Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Einfachheit Quine VII (a) 17
Einfachheit/Quine: die Einfachheit ist selbst zweideutig und unklar. Es ist ein doppelter oder mehrfacher Standard. Es ist abhängig vom Begriffsschema. >Begriffsschemata/Quine. Unmittelbare Erfahrungen können in einem physikalistischen Begriffsschema einfacher dargestellt werden.

VII (d) 70
Einfachheit/Ontologie/Quine: wir vereinfachen unseren Diskurs, indem wir die Gegenstände so groß und so wenige wie möglich sein lassen. Bsp Fluss statt zeitlicher Stadien des Flusses.
XI 135
Ontologie/Existenz/Theorie/Quine/Lauener: entscheidend sind Einfachheitsüberlegungen, aber nicht so sehr über die Menge der Gegenstände, als vielmehr über die Theorie. Gute Chancen als Gegenstände haben solche, die schon beim Sprachlernen eine Rolle spielen. Während die Gegenstände, die den theoretischen Termini der modernen Physik entsprechen, einer späteren Revision zum Opfer fallen könnten.

XII 33
Abstrakt/abstrakter Gegenstand/Existenz/Kohärenz/Quine: Existenzbehauptungen über abstrakte Gegenstände lassen sich nur nach ihrer Kohärenz oder durch Einfachheitsüberlegungen beurteilen. Bsp: Zur Vermeidung von Paradoxien mit Klassen. >Paradoxien/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Existenzsätze Quine VIII 24ff
Existenzaussage/Quine: eine spezielle Existenzaussage lautet: Bsp "Es gibt ein Ding, das soundso ist". Diese nennt den Namen. Eine allgemeine Existenzaussage lautet: Bsp "Es gibt ein Ding, das ein Soundso ist". Diese gibt die Variable an statt den Namen. Der Ausdruck Pegasus ist sinnvoll, äquivalent zur Kennzeichnung. >Kennzeichnungen/Quine, >Namen/Quine.
XII 27
Gegenstand/Übersetzung/Unbestimmtheit/Äußerungsbedingungen/Sprachlernen/Radikale Interpretation/Quine: die Äußerungsbedingungen sind nicht hinreichend, um sicher sagen zu können, was ein Sprecher einer fremden Sprache als Gegenstände betrachtet. >Gegenstände/Quine. Problem: wie lassen sich Existenzbehauptungen (Existenzsätze) jemals empirisch entkräften?
Lösung: zwar sichert die Kenntnis der Äußerungsbedingungen nicht den Gegenstandsbezug, aber sie verhilft doch zur Klärung, was als empirische Bestätigung der Wahrheit des ganzen Satzes dient. >Radikale Interpretation/Quine.
XII 28
Wir projizieren dann unsere eigene Annahme von Gegenständen auf die Eingeborenensprache. Wir können sicher sein, dass der angenommene Gegenstand ein beobachteter Gegenstand ist in dem Sinn, dass die verstärkten Reize ziemlich direkt von ihm ausgehen.
XII 33
Abstrakt/abstrakter Gegenstand/Existenz/Kohärenz/Quine: Existenzbehauptungen über abstrakte Gegenstände lassen sich nur nach ihrer Kohärenz beurteilen oder durch Einfachheitsüberlegungen. >Abstraktheit >Einfachheit/Quine. Bsp zur Vermeidung von Paradoxien mit Klassen.
Eigenschaft/Quine: das Bildungsgesetz für Eigenschaften besagt, dass jede Aussage, die über ein Ding spricht, ihm eine Eigenschaft zuschreibt. (Prädikation). Das ist ein kulturelles Erbe. >Eigenschaften/Quine.

VII (i) 167
Existenz/Logik/Quine: solche verwirrenden Notationen wie "a existiert" können wir entbehren, weil wir wissen, wie wir singuläre Existenzsätze in grundlegendere Ausdrücke übersetzen können, wenn der singuläre Term in einer Kennzeichnung enthalten ist. >Existenz/Quine, >Singuläre Termini/Quine, >Kennzeichnungen/Quine.
Beobachtungssatz: ist in der Vergangenheit insofern nichtssagend, als man ja voraussetzt, dass er durch unmittelbare Konditionierung gelernt wurde. >Beobachtungssätze/Quine.
Existenzsatz/Russell: Russell erklärt singuläre Existenzsätze aus diesem Grund für sinnlos, wenn ihr Subjekt ein wirklicher Eigenname ist.
((s) Echter Eigenname: „dies“. Nein, nicht nur! Auch "Neun": Namen, deren Referenz gesichert ist. Also aus einer Bekanntschaft, die eine Kennzeichnung entspricht. Bei unechten Namen entspricht die Kennzeichnung dem, was eine Fiktion darüber sagt. Bsp: Pegasus als "geflügeltes Pferd".) >Pegasus-Beispiel.
Namen/Kennzeichnung/(s): jedem Namen entspricht eine Kennzeichnung, weil auf kein Ding in der Welt nur mit einem Namen referiert werden kann und für jede Kennzeichnung ein Name erfunden werden kann. Aber nicht jede Kennzeichnung wird von einem Gegenstand erfüllt.
((s) Wegen der notwendigen Bekanntschaft ist die Frage, ob der Existenzsatz wahr ist, sinnlos.
Quine: der Grund ist hier derselbe.) >Kennzeichnung/Quine.
((s) Existenzsatz/(s): Bsp: „Es gibt Napoleon“: kann sich nur auf eine Lernsituation beziehen. Ist also quasi von Anfang an zirkulär. Genauso: Bsp: „Es gibt Gänseblümchen“. >Davidson/(s): Man könnte also auch nicht sinnvoll sagen: Bsp: „Es hat sich herausgestellt, das so und so gibt es nicht“: denn dann sagt man nur, dass man ein Wort falsch gelernt hat.)

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Klimageschichte Neukom Neukom I 550
Klimageschichte/Klimakohärenz/Klimaperioden/Klimaepochen/Globale Erwärmung/Neukom: Hier testen wir die Hypothese, dass es global kohärente Klimaepochen seit Beginn der Zeitrechnung gab, indem wir eine Sammlung von probabilistischen, globalen Temperaturrekonstruktionen für den Zeitraum 1-2.000 n. Chr. verwenden, die aus einem Satz von sechs verschiedenen Feldrekonstruktionsmethoden von Ensembles (...) abgeleitet wurden. Im ursprünglichen Jahresschluss zeigt der Mittelwert des Rekonstruktionsensembles keinen eindeutigen Hinweis auf einen langen Zeitraum von Jahren mit weltweit konstanten unterdurchschnittlichen Temperaturen im Vergleich zum Mittelwert für 1-2.000 n. Chr. (...). In den Jahren vor 1850 hatten 97% mindestens 10% der Welt überdurchschnittliche Temperaturen und 10% der Welt unterdurchschnittliche Temperaturen. Und dies nur wenn die rekonstruierten Zeitreihen über mehrdekadale Zeitskalen geglättet werden (...).
I 551
Um die räumliche Kohärenz von kalten und warmen Epochen zu quantifizieren, betrachten wir den Zeitpunkt des Auftretens einer Klimaanomalie als die Variable, die innerhalb eines probabilistischen Rahmens charakterisiert werden soll. Wir berechnen die wahrscheinlichste Periode der Spitzenerwärmung oder -abkühlung in jeder der fünf Klimaepochen (...) (>Klimaperioden/Neukom). (...) wir identifizieren den wärmsten 51-Jahre-Durchschnitt innerhalb der Epochen, die allgemein als warm bezeichnet werden [und] wir identifizieren den kältesten 51-Jahre-Durchschnitt für die kalten Epochen DACP (Dark Ages Cold Period) und LIA (Little Ice Age). Ergebnisse: Es gibt eine beträchtliche räumliche Heterogenität im Zeitpunkt der Temperaturmaxima und -minima. Keine vorindustrielle Epoche zeigt globale Kohärenz im Zeitpunkt der kältesten oder wärmsten Perioden. Es gibt jedoch eine regionale Kohärenz.
I 552
Im Gegensatz zur räumlichen Heterogenität der vorindustriellen Ära ist die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Spitzenerwärmung über die gesamte Zeit (seit der Zeitrechnung) im späten zwanzigsten Jahrhundert fast überall zu finden (98% der globalen Oberfläche), mit Ausnahme der Antarktis, wo die gegenwärtige Erwärmung noch nicht auf dem gesamten Kontinent beobachtet wurde(1). Obwohl die jüngsten Erwärmungsraten auf der ganzen Welt nicht ganz homogen sind, mit isolierten Gebieten, die wenig Erwärmung oder gar Abkühlung zeigen(1,2), befindet sich das Klimasystem nun in einem Zustand globaler Temperaturkohärenz, die seit Beginn der Zeitrechnung beispiellos ist. Durch eine Bootstrapping-Unsicherheitsanalyse stellen wir fest, dass die jeweiligen räumlichen Muster (...) robust sind. Darüber hinaus ist die Heterogenität im Timing von Maxima und Minima eine inhärente Eigenschaft der Input-Proxydaten, die einen ähnlichen Mangel an globaler Kohärenz im Timing jeder vermeintlichen Klimaepoche aufweisen. (...) vorindustrielle Warm- und Kälteperioden traten zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Orten auf. Im Gegensatz dazu zeigt die CWP (current warm period) eine ausgeprägte zeitliche und räumliche Übereinstimmung, wobei der wärmste multidekadale Gipfel seit der Zeitrechnung im späten zwanzigsten Jahrhundert auftritt. Der Flächenanteil, der sich mit dem Zeitpunkt des CWP deckt, ist deutlich größer als derjenige, der aufgrund der stochastischen Klimaschwankungen erwartet wird (...). (...) wie in den Rekonstruktionen deutet die räumliche Konsistenz, die in Modellsimulationen über das zwanzigste Jahrhundert gesehen wurde, darauf hin, dass die anthropogene globale Erwärmung die Ursache für eine erhöhte räumliche Temperaturkohärenz im Vergleich zu früheren Zeiten ist.
Vs: Ein wichtiger Vorbehalt für unsere Ergebnisse ist jedoch, dass die räumlich-zeitliche Verteilung hochauflösender Proxydaten von Natur aus ungleich und oft spärlich ist.
VsVs: Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass [zukünftige] Verbesserungen zu einer größeren globalen Kohärenz führen werden, wenn die vorhandenen Proxy-Daten keine Hinweise darauf enthalten.
Fazit: Spitzenerwärmungs- und Kälteereignisse scheinen regional begrenzt zu sein. Anomale global gemittelte Temperaturen während bestimmter Perioden deuten nicht auf die Existenz von Epochen eines global zusammenhängenden und synchronen Klimas hin. Diese globale Asynchronität deutet darauf hin, dass multidekadale regionale Extreme von regional spezifischen Mechanismen angetrieben werden, nämlich entweder von ungezwungenen internen Klimaschwankungen (3,4) oder von regional unterschiedlichen Reaktionen auf externe Zwänge(5-7). >Klimaperioden/Neukom.



1. Stenni, B. et al. Antarctic climate variability on regional and continental scales over the last 2000 years. Clim. Past 13, 1609–1634 (2017).
2. Caesar, L., Rahmstorf, S., Robinson, A., Feulner, G. & Saba, V. Observed fingerprint of a weakening Atlantic Ocean overturning circulation. Nature 556, 191–196 (2018).
3. Wang, J. et al. Internal and external forcing of multidecadal Atlantic climate variability over the past 1,200 years. Nat. Geosci. 10, 512–517 (2017).
4. Delworth, T. L. et al. The North Atlantic Oscillation as a driver of rapid climate change in the Northern Hemisphere. Nat. Geosci. 9, 509–512 (2016).
5. Hegerl, G. C., Brönnimann, S., Schurer, A. & Cowan, T. The early 20th century warming: anomalies, causes, and consequences. Wiley Interdiscip. Rev. Clim. Change 9, e522 (2018).
6. Abram, N. J. et al. Early onset of industrial-era warming across the oceans and continents. Nature 536, 411–418 (2016); corrigendum 545, 252 (2017).
7. Bindoff, N. L. et al. in Climate Change 2013: The Physical Science Basis (eds Intergovernmental Panel on Climate Change) 867–952 (Cambridge Univ. Press, 2013).



Raphael Neukom, Nathan Steiger, Juan José Gómez-Navarro, Jianghao Wang & Johannes P. Werner, 2019: “No evidence for globally coherent warm and cold periods over the preindustrial Common Era”. In: Nature, Vol. 571, pp. 550–554.

Neukom I
Raphael Neukom
No evidence for globally coherent warm and cold periods over the preindustrial Common Era 2019
Kohärenz Easton Brocker I 491
Kohärenz/Theorie/Easton: allgemeinere Theorien sind kohärenter. (1) Die Kohärenz besteht in der Herausarbeitung einer konzeptuellen Struktur (2), das heißt einer logisch integrierten Menge von Konzepten. Die Allgemeinheit besteht darin, dass die Theorie auf alle vergangenen, gegenwärtigen und möglichst auch denkbaren […] Systeme anwendbar ist. ((s) Zusammenhang: Eastons eigene politische Theorie, Siehe Politik/Easton, Theorie/Easton.)
1. David Easton, A Systems Analysis of Political Life, New York 1965, 7
2. Ebenda S. 10.
Dieter Fuchs, “David Easton, A Systems Analysis of Political Life” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolEast I
David Easton
A Systems Analysis of Political Life New York 1965

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Kohärenz Millikan I 8
Kohärenz/Millikan: man wird erklären müssen wozu sie gut ist, wie sie uns hilft, nicht nur, was sie ist. Letztendlich geht das nur in einer Gesamttheorie über die Welt.
„Neuer Empirismus“/Millikan: hat bisher nur die Hälfte seiner Aufgabe geschafft, er hat nicht geschafft, den Mythos des Gegebenen, der in der Bedeutungstheorie eingebettet ist, zu überwinden.
Realismus/Millikan: die Argumente VsRealismus sind sehr einfach:
VsRealismus: „um die Bedeutung eines Worts zu finden, muss man sehen, was seine Anwendung rechtfertigen würde, oder was eine Anwendung verursachen würde. Aber die Anwendung wird durch frühere Anwendungen gerechtfertigt! Und sie wurde verursacht durch frühere Überzeugungen! ((s) auch VsKausaltheorie, VsKorrespondenztheorie).
Korrespondenz: spielt also keine Rolle bei der Rechtfertigung oder der Kausalerklärung einer Äußerung. Also hat Korrespondenz nichts mit der Bedeutung von „wahr“ zu tun.
MillikanVsVs: das kann man genauso gut auch umdrehen:
Korrespondenztheorie: pro: Korrespondenz ist in der Natur von Wahrheit involviert, weil für einen Satz wahr zu sein bedeutet, in bestimmter Weise einem Teil der Welt zu korrespondieren. Dass Korrespondenz keine Rolle in der Rechtfertigung einer Äußerung spielt, kann man genauso gut so wenden: dass die Bedeutung nichts mit Rechtfertigung zu tun hat. (Millikan pro!).
Satzbedeutung/Bedeutung/Millikan: sind die speziellen Abbildungsfunktionen des Satzes Aber da wir Korrespondenz als Test für Wahrheit ablehnen, kann die Abbildungsfunktion nicht in Regeln im Kopf bestehen.
I 10
Es kann nicht der „Benutzer“ sein, der „annimmt“, dass seine Sätze die Welt so und so abbilden. Außerdem muss das „angenommen“ („sollte“) das die Bedeutung festlegt ein anderes „angenommen“ („sollte“) sein als das, wie man von einer Person „annimmt“ dass sie in Übereinstimmung mit der Erwartung anderer nach Regeln verhält. („verhalten sollte“). Abbildungsfunktion/Abbildung/Bedeutung/Millikan: die Fragen werden dann immer schwieriger: Welche Art Dinge sind das, die Sätze abbilden? Welche Art von Abbildungsfunktionen sind involviert? Was ist das für ein „sollte“?
Wissen/Selbst/Bedeutung/Millikan: wenn etwas anderes als die Weise, wie ich selbst meine Äußerungen rechtfertige, meine Bedeutungen festlegt, wie kann ich dann erfassen, was ich selber denke?
These: Wir werden aufgeben müssen, dass wir das a priori wissen! Wir wissen auch nicht a priori, was wir meinen.
Subjekt/Prädikat/Kohärenz/Sprache/Welt/Millikan: Subjekt-Prädikat-Struktur: ich versuche zu zeigen, wie das Gesetz des Nichtwiderspruchs (das Wesen der Kohärenz) in die Natur passt. Dazu brauche ich Fregeschen Sinn als Hauptbegriff.
Wie man sich beim Wissen irren kann, so auch in der Bedeutung.
I 324
Kohärenz/Millikan: ist im Grund Nichtwiderspruch (Nichtwidersprüchlichkeit, Konsistenz). Das Fehlen von Widersprüchen kann ein Test für die Adäquatheit von Begriffen sein. Und zwar, bevor die Theorien überhaupt entwickelt wurden. Wahrnehmungsurteil/Wiederholung/Millikan: wenn ein Urteil wiederholt werden kann, ist das ein Test, bei dem überhaupt keine Schlussfolgerung (Inferenz) eine Rolle spielt. Dann geht es nur um Kohärenz (von Urteilen, nicht von Theorien).
Kohärenz/Millikan: kann daher auch als Test von Wahrheit angesehen werden, und zwar, ohne einen Holismus notwendig zu machen.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Kohärenztheorie Ayer I 21
AyerVsKohärenztheorie: es könnte verschiedene Systeme kohärenter Aussagen geben.
I 293
Kohärenz/Carnap/Ayer: Carnap versucht, Kohärenztheorie zu retten: Pragmatismus: was dient unseren Zielen? - AyerVsCarnap: dass letztlich nur eins der konkurrierenden kulturell unterschiedenen Systeme akzeptabel, überschreitet schon die Kohärenztheorie selbst.

Ayer I
Alfred J. Ayer
"Truth" in: The Concept of a Person and other Essays, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ayer II
Alfred Jules Ayer
Language, Truth and Logic, London 1936
In
Philosophie im 20. Jahrhundert, A. Hügli/P. Lübcke

Ayer III
Alfred Jules Ayer
"The Criterion of Truth", Analysis 3 (1935), pp. 28-32
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Kohärenztheorie Danto I 233
Inkohärenz/Danto: kommt immer irgendwie uns zuschulden.

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Kohärenztheorie Maturana I 220
Kohärenz/Maturana: braucht keine Rechtfertigung - der Beobachter operiert notwendig in einem Bereich effektiven Handelns. - Fehler wären nur für einen 2. Beobachter zu unterscheiden.

Maturana I
Umberto Maturana
Biologie der Realität Frankfurt 2000
Kohärenztheorie Rescher I 346
Kohärenztheorie/Rescher: wenn man die Bedeutung einer angeblich wahren Proposition nicht kennt, braucht man andere Propositionen. - Intuitive Verfahren: Beobachtung - (>intuitionistische Theorie) - ((s) Beobachtung > Kriterien- Pragmatismus: die Gleichsetzung von "wahr" und "nützlich zu glauben" braucht eine Unterscheidung Definition/Kriterium. (>Kriterien). Kohärenz/Bradley: ist nicht die Bedeutung von Wahrheit, sondern ihr Schiedsrichter.
I 362
Kohärenz/Rescher: ist nicht die Bedeutung von Wahrheit.
I 366
Blanshard: Wahrheit besteht in Kohärenz. - Dann ist Kohärenz auch die Definition von Wahrheit - RescherVsBlanshard: der Schritt von der Kohärenz zu den Tatsachen ist kein notwendiger Schritt - Kohärenz ist auch in der Fiktion perfekt möglich.
I 377
Problem: jede Menge unabhängiger Propositionen kann als kohärent dargestellt werden.

Resch I
Nicholas Rescher
The Criteriology of Truth; Fundamental Aspects of the Coherence Theory of Truth, in: The Coherence Theory of Truth, Oxford 1973 - dt. Auszug: Die Kriterien der Wahrheit
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Resch II
N. Rescher
Kant and the Reach of Reason: Studies in Kant’ s Theory of Rational Systematization Cambridge 2010
Kohärenztheorie Russell VII 65
RussellVsKohärenztheorie/Russell: die Wahrheits-Definition setzt die Bedeutung von "Kohärenz" bereits voraus - viele wissenschaftliche Theorien sind nicht ganz kohärent.
Def Kohärenztheorie/Russell: Merkmal der Falschheit eines Gedankens ist: wenn er sich nicht widerspruchfrei in die Gesamtheit unserer Meinungen einordnet. Danach besteht das Wesen jeder Wahrheit darin, Teil eines vollkommen abgeschlossenen Systems zu sein, das "Die Wahrheit" ist. (RussellVs).
RussellVsKohärenztheorie/Russell:
1. Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass überhaupt nur eine Gesamtheit kohärenter Meinungen möglich ist. In der Wissenschaft nicht so ungewöhnlich.
VII 66
2. Die Definition von Wahrheit nach der Kohärenztheorie setzt die Bedeutung von "Kohärenz" bereits voraus, während doch in Wirklichkeit "Kohärenz" die Wahrheit der Gesetze der Logik voraussetzt. Wenn wir nun versuchen wollten, den Satz vom Widerspruch selbst einem Kohärenztest zu unterwerfen, würden wir finden, dass - angenommen, er sei falsch - es überhaupt keine Inkohärenz zwischen Sätzen mehr geben könnte!

IV 107
RussellVsKohärenztheorie:Ein phantasiebegabter Schriftsteller könnte eine kohärente neue Vergangenheit erfinden, die mit allem, was wir wissen, übereinstimmt und doch etwas ganz anderes als die wirkliche Vergangenheit ist.
IV 109
Es gibt keinen Beweis, dass es nur ein einziges kohärentes System gibt. Kohärenz/Russell: ist nicht eigentlich die Bedeutung von Wahrheit, aber sie kann ein wichtiges Kriterium liefern.


Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996
Verifikation Millikan I 297
Verifikation/Überprüfung/Erkenntnis/Erkenntnistheorie/Realismus/Naturalismus/Millikan: unser Problem der Erkenntnis von Identitäten ist ein anderes als das gewöhnliche Erkenntnisproblem der Realisten. Bei uns geht es nicht darum, dass es einen inneren Test für die korrekte Abbildung der Welt gibt. Wir müssen nur zeigen, dass es Tests geben kann, die
I 298
festlegen, ob Begriffe, wenn sie unter Normalen Bedingungen angewendet werden, abbildende Sätze hervorbringen. Korrespondenz/Kohärenz/Tradition/Millikan: für die Tradition muss es Kohärenz sein, wenn Korrespondenz nicht das richtige ist.
Test/Millikan: Bsp das Herz kann nur zusammen mit Nieren getestet werden.
Sprache/Bedeutung/Referenz/Welt/Realität/Abbildung/Millikan: wir versuchen nur zu verstehen, wie es einen Test geben kann, der in dieser unserer Welt historisch auf menschliche Begriffe angewendet wurde, und dessen Resultate mit der Welt korreliert sind aus Gründen, die wir angeben können.
Problem: wir sind hier stärker gehandicapt als der Realismus.
I 299
Es geht um die Möglichkeit von Bedeutungshaftigkeit und Intentionalität überhaupt.
Holismus/MillikanVsHolismus: der epistemische Holismus ist falsch.
Stattdessen wäre ein Test auf Nichtwiderspruch, wenn er nur auf eine kleine Gruppe von Begriffen angewendet wird, ein relativ effektiver Test für die Adäquatheit von Begriffen.

I 312
Begriff/Gesetz/Theorie/Test/Überprüfung/Millikan: wenn ein Begriff in einem Gesetz vorkommt ist es notwendig,
I 313
ihn zusammen mit anderen Begriffen zu testen. Verknüpft sind diese Begriffe nach gewissen Schlussregeln. Begriff/Millikan: dass Begriffe aus Intensionen bestehen, sind es die Intensionen, die getestet werden müssen.
Test: heißt aber nicht, dass das Vorkommen von Sinnesdaten vorausgesagt würde. (MillikanVsQuine).
I 317
Theorie/Überprüfung/Test/MillikanVsQuine/Millikan: ist es wirklich wahr, dass alle Begriffe zusammen getestet werden müssen? Tradition: sagt, dass nicht nur einige, sondern die meisten unserer Begriffe nicht von Dingen sind, die wir direkt beobachten sondern von anderen Dingen.
Test/logische Form/Millikan: wenn es ein Ding A gibt, ds identifiziert wird, indem Effekte auf B und C beobachtet werden, wird dann nicht die Gültigkeit der Begriffe von B und C zusammen mit der Theorie, die die beobachteten Effekte auf den Einfluss von A zurückführt, zusammen mit dem Begriff von A getestet?
Millikan. Nein!
Aus der Tatsache, dass meine Intension von A auf Intensionen von B und C zurückgeht folgt nicht, dass die Gültigkeit der Begriffe, die B und C regieren, getestet wird, wenn der Begriff, der A regiert, getestet wird und umgekehrt auch nicht.
Und zwar folgt es nicht, wenn A eine bestimmte Kennzeichnung ist Bsp „der erste Präsident der USA“ und es folgt auch nicht, wenn die explizite Intension von A etwas kausal Abhängiges repräsentiert Bsp „das Quecksilber in dem Thermometer hier stieg auf die Marke 70“ als Intension für „die Temperatur betrug 70 Grad“.
I 318
Begriff/Millikan; Begriffe sind Fähigkeiten – und zwar die Fähigkeit etwas als selbstidentisch zu erkennen. Test/Überprüfung: die Überprüfungen der Gültigkeit meiner Begriffe sind ganz unabhängig voneinander: Bsp meine Fähigkeit, einen guten Kuchen zu machen ist ganz unabhängig von meiner Fähigkeit Eier zu zerschlagen, auch wenn ich Eier zerschlagen muss, um den Kuchen zu machen.
I 320
Test/Überprüfung/Theorie/Millikan: dass ein Test funktioniert kann oft gewusst werden unabhängig davon zu wissen, wie er funktioniert.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Widersprüche Foucault II 213ff
Kohärenz/Foucault: Ideengeschichte setzt gewöhnlich Kohärenz voraus. Eine heuristische Regel, fast ein moralischer Zwang der Forschung. Aber dieselbe Kohärenz ist auch das Ergebnis der Forschung! Wie definiert man die letzten Einheiten, die die Analyse abschließen. Die in der Forschung angewandten Mittel sind sehr zahlreich, so können die gefundenen Kohärenz in sehr verschieden sein. Sie versucht zu einer Idealarchitektur zu gelangen.
In allen verschiedenen Formen und Gebieten spielt Kohärenz immer dieselbe Rolle: zu zeigen, dass die sichtbaren Widersprüche nichts weiter als ein Schillern der Oberfläche sind. Die Analyse muss also den Widerspruch unterdrücken!
Widerspruch/Foucault: ist weit davon entstand, Erscheinungsform und Zufälligkeit des Diskurses zu sein. In Wirklichkeit bildet er das eigentliche Gesetz der Existenz des Diskurses! Aus ihm geht der Diskurs hervor.
Der Diskurs spricht gleichzeitig, um den Widerspruch zu übersetzen und um ihn zu überwinden. Der Widerspruch wandelt sich mit dem Diskurs und entgeht von selbst der eigenen Kontinuität. Im Laufe des Diskurses erfüllt der Widerspruch also die Funktion des Prinzips seiner Historizität.
Diskurs: ist der Weg von einem Widerspruch zum nächsten.
Widerspruch: für die Archäologie Gegenstände, die um ihrer selbst willen beschrieben werden müssen, ohne dass man untersucht, von welchem Gesichtspunkt aus sie sich auflösen können. Bsp das Starrheitsprinzip von Linné: ihm ist im 18. Jahrhundert widersprochen worden (Vorläufer der Evolutionstheorie).
Die archäologische Analyse besteht nicht darin, zu zeigen das unterhalb dieses Gegensatzes jedermann viele Thesen akzeptierte.
Archäologie: sie beschreibt die verschiedenen Räume der Entzweiung. Sie behandelt den Widerspruch nicht als eine allgemeine Funktion, sondern als viele verschiedene.
Widerspruch: Äußere: zwischen verschiedenen diskursiven Informationen. Abgeleitete/Innere. (Letztere sind für die archäologische Analyse bedeutungsvoll.
Bsp man betrachtet einmal die Totalität einer Pflanze, im anderen Fall willkürlich ausgewählte Elemente.
Bsp einmal Wachstumsstadien, dann wieder optimale Sichtbarkeit. Inkompatibilität der Begriffe. Ausschluss.
Es sind keine neuen Gegenstände, keine neuen Begriffen, keine neuen Aussagemodalitäten. Sondern Gegenstände einer anderen (allgemeineren oder besonderen) Ebene, Begriffe, die eine andere Struktur und ein anderes Anwendungsfeld haben, Äußerungen eines anderen Typs, ohne dass jedoch die Formationsregeln geändert werden.


Foucault I
M. Foucault
Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften Frankfurt/M. 1994

Foucault II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981
Widerspruchsfreiheit Feyerabend I 39
Konsistenz/FeyerabendVsKohärenztheorie/Kohärenz/Feyerabend: Die Konsistenzbedingung, nach der neue Hypothesen mit anerkannten Theorien übereinstimmen müssen, ist unvernünftig, Theorienvielfalt ist für die Wissenschaft fruchtbar, Einförmigkeit lähmt ihre kritische Kraft.
Theorie/Physik/Widerspruchsfreiheit/Duhem/Feyerabend: Bsp die Theorie von Newton widerspricht dem Fallgesetz von Galilei und den Keplerschen Gesetzen. Bsp die statistische Thermodynamik widerspricht 2. Hauptsatz. Bsp die Wellenoptik widerspricht der geometrischen Optik.
Pointe: Es handelt sich hier um logische Inkonsistenz. Es ist durchaus möglich, dass die Unterschiede der Voraussagen so klein sind, dass sie experimentell nicht festgestellt werden können!
Außerdem sind die Theorien nicht in sich inkonsistent.
I 40
Konsistenzbedingung/Feyerabend: Sie ist weit weniger großzügig: sie eliminiert eine Theorie nicht, weil sie den Tatsachen widerspricht, sondern einer anderen Theorie, deren bestätigte Instanzen sie teilt. Damit wird der noch ungeprüfte Teil dieser Theorie zum Kriterium erhoben. Der einzige Unterschied zwischen diesem Kriterium und einer neueren Theorie sind Alter und Gewohnheit! Ein Verteidiger der Konsistenzbedingung würde sagen: die einzige wirkliche Verbesserung wäre die Gewinnung neuer Tatsachen.

Feyerabend I
Paul Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Feyerabend II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 9 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Kohärenz/Kohärenz/ Rescher Vs Bradley, F.H. I 370
Def Wahrheit/Bradley (Idealist): »Wahrheit ist ein idealer Ausdruck des Universums, zugleich kohärent und umfassend.
I 371
RescherVsBradley: »kohärieren« ist aber ein transitives Verb. Jede Kohärenz muss Kohärenz mit etwas sein. Kohärenz/Rescher: ist eine Eigenschaft, die nicht einzelne Propositionen sondern nur Mengen haben können. In einem wirklich kohärenten System können wir von der Falschheit irgendeiner Proposition innerhalb des Systems auf die Falschheit jeder anderen schließen. (Arithmetik).
I 373
Bsp Multiplikation von falschen Ergebnissen ist selbst ein widersprüchliches Verfahren.
I 374
Wir können daher nicht argumentieren, dass keine der kohärenten Propositionen falsch sein kann, ohne dass alle falsch sind, sondern nur, dass keine falsch sein kann, ohne dass nicht auch einige andere falsch sind. Sofern die Propositionen nicht einfach redundant sind, können sie nicht alle zugleich wahr oder falsch sein. ((s) also nicht maximal konsistent).

Resch I
Nicholas Rescher
The Criteriology of Truth; Fundamental Aspects of the Coherence Theory of Truth, in: The Coherence Theory of Truth, Oxford 1973 - dt. Auszug: Die Kriterien der Wahrheit
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Resch II
N. Rescher
Kant and the Reach of Reason: Studies in Kant’ s Theory of Rational Systematization Cambridge 2010
Kohärenz/Kohärenz/ Loar Vs Davidson, D. I 20
Anomaler Monismus/Davidson/Loar: These: es gibt keine psychophysischen Gesetze. Loar: das betrifft mich nicht, aber das Argument dafür schon: denn dann kann es auch keine funktionalistische Reduktion geben. (Was eine stärkere These ist).
Davidson/Loar: seine wichtigste Prämisse ist: die „konstitutive Kraft der Rationalität“ in der Zuschreibung von Glauben und Wünschen. Ohne gewisse logische Konsistenz können wir gar keine Einstellungen zuschreiben.
Davidson: These es wäre immer möglich, eine Person zu finden, deren Glauben einen anderen Inhalt hat, bei gleichem physischem Zustand. Daher kann eine psychophysische Verallgemeinerung G kein Gesetz sein.
Begründung: mentale und physische Schemata haben verschiedene Festlegungen (commitments).
I 21
mentale Zustände: sind auf Rationalität festgelegt physische Zustände: auf nichts vergleichbares. D.h. ein physischer Zustand ist nie so mit anderen physischen Zustände korreliert, wie ein mentaler Zustand mit anderen mentalen Zuständen.
Kohärenz/Davidson: betrifft mentale Zustände und hat kein Echo im Physischen.
Funktionalismus/LoarVsDavidson: zeigt, dass Davidsons Argument falsch ist.
funktionale Zustände; sind physische Zustände 2. Stufe
strukturelle physische Zustände: 1. Stufe.
LoarVsDavidson: es gibt einen viel einfacheren Grund gegen die Annahme psychophysischer Gesetze:
1. dass es keine 1:1-Korrelation zwischen prop Einst und strukturellen physischen Zuständen gibt.
funktionale Rolle/Loar: kann bei jeder Person anders aussehen, je nachdem, wie sie etwas gelernt hat. Dennoch kann es sein, dass Leute mit derselben Einstellung auch etwas Physisches gemeinsam haben. Aber nach dem Funktionalismus ist das eine Eigenschaft 2 Stufe!
I 22
2. Rationalität/Loar: es wäre überraschend, wenn unsere Theorie der Rationalität strukturelle Parallelen hätte zur Struktur eines physikalischen Systems. Aber das ist nicht Davidsons Argument und es überzeugt auch nicht. Es wäre überhaupt kein Wunder, wenn es bei einer Person eine Korrespondenz zwischen Physischem und Mentalem gibt.
Funktionalismus/Loar: Hauptfrage: kann er die konstitutive Kraft der Rationalität anerkennen? Natürlich! Und er muss es! (s.u. Kap. 4)
These: jedes Prädikat der Form „z glaubt, dass p“ schreibt einen bestimmten funktionalen Zustand zu, der die Rolle des Prädikats in der Theorie festlegt, einschließlich Beschränkungen über die Rationalität.
Problem: das muss in physikalischem Vokabular gesagt werden und wie können wir das mit Propositionen?
I 23
Funktionalismus/LoarVsDavidson: dem Funktionalismus geht es nicht um eine Reduktion von Gesetzen auf Gesetze. Es kann auf beiden Seiten Kontingenzen geben.
I 24
Rationalität: ihre Ingredienzien sind nicht kontingent, aber dass bestimmte physische Zustände sie erfüllen, ist es. Psychologie/Unrevidierbarkeit/Rationalität/Davidson/Loar: andere Autoren lesen Davidsons Argument so: Rationalität ist konstitutiv für rationale Psychologie, die daher unrevidierbar ist.
Und Revidierbarkeit ist ein zentrales Merkmal wissenschaftlicher Gesetze!
Loar: das ist nicht mein Argument.
I 25
Rationalität/physische Zustände/LoarVsDavidson/Loar: These: die Idee ist nicht inkohärent, dass gewisse physische Zustände die Bedingungen der Rationalität ((s) Kohärenz, Konsistenz usw.) erfüllen!

Loar I
B. Loar
Mind and Meaning Cambridge 1981

Loar II
Brian Loar
"Two Theories of Meaning"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Kohärenz/Kohärenz/ Fodor Vs Dennett, D. Dennett I 570
Bedeutung/Evolution/FodorVsDennett: Bsp Auge des Froschs: Berichte über Bedeutung zu unbestimmt, wenn sie nicht zwischen Schatten und wirklicher Fliege unterscheiden. Bedeutung/Evolution/DennettVsFodor: wo man schlicht nicht unterscheiden kann, was die selektionierende Umwelt war, gibt es in der Frage, was das Auge wirklich sagt, keine Wahrheit.

Fodor/Lepore IV 142
Def Normativismus/Dennett/Fodor/Lepore: ein Wesen sollte repräsentiert werden als eins, das solche intentionalen Zustände hat, wie sie den Umständen angemessen sind. Und die Wünsche, die seinen Interessen entsprechen. Es gibt zwei Richtungen, warum das mit der Interpretationstheorie zusammenhängen soll:
1. weil einige der Zuschreibungsprinzipien normativ sein sollen,
2. wenigstens einige der Prinzipien sind idealisiert und heuristisch. Sie werden nicht von intentionalen Systemen aus Fleisch und Blut erfüllt.
Fodor/Lepore VsDennett/VsNormativismus der intentionalen Zustände: wir stellen beides in Frage.
ad 1. nun also, welche Prinzipien denn? Hier unterscheidet sich Dennett nicht von Davidson und Lewis.
IV 143
Betrachten wir folgende Prinzipien der Nachsicht/PdN: 1. Wahrheitsprinzip: notwendig, intentionale Zuschreibungen sind mehrheitlich wahr. (Davidson, Lewis, Dennett)
2. Kohärenzprinzip: notwendig, die meisten intentionalen Zuschreibungen sind kohärent. (Davidson, Lewis, Dennett)
3. Schließungsprinzip, Geschlossenheitsprinzip: notwendig, wenn eine Kreatur P glaubt, und P Q beinhaltet, muss man annehmen, dass sie beides glaubt (nur Davidson)
4. Angemessenheitsprinzip: die meisten Kreaturen wünschen für sich das, was gut für sie ist. (Alle Autoren).
IV 144
Evolutionstheorie/Fodor/LeporeVs Dennett: seine evolutionstheoretischen Unterstellungen sind zweifelhaft:
IV 145
dass ein System evolutionär selektiert ist, bedeutet nicht, dass alle seine Subsysteme es sind! Es ist nicht offensichtlich, dass ein System, das das meiste zu recht glaubt, einen Entwicklungsvorteil hat! (siehe Stich, The Fragmentation of Reason). Anmerkung
5. > IV 145
VsDennett: es ist einfach nicht wahr, dass wenn wir ein Wesen mit intentionaler Struktur finden, dass diese dann aufgrund der Selektion vorhanden sein muss.
IV 146/147
Fodor/Lepore VsDennett: 1. so scheint der hermeneutische Status der Zuschreibung intentionaler Einstellungen (an uns) von dem entsprechenden hermeneutischen Status der Zuschreibung biologischer Funktionen (an mentale Zustände) abgeleitet. Fodor/LeporeVsDennett: 2. es ist nicht klar, wozu die These der Interpretationstheorie (dass es keine intentionalen Zustände gibt) in der Biologie dienen soll.
IV 150
Vorhersage/Voraussagefähgigkeit/Vorhersagbarkeit/Kohärenz/Rationalität/Erklärung/Fodor/Lepore VsDennett: Vorhersagemöglichkeit muss nicht auf der Annahme von Rationalität basieren, sie kann auch einfach auf festgestellter Regelmäßigkeit basieren.
I 154
Normativismus/Fodor/LeporeVsDennett: sein Normativismus basiert aber auf dem PdN. Vs: das evolutionstheoretische Argument macht aber die Relation zwischen Interpretation und Nachsicht kontingent.

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Kohärenz/Kohärenz/ Millikan Vs Holismus I 10
Subjekt/Prädikat/Kohärenz/Sprache/Welt/Millikan: Subjekt-Prädikat-Struktur: ich versuche zu zeigen, wie das Gesetz des Nichtwiderspruchs (>Satz vom Widerspruch, >Widersprüche/Millikan) (das Wesen der >Kohärenz) in die Natur passt. Dazu brauche ich >Fregeschen Sinn als Hauptbegriff. Wie man sich beim Wissen irren kann, so auch in der Bedeutung.
I 11
Holismus/MillikanVsHolismus: versuchen wir zu umgehen. Dann werden wir verstehen, warum wir trotz allem immer noch etwas von der Welt wissen können. Realismus/Millikan: ich bleibe nahe am Aristotelischen Realismus.
Eigenschaften/Art/Millikan: gibt es nur in der aktualen Welt.
MillikanVsNominalismus.
I 13
MillikanVsHolismus: es geht darum, ohne Holismus und ohne Mythos des Gegebenen zu verstehen, wie wir unsere anscheinenden Fähigkeiten, Dinge wiederzuerkennen und unsere anscheinenden Bedeutungen testen. Beobachtungsbegriffe/Millikan: wir haben viel mehr davon, als man gemeinhin annimmt.
Für sie gibt es gute – wenn auch fehlbare – Tests, die von unseren Theorien unabhängig sind.
Überzeugungen: insoweit unsere Bedeutungen und unsere Fähigkeiten, Dinge wiederzuerkennen richtig und gültig sind,
I 14
sind die meisten unserer Überzeugungen und Urteile wahr. ((s) >Überzeugungen/Davidson). Angemessenheit/Millikan: indem wir unsere Urteile dazu bringen, mit denen anderer in einer Gemeinschaft zu interagieren, haben wir zusätzliche Belege dafür, dass sie angemessen sind. So werden auch neue Begriffe entwickelt, die unabhängig von Theorien getestet werden können, oder auch nicht.

I 67
Glauben/Millikan: (s.u. Kapitel 18, 19): These: wenn man etwas glaubt, glaubt man normalerweise durch Beobachtungsurteile. Problem: Hintergrundinformation, die einen von dem Urteil abhalten könnte, ist nicht notwendig eine Information, deren Leugnung man im Normalfall gebrauchen würde, würde, um die Überzeugung zu stützen!
I 68
Dieses Prinzip werde ich gebrauchen MillikanVsQuine. Theorie/Beobachtung/Quine: These: beide sind unlöslich miteinander verwunden.
MillikanVsHolismus.
Gricesche Intentionen/Millikan: sollte man nicht als Mechanismus auffassen. Allerdings:
Motor: kann man auch als Hierarchie auffassen, wobei höhere Levels niedrigere stoppen können. Dabei muss ich als Benutzer auch wenig über die Funktionsweise der niedrigeren Stufen wissen.

I 298
Test/Millikan: Bsp das Herz kann nur zusammen mit Nieren getestet werden. Sprache/Bedeutung/Referenz/Welt/Realität/Abbildung/Millikan: wir versuchen nur zu verstehen, wie es einen Test geben kann, der in dieser unserer Welt historisch auf menschliche Begriffe angewendet wurde, und dessen Resultate mit der Welt korreliert sind aus Gründen, die wir angeben können.
Problem: wir sind hier stärker gehandicapt als der Realismus.
I 299
Es geht um die Möglichkeit von Bedeutungshaftigkeit und Intentionalität überhaupt („Wie ist’s möglich?“ WIMF). Holismus/MillikanVsHolismus: der epistemische Holismus ist falsch.
Statt dessen wäre ein Test auf Nichtwiderspruch, wenn er nur auf eine kleine Gruppe von Begriffen angewendet wird, ein relativ effektiver Test für die Adäquatheit von Begriffen.
Begriffe/Adäquatheit/Millikan: wenn sie adäquat sind, üben Begriffe ihre Eigenfunktion in Übereinstimmung mit einer Normalen Erklärung aus. Ihre Eigenfunktion (EF) ist es, einer Variante der Welt zu korrespondieren. Ein adäquater Begriff produziert korrekte Akte der Identifikation der Referenten seiner Tokens.

I 318
Holismus/Theorie/Beobachtung/Begriff/Abhängigkeit/MillikanVsHolismus/Millikan: die Auffassung, dass wir die meisten Dinge die wir beobachten nur durch Beobachtung indirekter Effekte beobachten, ist falsch. Wir beobachten sowieso nur Effekte von Dingen, nämlich auf unsere Sinnesorgane.
I 319
Unterschied: es geht um den Unterschied zwischen Informationserwerb durch Wissen von Effekten auf andere beobachtete Dinge und dem Informationserwerb ohne solches zwischengeschaltetes Wissen von anderen Dingen. Problem: hier entsteht leicht ein Irrtum: dieses Wissen muss überhaupt nicht eingesetzt werden.

I 321
Two Dogmas/Quine/Millikan. These: ~ „unsere Feststellungen über die äußere Welt stehen nicht einzeln vor dem Tribunal der Erfahrung, sondern nur als Korpus“. Daraus folgt: keine einzelne Überzeugung ist immun gegen Korrektur.
Test/Überprüfung/MillikanVsHolismus/MillikanVsQuine/Millikan: die meisten unserer Überzeugungen stehen niemals vor dem Tribunal der Erfahrung.
I 322
Daher ist es unwahrscheinlich, dass eine solche Überzeugung jemals durch andere Überzeugungen gestützt oder widerlegt wird. Bestätigung: einzige Bestätigung: durch meine Fähigkeit, die Gegenstände wiederzuerkennen, die in meinen Einstellungen vorkommen.
Daraus, dass Überzeugungen zusammenhängen folgt nicht, dass die Begriffe ebenso zusammenhängen müssen.
Identität/Identifikation/Millikan. die Erkenntnistheorie der Identität ist vorrangig vor der der Urteile.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Kohärenz/Kohärenz/ Lehrer Vs Internalismus Brendel I 38
Internalismus/Wissen/Brendel: These: hier wird gefordert, dass es eine dem Subjekt bekannte Verbindung zu den wahr machenden Tatsachen gibt. VsInternalismus: fällt den Beispielen von Gettier anheim.
I 219
LehrerVsInternalismus/Brendel: aber auch die internalistische Kohärenz von Information mit Hintergrundinformation ist noch nicht hinreichend für Wissen. Bsp böser Dämon.
I 220
Dämon/Internalismus/Brendel: These: das Subjekt ist bei einer Simulation durch einen Dämon gerechtfertigt zu glauben, dass der Gegenstand (der nur simuliert ist) vor ihm steht. LehrerVsInternalismus: Bsp Angenommen, der Dämon vergißt für einen Augenblick, die Gehirnzellen des Subjekts zu manipulieren:
Internalismus: These: in dem Moment hat das Subjekt Wissen.
Lehrer: nein, es hat kein Wissen, denn es muss die Situation erkennen!
Lösung/Lehrer: das Hintergrundsystem darf keine falschen Annahmen enthalten.
Externalismus/Lehrer/Brendel: das ist Lehrers externalistische Komponente.
Def Wissen/Lehrer/Brendel: unwiderlegte Rechtfertigung.
4 Adäquatheitsbedingungen:
1. p ist wahr
2. S akzeptiert p 3. S ist vollständig gerechtfertigt, p zu akzeptieren
4. S ist vollständig gerechtfertigt, p in einer Weise zu akzeptieren, die nicht auf irgendeiner falschen Aussage beruht.
Kohärenz/Lehrer/Brendel: These: der zentrale Begriff für Lehrer ist Kohärenz mit einem Akzeptanzsystem.

Lehr I
K. Lehrer
Theory of Knowledge Oxford 1990

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
Kohärenz/Kohärenz/ Feyerabend Vs Kohärenztheorie I 39
Konsistenz/FeyerabendVsKohärenztheorie/Kohärenz/Feyerabend: die Konsistenzbedingung, nach der neue Hypothesen mit anerkannten Theorien übereinstimmen müssen, ist unvernünftig, Theorienvielfalt ist für die Wissenschaft fruchtbar, Einförmigkeit lähmt ihre kritische Kraft.

Feyerabend I
Paul Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Feyerabend II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Kohärenz/Kohärenz/ Millikan Vs Korrespondenztheorie I 6
Zeichen/Millikan: ich werde eine allgemeine Zeichentheorie auf Basis von Fregeschen Sinnen aber im Sinn von Peirce aufstellen, damit sollen konventionelle Zeichen, aber auch Gedanken abgedeckt werden.
Das hat eine wichtige Konsequenz:
Sinn/Sense/Millikan: ist das grundlegende intentionale oder semantische Merkmal, aber es ist nicht Referenz und auch nicht Intension. Es ist nicht einmal durch Intension festgelegt! Daher gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem der Intentionalität:
Intentionalität/Millikan: These: wir können nicht a priori wissen, was wir denken! Weil der Sinn nicht durch Referenz festgelegt ist! Das liefert eine Unterstützung des Realismus.
Gegebenes/Millikan: MillikanVsMythos des Gegebenen. Für zu einem falschen „Foundationalism“ der Erkenntnistheorie.
VsKorrespondenztheorie: damit wird auch die Korrespondenztheorie zurückgewiesen
I 7
und zwar nicht nur als „Test für Wahrheit“ sondern auch als „Natur der Wahrheit“. Jedenfalls nach einer populären Sichtweise. Das ist aber nicht ohne Paradoxien.
Wissen/Naturalismus/Millikan: die Fähigkeiten eines Wissenden sind ein Produkt Natur, wie der Wissende selbst. Wissen muss etwas sein, was man in der Welt tut. Es ist eine natürliche Relation zur Welt.
I 8
Kohärenz/Millikan: man wird erklären müssen wozu sie gut ist, wie sie uns hilft, nicht nur, was sie ist. Letztendlich geht das nur in einer Gesamttheorie über die Welt. „Neuer Empirismus“/Millikan: hat bisher nur die Hälfte seiner Aufgabe geschafft, er hat nicht geschafft, den Mythos des Gegebenen, der in der Bedeutungstheorie (BT) eingebettet ist, zu überwinden.
Realismus/Millikan: die Argumente VsRealismus sind sehr einfach:
VsRealismus: „um die Bedeutung eines Worts zu finden, muss man sehen, was seine Anwendung rechtfertigen würde, oder was eine Anwendung verursachen würde. Aber die Anwendung wird durch frühere Anwendungen gerechtfertigt! Und sie wurde verursacht durch frühere Überzeugungen! ((s) auch VsKausaltheorie, VsKorrespondenztheorie).
Korrespondenz: spielt also keine Rolle bei der Rechtfertigung oder der Kausalerklärung einer Äußerung. Also hat Korrespondenz nichts mit der Bedeutung von „wahr“ zu tun.
MillikanVsVs: das kann man genausogut auch umdrehen:
Korrespondenztheorie: pro: Korrespondenz ist in der Natur von Wahrheit involviert, weil für einen Satz wahr zu sein bedeutet, in bestimmter Weise einem Teil der Welt zu korrespondieren. Dass Korrespondenz keine Rolle in der Rechtfertigung einer Äußerung spielt, kann man genausogut so wenden: dass die Bedeutung nichts mit Rechtfertigung zu tun hat (!). (Millikan pro!).
Satzbedeutung/Bedeutung/Millikan: sind die spezielle Abbildungsfunktionen des Satzes Aber da wir Korrespondenz als Test für Wahrheit ablehnen, kann die Abbildungsfunktion nicht in Regeln im Kopf bestehen.
I 10
Es kann nicht der „Benutzer“ sein, der „annimmt“, dass seine Sätze die Welt so und so abbilden. Außerdem muss das „angenommen“ („sollte“) das die Bedeutung festlegt ein anderes „angenommen“ („sollte“) sein als das, wie man von einer Person „annimmt“ dass sie in Übereinstimmung mit der Erwartung anderer nach Regeln verhält. („verhalten sollte“). Abbildungsfunktion/Abbildung/Bedeutung/Millikan: die Fragen werden dann immer schwieriger: Welche Art Dinge sind das, die Sätze abbilden?, Welche Art von Abbildungsfunktionen sind involviert? Was ist das für ein „sollte“?
Wissen/Selbst/Bedeutung/Millikan: wenn etwas anderes als die Weise, wie ich selbst meine Äußerungen rechtfertige, meine Bedeutungen festlegt, wie kann ich dann erfassen, was ich selber denke?
These: Wir werden aufgeben müssen, dass wir das a priori wissen! Wir wissen auch nicht a priori, was wir meinen.
Subjekt/Prädikat/Kohärenz/Sprache/Welt/Millikan: Subjekt-Prädikat-Struktur: ich versuche zu zeigen, wie das Gesetz des Nichtwiderspruchs (SvW?) (das Wesen der Kohärenz) in die Natur passt. Dazu brauche ich Fregeschen Sinn als Hauptbegriff.
Wie man sich beim Wissen irren kann, so auch in der Bedeutung.

I 86
Intentionalität/Millikan: ist kein scharf abgegrenztes Phänomen. Sie ist nicht aus einem Stück. Sie hat allgemein damit zu tun, was Normal ist oder was eine Eigenfunktion ist. Nicht so sehr damit, was aktual ist. Intentionalität/Millikan. hat allgemein mit Abbildungsregeln zwischen Zeichen und Dingen zu tun.
>Korrespondenz: daher ist eine reine Korrespondenztheorie leer.
Def reine Korrespondenz/Korrespondenztheorie/Millikan: wäre eine, die behaupten würde, eine Korrespondenz wäre wahr allein weil es eine Abbildungsrelation gibt.
Das funktioniert nicht, weil es mathematisch unendlich viele verschiedene Abbildungsrelationen geben kann.
Dagegen:
Repräsentationen: sind nicht so ubiquitär und vielfältig.
I 87
Korrespondenztheorie/Millikan: damit sie nicht leer ist, muss sie erklären, was so speziell ist an den Abbildungsrelationen, die Repräsentationen auf das Repräsentierte abbilden. Abbildungsrelation/Millikan: muss mit realer Kausalität in realen Situationen zu tun haben, nicht mit logischer Ordnung.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Kohärenz/Kohärenz/ Brendel Vs Sartwell, Cr. I 22
Wissen/Sartwell: These: "bloß wahre Meinung" sei schon hinreichend für Wissen. schon die (ii) Bedingung (Glauben) verletze die angeblichen Gegen-Bsp: Glauben/Sartwell: These: nach Sartwell kann man nicht wirklich etwas glauben, das durch bloßes Raten oder Zufall entstanden ist.
I 23
BrendelVsSartwell: es gibt aber sehr wohl Beispiele für Glauben ohne Wissen, die Sartwells Bedingungen für Glauben erfüllen.
I 29
Wissen/Rechtfertigung/Sartwell/Brendel: These: Wissen hat das Ziel, bestimmte Meinungen zu erzeugen. Trennung/Kutschera/(s): entsteht durch das Aussondern der wahren Meinungen aus der Menge der Meinungen überhaupt.
I 30
Rechtfertigung/Sartwell: ist dagegen nicht selbst ein epistemisches Ziel. Laurence BonJour/Pointe: wenn Wissen das Ziel ist, kann die epistemische Rechtfertigung keine notwendige Bedingung sein, sie hat nur instrumentellen Wert.
BrendelVsSartwell: Rechtfertigung ist aber sehr wohl von intrinsischem Wert für Wissen (s.o. Platon: sie verleiht dem Wissen Dauer).
I 31
Rechtfertigung/Wissen/Brendel: Bsp die Richtigkeit von "2+2=4" aus den Peano-Axiomen herzuleiten, ist nicht trivial und kann für einen Schüler einen Erkenntnisfortschritt darstellen. SartwellVsBrendel: damit wird Wissen selbst zu einem inkohärenten Begriff, wenn Rechtfertigung selbst ein eigenständiges Ziel wird: denn die beiden Ziele können nicht immer zusammen verfolgt werden! (Sartwell 1992, 180).
Inkohärenz/inkohärent/BrendelVsSartwell: das ist nicht hinreichend, um einen Begriff inkohärent zu machen.
Trennung/Unterscheidung/Getrenntheit/Unterschiedenheit/(s): wenn die Ziele überhaupt unterschieden werden können, müssen sie zu verschiedenen Gelegenheiten verfolgt werden können, Es geht ja nicht um Synonymie.
Rechtfertigung/Brendel: kann zweifach aufgefasst werden:
a) objektiv-semantisch;
b) subjektiv-epistemisch.
Trennung: wenn es etwas geben sollte, das niemals epistemisch gerechtfertigt ist, würde das nur unter einer radikal skeptischen Haltung angekommen werden können.
I 32
BrendelVsSartwell: dieser müsste also eine skeptische Hypothese liefern für seine These, dass traditionelle "Wahrheit" ein inkohärenter (also leerer) Begriff sei.

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
Kohärenz/Kohärenz/ Blanshard Vs Skeptizismus Brendel I 127
definitorische Kohärenztheorie/Brand Blanshard/Brendel: Definition/Kriterium/Blanshard: These: müssen zusammenfallen (obwohl er sich der Unterscheidung bewußt ist). Denn es gibt keine Garantie, dass eine Aussage, die den Kohärenzbedingungen genügt, auch wahr ist.
W-Def/Blanshard: These: Kohärenz ist auch die Definition von Wahrheit.
SkeptizismusVs: epistemische Rechtfertigung und Wahrheit können auseinanderfallen. (s.u. Teil II)
BlanshardVsSkeptizismus: eben deshalb sei Kohärenz gleichzeitig die W-Def.
I 128
RescherVsBlanshard: falsche Prämisse, dass eine Kohärenzprüfung schon eine sicheres Wahrheitsgarantie wäre. Kohärenzkriterium/RescherVsBlanshard: liefert höchstens eine rationale Begründung einer Rechtfertigung.
Kohärenz/Brendel: wird Wahrheit jedoch unabhängig von Kohärenz definiert, muss begründet werden, warum gerade ein Kohärenztest eine Aussage als wahr erweisen soll.
Realität/Kohärenztheorie/Brendel: die Realität muss selbst als bestimmtes kohärentes System aufgefaßt werden, wenn man eine korrespondenztheoretische Variante der kriteriologischen Kohärenztheorie vertritt.
Rechtfertigung/kriteriologische Kohärenztheorie/Brendel: These: zwischen Wahrheit und Rechtfertigung gibt es eine Kluft. Sie kann durch Irrtümer, Unkenntnis relevanter Daten, Beobachtungsfehler usw. zustande kommen.,
Kohärenz: kann dann immer noch ein Indikator für Wahrheit sein.

Blan I
B. Blanshard
Reason and Analysis London 2015

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999