| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Anthropisches Prinzip | Dennett | I 225 Anthropisches Prinzip/Freeman Dyson (Urheber)(1): "Ich sage nicht, der Aufbau des Universums beweise Gottes Existenz, er ist aber mit der Hypothese vereinbar, dass der Geist für sein Funktionieren eine entscheidende Rolle spielt. I 227 Anthropisches Prinzip/Dennett: In seiner "schwachen Form" harmlos, gelegentlich nützliche Anwendung der elementaren Logik: wenn x eine notwendige Bedingung für die Existenz von y ist, und wenn y existiert, dann existiert auch x. DennettVsAnthropisches Prinzip: "Starke Form": falscher Gebrauch von "muss": "Wenn physikalische Strukturen von größeren Molekülen abhängen, dann muss es sie geben, weil wir existieren. Statt dessen richtig: Es muss der Fall sein dass: Wenn Bewusstsein .....abhängt, dann gibt es in der Welt solche Elemente, weil wir ein Bewusstsein besitzen. Die Schlussfolgerung, zu der man berechtigt ist, besagt nur, dass es solche Elemente gibt, nicht, dass es sie geben muss. 1. Dyson, Freeman, 1979. Disturbing the Universe. New York: Harper & Row. |
Dennett I D. Dennett Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997 Dennett II D. Dennett Spielarten des Geistes Gütersloh 1999 Dennett III Daniel Dennett "COG: Steps towards consciousness in robots" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Dennett IV Daniel Dennett "Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
| Anthropisches Prinzip | Gould | IV 314 Anthropisches Prinzip/Gould: (Der Physiker Freeman Dyson übernahm diesen Begriff von einem Gegner): Dyson: "Ich fühle mich in diesem Universum nicht wie ein Fremder; ich finde mehr und mehr Hinweise darauf, dass das Universum irgendwie gewusst haben muss, dass wir kommen".(1) Einzige Beweise: sind einige Naturgesetze, die das Leben verhindert hätten, wenn die Anfangsbedingungen ein wenig anders gewesen wären. Bsp Dyson: "Nehmen wir an, die Abstände der Galaxien wären 10 mal geringer (als durchschnittlich 32 Billionen km).Dann wäre es sehr wahrscheinlich, dass in den 3,5 Milliarden Jahren mindestens ein Himmelkörper so nahe gekommen wäre, dass er die Erde aus der Umlaufbahn um die Sonne gelenkt hätte und alles Leben zerstört hätte."(2) Dyson: "Die besondere Harmonie zwischen der Struktur des Universums und den Bedürfnissen des Lebens und der Intelligenz ist eine Manifestation der Bedeutung des Geistes im Schema der Dinge".(3) IV 315 GouldVsAnthropisches Prinzip: Das Anthropische Prinzip ist ein schon mottenzerfressenes Argument. Ein zentraler Irrtum ergibt sich aus dem Wesen der Geschichte: Jedes komplexe historische Ereignis stellt eine Summierung von Unwahrscheinlichkeiten dar und wird selbst damit absolut unwahrscheinlich. Doch irgendetwas muss immer geschehen, selbst wenn ein bestimmtes "Etwas" uns durch seine Unwahrscheinlichkeit verblüfft. Wir könnten uns jedes Ereignis ansehen und sagen "Ist das nicht erstaunlich?" Bsp Nehmen wir an, das Universum bestünde aus wenig mehr als Diprotonen. Wäre das schlimm? Müssten wir folgern, dass irgendein Gott so aussah wie gekoppelte Wasserstoffkerne, bzw. sie liebte, oder dass überhaupt kein Gott oder Geist existierte? Wenn es aber einen Gott gibt, warum muss er einen Kosmos bevorzugen, das ausgerechnet ein Leben wie bei uns entstehen lässt? Warum sollten nicht Diprotonen Zeugen einer präexistenten Intelligenz sein, selbst wenn man keinen Chronisten fände? Muss alle Intelligenz einen unkontrollierbaren Drang besitzen, sich in einem Universum ihrer Wahl zu verkörpern? 1. F. Dyson,. (1979). Disturbing the universe. New York: Harper and Row. 2. F. Dyson, ibid. 3. F. Dyson, ibid. |
Gould I Stephen Jay Gould Der Daumen des Panda Frankfurt 2009 Gould II Stephen Jay Gould Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991 Gould III Stephen Jay Gould Illusion Fortschritt Frankfurt 2004 Gould IV Stephen Jay Gould Das Lächeln des Flamingos Basel 1989 |
| Fortschritt | Gould | IV 112 Denken/Fortschritt/Gould: Der Fortschritt der Wissenschaft erfordert jeweils neue Denkstrukturen. Beispiele: Siehe Naturgesetze/Lyell, Gradualismus. IV 186 Fortschritt/Evolution/Gould: Es gibt in der Evolution keinen Fortschritt zu besseren Einzelteilen: Bsp Die Augen der Trilobiten sind weder in ihrer Komplexität noch in ihrer Schärfe je von den späteren Anthropoden erreicht, geschweige denn übertroffen worden. III 16 Fortschritt/Leben/Trends: Neue Trends lassen sich unter Umständen durch eine Änderung der Variationsbreite ganzer Systeme erklären (anstelle einzelner Gebilde innerhalb der Systeme). Dies ist einfach eine Umkehrung von Begriffen, keine mathematische Prozedur. Gould These: Evolution: Die Geschichte des Lebens ist insgesamt nicht von Fortschritt gekennzeichnet! Ja nicht einmal von einer gerichteten Evolutionskraft. III 34 Fortschritt/Gould: Manche nehmen eine Entwicklung zur Komplexität oder Differenzierung an. Gould: Selbst für diese zweckgebundenen Ersatzbegriffe kann man den Fortschritt nicht als Hauptimpuls des Lebens definieren. Wir haben das Bedürfnis, Evolution als vorhersagbar und fortschrittsorientiert zu betrachten. These: Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung. Trend: Es gibt immer mehr Tiere in der Evolution – die Zeit des Menschen ist nur kurz (GouldVsAnthropisches Prinzip). (>Anthropisches Prinzip). III 39 Es ist ein Irrtum, Evolution als eine aufsteigende Leiter zu verstehen. Bakterien: Bakterien sind eigentlich nicht weniger komplex als wir. III 86 Trend: Der Trend ist nicht das Beschreiten eines Weges, sondern eine komplexe Reihe von Übergängen oder seitlichen Schritten. III 92 Der Trend ist keine Leiter, sondern eine Verkettung von Verstärkungen. III 89 Erfolg/Evolution: Was sind in der Evolution wirkliche "Erfolgsgeschichten"? Bsp Ratten, Fledermäuse, Antilopen. Diese drei Gruppen beherrschen die Welt der Säugetiere, sowohl in der Zahl, als auch in der ökologischen Verbreitung. Erfolgreichste: Knochenfische: Knochenfische machen fast 50% aller Wirbeltierarten aus. Dies sind hundertmal so viele Arten wie die Primaten und fünfmal so viel, wie alle Säugetiere zusammen. III 121 Fortschritt/Sport/Gould: Verbesserung der Leistung: Die Verbesserung von Leistung kann letztlich durch eine Asymptote dargestellt werden. Beachtlich: Frauen haben eine viel steilere Verbesserungskurve als die Männer. Fortschritt/Viehzucht: häufig 13% pro Jahr. Die Zucht von Vollblutpferden ist wirtschaftlich interessanter als alle anderen Zuchtvorhaben! Man kann daher annehmen, dass Vollblutpferde längst ihr Optimum erreicht haben. III 123 Sport/Fortschritt: Die Rekorde in den Laufdisziplinen (200, 10.000) haben sich unabhängig von der Distanz um den gleichen relativen Betrag verbessert: nämlich um 5,69 und 7,57 Meter je Minute in einem Jahrzehnt (Marathon: 9,18). Würde man das extrapolieren, würden die Frauen bald schneller laufen als die Männer. Extrapolation: Extrapolation ist meist ein untaugliches Mittel. Sport/Frauen: Vorteile: Frauen haben den Vorteil der Fettverteilung und des Auftrieb. Bsp Durchquerung des Ärmelkanals und Schwimmstrecke nach Catalina Island: Hier halten die Frauen schon heute den Weltrekord. Viele Frauen würden sowieso die meisten (untrainierten) Männer in allen Disziplinen schlagen. III 167 Fortschritt/Evolution/Darwin/Gould: Darwin lehnte den Begriff Evolution zunächst ab, weil er mit Fortschritt verknüpft ist. Der Begriff kommt in der ersten Auflage der "Entstehung der Arten" nicht vor. III 175 Fortschritt/Natur/Gould: Kampf: a) "biotisch": Der Kampf zwischen Lebewesen und um Nahrung: kann Fortschritt hervorbringen, z.B. schnelleres Laufen, besseres Denken, stärkere Kondition usw. b) "abiotisch": Bsp Kampf einer Pflanze am Rand der Wüste. Dies kann keinen Fortschritt hervorbringen: Umwelt ändert sich über lange Zeit nicht. Fortschritt: Das Argument des Vorherrschens der biotischen Konkurrenz reicht nicht aus, es muss noch etwas hinzukommen. Wenn die Umwelt relativ leer ist, können die unterlegenen Varianten daneben weiterbestehen. III 177 Fortschritt/Darwin/Gould: Frage: Warum schmuggelte Darwin den Fortschritt durch die Hintertür wieder hinein, indem er über die Vorherrschaft des biotischen Wettbewerbs in einer ständig überfüllten Welt schrieb? (KropotkinVsDarwin). Nach dem Aussterben der Permzeit waren 95% der wirbellosen Meeresbewohner verschwunden. Nichts war überfüllt. Darwin: Darwin konnte sich hier nur aus der Affäre ziehen, indem er die Fossilien für Artefakte (Lücken in den Funden) hielt. III 179 Fortschritt/Gould: Wie kann man "höher" definieren, wenn die Evolution mit jedem angeblichen Fortschritt auch einen Parasiten hervorbringt? >Evolution, >Erklärung, >Darwinismus. |
Gould I Stephen Jay Gould Der Daumen des Panda Frankfurt 2009 Gould II Stephen Jay Gould Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991 Gould III Stephen Jay Gould Illusion Fortschritt Frankfurt 2004 Gould IV Stephen Jay Gould Das Lächeln des Flamingos Basel 1989 |
| Repräsentation | Nagel | I 130 ff Repräsentation/Nagel: Der Versuch, das geordnete Weltbild als Projektion unseres Geistes umzudeuten, scheitert an der Notwendigkeit, in der so geordneten Welt einen Platz für uns selbst ausfindig zu machen. Auf der Suche nach unserm Platz in der Welt, müssen wir wieder die gleiche Art des Denkens anwenden. >Regress, vgl. >Zentrierte Welt. Aber: Es ist keine logische oder notwendige Wahrheit, dass die Welt geordnet ist, oder gar, dass wir diese Ordnung verstehen können. NagelVsAnthropisches Prinzip. >Anthropisches Prinzip. Wie sich herausstellt, liegt verblüffend viel in unserer Reichweite. >Welt/Denken/Nagel. |
NagE I E. Nagel The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979 Nagel I Th. Nagel Das letzte Wort Stuttgart 1999 Nagel II Thomas Nagel Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990 Nagel III Thomas Nagel Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991 NagelEr I Ernest Nagel Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982 |
| Wirklichkeit | Nagel | I 119 Die bloße Anerkennung einer Unterscheidung zwischen Erscheinung und Realität liefert keine Methode, die Realität zu entdecken. >Methode,>Realität,>Welt/Denken, >Wissen, >Erkennen. Nagel: Nach meiner Überzeugung ist es möglich, das Verlangen nach Ordnung als unmittelbare Konsequenz der Vorstellung von einer objektiven Realität zu begreifen, die unabhängig ist von speziellen Beobachtungen und Beobachtern (Realismus). >Realismus. I 130 ff Der Versuch, dass geordnete Weltbild als Projektion unseres Geistes umzudeuten, scheitert an der Notwendigkeit, in der so geordneten Welt einen Platz für uns selbst ausfindig zu machen. Auf der Suche nach unserm Platz in der Welt, müssen wir wieder die gleiche Art des Denkens anwenden. Vgl. >Zentrierte Welt. Aber: Es ist keine logische oder notwendige Wahrheit, dass die Welt geordnet ist, oder gar, dass wir diese Ordnung verstehen können. NagelVsanthropisches Prinzip. >Anthropisches Prinzip. Wie sich herausstellt, liegt verblüffend viel in unserer Reichweite. |
NagE I E. Nagel The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979 Nagel I Th. Nagel Das letzte Wort Stuttgart 1999 Nagel II Thomas Nagel Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990 Nagel III Thomas Nagel Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991 NagelEr I Ernest Nagel Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Bewußtsein | Rorty, R. | Fra I 584 Bewußtsein/Rorty: gibt es im Sinne eines eigenständigen Bereichs von Mentalem in Wirklichkeit gar nicht-mentale Ereignisse sind Konventionen, ein kontingentes Sprachspiel - These: das kann ohne Verlust abgeschafft werden. Rorty III 41 Bewußtsein/Sprache/Rorty These: die Geschichte der Sprache und damit der Künste, Wissenschaften und Moral als Geschichte der Metapher betrachten (Rorty pro!) heißt, das Bild zu verabschieden, in dem Bewußtsein oder Sprache sich immer besser für Zwecke eignen, die Gott oder die Natur auferlegt haben. Bewußtsein hat sich in der Evolution einfach ergeben, es ist nicht etwas, auf das der ganze Prozeß abzielte. (RortyVsanthropisches Prinzip). |
Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |