Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Autor/Ismus
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Buchstäbliche Wahrheit Buchstäblich wahr: kann eine Theorie nur sein, wenn ihre Termini nicht in einer gegebenen Situation uminterpretiert werden dürfen. Andererseits können einige Theorien und Gesetze durch eine Reinterpretation auf Spezialfälle zutreffen, ohne wahr oder falsch zu sein.
Junktoren Putnam I (c) 87
Reinterpretation/Putnam: Reinterpretation ((s) von logischen Verknüpfungen) ist keine Darstellung, sondern Erzeugung. >Logische Verknüpfungen.
Bsp Klassische Junktoren werden mit Hilfe der intuitionistischen Junktoren nicht dargestellt, sondern die klassischen Theoreme werden erzeugt.
>Intuitionismus.
Putnam: Die Bedeutung der Junktoren ist nach wie vor nicht-klassisch, weil diese Bedeutungen mit Hilfe von Beweisbarkeit und nicht von Wahrheit erklärt werden.
Bedeutungsänderung: Bsp Angenommen, wir wollten Newtons Gesetze in intuitionistischer Mathematik formulieren, dann müssten wir die reellen Zahlen begrenzen (z.B. auf die 30. Stelle).
I (c) 88
Dann würden die Junktoren in der klassischen Theorie auf "Beweisbarkeit in B1" und in der anderen auf "Beweisbarkeit in B2" referieren. Dann würden die Junktoren ihre Bedeutung ändern, wenn sich das Wissen ändert.
I (c) 95
Realismus/Putnam: Die realistische Auffassung von Junktoren sichert, dass eine Aussage nicht allein deshalb wahr ist, weil sie aus (irgend) einer Theorie folgt.
I (c) 96
Ideale Behauptbarkeit/PutnamVsPeirce: Es kann kein "ideales Limit" sinnvoll angegeben werden und damit keine Bedingungen für die Wissenschaft spezifiziert werden. >Peirce.
PutnamVsKuhn: Wenn man nicht an Konvergenz sondern an Revolutionen glaubt, sollte man die Junktoren intuitionistisch interpretieren und Wahrheit intratheoretisch auffassen.
>Kuhn.
I (c) 97
Wahrheit/Logik/Putnam: Die Bedeutung von "wahr" und der Junktoren ist nicht durch deren formale Logik festgelegt. >Holismus/Quine: Die Unterscheidung zwischen der ganzen Theorie und einzelnen Aussagenbedeutungen ist nutzlos.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Keynesianismus Hicks Mause I 57
Keynesianismus/John R. Hicks: Der Keynesianismus versuchte, die Erkenntnisse von Keynes in die neoklassische Theorie einzubauen. >Neoklassiker.
Problem: Der neoklassische Mainstream ging davon aus, dass der Preismechanismus prinzipiell effizient und in der Lage sei, für ein Vollbeschäftigungsgleichgewicht zu sorgen.
Lösung: Und um diese kurzfristigen Phänomene erfassen zu können, wurde auf die Keynessche Analyse zurückgegriffen, die formalisiert und dem neoklassischen Theoriegebäude angegliedert wurde.(1)
>Gleichgewicht, >Arbeitsmarkt, >Arbeit.

1. J. R. Hicks, Mr. Keynes and the „classics“; a suggested reinterpretation. Econometrica 5: 1937, S. 147-159.

EconHicks I
John R. Hicks
Mr. Keynes and the "classis"; a suggested reinterpreation 1937

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Keynesianismus Tobin Mause I 57
Keynesianismus/Tobin: der Keynesianismus versuchte, die Erkenntnisse von Keynes in die neoklassische Theorie einzubauen. >Neoklassiker.
Problem: Der neoklassische Mainstream ging davon aus, dass der Preismechanismus prinzipiell effizient und in der Lage sei, für ein Vollbeschäftigungsgleichgewicht zu sorgen.
Lösung: Und um diese kurzfristigen Phänomene erfassen zu können, wurde auf die Keynessche Analyse zurückgegriffen, die formalisiert und dem neoklassischen Theoriegebäude angegliedert wurde. (1)
Weitere Vertreter des Keynesianismus waren Franco Modigliani (1918– 2003) und James Tobin (1918– 2002). Zumindest was die wirtschaftspolitischen Leitlinien anging, wichen die Keynesianer nicht von den Rezepten der „General Theory“ ab. Sie propagierten wie Keynes eine aktive Konjunkturstabilisierung durch den Staat – nicht nur durch eine antizyklische Fiskalpolitik, sondern auch durch eine entsprechende Geldpolitik.
>Geldpolitik, >Monetarismus.

1. Vgl. J. R. Hicks, Mr. Keynes and the „classics“; a suggested reinterpretation. Econometrica 5: 1937, S. 147-159.

EconTobin I
James Tobin
The Interest Elasticity of the Transactions Demand for Cash 1956

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Logik 2. Stufe Field I 37
Logik 2. Stufe/Field: In der Logik 2. Stufe haben die Quantoren kein rekursives Beweisverfahren. >Quantifikation, >Quantoren, >Logik, >Rekursion.
Quantifikation/Field: Daher ist sie hier vage und unbestimmt, aber selbst dann gilt (A >Logwahr(A)) & (~A > Logwahr(~A)) ist immer wahr. Die Vagheit bezieht sich auf das A.
II 238
Referentielle Unbestimmtheit/logische Operatoren/Logik 2. Stufe/Field: Sonderfall: Frage: Können komplexe logische Operatoren - Bsp unbeschränkte Quantoren 2. Stufe ((s) über Eigenschaften) überhaupt bestimmte Wahrheitsbedingungen haben? - Nein, z. B. kann alles was man mit ihnen ausdrückt, mit eingeschränkterer Quantifikation (über Mengen) reformuliert (reduziert) werden. Dabei hilft es nicht zu sagen, Bsp "Mit "für alle Eigenschaften" meine ich für alle Eigenschaften". >"Alles was er sagte", >Wahrheitsbedingungen, >Mengen, >Extension, >Extensionalität.
Alle/Field: Der Gebrauch von "alle" ohne Anführungszeichen ist selbst Gegenstand einer Reinterpretation. ((s) Es könnte eine widersprechende, noch unentdeckte Eigenschaft geben, die nicht unter "alle Eigenschaften" einbezogen werden dürfte.)
Field: Bsp Beschleunigung nahe Lichtgeschwindigkeit - hier würde der definitiv-Operator wiederum helfen.
VsDeflationismus: Der Deflationismus könnte einfach sagen "..alle..." ist wahr gdw. wenn alle... - Vs: Zusätzlich braucht man den definitiv-Operator, der Bedingungen fordert. Problem: Er fordert sie, aber er gibt sie nicht an! Field: Dito - bei Quantifikation höherer Stufe.

III 39
Logik 1. Stufe/2. Stufe/stärker/schwächer/Abschwächung/Field: Um die Logik 2. Stufe zur 1. Stufe abzuschwächen, können wir die Axiome 2. Stufe zu Axiomen-Schemata 1. Stufe abschwächen, nämlich dem Schema der Ersetzung und/oder der Separation. ((s) Statt eines Axioms über eine Menge ein Schema für alle Elemente?) - Problem: damit kommen viele Nicht-Standard-Modelle herein! Nämlich Modelle in denen Mengen, die in Wirklichkeit unendlich sind, die Formel erfüllen die normalerweise gerade Endlichkeit definiert. >nicht-intendiertes Modell.
III 92
Logik 2. Stufe/Field: Wir haben Logik 2. Stufe an zwei Stellen: 1. bei der Axiomatisierung der Geometrie der Raumzeit und der skalaren Ordnung von Raumzeit-Punkten haben wir...
III 93
...die "vollständige Logik der Teil-Ganzes-Relation" bzw. die "vollständige Logik der Goodmanschen Summen" - 2. (im Abschnitt B, Kapitel 8): den binären Quantor "weniger als". Diesen brauchen wir aber nicht, wenn wir Goodmansche Summen haben: Goodmansche Summe: Ihre Logik ist hinreichend, um Vergleiche von Mächtigkeiten zu geben. Aus heuristischen Gründen wollen wir aber eine Extra-Logik für Mächtigkeiten ("weniger als") beibehalten.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Situationen Asendorpf Corr I 50
Situationen/Psychologie/Asendorpf: Die Definition von Situationen ist eine schwierige Frage (Vansteenlandt und Van Mechelen 1998)(1). In der ökologischen Psychologie wird sinnvoll unterschieden zwischen einer Einstellung einer Person, die vollständig von einem Beobachter definiert wird (z.B. "Fritz ist mit seiner Mutter zusammen"), und einer subjektiven Situation, die teilweise von der Person definiert wird (z.B. "Fritz ist zusammen mit seinem Freund Hans") (Barker 1968)(2). Ob Hans ein Freund von Fritz ist, kann letztlich nicht von Beobachtern, sondern nur von Fritz selbst entschieden werden. Diese Personenabhängigkeit der situativen Definition öffnet die Tür für Persönlichkeitseinflüsse auf die Definition einer Situation selbst. So untersuchten z.B. Sarason, Shearin, Pierce und Sarason (1987)(3) den Zusammenhang zwischen selbstberichteter Einsamkeit und selbstberichteter Quantität und Qualität sozialer Beziehungen. Einsamkeit korrelierte -.28 mit der Anzahl der Beziehungen, -.53 mit der Anzahl der unterstützenden Beziehungen und -.63 mit der Zufriedenheit mit der Unterstützung anderer. Je subjektiver die Definition der Beziehungsqualität, desto höher ist der negative Zusammenhang mit der Einsamkeit. Selbst die Korrelation von -.28 mit der Anzahl der Beziehungen ist mit einem Effekt der Einsamkeit auf die Definition dessen, was eine Beziehung ist, verwechselt.
Forscher können Persönlichkeitseffekte von situativen Effekten auf zwei Arten trennen.
A. Erstens können sie ihre Analysen auf Einstellungen beschränken, die von den Beobachtern vollständig definiert werden. Z. B. Arbeit (Diener und Larsen 1984)(4), (Gosling, Ko, Mannarelli und Morris 2002(5)).
Corr I 51
B. Alternativ können Forscher eine Situation definieren, indem sie die subjektive Situationswahrnehmung über alle Akteure der Situation hinweg aggregieren. Siehe SRM-Modell von Kenny und Kollegen: >Interaktion/Kenny. Es erfordert, dass jede Situation von vielen Akteuren so beurteilt wird, dass der Einfluss der Persönlichkeit jedes Richters minimiert wird.
Charakterzüge und Situationen: Es gibt drei Hauptmöglichkeiten:
a) Menschen, die dazu neigen, Situationen entsprechend ihrer Persönlichkeit aktiv auszuwählen (anzugehen oder zu vermeiden).
b) Menschen, die durch ihre Persönlichkeit passiv Situationen hervorrufen.
c) Menschen, die durch ihre Persönlichkeit Situationen manipulieren (aktiv verändern oder gar erschaffen).
d) situative Exposition kann langfristig Persönlichkeitsmerkmale beeinflussen (Asendorpf und Wilpers 1998(6); Lytton 1990(7))

1. Vansteenlandt, K. and Van, Mechelen I. 1998. Individual differences in situation-behaviour profiles: a triple typology model, Journal of Personality and Social Psychology 75: 751–65
2. Barker, R. G. 1968. Ecological psychology: concepts and methods for studying the environment of human behaviour. Stanford University Press
3. Sarason, B. R., Shearin, E. N., Pierce, G. R. and Sarason, I. G. 1987. Interrelations of social support measures: theoretical and practical implications, Journal of Personality and Social Psychology 52: 813–32
4. Diener, E. and Larsen, R. J. 1984. Temporal stability and cross-situational consistency of affective, behavioural, and cognitive responses, Journal of Personality and Social Psychology 47: 871–83
5. Gosling, S. D., Ko, S. J., Mannarelli, T. and Morris, M. E. 2002. A room with a cue: personality judgments based on offices and bedrooms, Journal of Personality and Social Psychology 82: 379–98
6. Asendorpf, J. B. and Wilpers, S. 1998. Personality effects on social relationships, Journal of Personality and Social Psychology 74: 1531–44
7. Lytton, H. 1990. Child and parent effects in boys’ conduct disorder: a reinterpretation, Developmental Psychology 26: 683–97


Jens B. Asendorpf, “Personality: Traits and situations”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Temperament Psychologische Theorien Corr I 177
Temperament/Psychologische Theorien/Rothbart: Die osteuropäische Temperamentstradition hat ihre Wurzeln in Pavlovs (1951-52)(1) Beobachtungen individueller Unterschiede im Verhalten seiner Hunde im Labor. Pavlov verknüpfte temperament-bedingte Unterschiede zwischen den Tieren (die er für den Menschen verallgemeinern würde) mit den Eigenschaften des zentralen Nervensystems, einschließlich der Stärke der neuronalen Aktivierung. Spätere Arbeiten von Nebylitsyn (1972)(2) und anderen haben diese Ideen an die Untersuchung individueller Unterschiede bei menschlichen Erwachsenen angepasst, und obwohl sich die osteuropäischen Methoden erheblich verändert haben, bleibt die zeitgenössische Forschung stark von Pavlovs Arbeit beeinflusst (für eine Diskussion siehe Strelau und Kaczmarek 2004)(3). Im Gegensatz zur osteuropäischen Forschung konzentrierten sich die frühen Temperamentstudien im Westen mehr darauf, Regelmäßigkeiten in der Struktur individueller Unterschiede durch den Einsatz psychometrischer Techniken zu identifizieren. 1908 baten Heymans und Wiersma 3.000 Ärzte, eine Familie (Eltern und Kinder) zu beobachten und einen Temperament/Persönlichkeitsfragebogen für jedes Familienmitglied auszufüllen. >Charakterzüge, >Persönlichkeit, >Offenheit,
>Extraversion, >Introversion.
Corr I 178
In jüngerer Zeit (....) ist ein Wiederaufleben des Interesses am Temperament zumindest teilweise auf die Erkenntnis zurückzuführen, dass der Eltern-Kind-Einfluss bidirektional ist, nicht nur von Eltern zu Kindern, sondern auch von Kindern zu Eltern. Kinder bringen viel in die Interaktion mit ihren Familien ein (Bell 1968)(4), und ein großer Teil dessen, was sie mitbringen, ist mit dem Temperament verbunden. Die Temperamentforschung wurde auch mit den jüngsten Fortschritten in den Neurowissenschaften verknüpft, wobei individuelle Unterschiede im Temperament Verbindungen zu Genen und neuronalen Netzwerken sowie zu sozialen Interaktionen herstellen.
>Interaktion, >Verhalten, >Soziales Verhalten.
Corr I 179
Temperament/Thomas und Chess: (Thomas und Chess 1977)(5): Eine Inhaltsanalyse der Informationen aus den Befragungen zu den ersten 22 Säuglinge ergab neun Dimensionen der temperamentvollen Variabilität: Aktivitätsniveau, Rhythmizität, Annäherung-Rückzug, Anpassungsfähigkeit, Schwellenwert, Intensität, Stimmung, Distraktibilität und Aufmerksamkeitsspannen-Persistenz. Die Ziele der New York Longitudinal Study (NYLS) waren hauptsächlich klinisch, und es wurde nicht versucht, diese Dimensionen konzeptionell voneinander zu unterscheiden. Als Ergebnis neuerer Forschungsarbeiten wurden jedoch größere Änderungen an der NYLS-Liste vorgeschlagen (Rothbart and Bates 2006)(6). >Temperament/Rothbart, >M.K. Rothbart.

1. Pavlov, I. P. 1951–52. Complete works, 2nd edn. Moscow: SSSR Academy of Sciences
2. Nebylitsyn, V. D. 1972. Fundamental properties of the human nervous system. New York: Plenum
3. Strelau, J. and Kaczmarek, M. 2004. Warsaw studies on sensation seeking, in R. M. Stelmack (ed.), On the psychobiology of personality: essays in honor of Marvin Zuckerman, pp. 29–45. New York: Elsevier
4. Bell, R. Q. 1968. A reinterpretation of the direction of effects in studies of socialization, Psychological Review 75: 81–95
5. Thomas, A. and Chess, S. 1977. Temperament and development. New York: Brunner/Mazel
6. Rothbart, M. K., and Bates, J. E. 2006. Temperament in children’s development, in W. Damon and R. Lerner (Series eds.) and N. Eisenberg (Vol. ed.), Handbook of child psychology, vol. III, Social, emotional, and personality development, 6th edn, pp. 99–166. Hoboken, NJ: Wiley


Mary K. Rothbart, Brad E. Sheese and Elisabeth D. Conradt, “Childhood temperament” in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018
Theorien Quine I 34
Theorie muss nicht auf Absicht beruhen, wurde in der Vergangenheit verinnerlicht.
I 56
QuineVsVerifikation: sinnlos, einen Satz innerhalb mit einem außerhalb der Theorie gleichzusetzen - Intertheoretisch keine Bedeutung - keine Zusätze mit "oder" (> Goodman, Davidson,"gefälschte Theorien"), >Zusatzhypothesen, >Verifikation.
I 57
Wir behalten unsere Überzeugungen bei der Theoriebildung zunächst noch bei.
I 74
Theorie: Carnap: Termini - Quine: Sätze.
I 393
Theorie: nur Prädikation, Allquantifikation, Wahrheitsfunktion (für abgeleitete Merkmale) - allgemeine Termini (für primäre Merkmale) - (kein "weil").
I 429
Theorie: isolierte Systeme, Massenpunkt, infinitesimale Größe: Verhalten jeweils typischer, je näher man an Null kommt, daher akzeptabel - aber nicht in Ontologie zugelassen - im Gegensatz zu geometrische Gegenstände: Position von Massenpunkten hatte keinen Sinn - daher nicht individuierbar! Keine Identität! > Äquivalenz: siehe auch Quine,Wort und Gegenstand § 52, 1960(1).
I 431
Paraphrase (keine Synonymie): man könnte Newton relativistisch umformulieren. - Das wäre wie in der Kirche: "in höherem Sinne wahr". - Quine: manchmal ist das akzeptabel.
I 432
Theorie: Struktur von Bedeutung, nicht die Wahl der Gegenstände! (Ramsey,Russell). Quine: neu: auch bei physikalischen Gegenständen: die sind nämlich auch theoretisch!
Begründung: Sätze sind semantisch primär! >Frege-Prinzip.

1. Quine, W. V. (1960). Word and Object. MIT Press


II 45
Äquivalenz von Theorien: wird entdeckt, wenn man die Möglichkeit einer Uminterpretation entdeckt - beide wahr - aber unter Umständen logisch unvereinbar!
VI 134
Theorie/empirisch äquivalent/logisch äquivalent/Quine: zwei Theorien können logisch unverträglich und dennoch empirisch äquivalent sein. Bsp Riemannsche/Euklidische Geometrie. Fall 1: auch untransformierbare Theorien (in gleicher Terminologie, wobei jede gewisse Sätze impliziert, die die andere nicht impliziert) sind empirisch äquivalent - kein Problem.
Fall 2: zusätzliche theoretische Termini
Fall 3: logisch unverträglich.
Davidson: lässt sich auf Fall 2 zurückführen - weil strittige Sätze von theoretischen Termini abhängig, die eben nicht empirisch sind - daher immer noch empirisch äquivalent.
Lösung: fraglicher theoretischer Term in zwei Schreibweisen (je Theorie) - damit werden sie logisch verträglich.
VI 136
Empirisch äquivalent/logisch unverträglich/Theorie/Quine: Fall 2: (Theorie für globale Welten, ohne Kontexteinbettung). Lösung. exotischer Termini (ohne Vorhersagekraft) eliminieren.
Pointe: dann geht es um Kohärenz (sonst QuineVsKohärenztheorie).
Elimination: ist gerechtfertigt dadurch, dass wir außer unseren eigenen Theorie keinen Zugang zur Wahrheit haben
VI 139
Empirisch äquivalent/logisch unverträglich/Theorie/Quine: Variante/Davidson: beide Theorien gelten, W-Prädikat: in umfassender, neutraler Sprache. >Metasprache,
QuineVsDavidson: wie viel weiter sollen sich dann die Variablen erstrecken? - wir brauchen Einhalt, weil wir keine dritte Theorie wollen.
Bsp "Alles könnte anders sein"/Pointe: die beiden System beschreiben auf jeden Fall dieselbe Welt - rein verbale Frage.

XII 70
Theorieform/Quine: nach Abstraktion der Bedeutungen des nicht-logischen Vokabulars und vom Wertebereich der Variablen - Reinterpretation der Theorieform liefert Modelle. >Reinterpretation, >Modelle, >Abstraktion.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Wahrheitsprädikat Davidson Rorty VI 20
"Wahr"/ Davidson: "Wahr" ist kein Name einer Beziehung zwischen sprachlichen Aussagen und der Welt. Mit anderen Worten: der Ausdruck "wahr" sollte weder analysiert noch definiert werden. Es gibt kein Ding, das Sätze und Theorien wahr macht. >Wahrmachen. "Wahr" ist mit überhaupt nichts synonym! Weder mit "nach unseren Erkenntnissen gerechtfertigt" doch mit "aufgrund der Verhältnisse in der Welt gerechtfertigt".

Glüer II 27
W-Prädikat/Tarski: Problem: DavidsonVsTarski: Objektsprache (OS) und Metasprache (MS) sollten das Prädikat "wahr" enthalten. >Objektsprache, >Wahrheitstheorie. Das in der Metasprache definierte W-Prädikat kann nämlich in die Objektsprache zurückübersetzt werden. Lösung/Davidson: erst gar keine W-Definition aufstellen - statt dessen:
W-Theorie /Davidson: Reinterpretation der Konvention W als Angemessenheitskriterium für W-Theorien natürlicher Sprachen.
Glüer II 28
W-Prädikat/Tarski: jedes Prädikat, das korrekte Übersetzungen liefert, ist ein W-Prädikat. - Damit setzt er Bedeutung voraus, um Wahrheit zu explizieren.
Glüer II 122
W-Prädikat/TarskiVsDavidson: liefert eine strukturelle Beschreibung einer Sprache, deren Übersetzung bekannt ist. - Das W-Prädikat leistet keinen Beitrag zur Wahrheitstheorie! - Es ist bei Tarski nicht interpretiert - ((s) Wir wissen noch nicht, was Wahrheit ist.) - W-Prädikat/DavidsonVsTarski: ist vortheoretisch interpretiert. - ((s) Wir wissen schon, was Wahrheit ist.) - ((s) Def interpretiert/(s) : wissen, was ein Wort bedeutet.)
Rorty IV 22
Wahr/Davidson/Rorty: "Wahr" entspricht keiner Beziehung zwischen sprachlichen Ausdrücken und der Welt. - Keine Korrespondenz. >Korrespondenztheorie.

Davidson I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

Davidson I (a)
Donald Davidson
"Tho Conditions of Thoughts", in: Le Cahier du Collège de Philosophie, Paris 1989, pp. 163-171
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (b)
Donald Davidson
"What is Present to the Mind?" in: J. Brandl/W. Gombocz (eds) The MInd of Donald Davidson, Amsterdam 1989, pp. 3-18
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (c)
Donald Davidson
"Meaning, Truth and Evidence", in: R. Barrett/R. Gibson (eds.) Perspectives on Quine, Cambridge/MA 1990, pp. 68-79
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (d)
Donald Davidson
"Epistemology Externalized", Ms 1989
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (e)
Donald Davidson
"The Myth of the Subjective", in: M. Benedikt/R. Burger (eds.) Bewußtsein, Sprache und die Kunst, Wien 1988, pp. 45-54
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson II
Donald Davidson
"Reply to Foster"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Davidson III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

Davidson IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Davidson V
Donald Davidson
"Rational Animals", in: D. Davidson, Subjective, Intersubjective, Objective, Oxford 2001, pp. 95-105
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000