Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Altruismus Rawls I 189
Altruismus/Rawls: der vollausgeprägte (perfect) Altruismus hat eine Besonderheit: der Altruist kann sein Begehren nur dann erfüllen, wenn jemand anderes unabhängige Begehren hat. Bsp Angenommen, alle entscheiden sich, dasselbe zu tun. Dann geschieht nichts. Da ein System der Gerechtigkeit dann niemals entstehen könnte ist es notwendig anzunehmen, dass mindestens zwei Personen individuelle Interessen haben, die in Konflikt geraten können. Darauf geht die Theorie der Gerechtigkeit als Fairness ein, indem sie ein gegenseitiges Desinteresse in diesem Punkt verlangt.
I 190
Rawls: Unparteilichkeit, wie sie von moralischen Urteilen verlangt wird, ist aber auf anderem Weg zu erreichen. Siehe Moral/Rawls.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Moral Hume Deleuze I 27
Moral/Hume: hier gibt es keine Schlussfolgerungen. 1. Moralische Affektion (Teil der Umstände)
2. Überschreiten (Erkenntnis) - In der Natur gibt es nichts Ganzes - im Gegensatz zur Moral.
Deleuze I 154 f
Moral/Hume: entspringt nicht der Vernunft-. Prinzipien der Assoziation können nicht auswählen - daher gibt es keine Moral aus Prinzipien - sondern Moral gleicht dem Handeln - dieses entzieht sich den Relationen - Lust zu suchen ist kein Inhalt, sondern Werk von Prinzipien.
Stegmüller IV 238
Tugend/Hume: Unterscheidung: natürliche Tugend: gehört zur biologischen Ausstattung. Auf sie haben sich die Moralphilosophen vor Hume ausschließlich bezogen. - Bsp Freigiebigkeit, Nachsicht, Mildtätigkeit, Nächstenliebe, Mäßigung, Unparteilichkeit. (Grundlage: menschliche Sympathie) - künstliche Tugend: nichts weiter als menschliche Erfindungen - Bsp Respektierung von Eigentum, Regeln für Eigentumsübertragung, Versprechen, Verpflichtung, Verträge einzuhalten, Loyalität gegenüber der Staatsregierung - nicht aus Wohlwollen, denn dann würde es davon abhängen, ob es dem Wohlergehen aller dient - nicht aus Sympathie, denn die ist graduell, Respekt darf aber nicht graduell sein.
Stegm IV 290
Moral/Ethik/Hume/Stegmüller: ihm können wir unterstellen, dass er eine Begründung der Moral abgelehnt hätte. Er hätte aber auf einer Untersuchung unserer Begriffe von Normen und Institutionen bestanden. - Es ist dann aber nicht Aufgabe des Philosophen, zur Einhaltung aufzurufen.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Deleuze I
Gilles Deleuze
Felix Guattari
Was ist Philosophie? Frankfurt/M. 2000

Hum I
G. Deleuze
David Hume , Frankfurt 1997

Carnap V
W. Stegmüller
Rudolf Carnap und der Wiener Kreis
In
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I, München 1987

St I
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I Stuttgart 1989

St II
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 2 Stuttgart 1987

St III
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 3 Stuttgart 1987

St IV
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 4 Stuttgart 1989
Moral Rawls I 190
Moral/Urteil/Gerechtigkeit/Gesellschaft/Rawls: moralische Urteile brauchen Unparteilichkeit. Diese ist aber auch auf anderem Weg zu erreichen, als dass man wechselseitiges Desinteresse an den Zielen der anderen annimmt. Lösung: Gerechtigkeit als Fairness nimmt an, dass eine unparteiische Person eine solche ist, die in Übereinstimmung mit den Prinzipien der Gerechtigkeit urteilt. (Siehe Prinzipien:

I 61
Prinzipien/Gerechtigkeit/Rawls: 1. Jede Person muss das gleiche Recht auf weitest gehende grundlegende Freiheit haben, soweit sie mit gleicher Freiheit für andere kompatibel ist.
2. Soziale und ökonomische Ungleichheiten sind so zu arrangieren, dass sie
a) vernünftig erwartbar zu jedermanns Vorteil sind und
b) mit Positionen und Verwaltungsvorgängen verknüpft sind, die von jedermann inne gehabt werden können.)

I 190
Lösung: wir müssen Unparteilichkeit dann nicht aus Sicht eines idealen Beobachters definieren, sondern können dies aus Sicht der Teilnehmer tun. Sie sind es, die sich diese Prinzipien in der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft selbst geben müssen. RawlsVsUtilitarismus: dieser verwechselt Unparteilichkeit mit Unpersönlichkeit.
I 311
Moral/Rawls: Wozu Menschen berechtigt sind, bemisst sich nicht aus einem intrinsischen Wert. Der moralische Wert hängt nicht von Angebot und Nachfrage ab. Wenn bestimmte Leistungen nicht mehr nachgefragt werden, nimmt der moralische Verdienst nicht gleichermaßen ab.
I 312
Der Begriff des moralischen Werts liefert kein erstes Prinzip der Verteilungsgerechtigkeit. Der Moralische Wert kann definiert werden als ein Sinn für Gerechtigkeit, wenn die Prinzipien der Gerechtigkeit verfügbar sind.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Terminologien Hume Deleuze I 7
Affektion/Hume: 1. Affektivität (über die Sinneseindrücke) - 2. Das Soziale (über den Verstand)
Deleuze I 23
Affekt/Affektion/Hume: 1. Effekte der Assoziation (bringt Allgemeinheit, Regel) - 2. Effekte des Affekts (verleiht Inhalt, ermöglicht praktisches und moralisches Handeln) - Affekt ist keine Repräsentation - Vernunft: bestimmt nicht das Handeln - Affekt: bestimmt das Handeln.
Deleuze I 31
Sympathie/Hume: veranlaßt uns, von unseren Interessen abzusehen - Grundlage der Moral - aber nur in Bezug auf Nahestehende, Verwandte - > Parteilichkeit. - Der Mensch ist weniger egoistisch als parteiisch - so geht die Sympathie doch nicht über das Einzelinteresse oder den Affekt hinaus. Mensch/Hume: von Natur aus egoistisch - Moral/Hume: nicht vom Instinkt abhängig.
Deleuze I 49
Lebendigkeit/Hume: Problem: die allgemeine Regel kennt keinen Besitzer, sie ist abstrakt - Gleichförmigkeit des wahren moralischen Urteils: nicht lebendig.
Deleuze I 56
Allgemeine Regel: Einheit einer Reflexion und einer Extension - (hier immer Ausweitung) - der Affekt greift über sich hinaus, weil er sich reflektiert - die allgemeine Regel ist der in der Einbildungskraft reflektierte Affekt.
Deleuze I 66
Affekt/Einbildungskraft/Hume: Problem: wie ist ihre Beziehung, die den Affekt befähigt, eine komplexe Wirkung zu entfalten?
I 67
Lösung: die Prinzipien des Affekts übersteigen den Geist (wie die Prinzipien der Assoziation). - Bsp die Einbildungskraft geht leicht vom Entferntesten zum Nächsten über, aber nicht umgekehrt - Bsp vom Bruder zum Ich, aber nicht umgekehrt. - Affekt: verleiht diesen Verbindungen einen Sinn.
Deleuze I 71f
Gewohnheit/Hume: Paradox: sie bildet sich stufenweise aus und ist zugleich ein Prinzip der menschlichen Natur. - Ein Prinzip ist die Gewohnheit, Gewohnheiten anzunehmen. - So ist die Herausbildung selbst ein Prinzip (= Erfahrung).
Deleuze I 89
Def Finalität/purpose/Hume/Deleuze: Die Finalität wird gedacht, nicht erkannt: als die ursprüngliche Übereinstimmung der Prinzipien der menschlichen Natur mit der Natur selbst - Einheit des Ursprungs und der qualitativen Bestimmtheit - vier Prinzipien: Vernunft, Instinkt, Zeugung, Wachstum.
Deleuze I 118
Affekt/Hume: wird vom Körper produziert: a) unmittelbar aus sich selbst: Bsp Hunger - b) mit anderen Ursachen: Freude, stolz, Demut usw. - Die Natur hat auch dem Geist gewisse Triebe verliehen.
Deleuze I 139f
Transzendenz/Kant/Deleuze: das Denken geht über die Einbildungskraft hinaus, ohne sich von ihr zu lösen - das Transzendentale macht die Transzendenz immanent. Etwas = X. - HumeVsKant: bei ihm nichts Transzendentales - stattdessen: Finalität: die Übereinstimmung des Subjekts mit dem Gegebenen (nicht zufällig). - (Die Übereinstimmung setzt eine Verbindung der Momente des Subjekts voraus.)
Deleuze I 160
Lebhaftigkeit/lebhaft/vivacity/Hume: Ursprung des Geistes - Grundmerkmal des Eindrucks - kein Produkt der Prinzipien.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Deleuze I
Gilles Deleuze
Felix Guattari
Was ist Philosophie? Frankfurt/M. 2000

Hum I
G. Deleuze
David Hume , Frankfurt 1997
Unparteilichkeit Kuhn
Kuhn I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973
Unparteilichkeit Toulmin Habermas III 60
Unparteilichkeit/Toulmin/Habermas: Toulmin möchte für die Vermeidung apriorischer Vernunftmaßstäbe nicht den Preis des Relativismus zahlen. Es darf nicht allein das zählen, was die Beteiligten jeweils für „rational“ halten. Allerdings will Toulmin – wie der Hegel der „Phänomenologie“ – nicht willkürlich voraussetzen, sondern aus der begreifenden Aneignung des kollektiven Vernunftunternehmens der Menschengattung gewinnen. HabermasVsToulmin: solange er aber nicht die allgemeinen kommunikativen Voraussetzungen und Verfahren kooperativer Wahrheitssuche
Habermas III 61
Klärt, kann er auch nicht formal-pragmatisch angeben, was es heißt, als Argumentationsteilnehmer einen unparteiischen Standpunkt einzunehmen. Diese „Unparteilichkeit“ lässt sich am Aufbau der verwendeten Argumente nicht ablesen, sondern nur anhand der Bedingungen der diskursiven Einlösung von Geltungsansprüchen klären. Toulmin legt nicht die richtigen Schnitte zwischen die zufälligen institutionellen Ausprägungen der Argumentation einerseits und die durch innere Strukturen bestimmten Argumentationsformen andererseits. Zwar trennt Toulmin Konflikt- und Konsensmodelle, diese stehen aber anders als er annimmt, nicht gleichberechtigt nebeneinander. Das Einlösen von Kompromissen dient überhaupt nicht einer streng diskursiven Einlösung von Geltungsansprüchen, sondern der Abstimmung nicht verallgemeinerungsfähiger Interessen auf der Grundlage gleichgewichtiger Machtpositionen.

Toulmin I
St. Toulmin
The Uses of Argument Cambridge 2003

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
ParteilichkeitParteilichkeit Habermas Vs Foucault I 317
Wille zum Wissen/Foucault: greift in die Konstitution der wissenschaftlichen Diskurse ein. Er bestimmt das Ausnahme der Regeln, nach denen das Wahre von Falschen geschieden wird. (Macht). HabermasVsFoucault: die derart kaschierte Herkunft des Machtbegriffs aus dem metaphysik-kritischen Begriff des Willens zur Wahrheit und zum Wissen erklärt auch die systematisch zweideutige Verwendung der Kategorie »Macht«. Einerseits die Unschuld eines deskriptiv verwendbaren Begriffs, andererseits konstitutionstheoretischer Grundbegriff., denn der Analyse erst ihre Vernunft kritische Bedeutung verleiht.
I 318
HabermasVsFoucault: paradoxe Verbindung von positivistischen Einstellung und kritischen Anspruch.
I 320
Foucault These Macht- und Wissensformationen bilden eine unauflösliche Einheit.
I 321
HabermasVsFoucault: diese starke These lässt sich freilich nicht allein mit funktionalistischen Argumenten begründen. DF Beweis: HabermasVsFoucault: er müsste nachweisen, dass sich spezifische Machtstrategien in entsprechende wissenschaftliche Strategien der Vergegenständlichung von alltagssprachlichen Erfahrungen umsetzen und damit den Sinn der Verwendung theoretischer Aussagen über derart konstituierte Gegenstandsbereiche präjudizieren.
HabermasVsFoucault: er hat diesen Ansatz später nicht mehr aufgenommen, sonst wäre ihm nicht verborgen geblieben, dass in den Humanwissenschaften objektivistische Ansätze in den siebziger Jahren längst nicht mehr das Feld beherrschen. Sie konkurrieren vielmehr mit hermeneutischen und kritischen Ansätzen.
I 322
HabermasVsFoucault: seine Genealogie tritt in einer verwirrenden Doppelrolle auf: einerseits empiristische Rolle einer Analyse von Machttechnologien, einerseits transzendentale Rolle der selben Analyse von Machttechnologien, die erklären sollen, wie wissenschaftlicher Diskurse überhaupt möglich sind. Das Zusammenzwingen des idealistischen Gedankens der transzendentalen Synthesis mit empiristischer Ontologie ist kein Ausweg aus der Subjektphilosophie: der Machtbegriff ist der Bewusstseinsphilosophie selber entnommen!
I 323
HabermasVsFoucault: er kehrt die Wahrheitsabhängigkeit von Macht kurzerhand in die Machtabhängigkeit von Wahrheit um! Die Macht wird subjektlos. HabermasVsFoucault: niemand entkommt jedoch den begrifflichen Zwängen der Subjektphilosophie schon dadurch, daß er an den Grundbegriffen Umkehrungsoperationen durchführt.
I 324
HabermasVsFoucault: seine Genealogie entpuppt sich genau als jene präsentistische, relativistische und kryptonormative Scheinwissenschaft, die sie nicht sein will! Sie endet in heillosem Subjektivismus.
I 325
HabermasVsFoucault: 1. unfreiwilliger Präsentismus 2. unvermeidlicher Relativismus einer Gegenwartsbezogenen Analyse, die sich selbst nur noch als kontextabhängiges praktisches Unternehmen verstehen kann. 3. willkürliche Parteilichkeit einer Kritik, die ihre normativen Grundlagen nicht ausweisen kann. (Foucault ist umständlich genug, das einzugestehen.
I 326
HabermasVsFoucault: auch der radikale Historist kann Machttechnologien und Herrschaftspraktiken nur im Vergleich miteinander und keineswegs jede einzelne als eine Totalität jeweils aus sich selber erklären.
I 327
HabermasVsFoucault: verfängt sich in genau der Selbstbezüglichkeit, die er bekämpft: die Wahrheitsansprüche werden nicht nur auf die Diskurse, innerhalb deren sie jeweils auftreten, eingeschränkt.
I 328
Auch die Grundannahme seiner Machttheorie ist selbst bzgl., sie muß die Geltung Grundlage auch der von ihr inspirierten Forschungen zerstören.
I 330
HabermasVsFoucault: Foucaults Konzept der Macht erlaubt einen solchen privilegierten Begriff der Gegenmacht (z. B. der Arbeiter) nicht. Jede Gegenmacht erweckt sich schon im Horizonte der Macht.
I 336
Er wehrt sich gegen eine naturalistische Metaphysik, die eine Gegenmacht verdinglicht. HabermasVsFoucault: aber deshalb muss er sich eben auch auf die Frage nach den normativen Grundlagen seiner Kritik ebenfalls der Antwort enthalten.
HabermasVsFoucault: undialektisch! Einebnung zweideutiger Phänomene - (Foucault gibt Schwächen früherer Werke zu).
Rorty II 27
HabermasVsDerrida, HabermasVsHeidegger/Rorty: »Subjektphilosophie«: verfehlter metaphysischer Versuch, das Öffentliche und das Private zu kombinieren. Fehler: zu denken, dass Reflexion und Introspektion das leisten könnten, was in Wirklichkeit erst durch die Ausweitung des Diskussionsrahmens und der Teilnehmer bewirkt werden kann.
II 30
Rede/Schrift/RortyVsDerrida: seine komplexe Argumentation läuft letztlich doch auf eine Stärkung der Schrift auf Kosten der Rede hinaus.
II 32
Sprache/Kommunikation/HabermasVsDerrida: Derrida verleugnet sowohl die Existenz eines »eigensinnig strukturierten Bereichs der kommunikativen Alltagspraxis« als auch eines »autonomen Bereichs der Fiktion«. Weil er beides verleugnet, kann er beliebige Diskurse nach dem Muster der poetischen Sprache analysieren. So braucht er Sprache nicht zu determinieren.
II 33
RortyVsHabermas: Derrida ist weder genötigt noch gewillt, »Sprache überhaupt« durch irgend etwas »determiniert« sein zu lassen. Derrida könnte mit Habermas uneingeschränkt darin übereinkommen, dass sich »die welterschließende Kraft der interpretierenden Sprache ihrerseits bewähren muss«, bevor sich Metaphern literarisch einbürgern und zu sozial nützlichen Werkzeugen werden. RortyVsHabermas: er scheint vorauszusetzen, man müsse zunächst X als Sonderfall von Y nachweisen, um X als Y zu behandeln. Als ob man nicht einfach X als Y behandeln könnte, um zu sehen, was passiert!
Dekonstruktion/Rorty: Sprache ist etwas, dass aus eigener Kraft wirksam werden, außer Kontrolle geraten, sich in den Rücken fallen kann, usw..
II 35
RortyVsDekonstruktion: nichts spricht dafür, dass die Sprache dies alles kann, außer dem Versuch, Derrida zu einem riesengroßen Mann mit einem riesengroßen Thema zu machen. Das Ergebnis einer solchen Lektüre ist nicht das Erfassen von Gehalten, sondern das Platzieren von Texten in Kontexten, das Ineinanderweben von Teilen verschiedener Bücher. Das Ergebnis ist ein Verschwimmen der Gattungsgrenzen. Das heißt aber nicht, dass Gattungen nicht »wirklich« seien. Das Verweben von Fäden ist etwas anderes, als die Annahme, die Philosophie habe »bewiesen« dass Farben wirklich »unbestimmt und ambivalent« seien.
Habermas/Rorty: fragt, weshalb Heidegger und Derrida noch jene »starken« Begriffe von Theorie, Wahrheit und System verfechten, die doch seit mehr als 150 Jahren der Vergangenheit angehören.
II 36
Gerechtigkeit/Rawls These: das »Rechte« hat Vorrang vor dem »Guten«. Rawls/Rorty: demokratische Gesellschaften müssen sich nicht mit der Frage nach der »menschlichen Natur« oder den »Subjekt« befassen. Solche Themen sind hier privatisiert.
Fundament/Rorty These: es gibt keinen archimedischen Punkt, von dem aus man alles übrige kritisieren kann. Keinen Ruhepunkt außerhalb.
RortyVsHabermas: braucht einen archimedischen Punkt, um Foucault für seinen »Relativismus« zu kritisieren.
Habermas: »die für Propositionen und Normen beanspruchte Geltung transzendentaler Räume und Zeiten »tilgt Raum und Zeit««.
HabermasVsDerrida: schließt Interaktion aus.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
ParteilichkeitParteilichkeit Mackie Vs Hume, D. Arm III 57
MackieVsHume: (1979) (Stove, u.a.): übersah die Möglichkeit, dass Beobachtungsprämissen, während sie keine Konklusion über das Unbeobachtete beinhalten, dennoch eine logische Möglichkeit liefern können, Bsp 99% der Fs sind Gs. Dann ist es offensichtlich rational, zu schließen, daß a ein G ist. Also kann man sagen, daß die beobachteten Fälle eine logische Möglichkeit für die unbeobachteten Fälle liefern. Rein mathematisches Argument über die Verteilung. VsRegularitätstheorie: es gibt aber einen schlüssigen Grund, daß die Prinzipien logischer Möglichkeit nicht allein das Problem der Regth lösen können. Das Problem der logischen Möglichkeit ist, daß sie nicht zwischen natürlichen und weniger natürlichen Klassen unterscheiden kann. Bsp glau als unnatürliches Prädikat kann nicht ohne weiteres ausgeschlossen werden.
III 58
Dass alle Smaragde glau sind, hat dieselbe logische Möglichkeit (denselben Prozentsatz, wie die grünen).
Stegmüller IV 238
Tugend/Hume: Unterscheidung: natürliche Tugend: gehört zur biologischen Ausstattung. Auf sie haben sich die Moralphilosophen vor Hume ausschließlich bezogen. Bsp Freigiebigkeit, Nachsicht, Mildtätigkeit, Nächstenliebe, Mäßigung, Unparteilichkeit. (Grundlage: menschliche Sympathie).
künstliche Tugend: nichts weiter als menschliche Erfindungen. Bsp Respektierung von Eigentum, Regeln für Eigentumsübertragung, Versprechen, Verpflichtung, Verträge einzuhalten, Loyalität gegenüber der Staatsregierung.
IV 239
Künstliche Tugenden haben keinen natürlichen Ursprung. Bsp Respektierung fremden Eigentums: 1. kann nicht dem Wohlwollen gegenüber anderen entspringen: denn dann würde die Respektierung davon abhängen, ob das Eigentum dem Wohlergehen aller dient.
2. Es kann auch nicht davon abhängen, ob der Betreffende mir sympathisch ist oder nicht.
3. Sympathie ist in Gradabstufungen denkbar, der Respekt vor dem Eigentum nicht.
Das gilt mutatis mutandis für alle künstlichen Tugenden.
IV 240
Moral/Hume: ich kann meine Pflichten nicht davon abhängig machen, ob jemand mir sympathisch ist oder nicht. natürliche Tugend/MackieVsHume/Stegmüller: zunächst sollte man erwarten, dass die Erörterung der natürlichen Tugenden viel einfacher ist, da der erste Schritt (Frage der Entstehung) entfällt.
Problem: (von Hume selbst auch gesehen) wären die natürlichen Tugenden Ausfluss der Sympathie, müssten sie parallel dazu verlaufen. Dem ist aber nicht so.
Unsere Sympathien sind ichbezogen! Wir haben mehr Sympathie für Menschen, die uns näher stehen.
IV 241
Wir erwarten aber von moralischen Urteilen, dass sie unpersönlich und unparteiisch sind. Damit muss der scheinbar absolute Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Tugenden teilweise preisgegeben werden. Auch die "natürlichen" Tugenden bilden so ein System von Konventionen. Sie sollen dem "langfristigen Interesse" aller dienen.
Die natürlichen Tugenden sind dann solche künstlichen Tugenden, bei denen wir instinktive Neigungen vorfinden, entsprechend zu handeln.
Bei den künstlichen Tugenden finden wir keine derartige Stütze. Sie sind bloß sozialisiert.

Stegmüller IV 355
Wunder/Wahrscheinlichkeit/Hume/Stegmüller: Wahrscheinlichkeit ist immer auf den Informationsstand zu relativieren. Humes Argument wäre aber sogar gültig, wenn Glaubwürdigkeit von Zeugen ein Naturgesetz wäre! Selbst dann wäre es nicht rational, an Wunder zu glauben. Wunder/Mackie: Unterschied:
a) Frage. welche Gesetzeshypothesen sollten aufgrund der Berichte angenommen werden?
b) das Gewichts des Beweismaterials selbst.
Wunder/MackieVsHume: auch der Berichtende selbst benötigt den Begriff eines gutbegründeten Naturgesetzes um das Ereignis als Wunder einzustufen.
IV 356
Hume berücksichtigt nirgends die Stärkung durch mehrere voneinander unabhängige Zeugen.
IV 412
Teleologischer Gottesbeweis/MackieVsHume: (im Großen und Ganzen pro Hume): aber den Analogieschluss kann man auch so deuten, dass Gott als dasjenige eingeführt wird, was die natürliche Welt verursacht und erklärt.
IV 413
Aber auch hier behielte Hume darin recht, dass sie daraus keinerlei weitere Folgerungen ergeben. Insbesondere bleibe die Beziehung zwischen Gott und Welt unerklärt. Wissenschaft/Theorie/Mackie: auch Darwins Evolutionstheorie ermöglicht keine Prognosen!
IV 414
Ordnung/Evolutionstheorie/Mackie/Stegmüller: Ordnung wird im Darwinismus nicht dadurch erklärt, dass Gott die Welt für uns geschaffen hat, sondern dass wir uns ihr angepasst haben.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983