Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

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Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
Universalismus der AlltagsspracheUniversalismus der Alltagssprache Schiffer Vs Block, Ned I 40
Psychofunktionalismus/Block: (Namensgebung durch Block 1980a): soll eine wissenschaftliche kognitiv psychologische Theorie sein (BlockVsVolkspsychologie). SchifferVsPsychofunktionalismus/SchifferVsBlock:
1.
Wenn es eine solche wissenschaftliche Theorie geben sollte, die jede Glaubenseigenschaft einer funktionalen Eigenschaft identifiziert, dann ist diese Theorie weder bekannt noch formuliert noch ersonnen. Also muss Block behaupten, dass es eine unerdachte Theorie Ts geben muss, so dass Bel = BelTs. Diese Theorie könnte Glauben nicht definieren, aber doch seine Referenz aufdecken. Die Idee wäre: Def Glauben dass p/Ts: ein Token des Z-Typs sein, der die Ts-korrelierte funktionale Rolle von BelTs.(p) hat. D.h. die Rolle, die von (der Proposition) p in Ts indiziert wird.
Schiffer: dies wäre eine notwendige Wahrheit, aber eine, die nur a postieriori wissbar wäre, nachdem die Theorie Ts ausgegraben wäre.
SchifferVsBlock: warum um alles in der Welt muss die Referenz oder Extension eines Glaubens Bsp dass Wanzen sterblich sind, von einer Theorie aufgedeckt werden, die niemand kennt?
VsSchiffer: man könnte einwenden, auf dieselbe Weise, Bsp wie man irgendwann erst entdeckt hat, dass Hunde den und den Genotyp (Gesamtheit der Gene) haben. ((s) Also empirisch)
SchifferVsVs: 1. das können Wissenschaftler gar nicht entdecken!
Wissenschaft/Philosophie/Schiffer: These: Wissenschaftler können gar nicht entdecken, dass ein Hund sein = von einem bestimmten Genotyp (Gesamtheit der Gene) sein.
Wissenschaft: könnte nur vielleicht alle phänotypischen (erscheinungsmäßigen) und verhaltensmäßigen Merkmale der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft feststellen, mit denen wir Hunde identifizieren, aber um eine Eigenschafts-Identität mit dem Genotyp daraus abzuleiten, brauchen wir eine philosophische Theorie, die
a) eine Vervollständigung enthält von
ein Hund sein = von dem und dem Genotyp sein, wenn...
und
b) in Verbindung mit der wissenschaftlichen Entdeckung beinhaltet, dass
I 41
ein Hund sein = von dem und dem Genotyp sein. ((s) ohne Zusatzbedingung). SchifferVsBlock/SchifferVsPsychofunktionalismus: wenn es eine philosophische Theorie dieser Stärke geben sollte, ist sie mir nicht bekannt. Sie könnte die Form einer Bedeutungstheorie für „Hund“ annehmen.
Problem: die Theorien die von Kripke/Putnam für natürliche-.Art-Begriffe entwickelt wurden, sind für Glaubensprädikate ungeeignet.
SchifferVsPsychofunktionalismus: hat nicht mehr Plausibilität als die Plausibilität dafür, dass es eine korrekte semantische Theorie von Glaubensprädikaten gibt, die zusammen mit einer wissenschaftlichen psychologischen Theorie Ts Bel = BelTs enthält.
Problem: es gibt nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass eine solche semantische Theorie für Glaubensprädikate existiert.
2.
VsBlock: damit eine psychologische Theorie die Extension für „glaubt“ bestimmen kann, muss sie das Wort gebrauchen können!
Problem: es ist unwahrscheinlich, dass die letztlich korrekte kognitive Theorie mit volkspsychologischen Begriffen arbeiten wird! ((s) Sie muss aber in Alltagssprache übersetzbar sein (>Universalismus der Alltagssprache). Die funktionale Architektur kann einfach zu reich und fein sein. (Churchland 1981, Stich 1983, Dennett 1986).
SchifferVsUniversalismus der Alltagssprache: die alltagssprachlichen Begriffe mögen zu stumpf sein.
Manche Autoren/Schiffer: könnten geneigt sein zu sagen: "dann gibt es eben gar nichts, was Glauben entspricht."
SchifferVs: das verfehlt das entscheidende bei unseren alltagssprachlichen psychologischen Begriffen. (s.u. 6.4).
I 42
3. SchifferVsPsychofunktionalismus: selbst wenn eine wissenschaftliche funktionale Theorie über Glaubenszustände quantifizieren muss, müssen wir das wahrscheinlich nicht als Relation zu Propositionen konstruieren.
Psychologie/Schiffer: eine wissenschaftliche psychologische Theorie (kognitiv) wird über Funktionen von externen Indices für funktionale Rollen auf innere physikalische Zustände quantifizieren,
externe Indices: müssen keine Propositionen sein, sondern können auch Sätze oder Formeln sein. Sogar uninterpretierte Formeln! (s.u.)
1. These: wenn Propositionen gute Indices für eine funktionale Theorie sind, dann könnte Sätze oder interpretierte Formeln einer formalen Sprache das genauso gut. (Field, 1978, Loar 1981)
2.
Inhalt/kognitive Psychologie/Zuschreibung/Glauben/Schiffer: wahrscheinlich braucht die psychologische Theorie nichts weiter als uninterpretierte Formeln, noch nicht einmal Sätze (Propositionen sowieso nicht). ((s) Glaubenszuschreibung oder Glauben könnte wissenschaftlich ohne Zuhilfenahme von Inhalt erklärt werden).
Psychologie/Glauben/Field: (1978, 102): wenn Psychologie die Gesetze beschreibt, die von Input zu Glauben und von Glauben zu Handlungen führen, dann sind semantische Charakterisierungen von Glauben überflüssig. (Siehe auch Field 1986b, Fodor 1980, Loar 1981, Schiffer 1981a, Stich 1983).
I 44
4. SchifferVsBlock/SchifferVsPsychofunktionalismus: es ist absurd anzunehmen, dass es eine einzige Theorie über Glauben und Wünsche gibt, die schwach genug ist, damit auf alle möglichen Glaubenden anwendbar ist, und gleichzeitig stark genug, um eine funktionale Eigenschaft für jeden einzelnen Glauben festzulegen.
Die Theorie müsste die Glaubenseinstellungen von so unterschiedlichen Leuten wie normalen Erwachsenen, Kindern, Eingeborenen und Behinderten einheitlich erklären.
Problem: dafür würde eine notwendige Bedingung dafür, etwas zu glauben benötigt.
((s) stärker/schwächer/(s): starke Theorie: legt Details fest. Schwache: ist auf vieles anwendbar.)
5.
SchifferVsBlock/SchifferVsPsychofunktionalismus: Bsp Zwillingserde, Bsp Arthritis: um diese Fälle richtig zu erklären, brauchen wir eine hinreichende Bedingung dafür, etwas zu glauben.
Zwillingserde/ZE/Arthritis/Schiffer: damit die Ts-korrelierten funktionalen Rollen von Ralph aber nicht von Zwalph innegehabt werden und von Alfred in w, aber nicht in w’, wo sein Gebrauch von "Arthritis" korrekt ist, brauchen wir hinreichende Bedingungen für Glauben.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Universalismus der AlltagsspracheUniversalismus der Alltagssprache Schiffer Vs Universalismus I 41
Problem: es ist unwahrscheinlich, dass die letztlich korrekte kognitive Theorie mit volkspsychologischen Begriffen arbeiten wird! ((s) Sie muss aber in Alltagssprache übersetzbar sein. > Universalismus der Alltagssprache). Die funktionale Architektur kann einfach zu reich und fein sein. (Churchland 1981, Stich 1983, Dennett 1986). SchifferVsUniversalismus der Alltagssprache: die alltagssprachlichen Begriffe mögen zu stumpf sein.
Manche Autoren/Schiffer: könnten geneigt sein zu sagen: "Dann gibt es eben gar nichts, was Glauben entspricht."
SchifferVs: das verfehlt das Entscheidende bei unseren alltagssprachlichen psychologischen Begriffen. (s.u. 6.4).

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987