine Unterscheidung zwischen Beschreibungsebenen bei der Einteilung in Ordnungen: Ein Charakterzug totemistischer Institutionen ist, dass sie sich nicht auf eine Homologie (gemeinsamer Ursprung) zwischen Unterscheiden, sondern auf eine Homologie zwischen zwei Systemen von Unterschieden berufen.(1) >Struktur/Lévi-Strauss, >System/Lévi-Strauss, >Ordnung/Lévi-Strauss, >Klassifikation/Lévi-Strauss. 1. Cl. Lévi-Strauss, Le Totémisme aujourd’hui, Paris 1962. |
LevSt I Claude Lévi-Strauss Das Wilde Denken Frankfurt/M. 1973 LevSt II C. Levi-Strauss The Savage Mind (The Nature of Human Society Series) Chicago 1966 |
| Klassifikation | Mayr | I 133 Klassifikation: Klassifikation erfolgt meist durch logische Zweiteilung nach unten: wie viele Arten werden klassifiziert und welches Gewicht haben die verschiedenen Merkmale: fortschreitende" oder "Abwärtsklassifikation". (Eigentlich Identifizierung). >Identifikation, >Individuation, >Spezifizierung. Daher später: "Aufwärtsklassifikation: hierarchische Anordnung immer größer werdender Gruppen verwandter Arten in Klassen. >Arten. Darwins Methode bestätigte die Aufwärtsklassifikation und löste so eine wissenschaftliche Revolution aus. >Darwinismus, >Evolution. I 134 Klassifikation/20. Jahrhundert: zwei neue Schulen: a) numerische Phänetik b) Kladistik. Kladismus: Das kladistische System will ausschließlich die Stammesgeschichte offenlegen während das evolutionäre System danach strebt, aus den ähnlichsten und am nächsten verwandten Arten Taxa zu bilden.(Nützlich für Ökologie und Biologie). >Ökologie. Beide Arten können auch weiterhin nebeneinander bestehen, denn sie haben ganz unterschiedliche Zielsetzungen. I 173 Systematik: Systematik soll nicht nur beschreiben, sondern zum Verständnis beitragen. I 175 Def Klasse/Biologie/Mayr: Gruppierung von Entitäten, die einander ähnlich und miteinander verwandt sind. >Ähnlichkeit. Klassifikation: Klassifikation hat zwei wichtige Funktionen: a) Wiedergewinnung von Information b) Vergleichende Forschung und Informationsspeicherung. Methode: 1. Möglichst homogene Klassen 2. Zurechnung nach den meisten gemeinsamen Eigenschaften 3. Bei zu großen Unterschieden neue Klasse gründen 4. Das Maß der Verschiedenheit der Klassen untereinander wird in einer Rangfolge geordnet. I 176 Taxonomie: zwei Schritte: 1. Unterscheidung der Arten (Mikrotaxonomie). 2. Einordnung der Arten in verwandte Gruppen (Makrotaxonomie). I 177 Mikrotaxonomie: Das Abgrenzen der Arten. I 177 "Artproblem": Art meint meistens "Organismentypus". Problem: Männchen und Weibchen sind auch verschiedene Typen von Organismen, genau wie junge und Erwachsene. Def "Varietät": (Linné, sogar Darwin): Abweichungen, die etwas geringfügiger sind als die einer neuen Art. ("Typologisches" oder "essentielles Artkonzept", "Gemeinsame Essenz", "Wesen"). "Typologisches Artkonzept: vier Artmerkmale: 1. Gemeinsames "Wesen". 2. Zwischen den Arten eine scharfe Diskontinuität 3. Jede Art ist räumlich und zeitlich konstant. 4. Mögliche Variation innerhalb der Art ist streng begrenzt ("natural kind"). >Arten, >Natürliche Arten, >Wesen, >Essentialismus. I 178 MayrVsTypologisches Artkonzept: Darwin widerlegt die Vorstellung von der "Konstanz der Arten". Populationen variieren geographisch, Individuen variieren innerhalb einer Population. In der belebten Natur gibt es keine Typen oder Essenzen! Def Zwillingsart: Zwillingsarten wurden erst spät entdeckt: sie sind räumlich getrennt, aber gleich entwickelt. Inzwischen sind Zwillingsarten bei fast allen Tierarten entdeckt. Das zwingt zu einem neuem Kriterium der Abgrenzung von Arten: reproduktive Isolation von Populationen. I 178 Biologisches Artkonzept (Vs Typologisches Artkonzept): leitet sich von diesem Kriterium der fehlenden Fortpflanzung untereinander ab. I 183 Def Arttaxa: Arttaxa sind besondere Populationen oder Populationsgruppen, die der Artdefinition entsprechen. Sie sind Entitäten ("Individuen") und lassen sich als solche nicht definieren. Individuen können nicht definiert werden, sondern lediglich beschrieben und abgegrenzt. >Definitionen, >Definierbarkeit. I 185 Makrotaxonomie: Die Klassifikation von Arten (in übergeordnete Gruppen). Gruppen: Meist leicht erkennbar: Vögel, Schmetterlinge, Käfer. Abwärtsklassifikation: Abwärtsklassifikation ist eigentlich Identifizierung. Zweiteilung (aristotelisch): Blütezeit der medizinischen Botanik. Bsp Warmblütig oder nicht - Warmblüter haben Federn oder nicht. I 187 Aufwärtsklassifikation/Mayr: (Auch Linné selbst von 1770 an): Aufwärtsklassifikation ist besser geeignet. Dabei werden Klassen unterschieden und dann in übergeordnete Gruppen zusammengefasst. Leider gab es hier keine strenge Methodik. Es fehlte eine theoretische Grundlage für die Rangordnung. Zweckgebundene Klassifikation: Unterform der Aufwärtsklassifikation. Nur ausgewählte Merkmale werden berücksichtigt. I 188 Zwei Kriterien: Genealogie (gemeinsame Abstammung) und Grad der Ähnlichkeit(Ausmaß des evolutionären Wandels). Kausale Klassifikation: Bsp Krankheiten nach Ursachen: Erreger, Alterungsprozess, toxische Substanzen, Gene, bösartige Veränderungen, schädliche Strahlung usw. >Kausalerklärung. Jede Klassifikation, die Ursachen berücksichtigt, ist starken Beschränkungen unterworfen und kann nie zu einem rein künstlichen System werden. >Systeme, >Theorien, >Erklärung, >Ursachen, >Wirkungen, >Einzelfallverursachung. I 189 Def "Taxon": Ein Taxon ist eine separate Gruppe von Nachkommen. Jedes Taxon besteht aus den Nachkommen des nächsten gemeinsamen Vorfahren; "monophyletisch". Genealogie: Genealogie macht allein noch keine Klassifikation aus! Ähnlichkeit kann nicht vernachlässigt werden, weil die divergierenden Zweige verschieden großen Abänderungen unterlagen. Folge: Einteilung in Familien, Gattungen, Abteilungen, Ordnungen. I 189 Homologie/Mayr: Verwandtschaft zwischen Arten und höheren Taxa zeigt sich am Vorkommen homologer Merkmale. D.H. ein Merkmal, das sich von demselben Merkmal ihres nächsten gemeinsamen Vorfahren ableitet. >Homologie. I 373 Auf Homologie muss man immer schließen! Für Homologie gibt es vielerlei Belege, z.B. Position einer Struktur in Beziehung zu anderen Strukturen, auch Übergangsformen bei fossilen Vorfahren. >Belege. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Linguistische Sicht | Field | II 159 Linguistische Sicht/LS/Field: Die linguistische Sicht nimmt keine Bedeutungen als geistunabhängige Entitäten an, sondern schreibt Wörtern eines Sprechers Wörter eines Interpreten zu. Die Relationen gründen jeweils auf anderen Charakteristika, d.h. auf Inferenzen, die dieses Wort enthalten. Das nenne ich "Bedeutungs-Charakteristik". Bsp ‹Kaninchen› (Kaninchen in spitzen Klammern) hat dann dieselbe Bedeutungs-Charakteristik (durch Inferenzen) wie mein aktualer Gebrauch von "Kaninchen" - dabei werden keine intentionalen Entitäten angenommen. II 160 ChurchVslinguistische Sicht/Übersetzung/Field: (Church 1950)(1): ("Übersetzungsargument"): angeblich sagt das Übersetzungsargument: Wenn „lapin“ [rabbit] bedeutet, dann sagt es, dass "lapin" dasselbe bedeutet wie "rabbit" - dann sollte seine deutsche Übersetzung sein: ""lapin" bedeutet [rabbit]"", statt ""lapin" bedeutet [Kaninchen]"". ChurchVs: Aber das widerspricht dem Zweck und dem normalen Gebrauch von Übersetzungen – Schiffer dito: Bsp zwei einsprachige deutsche Sprecher: Karl wird erzählt, dass Pierre etwas auf französisch sagte, dass äquivalent ist zu "Schnee ist weiß". Fritz: ...äquivalent zu "snow is white" Problem: absurd: Dann glaubt Karl eher als Fritz, dass Pierre sagte, dass Schnee weiß ist – aber nur wegen der linguistischen Sicht. FieldVsVs: Die linguistische Sicht muss nur vorsichtiger formuliert werden. Lösung: >Quasi-Übersetzung bzw. > Quasi-Bedeutung. II 162 Leeds/linguistische Sicht/LeedsVsChurch/Bedeutung/Extension/Field: (Leeds 1979)(2): wörtliche Bedeutung/Leeds: Bsp das deutsche Wort "bedeuten" bedeutet wörtlich nicht dasselbe wie das englische "means": Es hat nicht einmal dieselbe Extension. Pointe: "bedeutet" bezieht "dog" auf "Hund" und "Hund" auf "Hund", aber nicht auf "dog". "Means": bezieht "dog" auf "dog" und "Hund" auf "dog", aber nicht auf "Hund" - aber: "bedeutet" und "means" stehen dennoch in einer wichtigen Homologie-Relation: Homologie/Bedeutung/Field: Bsp folgende zwei Prädikate sind extensional verschieden: a) "die Temperatur-in-Fahrenheit von x ist r" und b) "die Temperatur-in-Celsius von x ist r". Lösung: Diese Homologie macht es sinnvoll, "bedeutet Hund" als "means dog" zu übersetzen - Leeds: Die wörtliche Bedeutung ist nicht wichtig! Wir können sie gar nicht erhalten. Field dito - DummettVsChurch: das unterminiert dessen Argument. >Michael Dummett. II 165 Linguistische Sicht: Alternative zu ihr: a) Anzunehmen, dass dass-Sätze nicht denotieren und "bedeutet dass"/"glaubt dass" Operatoren sind - Bsp Inferenz von "Susan glaubt dass E = mc²" auf "Susan glaubt Einsteins Theorie". Dann ist das erste nur die Abkürzung des zweiten und die dass-Sätze aber immer noch singuläre Terme. b) Dass-Sätze und Klammerausdrücke referieren auf intentionale Entitäten. 1. Church, Alsonzo, 1950. On Carpa's Analysis of Statements of Assertion and Belief. Analysis 10, pp. 97-9. 2. Leeds, Stephen, 1979. Church's Translation Argument. Canadian Journal of PHilosophy 9, 43-51 |
Field I H. Field Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989 Field II H. Field Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001 Field III H. Field Science without numbers Princeton New Jersey 1980 Field IV Hartry Field "Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Merkmale | Allen | Colin Allen und Eric Saidel Die Evolution der Referenz in D. Perler/M. Wild (Hg.) Der Geist der Tiere, Frankfurt 2005 I 330 Merkmal/Eigenschaft/Allen/Saidel: Frage: wann sind die Merkmale verschiedener Spezies Einzelausprägungen (Tokens) desselben Typs von Merkmal? I 331 Bsp die oberen Fortsätze von Vögeln, Fledermäusen und Libellen werden alle als Flügel betrachtet, weil ist etwa dieselbe funktionale Rolle spielen: die befähigen zum Fliegen. Homologie/Homoplasie: darüber wird dagegen nach den beträchtlichen anatomischen Differenzen der Flügel entschieden. Sprache: Problem: sie kann viele verschiedenen Funktionen haben. Hier müssen wir die Identität eines Merkmals festlegen. Problem: die Wahl des Merkmals ist interessenabhängig. Natürlich können Menschen mit ihrer Sprache Dinge tun, die Tiere nicht können. I 332 Doch ebenso können Bsp Kolibris mit ihren Flügeln Dinge tun, die Adler mit ihren Flügeln nicht tun können. >Ordnung, >Identität, >Unterschied. Sie teilen trotz der Unterschiede ein gemeinsames Merkmal. Sprache/Allen: man muss nicht fragen was sie ist, sondern was sie tut! |
Allen I Colin Allen Eric Saidel "The Evilution of Reference", in: The Evolution of Mind, C. Allen and D. Dellarosa Cummins (Eds.) Oxford 1998, pp. 183-203 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Methode | Mayr | I 154 "Verwandtschaft"/Biologie: Verwandtschaft lässt sich nur durch Vergleiche feststellen! (VsPhysiker, die der Biologie die Wissenschaftlichkeit streitig machen). >Vergleiche, >Vergleichbarkeit, >Systeme, >Theorien, >Wissenschaft, >Naturgesetze, >Physik. I 153 Biologie: Der Ausdruck wurde geprägt um 1800 von Lamarck. I 154 1870: Spaltung: a) Biologie der evolutionären Ursachen (Erforschung durch Vergleiche und Schlussfolgerungen) b) Biologie der unmittelbaren Ursachen, (Experimente und Physiologie). Mit der Entdeckung, dass die Zellmechanismen bei Pflanze und Tier die gleichen sind, schien die alte Trennung zwischen Botanik und Zoologie nicht mehr sinnvoll. Praktisch alle molekularen Vorgänge sind gleich. I 156 Irreführende Einteilung: deskriptive - funktionale - experimentelle Biologie. I 189 Bsp Homologie/Mayr: Verwandtschaft zwischen Arten und höheren Taxa zeigt sich am Vorkommen homologer Merkmale. D.h. ein Merkmal, das sich von demselben Merkmal ihres nächsten gemeinsamen Vorfahren ableitet. >Merkmale/Mayr, >Homologie. I 373 Auf Homologie muss man immer schließen! Für Homologie gibt es vielerlei Belege, z.B. Position einer Struktur in Beziehung zu anderen Strukturen, auch Übergangsformen bei fossilen Vorfahren. |
Mayr I Ernst Mayr Das ist Biologie Heidelberg 1998 |
| Religion | Weber | Habermas III 235 Religion/Weber/Habermas: Weber untersucht die religiösen Grundlagen der rationalen Lebensführung am Alltagsbewusstsein z. B. von Calvinisten, Methodisten, Pietisten, täuferischen Sekten. Hauptzüge sind - Radikale Verwerfung magischer Mittel - Vereinsamung des einzelnen Gläubigen - Weltliche Erfüllung der beruflichen Pflichten als gehorsames Werkzeug Gottes - Umformung jüdisch-christlicher Weltablehnung in eine innerweltliche Askese. - Prinzipiengeleitete autonome Lebensführung. >Calvinismus, >Judentum, >Christentum, >Religiöser Glaube. Habermas III 273 Religion/Weber/Habermas: Weber These: Es gibt eine gleichgerichtete Rationalisierung aller Weltreligionen. Laut F. H. Tenbruck steht Weber damit im Lager des damaligen Evolutionismus. (1) >Rationalisierung. Tenbruck: „Die rationalen Zwänge, denen die Religionen folgen sollen, ergeben sich aus dem Bedürfnis, eine rationale Antwort auf das Theodizeeproblem zu erhalten und die Stufen religiöser Entwicklung sind die immer expliziteren Fassungen dieses Habermas III 274 Problems und seiner Lösungen.(2) >Theodizee. Monotheismus/Weber/Tenbruck: Der Monotheismus war für Weber eine Idee, die erst einmal geboren werden musste, dann aber weitreichende Folgen hatte. Strafender Gott: Ebenso war die Vorstellung einer lohnenden und strafenden Gottheit neu, ebenso das Sendungsbewusstsein, nach dem der Mensch sich als Werkzeug Gottes verstehen musste. Protestantismus/Weber/Tenbruck: Der Protestantismus fügte dem noch die Prädestination (Vorherbestimmtheit) hinzu.(3) >Protestantismus. Habermas III 275/275 R. DöbertVsWeber: Döbert unterscheidet nicht genug zwischen der inhaltlichen Problematik und den Bewusstseinsstrukturen, die aus der Ethisierung der Weltbilder hervorgehen.(4) Inhalte: Inhalte spiegeln die verschiedenen Lösungen des Theodizeeproblems. Strukturen: Strukturen zeigen sich an den „Stellungnahmen zur Welt, die durch formale Weltkonzepte bestimmt sind. Vgl. >Weltbilder. Habermas III 281 Weber: Die Weltreligionen versuchen, „das rationale Interesse an materiellem und ideellem Ausgleich“ zu befriedigen, und zwar durch Erklärungen, die zunehmend systematischen Ansprüchen genügen.(5) Habermas III 293 Entzauberung/Weltbilder/Religion/Moderne/Weber/Habermas: Die Entzauberung beobachtet Weber vor allem an der Interaktion zwischen Gläubigen und Gott. Je stärker diese als Kommunikation gestaltet ist, Habermas III 294 umso strikter kann der Einzelne seine innerweltlichen Beziehungen unter den abstrakten Gesichtspunkten einer Moral systematisieren. Das bedeutet a) Das Herauspräparieren eines abstrahierten Weltbegriffs b) Die Ausdifferenzierung einer rein ethischen Einstellung, in der der Handelnde Normen befolgen und kritisieren kann c) Die Ausbildung eines zugleich universalistischen und individualistischen Personenbegriffs mit den Korrelaten des Gewissens, der moralischen Zurechnungsfähigkeit, der Autonomie, der Schuld usw. Die pietätvolle Bindung an traditionell verbürgte konkrete Lebensordnungen kann damit zugunsten einer freien Orientierung an allgemeinen Prinzipien überwunden werden. >Entzauberung. Habermas IV 281 Religion/Weber/Habermas: Weber hat gezeigt, dass die Weltreligionen von einem Grundthema beherrscht sind, nämlich von der Frage nach der Legitimität der ungleichen Verteilung der Glückgüter unter den Menschen. Theodizee/Weber/Habermas: die theozentrischen Weltbilder entwarfen Theodizeen, um das Bedürfnis nach einer religiösen Erklärung des als ungerecht wahrgenommenen Leidens in ein individuelles Heilsbedürfnis umzuinterpretieren und zu befriedigen. Kosmozentrische Weltbilder: Kosmozentrische Weltbilder bieten äquivalente Lösungen für dasselbe Problem. Gemeinsam ist religiösen und metaphysischen Weltbildern eine mehr oder weniger scharf ausgeprägte dichotomische Struktur, die es erlaubt, die soziokulturelle Lebenswelt auf eine Hinterwelt zu beziehen. >Metaphysik. Die Welt hinter der sichtbaren Welt des Diesseits und der Erscheinungen repräsentiert eine fundamentale Ordnung; solch Weltbilder können ideologische Funktionen übernehmen, wenn es gelingt, die Ordnungen der stratifizierten Klassengesellschaft als Homologien dieser Weltordnung darzustellen. 1. F.H. Tenbruck, Das Werk Max Webers, KZSS, 27, 1975, S. 677 2. Ebenda S. 683 3. Ebenda S. 685 4. R. Döbert, Systemtheorie und die Entwicklung religiöser Deutungssysteme, Frankfurt 1973. 5. M.Weber, Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I Tübingen, 1963, S. 253. |
Weber I M. Weber Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013 Ha I J. Habermas Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988 Ha III Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981 Ha IV Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981 |
| Sprache | Allen | I 333 Sprache/Evolution/Allen/Saidel: In welchem Ausmaß können unterschiedliche Funktionen der Sprache voneinander getrennt und in verschiedenen phylogenetischen Gruppen nachgewiesen werden? a) härtere Linie: (stärkere Trennung von Mensch und Tier): Homologie (gemeinsame Vorläufer) ist notwendig, Homoplasie (konvergente Evolution) nicht ausreichend. Vs: Das ist voreilig. Zwar liefert Homologie mehr Belege für einen gemeinsamen historischen Weg, aber auch Homoplasie liefert relevante Informationen: sie geht aus einem ähnlichen Selektionsdruck hervor. Damit kann sie auch allgemeine Prinzipien aufdecken. I 335 Sprache/Evolution/Allen/Saidel: Wenn sie homolog sein soll, muss es einen gemeinsamen Vorfahren mit der Anlage zu ihr gegeben haben. I 336 Um das zu beantworten, braucht man vergleichende Arbeiten über Menschen, Menschenaffen, Affen und Nichtprimaten. I 339 Tier/Sprache/Referenz/Allen/Saidel: Bsp Seyfarth, Warnrufe von Meerkatzenjungen müssen von den Erwachsenen bestätigt (wiederholt) werden, damit sie von den anderen ernst genommen werden.(1) I 340 Geteilte Aufmerksamkeit/Sprache/Tier/Allen/Saidel: Wenn sie vorhanden ist, dann unterhalten die Lautäußerungen von Menschen und erwachsenen Tieren dieselben Beziehungen zu den Gegenständen der Aufmerksamkeit. >Referenz, >Tiere, >Tiersprache. 1. Seyfarth, R. M., Cheney, D. L., & Marler, P. (1980): Vervet monkey alarm calls: Semantic communication in a free-ranging primate. Animal Behaviour, 28(4), 1070–1094. |
Allen I Colin Allen Eric Saidel "The Evilution of Reference", in: The Evolution of Mind, C. Allen and D. Dellarosa Cummins (Eds.) Oxford 1998, pp. 183-203 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |