Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Analytizität/Synthetizität Graeser Grae I 52
Analytizität/Synthetizität/Graeser: Die Unterscheidung analytisch/synthetisch stammt aus der Unterscheidung zwischen Vernunft- und Tatsachenwahrheiten.

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002
Beweise Leibniz Holz I 48
Beweis/Leibniz: Problem: wenn es eine Kette von Beweisen gibt, wo ist der Anfang? Begründungsproblem kann leicht zum Regress führen.
Holz I 56
Beweis/Leibniz: so ist jeder Beweis eine "reduktio ad absurdum". Der Beweis bedarf keiner direkten Annahmen oder Prinzipien, sondern nur reflexiver. Beweise nehmen gar nicht irgendwelche Prinzipien an, sondern zeigen nur, wie sich gewisse Hypothesen widersprechen: Daher gibt es hier kein Begründungsproblem für die Prinzipien.
Holz I 66
Beweis/Tatsachenwahrheiten/Leibniz: wenn sich nicht die ganze Kette angeben lässt, so muss sich doch ein Grund angeben lassen.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Denkformen Leibniz Holz I 68
"Übergreifendes Allgemeines"/Leibniz/Holz: die Vernunftwahrheit ist die Gattung, die zwei (und nur zwei) Arten umfasst, nämlich die Vernunftwahrheit selbst und ihre Gegenteil, die Tatsachenwahrheiten. Für den formalen Logiker bleibt dies ein systematischer Widerspruch: Leibniz trifft eine Unterscheidung zwischen notwendigen und kontingenten Wahrheiten. Nichtsdestoweniger begreift er sie beide als analytisch!
Holz: in der Tat ist das Verhältnis kein formallogisches, sondern ein dialektisches.
>Josef König: „Das Übergreifende Allgemeine" als logische Grundfigur der Leibnizsches Metaphysik. Nötig wegen der unausdrückbaren Vielfältigkeit der Welt, die so dennoch einer Ordnung der Vernunft unterworfen werden kann.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Erkennen Leibniz Holz I 39/40
Erkenntnis/Definition/Leibniz: die Rückführung des Erkenntnisgegenstands auf Definitionen ist ein wesentliches und unverzichtbares letztes Moment der Erkenntnis.
I 40
Erkenntnis/Leibniz: es genügt aber nicht, bloß die Unbeweisbarkeit des Identitätsprinzips aus der Beschaffenheit der Beweisführung abzuleiten. Das würde zwar genügen, um nominal den Grund für jegliches Deduktionsverfahren anzugeben, wobei die Deduktion aus einem Grunde methodisch als Reduktion auf identische Sätze durchzuführen wäre.
Aber materiale Wahrheitserkenntnis würde dadurch nur garantiert, wenn das Prinzip selbst als nicht nur nominal logisches, sondern zugleich als material ontologisches gelten dürfte.
I 41
Sonst ist es nur ein heuristisches Prinzip. Allerdings ist es unmittelbar einsichtig, wenn akzeptiert wird, dass das notwendig ist, dessen Gegenteil unmöglich ist. Erkenntnis/Leibniz: das Prinzip der Prinzipien ist guter Gebrauch der Ideen und Erfahrungen.
Der gute Gebrauch ist nun nichts anderes als die Verbindung der Definitionen durch identische Axiome.
Das Prinzip ist nun aber willkürlich und konventionell. Es wäre vielleicht eine anders strukturierte Logik denkbar!
I 43
Erkenntnis/Denken/LeibnizVsDescartes: dieser braucht einen wahrhaftigen Gott (der kein Betrüger ist), damit die Selbstgewissheit nicht im inhaltsleeren "reinen Denken an sich" gefangen bleibt. Leibniz: statt dessen: Begründung durch Tatsachenwahrheiten, d.h. es geht um den ontologischen Status der Welt.
Holz I 82
Empirie/Leibniz/Holz: hier verbietet sich die Reduktion angesichts unendlich vieler empirischer identischer Sätze, von der Notwendigkeit des Faktischen zu sprechen. Auch die Einheit der Welt ist nur eine heuristische Annahme oder eine Idee der Vernunft.
(>Durchgängige Bestimmung/Kant).
Durchgängige Bestimmung/Kant/Holz: "Alles Existierende ist durchgängig bestimmt": d.h. um ein Ding vollständig zu erkennen, muss man alles Mögliche erkennen, und es dadurch, sei es bejahend oder verneinend, bestimmen.
Die durchgängige Bestimmung ist demnach ein Begriff, den wir niemals in concreto seiner Totalität darstellen können. Er ist lediglich eine Idee der Vernunft, die dem Verstand die Regel seines vollständigen Gebrauchs vorschreibt.
Kants subjektzentrierte Lösung reduziert die Welt auf Phänomenalität.
I 83
Ihr An sich Sein ist unzugänglich.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Letztbegründung Leibniz Holz I 50
Def Evidenz/Gewissheit/a priori/Leibniz: die Gewissheit (der Notwendigkeit identischer Sätze A = B) stützt sich weder auf Empirie noch auf Deduktion, sondern auf eine apriorische Einsicht.
I 50
Rationalismus/HolzVsLeibniz: Problem für eine sich "wissenschaftlich" verstehende Philosophie: diese "unmittelbare Einsichtigkeit" sogenannter Letztbegründungen führt auf eine andere epistemologische Ebene. Gefahr des irrationalistischen Umschlags!
I 51
Damit ist die Gewissheit der Axiome nicht mehr abgesichert. Leibniz insistiert aber darauf, sie aus der "Evidenz der Identität" (mit sich selbst) bewiesen werden müssen.
Holz I 51
Letztbegründung/Beweis/Axiome/Evidenz/Leibniz/Holz: hier wird die Geltung des Identitätssatzes (A = B bzw. A = A ) als Erfahrungswert genommen! Es geht also nicht darum, dass die Prädikate im Subjekt inhärent sind. Diese Voraussetzung ist in sich selbst nicht mehr ableitbar. Evidenz ist keine logische Kategorie.
Die Geltung des Identitätssatzes darf also nicht nur rein logisch begründet werden. Sie hat eine vorprädikativen Ursprung.
Logik/Husserl: hat die Abstinenz der Logik von ihrem Erkenntnisgehalt nachdrücklich zurückgewiesen.
I 52
Letztbegründung/Beweis/Axiome/Evidenz/Leibniz/Holz: wir brauchen also einen anderen Typus von Sätzen als den offen oder virtuell identischen.
Holz I 75
Grund/Leibniz: kann nur durch das Durchlaufen der ganzen series rerum gefunden werden. Er ist nun aber deshalb nicht außerhalb der series rerum zu finden, sondern vollständig innerhalb, allerdings nicht am Anfang, sondern als die Reihe als Ganzes! Unterschied: während der unendliche Verstand außerhalb des Ganzen stehen müßte (als Abbildender) (vielleicht auch ein "unbewegter Beweger" usw.) muss der Grund (als Totalität der Reihe) innerhalb der Reihe sein.
Grund/Leibniz: der universelle letzte Grund (Gesamtheit der Reihe der Dinge, Welt, ultima ratio) ist auch für den endlichen Verstand notwendig, weil es sonst überhaupt nichts gäbe.
Holz I 83
Letztbegründung/LeibnizVsKant: macht den subjektphilosophischen Radikalismus nicht mit. Wie vor ihm Spinoza und nach ihm Hegel hat er von der seit Descartes unverzichtbaren Subjektreflexion aus einen nicht subjektiven Seinsgrund finden wollen, der sich in den Vernunftwahrheiten ausdrückt. Dafür reichen zwei Prinzipien aus:
1. Prinzip des Widerspruchs
2. Das Prinzip des zureichenden Grundes. (Kann auf das Widerspruchsprinzip zurückgeführt werden).
Da außerdem das Identitätsprinzip aus der Sinneswahrnehmung eingesehen wird, dürfen wir den Prinzipien der Sachen selbst (also ihrer ontischen Realität) die in unserem Denken vorausgesetzte Vernunft (ihre Logizität) zuschreiben.
Das ist ebenso panlogisch wie das System Hegels.
I 84
Im Universum und seinen Teilen ist so Logik niedergeschlagen und verkörpert.
Holz I 123
Letztbegründung/Existenz/Leibniz: zu begründen, warum es überhaupt etwas gibt bedeutet also, im Wesen der Möglichkeiten das Prinzip anzugeben, das der Minimalisierung der Verwirklichungstendenzen entgegenwirkt. Nun stellt sich heraus, dass die beiden Prinzipien:
1. Identitätsprinzip (Alles ist mit sich identisch")
2. Varietätsprinzip ("Verschiedenes wird von mir wahrgenommen") logisch, aber nicht ontologisch ausreichen, um die Existenz der Welt überhaupt zu begründen.
Man kann damit zwar vom Einzelnen auf Verschiedenes und auf einen gewissen Zusammenhang schließen und von daher begründen, warum etwas Bestimmtes (und nicht etwas anderes an seiner Stelle) ist,
I 124
Es bleibt aber unbegründet, warum überhaupt etwas ist. Das fehlende ontologische Zwischenglied findet Leibniz in einem dritten Axiom, das er zu den absolut ersten Wahrheiten zählt:
These: Alles Mögliche strebt nach Existenz und existiert daher, wenn nicht etwas anderes, das auch zur Existenz strebt es daran hindert und mit dem ersten unverträglich ist.
Das ist nach Leibniz beweisbar unter der Voraussetzung der Tatsachenwahrheit, dass wir überhaupt etwas wahrnehmen.
Außerdem machen wir ja die Erfahrung der Veränderung, dass etwas zu existieren beginnt, was vorher nicht da war. (Aber eben vorher möglich war).
Es kann nun aber a priori kein Grund ausgemacht werden, warum etwas stärker strebt als ein anderes, der Grund muss also im System der Ko Ordination (der gegenseitigen Hemmungen) gesucht werden.
Daraus folgt, dass immer diejenige Verbindung der Dinge existiert, in der am meisten existiert.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Rechtfertigung Leibniz Holz I 68
Tatsachenwahrheiten/Leibniz: auch hier soll nun aber der Satz vom zureichenden Grund gelten, obwohl Vernunftwahrheiten hier nicht zum Zuge kommen. Hier ist das "auch" wichtig: es besagt etwas über den logischen Status von Tatsachenwahrheiten als einer Art Vernunftwahrheiten.
Tatsachenwahrheiten/Leibniz: sind nun aber von Vernunftwahrheiten unterschieden als ihr Gegenteil! (Nämlich als logisch nicht begründbar). >Hinreichendes/Leibniz - >Gründe/Leibniz, >Wahrheit/Leibniz, >Prinzipien/Leibniz.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Sprache Leibniz Holz I 38
Sprache/Leibniz: es ist wichtig zu begreifen, dass die Zahl der ersten Sätze unendlich ist, denn sie sind entweder Definitionen oder Axiome. Holz 63
Endlich/unendlich/Leibniz: die Menge der möglichen Gegenstände der Erfahrung muss als unendlich angenommen werden, weil es sonst einen Vernunftgrund geben müsste, warum diese nicht unendlich sein sollten, und den kann es nicht geben.
I 64
Sprache/unendlich/endlich/Aussage/Tatsache/Leibniz: also muss es eine unendliche Menge von Tatsachen und entsprechend eine unendliche Menge von Aussagen geben! (Tatsachenwahrheiten). Ein endlicher Verstand ist allerdings unfähig, diese auf eine endliche Menge identischer Sätze zu reduzieren. Man besitzt niemals einen (vollen) Beweis, obwohl es immer einen Grund für die Wahrheit gibt! Dieser Grund kann allein von Gott voll eingesehen werden.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Tatsachen Tatsachen, Philosophie: Das, was einer wahren Aussage entspricht oder - nach Auffassung einiger Autoren - mit einer wahren Aussage identisch ist. Probleme ergeben sich durch mögliche mehrfache Zählung von Gegenständen, wenn z.B. von einer Situation gesprochen wird und zusätzlich von der Tatsache, dass diese Situation besteht. Daher bezeichnen einige Autoren die Annahme von Tatsachen als etwas Überflüssiges. Siehe auch Vernunftwahrheiten, Tatsachenwahrheiten, Sachverhalte. Wahrheit, Aussagen, Wissen, Gewissheit, Gedankenobjekte.
Unendlichkeit Leibniz Holz 63
Endlich/unendlich/Leibniz: die Menge der möglichen Gegenstände der Erfahrung muss als unendlich angenommen werden, weil es sonst einen Vernunftgrund geben müsste, warum diese nicht unendlich sein sollten, und den kann es nicht geben.
I 64
Sprache/unendlich/endlich/Aussage/Tatsache/Leibniz: also muss es eine unendliche Menge von Tatsachen und entsprechend eine unendliche Menge von Aussagen geben! (Tatsachenwahrheiten). Ein endlicher Verstand ist allerdings unfähig, diese auf eine endliche Menge identischer Sätze zu reduzieren. Man besitzt niemals einen (vollen) Beweis, obwohl es immer einen Grund für die Wahrheit gibt! Dieser Grund kann allein von Gott voll eingesehen werden.
I 73/74
Unendlich/Konstruktion/Leibniz: den Gesamtzusammenhang in einer unendlichen Menge macht Leibniz für den endlichen Verstand konstruierbar wie das mathematisch Unendliche, als Grenzbegriff in einer infinitesimalen Konstruktionsmethode. Grenze/Leibniz/Holz: jeder endliche Verstand hat nur die Erkenntnis von einem begrenzten Ausschnitt, aber eben damit auch die Erkenntnis, dass eine Grenze und mit ihr eine jenseits dieser Grenze weitergehende Welt existiert.
Holz: die Überschreitbarkeit ist eine apriorische Bestimmung von "Grenzen". (Holz I 155 Helmuth Plessner: "Materiales Apriori": die Grenze ist ein materiales Bestimmungsmoment jedes endlichen Seienden.)


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998
Vernunft Rorty V 84
Tatsachen/Vernunft/Wahrheit/Davidson/Quine/Rorty: die Unterscheidung zwischen zeitlosen Wahrheiten der Vernunft und zeitgebundenen Tatsachenwahrheiten ist nicht mehr deutlich. >Vernunftwahrheiten, >Tatsachenwahrheiten, >Tatsachen/Rorty.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Vollständigkeit Leibniz Holz I 73
Vollständiger Begriff/Leibniz: enthält alle möglichen Bedingungen und Bestimmungen für die Existenz eines bestimmten Seienden, ist mithin identisch mit dem Begriff von der Welt im Ganzen. Nur wahrnehmbar für einen unendlichen Verstand.
Übergreifendes Allgemeines: für den unendlichen Verstand ist nun wiederum die Unterscheidung von Vernunftwahrheiten und Tatsachenwahrheiten hinfällig: für ihn ist alles eine Vernunftwahrheit bzw. genauso gut kann man sagen, alles ist für ihn eine Tatsachenwahrheit!
Für den endlichen Verstand ist die Vernunftwahrheit aber das Gegenteil der Tatsachenwahrheit.
Übergreifendes Allgemeines: das eine beinhaltet sein Gegenteil.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Wahrheit Leibniz Holz I 44
Vernunftwahrheiten/Tatsachenwahrheiten/Leibniz: Vernunftwahrheiten: bestimmte einfache und ursprüngliche Ideen, wie die der Identität, werden uns als Modi oder Formen unserer Sinneswahrnehmung als Kategorien der Gegebenheit des Seienden unmittelbar ansichtig.
Sie werden nicht durch die Wahrnehmung vermittelt, sondern sind die Bestimmtheit der Wahrnehmung selbst.
Holz I 54
Def Wahrheit/Leibniz/Holz: erscheint als Aussagenrelation, in der die Identität von Verschiedenen gegeneinander bestimmt wird. Def Erfahrung/Leibniz/Holz: Rückführung von Verschiedenem auf ihren Zusammenhang in einer solchen Relation.
Entdeckung der Wahrheit von Verschiedenem, nämlich Subjekt und Prädikat in synthetischen Sätzen der Erfahrung. Wahrheit/Leibniz/Holz: liegt also nicht eigentlich in der Identität des Subjekts A = A, sondern in der Rückführung der Prädikation auf die Identität eines bestimmten Prädikats mit einem bestimmten Subjekt, in dem es enthalten ist, wodurch sich das Subjekt von anderen Subjekten unterscheidet.
Wahrheit eines Satzes besagt, dass er auf eine identischen Satz (Axiom) zurückgeführt werden.
I 57
Wahrheit/Leibniz: erscheint nur vermittelt, im Medium ihres Gegenteils, des Scheins (>Schein/Hegel). Tatsachenwahrheit/Vernunftwahrheiten/Leibniz: ich gewinne die Gewissheit der Tatsachen, die vérités de fait nur vermittels ihrer Abbildung auf der Ebene der Vernunftgewissheit, der vérités de raison.
Diese kann mir das material Wahre aber nur als das Nicht
Falsche zeigen! ((s) >Doppelte Negation: ist schwächer.)
In der Umkehrung des Beweisverfahrens bei Tatsachenwahrheiten stehen sich die Varietät der Erfahrung und die Einheit der Vernunft gleichsam spiegelbildlich gegenüber.
Holz 63
Tatsachenwahrheit/Leibniz: muss es geben, wenn über die unendliche Mannigfaltigkeit überhaupt etwas ausgesagt werden soll, Erkenntnis also gewonnen werden soll.
Vernunftwahrheiten/Leibniz: notwendig, ihr Gegenteil ist unmöglich.
Tatsachenwahrheiten/Leibniz: kontingent, ihr Gegenteil ist möglich.
Holz: den Unterschied zwischen beiden darf man nicht missverstehen, sonst hätte Russell recht:
I 64/65
Russell: es ist unsinnig, von einem wahren Satz zu sagen, dass er im Sinne eines anderen, apodiktisch wahren Satzes nicht wahr ist. ((s) z.B. dass eine Vernunftwahrheit einer Tatsachenwahrheit widerspräche). Holz: die Differenz liegt in der Beweisführung.
Für den Beweis einer Tatsachenwahrheit müssen wir die davorliegende Kette der Verknüpfungen und wegen der unendlichen Teilbarkeit der Körper eine unendliche Anzahl von Sätzen prüfen. Das kann nur der unendliche Geist Gottes.
Vernunftwahrheit/Leibniz: ist der Gattungsbegriff für Vernunftwahrheiten und Tatsachenwahrheiten!
Das Wahrheitsattribut beider liegt darin, dass im Subjektbegriff alle seine möglichen Prädikate enthalten sind. "praedicatum inest subiecto".
Einschluss des Prädikats im Subjekt: A ist in Ax enthalten oder Ax = A + B +...X.
I 66
Dieser Einschluss des Prädikats ist der Grund der Wahrheit. Das ist der Struktur nach ein Vernunftgrund. Def Wahrheit/Leibniz/Holz: ist dann die Verfassung jenes Zustands, in dem einem Seienden oder einer Tatsache Identität zukommt, wenn sie zu sich selbst in ein Unterscheidungsverhältnis Subjekt/Prädikat/Definiendum/Definiens tritt.
Dieser Zustand ist es, in dem die Tatsache als Begriff der Tatsache erscheint.
Wahrheit ist ein Reflexionsverhältnis.
Holz I 68
"Übergreifendes Allgemeines"/Leibniz/Holz: die Vernunftwahrheit ist die Gattung, die zwei (und nur zwei) Arten umfasst, nämlich die Vernunftwahrheit selbst und ihre Gegenteil, die Tatsachenwahrheiten. Für den formalen Logiker bleibt dies ein systematischer Widerspruch: Leibniz trifft eine Unterscheidung zwischen notwendigen und kontingenten Wahrheiten. Nichtsdestoweniger begreift er sie beide als analytisch!
Holz: in der Tat ist das Verhältnis kein formallogisches, sondern ein dialektisches.
>Josef König: „Das Übergreifende Allgemeine" als logische Grundfigur der Leibnizsches Metaphysik. Nötig wegen der unausdrückbaren Vielfältigkeit der Welt, die so dennoch einer Ordnung der Vernunft unterworfen werden kann.
Holz I 73
Vollständiger Begriff/Leibniz: enthält alle möglichen Bedingungen und Bestimmungen für die Existenz eines bestimmten Seienden, ist mithin identisch mit dem Begriff von der Welt im Ganzen. Nur wahrnehmbar für einen unendlichen Verstand.
Übergreifendes Allgemeines: für den unendlichen Verstand ist nun wiederum die Unterscheidung von Vernunftwahrheiten und Tatsachenwahrheiten hinfällig: für ihn ist alles eine Vernunftwahrheit bzw. genauso gut kann man sagen, alles ist für ihn eine Tatsachenwahrheit!
Für den endlichen Verstand ist die Vernunftwahrheit aber das Gegenteil der Tatsachenwahrheit.
Übergreifendes Allgemeines: das Eine beinhaltet sein Gegenteil. (>Übergreifendes Allgemeines).
Wahrheit/Erkenntnis/Metaphysik/Leibniz/Holz: das hat nun wiederum die verblüffende Konsequenz, dass Leibniz sinnvoll nur dann von zwei Arten von Wahrheit (Vernunftwahrheiten/ Tatsachenwahrheiten) sprechen kann, wenn er die Idee des unendlichen Verstandes (für den die beiden zusammenfallen) nur als eine metaphysische Hilfskonstruktion auffasst! (>Vernunftwahrheit; >Tatsachenwahrheit.)


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Spontaneität McDowell, J. I 86
Spontaneität/McDowell: These die Fähigkeiten, die zu ihr gehören, sind schon in der Rezeptivität wirksam. Diese Fähigkeiten beziehen sich also nicht auf etwas, das von ihnen unabhängig ist, und das sie von der Rezeptivität geliefert bekommen. Spontaneität: entspricht Vernunftwahrheiten
Rezeptivität; entspricht Tatsachenwahrheiten.