Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Kunst Adorno
 
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Grenz I 49
Kunst/Adorno: „Kunst ist unendlich diffizil auch darin, dass sie zwar ihren Begriff transzendieren muss […] dass sie jedoch dort, wo sie dabei Realien ähnlich wird, der Verdinglichung sich anpasst, gegen die sie protestiert… (Ästhetische Theorie, p. 159). Kunst/Sinn/Adorno: Die Absage der Kunst an die Sinnkategorie treibe sie dem Positivismus (noch ein Synonym für verdinglichtes Bewusstsein) in die Arme. (Ästhetische Theorie, p. 231).
Grenz I 104
Kunst/HabermasVsAdorno: Adornos Theorie der Autonomie der Kunst, die dieser in der hermetischen Kunst‘ repräsentiert sehe, sei eine ‚defensive‘ Theorie. (J. Habermas, Bewusstmachende oder rettende Kritik Die Aktualität Walter Benjamins. (1972). In: Jürgen Habermas: Politik, Kunst und Religion. Essays über zeitgenössische Philosophen. Reclam, Stuttgart 1978 (aktuelle Neuauflage 2006) ISBN 3-15-009902-1, S. 48–95)
Grenz I 108
Abstrakt/Kunst/Adorno/Grenz: die Abstraktheit des Bezugs der Kunstwerke zu den vor ihnen vorhandenen und der psychologische Nominalismus, auf dem Adorno beharrt, sind Konsequenzen des Theorems der Geschichtslosigkeit des ideologischen Überbaus.
I Grenz 186
Kunst/Adorno/Grenz: Adorno trennt zwischen dem sozialen Gehalt der Kunstwerke und ihrem als monolithisch aufgefasstem Sosein. AdornoVsWirkungsästhetik: Adorno hält an dem Objektivationscharakter der Kunstwerke fest.
I 187
Entweder ein Kunstwerk ist kommunikativ, dann ist es aber auch gleich ‚krude Propaganda‘, oder es ist wahr als Kritik des Kommunikationssystems. Dann aber ist es gesellschaftlich unwirksam.
I 188
Kunst/Adorno: ist Praxis als „Bildung von Bewusstsein“ (Ästhetische Theorie, p. 361).

A I
Th. W. Adorno/M.Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I–IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Materialismus Adorno
 
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Grenz I 116
Materialismus/Adorno/Grenz: These: der Materialismus sei säkularisierte Theologie. BlochVsAdorno/Grenz: das hat Bloch aufs schärfste angegriffen. (Bloch, Das Prinzip Hoffnung III p. 1602ff).
Grenz I 127
Dialektischer Materialismus/Alfred Schmidt /Grenz: „Wie aller Materialismus erkennt auch der dialektisch an, dass die Gesetze und Bewegungsformen der äußeren Natur unabhängig und außerhalb eines jeglichen Bewusstseins existieren. Dieses An-sich wird aber und damit modifiziert der dialektische den allgemeinen Materialismus] nur relevant, insofern es zum Für-uns wird, das heißt insofern, die Natur einbezogen ist in menschlich-gesellschaftliche Zwecke.“ (A. Schmidt Der Begriff der Natur, p. 151). - - -
Adorno XIII 171
Materialismus/Adorno: hat einen gewissen Zug des Polemischen, der sich von dem affirmativen, bejahenden Zug aller idealistischen Philosophien grundsätzlich unterscheidet.
XIII 174
Er ist die Haltung, die jeder Bekundung des Geistes dessen Naturwüchsigkeit entgegenhält und schließlich darauf hinausläuft, die Lebensnot überhaupt als das, was entscheidet, darzustellen.
XIII 175
Er rekurriert nicht erst auf das Subjekt, durch das die Erkenntnis und durch die Erkenntnis hindurch die Wirklichkeit sich konstituieren, sondern er bezieht sich aus dem Protest gegen das illusionäre Moment am Geist heraus unmittelbar auf die Wirklichkeit selber.
XIII 219
Materialismus/Adorno: hat ebenso in seiner monistischen, wie in seiner marxistisch-dialektischen Gestalt den Begriff der Entwicklung ins Zentrum gestellt, und zwar aus offensichtlich anti-theologischen Gründen. Wenn weder eine creatio ex nihilo noch ein ewig sich selbst gleiches und unveränderliches Sein angenommen wird, dann erhält der Entwicklungsbegriff einen starken Akzent. Das findet sich, überraschenderweise, auch bei >Epikur.

A I
Th. W. Adorno/M.Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I–IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Philosophie Habermas
 
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Rorty III 142
HabermasVsAdorno/HabermasVsFoucault: deren Polemik gegen die Aufklärung kehrt den sozialen Hoffnungen liberaler Gesellschaften den Rücken.
III 143
Habermas teilt mit den Marxisten die Annahme, dass die wahre Bedeutung einer philosophischen Meinung in ihren politischen Implikationen besteht.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsAdorno Rorty Vs Adorno, Th.W.
 
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Richard Rorty
V 80
RortyVsAdorno: trägt kaum etwas Neues zu der vertrauten vorfreudschen Meinung bei, dass, wenn die Leute mehr Bildung, mehr Muße und mehr Geld hätten, wir uns weniger mit Menschenschindern abplagen müssten. - - -
V 110
Demokratie/Rationalität/Adorno/Rorty: Prognose: die Selbstzerstörung der Rationalität wird zum Scheitern der liberalen Demokratien führen.
V 111
RortyVsAdorno: dieser Zusammenbruch wäre kein überzeugender Beleg für die Behauptung, menschliche Gemeinschaften könnten nur überleben, wenn in ihnen Einigkeit über letzte Dinge herrscht.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsAdorno Rorty Vs Foucault
 
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Richard Rorty
Rorty III 142
HabermasVsAdorno/HabermasVsFoucault: deren Polemik gegen die Aufklärung kehrt den sozialen Hoffnungen liberaler Gesellschaften den Rücken.
III 143
Habermas teilt mit den Marxisten die Annahme, dass die wahre Bedeutung einer philosophischen Meinung in ihren politischen Implikationen besteht.
V 8
Fundament/Letztbegründung/RortyVsHabermas: ich misstraue dem verbleibenden Fundamentalismus, Streben nach "Allgemeingültigkeit" .Habermas feiert die Demokratie, aber er begründet sie nicht. Wenn HabermasVsFoucault den Vorwurf des Relativismus erhebt und ihn auffordert, seine "normativen Maßstäbe" offenzulegen, Rorty: hier stehe ich auf Seiten Foucaults, der mit den Achseln zuckt und schweigt.
RortyVsFoucault: misstraue ihm , wenn er seinen Wunsch nach privater nietzschescher Autonomie in die öffentliche Sphäre hinausprojiziert. In dieser Stimmung lehnt er die demokratischen Institutionen ab.
V 20
Kulturen/Rorty: haben keine axiomatischen Strukturen. Dass sie institutionalisierte Normen haben, besagt eigentlich das gleiche wie Foucaults These, dass Erkenntnis und Macht nie voneinander getrennt werden können. Wenn man zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort nicht an bestimmte Dinge glaubt, muss man es wahrscheinlich büßen.
V 21
RortyVsFoucault: aber diese Normen sind keine »Regeln der Sprache« oder »Rationalitätskriterien« Sie haben die Gestalt von Beamten und Polizisten. Wer anderer Meinung ist, begeht den
Def cartesischen Fehlschluss/Rorty: er sieht Axiome wo nichts weiter als gemeinschaftliche Gewohnheiten herrschen.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsAdorno Goodman Vs Verschiedene
 
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I 81
GoodmanVsintrinsisch/extrinsisch: das funktioniert offensichtlich nicht: denn nach jeder Klassifikation von Eigenschaften in extrins/intrins hat jedes Bild oder auch jeder Gegenstand sowohl innere als auch äußere Eigenschaften.
II Vowort Putnam IX
GoodmanVs Formalismus um des Formalismus willen. GoodmanVs Vorstellung eines von unserem Theoretisieren unabhängigen ontologischen Untergeschosses
II 10
Es ist nicht so, daß Wissenschaft ohne irreale Bedingungssätze auskommen könnte. Die Tendenz, die Probleme der irr. Bed-Sätze als Scheinproblem oder als unlösbar abzutun, ist angesichts der großen Schwierigkeiten verständlich (GoodmanVs.) Wenn man alle Probleme der Disposition, der Möglichkeit, des wiss. Gesetzes, der Bestätigung usw. fallen läßt, dann gibt man faktisch die Wissenschaftstheorie auf.
II 67
Das Argument, man solle besser auf die Definition eines Ausdruck verzichten, falls er nicht üblicherweise von Wissenschaftlern oder Laien definiert werde, ähnelt dem Argument, die Philosophie brauche nicht systematisch zu sein, weil die von ihr beschriebenen Wirklichkeit nicht systematisch sei (VsAdorno) Ebensogut könnte man sagen, Philosophie solle nicht auf Deutsch sein, da die Wirklichkeit nicht auf Deutsch geschrieben sei.
II 70
(s) SalmonVsGoodman: Gegenstände müssen nicht zu allen Zeiten auftreten, aber Orte müssen zu allen Zeiten da sein! GoodmanVs:(s) Beschreibungsabhängigkeit bezieht sich bei ihm nicht nur auf Gegenstände, sondern auf die ganze Wirklichkeit.(VsKant)
Kant: Raum und Zeit eben nicht die Wirklichkeit, sondern die Bedingung der Möglichkeit zur Erfahrung der Wirklichkeit.
III 67
Darstellung/Einfühlung/GoodmanVsEinfühlungstheorie: Gesten brauchen keine Eigenschaften mit der Musik gemein zu haben
III 81
Metapher: Die allgemeine Frage: Was sagt eine Metapher und was macht sie wahr? GoodmanVsMetapher als verkürzter Vergleich: manchmal sagt man, eine Metapher sei elliptisch konstruiert und die metaphorische Warheit wurde einfach als die buchstäbliche Wahrheit der erweiterten Aussage verstanden. SD: Aber der Vergleich kann nicht bloß darauf hinauslaufen, daß das Bild der Person in der einen oder anderen Hinsicht ähnlich ist. In dieser Weise ist alles allem ähnlich.
III 224
GoodmanVs "spezielle ästhetische Emotion" - GoodmanVs Theorie, es komme nicht auf das Wohlgefallen an, das man hat, sondern auf ein gewisses "objektiviertes Wohlgefallen": Goodman: Dann wäre das Wohlgefallen etwas, was das Objekt besitzen muß, und zwar eher, ohne es hervorzufrufen, letztlich also wohl müßte es selbst diese Wohgefallen empfinden.
III 228
GoodmanVsDichotomie zwischen dem Kognitiven und dem Emotionalen. Sie verperrt die Einsicht, daß Emotionen in der ästhetischen Erfahrung kognitiv funktionieren.

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989
VsAdorno Luhmann Vs Verschiedene
 
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Habermas I 436
VsParsons: bildet das klassische Modell einfach durch Systeme nach. (Soziales System = Handlungssystem). - Luhmann stattdessen: Mensch als Teil der Umwelt der Gesellschaft. Das ändert die Prämissen aller Fragestellungen. - Methodischer Antihumanismus.
Habermas I 440
LuhmannVsHumanismus: "Kardinalfehler" Verquickung von Sozial und Sachdimension.
Lu II 28
LuhmannVsDualismus: von Beobachter und Gegenstand. Universalität/Vs: die Gesamtsicht, die Universalität musste aufgegeben werden und wurde durch »Kritik« ersetzt, mit der der Standpunkt des Subjekts sich zur Universalität wieder aufrundet«. - Fundament/Luhmann: es gibt keinen letzten Halt. (Wie Quine, Sellars, Rorty). II 42 - VsMarx: lehnt die Rede von »gesellschaftlichen Widersprüchen« ab: es geht einfach um einen Interessengegensatz. Auch Konkurrenz ist kein Widerspruch: zwei Personen können durchaus dasselbe Gut anstreben.
Widersprüche/Luhmann: entstehen nur aus der Selbstbezüglichkeit von Sinn. Nicht wie bei Marx. - Widersprüche/Rechtssystem: dient nicht zur Vermeidung, sondern zur Regelung von Konflikten. II 78 - Wertfreiheit: (Max Weber): der Verzicht auf Wertungen ist sozusagen der blinde Fleck einer Beobachtung zweiter Ordnung. II 89 - Vs Rechte Politik: hier gibt es überhaupt keine Theorie, die in der Lage wäre, andere Theorien zu lesen. Es gibt nur Apercus oder gewisse literarische Leitideen. II 90/91 - VsGehlen: wir haben uns nicht den Institutionen unterzuordnen. II 102 - VsHandlungstheorie: ganz unscharfer, nur durch Zeigen auf Menschen bestimmbarer Begriff von Individuen. So werden Sprachgewohnheiten als Sachkenntnisse ausgegeben: denn die Sprache verlangt von uns, Subjekte einzusetzen. >Sprache.
II 103
Vernunft/VsAdorno: man sollte nicht resignieren (Dialektik der Aufklärung) sondern fragen, ob es nicht ohne Vernunft besser geht! II 112 - Reizüberflutung/LuhmannVsTradition: kann gar nicht stattfinden. Denn schon der neurophysiologische Apparat schirmt das Bewusstsein drastisch ab. Das operative Medium Sinn tut ein übriges. II 125 - Mensch/Gehlen: versuchte, den Menschen aus seinem Unterschied zum Tier zu bestimmen. (LuhmannVs). II 138 - VsParsons: Begrifflichkeit beschränkt durch Strukturfunktionalismus: man konnte nicht nach der Funktion von Strukturen fragen, oder Begriffe wie Bestand oder Bestandsvoraussetzung, Variable oder den ganzen methodologischen Bereich zu untersuchen. Beschränktheit dadurch, daß ein bestimmter Gegenstand als vorgegeben angenommen wurde. - keine Kriterien für den Bestand des Gegenstands - statt dessen muss die Theorie alle Devianz (Abweichung) und Disfunktion mitenthalten können. (bei Parsons nicht möglich). - Frage: in welchem Zeitraum und welchen Bandbreiten ist ein System identifizierbar? (Bsp Revolution: ist die Gesellschaft hinterher noch die selbe Gesellschaft?) Bestandskriterien Biologie: Definition durch Tod. Das Lebende reproduziert sich aus eigenen Mitteln. Selbstreferenz (wichtig in der modernen Systemtheorie) ist im Rahmen des Parsonschen Modells nicht möglich. Daher brauchen wir interdisziplinäre Lösungen. (Kass 3.) - VsHandlungstheorie: der Begriff der Handlung eignet sich nicht, weil ein Akteur vorausgesetzt wird! Es gibt sie aber auch ohne Zuschauer! Im Prinzip kann eine Handlung als solitäre, sozial resonanzlose Sache vorgestellt werden! - Paradoxie/Luhmann: das Verfahren der Auflösung der Paradoxie ist logisch anrüchig, wird aber von den Logikern selbst ständig angewendet: sie benutzen einen Ebenenwechsel. Einzig folgende Frage darf nicht gestellt werden: was denn die Einheit der Differenz der Ebenen sei. (Kass.4) - VsGleichgewichtstheorien: Heute fragwürdig; 1. von der Naturwissenschaft her: es sind gerade Ungleichgewichte stabil, GG eher Metapher (Kass.6) - Tradition: "Übertragung von Patterns von Generation zu Generation" Gespeicherte Wertmuster, die immer wieder angeboten werden und vom Nachwuchs übernommen. Diese Muster sind dann dennoch dieselben. VsTradition: Frage: woher kommt überhaupt die Identität. Wie könnte man von Selbigkeit reden, ohne externen Beobachter? Das wird auch nicht viel anders durch die Annahmen eines reziproken Verhältnisses mit Lernen. Luhmann: statt dessen: (Autopoiesis): Sozialisation ist immer Selbstsozialisation. - - -
AU Kass 6
Information/Luhmann: der Begriff muss nun darauf abgestimmt werden! Man sprach in den 70ern von "genetischer Information", behandelte Strukturen als informativ, der genetische Code enthalte Information.
Luhmann: das ist falsch, weil Gene nur Strukturen enthalten und keine Ereignisse!
Die semantische Seite des Begriffs blieb lange ungeklärt, d.h. die Frage, aus was eine Information auswählen kann.
II 76
LuhmannVsMarx/Reese-Schäfer: lehnt die Rede von »gesellschaftlichen Widersprüchen« ab: es geht einfach um einen Interessengegensatz. Auch Konkurrenz ist kein Widerspruch: zwei Personen können durchaus dasselbe Gut anstreben. - - -
AU Kass 11
Emergenz/Reduktionismus/ST/Luhmann: das stellt die eigentliche Frage noch gar nicht: wodurch zeichnet sich eigentlich ein emergentes System aus? Was ist das Charakteristikum für die Unterscheidung von dem basalen Zustand? Was ist das Kriterium, das Emergenz ermöglicht? Will Martens: (Heft 4, Kölner Zeitschrift f. Sozialforschung): Autopiesis sozialer Systeme.
Behandelt die Frage im AnSchluss an das Konzept der Autopoiesis und der Kommunikation.
Kommunikation/Luhmann: Dreigliederung:
Information,
Mitteilung, Verstehen (nicht Handlungsfolgen). (Kommt aus der Linguistik, aber auch schon Antike!).
Martens: diese Dreiteilung ist die psychologische Fundierung der Kommunikation. Die Kommunikation muss zunächst im individuellen Kopf ausgehandelt werden, ich muss sehen, was ich als unbekannt unterstelle und was ich auswählen möchte, außerdem muss mein Körper in Schuß sein.
Martens These: die Sozialität kommt nur in der Synthese dieser drei Komponenten zustande.
Soziales entsteht, wenn Information, Mitteilung und Verstehen als Einheit erzeugt werden mit Rückwirkung auf die teilnehmenden psychischen Systeme, die sich entsprechend verhalten müssen.
Die Einheit ist nur die Synthese selbst, während die Elemente nach wie vor psychologisch bzw biologisch usw. beschrieben werden müssen. Ohne dieses Fundament geht es nicht.
LuhmannVsMartens: ich hoffe, Sie fallen darauf rein! Das klingt zunächst sehr einleuchtend. Aber jetzt kommt die Frage:
Was wird denn in dem Text von Martens kommuniziert? Sicher nicht der Blutkreislauf! In dem Text ist auch kein Blut! Das würde die Redaktion schon abwehren, auch kein Bewusstseinszustand ist im Text! Ich kann mir also gar nicht vorstellen, was der Verfasser sich gedacht hat! Ich kann mir wohl vorstellen, dass er durchblutet war und vor dem Computer gesessen hat. Und dass er gerne an der Diskussion teilnehmen wollte.
Luhmann: das sind alles Konstruktionen, die in der Kommunikation nahegelegt werden, die aber eigentlich in der Kommunikation nicht vorhanden sind. (>Interpenetration).
Kommunikation/LuhmannVsMartens: Frage: was wird eigentlich in dem Text behauptet, und widerlegt er es nicht eigentlich selbst?
Paradoxie: der Text der von Blut und Gedanken erzählt, behauptet, er bringe Blut und Gedanken, aber er bringt nur Buchstaben und das, was man als geübter Leser aus dem Text machen kann. Das ist Kommunikation. Mehr sehe ich eigentlich nicht!
Kommunikation/Luhmann: wenn man realistisch und operativ denkt, ist nicht mehr in dem Text zu sehen. Die Worte müssen wir schon selbst aus den Buchstaben zusammensetzen.
Wenn psychische System auf Kommunikation eingehen, ändern sie ihre internen Zustände entsprechend.
Kommunikation/Luhmann: wenn man diese Botschaft (von Martens) bekommen hat, kann man sagen: alles ist eigentlich richtig, man könnte eine Kommunikation völlig auf der Basis körperlicher oder psychologischer Tatsachen beschreiben. Es würde nichts fehlen, mit Ausnahme der Autopoiesis selbst.
Frage: wir müssen erklären, wie Kommunikation sich selbst erhält, ohne psychische und körperliche Operationen einzubauen!
Luhmann: diese Reproduktion von Kommunikation durch Kommunikation geht nur durch völligen AusSchluss von körperlichen, psychischen usw. Operationen.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988