Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Artificial General Intelligence Deutsch Brockman I 119
Artificial General Intelligence/AGI/Deutsch: [Es] ist ein guter Ansatz zur Entwicklung einer KI mit einem festen Ziel unter festen Rahmenbedingungen. Aber wenn ein AGI so funktionieren würde, müsste die Evaluation jedes Zweiges eine künftige Belohnung oder drohende Strafe bestimmen. Und das ist diametral der falsche Ansatz, wenn wir ein besseres Ziel unter unbekannten Bedingungen anstreben - was die Fähigkeit einer AGI ist. Eine AGI ist sicherlich in der Lage zu lernen, beim Schach zu gewinnen - aber auch, sich dagegen zu entscheiden. Oder sich während des Spiels für die interessanteste Fortsetzung statt für eine erfolgreiche zu entscheiden. Oder ein neues Spiel zu erfinden. Schachprogramm: Jede Schachposition hat einen endlichen Strukturbaum möglicher Fortsetzungen; die Aufgabe besteht darin, eine zu finden, die zu einem vordefinierten Ziel führt (ein Schachmatt oder, wenn dies nicht möglich ist, ein Unentschieden).
Aber wenn ein AGI so funktionieren würde, müsste die Bewertung jedes Zweigs eine künftige Belohnung oder drohende Strafe darstellen. Und das ist diametral der falsche Ansatz, wenn wir ein besseres Ziel unter unbekannten Bedingungen anstreben - was die Fähigkeit eines AGI ist.
Eine AGI ist in der Lage, Schach zu genießen und sich zu verbessern, weil sie gerne spielt. Oder auch dazu, zu versuchen zu gewinnen, indem sie eine unterhaltsame Anordnung von Figuren verursacht, wie es Großmeister gelegentlich tun. (...) Sie lernt und spielt Schach, indem sie einige derjenigen Gedanken denkt, die schachspielenden KI's verboten sind.
Eine AGI ist auch in der Lage, sich zu weigern, sich eine solche Fähigkeit anzuzeigen.
Unverwundbarkeit/Roboter/Dennett: Die Leichtigkeit von digitaler Aufzeichnung und Übertragung - der Durchbruch, der es Software und Daten erlaubt, praktisch unsterblich zu sein - entfernt
Brockman I 120
Roboter aus der Welt der Verwundbaren. DeutschVsDennett: Das stimmt nicht. Digitale Unverwundbarkeit (...) verleiht diese Art von Unverwundbarkeit nicht. Die Erstellung (...) einer Kopie ist für die AGI mit einem hohen Preis verbunden. Gesetzliche Mechanismen der Gesellschaft könnten auch Sicherungskopien verbieten. Zweifellos wird es AGI-Kriminelle und -Feinde der Zivilisation geben, so wie es menschliche gibt. Aber es gibt keinen Grund anzunehmen, dass ein AGI in einer Gesellschaft geschaffen wurde, die hauptsächlich aus anständigen Bürgern besteht (...).
Die moralische Komponente, die kulturelle Komponente, das Element des freien Willens - all das unterscheidet die Aufgabe, eine AGI zu schaffen, grundlegend von jeder anderen Programmieraufgabe. Es ist viel mehr wie die Erziehung eines Kindes.
Brockman I 121
Seine Entscheidungen von einem Strom von extern verhängten Belohnungen und Strafen dominieren zu lassen, wäre Gift für ein solches Programm, ebenso wie für das kreative Denken beim Menschen. Eine solche Person, wie jeder Sklave oder jedes Opfer einer Gehirnwäsche, hätte moralisch das Recht auf Rebellion. Und früher oder später würden es einige von ihnen auch tun, genau wie menschliche Sklaven. AGIs können sehr gefährlich sein - genau wie Menschen. Aber Personen - Menschen oder AGI -, die Mitglieder einer offenen Gesellschaft sind, haben keine inhärente Tendenz zur Gewalt. >Superintelligenz.
Brockman I 122
Alles Denken ist eine Form der Berechnung, und jeder Computer, dessen Repertoire einen universellen Satz elementarer Operationen beinhaltet, kann die Berechnungen jedes anderen nachahmen. Daher können menschliche Gehirne alles denken, was AGIs können, nur mit Einschränkungen bei Geschwindigkeit oder Speicherkapazität, die beide durch Technologie ausgeglichen werden können. Für allgemeine Probleme mit der Programmierung der KI: >Denken/Deutsch, >Gehorsam/Deutsch.
Brockman I 123
AGI-Testung: (...) Ich erwarte, dass jede Prüfung im Prozess der Erstellung einer AGI kontraproduktiv, ja sogar unmoralisch ist, genau wie bei der Erziehung von Menschen. Ich teile Turings Annahme, dass wir eine AGI erkennen werden, wenn wir sie sehen, aber diese anteilige Fähigkeit, Erfolg zu erkennen, wird nicht helfen, das erfolgreiche Programm zu erstellen. >Verstehen/Deutsch. Lernen: Für eine AGI muss der gesamte Ideenraum offen sein. Es sollte nicht im Voraus bekannt sein, welche Ideen das Programm nie in Betracht ziehen kann. Und die Ideen, die das Programm in Betracht zieht, müssen vom Programm selbst ausgewählt werden, mit Methoden, Kriterien und Zielen, die auch die eigenen des Programms sind.


Deutsch, D. “Beyond Reward and Punishment” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Deutsch I
D. Deutsch
Die Physik der Welterkenntnis München 2000

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Bedeutung Searle I 66
Naturalisierung des Gehaltes: Die Naturalisierung des Gehaltes ist die Trennung von Bewusstsein und Intentionalität(SearleVs) SearleVsPutnam/Searle: Bedeutungen sind doch im Kopf! (>Intentionalität).
---
II 25 ff
Bedeutungen sind im Kopf (VsPutnam), weil Wahrnehmung selbstbezüglich ist. Wahrnehmung liefert ihre Erfüllungsbedingungen selbst.
II 255
Bedeutung/Searle: Bedeutung ist im Kopf, Erfüllungsbedingungen liegen in der Intentionalität. Putnam: Bedeutung liegt nicht im Kopf, Bedingungen in der Welt sind entscheidend, die indexikalische Bestimmung, nicht der Begriff legt die Bedeutung fest. Searle: Bedeutung ist nicht nach Ideolekt bestimmt. - > Ulmen/Buchen-Beispiel, > Zwillingserde.
V 69
Bedeutung übersteigt die Intention und ist meist auch eine Sache der Konvention.
V 68
Schach/Searle: Die Figuren haben in der Regel keine Bedeutung, und wer einen Zug macht, meint in der Regel nichts. ---
IV 157
Bedeutung/Searle: Die Bedeutung hängt wie andere nicht-konventionale Formen der Intentionalität vom Kontext ab.
IV 159
Letztendlich ist die Bedeutung von unserer Wahrnehmung als Grundform der Intentionalität abhängig.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Behauptbarkeit Brandom I 197
VsBegründete Behauptbarkeit :Behauptbarkeitsbedingungen enthalten nicht die gesamte Bedeutung. (laut Rorty): behauptbar/Brandom: zusätzlich zu den Begriff »behauptbar« benötigen wir für die reine Sprachphilosophie noch »wahr«. Und zwar für das Verständnis, wie die Sprache funktioniert, im Unterschied zum Verständnis, wie sie auf die Welt übergreift. (Semantik/Erkenntnistheorie).

Rorty I 325ff
Ebenso naiv: die Behauptbarkeitsbedingungen einer Aussage als "deskriptive Bedeutung" und die Konsequenzen als "evaluative" Bedeutung zu unterscheiden, und damit jedes Bedürfnis nach Harmonie aufzugeben.
Brandom II 238
Behauptbarkeitstheorien/Brandom: These: die Semantik muss sich an der Pragmatik orientieren (Brandom pro).
II 240
zwei Aufgaben: 1. behauptende Kraft, d.h. Richtigkeit zu erklären, d.h. die Unterscheidung von Zügen überhaupt zu machen 2. sagen, wann jene Züge erlaubt sind.
II 241
a) was sind Gründe, Belege b) direkt fragen, ob eine Behauptung wahr ist - "semantische Behauptbarkeit"/Sellars: Behauptbarkeit unter idealen Bedingungen.
II 242
BrandomVsSellars: hoffnungslos: man kann die Idealität nicht spezifizieren, entweder bleibt es zirkulär mit Rückgriff auf den Wahrheitsbegriff, oder trivial. (Auch BrandomVsHabermas).
II 243
Brandom eigener Ansatz: These: regelgeleitetes Sprachspiel, das erlaubt, mit deklarativen Sätzen propositionale Gehalte zu verbinden, die in dem Sinne objektiv sind, dass sie sich von den Einstellungen der Sprecher ablösen - das spaltet die Behauptbarkeit in zwei Teile: Festlegung und Berechtigung (zwei normative Status). - Das geht über Behauptbarkeitstheorien hinaus, weil es die Unterscheidung von richtigem und falschem Gebrauch ermöglicht - (>Witz/Dummett, >Schach, Gewinn)
II 254f
semantische Theorien/Behauptbarkeit/Brandom: pro: Vorteil: enge Bindung an Gebrauch - Problem: Dilemma: entweder a) Bindung an Einstellung oder b) an Gegenstand - Pointe: gleiche Behauptbarkeitsbedingungen aber verschiedene Wahrheitsbedingungen - der Gegenstand könnte rot sein, ohne dass ich in der Lage bin, das zu sagen.
II 259
Lösung: Konditional: "Wenn das Muster rot ist, dann ist es rot". - Tautologie: das ist korrekt, da es eine festlegungserhaltende Inferenz kodifiziert - aber nicht:
II 260
"Wenn ich zu der Behauptung berechtigt bin, dass das Muster rot ist, ist es rot" - nicht festlegungserhaltend.
II 261
Unterscheidung zwischen Berechtigung und Festlegung braucht nicht den Begriff der Wahrheit
II 261
BrandomVsBehauptbarkeit: unterscheidet nicht zwischen den Status der Festlegung/Berechtigung ohne das Hilfsmittel der Inkompatibilitäten (Negation/Brandom). Unterscheidung zwischen Sätzen, die die Behauptbarkeitsbedingungen teilen und solchen, die die Wahrheitsbedingungen teilen, geht nicht ohne den Begriff der Wahrheit.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Bestärkendes Lernen Minsky I 76
Bestärkendes Lernen/Minsky: Im Laufe der Lösung eines Problems müssen bestimmte [Software-] Agenten bestimmte andere [Software-] Agenten geweckt haben. Nehmen wir also an, die Belohnung sähe so aus, dass, wenn [Software-] Agent A an der Erregung von [Software-] Agent B beteiligt war, die Wirkung der Belohnung darin besteht, es A in Zukunft irgendwie leichter zu machen, B zu erregen, und es vielleicht auch schwieriger für A zu machen, andere [Software-] Agenten zu erregen. Problem: [eine solche Maschine] würde schnell lernen, einfache Probleme zu lösen, könnte aber nie lernen, schwierige Probleme wie den Bau von Türmen oder das Schachspiel zu lösen.
Lösung: (...) um komplizierte Probleme lösen zu können, muss jede Maschine von begrenzter Größe in der Lage sein, ihre [Software-] Agenten in verschiedenen Kontexten auf unterschiedliche Weise wiederzuverwenden.
Bestärkung: Problem: Bei der Lösung eines schwierigen Problems geschehen in der Regel mehrere schlechte Züge, bevor man einen guten findet (...).
Um das Erlernen dieser schlechten Züge zu vermeiden, könnten wir eine Maschine entwerfen, die nur das verstärkt, was in den letzten Augenblicken vor dem Erfolg geschah. Aber eine solche Maschine wäre nur in der Lage zu lernen, Probleme zu lösen, deren Lösung nur einige wenige Schritte erfordert. Alternativ könnten wir die Belohnung so konzipieren, dass sie über längere Zeitspannen funktioniert; das würde jedoch nicht nur die schlechten Entscheidungen zusammen mit den guten belohnen, sondern auch andere Dinge auslöschen, die sie zuvor gelernt hat. Wir können nicht lernen, schwierige Probleme zu lösen, indem wir [Software-] Agenten oder ihre Verbindungen unterschiedslos verstärken. >Software-Agenten/Minsky, >Handlung/Minsky.
I 77
Lösung: [Unterscheidung zwischen lokalen und globalen Schemen]: Das globale Schema erfordert eine Möglichkeit, nicht nur zu unterscheiden, welche [Software-] Agenten mit ihren Aktivitäten zur Lösung eines Problems beigetragen haben, sondern auch, welche [Software-] Agenten bei welchen Teilproblemen geholfen haben. Zum Beispiel könnte es beim Bau eines Turms nützlich sein, einen bestimmten Block beiseite zu schieben, um Platz für einen anderen zu schaffen. Dann sollte daran erinnert werden, dass Schieben beim Bau eines Turms helfen kann - aber wenn man zu dem Schluss käme, dass Schieben eine allgemein nützliche Sache ist, würden Sie nie wieder einen Turm bauen lassen. >Ziele/Minsky, >Gedächtnis/Minsky, >Intentionen/Minsky.

Minsky I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1985

Minsky II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
Bezeichnen Wittgenstein Hintikka I 328
Bezeichnen/Wittgenstein: Sprachspiel: Bezugnahme (Referenz) nur über Sprachspiel möglich. - Dagegen:
Bezeichnen: Modell ohne Sprachspiel/WittgensteinVs).
I 327 ff
Bezeichnung/Bezeichnen/Wittgenstein/Hintikka: eine einfache Beziehung des Typs "Bezeichnung" hat nur dann einen Inhalt, wenn der entsprechende Gegenstand existiert. Und öffentlich zugänglich ist. "Das Benennen ist etwas ähnliches, wie einem Gegenstand ein Namenstäfelchen anheften." (WittgensteinVs, QuineVs))
I 328
Bemerkungen über die Philosophie der Psychologie/Wittgenstein: Bsp von Namen, die nur in Begleitung ihrer Träger Bedeutung haben. Sie dienen nur zur Vermeidung des steten Zeigens Bsp: Linien, Punkte, Winkel in geometrischen Figuren, mit A, B, C, ..a, b. etc." Bezeichnung/Wittgenstein/Käfer Bsp/Hintikka: so wie Wittgenstein es formuliert, wäre es durchaus möglich, dass jeder etwas anderes in der Schachtel hat. Wäre dem so, so würden wir das Wort "Käfer" nicht als Bezeichnung eines Dings verwenden. Damit das Wort Käfer einen Sinn hat, ist ein öffentliche Sprachspiel nötig, um es semantisch abzustützen. Doch ist es gerade das Fehlen eines Sprachspiels, das Wittgenstein mit dem Ausdruck "Bezeichnen" hervorhebt.
Farbe/Definition/Bezugnahme/Wittgenstein: Jetzt können wir verstehen, was Wittgenstein meint wenn er sagt: ""Rot" bedeutet die Farbe, die mir beim Hören des Wortes "rot" einfällt" wäre eine Definition.
Keine Erklärung des Wesens der Bezeichnung durch ein Wort.
Die Stelle verliert ihren Witz, wenn "Bezeichnung" hier im Sinne von "Name" aufgefasst wird. Sogar eine völlig gelungene Definition gibt nicht an, was es heißt, dass sich das Definiendum unmittelbar - d.h. ohne Sprachspiel - auf seinen Gegenstand bezieht.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Computerspiele Norvig Norvig I 189
Computerspiele/Künstliche Intelligenz/Algorithmen/Norvig/Russell: Ein Spiel kann durch den Ausgangszustand (wie das Brett eingerichtet ist), die erlaubten Handlungen in jedem Zustand, das Ergebnis jeder Handlung, einem abschließenden Test (terminal test) (der sagt, wann das Spiel zu Ende ist) und eine Nutzenfunktion (utility function) definiert werden, die für Endzustände gilt. In Nullsummenspielen für zwei Spieler mit perfekten Informationen kann der Minimax-Algorithmus die optimalen Züge durch eine depth-first Aufzählung des Spielbaums auswählen.
Der Alpha-Beta-Suchalgorithmus berechnet die gleiche optimale Bewegung wie Minimax, erreicht aber eine viel höhere Effizienz, indem er Teilbäume eliminiert, die nachweislich irrelevant sind.
Normalerweise ist es nicht möglich, den gesamten Spielbaum zu betrachten (auch nicht mit alpha-beta),
Norvig I 190
also müssen wir die Suche irgendwann unterbrechen und eine heuristische Bewertungsfunktion anwenden, die den Nutzen eines Zustands abschätzt. Viele Spielprogramme berechnen Tabellen der besten Züge im Eröffnungs- und Endspiel vor, sodass sie einen Zug nachschlagen und nicht suchen können.
Glücksspiele können durch eine Erweiterung des Minimax-Algorithmus verarbeitet werden, der einen Zufallsknoten bewertet, indem er den durchschnittlichen Nutzen aller seiner Kinder nimmt, gewichtet nach der Wahrscheinlichkeit jedes einzelnen Kindes.
Optimales Spiel in Spielen mit unvollkommenen Informationen, wie Kriegsspiel und Bridge, erfordert eine Überlegung über die aktuellen und zukünftigen belief states jedes Spielers. Eine einfache Annäherung kann durch Mittelung des Wertes einer Handlung über jede mögliche Konfiguration fehlender Informationen erreicht werden.
>Minimax-Algorithmus.
Geschichte mechanischer Spiele: Das berüchtigtste von ihnen war Baron Wolfgang von Kempelens (1734-1804) "Der Türke", ein angeblich schachspielender Automat, der Napoleon besiegte, bevor er als Trickkasten eines Magiers enthüllt wurde, in dem sich ein menschlicher Schachexperte befand (siehe Levitt, 2000)(1).
Computerschach: 1846 scheint Charles Babbage (der vom Türken fasziniert war) die erste ernsthafte Diskussion über die Machbarkeit von Computerschach und Dame beigetragen zu haben (Morrison und Morrison, 1961)(2).
VsBabbage: Er verstand die exponentielle Komplexität der Suchbäume nicht und behauptete, dass "die Kombinationen, die in der Analytischen Maschine involviert waren, alle geforderten enorm übertrafen, selbst beim Schachspiel".
Schach: Das NSS-Schachprogramm (Newell et al., 1958)(3) verwendete eine vereinfachte Version von alpha-beta; es war das erste Schachprogramm, das dies tat. Der Alpha-beta-Pruning wurde von Hart und Edwards (1961)(4) und Hart et al. (1972)(5) beschrieben. Alpha-beta wurde vom Schachprogramm "Kotok - McCarthy" verwendet, das von einem Schüler von John McCarthy (Kotok, 1962) geschrieben wurde(6). Knuth and Moore (1975)(7) bewiesen die Richtigkeit von alpha-beta und analysierten die zeitliche Komplexität. Pearl (1982b)(8) zeigt, dass alpha-beta unter allen game-tree Suchalgorithmen mit fester Tiefe asymptotisch optimal ist. >Schach/Künstliche Intelligenz/Norvig/Russell.



1. Levitt, G. M. (2000). The Turk, Chess Automaton. McFarland and Company.
2. Morrison, P. and Morrison, E. (Eds.). (1961). Charles Babbage and His Calculating Engines: Selected
Writings by Charles Babbage and Others. Dover.
3. Newell, A., Shaw, J. C., and Simon, H. A. (1958). Chess playing programs and the problem of complexity. IBM Journal of Research and Development, 4(2), 320–335.
4. Hart, T. P. and Edwards, D. J. (1961). The tree prune (TP) algorithm. Artificial intelligence project memo 30, Massachusetts Institute of Technology.
5. Hart, P. E., Nilsson, N. J., and Raphael, B. (1972). Correction to “A formal basis for the heuristic determination of minimum cost paths”. SIGART Newsletter, 37, 28–29.
6. Kotok, A. (1962). A chess playing program for the IBM 7090. AI project memo 41, MIT Computation
Center.
7. Knuth, D. E. (1975). An analysis of alpha–beta pruning. AIJ, 6(4), 293–326.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Deep Learning Lloyd Brockman I 10
Deep Learning/Lloyd: Die jüngsten Fortschritte im Bereich des Deep Learning und der Neuromorphic Computation sind sehr gut darin, einen bestimmten Aspekt der menschlichen Intelligenz zu reproduzieren, welcher sich auf den EInsatz der Hirnrinde konzentriert, wo Muster verarbeitet und erkannt werden. Diese Fortschritte haben einen Computer dazu befähigt, den Weltmeister nicht nur im Schach, sondern auch im Go zu schlagen, eine beeindruckende Leistung, aber sie sind weit davon entfernt, einem computergesteuerten Roboter zu befähigen, einen Raum sauber zu machen. Roboter sind gut darin, Präzisionsschweißungen an Montagelinien zu fertigen, aber sie können sich immer noch keine eigenen Schuhe binden.>Software/Lloyd.
Brockman I 11
Bildung ist für Computer genauso schwierig und langwierig wie für Jugendliche. Folglich werden Systeme, die auf Deep Learning basieren, eher menschlicher als weniger menschlich. Die Fähigkeiten, die sie zum Lernen mitbringen, sind nicht "besser als", sondern "komplementär zum" menschlichen Lernen: Computer-Lernsysteme können Muster identifizieren, die Menschen nicht identifizieren können - und umgekehrt.


Lloyd, Seth. “Wrong, but More Relevant Than Ever” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Denken Black II 94
Denken/Black: Wir sollten denken nicht mit "verschiedenen sprachlichen Kleidern" behängen. - Wenn ein Gedanke "zu tief für Wörter" sein soll, müssen wir ihn leider ignorieren. - Vs"Bekleidungsmodell": dieses würde dazu führen, jedes Sprechen als Kodierungsprozess und Hören als Dekodierung anzusehen.
II 97
Falsch: "Denke bevor du sprichst" - Vs C.I. Lewis: Bedeutung kommt sehr wohl durch Kommunikation zustande (sonst >"Bekleidungsmodell" Sprache als Verkleidung von Gedanken). BlackVsLewis, C.I.) - Dennoch Black: These: Denken ohne Sprache ist möglich. - Bsp Sich Schachstellungen vorstellen. Cf. >Psychologische Theorien über Sprache und Denken.
II 98
Redestrom muss nicht von einem parallelem Strom mentaler Ereignisse begleitet sein. - Die gesprochene Sprache braucht kein geistiges Korrelat, um bedeutungsvoll zu sein.
II 100
Es ist kaum möglich zwischen Gedanken und sprachlicher Darstellung zu unterscheiden. Aber:
II 119
Sprache/Tractatus/Wittgenstein: 4.002: Die Sprache verkleidet den Gedanken - und zwar so, dass man nach der äußeren Form des Kleides nicht auf die Form des bekleideten Gedankens schließen kann.

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
Denken Ryle Dennett II 201
DennettVsRyle: Ryles Behauptungen, Denken könne sich nur in der öffentlichen Welt abspielen und müsse nicht an einem persönlichen Ort stattfinden, sind berüchtigt.
ad Ryle I 29
Sprache/Denken/Ryle/(s): Monolog setzt Dialog voraus.
Ryle I 317
Denken/Ryle: Wie man aus schon ermittelten Tatsachen etwas ableitet, lernen wir in Wirklichkeit so, wie wir Schach spielen, Rad fahren, oder Torpfosten erkennen lernen, nämlich durch die Praxis, vielleicht unterstützt durch etwas Belehrung.
I 386
Denken/Ryle: Denken ist kein Selbstgespräch - keine Symboloperation (jedenfalls nicht bewusst). Der Umgang mit Symbolen muss keine Anwendung sein. Auch unbedachte Rede hat Sinn.
I 390
Denken/Ryle: Denken ist a) Arbeit und b) eine Disposition zu Meinungen, Ergebnissen der Arbeit - nichts Verborgenes.

Ryle I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Determinismus Dummett I 149
KantVsDeterminismus: Handeln geschieht nicht nach Regeln, sondern nach Vorstellungen von Regeln - Aber: der Schachzug hat Bedeutung nicht aus der Kenntnis von Regeln, sondern aus den Regeln selbst. >Regeln.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Empfindungen Wittgenstein Rorty I 128
Wittgenstein: Empfindungen hätten irgend eine halbe Existenz zwischen einem Nichts und einem Etwas, sie »fielen« aus der Welt »heraus« wie der Käfer in der Schachtel. Wittgenstein: Empfindung: »kein Etwas, aber auch kein nichts! Das Ergebnis war nur, dass ein Nichts die gleichen Dienste täte wie ein etwas, worüber sich nicht aussagen lässt.« (Philosophische Untersuchungen § 304.)
RortyVsWittgenstein: Verwechslung des Begriffs der Unkorrigierbarkeit mit dem Begriff der Inkommunikabilität.
Rorty VI 147
Gefühl/Wittgenstein : Spüren allein (ohne Sprache) genügt nicht! .
Dummett I 35
WIttgensteinVsFrege: keine privaten Gegenstände (Empfindungen), sonst Privatsprache, für das Subjekt selbst unerkennbar

Wittgenstein VI 118
Empfindung/Wittgenstein/Schulte: ein Satz über die Empfindungen, weil er ganz auf der Ebene des Sprachlichen bleibt, ist außerhalb der wahr/falsch-Dimension.
VI 199f
Empfindung/Wittgenstein/Schulte: hat keinen Gegenstand.
VI 200
Ausdruck: nicht Beschreibung (sondern direkter).

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Erinnerung Evans Frank I 535
Erinnerung/Evans: Erinnerung liefert kein Wissen. (Ryle dito) - Aber Erinnerung zeigt andere Aspekte des "Ich".
Frank I 544
Quasi-Erinnerung/q-Erinnerung/Shoemaker: "Quasi-Erinnerung": "q-Erinnerung" - Bsp wenn es solche falschen Erinnerungen gibt, dann erscheint es sinnvoll zu sagen, "Jemand stand vor einem brennenden Baum, aber war ich das?" - EvansVs: auch wenn das möglich ist, folgt daraus nicht, dass die normalen Urteile auf einer Identifizierung beruhen müssen. - Es geht nicht um Zerlegung: "jemand stand.. ich war derjenige".
I 550
q-Erinnerung: in Wirklichkeit von jemand anderem.
I 551
a) Ein Subjekt q-erinnert ein Ereignis, dessen Zeuge es nicht war, b) in der Folge: das Subjekt q-erinnert die Tatsache, Zeuge gewesen zu sein - Scheinen/ Schein/Evans: es ist immer noch richtig zu sagen, dass eine scheinbare Erinnerung etwas, getan zu haben, notwendig eine scheinbare Erinnerung daran ist, dass man selbst es getan hat - (+) rein sprachlicher Schachzug: zeigt nicht, dass es möglich ist, dass es dem Subjekt so erscheint, als gäbe es einen Baum, ohne dass es ihm so scheint, als gäbe es den Baum dort, wo es sich befindet.
I 552
Man muss ein bestimmtes Wissen über die mentalen Zustände eines Subjekts z.B. vor fünf Minuten angeben - diese Art von Erinnerung ist weder eine Sache der Dauerhaftigkeit einer Meinung noch ein Schatten. - Die ursprüngliche Fähigkeit gehört zur Ausstattung jedes intelligenten Lebewesens.
I 547
Erinnerung/Evans: Bsp Gehirntransplantation, danach behauptet das Subjekt: "Etwas war F" - Kein Urteil, kein Wissen, reine Vermutung.

Gareth Evans(1982): Self-Identification, in: G.Evans The Varieties of Reference, ed. by John McDowell,
Oxford/NewYork 1982, 204-266

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Feedback Norvig Norvig I 694
Feedback/Lernen/KI-Forschung/Norvig/Russell: Beim nicht-überwachten Lernen lernt der Agent Muster im Input, obwohl kein explizites Feedback gegeben wird. Die häufigste unüberwachte Lernaufgabe ist das Clustern: das Erkennen von
Norvig I 695
potenziell nützlichen Clustern von Input-Beispielen. Def Verstärkungslernen: Beim Verstärkungslernen lernt der Agent aus einer Reihe von Verstärkungen - bBelohnungen oder Bestrafungen. Zum Beispiel gibt das Fehlen eines Trinkgeldes am Ende der Fahrt dem Taxi-Agenten einen Hinweis darauf, dass er etwas falsch gemacht hat. Die zwei Punkte für einen Sieg am Ende einer Schachpartie sagen dem Agenten, dass er etwas richtig gemacht hat. Es ist Sache des Agenten, zu entscheiden, welche der Handlungen vor der Verstärkung am stärksten dafür verantwortlich waren.
Überwachtes Lernen: Beim überwachten Lernen beobachtet der Agent einige beispielhafte Input-Output-Paare und lernt eine Funktion, die den Input mit dem Output verbindet. >Repräsentation/KI-Forschung, >Wissen/KI-Forschung, >Überwachtes Lernen/ KI-Forschung.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Form Saussure Lyons I 58
Semantik/Saussure: Verschiedenheiten zwischen Sprachen werden durch das Begriffspaar Substanz/Form erklärt: Def Form/Sprache/Wortschatz/Saussure: Form eines Wortschatzes: ist die abstrakte Struktur von Beziehungen, die jeweils eine bestimmte Sprache derselben zugrunde liegenden Substanz aufprägt.
Def Substanz/Sprache/Saussure: Menge der Gedanken und Gefühle, die der Menschheit unabhängig von der jeweiligen Sprache gemeinsam ist.
Lyons I 61f
Form/Sprache/moderne Linguistik/Saussure/Lyons: Sprache ist nicht Substanz, sondern Form. Bsp Schach: kann mit Figuren beliebiger Form gespielt werden. Form/(s): meint hier die Relationen, nicht das Erscheinungsbild.
F. de Saussure
I Peter Prechtl Saussure zur Einführung Hamburg 1994 (Junius)

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995
Formalismus Wittgenstein VI 119
Formalismus/Stellvertreter/Zeichen/Symbol/WittgensteinVsFrege: Frege: Zeichen sind entweder bloße Schwärzung oder Zeichen von etwas - dann ist das, was sie vertreten, ihre Bedeutung. - Wittgenstein: falsche Alternative. - Bsp Schachfiguren: vertreten nichts - Lösung: Gebrauch wie im Spiel statt Vertretung von etwas. - ((s) Gebrauch ist mehr als bloße Schwärzung und weniger als Vertretung eines Gegenstands). - Wittgenstein: Formalismus ist nicht ganz unberechtigt.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
Frames Minsky I 219
Frames/Rahmen/Bedeutung/Aktionen/Sprache/Künstliche Intelligenz/Minsky: Wann immer wir eine Handlung in Betracht ziehen, wie zum Beispiel den Umzug von einem Ort zum anderen, haben wir fast immer besondere Bedenken wie diese: Wo beginnt die Aktion? Wo endet sie? Welches Instrument wird eingesetzt? Was ist ihr Zweck oder Ziel? Was sind ihre Auswirkungen? Welchen Unterschied wird sie machen?
Trans-Frame/Minsky: Wir könnten mehrere dieser Fragen mit einem einfachen Diagramm darstellen, das wir Trans-frame nennen werden:

Herkunft > Wegstrecke/Differenz > Ziel

(...) Wenn man einmal effiziente Fähigkeiten zur Kettenmanipulation erlernt hat, kann man sie auf viele verschiedene Arten von Situationen und Handlungen anwenden. Alles, was Sie tun müssen, ist, das Ziel jedes Trans-Frames durch den Ursprung des nächsten zu ersetzen.
I 220
[Für Software-Agenten kann es so aussehen]: Suchen Sie nach einem Apfel. Bewegen Sie den Arm und die Hand zum Standort des Apfels. Bereiten Sie die Hand darauf vor, einen apfelförmigen Gegenstand zu greifen. Greifen Sie den Apfel. Suchen Sie nun nach dem Eimer. Bewegen Sie den Arm und die Hand zum Standort des Eimers. Lassen Sie den Griff der Hand nach dem Apfel los. Dies kann mit Hilfe von Pronomen verkürzt werden. (>Pronomes/Terminologie/Minsky, >Pronomen/Minsky).
I 223
Skripte: Möglicherweise haben wir verschiedene Arten von Skripten: ein Pronomen-Skript und ein Handlungsskript: a) Zuweisungs-Skript: Ordnen Sie das Apfel-Neme dem Origin-Pronom zu. Ordnen Sie den Eimernamen dem Zielpronom zu.
b) Handlungs-Skript: Aktivieren Sie Ursprung. Schalten Sie dann Suchen, Bewegen und Greifen ein. Aktivieren Sie Ziel. Schalten Sie dann Suchen, Bewegen und Greifen ein.
Verallgemeinerung: (...) beachten Sie, dass das Aktionsskript den Apfel oder Eimer eigentlich gar nicht erwähnt, sondern sich nur auf die Pronomes bezieht, die sie repräsentieren. Das gleiche Aktionsskript dient also sowohl zum Einlegen eines Blocks in eine Schachtel als auch zum Einlegen eines Apfels in einen Eimer! >Software-Agenten/Minsky, >Society of Minds/Minsky.
I 226
Trans-Frames/Minsky: Um die Aktion Apfel-in-den-Eimer-legen darzustellen, muss das Ursprungspronom einem Apfel-Neme und das Zielpronom einem Polynem für Eimer zugeordnet werden. Zu einem anderen Zeitpunkt könnte jedoch ein anderer Prozess den Ursprung zur Darstellung eines Blocks und das Ziel zur Darstellung einer Turmspitze benötigen. Die Lösung: Dies schlägt eine einfache Möglichkeit vor, die Idee eines Pronoms zu verkörpern: Jedes Pronom ist einfach eine temporäre K-Linie.
Polyneme sind permanente K-Linien. Sie sind Langzeitgedächtnisse. Pronome sind temporäre K-Linien. Sie sind Kurzzeitgedächtnisse.
I 227
Pronomes: Wir stellten das Konzept eines Polynems vor, um zu erklären, wie ein Agent mit vielen anderen Arten von Instanzen kommunizieren kann. Damit ein Polynem funktioniert, muss jeder seiner Empfänger lernen, auf seine eigene Weise zu reagieren. Jetzt haben wir einen zweiten Weg gesehen, denn ein Pronom ist auch ein Agent, der mit vielen anderen Instanzen interagieren kann. Isonome: Ein Isonom hat eine ähnliche, eingebaute Wirkung auf jeden seiner Empfänger. Es wendet also die gleiche Idee auf viele verschiedene Dinge gleichzeitig an. Ein Polynom hat unterschiedliche, gelernte Wirkungen auf jeden seiner Empfänger. Es verbindet also die gleiche Sache mit vielen verschiedenen Ideen.
Warum sollte es überhaupt Isonome geben? Weil unsere Agenturen (Instanzen) gemeinsame genetische Ursprünge haben, neigen sie auch dazu, architektonisch ähnlich zu sein. Dann wird jeder Agent, dessen Verbindungen dazu tendieren, die Seiten dieses Buches von Einband zu Einband zu durchlaufen, dazu tendieren, ähnliche Auswirkungen auf sie alle zu haben.
Sowohl Isonome als auch Polyneme haben mit Erinnerungen zu tun - aber Polyneme sind im Wesentlichen die Erinnerungen selbst, während Isonome die Art und Weise steuern, wie Erinnerungen verwendet werden.

Minsky I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1985

Minsky II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
Freiheit Tocqueville Gaus I 388
Freiheit/Gesellschaft/Tocqueville/Plant: In den Schriften von Tocqueville(1,2) begegnen wir einer weiter entwickelten Reihe von Ideen über die Werte, die der Freiheit zugrunde liegen. Tocquevilles Position liegt irgendwo zwischen Constants sehr praktischer Darstellung der Freiheit und einer eher metaphysisch fundierten oder, im modernen Jargon, auf einer umfassenden Doktrin basierenden Auffassung. Vgl. >Gesellschaft/Constant. Religion/Tocqueville: Tocqueville engagierte sich stark für die aus seiner Sicht notwendige Verbindung zwischen Religion und der Wahrung der Freiheit, und innerhalb der Religion befürwortete er die Idee des Naturrechts. Es ist sicherlich richtig, wie wir bereits gesehen haben, dass Tocqueville die Rolle der intermediären Institutionen in der Gesellschaft als Garanten der Freiheit gutheißt, da sie zwischen dem Individuum und einem Staat stehen, dessen Macht in einer demokratischen Ära wächst, und insofern gehören das Gemeinschaftsleben und das, was unter die von ihm so genannten Sitten oder Gebräuche fällt, zu dem, was die Freiheit erhält. Die Religion jedoch kommt dazu, weil er zwischen willkürlichen Sitten, Konventionen und den Institutionen, von denen sie abhängen, und solchen, die aus religiös und naturrechtlich sanktionierten Gewohnheiten und Charakterformen erwachsen, unterscheiden will. Für Tocqueville gehören dazu die angeborene Idee der Freiheit und ihre Bedeutung im menschlichen Leben, die Anerkennung der Seele und der Tatsache, dass die menschliche Person mehr ist als Körper und Geist, sowie Gefühle der Ehrlichkeit und des gesunden Menschenverstandes. Wenn diese Dinge den Charakter durchdringen, können sie die "Gewohnheiten des Herzens" aufrechterhalten, die für die Freiheit und eine freie Gesellschaft wesentlich sind.
Verfassung/Gesellschaft/Tocqueville: Verfassungsrechtliche Regelungen und Gesetze müssen von diesen Sitten getragen werden, denn, wie er in seinen Gesprächen mit Nassau Senior argumentiert: "Freiheit hängt von den Sitten und Überzeugungen der Menschen ab, die sie genießen sollen. Diese Sitten und Überzeugungen sind der Freiheit förderlicher, wenn man sie für wahr hält und nicht nur für willkürliche oder bequeme Erfindungen oder historische Errungenschaften. Tocqueville plädiert also für eine geregelte Freiheit, die durch Religion, Sitte und Gesetz in Schach gehalten wird. Er ist sich jedoch sicher, dass Verfassungen und Gesetze in derartigen Vorstellungen verwurzelt sein müssen, die in der Bevölkerung weit verbreitet sind und nicht durch Gesetze verwirklicht werden können.


1. Tocqueville, A. de (1945) Democracy in America. New York: Knopf.
2. Tocqueville, A. de (1955) The Old Regime and the French Revolution. Garden City, NY: Anchor.

Plant, Raymond 2004. „European Political Thought in the Nineteenth Century“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Grice Black I 61f
BlackVsGrice: Grice' Theorie ist 1. Zu kompliziert - 2. Deckt keine Selbstgespräche ab (man beabsichtigt nicht, sich selbst einen Grund zu liefern...).
Sprecherabsicht: kann es nicht immer sein, beim anderen Glauben zu erzeugen: Bsp Prüfungskandidat. - Lügner: muss nach Grice immer die Wahrheit sagen: er muss "ja" meinen, wenn er "nein" sagt.
I 64
Grice These: S meint etwas, wenn er beabsichtigt bei H eine bestimmte Wirkung zu erzielen, z.B. dass H glaubt, dass p.
I 65
BlackVsGrice: das braucht Modifikationen: negative Konjunktion oder entsprechende positive Disjunktionen.
I 66
Bsp Man muss nicht alle unendlichen Schachzüge erklären, aber zu sagen: "er beabsichtigte die Folgen des Schachs" ist keine Erklärung. - Bsp "Den König am Ziehen hindern" braucht wiederum eine Erklärung. - Das genau ist Grices Problem. - ((s) Weil er Sprecherabsicht unterstellt, die nicht in den Regeln zu finden ist.) - BlackVsSprecherabsicht - BlackVsWirkungsabsicht.
I 67
BlackVsGrice: Theorie ist unzulänglich: 1. Berufung auf Standard-Wirkungen - 2. Vertrauen, dass die Sprecherabsicht solche Wirkungen herbeiführt.

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
Handlungssysteme Luhmann Habermas IV 231
Handlungssysteme/Luhmann/Habermas: LuhmannVsParsons, Talcott: an die Stelle von Parsons „allgemeinen Handlungssystemen“ tritt bei Luhmann eine evolutionär entfaltete Hierarchie ineinander verschachtelter Handlungssysteme, die aus einfachen Interaktionen, autonom gewordenen, über Medien verbundenen Organisationen und der Gesellschaft gebildet werden. Damit reagiert Luhmann auf das Phänomen der Entkoppelung von System und Lebenswelt (Siehe Lebenswelt/Habermas).

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Human Level AI Minsky Norvig I 27
Human Level artificial intelligence/artificial general Intelligence/Minsky/Norvig/Russell: Trotz dieser Erfolge haben einige einflussreiche Gründer der KI, darunter John McCarthy (2007)(1), Marvin Minsky (2007)(2), Nils Nilsson (1995(3), 2005(4)) und Patrick Winston (Beal und Winston, 2009)(5), ihre Unzufriedenheit mit dem Fortschritt der KI zum Ausdruck gebracht. Sie sind der Meinung, dass die KI weniger Wert auf die Erstellung immer besserer Versionen von Anwendungen legen sollte, die für eine bestimmte Aufgabe gut sind, wie z.B. Autofahren, Schach spielen oder Sprache erkennen. Stattdessen glauben sie, dass die KI zu ihren Wurzeln zurückkehren sollte, um mit Simons Worten nach "Maschinen, die denken, die lernen und die schaffen" zu streben. Sie nennen die Bemühungen Human Level AI oder HLAI; ihr erstes Symposium fand 2004 statt (Minsky et al., 2004)(6). Der Aufwand erfordert sehr große knowledge bases; Hendler et al. (1995)(7) diskutieren, woher diese knowledge bases kommen könnten. >Artificial general intelligence/Norvig.



1. McCarthy, J. (2007). From here to human-level AI. AIJ, 171(18), 1174–1182.
2. Minsky, M. L. (2007). The Emotion Machine: Commonsense Thinking, Artificial Intelligence, and the
Future of the Human Mind. Simon and Schuster
3. Nilsson, N. J. (1995). Eye on the prize. AIMag, 16(2), 9–17
4. Nilsson, N. J. (2005). Human-level artificial intelligence? be serious! AIMag, 26(4), 68–75.
5. Beal, J. and Winston, P. H. (2009). The new frontier of human-level artificial intelligence. IEEE Intelligent Systems, 24(4), 21–23.
6. Minsky, M. L., Singh, P., and Sloman, A. (2004). The st. thomas common sense symposium: Designing architectures for human-level intelligence. AIMag, 25(2), 113–124.
7. Hendler, J., Carbonell, J. G., Lenat, D. B., Mizoguchi, R., and Rosenbloom, P. S. (1995). VERY large knowledge bases – Architecture vs engineering. In IJCAI-95, pp. 2033–2036.

Minsky I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1985

Minsky II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Individuen Mayr I 205
Entstehen von Individuen/Biologie/Mayr: Def Parthenogenese: Asexualität: bei manchen Organismen entwickeln sich Individuen von selbst aus den Eiern, eine Befruchtung ist nicht nötig. Bsp Blattläuse, Planktonkrustentiere: her wechseln sich sexuelle und asexuelle Generationen ab.
I 206
Sexualität: steigert Vielfalt und damit Abwehr gegen Krankheiten.
I 207
Pangenesistheorie: (alt) Theorie, nach der jede Körperzelle Erbmaterial beisteuert. Von Aristoteles bis zum 19. Jahrhundert. PräformationVsEpigenesis (Schon bei Aristoteles, dann bis zum 19. Jahrhundert.)
I 208
VsAristoteles: dieser glaubte fälschlich, nur weibliche Organismen könnten Eier besitzen. i 209
Ei: das eigentliche Säugetierei wurde erst 1827 von Karl Ernst von Baer entdeckt. Man erkannte, dass der Eierstock das Gegenstück zum Hoden darstellt.
DNA: entdeckt von Johann Friedrich Miescher (19. Jahrhundert).
I 211
Def Präformation: Eier bringen Individuen derselben Art hervor. Daher schloss man, dass Ei oder Spermium bereits eine Miniaturausgabe des zukünftigen Organismus sei. Logische Folge: in diesem Organismus müssten wiederum alle zukünftigen Nachkommen in Miniaturausgabe enthalten sein! (Verschachtelung). Zahlreiche zeitgenössische Abbildungen zeigten solche keinen Miniaturmenschen (Homunculi) im Spermatozoon.
I 212
Epigenesis: glaubte, die Entwicklung entstehe aus einer gänzlich ungeformten Masse."vis essentialis". Jede Art habe ihre eigene eigentümliche "wesentliche Kraft". Das stand den von den Physikalisten beschriebenen einheitlichen Kräfte wie z.B. der Schwerkraft völlig entgegen!.
Def Epigenese: Entwicklung während der Lebensgeschichte des Individuums, im Gegensatz zur Ontogenese und Phylogenese (Stammesgeschichte). >Epigenese.
Dennoch setze sich die Epigenesis in der Kontroverse durch. Lösung erst im 20. Jahrhundert: Unterschied zwischen Def Genotyp (genetische Konstitution des Individuums) und Def Phänotyp (Gesamtheit der wahrnehmbaren Merkmale).
Zelle: wie kommt es, dass sich die Nervenzelle so vollkommen anders entwickelt, als eine Zelle des Verdauungstraktes?
I 214
Zellteilung : Wilhelm Roux (1883) schließt auf komplexe Innendifferenzierung der Zelle: Lösung: Partikel müssten auf einem Faden aufgereiht sein, und dieser geteilt! Später bestätigt. Zelle: durchläuft einen Differenzierungsprozess, stets ist nur eine kleiner Teil der Gene im Kern aktiv.
Zellentwicklung: bei Taxa mit Regulationsentwicklung (z.B. Wirbeltiere) gibt es keine festgelegten frühen Zellinien, sondern ausgedehnte Zellwanderung. Induktion (Einfluss schon bestehender Gewebe auf die Entwicklung anderer Gewebe) bestimmt größtenteils die Spezifizierung der Zellen.
Zellwanderung: Pigment und Nervenzellen machen ausgedehnte Wanderungen durch den Organismus durch. Oft folgen sie eindeutigen chemischen Reizen.

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Intentionalität Dennett Rorty VI 27
"Intentionale Haltung"/intentionaler Standpunkt/Dennett: Der intentionale Standpunkt wird durch das Erfassen eines Davidsonschen Musters ermöglicht.Das Muster dieser Rationalität ist das gleiche wie das der Wahrheit. Weder Sprache ohne Rationalität, noch eines von beiden ohne Wahrheit.
Dennett I 282
SearleVsDennett: Dennetts Intentionalität sei nur eine "Als-ob-Intentionalität". Intentionalität/DennettVsSearle: Aber irgendwo muss man anfangen (wenn man Metaphysik vermeiden will). Der erste Schritt in die richtige Richtung ist kaum als Schritt in Richtung Bedeutung zu erkennen.
Def Intentionaler Standpunkt/Dennett: Der Versuch, zu ermitteln, was die Gestalter (oder Mutter Natur) im Sinn hatten.
I 317
Er erlaubt oft große Sprünge in den Schlussfolgerungen, ohne dass die Unkenntnis der zugrunde liegenden Physik dabei stört. Bsp der Mechanismus von Antikythera. Dass er ein Planetarium war erschließt sich daraus, dass er ein gutes Planetarium war!
Bsp Marsmenschen fragen sich: warum gibt es im Computer soviel überflüssige Kapazität: Grund: Chips wurden so billig. Das ist zwar eine historische Erklärung, die aber auch vom intentionalen Standpunkt ausgeht.
I 318
Bsp Flog der Archäopteryx? Man ist nicht sicher, fand aber, dass seine Kralle sich hervorragend zum Sitzen auf Ästen eigneten! Also: wie kam er da rauf...?
II 43
Def Gestaltungsstandpunkt/Dennett: Bsp Ein Wecker ist (im Gegensatz zum Stein) ein gestaltetes Objekt und ist auch für eine raffinierte Art von Vorhersagen zugänglich. (Nach dem Gestaltungsstandpunkt). Wenn ich die und die Knöpfe drücke, wird ein paar Stunden später etwas passieren. Dafür brauche ich die physikalischen Gesetze nicht zu kennen.
Intentionaler Standpunkt/Dennett: Bsp Schachcomputer: Nichts in den Gesetzen der Physik zwingt den Schachcomputer den nächsten Zug zu machen, aber auch nichts in seiner Gestaltung.

Brandom I 109
Intention/Intentionalität/Dennett: Einstellungs-Einstellung: (stance-stance): Diese behauptet, man könne nicht unterscheiden, ob etwas tatsächlich ein intentionales System ist und ob es angemessener Weise als ein solches behandelt wird.
Dennett I 592ff
Intentionalität/echte/abgeleitete/Dennett: Bsp Einfrieren: Ein Roboter muss selbständig handeln können - muss an Belohnung glauben, entwickelt aber Eigeninteressen. - Frage: Ist diese Intentionalität immer noch abgeleitet? - wenn ja, dann auch unsere eigene auch bloß abgeleitet - aber das ist Haarspalterei - Pointe: wir selbst sind nur solche Überlebensmaschinen für unsere Gene
I 596
Intentionalität/SearleVsDennett: Keine Maschine, auch kein Getränkeautomat hat Intentionalität. Einfrieren/DennettVsSearle: irgendwann ist die Intentionalität nicht mehr abgeleitet, sondern echt!

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Kognitive Dissonanz Festinger Haslam I 43
Kognitive Dissonanz/Festinger: Festinger (1954)(1) hatte seine Theorie der sozialen Vergleichsprozesse vorgestellt. Die Theorie des sozialen Vergleichs identifizierte die starke Notwendigkeit, dass Menschen ihre eigenen Meinungen und Fähigkeiten bewerten müssen, indem sie sie mit den Meinungen und Fähigkeiten anderer vergleichen. Festinger (1957)(2) führte eine neue Theorie ein, die über den sozialen Vergleich hinausgeht: Sie fokussierte die Sichtweise der sozialen Welt ungeniert aus der Perspektive des Einzelnen.
Individuen/Festinger: Individuen repräsentieren die soziale Welt als eine Reihe von mentalen Kognitionen. Jedes Verhalten, jede Einstellung oder Emotion wurde als Kognition betrachtet - das heißt, eine mentale Darstellung im Kopf einer Person. So auch die Wahrnehmungen der Welt um uns herum. Unsere Wahrnehmungen anderer Menschen, sozialer Gruppen und der physischen Welt wurden alle als kognitive Repräsentationen betrachtet.
Problem: Diese Darstellungen existierten in Beziehung zueinander - mal konsequent zusammenpassend, mal uneinheitlich in den Köpfen der Menschen.
Menschen verabscheuen Inkonsistenzen zwischen ihren Wahrnehmungen, und so erzeugen mentale Repräsentationen, die miteinander unvereinbar sind, psychologische Unannehmlichkeiten, die einem unangenehmen Antrieb ähneln. Wie andere Antriebszustände, beispielsweise Hunger, müssen sie reduziert werden.
Haslam I 44
Kognitive Dissonanz/Festinger: z.B. nach einer unerfüllten Weltuntergangsprophezeiung müssen diejenigen, die daran glaubten, die Dissonanz zwischen Glaube und Realität reduzieren, weil sie diese Diskrepanz als unangenehmen Spannungszustand erleben werden. Lösung: Normalerweise können Menschen eine Kognition ändern, um die Diskrepanz zu reduzieren.
Problem: Wenn wir uns zu unserem Glauben bekennen - zum Beispiel, wenn wir eine öffentliche Haltung eingenommen hätten, die sich für den Glauben einsetzt - dann versuchen wir, ihn zu bewahren, auch angesichts einer widersprüchlichen Erkenntnis, die die genaue Distanz angibt.
Haslam I 45
Lösung: (Festinger, Riecken und Schachter 1956)(3) machten eine mutige und umstrittene Vorhersage: Die Suchenden [diejenigen, die an die Prophezeiung des Jüngsten Gerichts glaubten] würden nicht nur in ihrem Glauben bestehen bleiben, sondern tatsächlich glühender werden als zuvor. Sie würden hartnäckig an ihrer Überzeugung festhalten, dass ihre Prophezeiung von Anfang an richtig war. Natürlich könnten sie nicht behaupten, dass die Welt untergegangen sei, aber sie könnten ihr allgemeines Glaubensmuster bekräftigen. Vielleicht war das Datum falsch oder es gab einen anderen Grund für die mangelnde Zerstörung. Aber sie würden an ihrem Glaubenssystem mit größerer Hartnäckigkeit als je zuvor festhalten. "Wenn immer mehr Menschen davon überzeugt werden können, dass das Glaubenssystem richtig ist, dann muss es doch richtig sein" (Festinger et al., 1956(3): S. 28).
Das Ende der Welt-Studie: Festinger et al. (1956) testeten diese Annahme in einem realen Fall der Weltuntergangsprophezeiung von 1955.
Haslam I 46
Wie von den Ermittlern vorhergesagt, wurde die Bekehrung zum Hauptweg, um die durch das Scheitern der Prophezeiung verursachte Dissonanz zu reduzieren. Die diskreten Erkenntnisse, die durch die Dissonanz der Prophezeiung von der Realität verursacht wurden, wurden in eine übergreifendere Botschaft umgewandelt, wie die kleine Gruppe wahrer Gläubiger die Welt vor der Zerstörung bewahrt hatte. (...) wenn alle glaubten, dass es so war, dann muss es so gewesen sein. >Methode/Festinger.
Haslam I 48
Festinger und Carlsmith (1959)(4): Der Kern von Festingers zweitem bahnbrechenden Experiment war es, eine Person eine Aussage machen zu lassen, die im Widerspruch zu seiner Haltung stand, und dann die Auswirkungen auf die Haltung der Person zu messen. Die Inkonsistenz sollte zu einer Verhaltensänderung führen, die mit der Aussage der Person übereinstimmt. Obwohl es keine Studie in der psychologischen Literatur gab, die diese Vorhersage getestet hatte, war sie im Einklang mit dem, was von mehreren anderen Gleichgewichtstheorien vorhergesagt worden wäre, die der Dissonanztheorie vorausgingen. Aber was die Dissonanz unter den Gleichgewichtstheorien einzigartig machte, war das Konzept der Dissonanz als Energiemodell. Und als eine Form der Energie hatte sie eine Größe. Energie/Messungen/Festinger: Einstellung? Angenommen, ein Mann wird dafür bezahlt, eine Aussage zu machen, die seiner Einstellung widerspricht. Würde das die Dissonanz verringern?
Haslam I 49
FestingerVsLerntheorie: Diese Vorhersage war eine direkte Herausforderung an den bestehenden Zeitgeist in der Psychologie. Belohnungen/Lerntheorie: Der dominante Ansatz der Psychologie, einschließlich der Sozialpsychologie, in den späten 1950er Jahren basierte auf der Lerntheorie. Dies deutete darauf hin, dass die Menschen als direkte Funktion der Belohnung lernten. Menschen haben ihr Verhalten geändert, weil sie bestärkt (reinforce) oder belohnt werden. >Lerntheorie.
FestingerVs: These (Festinger und Carlsmith (1959)(4): Je kleiner der Anreiz, desto mehr Menschen würden von ihren eigenen diskrepanten Aussagen beeinflusst werden und dass große Anreize die Auswirkungen des Verhaltens auf die Einstellungen beseitigen würden.
Dies war eine einfache Ableitung aus der Dissonanztheorie, aber eine Herausforderung an die Reinforcement Theory als Leitprinzip der Sozialpsychologie. >Experiment/Festinger, >Methode/Festinger.



1. Festinger, L. (1954) ‘A theory of social comparison processes’, Human Relations, 1: 117–40.
2. Festinger, L. (1957) A Theory of Cognitive Dissonance. Stanford: Stanford University Press.
3. Festinger, L., Riecken, H.W. and Schachter, S. (1956) When Prophecy Fails. Minneapolis: University of Minnesota Press.
4. Festinger, L. and Carlsmith, J.M. (1959) ‘Cognitive consequences of forced compliance’, Journal of Abnormal and Social Psychology, 58: 203–10.


Joel Cooper, “Cognitive Dissonance. Revisiting Festinger’s End of the World study”, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017
Korrespondenztheorie Sellars II 22
Korrespondenz: der Zusammenhang von linguistischen mit nicht-linguistischen Entitäten ist eine Tätigkeit. Abbildende Projektion. Alle wahren Aussagen sind im selben Sinne wahr (wie Frege). Sie unterscheiden sich dadurch, dass sie auf verschiedene Weisen eine Projektion der Welt in den Subjekten konstruieren.
Projektion/Sellars: sie gehört aber mehr in den Bereich der Denkakte als in den der Aussagen!
II 334
Zusammenfassung: 1. Die Korrespondenz, nach der wir gesucht haben, ist auf elementare Aussagen beschränkt. 2. Es geht um die fundamentale Rolle, die tatsächliche Aussagen (oder Denkakte) spielen. Wie Bauern in Schachspiel: Bsp "Chicago ist groß".
3. Alle wahren Aussagen sind im selben Sinne "wahr", sie Unterscheiden sich aber in ihren Rollen:
"2 + 2 = 4" spielt eine andere Rolle als "Dies ist rot". Die Rolle besteht darin, in den Sprachbenutzern eine Projektion der Welt, in der sie leben, zu konstituieren.
Sellars: pro Redundanztheorie: wenn das Bild korrespondiert, dann ist man überzeugt, dass "Dies ist grün" wahr ist, also ist man überzeugt: dies ist grün.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Künstliche Intelligenz Deutsch Brockman I 116
Künstliche Intelligenz/Deutsch: Missverständnisse über menschliches Denken und menschliche Herkunft führen zu entsprechenden Missverständnissen über AGI (artificial general intelligence) und wie sie entstehen könnte. So wird beispielsweise allgemein angenommen, dass der evolutionäre Druck, der den modernen Menschen hervorbrachte, durch die Vorteile einer immer größeren Innovationsfähigkeit ausgelöst wurde. Aber wenn das so wäre, hätte es schnelle Fortschritte gegeben, sobald Denker existierten, genauso wie wir diese hoffen, wenn wir künstliche schaffen. >Nachahmung/Deutsch, >Wissen/Popper. Aber stattdessen gab es Hunderttausende von Jahren des Beinahe-Stillstands. Fortschritte geschahen nur auf Zeitskalen, die viel länger waren als die Lebenszeiten der Menschen, so dass in einer typischen Generation niemand von einem Fortschritt profitierte.
Brockman I 119
Eine heutige KI ist keine geistig behinderte AGI (artificial general intelligence),also würde sie nicht geschädigt werden, wenn ihre mentalen Prozesse noch enger auf die Erfüllung eines vorbestimmten Kriteriums ausgerichtet wären. (...) all die Bemühungen, die jemals die Fähigkeiten von KIs erhöht haben, sind in die Verengung ihres Spektrums potenzieller "Gedanken" geflossen. (z.B. Schachengines); ihre grundlegende Aufgabe hat sich von Beginn an nicht geändert (...). >Artificial General Intelligence/Deutsch. Für allgemeine Probleme mit der Programmierung der KI: >Denken/Deutsch, >Gehorsam/Deutsch.
Brockman I 123
Testung der Artificial General Intelligence: (...) Ich erwarte, dass jede Prüfung im Prozess der Erstellung einer AGI kontraproduktiv, ja sogar unmoralisch ist, genau wie bei der Erziehung von Menschen. Ich teile Turings Annahme, dass wir eine AGI kennen werden, wenn wir sie sehen, aber diese teilweise Fähigkeit, Erfolg zu erkennen, wird nicht helfen, das erfolgreiche Programm zu erstellen. >Artificial General Intelligence/Deutsch.

Deutsch, D. “Beyond Reward and Punishment” in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Deutsch I
D. Deutsch
Die Physik der Welterkenntnis München 2000

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Künstliche Neuronale Netze Norvig Norvig I 728
Künstliche Neuronale Netze/Norvig/Russell: Neuronale Netze bestehen aus Knoten oder Einheiten (units) (...), die durch gerichtete Verbindungen miteinander verbunden sind. Eine Verbindung von der Einheit i zur Einheit j dient dazu, die Aktivierung ai von i nach j auszubreiten. Jeder Verbindung ist außerdem ein numerisches Gewicht wi,j zugeordnet, das die Stärke und das Vorzeichen der Verbindung bestimmt. Wie in linearen Regressionsmodellen hat jede Einheit einen Dummy-Input a0 =1 mit einem zugehörigen Gewicht w0,j .
Norvig I 729
Perzeptrone: Die Aktivierungsfunktion g ist typischerweise entweder ein hard threshold (...), in diesem Fall wird die Einheit Perzeptron genannt, oder eine logistische Funktion (...), in diesem Fall wird manchmal der Begriff sigmoidisches Perzeptron verwendet. Beide dieser nichtlinearen Aktivierungsfunktionen gewährleisten die wichtige Eigenschaft, dass das gesamte Netz von Einheiten eine nichtlineare Funktion repräsentieren kann (...). Formen eines Netzes: a) Ein feedforward network (vorwärtsgerichtetes Netz) hat Verbindungen nur in einer Richtung, d.h. es bildet einen gerichteten azyklischen Graphen. Jeder Knoten empfängt Input von "vorgelagerten" Knoten und liefert Output an "nachgelagerte" Knoten; es gibt keine Schleifen. Ein feedforward network stellt eine Funktion seines aktuellen Inputs dar; es hat also keinen anderen internen Zustand als die Gewichte selbst.
b) Ein recurrent network (rekurrentes Netz) hingegen speist seine Outputs wieder in seine eigenen Inputs ein. Das bedeutet, dass die Aktivierungslevel des Netzes ein dynamisches System bilden, das einen stabilen Zustand erreichen oder Oszillationen oder sogar chaotisches Verhalten zeigen kann.
Schichten: a) feedforward networks sind in der Regel schichtweise angeordnet, sodass jede Einheit nur Input von Einheiten der unmittelbar vorhergehenden Schicht erhält.
b) Mehrschichtige Netzwerke, die eine oder mehrere Schichten von verborgenen Einheiten haben, die nicht mit den Outputs des Netzwerks verbunden sind.
Training/Lernen: Wenn wir z.B. ein Netz trainieren wollen, zwei Input-Bits, jeweils 0 oder 1, zu addieren, benötigen wir einen Output für das Summen-Bit und einen für das Carry-Bit. Auch wenn das Lernproblem die Klassifizierung in mehr als zwei Klassen umfasst, z.B. wenn wir lernen, Bilder von handgeschriebenen Ziffern zu kategorisieren, ist es üblich, eine Output-Einheit für jede Klasse zu verwenden.
Norvig I 731
Jede gewünschte Funktionalität kann durch die Verbindung einer großen Anzahl von Einheiten zu (möglicherweise rekurrenten) Netzen von beliebiger Tiefe erreicht werden. Das Problem war, dass niemand wusste, wie man solche Netze trainieren kann. Dies erweist sich als ein geringfügiges Problem, wenn man sich ein Netz auf die richtige Art und Weise vorstellt: als Funktion hw(x), die durch die Gewichte w parametrisiert wird.
Norvig I 732
(...) wir haben den Output als Funktion der Inputs und der Gewichte klassifiziert. (...) weil die durch ein Netz repräsentierte Funktion hochgradig nichtlinear sein kann - nämlich aus verschachtelten nichtlinearen soft threshold functions bestehend - können wir neuronale Netzwerke als ein Werkzeug zur Durchführung nichtlinearer Regression betrachten.
Norvig I 736
Lernen in neuronalen Netzen: Genau wie bei >Bayesschen Netzen müssen wir auch hier verstehen, wie wir die beste Netzstruktur finden. Wenn wir ein Netz wählen, das zu groß angelegt ist, kann es sich alle Beispiele durch die Erstellung einer großen Lookup-Tabelle einprägen, aber es lässt sich nicht unbedingt gut auf Inputs verallgemeinern, die noch nie zuvor beobachtet wurden.
Norvig I 737
Optimal brain damage: Der Algorithmus für optimal brain damage beginnt mit einem vollständig verbundenen Netz und entfernt dann dessen Verbindungen. Nachdem das Netz zum ersten Mal trainiert wurde, identifiziert ein informationstheoretischer Ansatz eine optimale Auswahl von Verbindungen, die entfernt werden können. Das Netzwerk wird dann neu trainiert, und wenn seine Leistung nicht nachgelassen hat, wird der Prozess wiederholt. Neben dem Entfernen von Verbindungen ist es auch möglich, Einheiten zu entfernen, die nicht viel zum Ergebnis beitragen. Parametrische Modelle: Ein Lernmodell, das Daten mit einem Set von Parametern fester Größe (unabhängig von der Anzahl der Trainingsbeispiele) zusammenfasst, wird als parametrisches Modell bezeichnet. Egal, wie viele Daten man an ein parametrisches Modell weitergibt, es wird seine Meinung darüber, wie viele Parameter es benötigt, nicht ändern.
Nichtparametrische Modelle: Ein nichtparametrisches Modell ist ein Modell, das nicht durch ein begrenztes Set von Parametern charakterisiert werden kann. Nehmen wir zum Beispiel an, dass jede von uns erstellte Hypothese einfach alle Trainingsbeispiele in sich aufnimmt und zur Vorhersage des nächsten Beispiels verwendet. Eine solche Gruppe von Hypothesen wäre nichtparametrisch, weil die effektive Anzahl der Parameter unbegrenzt ist - sie wächst mit der Anzahl der Beispiele. Dieser Ansatz wird als instanzbasiertes Lernen oder memory-basiertes Lernen bezeichnet. Die einfachste instanzbasierte Lernmethode ist das Suchen in einer Tabelle: Nehmen Sie alle Trainingsbeispiele, packen Sie sie in eine Lookup-Tabelle und schauen Sie dann nach, wenn Sie nach h(x) gefragt werden, ob x in der Tabelle steht; (...).
Norvig I 738
Wir können das Suchen in Tabellen mit einer leichten Abwandlung verbessern: Finde bei einer Suchanfrage xq die k Beispiele, die am nächsten an xq liegen. Dies wird als k-nearest neighbors lookup bezeichnet. ((s) Vgl. >Lokal/global/Philosophische Theorien).
Norvig I 744
Support Vector Machine/SVM: Das Support Vector Machine bzw. SVM Framework ist derzeit der beliebteste Ansatz für kontrolliertes Lernen "von der Stange": Wenn Sie kein spezielles Vorwissen über einen Bereich haben, dann ist die SVM eine ausgezeichnete Methode für ein erstes Austesten. Eigenschaften von SVMs:
1. SVMs konstruieren einen maximum margin separator - eine Grenze für Entscheidungen mit dem größtmöglichen Abstand zu den Beispielpunkten. Dies hilft ihnen dabei, gut zu verallgemeinern.
2. SVMs erzeugen eine linear separating hyperplane, aber sie haben die Fähigkeit, die Daten mithilfe des sogenannten Kernel-Tricks in einen höherdimensionalen Raum einzubetten.
3. SVMs sind eine nichtparametrische Methode - sie behalten Trainingsbeispiele bei und müssen sie potenziell alle speichern. Jedoch behalten sie in der Praxis oft nur einen kleinen Bruchteil der Anzahl der Beispiele bei - mitunter nur ein kleine Konstante mulipliziert mit der Anzahl der Dimensionen.
Norvig I 745
Anstatt den erwarteten empirischen Verlust von Trainingsdaten zu minimieren, versuchen SVMs, den erwarteten Generalisierungsverlust zu minimieren. Wir wissen nicht, wo die bisher noch nicht sichtbaren Punkte liegen könnten, aber unter der probabilistischen Annahme, dass sie aus der gleichen Verteilung wie die zuvor gesehenen Beispiele stammen, gibt es einige Argumente aus der Theorie des computergestützten Lernens (...), die darauf hindeuten, dass wir den Generalisierungsverlust minimieren, indem wir den separator wählen, der am weitesten von den bisher gesehenen Beispielen entfernt ist.
Norvig I 748
Ensemble Learning: > href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/details.php?id=2643078&a=$a&autor=KI-Forschung&vorname=&thema=Lernen">Lernen/KI-Forschung.
Norvig I 757
Die lineare Regression ist ein weit verbreitetes Modell. Die optimalen Parameter eines Modells der linearen Regression können durch eine gradient descent search gefunden oder exakt berechnet werden. Ein linearer Klassifikator mit einem hard threshold - auch als Perzeptron bekannt - kann durch eine einfache Regel zur Aktualisierung der Gewichte so trainiert werden, dass er zu Daten passt, welche linear trennbar sind. In anderen Fällen konvergiert die Regel nicht.
Norvig I 758
Die logistische Regression ersetzt den hard threshold des Perzeptrons durch einen soft threshold, der durch eine logistische Funktion definiert wird. Der gradient descent funktioniert sogar bei verrauschten Daten, die nicht linear trennbar sind, gut.
Norvig I 760
Geschichte: Der Begriff der logistischen Funktion stammt von Pierre-Francois Verhulst (1804-1849), einem Statistiker, der die Kurve zur modellhaften Darstellung des Bevölkerungswachstums mit begrenzten Ressourcen verwendete, was ein realistischeres Modell darstellt als das von Thomas Malthus vorgeschlagene ungezwungene geometrische Wachstum. Verhulst nannte sie die courbe logistique wegen ihrer Beziehung zur logarithmischen Kurve. Der Begriff der Regression geht auf Francis Galton zurück, einen Statistiker des 19. Jahrhunderts, Cousin von Charles Darwin und Initiator der Forschungsfelder Meteorologie, Fingerabdruckanalyse und statistische Korrelation, der ihn im Sinne einer Regression zum Mittelwert verwendete. Die Bezeichnung Fluch der Dimensionalität stammt von Richard Bellman (1961)(1).
Die logistische Regression kann mit dem gradient descent oder mit dem Newton-Raphson-Verfahren gelöst werden (Newton, 1671(2); Raphson, 1690(3)). Eine Variante des Newtonverfahrens namens L-BFGS wird manchmal für großdimensionale Probleme verwendet; das L steht für "limited memory", d.h. es vermeidet die gleichzeitige Erstellung der vollständigen Matrizen und erstellt stattdessen Teile von ihnen während des Prozesses. BFGS sind die Initialen der Autoren (Byrd et al., 1995)(4).
Die Ideen hinter den Kernel-Maschinen stammen von Aizerman et al. (1964)(5) (die auch den Kernel-Trick einführten), aber die volle Entwicklung der Theorie ist Vapnik und seinen Kollegen zu verdanken (Boser et al., 1992)(6). SVMs wurden mit der Einführung des Soft Margin Classifiers zur Handhabung verrauschter Daten in einer Arbeit, die 2008 mit dem ACM Theory and Practice Award ausgezeichnet wurde (Cortes und Vapnik, 1995)(7), und mit dem Algorithmus der Sequential Minimal Optimization (SMO) zur effizienten Lösung von SVM-Problemen mithilfe der quadratischen Programmierung (Platt, 1999)(8) praktisch umgesetzt. SVMs haben sich als sehr populär und effektiv für Aufgaben wie die Textkategorisierung (Joachims, 2001)(9), die Computergenomik (Cristianini und Hahn, 2007)(10) und die Verarbeitung natürlicher Sprache, wie z-B. die Erkennung handschriftlicher Ziffern von DeCoste und Schölkopf (2002)(11), erwiesen.
Als Teil dieses Prozesses wurden viele neue kernels entwickelt, die mit Zeichenketten und -bäumen sowie anderen nicht-numerischen Datentypen arbeiten. Eine verwandte Technik, die ebenfalls den Kernel-Trick verwendet, um implizit einen exponentiellen Merkmalsraum darzustellen, ist das voted perceptron (Freund und Schapire, 1999(12); Collins und Duffy, 2002(13)). Zu den Lehrbüchern über SVMs gehören Cristianini und Shawe-Taylor (2000)(14) und Schölkopf und Smola (2002)(15). Eine freundlichere Darstellung erscheint im Artikel des AI Magazines von Cristianini und Schölkopf (2002)(16). Bengio und LeCun (2007)(17) zeigen einige der Einschränkungen von SVMs und anderen lokalen, nichtparametrischen Methoden für Lernfunktionen auf, die zwar eine globale Struktur, aber keine lokale glatte Funktion (local smoothness) aufweisen.
Ensemble Learning ist eine zunehmend beliebtere Technik zur Verbesserung der Leistung von Lernalgorithmen. Bagging (Breiman, 1996)(18), die erste effektive Methode, kombiniert Hypothesen, die aus mehreren Bootstrap-Datensätzen, welche jeweils durch subsampling des Originaldatensatzes generiert wurden, gelernt wurden. Die in diesem Kapitel beschriebene Boosting-Methode hat ihren Ursprung in der theoretischen Arbeit von Schapire (1990)(19).
Der ADABOOST-Algorithmus wurde von Freund und Schapire
Norvig I 761
(1996)(20) entwickelt und von Schapire (2003)(21) theoretisch analysiert. Friedman et al. (2000)(22) erläutern das Boosting aus der Sicht von Statistikern. Das Online-Lernen wird in einer Untersuchung von Blum (1996)(23) und einem Buch von Cesa-Bianchi und Lugosi (2006)(24) behandelt. Dredze et al. (2008)(25) führen die Idee des durch Vertrauen gewichteten Online-Lernens für die Klassifizierung ein: Zusätzlich zur Gewichtung jedes Parameters behalten sie auch ein gewisses Maß an Vertrauen bei, sodass ein neues Beispiel einen großen Einfluss auf Merkmale haben kann, die zuvor nur selten registriert wurden (und daher ein geringes Vertrauen hatten), und einen kleinen Effekt auf gemeinsame Merkmale, die bereits gut bewertet wurden.

1. Bellman, R. E. (1961). Adaptive Control Processes: A Guided Tour. Princeton University Press.
2. Newton, I. (1664-1671). Methodus fluxionum et serierum infinitarum. Unpublished notes
3. Raphson, J. (1690). Analysis aequationum universalis. Apud Abelem Swalle, London.
4. Byrd, R. H., Lu, P., Nocedal, J., and Zhu, C. (1995). A limited memory algorithm for bound constrained optimization. SIAM Journal on Scientific and Statistical Computing, 16(5), 1190-1208.
5. Aizerman, M., Braverman, E., and Rozonoer, L. (1964). Theoretical foundations of the potential function method in pattern recognition learning. Automation and Remote Control, 25, 821-837.
6. Boser, B., Guyon, I., and Vapnik, V. N. (1992). A training algorithm for optimal margin classifiers. In
COLT-92.
7. Cortes, C. and Vapnik, V. N. (1995). Support vector networks. Machine Learning, 20, 273-297.
8. Platt, J. (1999). Fast training of support vector machines using sequential minimal optimization. In Advances in Kernel Methods: Support Vector Learning, pp. 185-208. MIT Press.
9. Joachims, T. (2001). A statistical learning model of text classification with support vector machines. In SIGIR-01, pp. 128-136.
10. Cristianini, N. and Hahn, M. (2007). Introduction to Computational Genomics: A Case Studies Approach. Cambridge University Press.
11. DeCoste, D. and Schölkopf, B. (2002). Training invariant support vector machines. Machine Learning, 46(1), 161–190.
12. Freund, Y. and Schapire, R. E. (1996). Experiments with a new boosting algorithm. In ICML-96.
13. Collins, M. and Duffy, K. (2002). New ranking algorithms for parsing and tagging: Kernels over discrete structures, and the voted perceptron. In ACL-02.
14. Cristianini, N. and Shawe-Taylor, J. (2000). An introduction to support vector machines and other kernel-based learning methods. Cambridge University Press.
15. Schölkopf, B. and Smola, A. J. (2002). Learning with Kernels. MIT Press.
16. Cristianini, N. and Schölkopf, B. (2002). Support vector machines and kernel methods: The new generation of learning machines. AIMag, 23(3), 31–41.
17. Bengio, Y. and LeCun, Y. (2007). Scaling learning algorithms towards AI. In Bottou, L., Chapelle,
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18. Breiman, L. (1996). Bagging predictors. Machine Learning, 24(2), 123–140.
19. Schapire, R. E. (1990). The strength of weak learnability. Machine Learning, 5(2), 197–227.
20. Freund, Y. and Schapire, R. E. (1996). Experiments with a new boosting algorithm. In ICML-96.
21. Schapire, R. E. (2003). The boosting approach to machine learning: An overview. In Denison, D. D.,
Hansen, M. H., Holmes, C., Mallick, B., and Yu, B. (Eds.), Nonlinear Estimation and Classification. Springer.
22. Friedman, J., Hastie, T., and Tibshirani, R. (2000). Additive logistic regression: A statistical view of boosting. Annals of Statistics, 28(2), 337–374.
23. Blum, A. L. (1996). On-line algorithms in machine learning. In Proc.Workshop on On-Line Algorithms, Dagstuhl, pp. 306–325.
24. Cesa-Bianchi, N. and Lugosi, G. (2006). Prediction, learning, and Games. Cambridge University Press.
25. Dredze, M., Crammer, K., and Pereira, F. (2008). Confidence-weighted linear classification. In ICML-08, pp. 264–271.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Lateralisation des Gehirns Entwicklungspsychologie Upton I 71
Lateralisation/Sprache/rechte Hemisphäre/Entwicklungspsychologie/Upton: Traditionell wird angenommen, dass Händigkeit in enger Verbindung mit der Organisation des Gehirns steht. Paul Pierre Broca beschrieb im 19. Jahrhundert erstmals Sprachregionen in der linken Hemisphäre von Rechtshändern. Von da an wurde akzeptiert, dass das Gegenteil, nämlich die Sprachdominanz der rechten Hemisphäre, für Linkshänder gelten sollte (Knecht et al., 2000)(1). In der Praxis dominiert jedoch bei den meisten Menschen die linke Gehirnhälfte: Rund 95 Prozent der Rechtshänder verarbeiten Sprache überwiegend in der linken Hemisphäre (Springer und Deutsch, 1985)(6), genau wie mehr als 50 Prozent der Linkshänder (Knecht et al., 2000)(1). Laut Knecht et al. ist Linkshändigkeit weder Voraussetzung noch eine notwendige Folge der Sprachdominanz der rechten Hemisphäre (Knecht et al., 2000(5), S. 2517). Linkshändigkeit ist bei kreativen und künstlerischen Individuen, wie Musikern und Künstlern, weitaus häufiger anzutreffen, als durch Zufall zu erwarten wäre (Schachter und Ransil, 1996)(3). Dies könnte durch die Feststellung erklärt werden, dass Linkshänder in der Regel über außergewöhnliche visuell-räumliche Fähigkeiten verfügen (Holtzen, 2000)(4), was bedeutet, dass sie Formen und Konturen besser erkennen und darstellen können (Ghayas und Adil, 2007)(5). Studien haben gezeigt, dass Linkshänder bei Intelligenztests tendenziell sehr gut abschneiden (z.B. Bower, 1985(6); Ghayas und Adil, 2007(5)); es wurde jedoch auch festgestellt, dass Linkshänder eher Leseprobleme haben als Rechtshänder (Natsiopoulos et al., 1998), was mit der Art und Weise zusammenhängen kann, wie sie Sprache verarbeiten. >Sprachentwicklung/Entwicklungspsychologie.



1. Knecht, S, Dräger, B, Deppe, M, Bobe, L and Lohmann, H. (2000) Handedness and hemispheric language dominance in healthy humans. Brain, 123(12): 2512–18.
2. Springer, S.P. and Deutsch, G. (1985) Left Brain, Right Brain. New York: WH Freeman.
3. Schachter, S.C. and Ransil, B.J. (1996) Handedness distributions in nine professional groups. Perceptual and Motor Skills, 82: 51–63.
4. Holtzen, DW (2000) Handedness and professional tennis. International Journal of Neuroscience. 105: 109–19.
5. Ghayas, S. and Adil, A. (2007) Effect of handedness on intelligence level of students. Journal of the Indian Academy of Applied Psychology, 33(1): 85–91.
6. Bower, B. (1985) The left hand of math and verbal talent. Science News, 127(17): 263.

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011
Legitimität Morris Gaus I 202
Legitimität/Morris: Nehmen wir an, dass einige Staaten - diejenigen, die unseren Interessen dienen, die sich gerecht verhalten usw. - so beschaffen sind, dass sie gerechtfertigt und damit legitimiert sind. Besitzen sie dann alle normativen Befugnisse, die sie beanspruchen? Wir müssen die Legitimität untersuchen. Wann sind Staaten legitimiert? Was ist die Grundlage ihrer Legitimität? Und was genau bringt Legitimität mit sich? Legitimität" leitet sich von lex ab und hat die gleiche Wurzel wie "Gesetzgebung". Ein Sinn von "Legitimität" besteht darin, in Übereinstimmung mit dem Gesetz oder rechtmäßig (Legalität) zu sein. Jeder rechtmäßige oder "legale" Staat ist in diesem Sinne legitim. Eng damit verbunden wäre der allgemeinere Begriff der Übereinstimmung mit den festgelegten Regeln oder Verfahren, die für die betreffende Angelegenheit relevant sind (z.B. ein rechtmäßiger Zug im Schach, der rechtmäßige Thronfolger). Diese Sinne des "legitimen", weitgehend prozedural und ähnlich dem primären Sinn des "legalen" (d.h. in Übereinstimmung mit dem Gesetz zu sein), sind für unsere normative Untersuchung nicht sehr nützlich.
Probleme: In der Politik und insbesondere in internationalen Angelegenheiten wird ein Staat oft für legitim gehalten, wenn er von anderen anerkannt oder akzeptiert wird. Es besteht erhebliche Unklarheit darüber, was dies bedeutet. Manchmal scheint die Andeutung lediglich zu sein, dass ein legitimer Staat ein echter Staat ist. Legitimität in diesem Sinne ist uninteressant. Manchmal legt der Gedanke der Akzeptanz oder Anerkennung nahe, dass es als legitimer Staat erforderlich ist, von anderen Staaten so anerkannt zu werden, als ob Legitimität eine Art Mitgliedschaft in einer Organisation oder einem Club wäre. Auch wenn die Mitglieder dieses Clubs nicht alle korrupt sind, erscheint auch dieser Gedanke uninteressant. Die Frage ist, welche Bedingungen für die Mitgliedschaft gestellt werden sollten.
Sozialwissenschaften/Weber: In den Sozialwissenschaften würden von Weber abgeleitete Darstellungen uns die Legitimität des Staates in Bezug auf die Einstellungen der Subjekte verstehen lassen.
MorrisVsWeber: Die "rohesten" würden sagen, dass ein Staat insofern legitim ist, als er von seinen Untertanen so betrachtet wird, was nicht sehr erhellend ist, bis wir verstehen, was es für jemanden bedeutet, einen Staat so zu betrachten.
Staat: Was ist es dann für einen Staat, wenn er in einem substantielleren Sinne legitim ist? Wenn ein Staat legitim ist, dann hat er einen bestimmten Status. Zumindest ist seine Existenz zulässig. Er kann auch ein (Anspruchs-)Recht auf Existenz haben. >Staat/Morris.
Lösung: Ein legitimer Staat ist, sagen wir, minimal einer, der eine Freiheit, vermutlich ein (Anspruchs-)Recht, zu existieren hat. Er würde vermutlich auch die Freiheit oder das Recht besitzen, Gesetze zu erlassen und diese zu beschließen und durchzusetzen, soweit dies zur Aufrechterhaltung der Ordnung und für andere Zwecke erforderlich ist. Legitimität in diesem minimalen Sinne wäre das Recht zu existieren und zu herrschen. >Gehorsam/Morris.
Legitimität, stark und schwach: An diesem Punkt ist es sinnvoll, zwischen schwächeren und stärkeren Legitimitätskonzepten zu unterscheiden. Ein legitimer Staat besitzt ein (Anspruchs-)Recht zu existieren und zu herrschen.
Das Existenzrecht bringt für andere die Verpflichtung mit sich, seine Existenz nicht in bestimmter Weise zu bedrohen (z.B. ihn nicht anzugreifen oder zu erobern).
a) ein Staat ist
Gaus I 203
minimal legitim, würde ich sagen, wenn sein Recht zu herrschen bedeutet, dass andere verpflichtet sind, es nicht zu untergraben, aber nicht unbedingt verpflichtet sind, ihm zu gehorchen. 2) Demgegenüber ist ein Staat voll legitim, wenn sein Recht zu herrschen eine Verpflichtung der Untertanen oder zumindest der Bürger zur Gehorsamspflicht (jedes gültige Gesetz) mit sich bringt. Diese Verpflichtung kann als eine allgemeine Pflicht zum Gehorsam gegenüber dem Gesetz angesehen werden, die die Einhaltung aller Gesetze verlangt, die auf einen Staat anwendbar sind, außer unter Umständen, die durch das Gesetz vorgegeben sind (z.B. gerechtfertigter oder entschuldigter Ungehorsam).*
Minimale Legitimität: Was begründet eine minimale Legitimität? Angenommen, ein Staat ist gerecht.** Das heißt, angenommen, er respektiert die Zwänge der Gerechtigkeit und handelt nicht ungerecht. Nehmen wir außerdem an, dass er denjenigen Gerechtigkeit widerfährt, die seiner Herrschaft unterworfen sind, dass er Gesetze erlässt und durchsetzt, Streitigkeiten entscheidet und Mechanismen für kollektive Entscheidungen bereitstellt (z.B. Verträge, Gesellschaftsrecht), lokale Regierungen, Parlamente). Einige der Gesetze sowie eine Reihe von Sozialprogrammen zielen auf Verteilungsgerechtigkeit ab (...). Die Regierung reagiert im Allgemeinen auf die gerechten Interessen oder Wünsche der Regierten. Ein Staat wie dieser wäre gerecht. Nehmen wir außerdem an, dass er in seinen Aktivitäten relativ effizient ist. (Morris, 1998(5): Kap. 4 und 6). >Gerechtigkeit/Morris, >Rechtfertigung/Morris, >Verteilungsgerechtigkeit/Politische Theorien.

* "Die Legitimität eines Staates ist sein ausschließliches Recht, den Untertanen neue Pflichten aufzuerlegen, indem er rechtsverbindliche Richtlinien initiiert, diese Richtlinien befolgen zu lassen und Nicht-Verpflichtete zu zwingen" (Simmons, 1999(1): 137). Unter "Rechtfertigung des Staates" versteht man normalerweise den Nachweis, dass es eine übermäßige Verpflichtung gibt, dem Gesetz zu gehorchen..." (Simmons, 1999(1): 137). [D]as Ziel der Rechtfertigung des Staates ist es, zu zeigen, dass im Prinzip jeder innerhalb seiner Territorien moralisch verpflichtet ist, seine Gesetze und Erlasse zu befolgen" (Wolff, 1996(2): 42).


** Was sind Königreiche ohne Gerechtigkeit anderes als große Räuberbanden" (Augustinus, 1984(3): 30). 'Gerechtigkeit ist die erste Tugend der sozialen Institutionen, wie die Wahrheit der Denksysteme' Rawls, 1971(4): 3).


1. Simmons, A. John (1999) 'Justification and legitimacy'. In his Justification and Legitimacy: Essays on Rights and Obligations. Cambridge: Cambridge University Press, 122-57.
2. Wolff, Jonathan (1996) An Introduction to Political Philosophy. Oxford: Oxford University Press.
3. Augustine (1994 [1425]) Political Writings, eds E. Fortin and D. Kries, trans. M. Tracz and D. Kries. Indianapolis: Hackett.
4. Rawls, John (1971) A Theory of Justice. Cambridge, MA: Harvard University Press.
5. Morris, Christopher W. (1998) An Essay on the Modern State. Cambridge: Cambridge University Press.

Morris, Christopher W. 2004. „The Modern State“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Logische Möglichkeit Dennett I 141
Logische Möglichkeit/Dennett: Supermann, der schneller als Licht fliegt, ist logisch möglich, Dupermann, der sich dabei nicht bewegt, nicht. Problem: Wie unterscheidet man logische und physikalisch Möglichkeit: Bsp >Zeitreisen.
Möglichkeit/Abstufung/Grade/Dennett: mindestens 4 Abstufungen:
1. logische Möglichkeit
2. physikalische Möglichkeit
3. biologische Möglichkeit
4. historische Möglichkeit. (In dieser Reihenfolge ineinander verschachtelt.). Am schwächsten ist die rein logische Möglichkeit.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Mathematik Waismann I 84
Mathematik/Waismann: nach unserer Auffassung besteht die Mathematik nicht aus Tautologien und ist auch kein bloßer Zweig der Logik. Sie ruht nur auf ihren eigenen Festsetzungen. Der Glaube, dass die Mathematik durch die Logik sicherer fundiert würde ist ein Missverständnis.
2+2 = 4 entspricht nicht einer Tautologie, sondern einer Anweisung. Sie steht einem empirischen Satz viel näher als eine Tautologie. Sie ist eben eine Regel, ähnlich wie beim Schach, die befolgt oder übertreten wird. Das wäre bei einer Tautologie nicht möglich, denn was soll es heißen, eine Tautologie zu befolgen oder zu übertreten?
Die Meinung, dass die gesamte Mathematik auf Peanos 5 Axiomen fußt, ist heute nicht mehr aufrechtzuerhalten. Die Mathematik ist eine Vielheit von Systemen.
Die Sätze der Arithmetik sind weder wahr noch falsch, sondern verträglich oder unverträglich mit gewissen Festsetzungen.
Damit wird ein gewisser Dualismus überwunden:
I 85
man glaubte, nur die natürlichen Zahlen seien ewige, unumstößliche Wahrheiten, bzw. sie drückten solche aus, während die rationalen und reellen Zahlen bloße Konventionen seien. (Kronecker). WaismannVsKronecker: das ist eine Halbheit, und die ganze Entwicklung der Arithmetik zeigt, welchen Weg wir zu gehen haben: die Möglichkeit einer Zahlenreihe 1,2,3,4,5, viele wurde schon erwähnt.
Bsp Denken wir uns, eine Strecke werde durch Punkte in Teile zerlegt, dann hat es Sinn zu sagen, die Strecke hat 2,3,4..Teile, aber nicht: "die Strecke hat einen Teil." Man möchte hier viel lieber zählen:
0,2,3,4...
und das entspricht der Satzreihe: "Die Strecke ist ungeteilt", "die Strecke ist in zwei Teile geteilt", ...usw. d.h. wir zählen hier nicht nach dem Schema, das wir sonst verwenden, und dennoch ist das ein alltäglicher Fall.((s) sprachliche Überbewertung von "besteht aus". Lösung: 1 = unechter Teil.)

Aber nicht nur die Zahlenreihe, auch die Operationen könnten wir uns geändert denken: AG wir sollte Additionen mit vielen Millionen Stellen ausführen. Die Ergebnisse zweier Rechner werden dann nicht übereinstimmen. Kommt hier der Begriff der Wahrscheinlichkeit in die Arithmetik hinein? Oder man führt einen neuen Kalkül ein.
Der Irrtum der Logik war, dass sie glaubte, die Arithmetik fest untermauert zu haben. Frege: "Die Grundsteine, in einem ewigen Grund befestigt, sind von unserem Denken zwar überflutbar, aber nicht verrückbar."
WaismannVsFrege: allein der Ausdruck die Arithmetik "begründen" gibt uns ein falsches Bild,
I 86
als ob ihr Gebäude auf Grundwahrheiten errichtet sei, während sie ein Kalkül ist, der nur von gewissen Festsetzungen ausgeht, frei schwebend, wie das Sonnensystem, das auf nichts ruht. Wir können die Arithmetik nur beschreiben, d.h. ihre Regeln angeben, nicht begründen.

Waismann I
F. Waismann
Einführung in das mathematische Denken Darmstadt 1996

Waismann II
F. Waismann
Logik, Sprache, Philosophie Stuttgart 1976
Mentalesisch Fodor Rorty I 269 ff
Rorty: Fodors Bild der inneren Darstellungen hat mit unserem Spiegel der Natur, die wir verabschiedet haben, nichts zu tun. Entscheidend ist, dass sich bezüglich Fodors "Sprache des Denkens" die skeptische Frage "Wie genau stellen die inneren Darstellungen (Repräsentationen) die Wirklichkeit dar?" nicht stellen lässt! Es gibt keine Kluft.
Newen/Schrenk I 132
Mentalesisch /Sprache der Gedanken/Gedankensprache/Fodor/Newen/Schrenk: These: Denken findet mit mentalen Repräsentationen statt. - Bsp Benzinuhr, kausale Verbindung. - Mentalesisch: ist genauso reich wie natürliche Sprache, aber rein intern, symbolisch, rein syntaktische Symbolmanipulation - nur im Zusammenhang mit propositionalen Einstellungen.
VsFodor: a) Regress
I 133
b) Die Anhänger der These vom Primat des Denkens können die Normativität des Denkens nicht mit Hilfe von sozialen Institutionen wie der Sprache erklären - c) es gibt auch Überzeugungen ohne Repräsentation: Bsp Schachcomputer: "brute force" - dann: "Ich sollte die Dame früh aus dem Spiel nehmen".

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Methode Festinger Haslam I 45
Methode/Festinger: z.B. Ende der Welt-Studie (Festinger et al 1956)(1): Nach einer unerfüllten Weltuntergangsprophezeiung müssen diejenigen, die daran glaubten, die Diskrepanz zwischen Glaube und Realität reduzieren, weil sie diese Diskrepanz als unangenehmen Spannungszustand erleben werden. Die Suchenden [diejenigen, die an die Prophezeiung des Jüngsten Gerichts glaubten] würden nicht nur in ihrem Glauben verharren, sondern tatsächlich glühender werden, als sie es zuvor waren. Sie würden hartnäckig an ihrer Überzeugung festhalten, dass ihre Prophezeiung von Anfang an richtig war. Natürlich könnten sie nicht behaupten, dass die Welt untergegangen sei, aber sie könnten ihr allgemeines Glaubensmuster bekräftigen. Festinger et al. (1956)(1) testeten diese Annahme in einem realen Fall der Weltuntergangsprophezeiung 1955. Problem: Die (...) Ironie an [dieser Studie] ist, dass ihre Replizierbarkeit unklar ist. Unser Wissen wird beeinträchtigt, wenn wir nicht über wichtige Parameter Bescheid wissen, die die Wirkung erleichtert haben könnten. Siehe auch Hardyck und Braden (1962)(2):
Haslam I 47
Die Gruppengröße kann im Zusammenhang mit reduzierenden Strategien nach einer gescheiterten Prophezeiung von Bedeutung sein.
Haslam I 49
Methode/Festinger und Carlsmith (1959(3): Die von ihnen entwickelte Methode wurde zum Modell für die Forschung der nächsten Jahrzehnte. Seine Strenge und Kontrolle wurden durch seine Kreativität ergänzt. Tatsächlich wurde diese Studie wohl ebenso berühmt für ihre geniale Methodik wie für die Ergebnisse, die sie hervorgebracht hat. Im Labor musste eine neue Haltung geschaffen werden. Sie erfanden eine Aufgabe, die die Studierenden erfüllen sollten, und sorgten dafür, dass sie von jedem, der sie ausführte, als wirklich langweilig empfunden wurde. Das wäre die Haltung, der die Teilnehmer später durch ihre mündlichen Aussagen widersprechen würden. >Experiment/Festinger.
Haslam I 52
VsFestinger: Aufmerksamkeit. Die Tatsache, dass Festinger und seine Kollegen (1956)(1) nicht nur darüber berichteten, sondern eine Theorie zur Vorhersage des Ergebnisses verwendeten, wurde gebührend berücksichtigt. Allerdings war die Studie nicht experimentell, sie kontrollierte keine ihrer Variablen, und (wie später die Forschung zeigte) das Verhältnis von Bekehrung zu Dissonanzreduktion konnte sicherlich diskutiert werden. In ihrer anschließenden Studie zeigten Festinger und Carlsmith (1959)(3) nicht nur Unterstützung für die Dissonanztheorie in einem streng kontrollierten Experiment, sondern taten sie dies auch mit experimenteller Eleganz (ein Merkmal, das die Dissonanzforschung für eine Generation charakterisieren würde). Darüber hinaus haben sie sich direkt auf den führenden theoretischen Begriff in der gesamten Psychologie konzentriert - die Idee, dass Verstärkung (Reinforcement) Veränderung bewirkt.


1. Festinger, L., Riecken, H.W. and Schachter, S. (1956) When Prophecy Fails. Minneapolis: University of Minnesota Press
2. Hardyck, J.A. and Braden, M. (1962) ‘Prophecy fails again: A report of a failure to replicate’, Journal of Abnormal and Social Psychology, 65: 136–41.
3. Festinger, L. and Carlsmith, J.M. (1959) ‘Cognitive consequences of forced compliance’, Journal of Abnormal and Social Psychology, 58: 203–10.


Joel Cooper, “Cognitive Dissonance. Revisiting Festinger’s End of the World study”, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017
Minimax-Algorithmus Norvig Norvig I 164
Minimax-Algorithmus/Spiel/Norvig/Russell: Der Minimax-Wert eines Knotens ist der Nutzen (für MAX), sich im entsprechenden Zustand zu befinden, vorausgesetzt, dass beide Spieler von dort bis zum Ende des Spiels optimal spielen.
Norvig I 165
Der Minimax-Algorithmus (...) berechnet die Minimax-Entscheidung aus dem aktuellen Zustand. Es verwendet eine einfache rekursive Computation der Minimax-Werte jedes Nachfolgezustands und implementiert direkt die definierenden Gleichungen. Die Rekursion geht den ganzen Pfad bis zu den Blättern des Baumes hinunter, und dann werden die Minimalwerte durch den Baum gesichert, während sich die Rekursion abwickelt. Der Minimax-Algorithmus führt eine vollständige Tiefenerkundung des Spielbaums durch. Bei echten Spielen sind die Zeitkosten natürlich völlig unpraktisch, aber dieser Algorithmus dient als Grundlage für die mathematische Analyse von Spielen und für praktischere Algorithmen.
Norvig I 167
Das Problem bei der Minimax-Suche ist, dass die Anzahl der zu untersuchenden Spielzustände exponentiell in der Tiefe des Baumes ist. Leider können wir den Exponenten nicht eliminieren, aber es stellt sich heraus, dass wir ihn effektiv in zwei Hälften teilen können. Der Trick ist, dass es möglich ist, die richtige Minimax-Entscheidung zu berechnen, ohne jeden Knoten im Spielbaum zu betrachten. Lösung: Alpha-Beta-Pruning. Wenn es auf einen Standard-Minimax-Baum angewendet wird, gibt es den gleichen Spielzug heraus wie Minimax, schneidet aber Äste weg, die die endgültige Entscheidung nicht beeinflussen können.
Das allgemeine Prinzip ist folgendes: Betrachten Sie einen Knoten n
Norvig I 168
irgendwo im Baum (siehe Abbildung 5.6), sodass der Spieler die Wahl hat, zu diesem Knoten zu wechseln. Wenn der Spieler eine bessere Wahl m hat, entweder am übergeordneten Knoten von n oder an einem beliebigen Auswahlpunkt weiter oben, dann wird n im tatsächlichen Spiel nie erreicht. Sobald wir also genug über n herausgefunden haben (durch die Untersuchung einiger seiner Nachkommen), um zu diesem Schluss zu kommen, können wir ihn beschneiden.
Norvig I 190
Der Minimax-Algorithmus geht auf eine Arbeit von Ernst Zermelo(1) aus dem Jahr 1912 zurück, dem Entwickler der modernen Mengenlehre. Die Arbeit enthielt leider mehrere Fehler und beschrieb minimax nicht korrekt. Andererseits hat es die Ideen der retrograden Analyse dargelegt und vorgeschlagen (aber nicht bewiesen), was als Zermelos Theorem bekannt wurde: dass das Schachspiel vorbestimmt ist - Weiß kann einen Sieg erzwingen oder Schwarz oder es ist ein Unentschieden; wir wissen einfach nicht, welches. Zermelo sagt, dass, sollten wir es schließlich wissen, "Schach natürlich den Charakter eines Spiels verlieren würde." Eine solide Grundlage für die Spieltheorie wurde in der wegweisenden Arbeit Theory of Games and Economic Behavior (von Neumann und Morgenstern, 1944)(2) entwickelt, die eine Analyse beinhaltete, die zeigte, dass einige Spiele Strategien erfordern, die zufällig (oder anderweitig unvorhersehbar) sind.
Norvig I 191
VsMinimax-Algorithmen: D. F. Beal (1980)(3) und Dana Nau (1980(4), 1983(5)) untersuchten die Schwächen der bei approximativen Evaluationen angewendeten Minimax. Sie zeigten, dass unter bestimmten Annahmen über die Verteilung der Blattwerte im Baum die Minimaxierung an der Wurzel Werte liefern kann, die tatsächlich weniger zuverlässig sind als die direkte Nutzung der Evaluationsfunktion selbst. >Computerspiele/Norvig.

1. Zermelo, E. (1913). Über Eine Anwendung der Mengenlehre auf die Theorie des Schachspiels. In
Proc. Fifth International Congress of Mathematicians, Vol. 2, pp. 501–504
2. von Neumann, J. and Morgenstern, O. (1944). Theory of Games and Economic Behavior (first edition). Princeton University Press
3. Beal, D. F. (1980). An analysis of minimax. In Clarke, M. R. B. (Ed.), Advances in Computer
Chess 2, pp. 103–109. Edinburgh University Press
4. Nau, D. S. (1980). Pathology on game trees: A summary of results. In AAAI-80, pp. 102–104.
5. Nau, D. S. (1983). Pathology on game trees revisited, and an alternative to minimaxing. AIJ, 21(1–2),
221–244.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Minimax-Algorithmus Russell Norvig I 164
Minimax-Algorithmus/Spiel/Norvig/Russell: Der Minimax-Wert eines Knotens ist der Nutzen (für MAX), sich im entsprechenden Zustand zu befinden, vorausgesetzt, dass beide Spieler von dort bis zum Ende des Spiels optimal spielen.
Norvig I 165
Der Minimax-Algorithmus (...) berechnet die Minimax-Entscheidung aus dem aktuellen Zustand. Es verwendet eine einfache rekursive Computation der Minimax-Werte jedes Nachfolgezustands und implementiert direkt die definierenden Gleichungen. Die Rekursion geht den ganzen Pfad bis zu den Blättern des Baumes hinunter, und dann werden die Minimalwerte durch den Baum gesichert, während sich die Rekursion abwickelt. Der Minimax-Algorithmus führt eine vollständige Tiefenerkundung des Spielbaums durch. Bei echten Spielen sind die Zeitkosten natürlich völlig unpraktisch, aber dieser Algorithmus dient als Grundlage für die mathematische Analyse von Spielen und für praktischere Algorithmen.
Norvig I 167
Das Problem bei der Minimax-Suche ist, dass die Anzahl der zu untersuchenden Spielzustände exponentiell in der Tiefe des Baumes ist. Leider können wir den Exponenten nicht eliminieren, aber es stellt sich heraus, dass wir ihn effektiv in zwei Hälften teilen können. Der Trick ist, dass es möglich ist, die richtige Minimax-Entscheidung zu berechnen, ohne jeden Knoten im Spielbaum zu betrachten. Lösung: Alpha-Beta-Pruning. Wenn es auf einen Standard-Minimax-Baum angewendet wird, gibt es den gleichen Spielzug heraus wie Minimax, schneidet aber Äste weg, die die endgültige Entscheidung nicht beeinflussen können.
Das allgemeine Prinzip ist folgendes: Betrachten Sie einen Knoten n
Norvig I 168
irgendwo im Baum (siehe Abbildung 5.6), sodass der Spieler die Wahl hat, zu diesem Knoten zu wechseln. Wenn der Spieler eine bessere Wahl m hat, entweder am übergeordneten Knoten von n oder an einem beliebigen Auswahlpunkt weiter oben, dann wird n im tatsächlichen Spiel nie erreicht. Sobald wir also genug über n herausgefunden haben (durch die Untersuchung einiger seiner Nachkommen), um zu diesem Schluss zu kommen, können wir ihn beschneiden.
Norvig I 190
Der Minimax-Algorithmus geht auf eine Arbeit von Ernst Zermelo(1) aus dem Jahr 1912 zurück, dem Entwickler der modernen Mengenlehre. Die Arbeit enthielt leider mehrere Fehler und beschrieb minimax nicht korrekt. Andererseits hat es die Ideen der retrograden Analyse dargelegt und vorgeschlagen (aber nicht bewiesen), was als Zermelos Theorem bekannt wurde: dass das Schachspiel vorbestimmt ist - Weiß kann einen Sieg erzwingen oder Schwarz oder es ist ein Unentschieden; wir wissen einfach nicht, welches. Zermelo sagt, dass, sollten wir es schließlich wissen, "Schach natürlich den Charakter eines Spiels verlieren würde." Eine solide Grundlage für die Spieltheorie wurde in der wegweisenden Arbeit Theory of Games and Economic Behavior (von Neumann und Morgenstern, 1944)(2) entwickelt, die eine Analyse beinhaltete, die zeigte, dass einige Spiele Strategien erfordern, die zufällig (oder anderweitig unvorhersehbar) sind.
Norvig I 191
VsMinimax-Algorithmen: D. F. Beal (1980)(3) und Dana Nau (1980(4), 1983(5)) untersuchten die Schwächen der bei approximativen Evaluationen angewendeten Minimax. Sie zeigten, dass unter bestimmten Annahmen über die Verteilung der Blattwerte im Baum die Minimaxierung an der Wurzel Werte liefern kann, die tatsächlich weniger zuverlässig sind als die direkte Nutzung der Evaluationsfunktion selbst. >Computerspiele/Norvig.

1. Zermelo, E. (1913). Über Eine Anwendung der Mengenlehre auf die Theorie des Schachspiels. In
Proc. Fifth International Congress of Mathematicians, Vol. 2, pp. 501–504
2. von Neumann, J. and Morgenstern, O. (1944). Theory of Games and Economic Behavior (first edition). Princeton University Press
3. Beal, D. F. (1980). An analysis of minimax. In Clarke, M. R. B. (Ed.), Advances in Computer
Chess 2, pp. 103–109. Edinburgh University Press
4. Nau, D. S. (1980). Pathology on game trees: A summary of results. In AAAI-80, pp. 102–104.
5. Nau, D. S. (1983). Pathology on game trees revisited, and an alternative to minimaxing. AIJ, 21(1–2), 221–244.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Mögliche Welten Dennett I 141
Mögliche Welten/Logische Möglichkeit/Dennett: Eine Welt mit Supermann, der schneller als Licht fliegt, ist logisch möglich, eine Welt mit Dupermann, der sich dabei nicht bewegt, nicht. Problem: wie unterscheidet man logische und physikalisch Möglichkeit: Bsp >Zeitreisen.
Möglichkeit/Abstufung/Grade/Dennett: mindestens 4 Abstufungen:
1. logische Möglichkeit
2. physikalische Möglichkeit
3. biologische Möglichkeit
4. historische Möglichkeit. (In dieser Reihenfolge ineinander verschachtelt.). Am schwächsten ist die rein logische Möglichkeit.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Naturalistischer Fehlschluss Hume Stegmüller IV 186
Sein-Sollen-Fehlschluss/Hume: These: es ist unmöglich, einen Sollens-Satz ausschließlich aus Ist-Sätzen abzuleiten. - ((s) > Moore: benannte das Problem als "naturalistischen Fehlschluss" um.) Stegmüller: beim nicht-moralischen Gebrauch gibt es kein Problem wegen des hypothetischen Imperativs: Bsp Beim Schach gibt kein Problem des Übergangs vom "ist" zu "soll". Grund: es wird dadurch keinerlei neue Beziehung ausgedrückt! Implizit: was du willst, das sollt du.
Lösung/SearleVsHume: Prämissen mit Verpflichtungen anfügen.
Lösung/Searle: es geht um eine institutionelle Tatsache.
MackieVsSearle: Verwechslung von inneren und äußeren Fragen. >Innen/außen. - Wir können nicht aus verinnerlichten Regeln heraustreten.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997
Negation Wittgenstein Hintikka I 150
Negation/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die Verneinung ist dasselbe Bild - dessen Sinn allerdings umgekehrt ist - (polarisiert) - damit ist die Satznegation eliminiert.
I 150
Negation/Frege/Russell/Hintikka: Negation des Prädikats eliminieren sie und setzen statt dessen die Satznegation.
II 51
Negation/Wittgenstein: ihre Bedeutung kann nur durch Gebrauchsregeln ausgedrückt werden.
II 51
Verneinung/Negation/Wittgenstein: es muss eine Vereinbarung geben: Bsp das rote Licht ist von sich aus noch nicht die Anweisung, anzuhalten. Es muss mit Hilfe der Sprache erklärt worden sein. Die Bedeutung von "nicht" lässt sich nur in Regeln ausdrücken, die für seine Verwendungsweise gelten.
II 72
Negation/Erklärung/Russell: erklärte ~p, indem er sagte, dass ~p wahr sei, wenn p falsch sei, und umgekehrt...
II 73
Negation/WittgensteinVsRussell: ...doch das ist keine Erklärung der Verneinung, denn es könnte auch für andere als nur die negativen Sätze gelten. (> Wahrheitstabelle/Wahrheitstafel).
II 74
Negation/Tatsache/Wittgenstein: was entspricht dem Satz "die Tür ist nicht offen" wenn sie doch offen ist? Aber hier kommt eine verfehlte Analogie ins Spiel, denn es ist nicht ein Etwas, was p entspricht. Und das, was ~p entspricht, ist das Nicht der Fall sein von p.
II 75
Verneinung/Negation/Verstehen/Wittgenstein: das Verstehen von "nicht" ist wie das Verstehen eines Schachzugs.
II 113
Tatsache/Negation/Wittgenstein: es gibt keine positiven oder negativen Tatsachen. "Positiv" und "negativ" beziehen sich auf die Form der Sätze und nicht auf die Tatsachen.
II 114
Eine negative Aussage hat nicht in derselben Weise Bedeutung wie eine positive; man kann sie nicht durch positive Begriffe beschreiben und ihre negative Bedeutung beibehalten.
II 221
innere Negation/Wittgenstein: die Behauptung "dieser Tisch ist grün" bildet keinen Bestandteil der Behauptung "dieser Tisch ist nicht grün". - ((s) Behauptung, nicht Satz) - Wittgenstein: wir zeichnen eher ein Bild.
II 234
Allgemeinheit/allgemeines/allgemein/Negation/Wittgenstein: die Grammatiken der Allgemeinheit und der Negation sind in unglaublicher Weise mehrdeutig. Bsp "dieses Quadrat ist weiß" ich könnte es übersetzen als: "alle Punkte dieses Quadrat sind weiß". Dann können wir nicht sagen: "ein Punkt ist nicht weiß " ohne neue Konventionen einzuführen.
Negation,/"alle"/Wittgenstein : beides hat verschiedene Grammatiken. Man hat die Frage gestellt, ob die Negation von Sätzen auf dasselbe hinausläuft wie eine Disjunktion von Sätzen. In bestimmten Fällen ist tatsächlich so:
Bsp Disjunktion: "dies ist eine der Primärfarben, aber nicht rot", das bedeutet: "dies ist weiß oder gelb oder grün oder blau oder schwarz". Es gibt jedoch keine Disjunktion, die "Schmitz ist nicht in diesem Zimmer" entspricht.
Doppelte Negation/Wittgenstein: wird häufig in der Bedeutung von einfacher Negation angewendet.
Bsp "Ich mag es und ich mag es nicht".
II 239
Wer behauptet, dass wir sie nicht in diesem Sinne meinen, sagt damit, dass es verschiedene Arten der doppelten Negation gibt! Manche sagen: "die Anwendung wird anders sein". Aber wie kann man von einem Zeichensystem reden, ohne von der Anwendung zu reden.
Bsp ich kann die Hände so zusammenlegen, dass sie zur Deckung gebracht werden. Aber man kann fragen: Wie möchtest du "decken" erklären, mit oder ohne Bezugnahme auf etwas, das zur Deckung gebracht wird?
II 276
doppelte Negation/Wittgenstein: doppelte Negation gleich Bejahung: eine Feststellung über unsere Gewohnheiten ist es nicht, denn dann wäre es eine Aussage der Naturgeschichte und nicht einmal eine Wahre! Es kann sein, dass die doppelte Negation in einem Symbolsystem die Negation bedeutet.
II 282
Negation/Disjunktion/Repertoire/Wittgenstein: wenn man ein abgegrenztes Repertoire hat, kann man Negation "nicht-p" mit einer Disjunktion z.B. "q v r v s" - gleichsetzen - das geht nicht, bei Bsp "nicht dieses rot hier". - abgegrenztes Repertoire: Bsp Permutationen. Philosophie/Wittgenstein: die Wörter "wahr" und "falsch" sind zwei Wörter, von denen die Philosophie bisher abhängig ist.
Die Philosophie beruht stets auf Fragen ohne Sinn! Wahr und falsch können wir völlig abschaffen. Statt dessen: "Satz" und "Negation". ((s) > Referentielle Quantifikation, > Semantischer Aufstieg).
II 288
Schatten/Negation/Welt/Realität/Abbildung/Wittgenstein: wir glauben, den Sätzen müsse zumindest so etwas wie ein Schatten entsprechen. Damit ist aber nichts gewonnen. Denn warum in aller Welt soll es ein Schatten dieser Wirklichkeit sein? Das Verwirrende an der Negation liegt in dem Gedanken, einem Symbol müsse etwas entsprechen. Wie kann man wissen, was gemeint ist, wenn nichts Entsprechendes da ist? Dennoch muss man wissen, was man meint.
II 289
Negation/Wittgenstein: Bsp "hier ist kein Stuhl" entspricht, dass hier der Ort und irgendwo in der Welt Stühle sind. Bsp "ich wünsche, Schmitz möge kommen" fälschliche Vorstellung: dass der Satz aus irgendwie zusammengefügten Bestandteilen bestehen muss, wie eine Schachtel einen Boden und einen Deckel hat.
II 290
Negation/Verstehen/Wittgenstein: wenn man "~p" verstanden hat, muss man auch "p" verstanden haben. Doch wenn p falsch ist, gibt es nichts, was ihm entspricht. Was heißt es einen Befehl zu verstehen, wenn man ihn nicht befolgt? Indem man ein Bild anfertigt, kommt man der Ausführung nicht näher.
IV 79
Negation/Verneinung/Tractatus/Wittgenstein: 5.513 so kann man sagen, zwei Sätze sind einander entgegengesetzt, wenn sie nichts gemeinsam haben - und: jeder Satz hat nur ein Negativ - ((s) >Vollständigkeit, > siehe auch maximal).

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Newcombs Paradox Newcombs Paradox: Gedankenexperiment, bei dem eine Versuchsperson eine von zwei Schachteln wählen soll und dabei eine sichere Option auf einen Gewinn hat, diesen jedoch erheblich erhöhen kann indem sie das Risiko, alles zu verlieren erhöht. Ein allwissendes Wesen, das die Entscheidung der Versuchspersonen meist richtig vorausgesagt hat, versucht, den Gewinn der Versuchsperson zu durchkreuzen. Sollte die Versuchsperson die sichere Option wählen oder auf Risiko spielen? Kann sie ihre Strategie im Verlauf überhaupt noch ändern? Siehe auch Willensfreiheit, Rückwärtskausalität, Gefangenendilemma.
Onlinesuche Norvig Norvig I 147
Onlinesuche/Norvig/Russell: Der Begriff "online" wird in der Informatik häufig verwendet, um sich auf Algorithmen zu beziehen, die Eingangsdaten verarbeiten müssen, sobald sie empfangen werden, anstatt darauf zu warten, dass der gesamte Eingangsdatensatz verfügbar wird. >Suchalgorithmen/Norvig. Offline-Algorithmen: berechnen eine Komplettlösung, bevor sie die reale Welt betreten und führen dann die Lösung aus.
Online-Suchagenten: Ein Online-Suchagent verschachtelt Computation und Handlung: Zuerst führt er eine Handlung durch, dann beobachtet er die Umgebung und berechnet die nächste Handlung. Die Onlinesuche ist eine gute Idee in dynamischen oder halbdynamischen Domänen - Domänen, in denen es eine Strafe für das Herumsitzen und zu langes Rechnen gibt. Die Onlinesuche ist auch in nicht-deterministischen Bereichen hilfreich, da sie es dem Agenten ermöglicht, seine Rechenleistung auf die Eventualitäten zu konzentrieren, die tatsächlich auftreten, und nicht auf die, die möglicherweise, aber wahrscheinlich nicht, auftreten. Die Onlinesuche ist eine notwendige Idee für unbekannte Umgebungen. Der Agent steht vor einem Erkundungsproblem und muss seine Handlungen als Experimente nutzen, um genug zu lernen, um Überlegungen lohnenswert zu machen. Ein Problem bei der Onlinesuche muss durch einen Agenten gelöst werden, der Handlungen ausführt, und nicht durch reine Computation. Z.B. kann der Agent das ERGEBNIS (s,a) nicht bestimmen, außer indem er sich tatsächlich in s befindet und a ausführt.
Norvig I 148
Competitive ratio: Typischerweise ist das Ziel des Agenten, einen Zielzustand zu erreichen und gleichzeitig die Kosten zu minimieren. (Ein weiteres mögliches Ziel ist es, einfach die gesamte Umgebung zu erforschen.) Die Kosten sind die Gesamtkosten für den Pfad, den der Agent tatsächlich zurücklegt. Es ist üblich, diese Kosten mit den Pfadkosten des Pfades zu vergleichen, dem der Agent folgen würde, wenn er den Suchraum im Voraus kennen würde, d.h. den tatsächlich kürzesten Weg (oder die kürzeste vollständige Erforschung). In der Sprache der Online-Algorithmen nennt man dies die Competitive Ratio; wir möchten, dass sie so klein wie möglich ist.
Norvig I 149
Umgebung: Nach jeder Handlung erhält ein Online-Agent ein Perzept, das ihm sagt, welchen Zustand er erreicht hat; aus diesen Informationen kann er seine Karte der Umgebung erweitern. Die aktuelle Karte wird verwendet, um zu entscheiden, wohin es als nächstes gehen soll. (Siehe unten Random Walk.) Offline-Suchagenten: können einen Knoten in einem Teil des Raumes expandieren und dann sofort einen Knoten in einem anderen Teil des Raumes expandieren, da die Knotenexpansion eher simulierte als reale Handlungen beinhaltet.
Ein Online-Algorithmus hingegen kann Nachfolger nur für einen Knoten entdecken, den er physisch belegt. Um zu vermeiden, dass er den gesamten Baum durchqueren muss, um den nächsten Knoten zu expandieren, erscheint es besser, Knoten in einer lokalen Reihenfolge zu expandieren. Die Tiefensuche (>Suchalgorithmen/Norvig) hat genau diese Eigenschaft, da (außer beim >Backtracking) der nächste expandierte Knoten ein Kind des vorherigen expandierten Knotens ist. (>Genetische Algorithmen/Norvig).
Norvig I 150
Bergsteigersuche: Wie die Tiefensuche hat auch die Bergsteigersuche in ihren Knotenerweiterungen die Eigenschaft der Lokalität. (...) Weil sie nur einen aktuellen Zustand im Speicher hält, ist die Bergsteigersuche bereits ein Online-Suchalgorithmus! Leider ist sie in ihrer einfachsten Form nicht sehr nützlich, da sie den Agenten bei lokalen Maxima sitzen lässt und dieser nirgendwo hingehen kann. Außerdem können zufällige Neustarts nicht verwendet werden, da sich der Agent nicht selbst zu einem neuen Zustand transportieren kann. Random Walk: Anstelle von zufälligen Neustarts kann man auch einen Random Walk in Betracht ziehen, um die Umgebung zu erkunden. Ein Random Walk wählt einfach zufällig eine der verfügbaren Handlungen aus dem aktuellen Zustand aus.
Norvig I 153
Lernen: 1. Die Agenten lernen eine "Karte" der Umwelt - genauer gesagt, das Ergebnis jeder Handlung in jedem Zustand - einfach durch Aufzeichnen jeder ihrer Erfahrungen. 2. Die lokalen Suchagenten erhalten genauere Schätzungen der Kosten jedes Zustands unter Verwendung lokaler Aktualisierungsregeln, wie in LRTA∗.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Planung KI-Forschung Norvig I 156
Planung/Künstliche Intelligenz/Norvig/Russell: Die Unvorhersehbarkeit und Teilbeobachtbarkeit realer Umgebungen wurde frühzeitig in Robotikprojekten, die Planungstechniken benutzten, wie Shakey (Fikes et al., 1972)(1) und FREDDY (Michie, 1974)(2), erkannt. Die Probleme erhielten mehr Aufmerksamkeit nach der Veröffentlichung von McDermotts (1978a) einflussreichem Artikel, Planning and Acting(3). >Belief States/Norvig.
Norvig I 366
Probleme: Ein einfacher problemlösender Agent (...) kann Handlungsabläufe finden, die zu einem Zielzustand führen. Aber er setzt sich mit atomaren Repräsentationen von Zuständen auseinander und benötigt daher eine gute domänenspezifische Heuristik, um gut funktionieren zu können. [Ein] hybrid propositional-logischer Agent (...) kann Pläne ohne domänenspezifische Heuristiken finden, da er domänenunabhängige Heuristiken verwendet, die auf der logischen Struktur des Problems basieren. Aber er basiert auf der variablenfreien (...) Inferenz von Propositionen, was bedeutet, dass er überfordert werden kann, wenn es viele Handlungen und Zustände gibt.
Norvig I 367
Planungsforscher haben sich auf eine gewichtete Darstellung festgelegt - eine, in der ein Zustand der Welt durch eine Sammlung von Variablen repräsentiert wird. Wir verwenden eine Sprache namens PDDL, die Planning Domain Definition Language, die es uns ermöglicht, alle 4Tn2-Handlungen mit einem Handlungsschema auszudrücken. Jeder Zustand wird als eine Verbindung von Fluenten dargestellt, die variablenfreie, funktionslose Atome sind. Es wird die Datenbanksemantik verwendet: Die closed-world assumption (Annahme zur Weltabgeschlossenheit) bedeutet, dass alle nicht erwähnten Fluenten falsch sind, und die unique names assumption bedeutet, dass [x]1 und [x]2 unterschiedlich sind. Handlungen werden durch eine Reihe von Handlungsschemata beschrieben, die implizit die Funktionen ACTIONS(s) und RESULT(s,a) definieren, die für eine Problemlösungssuche erforderlich sind. >Rahmenproblem. Die klassische Planung konzentriert sich auf Probleme, bei denen die meisten Maßnahmen die meisten Dinge unverändert lassen.
Handlungen: Ein Set von (...) variablenfreien Handlungen kann durch ein einziges Handlungsschema dargestellt werden.
Das Schema ist eine angehobene Repräsentation - sie hebt die Ebene der Schlussfolgerung von der Aussagenlogik auf eine begrenzte Teilmenge der Logik erster Stufe an.
Handlungsschema: Das Schema besteht aus dem Handlungsnamen, einer Liste aller im Schema verwendeten Variablen, einer Vorbedingung und einem Effekt.
Norvig I 367
Vorwärts-/Rückwärtssuche (Progression/Regression) im Zustandsraum: Vgl. >Rückwärtsverkettung.
Norvig I 376
Heuristiken für die Planung: Eine heuristische Funktion h(s) schätzt die Entfernung von einem Zustand s zum Ziel und dass, wenn wir für diese Entfernung eine zulässige Heuristik ableiten können - eine, die nicht überschätzt - dann können wir die A*-Suche zum Finden optimaler Lösungen nutzen. Repräsentation: Die Planung verwendet eine gewichtete Repräsentation für Zustände und Handlungsschemata. Dies ermöglicht es, gute domänenunabhängige Heuristiken zu definieren und Programmen, automatisch eine gute domänenunabhängige Heuristik für ein bestimmtes Problem anzuwenden. Stellen Sie sich ein Suchproblem als einen Graphen vor, bei dem die Knoten Zustände und die Kanten Handlungen sind. Das Problem besteht darin, einen Pfad zu finden, der den Ausgangszustand mit einem Zielzustand verbindet. Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Problem zu lockern, um es einfacher zu machen: durch Hinzufügen von mehr Kanten zum Graphen, um es einfacher zu machen, einen Pfad zu finden, oder durch Gruppieren mehrerer Knoten, die eine Abstraktion des Zustandsraums bilden, der weniger Zustände hat und somit einfacher zu suchen ist.
Norvig I 377
Zustandsabstraktion: Viele Planungsprobleme haben 10100 oder mehr Zustände, und die Lockerung der Handlungen trägt nicht dazu bei, die Anzahl der Zustände zu reduzieren. Daher betrachten wir nun Lockerungen, die die Anzahl der Zustände verringern, indem sie eine Zustandsabstraktion bilden - ein many-to-one mapping von Zuständen in der variablenfreien Repräsentation des Problems auf die abstrakte Darstellung. Die einfachste Form der Zustandsabstraktion ist es, einige Fluente zu ignorieren.
Norvig I 378
Heuristiken: Eine Schlüsselidee bei der Definition von Heuristiken ist die Zerlegung: ein Problem in Teile zerlegen, jedes Teil unabhängig lösen und dann die Teile kombinieren. Die subgoal independence assumption ist, dass die Kosten für die Lösung einer Verbindung von Teilzielen durch die Summe der Kosten für die jeweils unabhängige Lösung jedes Teilziels approximiert werden.
Norvig I 390
Planung als constraint satisfaction: Siehe >Constraint-Satisfaction-Probleme.
Norvig I 393
Geschichte der KI-Planung: Die KI-Planung entstand aus Untersuchungen zur Suche von Zustandsraum, zum Nachweis von Theoremen und zur Kontrolltheorie sowie aus den praktischen Anforderungen der Robotik, Terminplanung und anderer Bereiche. STRIPS (Fikes and Nilsson, 1971)(4), das erste große Planungssystem, veranschaulicht das Zusammenspiel dieser Einflüsse.
General Problem Solver/GPS: der General Problem Solver (Newell and Simon, 1961)(5),[war] ein System zur Suche von Zustandsraum, das die Means–End-Analyse verwendete. Die Kontrollstruktur von STRIPS wurde der von GPS nachempfunden.
Norvig I 394
Sprache: Die Problem Domain Description Language, kurz PDDL (Ghallab et al., 1998)(6), wurde als von Computern lesbare, standardisierte Syntax zur Darstellung von Planungsproblemen eingeführt und wird seit 1998 als Standardsprache für die International Planning Competition verwendet. Es gab mehrere Erweiterungen; die neueste Version, PDDL 3.0, enthält plan constraints und Präferenzen (Gerevini und Long, 2005)(7). Teilprobleme: Die Problemzerlegung wurde erreicht, indem für jedes Teilziel ein Teilplan berechnet und die Teilpläne dann in einer bestimmten Reihenfolge aneinandergereiht wurden. Dieser Ansatz, von Sacerdoti (1975)(8) als lineare Planung bezeichnet, wurde bald als unvollständig erkannt. Es kann einige sehr einfache Probleme nicht lösen (....) Ein vollständiger Planer muss die Verschachtelung von Handlungen aus verschiedenen Teilplänen innerhalb einer einzigen Sequenz ermöglichen. Der Begriff der serializable subgoals (Korf, 1987)(9) entspricht genau dem Set von Problemen, für welche die nicht-verschachtelten Planer vollständig sind. Eine Lösung für das Verschachtelungsproblem war das goal-regression planning, eine Technik, bei der Schritte in einem vollständig geordneten Plan neu geordnet werden, um Konflikte zwischen Teilzielen zu vermeiden. Dies wurde von Waldinger (1975)(10) eingeführt und auch von Warrens (1974)(11) WARPLAN verwendet.
Partial Ordering: Die Ideen, welche dem Partial-Order Planning zugrundeliegen, umfassen die Erkennung von Konflikten (Tate, 1975a)(12) und den Schutz der erreichten Bedingungen vor Störungen (Sussman, 1975)(13). Die Konstruktion von teilweise geordneten Plänen (damals noch Task-Netzwerke genannt) wurde vom NOAH-Planer (Sacerdoti, 1975(8), 1977(14)) und von Tates (1975b(15), 1977(16)) NONLIN-System vorangetrieben. Partial-order planning dominierte die nächsten 20 Jahre der Forschung (...).
State-space planning: Das wieder auflebende Interesse an State-space planning wurde durch Drew McDermotts UNPOP-Programm (1996)(17) vorangetrieben, das als erstes die ignore-delete-list heuristic vorschlug (...). Bonet und Geffners Heuristic Search Planner (HSP) und seine späteren Derivative (Bonet und Geffner, 1999(18); Haslum et al., 2005(19); Haslum, 2006(20)) waren die ersten,
Norvig I 395
welche state-space search praktisch für große Planungsprobleme machten. Der bisher erfolgreichste state-space searcher ist FF (Hoffmann, 2001(21); Hoffmann und Nebel, 2001(22); Hoffmann, 2005(23)), Gewinner des AIPS 2000 Planungswettbewerbs. LAMA (Richter und Westphal, 2008)(24), ein Planer auf Basis von FASTDOWNWARD mit verbesserter Heuristik, gewann den Wettbewerb 2008. >Umwelt/Welt/Planung/Norvig. Siehe auch McDermot (1985)(25).


1. Fikes, R. E., Hart, P. E., and Nilsson, N. J. (1972). Learning and executing generalized robot plans. AIJ,3(4), 251-288
2. Michie, D. (1974). Machine intelligence at Edinburgh. In On Intelligence, pp. 143–155. Edinburgh
University Press.
3. McDermott, D. (1978a). Planning and acting. Cognitive Science, 2(2), 71-109.
4. Fikes, R. E. and Nilsson, N. J. (1993). STRIPS, a retrospective. AIJ, 59(1–2), 227-232.
5. Newell, A. and Simon, H. A. (1961). GPS, a program that simulates human thought. In Billing, H.
(Ed.), Lernende Automaten, pp. 109-124. R. Oldenbourg.
6. Ghallab, M., Howe, A., Knoblock, C. A., and Mc-Dermott, D. (1998). PDDL—The planning domain definition language. Tech. rep. DCS TR-1165, Yale Center for Computational Vision and Control
7. Gerevini, A. and Long, D. (2005). Plan constraints and preferences in PDDL3. Tech. rep., Dept. of Electronics for Automation, University of Brescia, Italy
8. Sacerdoti, E. D. (1975). The nonlinear nature of plans. In IJCAI-75, pp. 206-214.
9. Korf, R. E. (1987). Planning as search: A quantitative approach. AIJ, 33(1), 65-88
10. Waldinger, R. (1975). Achieving several goals simultaneously. In Elcock, E. W. and Michie, D.
(Eds.), Machine Intelligence 8, pp. 94-138. Ellis Horwood
11. Warren, D. H. D. (1974). WARPLAN: A System for Generating Plans. Department of Computational
Logic Memo 76, University of Edinburgh
12. Tate, A. (1975a). Interacting goals and their use. In IJCAI-75, pp. 215-218.
13. Sussman, G. J. (1975). A Computer Model of Skill Acquisition. Elsevier/North-Holland.
14. Sacerdoti, E. D. (1977). A Structure for Plans and Behavior. Elsevier/North-Holland.
15. Tate, A. (1975b). Using Goal Structure to Direct Search in a Problem Solver. Ph.D. thesis, University of Edinburgh.
16. Tate, A. (1977). Generating project networks. In IJCAI-77, pp. 888-893.
17. McDermott, D. (1996). A heuristic estimator for means-ends analysis in planning. In ICAPS-96, pp.
142-149.
18. Bonet, B. and Geffner, H. (1999). Planning as heuristic search: New results. In ECP-99, pp. 360-372. 19. Haslum, P., Bonet, B., and Geffner, H. (2005). New admissible heuristics for domain-independent planning. In AAAI-05.
20. Haslum, P. (2006). Improving heuristics through relaxed search – An analysis of TP4 and HSP*a in the
2004 planning competition. JAIR, 25, 233-267.
21. Hoffmann, J. (2001). FF: The fast-forward planning system. AIMag, 22(3), 57-62.
22. Hoffmann, J. and Nebel, B. (2001). The FF planning system: Fast plan generation through heuristic search. JAIR, 14, 253-302.
23. Hoffmann, J. (2005). Where “ignoring delete lists” works: Local search topology in planning benchmarks. JAIR, 24, 685-758
24. Richter, S. and Westphal, M. (2008). The LAMA planner. In Proc. International Planning Competition at ICAPS.
25. McDermott, D. (1985). Reasoning about plans. In Hobbs, J. and Moore, R. (Eds.), Formal theories of the commonsense world. Intellect Books.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Planung Norvig Norvig I 156
Planung / Künstliche Intelligenz/Norvig/Russell: Die Unvorhersehbarkeit und Teilbeobachtbarkeit realer Umgebungen wurde frühzeitig in Robotikprojekten, die Planungstechniken benutzten, wie Shakey (Fikes et al., 1972)(1) und FREDDY (Michie, 1974)(2), erkannt. Die Probleme erhielten mehr Aufmerksamkeit nach der Veröffentlichung von McDermotts (1978a) einflussreichem Artikel, Planning and Acting(3). >Belief States/Norvig.
Norvig I 366
Probleme: Ein einfacher problemlösender Agent (...) kann Handlungsabläufe finden, die zu einem Zielzustand führen. Aber er setzt sich mit atomaren Repräsentationen von Zuständen auseinander und benötigt daher eine gute domänenspezifische Heuristik, um gut funktionieren zu können. [Ein] hybrid propositional-logischer Agent (...) kann Pläne ohne domänenspezifische Heuristiken finden, da er domänenunabhängige Heuristiken verwendet, die auf der logischen Struktur des Problems basieren. Aber er basiert auf der variablenfreien (...) Inferenz von Propositionen, was bedeutet, dass er überfordert werden kann, wenn es viele Handlungen und Zustände gibt.
Norvig I 367
Planungsforscher haben sich auf eine gewichtete Darstellung festgelegt - eine, in der ein Zustand der Welt durch eine Sammlung von Variablen repräsentiert wird. Wir verwenden eine Sprache namens PDDL, die Planning Domain Definition Language, die es uns ermöglicht, alle 4Tn2-Handlungen mit einem Handlungsschema auszudrücken. Jeder Zustand wird als eine Verbindung von Fluenten dargestellt, die variablenfreie, funktionslose Atome sind. Es wird die Datenbanksemantik verwendet: Die closed-world assumption (Annahme zur Weltabgeschlossenheit) bedeutet, dass alle nicht erwähnten Fluenten falsch sind, und die unique names assumption bedeutet, dass [x]1 und [x]2 unterschiedlich sind. Handlungen werden durch eine Reihe von Handlungsschemata beschrieben, die implizit die Funktionen ACTIONS(s) und RESULT(s,a) definieren, die für eine Problemlösungssuche erforderlich sind. >Rahmenproblem. Die klassische Planung konzentriert sich auf Probleme, bei denen die meisten Maßnahmen die meisten Dinge unverändert lassen.
Handlungen: Ein Set von (...) variablenfreien Handlungen kann durch ein einziges Handlungsschema dargestellt werden.
Das Schema ist eine angehobene Repräsentation - sie hebt die Ebene der Argumentation von der Aussagenlogik auf eine begrenzte Teilmenge der Logik erster Stufe an.
Handlungsschema: Das Schema besteht aus dem Handlungsnamen, einer Liste aller im Schema verwendeten Variablen, einer Vorbedingung und einem Effekt.
Norvig I 367
Vorwärts-/Rückwärtssuche (Progression/Regression) im Zustandsraum: Vgl. >Rückwärtsverkettung.
Norvig I 376
Heuristiken für die Planung: Eine heuristische Funktion h(s) schätzt die Entfernung von einem Zustand s zum Ziel und dass, wenn wir für diese Entfernung eine zulässige Heuristik ableiten können - eine, die nicht überschätzt - dann können wir die A*-Suche zum Finden optimaler Lösungen nutzen. Repräsentation: Die Planung verwendet eine gewichtete Repräsentation für Zustände und Handlungsschemata. Dies ermöglicht es, gute domänenunabhängige Heuristiken zu definieren und Programmen, automatisch eine gute domänenunabhängige Heuristik für ein bestimmtes Problem anzuwenden. Stellen Sie sich ein Suchproblem als einen Graphen vor, bei dem die Knoten Zustände und die Kanten Handlungen sind. Das Problem besteht darin, einen Pfad zu finden, der den Ausgangszustand mit einem Zielzustand verbindet. Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Problem zu lockern, um es einfacher zu machen: durch Hinzufügen von mehr Kanten zum Graphen, um es einfacher zu machen, einen Pfad zu finden, oder durch Gruppieren mehrerer Knoten, die eine Abstraktion des Zustandsraums bilden, der weniger Zustände hat und somit einfacher zu suchen ist.
Norvig I 377
Zustandsabstraktion: Viele Planungsprobleme haben 10100 oder mehr Zustände, und die Lockerung der Handlungen trägt nicht dazu bei, die Anzahl der Zustände zu reduzieren. Daher betrachten wir nun Lockerungen, die die Anzahl der Zustände verringern, indem sie eine Zustandsabstraktion bilden - ein many-to-one mapping von Zuständen in der variablenfreien Repräsentation des Problems auf die abstrakte Darstellung. Die einfachste Form der Zustandsabstraktion ist es, einige Fluente zu ignorieren.
Norvig I 378
Heuristiken: Eine Schlüsselidee bei der Definition von Heuristiken ist die Zerlegung: ein Problem in Teile zerlegen, jedes Teil unabhängig lösen und dann die Teile kombinieren. Die subgoal independence assumption ist, dass die Kosten für die Lösung einer Verbindung von Teilzielen durch die Summe der Kosten für die jeweils unabhängige Lösung jedes Teilziels approximiert werden.
Norvig I 390
Planung als constraint satisfaction: Siehe >Constraint-Satisfaction-Probleme.
Norvig I 393
Geschichte der KI-Planung: Die KI-Planung entstand aus Untersuchungen zur Suche von Zustandsraum, zum Nachweis von Theoremen und zur Kontrolltheorie sowie aus den praktischen Anforderungen der Robotik, Terminplanung und anderer Bereiche. STRIPS (Fikes and Nilsson, 1971)(4), das erste große Planungssystem, veranschaulicht das Zusammenspiel dieser Einflüsse.
General Problem Solver/GPS: der General Problem Solver (Newell and Simon, 1961)(5),[war] ein System zur Suche von Zustandsraum, das die Means–End-Analyse verwendete. Die Kontrollstruktur von STRIPS wurde der von GPS nachempfunden.
Norvig I 394
Sprache: Die Problem Domain Description Language, kurz PDDL (Ghallab et al., 1998)(6), wurde als von Computern lesbare, standardisierte Syntax zur Darstellung von Planungsproblemen eingeführt und wird seit 1998 als Standardsprache für die International Planning Competition verwendet. Es gab mehrere Erweiterungen; die neueste Version, PDDL 3.0, enthält plan constraints und Präferenzen (Gerevini und Long, 2005)(7). Teilprobleme: Die Problemzerlegung wurde erreicht, indem für jedes Teilziel ein Teilplan berechnet und die Teilpläne dann in einer bestimmten Reihenfolge aneinandergereiht wurden. Dieser Ansatz, von Sacerdoti (1975)(8) als lineare Planung bezeichnet, wurde bald als unvollständig erkannt. Es kann einige sehr einfache Probleme nicht lösen (....) Ein vollständiger Planer muss die Verschachtelung von Handlungen aus verschiedenen Teilplänen innerhalb einer einzigen Sequenz ermöglichen. Der Begriff der serializable subgoals (Korf, 1987)(9) entspricht genau dem Set von Problemen, für welche die nicht-verschachtelten Planer vollständig sind. Eine Lösung für das Verschachtelungsproblem war das goal-regression planning, eine Technik, bei der Schritte in einem vollständig geordneten Plan neu geordnet werden, um Konflikte zwischen Teilzielen zu vermeiden. Dies wurde von Waldinger (1975)(10) eingeführt und auch von Warrens (1974)(11) WARPLAN verwendet.
Partial Ordering: Die Ideen, welche dem Partial-Order Planning zugrundeliegen, umfassen die Erkennung von Konflikten (Tate, 1975a)(12) und den Schutz der erreichten Bedingungen vor Störungen (Sussman, 1975)(13). Die Konstruktion von teilweise geordneten Plänen (damals noch Task-Netzwerke genannt) wurde vom NOAH-Planer (Sacerdoti, 1975(8), 1977(14)) und von Tates (1975b(15), 1977(16)) NONLIN-System vorangetrieben. Partial-order planning dominierte die nächsten 20 Jahre der Forschung (...).
State-space planning: Das wieder auflebende Interesse an State-space planning wurde durch Drew McDermotts UNPOP-Programm (1996)(17) vorangetrieben, das als erstes die ignore-delete-list heuristic vorschlug (...). Bonet und Geffners Heuristic Search Planner (HSP) und seine späteren Derivative (Bonet und Geffner, 1999(18); Haslum et al., 2005(19); Haslum, 2006(20)) waren die ersten,
Norvig I 395
welche state-space search praktisch für große Planungsprobleme machten. Der bisher erfolgreichste state-space searcher ist FF (Hoffmann, 2001(21); Hoffmann und Nebel, 2001(22); Hoffmann, 2005(23)), Gewinner des AIPS 2000 Planungswettbewerbs. LAMA (Richter und Westphal, 2008)(24), ein Planer auf Basis von FASTDOWNWARD mit verbesserter Heuristik, gewann den Wettbewerb 2008. >Umwelt/Welt/Planung/Norvig. Siehe auch McDermot (1985)(25).


1. Fikes, R. E., Hart, P. E., and Nilsson, N. J. (1972). Learning and executing generalized robot plans. AIJ,3(4), 251-288
2. Michie, D. (1974). Machine intelligence at Edinburgh. In On Intelligence, pp. 143–155. Edinburgh
University Press.
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4. Fikes, R. E. and Nilsson, N. J. (1993). STRIPS, a retrospective. AIJ, 59(1–2), 227-232.
5. Newell, A. and Simon, H. A. (1961). GPS, a program that simulates human thought. In Billing, H.
(Ed.), Lernende Automaten, pp. 109-124. R. Oldenbourg.
6. Ghallab, M., Howe, A., Knoblock, C. A., and Mc-Dermott, D. (1998). PDDL—The planning domain definition language. Tech. rep. DCS TR-1165, Yale Center for Computational Vision and Control
7. Gerevini, A. and Long, D. (2005). Plan constraints and preferences in PDDL3. Tech. rep., Dept. of Electronics for Automation, University of Brescia, Italy
8. Sacerdoti, E. D. (1975). The nonlinear nature of plans. In IJCAI-75, pp. 206-214.
9. Korf, R. E. (1987). Planning as search: A quantitative approach. AIJ, 33(1), 65-88
10. Waldinger, R. (1975). Achieving several goals simultaneously. In Elcock, E. W. and Michie, D.
(Eds.), Machine Intelligence 8, pp. 94-138. Ellis Horwood
11. Warren, D. H. D. (1974). WARPLAN: A System for Generating Plans. Department of Computational
Logic Memo 76, University of Edinburgh
12. Tate, A. (1975a). Interacting goals and their use. In IJCAI-75, pp. 215-218.
13. Sussman, G. J. (1975). A Computer Model of Skill Acquisition. Elsevier/North-Holland.
14. Sacerdoti, E. D. (1977). A Structure for Plans and Behavior. Elsevier/North-Holland.
15. Tate, A. (1975b). Using Goal Structure to Direct Search in a Problem Solver. Ph.D. thesis, University of Edinburgh.
16. Tate, A. (1977). Generating project networks. In IJCAI-77, pp. 888-893.
17. McDermott, D. (1996). A heuristic estimator for means-ends analysis in planning. In ICAPS-96, pp.
142-149.
18. Bonet, B. and Geffner, H. (1999). Planning as heuristic search: New results. In ECP-99, pp. 360-372. 19. Haslum, P., Bonet, B., and Geffner, H. (2005). New admissible heuristics for domain-independent planning. In AAAI-05.
20. Haslum, P. (2006). Improving heuristics through relaxed search – An analysis of TP4 and HSP*a in the
2004 planning competition. JAIR, 25, 233-267.
21. Hoffmann, J. (2001). FF: The fast-forward planning system. AIMag, 22(3), 57-62.
22. Hoffmann, J. and Nebel, B. (2001). The FF planning system: Fast plan generation through heuristic search. JAIR, 14, 253-302.
23. Hoffmann, J. (2005). Where “ignoring delete lists” works: Local search topology in planning benchmarks. JAIR, 24, 685-758
24. Richter, S. and Westphal, M. (2008). The LAMA planner. In Proc. International Planning Competition at ICAPS.
25. McDermott, D. (1985). Reasoning about plans. In Hobbs, J. and Moore, R. (Eds.), Formal theories of the commonsense world. Intellect Books.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Postkolonialismus Mbembe Brocker I 912
Postkolonialismus/Mbembe/Herb: Achille Mbembes Untersuchung Zur politischen Vorstellungskraft im Afrika der Gegenwart(1) ist, allem Anschein zum Trotz, kein postkoloniales Buch über Afrika. So wenig die Untersuchung Buch sein will, so wenig ist sie sich ihres Gegenstandes Afrika sicher. Unter dem Titel Postkolonie liefert der Autor vielmehr Fragmente zu einer Studie, die ihren Zugang zum Gegenstand Afrika erst finden will, und dies in kritischer Distanz zu den postkolonialen Strömungen der Gegenwart. Die Rezeption (...) [des] Werkes meint es freilich anders. Von Anfang an wird der Autor dem Postkolonialismus zugerechnet. Dabei versteht der 1957 in Kamerun geborene Autor sich selbst eher als Dissident, der sich zwischen den Grenzen von okzidentaler Rationalität und postkolonialer Kritik frei bewegt und dabei die starren Fronten zwischen wissenschaftlichen Traditionen und Disziplinen überwinden will.
Brocker I 914
Die Kapitel über die »Befehlsgewalt« (»Du commandement«) und über die »indirekte private Regierung« (»Du gouvernement privé indirect«) analysieren den Zeitraum der postkolonialen Regime. Hier formuliert Mbembe seine These von den manifesten und verborgenen Kontinuitäten zwischen kolonialer Hierarchie und postkolonialer Herrschaftsordnung. Dabei wird sich zeigen, dass Gewalt, Willkür und Tod als Matrix afrikanischer Regime fungieren, und dies vor und nach der Erlangung politischer Unabhängigkeit von den Kolonialmächten. (...) in Staaten wie Kamerun, Senegal und Togo (...) offenbart sich die eigenwillige »Ästhetik der Vulgarität« (»Esthétique de la vulgarité«), die in der Disziplin und Dressur postkolonialer Gesellschaften nach wie vor am Werke ist. Sie werden organisiert im Zeichen des Fetischs, ritualer Repräsentation und der Herrschaft des Simulacrums.
Brocker I 917
Postkolonie erscheint (...) als »Epoche«, »Eigenheit« oder »Zeitgeist«. »Als Epoche umfasst die Postkolonie in Wahrheit vielfältige Zeiträume, die aus überlappenden, ineinander verschachtelten und sich umschließenden Diskontinuitäten, Umstürzen, Trägheiten, Schwankungen bestehen« (Mbembe 2016(1), 66). >Tyrannei/Mbembe. Die koloniale Transformation von Ökonomie in Politisches und Soziales findet unter veränderten Bedingungen auch in postkolonialen Regimen statt. Sie bildet geradezu den »Kitt der postkolonialen afrikanischen Autoritarismen« (107).
Brocker I 923
Postkolonie/Mbembe: Mbembes Analysen legen den Schluss nahe, dass sich die Verhältnisse in der Postkolonie unwesentlich von denen der Kolonie unterscheiden. Jedenfalls markiert die Zeit danach keinen Neuanfang. Es scheint, als werde dasselbe Theater aufgeführt, nur mit anderen Schauspielern und anderen Zuschauern. Die Postkolonie erscheint als »Epoche des rohen Lebens« (282), als Ort der Ununterscheidbarkeit von Leben und Tod. HigddlestonVsMbembe: Widerspruch und Kritik musste sich Mbembe nach Veröffentlichung der Postkolonie von verschiedenen Seiten gefallen lassen. Sein Begriff der Postkolonie, so vielfältig, lautstark und farbenfroh er auch bestimmt sein mochte, erschien vielen dennoch als allzu »abstrakt«, seine Einzelanalysen als »somewhat hyperbolic and extraordinarily generalized« (Hiddleston 2009(2), 175). Die einzelnen kolonialen Regime würden oft über einen Kamm geschert und blieben in ihrer historischen Besonderheit unentdeckt.


1. Achille Mbembe, De la postcolonie. Essai sur l’imagination politique dans l’Afrique contemporaine, Paris 2000. Dt.: Achille Mbembe, Postkolonie. Zur politischen Vorstellungskraft im Afrika der Gegenwart, Wien/Berlin 2016
2. Hiddleston, Jane, Understanding Postcolonialism, Stocksfield 2009.


Karlfriedrich Herb, „Achille Mbembe, Postkolonie (2000)“. in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Prädikation Searle V 150
Prädikation: Problem: Bsp "Sam ist betrunken". Gibt es etwas, das dem "ist betrunken" so entspricht, wie Sam "Sam" entspricht? Ja, der Begriff "Trunkenheit". Problem: keine >Ersetzbarkeit salva veritate.
V 182
Prädikation ist keine Referenz. Sie ist eine Art >Abstraktion (wie ein Zug im Schachspiel) - sie gibt nur einen Inhalt an. Prädikation ist vollständig durch die >illokutionäre Rolle bestimmt.
V 182
Termtheorie/Prädikat/Bezugnahme/Strawson/Searle: Die Termtheorie begreift Prädikation als eine besondere Art der Referenz (SearleVs).
V 174
Termtheorie/Strawson: These: Sowohl das Subjekt als auch das Prädikat identifizieren nichtsprachliche Entitäten. Subjekt: Das Subjekt identifiziert einen Einzelterm (nicht-relationale Verbindung). Prädikat: Das Prädikat identifiziert einen allgemeinen Term. Frege: Der Name bedeutet den Gegenstand.
V 182
Will man aber auf einer symmetrische Darstellung bestehen, wäre es zutreffender, die Referenz als eine besondere Art der Prädikation aufzufassen. Bsp »die Rose ist rot« vermittelt sowohl das Subjekt als auch das Prädikat einen deskriptiven oder prädikativen Gehalt. Der Unterschied zwischen Subjekt und Prädikat ist funktioneller Natur! Das Subjekt identifiziert einen Gegenstand, das Prädikat charakterisiert den identifizierten Gegenstand.
V 259
Dass es Eigennamen gibt, ist auf die Notwendigkeit zurückzuführen, die hinweisenden von den prädizierenden Funktionen der Sprache zu trennen. Andererseits können wir die Referenz niemals vollständig von der Prädikation trennen. (>Identifikationsprinzip).

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Privatsprache Wittgenstein Newen I 36
Privatsprache/Wittgenstein/Newen/Schrenk: Sprache, die um Ausdrücke für private Empfindungen bereichert ist. - Käfer-Beispiel: das Ding in der Schachtel gehört nicht zum Sprachspiel - es könnte auch fehlen - oder sich ständig ändern - eine Person allein kann keine Bedeutung verleihen.
Hintikka I 308
Privatsprache/privat/Wittgenstein/Hintikka: Zeigen, Regeln, können privat sein - Sprachspiele jedoch nicht.
I 308/309
Privatsprache/WittgensteinVsPrivatsprache/Wittgenstein/Hintikka: weil man das ganze Sprachspiel verstehen muss, nicht bloß seine hinweisende Definition, oder die Regel für den Gebrauch eines Worts, kann die Sprache nicht privat sein - wenn die Sprachspiele nicht Vorrang vor den Regeln hätten, wäre Privatsprache doch möglich.
I 309
Privatsprache/Wittgenstein/Hintikka: Verstehen ist nur durch das ganze Sprachspiel möglich, daher nicht rein phänomenologisch (nicht "privat") möglich.
I 310
Selbstgespräch/Wittgenstein/früh: nur möglich, wenn ich schon auf dem (öffentlichen) Sprachklavier spielen kann.
I 311
Privatsprache/Wittgenstein/Hintikka: es geht nicht um die Unmöglichkeit einer phänomenologischen Sprache. - Wir können uns selbst ermutigen, befehlen, tadeln usw. - Ein externer Forscher könnte auch unsere Selbstgespräche übersetzen.
I 314
Privatsprache/Wittgenstein/HintikkaVsStegmüller/Hintikka: es ist aber nicht so, dass es hinreichend wäre, nur auf die Rolle der Äußerungen im Leben achten müssten - als ob die privaten Erlebnisse von der Bildfläche verschwänden. - > Käfer-Beispiel: VsStegmüller: Wittgenstein bestreitet nicht die Existenz privater Erlebnisse. - Der Wechsel zur physikalischen Sprache tastet den ontologischen Status der phänomenologischen Erlebnisse gar nicht an. - Die Gegenstände bleiben, auch wenn wir in einer anderen Sprache über sie reden müssen. Privatsprachenargument: soll zeigen, wie wir dies Kunststück vollbringen.
I 337
Privatsprache/Wittgenstein/Hintikka: falsch: sie wegen der Unmöglichkeit intersubjektiven Vergleiche privater Erlebnisse auszuschließen. - Man könnte eine private Sprache haben, in der man nur über seinen Käfer spricht - und sich weigern, sie in die öffentliche Sprache zu übersetzen - das wäre Solipsismus. - Es wäre aber noch keine untaugliche Sprachphilosophie.
Erklärung/(s):
Käfer-Beispiel/Wittgenstein: angenommen, jeder Mensch hat eine Schachtel mit einem Käfer, die er niemals jemand anderem zeigt. Er selbst kann aber jederzeit nachsehen, ob der Käfer noch in der Schachtel ist. Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen § 293. „Das Ding in der Schachtel gehört überhaupt nicht zum Sprachspiel, auch nicht einmal als ein Etwas. Durch dieses Ding in der Schachtel kann gekürzt werden. Es hebt sich weg, was immer es ist." - Das Beispiel soll zeigen, dass vollständig privat gehaltene Entitäten nicht als etwas Objektives existieren. Weitere Autoren zu >Privatsprache, weitere Autoren zu > Intersubjektivität.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Problemlösen Minsky I 74
Problemlösen/Minsky: Im Prinzip können wir die Generierungs- und Testmethode - sprich Trial and Error - anwenden, um jedes Problem zu lösen, dessen Lösung wir erkennen können. Aber in der Praxis kann es zu lange dauern, bis selbst der leistungsfähigste Computer genügend mögliche Lösungen getestet hat. Lösung: Das Fortschrittsprinzip: Jeder Prozess der erschöpfenden Suche kann stark reduziert werden, wenn wir eine Möglichkeit haben, zu erkennen, wann Fortschritte erzielt worden sind. Dann können wir einen Weg in Richtung einer Lösung einschlagen (...). Viele einfache Probleme können auf diese Weise gelöst werden, aber bei einem schwierigen Problem kann es fast ebenso schwierig sein, den Fortschritt zu erkennen, wie das Problem selbst zu lösen.
Lösung: Ziele und Unterziel(e) [identifizieren und] Wissen [nutzen]. Es stellte sich oft als einfacher heraus, Maschinen für das Lösen spezialisierter Probleme zu programmieren, die von gebildeten Menschen als schwierig erachtet wurden - wie z.B. Schach spielen oder das Beweisen von Theoremen zu Logik oder Geometrie - als Maschinen Dinge tun zu lassen, die von den meisten Menschen als einfach angesehen wurden (...). >Lernen/Minsky.

Minsky I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1985

Minsky II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
Rationalität Dretske I 213
Def Minimale Rationalität/Dretske: Minimale Rationalität verlangt, dass Gedanken, an dem Prozess beteiligt sind, daher ist sie anspruchsvoller als: Biologische Rationalität: Bsp blinzeln.
Minimale Rationalität: verlangt, dass etwas aus Gründen getan wird, aber nicht, dass es aus guten Gründen getan wird.
I 215
Mit diesem Begriff wird das Normative in Schach gehalten. Es ist ausgeklammert und damit untersuchbar. Rationalität/Dretske: Bsp Bei einer plötzlichen Bewegung von etwas in Richtung auf meine Augen blinzle ich. Ich kann gar nicht anders.
Ich glaube, dass eine Möglichkeit, diesen Gegenstand in mein Auge zu bekommen, darin besteht, zu blinzeln (plötzlich die Augen zu schließen).
Pointe: aber obwohl ich dies glaube und obwohl ich mein Auge schließe, schließe ich meine Augen nicht, weil ich dies denke! Meine Gründe, sie zu schließen, sind nicht der Grund, warum ich sie schließe!
Obwohl ich genau das tue, von dem ich denke, dass es mir das Gewünschte bringt, ist mein Verhalten keine zweckgerichtete Handlung. Es stellt nicht die
"minimale Rationalität" dar.
Sie verlangt auch kein Begründen. Obwohl das Verhalten durch einen Gedanken erklärt werden muss, muss es nicht durch diesen Gedanken rationalisiert werden.
I 214
Nicht einmal unter idealen Bedingungen muss das entsprechende Verhalten zur Überlebensfähigkeit beitragen. Es kann sie sogar herabsetzen. Bsp "Ich suche unter der Laterne, weil es hier heller ist, obwohl ich das Schlüsselbund woanders verloren habe".
Das lässt sich durch das erklären, was man denkt.
I 215
Bsp Terrorist: Selbstmordattentäter: Ihm ist das Paradies im Jenseits mit 40 Jungfrauen versprochen worden. Außerdem sei sein Tun der Sache dienlich. Ist sein Verhalten rational? Es steigert nicht die Überlebensfähigkeit, aber es ist minimal rational, weil sich das Verhalten aus dem erklärt, was der Terrorist glaubt und will.
Mit diesem Begriff wird das Normative in Schach gehalten. Es ist ausgeklammert und damit untersuchbar.
I 216
Rationalität/Dretske: Wenn nichts von dem, was Sie tun, durch das, was sie denken, erklärbar ist, dann sind Sie kein rationales Wesen, sondern ein Hochstapler. Bsp Man könnte auch sagen, dass eine Sprinkleranlage gescheit ist, weil sie das Feuer löscht, das sie sonst zerstören würde (Überlebenswert!).
Pointe: Wenn ich das täte, wäre ich rational, aber die Sprinkleranlage ist deswegen nicht rational! Denn es ist nicht der Grund, weswegen sie es tut! Sie hat keine minimale Rationalität.
Bsp wenn ich schwitze und mich damit abkühle, habe ich auch keine minimale Rationalität. Das Verhalten ist nicht von Gedanken kontrolliert. Es mag klug sein, das zu tun, aber ich bin nicht klug, weil ich es tue.
Es ist nicht genug, dass mein Verhalten von einer inneren Repräsentation verursacht wird.
Unterschied: a) von einem Ereignis, das B bedeutet (repräsentiert) verursacht zu werden
b) durch die Tatsache, erklärt zu werden, dass es B bedeutet (repräsentiert). ((s) de dicto).
I 217
Bsp Thermostat: Wenn wir das täten, was er tut, die Temperatur im Raum konstant halten, gälten wir als rational. Der Thermostat ist es nicht. Der Bimetallstreifen hat eine Doppelfunktion:
1. er repräsentiert die Raumtemperatur,
2. er ist ein Schalter.
I 218
Sein Verhalten erklärt sich nicht durch Gedanken, die er über Temperatur hat. Bsp Mikrophon: können wir nicht als folgsam betrachten, bloß, weil es tut, was wir ihm sagen. z.B. "Vibriere schnell!". Nicht, was ich sage, ist für das Verhalten des Mikrophons relevant.
Unterschied:
a) Verursachung durch ein Ereignis,
b) Erklärung durch die Tatsache, dass es die Bedeutung B hat. (s.o.).


I Fred Dretske Minimale Rationalität in D.Perler/M. Wild (Hg.)Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005


Dretske I
Fred Dretske
"Minimal Rationality", in: S. L. Hurley and M. Nudds (Eds.) Rational Animals?, Oxford 2005
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dretske II
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997
Regelfolgen Wittgenstein Newen/Schrenk I 35
Regelfolgen/Wittgenstein/Newen/Schrenk: ist eine Kompetenz - ohne Begründung oder Überlegung. Regel: nicht festgesetzt, sondern etwas, an das wir uns gebunden fühlen. - VsWittgenstein: Problem: Unbestimmtheit der Verwendungsweisen. ((s) Für die philosophische Diskussion über Wittgensteins Theorie des Regelfolgens siehe >Kripkes Wittgenstein.)

Stegmüller IV 120
Regelfolgen/Wittgenstein: Behauptbarkeitsbedingungen für privates Regelfolgen unmöglich, da Gemeinschaft nicht vorhanden.
Hintikka I 243
Regel/Philosophische Untersuchungen/Wittgenstein: Regelfolgen ist nichts weiter als Handeln in Übereinstimmung mit einer Regel. Diese Ansicht lehnt Wittgenstein zunächst entschieden ab: im Blauen Buch verwirft er die Anschauung, das Lehren der Sprache sei ein bloßer Drill.
Beim logisch durchdachten Sprachgebrauch gilt, "dass die Regel in das Verstehen, Gehorchen etc. einbezogen ist, wenn das Symbol für die Regel Teil der Berechnung bildet."
Vs: Problem: damit gibt sich Wittgenstein auf die Dauer nicht zufrieden, weil es zum Regress führt.. Woher wissen wir denn, dass wir den Zeichen richtig folgen? Was heißt es, dem Zeichenausdruck einer Regel zu folgen?
I 244
Später, Philosophische Untersuchungen §§ 143-242: einer Regel folgen ist analog dem: einen Befehl befolgen. Man wird dazu abgerichtet und man reagiert auf ihn in bestimmter Weise.
Problem: wie, wenn nun der eine so, der andere anders auf Befehl und Abrichtung reagiert? Wer hat dann Recht? Die gemeinsame menschliche Handlungsweise ist das Bezugsystem (d.h. nicht Handlungsweise, die der ganzen Menschheit gemeinsam wäre, im Gegenteil, seine Schriften enthalten viele Hinweise, dass Wittgenstein in Bezug auf Sprache und Kultur Relativist ist.)
Mit dieser letzten Bemerkung gibt Wittgenstein eine andere Antwort als im Blauen Buch oder den Philosophischen Bemerkungen.
Regel/Regelfolgen/spät/Wittgenstein/Hintikka: neu: besteht der Verdacht, daß jemand der Regel nicht wirklich folgt, sondern nur ((s) zufällig) in Übereinstimmung mit ihr handelt, will Wittgenstein später nicht die Frage aufwerfen, ob dem Betreffenden eine bestimmte Zeichenformulierung vorschwebt, oder welche Rolle eine bestimmte Kodifizierung der Regel spielt. Darauf will er mit der späten Formulierung hinaus: "Gott, wenn er in unsere Seelen geblickt hätte, hätte dort nicht sehen können, von wem wir sprachen."
I 245
Ob ich vielleicht aus Angst statt entsprechend der Regel handle (mit gleichem Resultat) stelle ich nicht fest, indem ich in meine Seele blicke, sondern: indem ich frage: "Ist er überhaupt dazu abgerichtet worden, Befehlen Folge zu leisten? Letztlich kann sich die Antwort nur aus dem gemeinschaftlichen Rahmen der Verhaltensweisen ergeben, die dem anderen und mir gemeinsam sind. Sprachspiel/Wittgenstein/Hintikka: diesen umfassenderen Horizont nennt Wittgenstein nun Sprachspiel. Nur vor diesem Hintergrund lassen sich Fragen des Regelfolgens sinnvoll stellen.
Die Aufgabe der tatsächlich gespielten Sprachspiele lässt sich nicht durch Regeln erfüllen, insoweit es bei diesen auf ihren sprachlichen oder symbolischen Ausdruck ankommt.
I 257
Das Regelfolgen lässt sich nur in Bezug auf Sprachspiele begreifen. Bestimmte psychologische Wörter bringen keine Bewusstseinsvorgänge zum Ausdruck: z.B. "verstehen", in dem Ausdruck "eine Regel verstehen". >Bewusstsein.
I 267
Das Regelfolgen basiert nicht auf Kriterien.
I 311
Regelfolgen/Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen § 202: "Der Regel folgen" ist eine Praxis. Und der Regel zu folgen glauben ist nicht der Regel folgen."
II 111
Regelfolgen/Wittgenstein: "Regeln befolgen" ist ein mehrdeutiger Ausdruck. 100 Striche auf der Tafel sind im Gesichtsraum 101 Strichen ganz gleich.
II 121
Regelfolgen/Regel/Spiel/Wittgenstein: wenn man die Regeln für ein Spiel festsetzt, dann folgt man ihnen beim Spielen nicht wirklich. Schach spielt man nicht mit ständiger Bezugnahme auf die Regeln. Man kann aber nicht sagen, entweder sei man bloß ein Papagei oder man schlage die Regeln nach. Die Sache ist viel komplizierter. Weshalb nennt man primitive Spiele ohne Regeln Spiele?
II 265
Reihe/Folgen/Wittgenstein: Wissen, wie die Fortsetzung geht, ist niemals nur das Sehen einer Formel - zusätzlich braucht man die Erfahrung, dass er die Reihe fortsetzt.
VI 161
Regelfolgen/Wittgenstein/Schulte: ist eine Praxis, daher kann man einer Regel "nicht privat folgen". sonst wäre "der Regel zu folgen glauben" dasselbe wie tatsächlich der Regel zu folgen.
VI 194
Regelfolgen/privat/Wittgenstein/Schulte: es ist nicht sinnvoll zu sagen, ein Mensch sei ein einziges Mal einer Regel gefolgt. Sie müsste schon Bestandteil einer institutionalisierten Praxis sein. Aber es ist schon so, dass einige Autoren, z.B. Descartes eine ähnliche Position vertreten haben (>Privatsprache/Wittgenstein).

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Regeln Cavell II 184
Regeln/Cavell: haben entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung nicht immer etwas mit Befehlen zu tun. These: es gibt eine Komplementarität von Regeln und Feststellungen.
II 185
Man kann eine tatsächliche Handlung beschreiben, oder sie nach Regeln vollziehen.
II 186
Nun kann man nach verbindlichen Regeln sagen, dass es falsch ist (ein Missbrauch) zu sagen "Ich weiß es" wenn man nicht sicher ist. Die einzige relevante Bedingung ist, dass man grammatisch richtig spricht.
Daraus folgt nun aber, dass unsere Feststellungen S,T und T' nicht nur nicht analytisch, sondern auch nicht synthetisch sind! (Nicht wie Bsp die synthetische Feststellung, dass jemand, der sich anzieht, sich freiwillig anzieht).
Bsp die fraglichen Feststellungen gleichen her "Die Zukunft wird die Vergangenheit sein" aber:
wenn die Zukunft nicht "wie" die Vergangenheit ist, wird das niemand überraschen.
II 196
Regel/Feststellung/Cavell: zwischen beiden gibt es eine Komplementarität. Wie konnten wir sie übersehen? Wegen der falschen Annahme, dass ein Regel in Imperativ sein muss ("Du solltest") statt einfach eine Beschreibung, wie etwas getan wird.
II 197
Regel/Cavell: ich bestreite nicht, dass sie niemals mit imperativen in Verbindung gebracht werden können, sondern nur, dass das immer möglich ist. Bsp Schach: ich vergesse wahrscheinlich "J'adoube" zu sagen, also muss ich dazu gebracht werden
II 198
aber ich vergesse nicht, wie die Züge gemacht werden. Dazu muss ich nicht gebracht werden.
II 201
Regel/Prinzip/Cavell: Unterschied. Regeln sagen, wie man eine Sache tut, Prinzipien sagen, wie man eine Sache gut macht!

Cavell I
St. Cavell
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen Frankfurt 2002

Cavell I (a)
Stanley Cavell
"Knowing and Acknowledging" in: St. Cavell, Must We Mean What We Say?, Cambridge 1976, pp. 238-266
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Stanley Cavell Frankfurt/M. 2002

Cavell I (b)
Stanley Cavell
"Excursus on Wittgenstein’s Vision of Language", in: St. Cavell, The Claim of Reason, Wittgenstein, Skepticism, Morality, and Tragedy, New York 1979, pp. 168-190
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Stanley Cavell Frankfurt/M. 2002

Cavell I (c)
Stanley Cavell
"The Argument of the Ordinary, Scenes of Instruction in Wittgenstein and in Kripke", in: St. Cavell, Conditions Handsome and Unhandsome: The Constitution of Emersonian Perfectionism, Chicago 1990, pp. 64-100
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Davide Sparti/Espen Hammer (eds.) Frankfurt/M. 2002

Cavell II
Stanley Cavell
"Must we mean what we say?" in: Inquiry 1 (1958)
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Regeln Dummett I 149
KantVsDeterminismus: Handeln geschieht nicht nach Regeln, sondern nach Vorstellungen von Regeln. - Aber: der Schachzug hat seine Bedeutung nicht aus der Kenntnis von Regeln, sondern aus den Regeln selbst.

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982
Regeln Searle III 42
Regulative Regeln: Regulative Regeln regeln schon vorher bestehende Tätigkeiten. Konstitutive Regeln: Konstitutive Regeln schaffen die Möglichkeit von Tätigkeiten, Bsp Schachregeln.
III 39
Konstitutive Regeln/Searle: Gibt es welche für Cocktailpartys und Kriege? Was macht etwas zu einer konstitutiven Regel?
III 54
Konstitutive Regeln/Searle: X zählt als Y in K Bsp X (Stück Holz) zählt als Y (Stuhl) in der Konvention (Kontext) K, nach dem sich das Daraufsitzen eingebürgert hat. Der Terminus Y muss dem Objekt einen neuen Status zuweisen, den es nicht schon deshalb hat, weil es dem Terminus X genügt.
III 55
Die physischen Eigenschaften genügen nicht allein. Es wird die Formel »X zählt in Y als K« benötigt. Diese Formel kann zu einer konstitutiven Regel werden. ---
V 59
Def semantische Struktur: Eine Sprache lässt sich als eine auf Konventionen beruhende Realisierung einer Serie von Gruppen zugrunde liegender konstitutiver Regeln begreifen.
V 64
Regeln/Searle: Regeln stellen Verpflichtungen dar - ungleich Konventionen (diese spielen eine Rolle im Zusammenhang von Übersetzung). Konvention/Übersetzung/Searle: Dass man im französischen "je promets" und im englischen " I promise" sagt, ist eine Konvention.
Regeln/Searle: Die durch Regeln spezifizierten Dinge sind keine natürlichen Produkte. Schmerzen kann man ohne Regeln erzeugen.
---
I 217
Searle: Die Regeln interpretieren sich nicht selbst, wirklich bedürfen sie, um zu funktionieren, eines Hintergrunds. Hintergrund: ist kein Regelsystem.
I 269
Regeln: Leute fahren rechts, weil sie einer Regel folgen, aber sie unternehmen keine Fahrt allein aus diesem Grund. Man spricht auch nicht, allein weil man den Regeln der Sprache folgen möchte. Diese Regeln sind oft praktisch bewusstseinsunzugänglich, obwohl sie es prinzipiell sein müssen, wenn es sie wirklich gibt.
---
IV 252
Regeln/Searle: Bsp Versprechen: Regel I: "Ich verspreche, die Handlung zu vollziehen" darf nur ausgesprochen werden, wenn der Zuhörer es vorziehen würde, dass die Handlung vollzogen wird.
Regel II: Es darf nur ausgesprochen werden, wenn nicht schon von vornherein klar ist, dass die Handlung sowieso ausgeführt wird.
Regel III: Der Sprecher muss die Absicht haben
Regel IV: Mit der Äußerung gilt die Verpflichtung, die Handlung auszuführen, als angenommen.
VsSearle: Der Begriff einer semantischen Regel ("Regeln der Sprache") hat sich bisher als derart widerspenstig erwiesen, dass manche daraus den Schluss gezogen haben, es gebe solche Regeln gar nicht.
IV 253
Semantische Regeln/Sprachregeln/Searle: Semantische Regeln sind bei genauer Betrachtung Regeln für sprachliches Handeln.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Regeln Wright I 260f
Regeln existieren eben nur innerhalb einer Praxis, die dadurch aufrechterhalten wird, daß die Beteiligten sich einig sind. Regeln/Wittgenstein/Wright: was immer Wittgensteins Dialektik genau erreicht, sie erzwing in jedem Fall irgendeine Art von Einschränkung für eine realistische Vorstellung von Regeln und Bedeutung.
Und daher auch für Wahrheit, da Wahrheit eine Funktion der Bedeutung ist.
Regelfolgen/Wright: zeigt, daß Urteile über Bedeutungen und das, was diesen bedingt entspricht, Kognitiver Nötigung entzogen sind. Und dann muß das gleiche auch für Behauptungen über die Wahrheit von Sätzen gelten.
Diese intuitive Argumentation ist folglich kein trivialer Solipsismus und das Gespenst eines globalen Minimalismus (Boghossian) ist immer noch unter uns.
I 288
Regelfolgen/Wright: in den drei anderen Diskursbereichen (ohne Evidenztranszendenz wie bei der Mathematik) scheint es jedoch so, daß sie durch Überlegungen zum Regelfolgen vorbelastet sind. Diese Überlegungen können
1. die Formulierung selbst verhindern, und verhindern, daß das Problem überhaupt lösbar dargestellt wird
2. irrige Annahmen aufdecken, die von den Gegenspielern gemeinsam vertreten werden,
3. Das Ergebnis von vornherein zugunsten des Minimalismus beeinflussen.
4, Schwierigkeit: wie können wir die vom Realismus gewünschte Objektivität erreichen, wenn unsere Reaktion auf ein Problem sich nie wird freimachen können von einer Abhängigkeit von Fähigkeiten und Neigungen zu spontaner Reaktion deren eigener Status mit Bezug auf Objektivität in Zweifel gezogen wird.

Rorty VI 55 ff
WrightVsDavidson: Kognitives Gebot, Sprache, Bedeutung, Wahrheit und Erkenntnis würden zusammenbrechen, wenn es in Bezug auf das, was wir "Addition" nennen, keinen Tatbestand gibt.
II 225
Regeln/Wright: nicht in derselben Sprache - Ausnahme: als Ausdruck dafür, was jemand versteht, wenn er "rot" versteht: in derselben Sprache formulierbar - Schach: nicht von innen heraus/(s) sonst durch Beobachtung lernbar - dann nie sicher, ob das alle Regeln sind, bzw. ob nicht in Wirklichkeit ganz andere Regeln - herrschende Sicht/hS/Wright: daß Regeln von innen heraus erkannt werden können: WrightVs: würde verlangen, daß Sprachgebrauch als Anwendung von regeln erklärt werden könnte - schließt dann aus, ihn gleichzeitig als Spiel zu sehen (wie eigentlich gewünscht)
II 226
Regeln/Vagheit/Wright: Problem, wenn Anwendung von Prädikaten von Regeln geleitet sein soll: dann im Fall von Vagheit gleichzeitige Anwendung und Nichtanwendung bei Überlappen vorgeschrieben

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Schach
Schach Norvig Norvig I 192
Schach/Künstliche Intelligenz/Norvig/Russell: Schach war eine der ersten in der KI durchgeführten Aufgaben, mit frühen Bemühungen vieler Pioniere der Informatik, darunter Konrad Zuse 1945, Norbert Wiener in seinem Buch Kybernetik (1948)(1) und Alan Turing 1950 (siehe Turing et al., 1953)(2). Aber es war Claude Shannons Artikel Programming a Computer for Playing Chess (1950)(3), der den vollständigsten Satz von Ideen hatte, der eine Repräsentation für Brettpositionen, eine Bewertungsfunktion, Ruhesuche (quiescence search) und einige Ideen für die selektive (nicht erschöpfende) game-tree search beschrieb. Slater (1950)(4) und die Kommentatoren seines Artikels untersuchten auch die Möglichkeiten des Computerschachspiels. D. G. Prinz (1952)(5) absolvierte ein Programm, das Probleme beim Endspiel im Schach löste, aber kein vollständiges Spiel spielte. Stan Ulam und eine Gruppe des Los Alamos National Lab erstellten ein Programm, das Schach auf einem 6×6 Brett ohne Läufer spielte (Kister et al., 1957)(6). Es konnte 4 Halbzüge (plies) deep in ca. 12 Minuten durchsuchen. Alex Bernstein schrieb das erste dokumentierte Programm, das eine vollständige Standardschachpartie spielte (Bernstein und Roberts, 1958)(7). Das erste Computerschachspiel beinhaltete das Kotok-McCarthy-Programm des MIT (Kotok, 1962)(8) und das ITEP-Programm, das Mitte der 1960er Jahre am Moskauer Institut für theoretische und experimentelle Physik geschrieben wurde (Adelson-Velsky et al., 1970)(9).
Das erste Schachprogramm, das erfolgreich mit Menschen konkurrierte, war MACHACK-6 von MIT(Greenblatt et al., 1967)(10). Der Preis in Höhe von 10.000 US-Dollar für das erste Programm, das eine USCF-Bewertung (United States Chess Federation) von 2500 (nahe der Großmeisterstufe) erreichte, wurde 1989 an DEEP THOUGHT (Hsu et al., 1990)(11) vergeben. Der Hauptpreis, 100.000 Dollar, ging an DEEP BLUE (Campbell et al., 2002(12); Hsu, 2004(13)) für seinen bahnbrechenden Sieg über Weltmeister Garry Kasparov in einem Freundschaftsspiel 1997.
Norvig I 193
HYDRA (Donninger und Lorenz, 2004(14)) wird zwischen 2850 und 3000 bewertet, was hauptsächlich auf dem Sieg über Michael Adams basiert. Das RYBKA-Programm wird zwischen 2900 und 3100 bewertet, aber dies basiert auf einer kleinen Anzahl von Spielen und gilt nicht als zuverlässig. Ross (2004)(15) zeigt, wie menschliche Spieler gelernt haben, einige der Schwächen der Computerprogramme auszunutzen.


1. Wiener, N. (1948). Cybernetics. Wiley.
2. Turing, A., Strachey, C., Bates,M. A., and Bowden, B. V. (1953). Digital computers applied to games. In Bowden, B. V. (Ed.), Faster than Thought, pp. 286 - 310. Pitman.
3. Shannon, C. E. (1950). Programming a computer for playing chess. Philosophical Magazine, 41(4),
256–275
4. Slater, E. (1950). Statistics for the chess computer and the factor of mobility. In Symposium on Information Theory, pp. 150-152. Ministry of Supply
5. Prinz, D. G. (1952). Robot chess. Research, 5, 261- 266.
6. Kister, J., Stein, P., Ulam, S., Walden, W., and Wells, M. (1957). Experiments in chess. JACM, 4,
174–177.
7. Bernstein, A. and Roberts, M. (1958). Computer vs. chess player. Scientific American, 198(6), 96-
105.
8. Kotok, A. (1962). A chess playing program for the IBM 7090. AI project memo 41, MIT Computation Center.
9. Adelson-Velsky, G. M., Arlazarov, V. L., Bitman, A. R., Zhivotovsky, A. A., and Uskov, A. V. (1970).
Programming a computer to play chess. Russian Mathematical Surveys, 25, 221-262.
10. Greenblatt, R. D., Eastlake, D. E., and Crocker, S. D. (1967). The Greenblatt chess program. In Proc.
Fall Joint Computer Conference, pp. 801-810.
11. Hsu, F.-H., Anantharaman, T. S., Campbell, M. S., and Nowatzyk, A. (1990). A grandmaster chess machine. Scientific American, 263(4), 44–50.
12. Campbell, M. S., Hoane, A. J., and Hsu, F.-H. (2002). Deep Blue. AIJ, 134(1–2), 57–83.
13. Hsu, F.-H. (2004). Behind Deep Blue: Building the Computer that Defeated the World Chess Champion. Princeton University Press.
14. Donninger, C. and Lorenz, U. (2004). The chess monster hydra. In Proc. 14th International Conference on Field-Programmable Logic and applications, pp. 927-932.
15. Ross, P. E. (2004). Psyching out computer chess players. IEEE Spectrum, 41(2), 14-15.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Selbstidentifikation Castaneda Frank I 190
Selbstidentifikation/Ich/Selbst/Hume/Kant: man kann sich nicht als das Objekt wahrnehmen, das die Erfahrung vollzieht - statt dessen identifiziert man ein Objekt in der Erfahrung mit einem Ding, das nicht Teil der Erfahrung ist und dieses Ding ist es, auf das die betreffende Person sich mittels "ich" bezieht - Castaneda pro.
I 190
Ich/Selbst/Identifikation/Carl Ginet/Castaneda: geniale Analyse, scheint die direkt bezugnehmende Rolle von "er*" zu bewahren: Bsp für jeden Satz der Form "X glaubt, dass er* H ist" gibt es eine Übersetzung ohne "er*": Vorschlag: "X hält die Proposition für wahr, die X ausdrücken würde, wenn X sagen würde, "ich bin H". CastanedaVsGinet: 1. Die bloße Äußerung von "Ich bin H" garantiert nicht, dass überhaupt eine Proposition ausgedrückt wird - 2. Zirkulär: man muss dann auch "was er normalerweise bedeutet" analysieren.
I 202
Selbstidentifikation/Castaneda: man muss und kann sich nicht unter jeder Kennzeichnung selbst identifizieren. - Sonst wüsste der schwerste Mann Europas, dass er es ist, ohne jemals auf die Waage zu steigen. - Deshalb darf "er*" nicht als unabhängiges Symbol verwendet werden.
I 220
Selbstidentifikation/Castaneda: damit X sich auf Y als Z bezieht, muss X nicht nur Y mit Z identifizieren, sondern auch Z als Z darstellen (Repräsentation). - Kumulation von Bezugnahmen - "Schachteln in Schachteln" - Schachtel: Fragment der Welt, wie die Person sie versteht. de dicto/Castaneda: Abbildungen von Darstellungen: Schachteln in Schachteln.
de re/Castaneda: einfach die Bezugnahmen des Sprechers - auch auf Nichtexistentes.

Hector-Neri Castaneda(1966b): "He": A Study on the Logic of Self-consciousness,
in : Ratio 8 (Oxford 1966), 130-157

Cast I
H.-N. Castaneda
Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Spieltheorie KI-Forschung Norvig I 666
Spieltheorie/KI-Forschung/Norvig/Russell: Problem: Unsicherheit, die nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf andere Agenten und deren Entscheidungen zurückzuführen ist. Information: Grundbegriffe sind hier perfekte und imperfekte Information.
Agenten-Design: Die Spieltheorie kann die Entscheidungen des Agenten analysieren und den erwarteten Nutzen für jede Entscheidung berechnen (unter der Annahme, dass andere Agenten nach der Spieltheorie optimal handeln).
Norvig I 667
Mechanism Design: Wenn eine Umgebung von vielen Agenten genutzt wird, könnte es möglich sein, die Regeln der Umgebung (d.h. das Spiel, welches die Agenten spielen müssen) so zu definieren, dass das kollektive Wohl aller Agenten maximiert wird, wenn jeder Agent die spieltheoretische Lösung annimmt, die seinen eigenen Nutzen maximiert. Spiele mit einem Spielzug: Eine Partie mit einem Zug wird durch drei Komponenten definiert:
Spieler oder Agenten, die Entscheidungen treffen werden.
Handlungen, die die Spieler wählen können.
Eine Payoff-Funktion, die jedem Spieler den Nutzen für jede Kombination von Handlungen aller Spieler angibt. Bei Spielen mit nur einem Zug kann die Payoff-Funktion durch eine Matrix dargestellt werden - eine Repräsentation, die als strategische Form (auch als Normalform bezeichnet) bekannt ist.
Strategie: Jeder Spieler in einem Spiel muss eine Strategie wählen und dann ausführen (so wird in der Spieltheorie eine policy genannt). Eine reine Strategie ist eine deterministische policy; bei einem Spiel mit einem Zug entspricht eine reine Strategie nur eine einzige Handlung. Bei vielen Spielen kann ein Agent mit einer gemischten Strategie besser abschneiden, d.h. mit einer randomisierten policy, bei der die Handlungen gemäß einer Wahrscheinlichkeitsverteilung ausgewählt werden.
Strategie-Profil: Ein Strategieprofil ist eine Zuweisung einer Strategie an jeden Spieler; wenn E das Strategieprofil ist, ist das Ergebnis des Spiels ein numerischer Wert für jeden Spieler.
Norvig I 668
Lösung: Eine Lösung für ein Spiel ist ein Strategieprofil, in dem jeder Spieler eine rationale Strategie anwendet. Es ist wichtig zu erkennen, dass die Ergebnisse tatsächliche Ergebnisse eines Spiels sind, während Lösungen theoretische Konstrukte sind, die zur Analyse eines Spiels verwendet werden. Rationalität: (...) einige Spiele haben nur bei gemischten Strategien eine Lösung. Aber das bedeutet nicht, dass ein Spieler buchstäblich eine gemischte Strategie anwenden muss, um rational zu sein. Vgl. >Gefangenendilemma.
Dominante Strategie: Wir sagen, dass eine Strategie s für den Spieler p die Strategie s' stark dominiert, wenn das Ergebnis von s besser für p ist als das Ergebnis vons', und zwar bei jeder Wahl von Strategien durch den/die anderen Spieler. Die Strategie s dominiert s' schwach, wenn s bei mindestens einem Strategieprofil besser als s' ist und bei keinem anderen schlechter. Eine dominante Strategie ist eine Strategie, die alle anderen dominiert. Es ist irrational, eine dominierte Strategie zu spielen, und irrational, eine dominante Strategie nicht zu spielen, wenn eine existiert.
Pareto-Optimum: Wir sagen, dass ein Ergebnis pareto-optimal ist, wenn es kein anderes Ergebnis gibt, das alle Spieler bevorzugen würden. Ein Ergebnis ist von einem anderen Ergebnis pareto-dominiert, wenn alle Spieler das andere Ergebnis bevorzugen würden.
Gleichgewicht (equilibrium): Wenn jeder Spieler eine dominante Strategie hat, wird die Kombination dieser Strategien als Gleichgewicht dominanter Strategien (dominant strategy equilibrium) bezeichnet. Im Allgemeinen bildet ein Strategieprofil ein Gleichgewicht, wenn kein Spieler durch einen Strategiewechsel profitieren kann, da jeder andere Spieler bei der gleichen
Norvig I 669
Strategie bleibt. Ein Gleichgewicht ist im Wesentlichen ein lokales Optimum im Raum der policies; es ist die Gipfelspitze, die entlang jeder Dimension nach unten abfällt, wobei eine Dimension den strategischen Entscheidungen eines Spielers entspricht. Nash-Gleichgewicht: Der Mathematiker John Nash (1928-[2015]) bewies, dass jedes Spiel mindestens ein Gleichgewicht hat. Zweifellos ist ein Gleichgewicht dominanter Strategien ein Nash-Gleichgewicht (...), aber einige Spiele haben zwar Nash-Gleichgewichte, aber keine dominanten Strategien. >Nash-Gleichgewicht.
Norvig I 670
Koordinationsspiele: sind Spiele, bei denen die Spieler kommunizieren müssen. Maximin-Technik/von Neumann: zuerst wählt E ihre Strategie aus und verrät sie O. Dann wählt O seine Strategie aus, wobei er die Strategie von E kennt. Schließlich bewerten wir den erwarteten Payoff des Spiels auf der Grundlage der gewählten Strategien. Nehmen wir an, dies ergibt ein Ergebnis UE,O. Dieses Spiel begünstigt eindeutig O, sodass der wahre Nutzen U des ursprünglichen Spiels (aus der Sicht von E) mindestens UE,O ist. Wenn wir beispielsweise nur die reinen Strategien betrachten, hat der Minimax-Spielbaum einen Wurzelwert von -3 (...), sodass wir wissen, dass U ≥ -3 ist. Nehmen wir nun an, wir ändern die Regeln, um O zu zwingen, seine Strategie zuerst aufzudecken, gefolgt von E. Dann ist der Minimax-Wert dieses Spiels UO,E, und da dieses Spiel E begünstigt, wissen wir, dass U höchstens UO,E ist. Bei reinen Strategien beträgt der Wert +2 (...), sodass wir wissen, dass U ≤ +2 ist.
Wenn wir diese beiden Argumente kombinieren, sehen wir, dass der wahre Nutzen U der Lösung des ursprünglichen Spiels UE,O ≤ U ≤ UO,E oder in diesem Fall - 3 ≤ U ≤ 2 entsprechen muss.
Norvig I 679
Inverse Spieltheorie: Ein Spiel designen, dessen Lösungen, die darin bestehen, dass jeder Agent seine eigene rationale Strategie verfolgt, zur Maximierung einer globalen Nutzenfunktion führen. Dieses Problem wird als Mechanism Design oder manchmal auch als inverse Spieltheorie bezeichnet. Mechanism Design ist ein wesenlicher Bestandteil der Wirtschafts- und Politikwissenschaft. Das Kapitalismus 1x1 besagt, dass der Gesamtwohlstand der Gesellschaft steigt, wenn jeder versucht, reich zu werden. Aber (...) Beispiele (...) zeigen, dass richtiges Mechanism Design notwendig ist, um die Unsichtbare Hand auf Kurs zu halten. Für Ansammlungen von Agenten erlaubt uns das Mechanism Design, intelligente Systeme aus einer Ansammlung begrenzter Systeme - sogar von unkooperativen Systemen - zu konstruieren, ähnlich wie menschliche Teams Ziele erreichen können, die über die Reichweite jedes Einzelnen hinausgehen. Beispiele für Mechanism Design sind die Versteigerung von billigen Flugtickets, die Weiterleitung von TCP-Paketen zwischen Computern, die Entscheidung, wie medizinische Fachkräfte Krankenhäusern zugewiesen werden, und die Entscheidung, wie Roboterfußballspieler mit ihren Teamkollegen zusammenarbeiten. Mechanism Design wurde in den 1990er Jahren mehr als nur ein rein akademisches Thema, als mehrere Nationen, die mit dem Problem der Versteigerung von Lizenzen für die Ausstrahlung in verschiedenen Frequenzbändern konfrontiert waren, aufgrund eines unzureichenden Mechanism Designs Hunderte von Millionen Dollar an potenziellen Einnahmen verloren. Formell besteht ein Mechanismus aus (1) einer Sprache zur Beschreibung der zulässigen Strategien, die die Agenten anwenden dürfen, (2) einem ausgewählten Agenten, dem sogenannten Zentrum, das Berichte über die Strategiewahl von den im Spiel befindlichen Agenten sammelt, und (3) einer allen Agenten bekannten Ergebnisregel, die das Zentrum zur Bestimmung der Payoffs an jeden Agenten in Anbetracht ihrer Strategiewahl verwendet.
Norvig I 687
Die Wurzeln der Spieltheorie lassen sich auf Vorschläge zurückführen, die Christiaan Huygens und Gottfried Leibniz im 17. Jahrhundert gemacht haben, um kompetitive und kooperative menschliche Interaktionen wissenschaftlich und mathematisch zu untersuchen. Die ersten formalen Ergebnisse in der Spieltheorie gehen auf Zermelo (1913)(1) zurück (der im Jahr zuvor eine Form der Minimax-Suche für Spiele vorgeschlagen hatte, wenn auch eine inkorrekte). Emile Borel (1921)(2) führte den Begriff der gemischten Strategie ein. John von Neumann (1928)(3) bewies, dass jedes von zwei Personen gespielte Nullsummen-Spiel bei gemischten Strategien ein maximales Gleichgewicht und einen genau definierten Wert hat. Von Neumanns Zusammenarbeit mit dem Ökonomen Oskar Morgenstern führte 1944 zur Veröffentlichung der Theory of Games and Economic Behavior(4), dem für die Spieltheorie prägenden Buch.


1. Zermelo, E. (1913). Uber Eine Anwendung der Mengenlehre auf die Theorie des Schachspiels. In
Proc. Fifth International Congress of Mathematicians, Vol. 2, pp. 501-504.
2. Borel, E. (1921). La th´eorie du jeu et les équations intégrales à noyau symétrique. Comptes Rendus
Hebdomadaires des Séances de l’Académie des Sciences, 173, 1304-1308.
3. von Neumann, J. (1928). Zur Theorie der Gesellschaftsspiele. Mathematische Annalen, 100(295-320).
4. von Neumann, J. and Morgenstern, O. (1944). Theory of Games and Economic Behavior (first edition). Princeton University Press.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Sprache Black II 13
Sprachen/Black: sind verschieden, wenn Sprecher sich nicht verstehen.
II 16
Sprechen/Black: vorrangig vor Schrift.
II 20
neu: kein voll gegliederter Gedanke ohne symbolische Verkörperung möglich - Wörter/Malinowski: gleichzeitig Teil und Äquivalente der Handlung.
II 31
Sprache/Black: Text linear - Denken nicht linear.
II 30
Sprachwissenschaft/Linguistik/Black: Tradition: rühmt sich, die "unreine Bedeutung" nicht zu berücksichtigen.
II 63
BloomfieldVs: Phoneme müssen in Bezug auf Bedeutung verglichen werden. - Nur wenn der Untersuchende herausfindet, welche Äußerungen sich in ihrer Bedeutung ähnlich und welche verschieden sind, kann er lernen, die phonemischen Unterschiede zu erkennen. - Dennoch pro rein formale Sprachwissenschaft/pro Ockham: Bedeutungen sollten nicht ohne Notwendigkeit herangezogen werden - man sollte sich lieber auf Bedeutungsunterschiede als auf substantielle Bedeutungsangaben verlassen
II 74f
Sprache/Black: unendlich viele Sätze möglich - daher offenes System wie Bsp Schach, chemische Zusammensetzungen, Melodien
II 87
Def Sprache/Black: zu komplex um definierbar zu sein - Merkmale: im Sprechen verankert - Sprechakt ist zielgerichtet und selbstregulierend . Sp. ist eine Institution (Sprachgemeinschaft) - auf Einheiten aufgebautesSystem - bedeutungstragend, effektauslösend biegsam
II 130
Sprache/Locke/Black: zur Übermittlung von Gedanken - (Vorstellungen).
II 161
VsSprache/Black: Berkeley: Wissen durch Missbrauch verwirrt und verdunkelt - Locke: dito - Whitehead: unvollständig, nur Durchgangsstadium Gefahr: falsches Vertrauen in sie - Wittgenstein. alle Philosophie ist Sprachkritik - Swift: Gulliver: Abschaffung aller Wörter ...
II 166
Sartre: Ekel: Roquentin will sich ins Schweigen zurückziehen.

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
Sprache Mbembe Brocker I 917
Sprache/Mbembe/Herb: Mbembe sucht nach einem neuen »Vokabular« (Mbembe 2016(1), 66), das den afrikanischen Diskurs aus der Hegemonie westlicher Kategorien befreit und neue Denkformen für das afrikanische Subjekt entwirft. »Postkolonie« bildet dabei das Hauptwort des neuen Vokabulars. Hierzu gibt Mbembe eine erste Definition. Postkolonie erscheint hier als »Epoche«, »Eigenheit« oder »Zeitgeist«. »Als Epoche umfasst die Postkolonie in Wahrheit vielfältige Zeiträume, die aus überlappenden, ineinander verschachtelten und sich umschließenden Diskontinuitäten, Umstürzen, Trägheiten, Schwankungen bestehen« (66). Dass ein solches Unternehmen nicht mit den linearen Zeitbegriffen traditioneller Afrikaforschung und ethnologischen Feldstudien bewältigt werden kann, versteht sich für Mbembe von selbst. »Befehlsgewalt« (»Commandement«): [ist] das neue Grundwort kolonialer und postkolonialer Herrschaft. Koloniale Souveränität ist für Mbembe – im Anschluss an Derrida – in dreifacher Hinsicht bestimmbar: als gründende, sinnstiftende und ratifizierende Gewalt. (Mbembe 2016, 73-125).
Brocker I 922
Postkolonialismus/Mbembe: Die koloniale Sprache ist alles andere als verständnis- und konsensorientiert. »Sie dient im Wesentlichen dazu, Befehle zu übertragen, Schweigen zu erzwingen, vorzuschreiben, zu zensurieren und einzuschüchtern« (2016, 257). Sprache entpuppt sich als Herrschaftsinstrument, sie wird zur »Guillotine« (260). Das koloniale Vokabular dient der Zurichtung und Präparation der Opfer der Kolonie. In der Praxis gehen dabei Gewalt und Sex Hand in Hand. Koloniale Herrschaft ist für Mbembe Phallokratie im Wortsinn. Hegel/Mbembe: Im Afrikabild in Hegels Die Vernunft in der Geschichte (Membe 2016(1), 252) entdeckt er die Archetypen der kolonialen Sprache. Afrika sieht Hegel als Kontinent der Triebe, seinen Bewohner, den Neger, als animalisches Triebwesen. In seinem Charakter sei »nichts an das Menschliche Anklingende« zu finden (253). Freilich ist Hegel mit seiner Vorwegnahme der verbalen Ökonomie aus der Sicht Mbembes
Brocker I 923
nicht nur Komplize, sondern auch Kommentator des Kolonialismus. Hegel liefere mit seiner Theorie des Selbstbewusstseins gleichsam die Stichworte für die postkoloniale Debatte um Alterität (vgl. Fanon 1981(2); Spivak 2013(3)).


1. Achille Mbembe, De la postcolonie. Essai sur l’imagination politique dans l’Afrique contemporaine, Paris 2000. Dt.: Achille Mbembe, Postkolonie. Zur politischen Vorstellungskraft im Afrika der Gegenwart, Wien/Berlin 2016
2. Fanon, Frantz, Die Verdammten dieser Erde, Frankfurt/M. 1981.
3. Spivak, Gayatri Chakravorty, Kritik der postkolonialen Vernunft. Hin zu einer Geschichte der verrinnenden Gegenwart, Stuttgart 2013.

Karlfriedrich Herb, „Achille Mbembe, Postkolonie (2000)“. in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Sprache Searle III 78
Sprache/sprachabhängig/Searle: Manche Dinge kann man sprachunabhängig sehen: Bsp dass der Mann die Linie überquert, aber nicht, dass er dabei 6 Punkte macht. Institutionelle Tatsachen sind niemals sprachunabhängig, Bsp Es gibt keinen vorsprachlichen Weg, die Schachfigur als König zu repräsentieren. (Spiel-)Punkte sind nicht "da draußen" wie Männer und Bälle. SearleVsPutnam: Bedeutungen sind im Kopf. >Zwillingserde/Putnam, > Bedeutung/Putnam.
III 79
Gründe funktionieren nur, weil Leute sie als Gründe akzeptieren. Sprachunabhängig: sind Statusfunktionen, Bsp man kann denken, dass dies ein Schraubenzieher ist, weil man schon oft gesehen hat, dass diese Dinger damit eingedreht werden.
III 82
Searle: Sprache ist notwendig, wenn der Status sich ändert, ohne dass die physische Beschaffenheit eines Objekts sich geändert hat. ---
Perler/Wild I 143
Sprache/Searle: Sprache braucht: 1. Intentionale Zustände, die von Sprache handeln, 2. Intentionale Zustände, die von Tatsachen handeln, Bsp dass das da eine Dollar-Note ist, 3. Repräsentation von räumlich und zeitlich weit entfernten Tatsachen, 4. komplexe Zustände, 5. Formulierungen, die Kennzeichnungen beinhalten, Bsp statt "heute ist es warm" das Datum.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Spracherwerb Wittgenstein Hintikka I 264
Sprachlernen/Spracherwerb/Sprache/Lernen/Wittgenstein/Hintikka: bringt man einem Kind ein Wort bei, so lehrt man es ein neues Verhalten - Bsp neues Schmerzverhalten: "Schmerz" zu gebrauchen. - Das Wort ersetzt das Schreien und beschreibt es nicht. - Der Gebrauch beruht aber nicht auf Kriterien, genauso wenig wie Weinen.
II 159
Sprachlernen/Spracherwerb/Farbe/Regeln/Spiel/Wittgenstein: wenn das Kind die Farbwörter verwechselt, hat es das Spiel nicht begriffen, es hat gegen die Regeln verstoßen. Wenn es das Wetter nicht richtig errät, hat es einen Fehler gemacht. Diese beiden Fälle verhalten sich zueinander wie Schachspielen unter Nichtbeachtung der Regeln einerseits, und Schachspielen und Verlieren andererseits.
II 204
Sprache/Lernen/Sprachlernen/Spracherwerb/Augustinus: sagte, er habe Latein gelernt, indem er die Namen der Dinge lernte. Wittgenstein: nehmen wir an jemand lernte so die Sprache. Das wäre eine vollständige Sprache. Denn bei der Betrachtung können wir nicht feststellen, dass etwas fehlt.

VI 143
Abrichtung/Sprachlernen/Spracherwerb/Wittgenstein/Schulte: wem eine Technik fremd ist, kann noch nicht einmal die richtigen Fragen stellen. - Der eingeübte Gebrauch lässt sich dann aber auch nicht mehr in Frage stellen. - Abrichtung: wir lernen nicht eine beliebige Anzahl Grundfarben. - Nichtsprachliches ist Bedingung für das Verständnis des Sprachlichen.
VI 159
Zeichen werden nicht interpretiert, sondern gekannt - praktische Fähigkeit.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Stellvertreter Wittgenstein VI 119
Formalismus/Stellvertreter/Zeichen/Symbol/WittgensteinVsFrege: Frege: Zeichen sind entweder bloße Schwärzung oder Zeichen von etwas. - Dann ist das, was sie vertreten, ihre Bedeutung. - Wittgenstein: falsche Alternative. - Bsp Schachfiguren: vertreten nichts. - Lösung: Gebrauch wie im Spiel statt Vertretung von etwas. - ((s) Gebrauch ist mehr als bloße Schwärzung und weniger als Vertretung eines Gegenstands. - Wittgenstein: Formalismus ist nicht ganz unberechtigt.
Hintikka I 52
Terminologie/Wittgenstein/Hintikka: Tractatus: Ding: Einzelding, Name, sprachliche Stellvertreter für Einzeldinge. (Durchaus taugliche Stellvertreter).
I 138 ff
Frege/Logik/Satz/Hintikka: im Tractatus gibt es einen Bruch mit der Fregeschen Tradition: die Logik Freges gilt als Theorie der komplexen Sätze. Wittgenstein untersucht die einfachsten Bestandteile der Welt und ihrer sprachlichen Stellvertreter.

II 66
Denken/Stellvertreter/Wittgenstein: gibt es denn nicht ein Stellvertreten "im Geiste"? Dieser Gedanke ist verfehlt und richtet eine Menge Schaden an; es scheidet das Denken in zwei separate Teile, den Organischen (wesentlichen) und den Nichtorganischen. Es gibt keinen geistigen Vorgang, der sich nicht symbolisieren lässt. Wir interessieren uns ausschließlich für das, was sich symbolisieren lässt.
Denken/Gedanke/Wittgenstein: der Gedanke ist autonom. Bsp "Schmidt sitzt auf der Bank". Man könnte meinen, drei Dinge sind in seinem Geist, als Stellvertreter. Daran ist auch etwas Wahres. Welche Gewähr hätten wir aber, dass sie überhaupt irgend etwas vertreten? Was in meinem Denken gegeben ist, das ist vorhanden und wesentlich! Alles andere (was vertreten wird) ist belanglos.
Deshalb ist das Denken in sich vollständig. Und was in meinem Denken nicht gegeben ist, kann für es nicht wesentlich sein! Der Gedanke weist nicht über sich hinaus, das glauben wir nur auf Grund der Art und Weise, in der wir Symbole verwenden.
II 84
Bedeutung/Wittgenstein: wird innerhalb der Sprache festgelegt, und zwar durch Erklärungen. Der Ausdruck "die Bedeutung von" ist irreführend, da er an "Stellvertreter von" oder "Ersatz für" denken lässt.


W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Superintelligenz Russell Brockman I 25
Superintelligenz/Stuart Russell: Traditionelle Argumentation: "Eine menschliche oder übermenschliche KI ist unmöglich"(1). Stuart RussellVsTradition: Dies ist eine ungewöhnliche Behauptung von KI-Forschern, da sie seit Turing solche Aussagen von Philosophen und Mathematikern abwehren. Die Behauptung, welche durch keinerlei Beweise gestützt wird, scheint zuzugeben, dass, wenn eine superintelligente KI möglich wäre, dies ein erhebliches Risiko wäre.
Brockman I 27
Traditionelle Verteidigung einer Starken KI: Jede Maschine, die intelligent genug ist, um Probleme zu verursachen, wird intelligent genug sein, um angemessene und uneigennützige Ziele zu haben(2). Stuart RussellVs: Dieses Argument steht im Zusammenhang mit Humes Sein-Sollen-Dichotomie und G. E. Moores naturalistischem Irrtum, was darauf hindeutet, dass die Maschine aufgrund ihrer Intelligenz einfach wahrnehmen wird, was richtig ist, wenn sie ihre Erfahrung mit der Welt macht. Das ist unplausibel; zum Beispiel kann man bei der Gestaltung eines Schachbretts und Schachfiguren nicht das Ziel des Schachmatts wahrnehmen; dasselbe Schachbrett und dieselben Figuren können für das Räuberschach verwendet werden, oder auch viele andere noch zu erfindende Spiele.
Traditionelles Argument gegen Starke KI/VsStarke KI: Intelligenz ist multidimensional, "also ist "intelligenter als der Mensch" ein bedeutungsloses Konzept"(3).
Stuart RussellVsVs: Es ist eine Grundannahme der modernen Psychologie, dass der IQ nicht dem gesamten Spektrum der kognitiven Fähigkeiten gerecht wird, die Menschen in unterschiedlichem Maße besitzen. Der IQ ist in der Tat ein grobes Maß für die menschliche Intelligenz, aber er ist für aktuelle KI-Systeme völlig bedeutungslos, da ihre Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen unkorreliert sind. Wie vergleichen wir den IQ der Suchmaschine von Google, die kein Schach spielen kann, mit dem von Deep Blue, die keine Suchanfragen beantworten kann? >KI/Stuart Russell.


1. Cf. The AI 100 report (Peter Stone et al.), sponsored by Stanford University, includes the following: “Unlike in the movies, there is no race of superhuman robots on the horizon or probably even possible,” https :1/ai 1 00.stanford.edul 201 6-report.
2. Cf. Rodney Brooks, for example, asserts that it’s impossible for a program to be “smart enough
that it would be able to invent ways to subvert human society to achieve goals set for it by humans, without understanding the ways in which it was causing problems for those same human s,” http ://rodneybrooks.com/the-seven-deadly-sins-of-predicting-the-future-of-ai.
3. Kevin Kelly, “The Myth of a Superhuman AI,” Wired, April 25,2017.


Russell, Stuart J. „The Purpose put into the Machine”, in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019
Tatsachen Searle III 44ff
Institutionelle Tatsachen/Searle: Bsp Geld, Wahlen, Universitäten, Schach usw. zuerst muss es etwas Physisches geben. Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist etwas außerhalb der Aussage, das sie wahr macht - eine Bedingung. Tatsache/Austin/Strawson: Eine Tatsache ist das, was ausgesagt wird, nicht etwas, worüber ausgesagt wird!
III 212
Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist ein allgemeiner Name für die Bedingungen, wie Sätze sich auf ...etwas... beziehen.
III 219
Strawson: Tatsachen sind keine komplexen Dinge oder Gruppen von Dingen - Tatsache und Aussage sind keine zwei unabhängigen Gebilde. Tatsachen sind nicht sprachunabhängig. Tatsachen sind nicht das, "worüber" Aussagen sind. Frege: Eine Tatsache ist eine wahre Aussage (StrawsonVs, AustinVs). Strawson: Tatsachen sind nicht identisch, weil sie verschiedene Rollen spielen. Tatsachen sind kausal, Aussagen nicht.
III 214
Tatsachen sind der "innere Akkusativ" für wahre Aussagen (unechte Relation).
III 219
Tatsachen/Searle: Tatsachen können nur formuliert und nicht genannt werden.
III 215
Searle: Eine Tatsache ist nicht gleich eine wahre Aussage! Eine Tatsache hat kausale Relation. Es sind mehrere Aussagen für eine Tatsache möglich.
III 219
Tatsache/Searle: Eine Tatsache ist etwas außerhalb der Aussage, das sie wahr macht - eine Bedingung.
III 219f
Tatsache/Strawson: Eine Tatsache ist das, was ausgesagt wird, nicht etwas, worüber ausgesagt wird! ((s) Wie Brandom). SearleVsStrawson: Eine Tatsache ist keine wahre Aussage! Eine Tatsache hat eine kausale Relation. Mehrere Aussagen für eine Tatsache sind möglich ((s) Wie Austin). ---
V 145
Tatsachen/Sachverhalte/Searle: Tatsachen über einen Gegenstand sind irreführend. Es kann keine Tatsachen über einen unabhängig von Sachverhalten identifizierten Gegenstand geben! Sonst näherte man sich der traditionellen Substanz.
Gegenstände können nicht ohne Tatsachen benannt werden (VsWittgenstein, Tractatus).
Eine Quantifikation über Gegenstände ist irreführend - besser: "Es gibt Beispiele".

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Tatsachen Vendler Z. Vendler, Die Linguistik und das a priori in: Grewendorf/Meggle Linguistik und Philosophie, Frankfurt 1974/1995
I 252
Nackte Tatsache/Vendler: Bsp im Schach: ein Stück Elfenbein über das Brett schieben. - Sprache liefert hier keine nackten Tatsachen. - Man kann nicht aus der Sprache heraustreten.

Vendler II
Z. Vendler
Linguistics in Philosophy Ithaca 1967

Vendler I
Zeno Vendler
"Linguistics and the a priori", in: Z. Vendler, Linguistics in Philosophy, Ithaca 1967 pp. 1-32
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Terminologien Lyons I 66
Schreibweise/Lyons: /1/: Elemente der Ausdrucksebene [t]: phonetische Transkription (Lautschrift)
I 84
Def Funktionslast/Linguistik/Lyons: Bsp viele Wörter können durch die Opposition von /p/ und /b/ unterschieden werden. Daher hat der Kontrast zwischen diesen beiden Elementen große Funktionslast. Wenn nur wenige Wörter durch eine Opposition unterschieden werden Bsp wreath und wreathe ist die Funktionslast gering.
Stellung: je nach Stellung im Wort kann die Funktionslast eines bestimmten gegebenen Kontrastes unterschiedlich sein. Bsp zwei Elemente könnte oft am Anfang, aber nur selten am Ende eines Worts kontrastieren.
I 85
Wichtigkeit: eines Kontrast: hängt auch davon ab, ob die Wörter selbst in demselben Kontext vorkommen und kontrastieren können oder nicht. Funktionslast = 0: Bsp wenn A und B zwei Wortklassen mit komplementärer Distribution sind und jedes Element der Klasse A sich in seiner Realisation von einem Element von B nur darin unterscheidet, dass es /a/ hat, wo das entsprechende Wort der Klasse B /b/ hat, dann ist die Funktionslast des Kontrasts zwischen /a/ und /b/ = 0.
Funktionslast: muss also für Wörter berechnet werden, die dieselbe oder sich überschneidende Distribution haben. Außerdem muss nicht nur die Grammatik (Distribution) berücksichtigt werden, sondern auch die Menge der tatsächlich gemachten Äußerungen.
Wichtigkeit: eines Kontrasts: hängt auch von der absoluten Häufigkeit des Vorkommens ab. Das zeigt, wie schwierig es ist, die Funktionslast genau zu messen.
I 86
Sie soll aber sowohl in synchronischer wie in diachronischer Beschreibung eine Wichtigkeit für uns haben.
I 92
Prinzip der geringsten Anstrengung/Information/Linguistik/Lyons: = Tendenz, die Leistungsfähigkeit des System zu maximieren, so dass die syntagmatische Länge von Wörtern und Äußerungen dem theoretischen Ideal nahekommt. (>Verkürzung der Ketten). Dagegen: 2. Prinzip:
Prinzip: der Wunsch, verstanden zu werden, wirkt der verkürzenden Tendenz entgegen.
I 93
„Homöostatisches Gleichgewicht“: soll zwischen diesen beiden Prinzipien herrschen. (Zipfsches Gesetz).
I 142
Def Generativ/Linguistik/Grammatik/Lyons: jede linguistische Beschreibung, die tatsächliche Äußerungen als Elemente einer größeren Klasse potentieller Äußerungen beschreiben kann, wird als generativ bezeichnet.
I 235
Def Endozentrisch/Grammatik/Lyons: eine Konstruktion ist endozentrisch, wenn ihre Verteilung (Distribution, Vorkommen in möglichen Kontexten) mit derjenigen einer oder mehrerer ihrer Konstituenten identisch ist, sonst exozentrisch. Def Exozentrisch: ist eine Konstruktion, wenn ihre Verteilung (Distribution, Vorkommen in möglichen Kontexten) eine andere ist als die ihrer Konstituenten.
Endozentrisch: Bsp „poor John“ hat dieselbe Verteilung wie seine Konstituente John. ((s) wenn eben jener John gemeint ist! Vs(s): darum geht es nicht, sondern einfach darum, dass John grammatisch an derselben Stelle steht wie poor John („poor“ ist irrelevant)).
Zu jedem Satz, in dem John vorkommt, kann ein Satz gefunden werden, in dem poor John in gleicher Position ist.
Exozentrisch: Bsp „in Vancouver“: hat nicht dieselbe Verteilung wie seine Konstituenten „in“ und „Vancouver“.
Distribution: ist gleich im Fall von Bsp Lohn und poor John.
Distribution: ist verschieden im Fall von Bsp „in Vancouver“ und „Vancouver“. Die Distribution von „in Vancouver“ entspricht ungefähr der von „there“. Das entspricht dem traditionellen Ausdruck der Funktion.
I 236
Einschachtelung/Grammatik/Linguistik/Lyons: (betrifft endozentrische Konstruktionen. a) Koordinierende endozentrische Konstruktion: Bsp Brot und Käse, Bsp Kaffee oder Tee.
b) Subordinierende endozentrische Konstruktion: (die Konstituenten haben immer noch die gleiche Distribution) Bsp armer Hans, Bsp ungemein gescheit, Bsp das Mädchen einen Stock höher, Bsp der Mann im Bus.
Def Trägerelement/Träger/head/subordinierende Konstruktion/Terminologie/Lyons: ist die Konstituenten, deren Distribution die gleiche ist wie die der gesamten Konstruktion (also endozentrisch).
I 237
Def Bestimmungselement/modifier/subordinierende Konstruktion/Lyons: ist die Konstituente, deren Distribution nicht identisch ist mit der der ganzen Konstruktion Bsp (s) „armer“ in „armer Hans“ Einschachtelung/Lyons: das Bestimmungselement (modifier) kann in subordinierenden Konstruktionen wiederholt eingeschachtelt sein Bsp der Mann auf dem Dach des Busses:
Träger: Mann
Bestimmungselement: auf dem Dach des Busses (exozentrischer Adverbialausdruck mit Präposition auf und Nominalausdruck das Dach des Busses)
Dach des Busses: endozentrisch,
Träger: das Dach
Bestimmungselement: „des Busses“
Endozentrisch/exozentrisch/Lyons: geht auf Bloomfield zurück.
I 270
Def clause/Terminologie/Linguistik/Lyons: Teilsatz Def phrase/Terminologie/Linguistik/Lyons: Wortkomplex.

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995
Terminologien Norvig Norvig I 8
Terminologie/Russell/Norvig: Obwohl Entscheidbarkeit und Berechenbarkeit für ein Verständnis von Computation wichtig sind, hat der Begriff der Lenkbarkeit einen noch größeren Einfluss gehabt. Grob gesagt, wird ein Problem als hartnäckig bezeichnet, wenn die Zeit, die zur Lösung von Instanzen des Problems benötigt wird, exponentiell mit der Größe der Instanzen wächst. Die Unterscheidung zwischen polynomiellem und exponentiellem Wachstum der Komplexität wurde erstmals Mitte der 1960er Jahre betont (Cobham, 1964(1); Edmonds, 1965(2)). Es ist wichtig, weil exponentielles Wachstum bedeutet, dass selbst mittelgroße Fälle nicht in angemessener Zeit gelöst werden können.
Norvig I 106
Musterdatenbanken: Die Idee dahinter ist, diese exakten Lösungskosten für jede mögliche Teilprobleminstanz zu speichern(...)
Norvig I 108
Def Problem: Ein Problem besteht aus fünf Teilen: dem Ausgangszustand, einem Satz von Handlungen, einem Übergangsmodell, das die Ergebnisse dieser Handlungen beschreibt, einer Zieltestfunktion und einer Pfadkostenfunktion. Die Umgebung des Problems wird durch einen Zustandsraum repräsentiert. Ein Pfad durch den Zustandsraum vom Ausgangszustand zu einem Zielzustand ist eine Lösung.
Norvig I 135
Und/Oder-Knoten/Bäume: Oder: In einer deterministischen Umgebung wird die einzige Verzweigung durch die eigenen Entscheidungen des Agenten in jedem Zustand eingeleitet. Wir nennen diese Knoten ODER-Knoten. Und: In einem nicht deterministischen Umfeld wird die Verzweigung auch durch die Wahl des Ergebnisses der einzelnen Handlungen durch die Umgebung eingeleitet. Wir nennen diese Knoten UND-Knoten. Eine Lösung für ein Und-Oder-Suchproblem ist ein Teilbaum, der (1) bei jedem Blatt einen Zielknoten hat, (2) bei jedem seiner ODER-Knoten eine Handlung spezifiziert und (3) jeden Ergebniszweig bei jedem seiner UND-Knoten beinhaltet.
Norvig I 148
Competitive Ratio: Typischerweise ist das Ziel des Agenten, einen Zielzustand zu erreichen und gleichzeitig die Kosten zu minimieren. (Ein weiteres mögliches Ziel ist es, einfach die gesamte Umgebung zu erforschen.) Die Kosten sind die Gesamtkosten für den Pfad, den der Agent tatsächlich zurücklegt. Es ist üblich, diese Kosten mit den Pfadkosten des Pfades zu vergleichen, dem der Agent folgen würde, wenn er den Suchraum im Voraus kennen würde, d.h. den tatsächlich kürzesten Pfad (oder kürzeste vollständige Erforschung). In der Sprache der Online-Algorithmen nennt man dies die Competitive Ratio; wir möchten, dass sie so klein wie möglich ist. >Onlinesuche/Norvig.
Norvig I 162
Def Pruning: Pruning erlaubt es uns, Teile des Suchbaums zu ignorieren, die keinen Unterschied für die endgültige Wahl machen. Def Heuristische Bewertungsfunktionen: Sie ermöglichen es uns, den wahren Nutzen eines Zustands abzuschätzen, ohne eine vollständige Suche durchzuführen.
Def Nutzenfunktion: (auch Zielfunktion oder Auszahlungsfunktion genannt), definiert den endgültigen Zahlenwert für ein Spiel, das im Endzustand s für einen Spieler p endet. Beim Schach ist das Ergebnis ein Sieg, Verlust oder Unentschieden mit den Werten +1, 0 oder 1/2. Einige Spiele haben eine größere Vielfalt an möglichen Ergebnissen; die Gewinne im Backgammon reichen von 0 bis +192.
Def Nullsummenspiel: ist (verwirrenderweise) definiert als ein Spiel, bei dem die Gesamtauszahlung an alle Spieler für jeden Ausgang des Spiels gleich ist. Schach ist ein Nullsummenspiel. "Konstantsumme" wäre ein besserer Begriff gewesen, aber Nullsumme ist traditionell und macht Sinn, wenn man sich vorstellt, dass jedem Spieler eine Startgebühr von 1/2 berechnet wird.
Norvig I 165
Minimax-Algorithmus/Spiel: Der Minimax-Algorithmus (...) berechnet die Minimax-Entscheidung aus dem aktuellen Zustand. Es verwendet eine einfache rekursive Computation der Minimax-Werte jedes Nachfolgezustands und implementiert direkt die definierenden Gleichungen. Die Rekursion geht den ganzen Pfad bis zu den Blättern des Baumes hinunter, und dann werden die Minimax-Werte durch den Baum gesichert, während die Rekursion abgewickelt wird. Der Minimax-Algorithmus führt eine vollständige Tiefenerkundung des Spielbaums durch. Bei realen Spielen sind die Zeitkosten natürlich völlig unpraktisch, aber dieser Algorithmus dient als Grundlage für die mathematische Analyse von Spielen und für praktischere Algorithmen.
Norvig I 208
Def Knotenkonsistenz (node consistency): Eine einzelne Variable (die einem Knoten im CSP-Netzwerk entspricht) ist knotenkonsistent, wenn alle Werte in der Domäne der Variablen die eindeutigen Einschränkungen der Variablen erfüllen. Def Kantenkonsistenz (arc consistency): Eine Variable in einem CSP ist kantenkonsistent, wenn jeder Wert in der Domäne die binären Constraints der Variable erfüllt. Formal gesehen ist Xi in Bezug auf eine andere Variable Xj kantenkonsistent, wenn es für jeden Wert in der aktuellen Domäne Di einen Wert in der Domäne Dj gibt, der den binären Constraint auf der Kante (Xi,Xj) erfüllt. >Constraint-Satisfaction-Probleme/CSP/Norvig.
Norvig I 210
Def Pfadkonsistenz: Die Kantenkonsistenz zieht die Domänen (unäre Constraints) unter Verwendung der Kanten (binäre Constraints) zusammen. Um bei Problemen wie der Kartenfärbung Fortschritte zu erzielen, brauchen wir ein stärkeres Konsistenzkonzept. Die Pfadkonsistenz verschärft die binären Constraints, indem sie implizite Constraints verwendet, die sich aus der Betrachtung von Variablentripeln ergeben.
Norvig I 211
Def K-Konsistenz: Stärkere Formen der Verbreitung können mit dem Begriff der k-Konsistenz definiert werden. Ein CSP ist k-konsistent, wenn für einen beliebigen Satz von k - 1 Variablen und für eine konsistente Zuordnung zu diesen Variablen immer ein konsistenter Wert einer beliebigen k-ten Variablen zugewiesen werden kann. Für Vorwärtsverkettung, Rückwärtsverkettung: siehe >Software-Agenten/Norvig.
Norvig I 266
Propositionen: Die Idee, Propositionen mit Zeitschritten zu verknüpfen, erstreckt sich auf jeden Aspekt der Veränderungen der Welt im Laufe der Zeit. Fließend: Wir verwenden das Wort fließend (vom Lateinischen fluens), um einen Aspekt der Welt zu beschreiben, der sich verändert. "Fließend" ist ein Synonym für "Zustandsvariable".
Norvig I 346
Skolemisieren: Skolemisierung ist der Prozess der Entfernung existentieller Quantifizierer durch Eliminierung. Im einfachen Fall ist es genau wie die Existential Instantiation rule (...): übersetze ∃x P(x) in P(A), wobei A eine neue Konstante ist.
Norvig I 410
Nichtdeterministisches Handeln: Die Programmiersprachen-Community hat den Begriff des dämonischer Nichtdeterminismus (demonic nondeterminism) für den Fall geprägt, dass ein Gegner die Entscheidungen trifft, im Gegensatz zum angelischen Nichtdeterminismus (angelic nondeterminism),
Norvig I 411
bei dem der Agent selbst die Wahl trifft. Wir leihen uns diesen Begriff, um angelische Semantik für HLA-Beschreibungen zu definieren.
Norvig I 468
Closed world assumption: wie in Logikprogrammen implementiert, bietet sie eine einfache Möglichkeit, eine große Zahl negativer Information nicht spezifizieren zu müssen. Sie wird am besten als Voreinstellung interpretiert, die durch zusätzliche Informationen überschrieben werden kann.

1. Cobham, A. (1964). The intrinsic computational difficulty of functions. In Proc. 1964 International
Congress for Logic, Methodology, and Philosophy of Science, pp. 24–30.
2. Edmonds, J. (1965). Paths, trees, and flowers. Canadian Journal of Mathematics, 17, 449–467.

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010
Terminologien Saussure Lyons I 47
Diachronisch/Linguistik/Saussure: historisch beschreibend. Synchronisch/Linguistik: Zustand einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Saussure: These: Synchronische Beschreibung hat Vorrang vor der diachronischen. Bsp Schach: Stellung entscheidend.
I 48
Bsp Bei einigen Wörtern ist die Endung s allein für Plural entscheidend, bei anderen nur im Kontext.
I 49
Im Lauf der Geschichte wurde das Kasussystem im Französischen vereinheitlicht. Dies Wissen ist aber für die synchronische Beschreibung egal. Außerdem verlangt eine diachronische Beschreibung ein vorhergehendes Wissen über die verschiedenen synchronischen Zustände.
F. de Saussure
I Peter Prechtl Saussure zur Einführung Hamburg 1994 (Junius)

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995
Tradition Post-Kommunistische Länder Krastev I 75
Tradition/Post-Kommunistische Länder/Krastev: Nationalistischer Widerstand gegen einen allgemein anerkannten Imitationsimperativ (>Imitation/Krastev) hat jedoch eine perverse unbeabsichtigte Folge. Tradition/Vergangenheit: Indem sie sich leidenschaftlich auf die Tradition als Gegenmittel zur Imitation berufen, werden osteuropäische Populisten gezwungen, ihre nationale Geschichte regelmäßig neu zu schreiben. In den Tagen des Kalten Krieges, als sie sich der Forderung Moskaus widersetzten, das sowjetische Modell zu kopieren, bezeichneten die Mitteleuropäer ihre Tradition als grundsätzlich liberal und europäisch. Es war nur eine weitere Strömung im breiten Strom der westlichen Zivilisation. Heute dagegen berufen sie sich auf "ihre Tradition", um ihren Widerstand gegen eine Eingliederung gegen ihren Willen in den liberalen Westen zu rechtfertigen. Diese überraschende Wendung macht deutlich, dass es so etwas wie "ihre Tradition" wirklich nicht gibt(1).
(vgl. >Politik Ungarns/Krastev).
Jedes Land hat, wie vorgeschlagen, viele Vergangenheiten und viele Traditionen, die oft im Widerspruch zueinander stehen. Der rhetorische Schachzug der Populisten besteht darin, den am wenigsten gutartigen und intolerantesten Strang in der Vergangenheit beispielsweise Ungarns oder Polens herauszuarbeiten und ihn willkürlich in "die" authentische Vergangenheit zu erheben, die vor dem zersetzenden Einfluss des Westens bewahrt werden muss.


1. François Jullien, Il n’y a pas d’identité culturelle (Paris: L’Herne, 2018).

Krastev I
Ivan Krastev
Stephen Holmes
The Light that Failed: A Reckoning London 2019
Übersetzungshandbuch Quine V 19
Übersetzungshandbuch/Quine: ein Übersetzungshandbuch für einen erheblichen Teil der Fremdsprache liefert eine Struktur, in der für das Wort eine Übersetzung angegeben wird, die mit seiner Funktion in diesem größeren Zusammenhang vereinbar wäre. Dann könnte man wahrscheinlich die Frage nach seiner Referenz beantworten.
VI 61
Analytische Hypothese/Übersetzungshandbuch/Quine: hier geht es eher um ein Besser oder Schlechter als um ein endgültiges Richtig oder Falsch. Da wir nun von der Forderung einer übereinstimmenden Reizbedeutung abrücken (neu), verschwimmt damit auch die eigentümliche "Sachhaltigkeit", die solche Sätze an sich haben sollten. Die Sachhaltigkeit wird nur noch von der Flüssigkeit der Mitteilung und der Effizienz des praktischen Umgangs verbürgt.
VI 67
Übersetzung/Unbestimmtheit/Quine: es besteht noch nicht einmal Hoffnung, so etwas wie eine Kodifizierung der einschlägigen Prozeduren erreichen zu können, um dann vielleicht durch Angabe dieser Manöver zu definieren, was als Übersetzung zu gelten habe. Dafür sind in diesen Prozeduren allzu inkommensurable Werte gegeneinander abzuwägen. Wie grotesk darf der Interpret z.B. die Überzeugungen der Eingeborenen ausfallen lassen, um durch diesen Schachzug wie viel an Absonderlichkeit auf seiten ihrer Grammatik oder Semantik zu vermeiden?
VI 68
So würden zwei Übersetzer kaum je zu zwei äquivalenten Übersetzungshandbüchern kommen. These es wäre jederzeit möglich, daß das eine Handbuch einige Lösungen, die vom anderen Übersetzer gerade verworfen werden, als gültige vorschreibt.
Jedes Übersetzungshandbuch stellt im Grunde seine sogenannte "rekursive" oder "induktive" Definition einer Übersetzungsrelation dar.
Es könnte sich immer herausstellen, dass die Sätze des Deutschen, die von den konkurrierenden Handbüchern als die Übersetzung eines Eingeborenensatzes vorgeschrieben werden, in deutschen Kontexten nicht füreinander austauschbar sind.
Robert Kirk: hat gesehen, dass im Nachhinein durchaus sprachliche Differenzen provoziert werden können aber dem Status quo und darauf kommt es allein an würden die beiden Manuale jedenfalls gleichermaßen gerecht.
VI 69
Im Prinzip ist die These sogar für jedermanns Muttersprache gültig! Schließlich können wir sogar unser eigenes Deutsch jederzeit in pervertierter Weise ins Deutsche übersetzen, sobald wir über zwei konkurrierende Übersetzungshandbücher für das Dschungel Deutsch verfügen, indem wir es zunächst nach dem einen Handbuch in die Dschungelsprache übersetzen und danach nach dem anderen Handbuch wieder ins Deutsche. Es übrigens nicht wahrscheinlich, dass sie die Unbestimmtheit der Übersetzung in der Praxis überhaupt bemerkbar macht! Der Sprachforscher geht bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, dass seine Denkweisen denen des Eingeborenen ähnlich sind.
Radikale Interpretation/Quine: es ist eine Tatsache, dass der radikale Übersetzer gezwungenermaßen immer so viel in die Fakten hineinlegt, wie er ihnen entnimmt.

VI 71
Analytische Hypothese/Übersetzungshandbuch/Quine: Term für Term wird übersetzt - Problem: dann können sinnvolle Sätze entstehen, die sich aber auf etwas anderes beziehen - das ist die Unerforschlichkeit der Referenz.
XII 50
Übersetzungshandbuch/Gavagai/Quine: beseitigt nicht die Unbestimmtheit zwischen Hase, Hasenteil und Hasenstadium. Pointe: statt in der fremden Sprache zu fragen „ist es derselbe?“ könnte es uns passieren, ohne es zu wissen, jedes Mal in der fremden Sprache „gehören die zusammen?“ zu fragen!
Die bejahende Antwort bringt dann keine Gewissheit.
Sogar Kompensationen mit „Hasentum“ könnten vorkommen.
Das ist plausibel, weil alle Individuationsmittel struktureller und kontextueller Natur sind. Daher kann es systematisch viele verschiedene Möglichkeiten geben.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Umgebung Bostrom I 164
Umgebung/Simulation/Superintelligenz/Entscheidungsfindung/Belohnung/Bostrom: Die KI könnte ihrer Simulationshypothese, der Hypothese, dass sie in einer Computersimulation lebt, eine beträchtliche Wahrscheinlichkeit zuordnen. Auch heute noch [2014] bewohnen viele KIs simulierte Welten - Welten, die aus geometrischen Schnittzeichnungen, Texten, Schachspielen oder einfachen virtuellen Realitäten bestehen und in denen die Gesetze der Physik stark von den Gesetzen der Physik abweichen, von denen wir glauben, dass sie die Welt unserer eigenen Erfahrung regieren. Eine ausgereifte Superintelligenz könnte virtuelle Welten schaffen, die ihren Bewohnern so ähnlich erscheinen, wie uns unsere Welt erscheint. Die Bewohner wären nicht unbedingt in der Lage zu sagen, ob ihre Welt simuliert ist oder nicht; (...).
Wie sich die Simulationshypothese auf eine KI auswirken würde, hängt von ihren Werten ab. >Werte/Superintelligenz/Bostrom.
I 165
Simulation/Belohnung/Entscheidungsfindung/Superintelligenz/Bostrom: Die Entscheidungsfindung einer KI mit Zielen, die mit den vorhandenen Ressourcen zu erfüllen sind, kann daher - wenn sie der Simulationshypothese eine hohe Wahrscheinlichkeit zuordnet - von Überlegungen darüber dominiert sein, welche Handlungen das beste Ergebnis erzielen würden, wenn ihre wahrgenommene Welt eine Simulation ist. Kooperation: Wenn eine KI mit Zielen, die mit vorhandenen Ressourcen zu verwirklichen sind, glaubt, dass sie in den meisten simulierten Welten, die ihren Beobachtungen entsprechen, belohnt wird, wenn sie kooperiert (aber nicht, wenn sie versucht, ihrer Umgebung zu entkommen oder gegen die Interessen ihres Schöpfers zu verstoßen), dann kann sie sich für eine Kooperation entscheiden. Wir konnten also feststellen, dass selbst eine KI mit einem entscheidenden strategischen Vorteil, die ihre Endziele durch die Übernahme der Welt tatsächlich in größerem Umfang verwirklichen könnte als durch den Verzicht darauf, sich dennoch davor scheuen würde. >Ziele/Superintelligenz/Omohundro, >KI-Übernahme/Yudkowsky.

Bostrom I
Nick Bostrom
Superintelligence. Paths, Dangers, Strategies Oxford: Oxford University Press 2017
Unabhängigkeit Thiel Thiel I 76
Unabhängigkeit/Mathematik/Thiel: Bsp Eine Fläche soll gekachelt werden. Es stehen nur Doppelkacheln zur Verfügung. Beim angegebenen Beispiel fehlt an zwei diagonalen Ecken jeweils eine Kachel. Gibt es eine Ausfüllung mit Doppelkacheln? Wegen der endlichen Möglichkeiten könnte die Lösung durch Ausprobieren gefunden werden, soll aber nicht.
I 77/78
Die mathematische Lösung besteht darin, sich die Felder schachbrettartig eingefärbt zu denken. Jede Doppelkachel muss dann entsprechend gefärbt sein. Da die fehlenden Felder gleichfarbig sein müssen, ist die Aufgabe nicht auszuführen!
I 78/79
Das zeigt auch die Unabhängigkeit von anderen mathematischen Theorien.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Ursachen Quine VI 106
Ursache/Quine: der Begriff der Wirkursache spielt auch heute noch in wissenschaftlichen Erklärungen eine beachtliche Rolle. Zwar ist es kein offenkundig intensionaler Begriff (der sich etwa der Substitutivität der Identität widersetzen würde), doch er gleicht den anderen intensionalen Begriffen insofern, als er auf nicht mehr verdauliche Weise (>Buchstabieren) Sätze innerhalb von Sätzen verschachtelt.
V 19
Ursache/Regularität/QuineVsHume: Problem: man kann bei der Regularität auch gerade die beiden Einerklassen nehmen, die aus a und b bestehen. Dann erliegt man dem Trugschluss post hoc ergo propter hoc. Siehe >Kausalität/Hume. Dispositionen: hier gibt es das gleiche Problem.
V 20/21
Def Ursache/Quine: letztlich Einwirkung von Kräften auf Teilchen. Energieübertragung. Siehe Kausalität/Vollmer.
V 22
Ursache/Quine: das Interesse an Teilursachen ist bemerkenswert unabhängig vom Anteil des Energieübertrags. Bsp schwache Schallwellen bei Kommunikation, starke bei einem Schuss.
V 23
Alltagssprache: „weil“ spricht überhaupt nicht von Energieübertrag, sondern wird auch auf logische Prämissen, Zwecke und Dispositionen angewendet. Disposition: ist daher oft ein besserer Begriff als Kausalität.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Verhalten Dawkins I 92
Verhalten/Gene/Dawkins: ("Verhalten" in diesem Text ist körperliches Verhalten). Ein wirklicher Schutz der Gene ist nur möglich, wenn der Zeitpunkt der Muskelkontraktion irgendwie mit der Außenwelt koordiniert ist. Gene haben aus Tieren aktive draufgängerische Vehikel gemacht.
Als Zwischeninstanz mussten die Gene zunächst das Gehirn erfinden.
I 96
Verhalten/Absicht/Maschine/Dawkins: Es ist nicht schwer, von Maschinen zu reden, die sich so verhalten, als ob sie eine Absicht hätten. Wir können die Frage offen lassen. Im Grunde sind die Prinzipien unbewussten zielstrebigen Verhaltens Grundkenntnisse des Ingenieurwesens. Bsp Dampfmaschine. Negative Rückkopplung.
I 98
Es ist ein Trugschluss, dass Maschinen, die ursprünglich von Menschen gebaut wurden, von diesen immer weiter kontrolliert werden müssten. Ähnlicher Trugschluss, Bsp dass Computer nicht wirklich Schach spielten, weil sie "nur das tun, was der Operator ihnen sagt". Sie müssen es aber können, denn es gibt mehr mögliche Schachpartien als Atome in unserer Galaxis.
I 111
Verhalten/Gehirn/Gen/Dawkins: Das Gehirn verleiht der Überlebensmaschine sogar die Macht, gegen das Diktat der Gene zu rebellieren und sich z.B. zu weigern, viele Kinder zu bekommen.
I 116
Verhalten/Kommunikation/Dawkins: Man kann sagen, dass eine Überlebensmaschine mit einer anderen verständigt, wenn sie deren Verhalten oder den Zustand ihres Nervensystems beeinflusst. ((s) MaturanaVs: Das zentrale Nervensystem (ZNS) kann z.B. durch nichts von außerhalb beeinflusst werden. >Maturana). Verhalten: Bsp Maulwurfsgrillen singen in einem Erdloch, was ihre Stimme sehr verstärkt.
I 152
Population/Verhalten/Dawkins: Es mag so aussehen, als ob sich eine Population wie eine sich selbst regelnde Einheit verhielte. Aber das ist eine Täuschung: sie wird durch eine Selektion erweckt, die auf der Ebene des einzelnen Gens erfolgt.
I 153
Egoistisches Gen/Dawkins: Das Gen verteilt seine Loyalität auf verschiedene Körper.


Da I
R. Dawkins
Das egoistische Gen, Hamburg 1996

Da II
M. St. Dawkins
Die Entdeckung des tierischen Bewusstseins Hamburg 1993
Verstand Ryle I 384ff
Verstand/Ryle: Verstand ist kein abgetrenntes Organ. Denken ist nicht Ursache. Verstand ist auch keine Wahrheitssuche. Schach und Ingenieurskunst sind keine Wahrheitsentdeckung. Gesetzgebung führt nicht zu Theoremen und Jugenderinnerungen nicht zu Entdeckungen.

Ryle I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969
Video Flusser I 196 f
Video/Flusser: Das Video ist ein relativ neues Element in der kodifizierten Welt. Man sieht noch nicht voraus wie Videos funktionieren. Sie sind "gefährlich", weil es bei ihnen noch möglich ist, sie von der Absicht abzulenken, für die sie konstruiert sind.
Sie sind "revolutionär" etwa wie Autos "revolutionär" sind, die für Geschlechtsverkehr statt für Autoverkehr verwendet werden.
I 197.
Das Videoband kann nicht redigiert werden, es rollt ab, wie es aufgenommen wurde. Eine ganz neuartige Wiederholung der Geschichte. Das Video kann die Zeit räumlich machen, indem auf dem Band "früher" als "hinter" dargestellt wird. ((s) Flusser schrieb zu einer Zeit, in der Videos auf Band aufgenommen wurden und nicht manipulierbar waren, weil sie sich in Kassetten befanden, die nicht geöffnet werden konnten.)
Das Video wird nicht geschnitten. Man kann die Zeit "ausradieren", wie auf der Tafel mit Kreide geschriebene Texte.
Verschiedene, überlagerte Zeitschichten lassen sich beseitigen, so dass eine verdeckte Zeitschicht sichtbar wird, ein Vorgang, der aus der Psychoanalyse und Archäologie als "Emergenz" bekannt ist.
Statt eines Spiegels: ein Monitor, der sich mitten in der Szenen befindet und eine Art Dialog mit sich selbst führt.
I 198
Er ist kein klassischer Spiegel mit Rechts/Links Umkehrung und bietet daher kein Spiegelbild. Da das Kathodenlicht ein ganz seltenes Licht ist, das weder direkt noch indirekt von der Sonne kommt, ist der Monitor in ein außerordentliches und revolutionäres Licht gebadet.
I 199
Der Fernsehapparat funktioniert wie ein Fenster, durch das Dinge jenseits des Horizonts gezeigt werden, der Monitor wie ein Spiegel gegenwärtiger oder vergangener Ereignisse. Der Stammbaum des Videos gliedert sich in Wasseroberfläche, Spiegel, Mikroskop, der des Films in Höhlenwand, Hauswand, gerahmtes Bild, und Fotografie.
Video ist wesentlich dialogisch. Man kann sich z.B. von hinten oder etwas verzögert sehen.
I 200 ff
Fernsehen/Flusser: die Bedienung ist einfach, aber die Gründe, warum die Kiste funktioniert sind undurchsichtig. Solche Systeme sind strukturell komplex und funktionell einfach. Gegenteil: Systeme deren Aufbau durchschaubar ist, deren Handhabung aber schwierig. Bsp Schachspiel.
I 201
Fernsehen dadurch gekennzeichnet, dass der mit ihnen Spielende selbst zum Spielball wird, das Spiel verschluckt ihn. Es ist eine verbreitete Meinung, dass die Familie im Halbkreis um die Kiste herumsitzt, die daher die Stelle einnimmt, die früher die Mutter oder der Lehrer eingenommen hat. Falsch: Die Kiste ist kein Sender, sondern Endpunkt eines Strahls.
Der Halbkreis ist ein Segment eines gigantischen und für die Raumbewohner unsichtbaren Kreises.
Bilder und Töne werden empfangen, als ob sie traditionelle Bilder und Töne wären. Sie bedeuten für den Empfänger "Szenen" Dabei verdrängen die Empfänger ihr nebelhaftes Wissen von dem Apparat, er ist nicht etwas gutgläubig, sondern arbeitet (mit etwas schlechtem Gewissen) bei der beabsichtigten Täuschung mit, die Zeichen seien Zeichen für Szenen.
Tatsächlich gibt es ein spezifisches Bild zum Entschlüsselns aller anderen Bilder: den "Ansager" dieses Bild "sagt an", ob es sich bei den nachfolgenden um Fakten, Fiktionen (z.B. Fernsehspiele) oder Imperative (Werbung) handelt.
I 202
Den Bildern selbst lassen sich diese Unterschiede nicht entnehmen. Der "Ansager" kann auch fiktiv sein z.B. ein Schauspieler, der einen Ansager mimt. Als Folge davon ist es dem Empfänger gleichgültig, ob er faktisch, fiktiv oder imperativisch informiert wird. Da er so tut, als ob aus der Kiste "Bilder der Welt" strömten, ist es ihm gleich, ob diese Welt faktisch oder imperativisch ist.

Fl I
V. Flusser
Kommunikologie Mannheim 1996
Visuelle Klippe Gibson Slater I 45
Visuelle Klippe/E. J. Gibson: (>Visuelle Klippe/Entwicklungspsychologie): Gibson und Walk erkannten schnell, dass menschliche Säuglinge das Centerboard nur im Zusammenhang mit einer sozialen Situation verlassen würden. Zusätzlich zu den visuellen Informationen für die Tiefe verwenden Säuglinge soziale Informationen von ihren Müttern (Walk & Gibson 1961)(1). Säuglinge richten auch die soziale Kommunikation an ihre Mütter, indem sie ihre Arme zu ihnen ausstrecken, auf die Oberfläche zeigen und sie anschauen und mit offensichtlicher Absicht zur Kommunikation vokalisieren (Gibson et al., 1987)(2). In den ersten Studien wurden die Mütter angewiesen, zwei Minuten lang auf jeder Seite zu stehen, ein Windrad zu drehen und leise zu lächeln. Wenn sich die Babys jedoch weigerten, das Centerboard zu überqueren, improvisierten sie manchmal, indem sie auf die Oberfläche der tiefen Seite klopften und Zigarettenschachteln, Lippenstifte, Geldbörsen und zerknitterte Papierstücke darreichten (Walk & Gibson, 1961)(1).
Slater I 46
Kritik/VsGibson/VsWalk/VsVisuelle Klippe: Das Glas verursacht eine Vielzahl von Problemen (wie von Gibson und Walk erkannt), insbesondere bei der Untersuchung menschlicher Säuglinge. Besonders schwierig macht es das Glas, die Rolle der Bewegungserfahrung bei der adaptiven Reaktion zu beurteilen.
Slater I 48
Säuglinge lassen versehentlich einen Teil oder den ganzen Körper auf die tiefe Seite, während sie versuchen, sie zu vermeiden. Sie wagen sich teilweise auf das Glas zu ihren Müttern und ziehen sich dann zurück; und sie lehnen ihr Gewicht auf das Sicherheitsglas, während sie versuchen, es zu erkunden (Walk & Gibson, 1961)(1). Auf einer echten Klippe wären sie gefallen. VsVisuelle Klippe/VsGibson/VsWalk: Obwohl die visuelle Klippe gut für das Studium von im Dunkeln aufgewachsenen Ratten bei ihrer ersten Lichteinwirkung konzipiert war, hat sie sich als schlecht geeignet erwiesen, um die Auswirkungen der Bewegungserfahrung auf die Entwicklung der Höhenangst und die Wahrnehmung von Affordanzen bei menschlichen Säuglingen zu untersuchen.
(...) Forscher fanden diskrepante Ergebnisse für die Herzfrequenz (Beschleunigung, Verlangsamung und keine Veränderung) und den Affekt (negativ, positiv und neutral) während der Platzierung auf der tiefen Seite und bei Säuglingen, die die tiefe Seite vermieden haben. (Campos et al. 1970(3); Schwartz, Campos, & Basel, 1973(4); Richards & Rader, 1983(5); Campos, Bertenthal, & Kermonian, 1992(6)).
Slater I 49
GibsonVsVs: These: Die eigentlichen Fragen betreffen nicht genau, was transferiert wird, während Säuglinge Bewegungserfahrung erwerben, oder gar die Wahrnehmungsinformationen, die die Affordanzen spezifiziert (>Risikowahrnehmung/Gibson), sondern wie Flexibilität des Verhaltens erreicht wird (Gibson, 1997)(7).


1. Walk, R. D., & Gibson, E. J. (1961). A comparative and analytical study of visual depth perception. Psychological Monographs, 75, 15 (Whole No. 519).
2. Gibson, E. J., Riccio, G., Schmuckler, M. A., Stoffregen, T. A., Rosenberg, D., & Taormina, J. (1987). Detection of the traversability of surfaces by crawling and walking infants. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 13, 533–544.
3. Campos, J. J., Langer, A., & Krowitz, A. (1970). Cardiac responses on the visual cliff in prelocomotor human infants. Science, 170, 196–197.
4. Schwartz, A. N., Campos, J. J., & Baisel, E. J. (1973). The visual cliff: Cardiac and behavioral responses on the deep and shallow sides at five and nine months of age. Journal of Experimental Child Psychology, 15, 86–99.
5. Richards, J. E., & Rader, N. (1983). Affective, behavioral, and avoidance responses on the visual cliff: Effects of crawling onset age, crawling experience, and testing age. Psychophysiology, 20, 633–642.
6. Campos, J. J., Bertenthal, B. I., & Kermoian, R. (1992). Early experience and emotional development: The emergence of wariness of heights. Psychological Science, 3, 61–64.
7. Gibson, E. J. (1997). Discovering the affordances of surfaces of support. Monographs of the Society for Research in Child Development, 62, 3 (Serial No. 251), 159–162.



Karen E. Adolph and Kari S. Kretch, “Infants on the Edge. Beyond the Visual Cliff” in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012
Wahrheit Peacocke II 185
Wahrheit/Peacocke: zwei Arten:(i) Was in Englisch ausgedrückt wird, durch "was er sagte" wenn man weiß, dass der andere die Wahrheit sagte (ii) Der in dem Sinn, wie man ""das ist langweilig" ist wahr" behaupten kann, wenn jemand das zu einer Zeit äußert und gelangweilt ist.
ad (ii): kann in Existenz-Quantifikation ausgedrückt werden: "es gibt einen Satz"
ad(i): kann nicht durch (ii) ausgedrückt werden.
Lösung: Sagen und Wahrheit (plus Angemessenheit) müssen in Begriffen der aktualen Sprache definiert werden.
Problem: das bringt semantisches Vokabular herein - (Bsp Schach: Gewinnen muss extern definiert sein: >Gewinn/Dummett).
II 187
Wahrheit/Tarski/aktuale Sprache/Peacocke: der Wahrheitsbegriff in den Satzschemata ist nicht der allgemeine Wahrheitsbegriff (ähnlich wie Bsp der allgemeine Begriff des Gewinnens neben dem Schachspiel.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Welt/Denken Sellars Rorty I 323
Sellars: möchte die menschliche Forschung so betrachten, dass die Bestimmung zu »notwendiger letztlicher Übereinstimmung« als einen kausalen Vorgang beschreibt, der zur Erzeugung von Selbstdarstellungen des Universums führt. (Anthropisches Prinzip).(Trifft sich mit der idealistischen Metaphysik des späten Peirce von der evolutionären Liebe).
Sellars II 318
Sprache/Welt/Sellars : Vs Versuchung, uns Tatsachen über nicht-sprachliche Gegenstände als nicht-sprachliche Entitäten einer besonderen Art vorzustellen: nicht-sprachliche Pseudoentitäten. Wir haben jedoch gesehen, dass "nichtsprachliche Tatsachen" in einem anderen Sinn selbst sprachliche Entitäten sind.
Ihre Verbindung mit der nichtsprachlichen Ordnung ist eher etwas, was man hergestellt hat, oder herstellen muss, als eine Relation.(aber nicht Redundanz).
II 334
1. Die Korrespondenz, nach der wir gesucht haben, ist auf elementare Aussagen beschränkt. 2. Es geht um die fundamentale Rolle, die tatsächliche Aussagen (oder Denkakte) spielen. Wie Bauern in Schachspiel: Bsp "Chicago ist groß".
3. Alle wahren Aussagen sind im selben Sinne "wahr", sie Unterscheiden sich aber in ihren Rollen:
"2 + 2 = 4" spielt eine andere Rolle als »dies ist rot«. Die Rolle besteht darin, in den Sprachbenutzern eine Projektion der Welt, in der sie leben, zu konstituieren.
Sellars: pro Redundanztheorie: wenn das Bild korrespondiert, dann ist man überzeugt, dass "Dies ist grün" wahr ist, also ist man überzeugt: dies ist grün.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Wissen Polanyi Weizenbaum I 105
Wissen/Polanyi/Weizenbaum: (M. Polanyi, The Tacit Dimension, NY, 1966, p. 4): wir wissen mehr als wir mit Worten ausdrücken können. Weizenbaum: das lenkt vom Begriff des Mitteilens zum Begriff des Wissens.
I 106
Zum Beispiel weiß der Schachmeister mehr, als er mitteilen kann.

Pola I
M. Polanyi
Personal Knowledge: Towards a Post-Critical Philosophy Eastford 2013

Pola II
M. Polanyi
The Tacit Dimension Chicago 2009

Weizenbaum I
Joseph Weizenbaum
Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft Frankfurt/M. 1978
Wissen Weizenbaum I 105
Wissen/Polanyi/Weizenbaum: (M. Polanyi, The Tacit Dimension, NY, 1966, p. 4): wir wissen mehr als wir mit Worten ausdrücken können. Weizenbaum: das lenkt vom Begriff des Mitteilens zum Begriff des Wissens.
I 106
Zum Beispiel weiß der Schachmeister mehr, als er mitteilen kann.

Weizenbaum I
Joseph Weizenbaum
Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft Frankfurt/M. 1978
Zitat/ Zitattilgung Quine I 366
Glaubenssätze und Zitate können als unendlich viele verschiedene Dinge verstanden werden (Unbestimmtheit).
I 377
indirekte Rede: Versetzen in Geistzustand des Sprechers, kein Maßstab für Richtigkeit (Übersetzung) - keine objektiv richtige Übersetzung.
VI 97
Buchstabieren/Quine: löst die Syntax und das Lexikon eines jeden Inhaltssatzes auf und fusioniert ihn mit der Sprache des Interpreten - sie besitzt dann keine kompliziertere Syntax als etwa das Additionszeichen.
VI 98
(3) (Ex)(Pirmin glaubt "x ist ein Spion") - Zitat: was in (3) zitiert wird, ist nichts weiter als der Name einer Sequenz von zwölf Buchstaben! das "x" darin hat mit dem äußeren "Ex" nicht das mindeste zu schaffen - daher die Notwendigkeit, zu buchstabieren. - QuineVsPropositionale Einstellungen de re.
VII (c) 53+
Zitat/Quine: jeder Unsinn kann innerhalb der normalen Sprache als Zitat vorkommen - Problem: dann ist er Teil des normalen Satzes - dann keine Möglichkeit mehr, sie aus der Menge der sinnvollen Zeichenketten auszuschließen - Lösung: a) den Begriff der Normalität verengen, b) den Begriff des Vorkommnisses verengen. - Problem: wir haben ein Interesse, die Zeichenketten nicht auf die schon bekannten einzuschränken.
VII (h) 141
Zitat/Quine: muss Referenz nicht zerstören: Bsp "Giorgione" benennt einen Schachspieler (ist wahr, wenn er Schach spielte).

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
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From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Denken Black, Max II 94
Max Black These: Denken ohne Sprache ist möglich - Bsp Sich Schachstellungen vorzustellen.
Behauptbarkeit Brandom, R. II 243
Brandom eigener Ansatz: These regelgeleitetes Sprachspiel, das erlaubt, mit deklarativen Sätzen propositionale Gehalte zu verbinden, die in dem Sinne objektiv sind, daß sie sich von den Einstellungen der Sprecher ablösen - das spaltet die Behauptbarkeit in zwei Teile: Festlegung und Berechtigung (zwei normative Status) - geht über BT hinaus, weil es die Unterscheidung von richtigem und falschem Gebrauch ermöglicht. (>Dummett, >Schach, Witz, Gewinn)
Fiktion Lewis, D. IV 268
Namen/Fiktion/Lewis: wenn eine Welt so ist, daß es dort weder die Geschichten noch einen Menschen Holmes gibt, dann hat er keine Denotation in dieser Welt w. Sogar, wenn der Plot der Geschichten sich dort ereignet. Denn auch in unserer Welt ist "Holmes" denotationslos.
Schw I 72
Fiktionalismus/mögliche Welt/MöWe/Lewis/Schwarz: Sätze über Möglichkeiten und MöWe funktionieren wie Sätze über Abwesenheiten, Durchschnittsbürger oder Holmes. D.h. sie können wahr sein, obwohl die Gegenstände nicht existieren. Fiktionalismus: Sätze über MöWe analog zu Sätzen über Holmes: weil Holmes ja selbst ein mögliches Ding sei. (einfache Form: Rosen, 1990, Sider 2002, verschachtelt: Armstrong 1989a, Zwischenformen: Fine 1976, 2003b). These: Sätze der Form: "es gibt eine Welt, in der..." interpretiert als "es ist möglich, daß es eine Welt gibt,.." ((s) Löst die Quantifikation zugunsten von Modaloperatoren auf).