Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Literatur
Wirtschaftspolitik Wirtschaftstheorien Mause I 227f
Wirtschaftspolitik/Wirtschaftstheorien: Wirtschaftspolitische Entscheidungsträger können ihre Endziele (goals; final targets) aufgrund vorhandener Wirkungsverzögerungen (time lags) und unvollständiger Kenntnisse über die genauen Übertragungskanäle wirtschaftspolitischer Maßnahmen (Transmissionsprozesse) häufig nicht direkt ansteuern. Deshalb werden wirtschaftspolitische Strategien formuliert, die den gesamten Übertragungsprozess wirtschaftspolitischer Impulse, vom Instrumenteneinsatz über operative Ziele (operational targets) und Zwischenziele (intermediate targets) bis hin zu den Endzielen erfassen. Durch die zeitliche Zerlegung der Transmissionskanäle erhält die Wirtschaftspolitik schnellere und zuverlässigere Informationen über potenzielle Fehlentwicklungen.
Bsp Notenbanken und Europäische Zentralbank unterscheiden sich in Bezug auf die Reihenfolge der Teilziele und die internen Abhängigkeiten von Zwischenschritten (Analyse monetärer Trends/Analyse wirtschaftlicher Entwicklungen).

Mause I 236f
Wirtschaftspolitik/Wirtschaftstheorien: Wirtschaftstheorien sind nicht politisch neutral sondern meist entweder dem Arbeitgeberlager (angebotsorientierte Theorien) oder dem Arbeitnehmerlager (nachfrageorientierte Theorien) zuzuordnen. AngebotspolitikVsNachfragepolitik: angebotsseitig orientierte Wirtschaftspolitiker werfen den Vertretern einer Nachfragepolitik vor, dass sie kurzfristige Beschäftigungserfolge durch konjunkturpolitische „Strohfeuer“ zu Lasten der langfristigen Wachstumsentwicklung verfolgen und dazu tendieren, langfristige Angebotsreformen zu vernachlässigen.
NachfragepolitikVsAngebotspolitik: Nachfrageseitig orientierte Wirtschaftspolitiker werfen der Angebotspolitik vor, mit ihren Forderungen nach möglichst wenig regulierten Arbeitsmärkten und geringen Steuersätzen einseitig die Interessen von Besserverdienenden zu Lasten der Masse der Arbeitnehmer zu verfolgen.
Keynesianismus: liefert meist die Argumente für die nachfrageseitige Orientierung
Neoklassik: liefert Argumente für die angebotsseitige Richtung.
Nachfragepolitik: zielt vordergründig auf die volle Auslastung des Produktionspotenzials ab.
Angebotspolitik: ist wachstumsorientiert, d.h. das oberste Ziel ist die Verbesserung des Produktionspotenzials und weniger die Beseitigung von Schwankungen des Outputs um das Produktionspotenzial (Output Gap).
Neue Neoklassische Synthese: spricht beiden Lagern Relevanz zu. (1)
(VsNeue Neoklassische Synthese: siehe (2))
Aus der Neuen Neoklassischen Synthese“ wird die Empfehlung regelgebundener Wirtschaftspolitik abgeleitet. Siehe Wirtschaftspolitik/Neoklassische Synthese.
Für einen Überblick über die Auseinandersetzungen der verschiedenen Schulen: siehe Wren-Lewis. (3)


1. Marvin Goodfriend, & Robert G. King.,The new neoclassical synthesis and the role of monetary policy. In NBER Macroeconomics annual, Hrsg. Ben S. Bernanke und Julio J. Rotemberg, S. 231– 282. Cambridge 1997.
2. Philip Arestis, Philip, Hrsg., Is there a new consensus in macroeconomics? London 2007.
2. Simon Wren-Lewis The return of schools of thought in macroeconomics, Vox EU. 2012. http:// voxeu. org/ article/ return-schools-thought-macroeconomics.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018