Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff

zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 18 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Empirismus Wirtschaftstheorien Parisi I 30
Empirismus/Wirtschaftstheorien/Gelbach/Klick: Das zentrale Problem in vielen empirischen Arbeiten ist der ausgelassene oder weggelassene Variablen-Bias (engl. omitted variables bias). a) Manchmal kann dieses Problem gelöst werden, indem man für mehr Kovariaten kontrolliert - wenn das Problem die Auslassung ist, dann sollte die Einbeziehung eine gute Lösung sein. Aber diese Lösung ist oft nicht durchführbar, weil viele ausgelassene Variablen dem Forscher unbekannt sind, und andere, die laut Theorie einbezogen werden sollten, nicht verfügbar oder nicht quantifizierbar sind. Trotz dieser Probleme war das einfache Hinzufügen weiterer Kontrollvariablen bis Mitte der 1990er Jahre eine Standardprozedur in der empirischen Rechts- und Wirtschaftswissenschaft.
b) Ein anderer Ansatz bestand darin, die Existenz des Bias zuzugeben, aber zu behaupten, dass das Bias notwendigerweise in eine bestimmte Richtung geht oder über ihre wahrscheinliche Größe zu spekulieren. Wenn es jedoch mehrere ausgelassene Variablen gibt, ist dieser Ansatz problematischer, da das Vorzeichen und die Größe des Bias durch den Ausschluss ausgelassener Variablen dann von der Beziehung zwischen der interessierenden Politikvariable und allen ausgelassenen Variablen abhängt, sowie von den Vorzeichen und der Größe der Koeffizienten dieser ausgelassenen Variablen.*
Randomisierte kontrollierte Experimente: Mitte der 1990er Jahre begannen viele empirische Mikroökonomen, sich auf Forschungsdesigns zu konzentrieren, die sie in Anlehnung an die Methode der randomisierten kontrollierten Experimente begründeten. In solchen Experimenten ist die Verzerrung durch weggelassene Variablen kein Problem, da die "Behandlung" zufällig zugewiesen wird, so dass die Zuweisung statistisch unabhängig von allen sonst wichtigen weggelassenen Variablen ist. In einem Experiment mit zufälliger Zuweisung können die durchschnittlichen Behandlungseffekte dann einfach gemessen werden, indem die durchschnittliche Veränderung des interessierenden Ergebnisses für die experimentelle Behandlungsgruppe minus der durchschnittlichen Veränderung in der experimentellen Kontrollgruppe verwendet wird.
Parisi I 30 FN
Schätzung: (...) dass durchschnittliche Effekte nicht die einzige Art von Behandlungseffekten sind, die geschätzt werden können. Für Beispiele von Studien, die Verteilungseffekte berücksichtigen, siehe Heckman, Smith und Clements (1997)(3) und Bitler, Gelbach und Hoynes (2006)(4).
Parisi I 31
Randomisierte kontrollierte Experimente: Die empirische Rechts- und Wirtschaftswissenschaft hat diesen Ansatz aufgegriffen und sogenannte Differenz-in-Differenzen-Forschungsdesigns eingesetzt, um eine Vielzahl von Rechtsänderungen zu untersuchen. Im Allgemeinen vergleicht dieser Ansatz die Veränderung der Ergebnisse in Rechtsordnungen, die eine bestimmte Maßnahme einführen, mit einer gleichzeitigen Veränderung in Rechtsordnungen, die diese Maßnahme nicht einführen. Änderungen der Politik: Einige Studien mit dem Beinamen "natürliche Experimente" (...) verwenden Instrumentalvariablen, um ihre Schätzungen von endogenen politischen Entscheidungen zu bereinigen. Eine gültige Instrumentalvariable in diesem Zusammenhang ist eine, die mit der Annahme einer Politikänderung korreliert, aber nicht anderweitig mit dem interessierenden Ergebnis korreliert. Die erste Anforderung ist einfach
Parisi I 32
empirisch nachzuweisen, wenn sie zutrifft. Aber die zweite Bedingung, die eine "exakt identifizierende Annahme" ist, kann nicht getestet werden und wird daher nur angenommen, weil sie im Kontext vernünftig erscheint; die Intuition kann der einzige wirkliche Hinweis darauf sein, ob die zweite Bedingung zutrifft. Kausalität: Die Gewinnung kausaler Schätzungen aus nicht-experimentellen Daten erfordert immer ein Urteil darüber, dass Verzerrungen durch weggelassene Variablen (omitted variables bias) eliminiert werden können, so dass Behandlungs- und Vergleichsjurisdiktionen vergleichbar gemacht werden können. Dies kann durch Hinzufügen von Kovariaten, durch die Verwendung von Differenz in Differenzen, durch die Verwendung von Instrumentalvariablen oder durch einen anderen Ansatz geschehen (...).
Experimente/Verallgemeinerung: (...) die vielleicht wichtigste Einschränkung der Nützlichkeit von durch natürliche Experimente motivierten Arbeiten betrifft den Grad der Generalisierbarkeit oder "externen Validität". Die plausibelsten exogenen natürlichen Experimente können diejenigen sein, bei denen die "Schocks", die die identifizierende Variation hervorrufen, am stärksten eingeschränkt sind in Bezug auf das, was sie uns über die Auswirkungen politischer Veränderungen in anderen Situationen sagen können. Das heißt, genau die Merkwürdigkeit, die den Schock hervorruft, kann dazu führen, dass die Effekte, die wir aus dem Schock schätzen können, für andere Umstände von Interesse am wenigsten relevant sind. Dieses Problem hat sowohl zu Angus Deatons Kritik an der Methodik des natürlichen Experiments (2010)(5) als auch zu den Argumenten anderer Autoren zugunsten struktureller ökonometrischer Methoden beigetragen, um Schätzungen zu generieren, die politisch relevanter sein können als diejenigen, die von quasi-experimentellen Methoden geliefert werden (siehe z. B. Nevo und Whinston, 2010(6); Heckman und Urzúa, 2010(7). Für eine Antwort, siehe Imbens, 2010)(8) (ImbensVsKeckman).
Interne Validität: Auch hinsichtlich der internen Validität hängt die Glaubwürdigkeit eines quasi-experimentellen Forschungsdesigns entscheidend von nicht überprüfbaren Annahmen ab, welche Behandlungs- und Vergleichsgruppen hinreichend vergleichbar sind. (...)(siehe z.B. Abadie, Diamond, und Hainmueller, 2010(9). Für eine allgemeinere Darstellung siehe Rosenbaum, 2010(10)).
Natürliche Experimente: Einige natürliche Experimentdesigns führen auch zu Problemen bei der statistischen Inferenz, und zwar in dem Maße, wie die politischen Schocks über die Zeit haften bleiben, was eine sorgfältige Beachtung von Hypothesentests und Kovarianzschätzungen erfordert (Bertrand, Duflo und Mullainathan, 2004(11); Cameron, Gelbach und Miller, 2008(12), 2011(13)).

*Zum ausgelassenen Variablen-Bias mit mehreren ausgelassenen Variablen siehe Greene (2012)(1); für einen Ansatz zur Formel für das Bias durch ausgelassene Variablen, der das Bias durch ausgelassene Variablen im Hinblick auf die gemeinsame Heterogenität aufgrund aller ausgelassenen Variablen gleichzeitig betrachtet, siehe Gelbach (2016)(2).


1. Greene, William H. (2012). Econometric Analysis. 7. Edition, Upper Saddle Lake, NJ: Prentice Hall.
2. Gelbach, Jonah B. (2016). “When Do Covariates Matter? And Which Ones, and How Much?” Journal of Labor Economics 34: 509–543.
3. Heckman, James J., Jeffrey Smith, and Nancy Clements (1997). “Making the Most Out of Programme Evaluations and Social Experiments: Accounting for Heterogeneity in Programme Impacts.” Review of Economic Studies 64(4): 487–535.
4. Bitler, Marianne P., Jonah B. Gelbach, and Hilary W. Hoynes (2006). “What Mean Impacts Miss: Distributional Effects of Welfare Reform Experiments.” American Economic Review 96(4): 988–1012.
5. Deaton, Angus (2010). “Instruments, Randomization, and Learning about Development.” Journal of Economic Literature 48(2): 424–455.
6. Nevo, Aviv and Michael D. Whinston (2010). “Taking the Dogma Out of Econometrics: Structural Modeling and Credible Inference.” Journal of Economic Perspectives 24(2): 69–82.
7. Heckman, James J. and Sergio Urzúa (2010). “Comparing IV with Structural Models: What Simple IV Can and Cannot Identify.” Journal of Econometrics 156(1): 27–37.
8. Imbens, Guido W. (2010). “Better LATE than Nothing: Some Comments on Deaton (2009) and Heckman and Urzua.” Journal of Economic Literature 48(2): 399–423.
9. Abadie, Alberto, Alexis Diamond, and Jens Hainmueller (2010). “Synthetic Control Methods for Comparative Case Studies: Estimating the Effect of California’s Tobacco Control Program.” Journal of the American Statistical Association 105(490): 493–505.
10. Rosenbaum, Paul R. (2010). Observational Studies (Springer Series in Statistics). 2nd edition. Springer-Verlag New York: New York.
11. Bertrand, Marianne, Esther Duflo, and Sendhil Mullainathan (2004). “How Much Should We Trust Differences-in-Differences Estimates?” Quarterly Journal of Economics 119(1): 249–275.
12. Cameron, A. Colin, Jonah B. Gelbach, and Douglas L. Miller (2008). “Bootstrap-Based Improvements for Inference with Clustered Errors.” Review of Economics and Statistics 90(3): 414–427.
13. Cameron, A. Colin, Jonah B. Gelbach, and Douglas L. Miller (2011). “Robust Inference with Multi-way Clustering.” Journal of Business and Economic Statistics 29(2): 238–249.


Gelbach, Jonah B. and Jonathan Klick „Empirical Law and Economics“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Gebrauchstheorie Quine II 61 ff
Gebrauchstheorie: hier geht es um >Umstände der Verwendung und um >Reizsituationen. QuineVs: das ist unbestimmt und ungeordnet! Die Lösung ist die Gleichsetzung mit einem bekannteren Ausdruck (Quine: dennoch ist die Gebrauchstheorie legitim.)
Gebrauchstheorie: die Synonymie ist die Gleichheit des Gebrauchs. >Synonymie/Quine.
QuineVs: das erklärt nur eine kleine Minderheit des Lexikons. Wichtiger ist stattdessen: die Äquivalenz - durch dieselben Reizsituationen. Das Problem ist, dass das zirkulär ist! Die Lösung: kognitiv (ohne Berücksichtigung der Umstände), frei von unerforschlichen Motivationen. Das ist aber zu stark. Lösung: "Gemeinsame Variation" (Kovarianz).
II 111
LexikonVsGebrauchstheorie, LexikographieVsGebrauchstheorie. > href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/details.php?id=243823&a=$a&autor=Quine&vorname=W.V.O.&thema=Lexikon">Lexikon/Quine.
XII 89
Satzbedeutung/Teilsatz/Nebensatz/Term/Wort/Bedeutung/Gebrauchstheorie/Quine: ganze Sätze sind unleugbar bedeutungsvoll, und demnach auch der Gebrauch, den sie von ihren Teilausdrücken machen. >Satzbedeutung/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Gehirn/ Gehirnzustand Bieri Metzinger I 65
Gehirn/Bieri: Bsp Angenommen, es gibt einen Fremdenführer durch unser Gehirn, der uns bei einer Besichtigung alles erklärt. "Es ist eine Gesetzmäßigkeit der Natur, dass dann, wenn hier bestimmte Prozesse ablaufen, der Mensch eben bestimmte Dinge empfindet".
Bieri: das ist gar nicht unser Problem, wir bezweifeln nicht. dass es Gesetzmäßigkeiten und Notwendigkeiten gibt. Was wir nicht verstehen ist, warum es sie gibt. Wir können nicht erkennen, was im Gehirn es notwendig macht, dass der Mensch etwas erlebt.
Der Fremdenführer fragt, was wollen sie wissen? a) warum ein bestimmtes Geschehen hier drin gerade dieses Erleben nach sich zieht, oder b)warum sich überhaupt ein Erlebnis einstellt?
Bieri: bei den beiden Fragen handelt es sich um ein und dasselbe Problem!
I 69
Gehirn/Bewusstsein/Bieri: unser Führer könnte uns einen detaillierten Schaltplan des Gehirns überreichen. "funktionale Architektur"., "Sie könnten auch mit einem anderen Material verwirklicht werden". (Turing Maschine). Also:
I 70
Zwischen Funktion und Erlebnisqualität gibt es nicht mehr inneren Zusammenhang als zwischen materieller Struktur und Erlebnisqualität.
Fremdenführer: "man darf das Gehirn nicht isoliert vom Körper betrachten"
Bieri: dann könnte man VsLeibniz sagen:
1. das Geschehen in der "Fabrik" bekommt einen kognitiven Gehalt dadurch, dass es gesetzmäßig mit Geschehnissen draußen verknüpft ist, die es kraft dieser Verknüpfung repräsentiert
2. dadurch, dass das fragliche Geschehen dem ganzen Menschen zu einem situationsangemessenen Verhalten verhilft.
Aber: unser Problem ist ja nicht Bedeutung, nicht kognitiver Gehalt, sondern Erlebnisgehalt!
Metzinger I 71
Gehirn/Bewusstsein/Erleben/Bieri : können wir uns nicht mit dem zufrieden geben, was wir haben: Kovarianz, Abhängigkeit, Determination? Nein: wenn wir das fragliche Verstehen nicht erreichen, dann verstehen wir auch nicht, wie unser Erleben in unserem Verhalten kausal wirksam werden kann, damit verstehen wir unser eigenes Subjektsein nicht.
Das physiologische Geschehen ist kausal lückenlos. Es gibt in dem Uhrwerk keine Stelle, an der Episoden des Erlebens nötig wären, damit es weiterläuft.
D.h. es gibt eine vollständige komplette Kausalerklärung für alles, was in unserem Gehirn stattfindet, in der wir als Subjekte bzw. Menschen überhaupt nicht vorkommen!
Daher scheint das Bewusstsein ohne Bedeutung für irgendeine Verursachung zu sein. Es könnte ebenso gut fehlen, und wir würden genauso durch die Welt stolpern, wie wir es tun.
((s) Wir müssten das Bewusstsein an irgendetwas anderem erkennen).
Unser gesamtes Verhalten könnte entfremdet sein. Das kann wegen der kausalen Lückenlosigkeit nicht ausgeschlossen werden.
I 72
Kausalität/Bieri: wenn wir sie rein physiologisch aufbauen, wissen wir, wie wir sie fortsetzen können, d.h. immer kleinteiliger werden. Das geht aber nicht, wenn die Erklärung mit einem Erlebnis beginnt. Dann müssen wir irgendwo auf die physiologische Ebene wechseln. Aber dann haben wir das Thema gewechselt!
I 74
Gehirn/Bieri: das Problem ist nicht, dass wir in der "Fabrik" etwas nicht sehen. Daraus könnte man nun folgern, dass es an irgendetwas anderem liegt... Vs: es ist aber nichts anderes denkbar! Aber das ist ja gerade die Hypothese, daß wir nichts anderes denken können. Diese Hypothese können wir nicht widerlegen.
Es klänge aber abenteuerlich, dass diejenige Tatsachen, die fürs Erleben relevant sind, nichts zu tun haben mit den Tatsachen, die sonst fürs Funktionieren des Gehirns relevant sind.
Wir haben in Betracht gezogen:
kausales Verstehen,
strukturelles Verstehen, funktionales Verstehen,
Verstehen des Ganzen aus Teilen.

Bieri I
Peter Bieri
Was macht Bewusstsein zu einem Rätsel?
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Bieri III
P. Bieri
Analytische Philosophie des Geistes Weinheim 2007

Metz I
Th. Metzinger (Hrsg.)
Bewusstsein Paderborn 1996
Gehirne im Tank Nozick II 175
Gehirne im Tank/GIT/Nozick: obwohl die Überzeugung, dass sie im Tank ist, richtig verursacht ist, ist die Person nicht empfänglich für diese Tatsache. - Empfänglichkeit würde Kovarianz von Glauben und Tatsachen erfordern - > Kontrafaktisches Konditional: wenn sie nicht im Tank wären, würden sie es nicht glauben.
II 210
Gehirne im Tank/Nozick: > Nonfaktualismus: wir stehen hier nicht in Verbindung zu einer Tatsache, dass wir nicht im Tank sind, auch wenn wir nicht im Tank sind. - ((s) Auch wenn s eine solche Tatsache gibt).
II 244
Gehirne im Tank/Skeptizismus/NozickVsSkeptizismus: dieser fordert etwas zu starkes: es soll ein q ("Wir sind im Tank") geben, so dass es mit jedem p inkompatibel ist. - Dagegen trifft das schwächere zu: für jedes p gibt es irgend etwas, das mit ihm inkompatibel ist. - (Quantoren vertauscht).

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Handlungen Nozick II 294
Handlung/Verursachung/Ursache/Nozick: wenn eine Handlung verursacht ist, dann durch eine Überlegung. - umgekehrt: welche Überlegungen wir mit kausalem Status versehen hängt davon ab, wie wir gehandelt haben.
II 294
Willensfreiheit/Nozick: Unterschied: a) Handlung verursacht, (durch Gründe, Überlegung) hätte auch anders sein können - b) kausal determiniert (durch unbeeinflussbare Dinge) hätte nicht anders sein können.
II 294
Entscheidung/Ethik/Nozick: ist kein Entdecken von Gewichtung, sondern ein Verleihen von Relevanz - dann ist die Entscheidung kausal nicht bestimmt durch die Gewichte - dennoch steht nicht jedem jeder Grund zur Verfügung - Bsp Kunstgeschichte: nicht jeder Stil stand immer zur Verfügung.
II 299
Handlung/Selbstsubsumtion/Nozick: eine Entscheidung kann selbst-subsumierend sein: sie kann Prinzipien begründen, die nicht nur die Handlung, sondern auch die Gewichtung selbst regeln - das ist keine Wiederholung der Gewichtung - Bsp Strategie: daß immer das Beste herauskommt - die Entscheidung, dieser Strategie zu folgen, ist selbst eine Handlung, die unter die Gewichtung fällt, die sie verleiht.
II 300
Der Akt der Entscheidung kann auch auf sich selbst referieren.
II 300
Entscheidung/Erfüllungsmodell/Herbert Simons: (statt Optimierungsmodell): man wählt eine Handlung, die "gut genug" ist - wenn man keine findet sucht man weiter und senkt die Ansprüche - die Sicht, was "gut genug" ist, ändern sich. Optimierungsmodell: hier werden auch die Kosten berücksichtigt (>Selbstsubsumtion, >Selbstreferenz)
a) Suchern unter bekannten Alternativen
b) Erdenken neuer Alternativen
II 304
reflexiv: eine freie Entscheidung ist reflexiv: sie besteht kraft der Gewichte die durch ihre Geltung selbst verliehen werden.
II 318f
Handlung/Entscheidung/Willensfreiheit/Wissen/Glauben/Nozick: Handlungen und Entscheidung können ähnlich wie Glauben und Tatsachen (Kovarianz, Verbindung zu Tatsachen) betrachtet werden - entsprechend können auch Methoden abgewogen werden. - III 321 Verbindung: besteht in wertendem Glauben.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Kontrafaktisches Konditional Nozick II 172
Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Überdetermination/Wissen/Nozick: Kontrafaktische Konditionale helfen, Fälle von Überdeterminiertheit auszuschließen. - D.h. Fälle, wo mehrere unabhängige Ursachen für sich hinreichend sind.
II 174
Bsp Scheunen-Fassaden/Alvin Goldman/Nozick: wenn es viele Fälschungen gibt, sollte man nicht von Wissen sprechen.
II 175
Kontrafaktisches Konditional/Nozick: zeigt Kovarianz.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Korrespondenz Millikan I 107
Korrespondenz/Korrespondenzrelation/Millikan: hier geht es um die zwischen einem indikativischen intentionalen Icon und seinem real value. 1. Der real value ist die Normale Bedingung für die Ausübung der direkten Eigenfunktion des Icons.
2. Es gibt Korrespondenzen zwischen Transformationen auf beiden Seiten!
3. Jede Transformation auf der Seite des Icons hat eine Normale Bedingung für die Eigenfunktion (proper performance) der entsprechenden Transformation des real value.
Pointe: dabei geht es um ein Inbeziehungsetzen der Transformationen von Icon und real value, nicht eine Korrespondenz der Elemente von Icon und real value. ((s) Vgl. >Kovarianz).
Transformation/Millikan: dabei geht es nicht um „Teile“ sondern um invariante und variable Aspekte ((s) eines Ganzen).
Bsp Bienentanz: variabel: Richtung – invariant: Existenz von Nektar.
I 108
Transformation/Satz/Millikan: bei Sätzen ist die häufigste Transformation die Substitution oder die Negation. Bsp „Theaitetos schwimmt“ Jede Transformation korrespondiert einer möglichen Weltsituation (Tatsache, world affair).
Artikulation: einer Tatsache, ist durch eine Gruppe möglicher Transformationen bestimmt.

I 307
Übereinstimmung/Millikan: zuerst muss man etwas über die objektive Welt, nicht die Welt, wie wir sie wahrnehmen (Empfindungswelt) wissen. Übereinstimmung/Urteil: Übereinstimmung im Urteil ist nicht, auf denselben Reiz mit derselben Reaktion zu antworten. Selten reagieren zwei Leute auf denselben Reiz mit derselben Wortwahl. Es ist auch nicht Übereinstimmung darüber, wie man die Welt in Stücke aufteilt. Stattdessen ist sie ein Zeichen dafür, dass jeder Sprecher auf seine Weise Kontakt hat mit der Welt, und dass es dasselbe ist, was auf verschiedene Weise abgebildet wird.

I 329
Korrespondenz/Putnam: es ist inkohärent anzunehmen, dass Wahrheit eine Korrespondenz mit der WELT sei. Abbildung/Repräsentation/Putnam: mathematische Abbildungen sind allgegenwärtig, Repräsentationen sind nicht allgegenwärtig.
Problem: eine Korrespondenztheorie, die darauf beruht, dass es eine Abbildungsrelation zwischen einer vollständigen Menge wahrer Repräsentationen und der Welt gäbe, ist leer
I 330
Lösung: es muss zunächst eine Unterscheidung zwischen Abbildungen und Repräsentationen geben. Lösung: es muss eine zusätzliche Bedingung für Referenz geben, nämlich, dass eine intendierte Interpretation ausgezeichnet wird.
Kausaltheorie/Putnam: würde hier nicht helfen. Denn es ist genauso unsicher, ob „Ursache“ eindeutig referiert, wie ob „Katze“ eindeutig referiert.
Begriff/Zeichen/Ockham/Putnam: Problem: ein Begriff darf nicht einfach ein „mentales ED“ sein, sonst verweist jedes Zeichen bloß immer wieder auf ein anderes Zeichen.
PutnamVsRealismus/PutnamVsmetaphysischer Realismus: es ist unverständlich, wie eine Relation zwischen einem Zeichen und seinem Objekt herausgegriffen werden könnte, entweder, indem man das Zeichen selbst hochhält, Bsp
KUH
Oder indem man ein anderes Zeichen hochhält z.B.
REFERIERT
Oder vielleicht
VERURSACHT.
Meinen/Bedeutungsrationalismus/Putnam/Millikan: das ist der Bedeutungsrationalismus: um etwas meinen zu können, müssen wir wissen, was wir meinen und zwar „wissen“ mit einem ganz bestimmten bedeutungsrationalistischen Glanz auf „wissen“: Die Relation zwischen Kopf und Welt muss zur Gänze im Kopf gespiegelt werden,
((s) > Siehe Leibniz, „Übergreifendes Allgemeines“).
PutnamVs: das ginge nur, wenn es ein mysteriöses „direktes Erfassen von Formen“ ((s) platonistisch) gäbe. Dann müsste die Relation nicht noch einmal gespiegelt werden.
I 331
Korrespondenz/Meinen/Bedeutung/Referenz/MillikanVsPutnam/Millikan: These: die Relationen zwischen Kopf und Welt sind tatsächlich zwischen Kopf und Welt. Das Verstehen dieser Relationen trägt aber nichts zur Begründung von Bedeutung und Referenz bei. Sie müssen auch nicht intendiert werden, damit man referieren kann.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Kovarianz
Kovarianz Nozick II 54
Wissen/Glauben/Kovarianz/Nozick: je stärker ein Glauben mit der Wahrheit des geglaubten (ko-) variiert, desto besser ist er als Wissen - Wissen: das, was wir haben, wenn unser Glauben subjunktivisch mit der Wahrheit variiert. - Wenn es aber Wesen mit besserem Wissen gäbe, stünde unsere Einstellung nicht in der besten Relation zum Geglaubten und wäre kein Wissen mehr. - ((s) Das ist wieder abhängig von anderem, also eine extrinsische Eigenschaft).
II 175
Kontrafaktisches Konditional: zeigt Kovarianz.
II 175ff
Kovarianz/Konditional/Nozick: Konditional: liefert nur die eine Hälfte der Kovarianz: wenn p falsch wäre, würde die Person es nicht glauben - das Konditional variiert nur mit den Fällen, wo das Antezedens falsch ist. - Problem: es fehlt noch: wenn p > S glaubt, dass p.
II 220ff
Wissen/Verbindung/Kovarianz/Nozick: Wissen verlangt Kovarianz mit den Tatsachen, wenn sie anders wären, würde ich anderes glauben - das ist die Verbindung (Spur). - Kovarianz/(s): "wenn ja, dann ja, wenn nein, dann nein".
II 224f
Methode/Wissen/Kovarianz/Nozick: ich lebe nicht in einer Welt, in der Schmerzverhalten e gegeben ist und konstant gehalten werden muss. - Daher kann ich h wissen auf der Basis von e, das variabel ist! - und weil es nicht variiert, zeigt es mir, dass h ("er hat Schmerzen") wahr ist. VsSkeptizismus: in Wirklichkeit geht es nicht darum dass h nicht gewusst wird, sondern nicht-(e und nicht-h).
II 227
Nichtabgeschlossenheit des Wissens: heißt, dass das Wissen mit den Tatsachen variiert, weil es mit ihnen in Verbindung steht - (>Nichtabgeschlossenheit).
II 283
Wissen/Kovarianz/Nozick: es gibt verschiedene Grade der Kovarianz des Wissens mit den Tatsachen und Grade der Sensitivität in Bezug auf den Wahrheitswert - für die Evolution ist es nicht notwendig, dass die Wesen alle Veränderungen wahrnehmen - geschweige denn auf sie reagieren - unsere Fähigkeit, Überzeugungen zu entwickeln ist feiner als die Wahrnehmungsfähigkeit. - Wir können an Wahrnehmungen zweifeln.
II 297
Konstanz/Kovarianz/Nozick: Bsp angenommen, wir wollen den Inhalt von Präferenzen erkennen. Dann müssen Präferenzen zumindest manchmal von Situation zu Situation konstant gehalten werden - ((s) Und zwar, weil man sonst nicht erkennen kann, ob die Präferenz zur Situation oder zur Person gehört.) - Nozick: sowohl Personen als auch Situationen müssen Präferenzen teilen können - Unabhängigkeit - sonst gibt es keine Dreiheit.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Materialismus Bieri I 61
"Minimaler Materialismus"/Bieri: ist die hier zugrunde gelegte These: wir haben nicht mehr als Kovarianz, Abhängigkeit und Determinismus. > Bewusstsein

Bieri I
Peter Bieri
Was macht Bewusstsein zu einem Rätsel?
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Bieri III
P. Bieri
Analytische Philosophie des Geistes Weinheim 2007
Methode Nozick II 214
Methode/Wissen/Nozick: Problem: einige Aussagen sind so, dass wenn sie falsch wären, wir nicht die Methoden gebrauchen, durch die sie wahr sind: Bsp "Es gibt Augen" - Bsp "Ich lebe" - Bsp "Ich bin empfindungsfähig" - Bsp Ich stehe manchmal mit etwas in Verbindung - Bsp Eine Großmutter sieht ihren Enkel wohlbehalten, wenn er zu Besuch kommt. Aber wenn er tot wäre, würden andere ihr erzählen, es ginge ihm gut, um ihr Aufregung zu ersparen. Dennoch bedeutet das nicht, dass sie nicht weiß, dass es ihm gut geht wenn wie ihn sieht. : hier war es wichtig, eine Methode fixiert zu halten - hier ist die Methode das Sehen und nicht das Hörensagen. - Woher wissen wir, welche Methode jemand gebraucht? - Wir müssen sie fixiert halten und Kovarianz beobachten. Problem: damit unterstellen wir die Methode schon. - Lösung: durch andere Methoden wissen, dass eine Methode gebraucht wird- das geht aber nur auf höheren Ebenen. - Bsp Wenn Sie irrational sind, werden Sie denken, dass Sie rational sind - Der Außenstehende sieht aber, dass Sie irrationale Methoden anwenden. - Problem: wir können nicht sagen, dass (3) erfüllt ist
(3) Wenn p nicht wahr wäre, und das Subjekt S Methode M gebraucht, dann würde er via M nicht glauben, das p wahr ist.
- Das könnten wir nur, wenn die Methoden variieren dürften. - Problem: zu sagen, dass wenn Methode M jetzt nicht gebraucht würde, M jetzt zeigen würde, dass sie jetzt nicht gebraucht würde. - Lösung: Intersubjektivität: die Person kommt anderen irrational vor. - Dabei scheint die Methode nicht gewechselt werden zu müssen.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Mystizismus Nozick II 660
Astralleib/Mystizismus/Nozick: Angenommen, wir haben eine Theorie, dass im Traum ein Leib den schlafenden Körper verlässt. - Problem: wenn man von anderen träumt, müssen deren Astralleiber sich dort ebenfalls einfinden? - Problem: wenn viele von Marilyn Monroe träumen, diese aber von nicht so vielen.
II 157
Mystizismus/Nozick: mystische Erlebnisse könnten genauso gut oberflächlicher sein. - Sie zeigen nicht, dass sie "tiefer" sind.
II 154
Die Leute haben immer Schwierigkeiten, sie zu beschreiben - aber Klänge und Farben sind nicht schwer zu beschreiben - falscher Gebrauch von "unbeschreiblich".
II 158
Wenn die Realität so ist, wie der Mystiker sagt, aber das Wissen darum keinen Evolutionsvorteil bringt, sollten wir nicht erwarten, dass Gehirnzustände dafür selektiert wurden die Realität so abzubilden, wie sie ist (nämlich wie der Mystiker sie erlebt). Meditation/"möglichst wenige Gedanken": sollen wir glauben, dass es etwas gibt, das dieser Erfahrung entspricht? - Das hängt davon ab, was wir glauben, was die Meditation hervor brächte, wenn es keine solche zugrunde liegende Realität gäbe. - Bsp was würde der Verstärker verstärken, wenn wir die CD rausnehmen? - Eine ungewöhnliche Realität anzunehmen, wäre ein Fehler - Wenn sich ein bestimmtes Erlebnis jedesmal bei der Prozedur (Bsp Meditation) einstellt, ist es ein Artefakt. - Starre Kopplung zeigt gar nichts. (> Kovarianz).
II 160
Das mystische Erlebnis zeigt nicht, worum es es gibt. - Mystizismus/Nozick: ich nehme ihn ernst - wenn nicht, sollte man das begründen.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Repräsentation Dretske Pauen I 230
Bedeutung/Naturalisierung/mentale Repräsentation/Dretske/Pauen: (Dretske 1994(1),1995(2)): Dretske versucht wie Fodor, die Entstehung von Bedeutung rein naturalistisch zu erklären. Dehnt das aber auch auf nicht menschliche Lebewesen aus. Vier Gesichtspunkte:
1. Kausalbeziehung zwischen Gegenstand und Repräsentation
2. Funktion der Repräsentation für den Organismus
3. Entwicklungsgeschichte des Erwerbens
4. Möglichkeit der Veränderung.

Zeichen/Bedeutung/Kausalität/Dretske/Pauen: (ad 1.) Eine reine Kausalbeziehung vermag nur ein natürliches Zeichen ("Anzeichen") zu stiften. Das normative Moment hat hier keinen Platz.

ad 2. Die normative Unterscheidung zwischen richtig und falsch der mentalen Repräsentation kommt ins Spiel, wenn ein Gerät oder ein Organ die Funktion erhält, einen anderen Sachverhalt anzuzeigen.

ad 3. Bsp Magnetotaktische Bakterien suchen tiefere, sauerstoffärmere Wasserschichten.
Würden diese Bakterien auf die Nordhalbkugel verbracht, würden sie flachere, sauerstoffreichere Wasserschichten ansteuern!
Hier bliebe nun unklar, was genau der Gegenstand der Repräsentation ist: sind es die Magnetfelder oder die Sauerstoffkonzentration?
I 232
Dretske: räumt ein, dass das hier schwer zu entscheiden ist. Lösung: Die meisten Organismen verfügen über mehrere Zugänge zu einem Sachverhalt.
Wenn eine Repräsentation im Normalfall in Gegenwart eines Feindes auftritt, kann man von einer Repräsentation des Feindes sprechen.

ad 4. Möglich scheint allenfalls der Einwand, nicht der Feind, sondern die Disjunktion aller Stimuli sei Gegenstand der Repräsentation. Bsp Geruch oder Silhouette, oder Geräusch.
Hier ist die Lernfähigkeit von Bedeutung. Höhere Lebewesen können hier neue Reize lernen, womit sogar eine vollständige alte Disjunktion abwesend sein könnte.
Damit kommt die Disjunktion auch nicht als Repräsentation in Frage.

VsDretske/Pauen: Ein kausal bestimmter Sonnenbrand ist dennoch keine Repräsentation der Sonne.
I 233
Magenverstimmungen keine Repräsentation verdorbener Speisen.

1. Fred Dretske 1994. If You Can't Make One, You Don't Know How It Works. https://doi.org/10.1111/j.1475-4975.1994.tb00299.x (03.06.2020)
2. Fred Dretske 1995. Naturalizing the Mind. Cambridge: MIT Press.


Schiffer I 46
Repräsentation/FG/fuel gauge/Benzinuhr/Dretske/Terminologie/Schiffer: (Dretske 1986)(1): „Benzinuhr-Modell der Repräsentation: sie repräsentiert den Bezinstand, weil sie ein verläßlicher Indikator dafür ist. ((s) Durch Regelmäßigkeit zur Repräsentation. Zusatzannahme: Kontrafaktische Konditionale).
1. Fred Dretske 1986. Misrepresentation. In R. Bogdan (ed.), Belief: Form, Content, and Function. Oxford University Press. pp. 17--36


Perler I 225
Geistige Repräsentation/Dretske/Proust: 1. Kovarianz zwischen internem Zustand und äußerer Situation ("Indikation". 2. Der innere Indikator hat die Funktion, die äußere Situation anzuzeigen. Dann repräsentiert er sie.
3. Repräsentationen können wahr oder falsch sein.

Perler I: Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Dretske I
Fred Dretske
"Minimal Rationality", in: S. L. Hurley and M. Nudds (Eds.) Rational Animals?, Oxford 2005
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dretske II
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Perler I
Dominik Perler
Markus Wild
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005
Repräsentation Proust Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

I 225
Geistige Repräsentation/Dretske/Proust: 1. Kovarianz zwischen internem Zustand und äußerer Situation ("Indikation".
2. Der innere Indikator hat die Funktion, die äußere Situation anzuzeigen. Dann repräsentiert er sie.
3. Repräsentationen können wahr oder falsch sein.
I 227
Repräsentation/Proust: das Alltagsverständnis begeht eine petitio principii, wenn es sich auf eine besondere Repräsentation beruft, die nur in einem Unterschied zwischen innen und außen oder auf räumlichen Begriffen beruhen soll. Räumliche Begriffe können nur dann eine Lösung bieten, wenn es darum geht, die Verwendung von räumlichen Relationen zur Unterscheidung von Begriffen zu erklären.
I 229
Repräsentation/Tier/Proust: wie sehen also, dass wahrscheinlich zahlreiche Tiere geistige Repräsentationen haben.
I 230
Diese sind auch objektiv. Frage: sind diese Tiere die offenbar zu einer Art Proto Überzeugung fähig sind, auch zu richtigen Überzeugungen fähig, oder haben sie nur nicht begriffliche Wahrnehmungsfähigkeiten?

Proust I
Joelle Proust
"L’animal intentionnel", in: Terrain 34, Les animaux, pensent-ils?, Paris: Ministère de la Culture/Editions de la maison des Sciences de l’Homme 2000, pp. 23-36
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Supervenienz Supervenienz, Philosophie des Geistes: Ausdruck für eine eingeschränkte Abhängigkeit zwischen Bereichen. Dabei sind Elemente eines Bereichs B abhängig von Änderungen von Elementen eines Bereichs A, aber nicht umgekehrt. Supervenienz wird von manchen Autoren zur Erklärung des Verhältnisses von mentalen und physischen Prozessen gebraucht. Die Annahme einer Supervenienz dient der Umgehung stärkerer Annahmen wie z.B. der Identitätstheorie. Siehe auch Kovarianz, Abhängigkeit, Identitätstheorie, Materialismus, Reduktionismus.
Überdetermination Nozick II 172
Kontrafaktisches Konditional/Überdetermination/Wissen/Nozick: Kontrafaktische Konditionale helfen, Fälle von Überdeterminiertheit auszuschließen - d.h. Fälle, wo mehrere unabhängige Ursachen für sich hinreichend sind.
II 174
Bsp Scheunen-Fassaden/Alvin Goldman: wenn es viele Fälschungen gibt, sollte man nicht von Wissen sprechen.
Erklärung/(s):
Bsp Scheunenfassaden/barn facades/Alvin Goldman: (in Brandom I 310ff) in einer bestimmten Provinz sind täuschend echte Fassaden von Scheunen aufgebaut. Jeder, der von dem Hobby der Einheimischen nichts weiß, wird überzeugt sein, echte Scheunen und nicht nur Fassaden zu erblicken. – Verstärkte Variante: die Provinz befindet sich innerhalb eines größeren Gebiets, in dem dieses Hobby der Attrappen abgelehnt wird. Das Gebiet befindet sich innerhalb eines größeren Landes, in dem das Hobby wiederum praktiziert wird usw. Problem: >Referenzklassen (Bezugsklassen), >Referenz, >Kausaltheorie des Wissens. >Verlässlichkeitstheorie, > Gerrymandering.

II 175
Kontrafaktisches Konditional: zeigt Kovarianz.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Wissen Nozick II 185
Wissen/Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Nozick: Bsp Ich weiß, dass eine Schere jetzt in meiner Schublade ist. - Aber es ist nicht korrekt zu sagen, dass, wenn es eine dort gäbe, dass ich das dann wissen würde. - ((s) Also kann etwas wahr sein, auch wenn das kontrafaktische Konditional falsch ist - und zwar, weil die Methode entscheidend sein kann). - ((s) Also muss das kontrafaktische Konditional die Methode erwähnen.).
II 189
Gettier/Nozick: Gettier-Beispiele schließen eine Wahrheit oft aus einer (berechtigt geglaubten) Falschheit. - Bedingung (3) wenn nicht-p > nicht-(S glaubt dass p)
schließt das oft aus.
II 194
Wissen/Glauben/Nozick: durch Altersstarrsinn wird aus Wissen Glauben. - Ähnlich: Bsp Wissen von zukünftiger Gehirnwäsche, dann versuchen wir, Glauben zu "zementieren".
II 194f
Wissen/Glauben/lokal/global/Nozick: Bedingung (3) sollte besser ein lokaler Glauben (Indexikalität, "hier", "jetzt") sein als ein globaler. - Sonst Gefahr des Starrsinns.
II ~198
Notwendigkeit/Möglichkeit/Wissen/Nozick: wenn ~p > ~(S glaubt, dass p) notwendige Bedingung für Wissen, dann zeigt Möglichkeit des Skeptizismus, dass kein Wissen vorliegt.
II 204 f
Wissen/Nichtabgeschlossenheit/NozickVsSkeptizismus: Wissen ist nicht abgeschlossen unter gewusster logischer Implikation (VsSkeptizismus - Skeptizismus: Wissen ist abgeschlossen: das ist das (skeptische) Prinzip der Abgeschlossenheit von Wissen: K(p >> q) & Kp > Kq: ich soll angeblich das vom Gewussten implizierte auch noch wissen. - Nozick: aber das wäre bloß Glauben, kein Wissen.
II 206
Die Situation, wo q falsch ist, könnte eine ganz andere sein als die, wo p falsch ist. - Bsp Dass Sie in einer bestimmten Stadt geboren wurden, impliziert, dass Sie auf der Erde geboren wurden, aber nicht umgekehrt.
II 227
Nichtabgeschlossenheit des Wissens: heißt, dass das Wissen mit den Tatsachen variiert, weil es mit ihnen in Verbindung steht. - (>Kovarianz) - Schreibweise: K = Wissen, Operator "jemand weiß".
II 208
Wissen/Glauben/Abgeschlossenheit/Nozick: bloß wahrer Glauben ist abgeschlossen unter gewusster logischer Implikation. - weil Wissen mehr als wahrer Glauben ist, brauchen wir eine Zusatzbedingung, die nicht-abgeschlossen unter Implikation ist. - Glauben ist nur dann Wissen, wenn er mit Tatsachen kovariiert. - Das ist aber nicht hinreichend - es kommt darauf an, was passiert, wenn p falsch ist. - Problem: ein mit Tatsachen kovariierender Glaube ist nicht abgeschlossen. - Pointe: weil Wissen Glauben involviert, ist es auch nicht abgeschlossen. - VsSkeptizismus: sein Argument braucht die Tatsache, dass Wissen Kovarianz braucht.
II 223
Wissen/Induktion/Verbindung/Nozick: Wissen basiert auf Tatsachen, die sonst anders gewesen wären - Nozick: In der Vergangenheit. - Daher ist die relevante nicht-p-Welt nicht eine mögliche Welt (MöWe), die bis jetzt identisch mit der wirklichen Welt (der aktualen Welt) ist, und ab sofort divergiert. - Es ist wohl logisch möglich, daß es in einem Moment zu divergieren beginnt. - ((s) Anderswo Lewis wie Nozick: in der Vergangenheit hätte es eine Änderung geben müssen, wenn ich mich jetzt plötzlich anders verhielte). - Wir haben aber Verbindungen zu Tatsachen in der Vergangenheit, die unsere Vorhersagen bestimmen. - > Kovarianz.
II 227
Wissen, dass (x)Px ist ungleich Wissen, dass jedes einzelne Ding P ist: die Allquantifikation hat andere Wahrheitsbedingungen als die Allbeseitigung. - "(x)Px" könnte falsch sein, dennoch "Pa" wahr.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
Zeit Feynman I 72
Def Zeit/Feynman: Die Zeit ist, wie lange wir warten. Weiter kann sie wahrscheinlich nicht definiert werden. Wichtig ist, wie wir sie messen. Zeitmessung/Messen: Eine Möglichkeit: etwas verwenden, das sich periodisch ändert.
Geschichte: Um den Tag als Maß benutzen zu können, musste man sich klar machen, dass Tage nicht gleich lang sind, dafür brauchte man wiederum ein anderes Instrument, z.B. eine Sanduhr.
Damit hat man aber noch nicht bewiesen, dass sie periodisch sind! > Kovarianz.
Wir können einfach sagen, unsere Definition der Zeit basiert auf der Wiederholung eines offensichtlich periodischen Ereignisses.

Feynman I
Richard Feynman
Vorlesungen über Physik I München 2001

Feynman II
R. Feynman
Vom Wesen physikalischer Gesetze München 1993