Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Absolutheit Hegel, G. W. F. Bubner I 182
Absoluter Geist/Hegel: die ewige an und für sich seiende Idee betätigt sich als absoluter Geist, erzeugt und genießt. (Nach Aristoteles, wo als oberste Tätigkeit der Vernunft das Sich selbst Denken ausgezeichnet ist.
I 183
Absolutes/HegelVsAristoteles: bei ihm passt das Absolute in den Kategorien einer sich mit sich selbst zusammenschließenden Einheit, die nahtlos auf das systematische Philosophien passen. Geht also darüber hinaus, indem er die Theorie des Guten nicht einem Teilbereich der Metaphysik vorbehält. So bedeutet Gotteslehre Philosophieren in enzyklopädisch umfassender Dimension. Da gibt es keinen höchsten Gegenstand mehr.
HegelVsAristoteles: Außerdem: Abschied von der Teleologie der Natur. Stattdessen: Subjektivitätsprinzip. Herzschlag des Ganzen. Die alles durchwaltende Energeia wird der Denktätigkeit zugeschlagen.
I 184
Absolutheit/Hegel/Bubner: Absolutheit der Idee stellt sich als die Methode der Logik dar, und erfüllt mit diesem typisch neuzeitlichen Kunstgriff die Bedingung der Selbstbezüglichkeit.
Adorno XII 115
Absolutheit/Bewusstsein/Hegel/Adorno: durch die Annahme einer absoluten Identität von Seiendem und Geist hat Hegel den ontologischen Gottesbeweis zu retten versucht. Diese Annahme ist eigentlich der Inhalt seiner Philosophie. (>Absoluter Geist). KantVsHegel: bestreitet eine solche Identität zwischen dem, was ist, und unserem Bewusstsein.


Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Aufklärung Antike Philosophie Taureck I 35
Aufklärung/Taureck: Frage. können wir die modernen Züge der Sophisten mit der Aufklärung vergleichen? Bsp Nomos/Sophisten: "Gesetze der Götter" reichen nicht mehr aus, um die gesellschaftlichen Bindekräfte zu erklären.
Aufklärung/Taureck: 18. Jahrhundert; Hauptvertreter d'Alembert, Diderot, Rousseau, Voltaire. Interessierten sich ihrerseits nicht ausgeprägt für die Sophisten.
Encyclopédie 1765.
I 36
Aufklärung/Taureck: heute sieht man 5 Merkmale für die Aufklärung: 1. Naturrechtliche Begründung politischer und juristischer Normen. Nicht faktisch geltende traditionelle Normen, sondern natürliche Bestimmungen der Menschen, die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit verlangen. (Rousseau verwahrt sich jedoch gegen die Abschaffung gesellschaftlicher Institutionen, die nur die Ersetzung der Korruption durch brigandage (Gangstertum) bedeute).
Zu der Zeit war die absolute Monarchie nahezu überall in Europa die gängige Staatsform.
I 37
Sophisten/Taureck: waren in einer Situation, in der sie nach Grundlagen für die Praxis einer "direkten" Demokratie suchten, die in Athen und anderen Städten gelebt wurde, ohne an geltende universelle Werturteile gebunden zu sein, weil es solche nicht gab. Die Physis konnte offenbar (laut Platons Kallikles) als Rechtstitel für eine Ermächtigung des Starken gegen die Gemeinschaft verstanden werden.
Aufklärung/Taureck:
2. Merkmal: Def Deismus: natürliche Religion, das Vernünftigkeit und Duldsamkeit der Religionen untereinander einschließt: Gott als Urheber der Natur, die Vernunft versetzt die Menschen in die Lage, die sittlichen Vorschriften des Urhebers erfüllen zu können.
I 39
Aufklärung/Taureck: 3. Merkmal: Ersetzung der Metaphysik durch Erkenntniskritik.
Def Metaphysik/Encyclopedie: "Wissenschaft von den Gründen der Dinge".
Weil alle Maler, Musiker, Geometer, Dichter Gründe benötigen, hat dann jeder seine eigene Metaphysik. Das führt zu einer leeren und "verächtlichen" Wissenschaft
I 39
Metaphysik/Sophisten/Taureck: kannten noch nicht den später von Platon und Aristoteles entwickelten Begriff. Jedenfalls waren sie stärker an Erkenntniskritik orientiert. .
Aufklärung/Taureck:
4. Merkmal: Neuorientierung der Naturwissenschaft.
I 40
Newton,GalileiVsAristoteles: Bewegung nicht mehr als zielgerichtetes Phänomen sondern durch Kausalität zu verstehen. Mechanik/Physik/Sophisten/Taureck: die Sophisten kannten die Teleologie des Aristoteles noch nicht.
Aufklärung/Taureck:
5. Merkmal: ästhetische Theorie, nach der das Schöne unabhängig von Maßstäben des Sozialen zu beurteilen ist.




Taureck I
B. H.F. Taureck
Die Sophisten Hamburg 1995
Benennen Geach I 52
Benennen/Denotation/Zwei-Namen-Theorie/ZNT/GeachVsAristoteles: falsche Angleichung von Prädikation und Benennen: als ob Prädikate (komplexe) Namen wären: "auf der Matte" - Bsp ((s) "Der Erstecher-von-Cäsar erstach den von Brutus erstochenen.") - Geach: außerdem würde noch ein Bindeglied gebraucht. Zwei-Namen-Theorie: "Sokrates ist Philosoph" soll wahr sein, weil dieselbe Sache benannt wird - Vs: "Philosoph" (allgemeiner Term) ist kein Name für "alle (oder jeden) Philosophen".
I 153f
Intentionalität/Benennen/Parmenides/Geach: man kann nichts benennen, was es nicht gibt. - (Geach pro) - ((s) Existenzeinführung ist nicht beliebig, nicht ohne Prämisse). - Bsp Geach träumte von einem Mädchen und will es "Pauline" nennen - andererseits reicht Bekanntschaft - Gegenwart ist nicht erforderlich. - Problem: ist das Mädchen noch imaginärer, wenn er gar nicht von ihm geträumt hat? - Geach: das ist ein sicheres Zeichen, dass das alles Unsinn ist. - Geach mit Parmenides: "Es gibt nur das, was es gibt." GeachVsParmenides: allerdings kann man über nichtexistente Objekte reden. - Bsp Über einen abwesenden Freund reden ohne zu wissen, dass er tot ist, ändert den Wahrheitswert, aber nicht die Tatsache, dass es Sätze sind. - Imaginäre Mädchen sind nicht im Rennen um die Identifikation im Traum. - Wenn es von keinem identifizierbaren Mädchen wahr ist, dass ich von ihm geträumt habe, dann habe ich von keinem Mädchen geträumt. - Lösung: "Ich träumte von einem Mädchen, aber es ist nicht wahr von einem bestimmten Mädchen, dass ich von ihm träumte." - Ähnlich wie: Es ist nicht wahr von einer bestimmten Briefmarke, dass ich sie will.
I 252
Prädikation/Geach: kann ohne Benennen geschehen: In einem Wenn-dass-Satz oder in einem Oder-Satz kann ein Term P von einem Ding prädiziert werden, ohne das Ding damit "P" zu nennen. - Bsp "Wenn das, was der Polizist gesagt hat, wahr ist, dann ist er schneller als 60 gefahren". Das nennt den Satz des Polizisten nicht wahr. - (> Konditional). - Prädikation/Benennen: jahrhundertealter Fehler: dass das Prädikat vom Ding ausgesagt wird. - Frege: Unterschied Behauptung/Prädikation: um ein Ding "P" zu nennen, muss ein Satz behauptet werden! Aber eine Eigenschaft wird auch in einem nicht-behauptenden Nebensatz (Teilsatz) prädiziert. - Daher muss Benennen durch Prädikation erklärt werden, nicht umgekehrt.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Bestätigung Hempel Bubner I 125
Bestätigung/Hempel/Wissenschaftstheorie/Bubner: Verhältnis der logischen Inklusion von Sätzen. Damit umgeht er ein entscheidendes Problem der Induktion. Sowohl hypothetisch geltende Gesetze oder Allaussagen, als auch Einzelaussagen aus Beobachtung sind als Sätze Gegenstand logischer Betrachtung.
Formale Regeln der Ableitung
Rehabilitierung der Deduktion.
Mit P.Oppenheim: D N Modell: deduktivnomologische Erklärung: wissenschaftliche Erklärung als logische Operation mit Sätzen, Subsumtion von Sätzen unter Sätze, Das Explanandum wird subsumiert unter Erklärungsgründe(Explanas).
Das Explanans zerfällt in Antezedensbedingungen (C1,C2,...Ck), die ein Ereignis beschreiben, und allgemeine Gesetzesaussagen (L1.L2...Lr).

I 127
Deduktionsschema/Hempel:
C1,C2,...Ck
L1,L2,....Lr
E (Beschreibung des Phänomens) Die Gesetze fallen also unter die Prämissen. (Einzige wesentliche Neuerung VsAristoteles).

GoodmanVsHempel: gesetzesartige Aussagen statt Gesetze!
Induktion: das "neue Rätsel der Induktion" betrifft nicht die Bestätigung sondern die ursprüngliche Bildung von Hypothesen.


Hempel I
Carl Hempel
"On the Logical Positivist’s Theory of Truth" in: Analysis 2, pp. 49-59
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Hempel II
Carl Hempel
Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Hempel II (b)
Carl Hempel
Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Bewegung Bigelow I 63
Bewegung/Veränderung/Bigelow/Pargetter: war immer ein Problem, Bsp Bewegung als Ortsveränderung: scheint einen Widerspruch zu implizieren. Bsp die Veränderung einer Scheibe von rund zu quadratisch: scheint zu implizieren, dass sie sowohl rund als auch quadratisch ist. Widerspruch.
Lösung/Ockham/Mittelalter/Bigelow/Pargetter: verschiedene Zeitpunkte. (Doktrin der wechselnden Formen, forma fluens).
Problem: was ist der Unterschied zwischen
a) einer wechselnden Form und
b) dem Wechsel von Formen? ((s) eine/mehrere).
Veränderung: ist einmal selbst das Thema, einmal ist es die Form.
I 64
NewtonVsOckham: die Gegenposition war, dass ein sich bewegender Körper nicht nur eine Position zu einer Zeit besitzt, sondern auch eine Geschwindigkeit. Flux/Newton/Bigelow/Pargetter: Theorie des „fluxus“ war der Ausdruck von Newton für die Differentialrechnung.
Bewegung/Newton: schrieb sich bewegenden Körpern instantane Geschwindigkeiten zu: einen Vektor. (Strang).
Vektor/Ockham/Bigelow/Pargetter: auch die Ockhamisten schrieb Vektoren zu, aber in einem schwächeren Sinn: als Sequenz von Positionen. Aber das ist dann eine Abstraktion und entspricht keiner intrinsischen Eigenschaft der Bewegung.
Bewegung/Newton/Bigelow/Pargetter: ist nach ihm eine vollwertige Eigenschaft 1. Stufe eines Objekts, nach den Ockhamisten eine Eigenschaft 2. Stufe. Und diese ist bei Newton unabhängig von Vorgeschichte und „Bestimmung“, bei den Ockhamisten nicht.
I 65
Sphären/Aristoteles/Bigelow/Pargetter: nach Aristoteles war jenseits der Sphären (der Sterne) nichts, nicht einmal leerer Raum, der nach Aristoteles ein Widerspruch in sich war.. Bewegung/Aristoteles/Bigelow/Pargetter: das Universum als Ganzes kann keine Geschwindigkeit haben. Dann kann Gott ihm auch keine gegeben haben.
VsAristoteles: der Kirche erschien das als eine Beschränkung von Gottes Allmacht.
> Vektoren

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Dialektik Platon Bubner I 34
Dialektik/Platon/Bubner: mehr als Methode, der Dialektiker verfährt mit methodischer Korrektheit, weil er sein hiesiges Lebend wachend, nicht träumend führt.
I 37
DialektikVsRhetorik/Platon/Bubner: die Kenntnis der Methode macht den Philosophen zu einem freien Menschen, während der wirkungsorientierte Redner in den Trug der Worte verstrickt ist. (VsSophisten).
I 38
Sophismus/AristotelesVsPlaton: bedient sich derselben Gründe, um auf Unvollständigkeit der Dialektik zu plädieren, gerade, weil sie es mit der intersubjektiven Redepraxis zu tun hat. Def "Topoi"/Aristoteles: vorwissenschaftliche Gemeinplätze. Die Topik macht das Einleuchtende und Erfolgversprechende am Reden namhaft.
Dialektik/Kant: der negative Ruch haftet der Dialektik bis zu Kant an. Allerdings ist der anhaftende Schein bei Kant als notwendig erkannt.
I 39
Dialektik/HegelVsKant: seine Scheu vor den Widersprüchen offenbare die Begrenztheit seines Verständnisses von Wissenschaft. Die Dialektik müsse eben zu Ende gedacht werden. Kant sei bei dem negativen Resultat stehengeblieben. HegelVsAristoteles: "spekulativer Geist der Sprache": die Einsicht in die sprachlich logische Verwurzelung der Spekulation soll ihr wieder den Rang strenger Methode sichern, den ihr gerade Aristoteles wegen ihrer Bindung an das Sprachliche aberkannt hatte.
I 111
Dialektik/Platon/Bubner: a) Wissenstheorie: die Ungeschiedenheit von wahrem Wissen und Reflexion führt zu einem ganzen Ensemble von Regeln und Strukturen. b) Dialektik bei Platon ist auch das logische Verhältnis zwischen Behauptung und Folgerung.
c) Weise der Bestimmung von Begriffen auseinander. (Auf und Abstiegsverfahren. Der späte Platon entwickelt Ansätze einer Aussagenlogik.


Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Erklärungen Davidson Glüer II 99 ff
Erklären/Davidson: heißt Neubeschreiben. These: Handlungserklärungen können als singuläre Kausalaussagen interpretiert werden. D.h. im Gegensatz zur "logical-connection-These" als Aussagen über zwei distinkte Ereignisse!
Vorsicht: Zwar sei es richtig, daß Handlungserklärungen keine unabhängige Beschreibung der Ursache ermöglichen, aber es sei eben die Beschreibung der Ursache, für die das gelte, nicht die Ursache selbst!
Glüer II 112f
Handlungserklärung/DavidsonVsAristoteles: der praktische Syllogismus kann nicht mit abweichenden Kausalketten (Bergsteiger-Bsp) umgehen, und auch nicht mit bloßer Absicht (Unterlassen, intermittierendes Ereignis) und Willensschwäche.
Glüer II 114
Intention/Davidson: Form: Urteil: "x ist vollziehenswert". Willensschwäche/Davidson. irrationales Urteil - Lösung: Handlung und Intention trennen.
Glüer II 115
"all things-considered"-Urteil: ist nur für ein allwissendes Wesen möglich.
Glüer II 138
Handlungserklärung/mental/physisch/DavidsonVsReduktionismus: intentionalistisches Vokabular ist prinzipiell irreduzibel. - Es gibt keine strikten Gesetze zur Vorhersage von Handlungen. - (> Anomaler Monismus)
Horwich I 456
Wahrheit/Erklärung/Davidson/Rorty: Wahrheit ist keine Erklärung für etwas. - ((s) Ein Phänomen wird nicht dadurch erklärt, dass ein Satz, der es behauptet wahr ist.) - Auch das Vorliegen der Wahrheit braucht keine Erklärung. - Falsch: Bsp "Er fand das Haus nicht, weil seine Überzeugung über seine Lokalisierung falsch war." - Richtig: (ohne Wahrheit): "er glaubte, dass es an --- lag" - Erklärung: Details dessen, was wahr oder falsch war, nicht die Wahrheit selbst. - Wenn Wahrheit selbst eine Erklärung wäre, müsste sie eine Ursache für etwas sein. - Erklärung: nicht "Er tat das richtige", sondern die Umstände. - "Wahrheit" als Erklärung wäre wie tertia (Bsp "intendierte Interpretation", "Begriffsschema") ein leerlaufendes Rad. - Putnam dito.

Richard Rorty (1986), "Pragmatism, Davidson and Truth" in E. Lepore (Ed.) Truth and Interpretation. Perspectives on the philosophy of Donald Davidson, Oxford, pp. 333-55. Reprinted in:
Paul Horwich (Ed.) Theories of truth, Dartmouth, England USA 1994

Davidson I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

Davidson I (a)
Donald Davidson
"Tho Conditions of Thoughts", in: Le Cahier du Collège de Philosophie, Paris 1989, pp. 163-171
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (b)
Donald Davidson
"What is Present to the Mind?" in: J. Brandl/W. Gombocz (eds) The MInd of Donald Davidson, Amsterdam 1989, pp. 3-18
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (c)
Donald Davidson
"Meaning, Truth and Evidence", in: R. Barrett/R. Gibson (eds.) Perspectives on Quine, Cambridge/MA 1990, pp. 68-79
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (d)
Donald Davidson
"Epistemology Externalized", Ms 1989
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (e)
Donald Davidson
"The Myth of the Subjective", in: M. Benedikt/R. Burger (eds.) Bewußtsein, Sprache und die Kunst, Wien 1988, pp. 45-54
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson II
Donald Davidson
"Reply to Foster"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Davidson III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

Davidson IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Davidson V
Donald Davidson
"Rational Animals", in: D. Davidson, Subjective, Intersubjective, Objective, Oxford 2001, pp. 95-105
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Existenz Jonas Brocker I 612
Existenz/Jonas: Jonas‘ Ökologischer Imperativ (siehe Ökologischer Imperativ/Jonas) besagt, dass wir »nicht das Recht haben, das Nichtsein künftiger Generationen wegen des Seins der jetzigen zu wählen oder auch nur zu wagen. Warum wir dieses Recht nicht haben, warum wir im Gegenteil eine Verpflichtung gegenüber dem haben, was noch gar nicht ist und ›an sich‹ auch nicht zu sein braucht, jedenfalls als nicht existent keinen Anspruch auf Existenz hat, ist theoretisch gar nicht leicht und« – so ergänzt er bezeichnenderweise – »vielleicht ohne Religion überhaupt nicht zu begründen« (1). Philosophie/Jonas/Brocker: Damit bekundet Jonas deutlich, dass er eine philosophische Argumentation in der vorliegenden Frage
Brocker I 613
nicht für ausreichend oder zwingend genug hält, um Überzeugungen und Verhaltensweisen nachhaltig zu verändern. BrockerVsJonas: das ist ein performativer Widerspruch gegenüber Jonas‘ eigenem Tun. Außerdem ist fraglich, wie religiöse Grundlagen, von denen Jonas annimmt, dass sie weitgehend verschwunden sind (2), dies sollen leisten können. (3)
Existenz/Jonas: allein, weil die Menschheit sei, sei sie es wert, erhalten zu werden. (4) Die Existenz der Menschheit dürfe nicht als kontingentes biologisches Faktum, als zufälliges Resultat evolutionärer Entwicklungsprozesse angesehen werden, sondern sei eine Wertsetzung der Natur. Siehe auch Generationengerechtigkeit/Jonas.
Problem/JonasVsKant zur Begründung müsse man, trotz Kant, die Möglichkeit einer rationalen Metaphysik einräumen.
Lösung/Jonas: die Frage, warum überhaupt etwas ist und nicht nichts, müsse man dahingehend umformulieren, was es wert sei, zu existieren.
Brocker I 614
Teleologie/Lösung/JonasVsAristoteles: wir müssen Zwecke in der Natur annehmen, statt sie im Handeln des Subjekts zu verorten. (5) Dies sei begründbar durch den in der Natur auffindbaren Selbsterhaltungstrieb allen Lebens. (6)

1. Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Frankfurt/M. 1979, S. 36.
2. Hans Jonas, »Warum wir heute eine Ethik der Selbstbeschränkung brauchen«, in: Elisabeth Ströker (Hg.), Ethik der Wissenschaften? Philosophische Fragen, München/Paderborn u. a. 1984, S. 76, 80.
3. Vgl. Oelmüller, Willi, »Hans Jonas. Mythos – Gnosis – Prinzip Verantwortung«, in: Stimmen der Zeit 206, 1988, 349-350.
4. Jonas 1979, S. 92-100.
5. Ebenda S. 138
6. Ebenda S. 142f.

Manfred Brocker, „Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Jonas I
Hans Jonas
Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation Frankfurt 1979

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Flux Bigelow I 71
Flux/Bigelow/Pargetter: verträgt sich sehr gut mit dem Cartesischen Trägheitsgesetz. Danach ist gleichbleibende Geschwindigkeit keine Veränderung. DefTrägheitsgesetz/Descartes/Bigelow/Pargetter: ein Gegenstand bewegt sich mit konstanter Geschwindigkeit fort, wenn keine Kräfte auf ihn einwirken.
Veränderung/Bigelow/Pargetter: wenn wir annehmen, dass jede Veränderung eine Ursache braucht, revidiert die Flux-Doktrin die Aristotelische Sicht der Bewegung. (FluxVsAristoteles).
Veränderung/Flux/Bigelow/Pargetter: die Flux-Doktrin besagt, dass ein Ortswechsel ein extrinsischer Wechsel für einen Körper ist, denn die intrinsische Eigenschaft der Geschwindigkeit, muss sich dazu nicht ändern!
Flux/Erklärung: für die meisten Veränderungen ist Flux die bessere Erklärung.
I 72
Veränderung/Bigelow/Pargetter: für einige wenige Veränderungen ist die Ockhamsche Erklärung ((s) kein Vektor für instantane Geschwindigkeit) besser: Bsp Dämmerung , Bsp Abkühlung, Bsp moralische Besserung, einfach vieles, über das man sich im Mittelalter den Kopf zerbrach. Impuls/Ockham/Bigelow/Pargetter: hat ein Körper nach den Ockhamisten, weil er zu der und der Zeit die und die Position hatte.
Problem: das erfordert, dass Bsp ein Meteor ein „Gedächtnis“ hat.
Beschleunigung/Ockham/Bigelow/Pargetter: das Problem wird schwieriger, wenn Bsp der Meteor noch eine Beschleunigung hat, denn diese braucht noch Zusatzannahmen. Dann hängt die Bewegung des Meteors von den Abständen von Punkten im Raum ab.
Ockham/Bigelow/Pargetter: dass die Bewegung von der Vorgeschichte abhängt, kann allerdings auch nicht einfach ad absurdum geführt werden. Nur ist die Flux-Doktrin eleganter.
Impuls/Stoß/Flux/Bigelow/Pargetter: den Impuls hat der Meteor nach der Flux-Doktrin aufgrund seiner momentanen Eigenschaften.
Vorgeschichte/Bigelow/Pargetter: kann eine epistemische Rolle spielen, um zu erklären, warum der Körper seine instantane Geschwindigkeit hat.
Ursache/Bigelow/Pargetter: die kausale Ursache ist aber die instantane Geschwindigkeit und nicht die Vorgeschichte.
VsOckhamismus/VsOckham/Bigelow/Pargetter: Problem: Bsp die perfekt homogene, sich drehende Scheibe.
I 73
Bewegung/Bigelow/Pargetter: die Bewegung dieser Scheibe führt also zu keiner Veränderung der Verteilung von Qualitäten. Dennoch unterscheidet sie sich von einer ruhenden Scheibe. Die beiden unterscheiden sich durch ihre Kausalkräfte. Erklärung: die Materieteile wechseln. Zeitschnitte der rotierenden Scheibe liefern Kreise, die der ruhenden Scheibe nicht.
Identität/Bigelow/Pargetter: der Begriff von Identität, der hier gebraucht wird, ist umstritten. Er beruft sich nämlich nicht auf die Möglichkeit der qualitativen Unterscheidung. Bzw. das Zurückverfolgen in der Zeit kann sich nicht auf das Verfolgen eines identifizierbaren Stücks Materie stützen. Das führt zur haecceitas
Haecceitismus/Bigelow/Pargetter: rührt von der Annahme her, dass Identität sich nicht immer auf gleichbleibende Qualitäten stützen kann. Bsp rotierende perfekt homogene Scheibe.
Haecceitas: Diesheit.
Identität/Bigelow/Pargetter: wir sträuben uns nicht gegen nichtqualitative Identität. Wir akzeptieren, dass die sich drehende Scheibe ein Muster wechselnder Identitäten aufweist.
Lösung/Bigelow/Pargetter: das ist aber nicht die ganze Geschichte:
Kausalkräfte: der Bsp sich drehenden Scheibe: werden nicht durch die nicht-qualitativen Identitäten geliefert.
Lösung/Flux/Bigelow/Pargetter: die einzelnen Teile der homogenen Scheibe besitzen eine instantane Geschwindigkeit.
I 74
Diese führen gerade dazu, dass die Zeitschnitte Kreise beschreiben. Universalien/Physik/Bigelow/Pargetter: dies ist der Grund, warum wir sagen, dass instantane Geschwindigkeit - ein Vektor mit Größe und Richtung – ein Universale ist, das ein Körper zu einer Zeit besitzen kann. Es ist eine intrinsische Eigenschaft.
Eigenschaft/Problem/Bigelow/Pargetter wir müssen aber erklären, was das für eine Art von Eigenschaft ist, die eine Größe und eine Richtung hat.
Größe/Richtung/Flux/Bigelow/Pargetter: nach der Flux-Doktrin sind Größe und Richtung eines Vektors schwerer zu erklären. Wir können nämlich die nötige instantane Geschwindigkeit nicht durch das Muster der früheren Positionen erklären.
Lösung/Flux/Bigelow/Pargetter: wir brauchen eine Theorie der Relationen zwischen Eigenschaften.
Größe/Richtung/Vektor/Ockham/Bigelow/Pargetter: kann einfach sagen, dass beide durch die Vorgeschichte der früheren Positionen gegeben sind.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Fortschritt Hobbes Adorno XIII 251
Fortschritt/HobbesVsLocke/HobbesVsAristoteles/Hobbes/Adorno: anders als Aristoteles und Locke hat Hobbes den Fortschritt nicht abhängig gemacht von irgendwelchen positiven ursprünglichen Qualitäten der Menschennatur, sondern von der Not und dem Widerspruch, der durch die Unvereinbarkeit der miteinander konkurrierenden Einzelinteressen
XIII 252
der Individuen durch ein bürgerliches Urprinzip unmittelbar begründet ist. >Freiheit/Kant.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Ideen Locke Euchner I 19
Ideen/Locke: die Sinneseindrücke und ihre Verarbeitung bewirken in unserem Geist "einfache Vorstellungen " (simple ideas), z.B. von Hitze, Licht, hart, weich, bestimmten Farben und Geschmäcken (diese sind unverwechselbar) - die "ersten Objekte unseres Verstehens". Dinge/Gegenstände/Locke: werden von uns nicht mit einer einzigen, sondern nur mit einem Bündel vieler "einfacher Vorstellungen" erfasst: "komplexe Ideen" - diese entsprechen den Gegenständen.
I 27
Idee/Locke: jedes Objekt des Verstandes (understanding) - Begriff, Vorstellung, kann auch Trugbild sein - jeder beliebige Bewusstseinsinhalt.
I 33
Ideen/Locke: Modi: Ideen die Zustände oder Eigenschaften anderer Ideen oder Konstrukte aus Ideen darstellen - einfache Ideen: durch einen Sinn bewirkt: Bsp Farben, Licht, Töne.
I 38
Diese sind selbst weder wahr noch falsch, sondern Instrumente.
I 42
LockeVsAristoteles: Vernunft kann ohne klappernde Syllogismen der "natürlichen Ordnung der verbindenden Ideen" nachspüren
I 35
komplexe Ideen/Locke: hier ist der Geist aktiv (bei den einfachen passiv).
I 36
Bsp Lüge - Bsp Substanz (!)
I 35
Einfache Idee/Locke. Bsp Raum - Modi: Distanz, Unendlichkeit, Gestalt - einfache Idee: Bsp Schmerz, Freude - Modi: Liebe Hoffnung, Furcht, Neid.
Holz I 45/46
Ideen/Wahrnehmung/Locke: es gibt "Ideen", die durch mehr als einen Sinn vermittelt werden: z.B. die Ideen Ausdehnung, Gestalt, Bewegung usw. Ideen/Wahrnehmung/LeibnizVsLocke: diese "Ideen" (Ausdehnung, Dauer, Gestalt usw.) stammen aus dem Geist, nicht aus der Wahrnehmung.
Sie sind die "Ideen des reinen Verstandes". Sie haben aber einen Bezug zur Außenwelt und sind so der Definition und des Beweises fähig.

Loc III
J. Locke
An Essay Concerning Human Understanding

Loc I
W. Euchner
Locke zur Einführung Hamburg 1996

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994

Lei I
H. H. Holz
Leibniz Frankfurt 1992
Individuen Mayr I 205
Entstehen von Individuen/Biologie/Mayr: Def Parthenogenese: Asexualität: bei manchen Organismen entwickeln sich Individuen von selbst aus den Eiern, eine Befruchtung ist nicht nötig. Bsp Blattläuse, Planktonkrustentiere: her wechseln sich sexuelle und asexuelle Generationen ab.
I 206
Sexualität: steigert Vielfalt und damit Abwehr gegen Krankheiten.
I 207
Pangenesistheorie: (alt) Theorie, nach der jede Körperzelle Erbmaterial beisteuert. Von Aristoteles bis zum 19. Jahrhundert. PräformationVsEpigenesis (Schon bei Aristoteles, dann bis zum 19. Jahrhundert.)
I 208
VsAristoteles: dieser glaubte fälschlich, nur weibliche Organismen könnten Eier besitzen. i 209
Ei: das eigentliche Säugetierei wurde erst 1827 von Karl Ernst von Baer entdeckt. Man erkannte, dass der Eierstock das Gegenstück zum Hoden darstellt.
DNA: entdeckt von Johann Friedrich Miescher (19. Jahrhundert).
I 211
Def Präformation: Eier bringen Individuen derselben Art hervor. Daher schloss man, dass Ei oder Spermium bereits eine Miniaturausgabe des zukünftigen Organismus sei. Logische Folge: in diesem Organismus müssten wiederum alle zukünftigen Nachkommen in Miniaturausgabe enthalten sein! (Verschachtelung). Zahlreiche zeitgenössische Abbildungen zeigten solche keinen Miniaturmenschen (Homunculi) im Spermatozoon.
I 212
Epigenesis: glaubte, die Entwicklung entstehe aus einer gänzlich ungeformten Masse."vis essentialis". Jede Art habe ihre eigene eigentümliche "wesentliche Kraft". Das stand den von den Physikalisten beschriebenen einheitlichen Kräfte wie z.B. der Schwerkraft völlig entgegen!.
Def Epigenese: Entwicklung während der Lebensgeschichte des Individuums, im Gegensatz zur Ontogenese und Phylogenese (Stammesgeschichte). >Epigenese.
Dennoch setze sich die Epigenesis in der Kontroverse durch. Lösung erst im 20. Jahrhundert: Unterschied zwischen Def Genotyp (genetische Konstitution des Individuums) und Def Phänotyp (Gesamtheit der wahrnehmbaren Merkmale).
Zelle: wie kommt es, dass sich die Nervenzelle so vollkommen anders entwickelt, als eine Zelle des Verdauungstraktes?
I 214
Zellteilung : Wilhelm Roux (1883) schließt auf komplexe Innendifferenzierung der Zelle: Lösung: Partikel müssten auf einem Faden aufgereiht sein, und dieser geteilt! Später bestätigt. Zelle: durchläuft einen Differenzierungsprozess, stets ist nur eine kleiner Teil der Gene im Kern aktiv.
Zellentwicklung: bei Taxa mit Regulationsentwicklung (z.B. Wirbeltiere) gibt es keine festgelegten frühen Zellinien, sondern ausgedehnte Zellwanderung. Induktion (Einfluss schon bestehender Gewebe auf die Entwicklung anderer Gewebe) bestimmt größtenteils die Spezifizierung der Zellen.
Zellwanderung: Pigment und Nervenzellen machen ausgedehnte Wanderungen durch den Organismus durch. Oft folgen sie eindeutigen chemischen Reizen.

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Ist Ryle Graeser I 30
"Ist"/RyleVsAristoteles: "systematisch irreführende Redeweisen": "ist" soll den Eindruck einer Ding/Eigenschaftsbeziehung nahelegen.
I 31
Fehler: das Universale "Mensch" ist selbst kein Ding, das atmet. Vielmehr ist es als Klassen-Subordination zu deuten - wenn Existenz ein Begriff 2. Ordnung ist, kann Gott kein Subjektterm sein - eher Prädikatterm wie "unendliches Wesen". RyleVsRussell: Bsp Pegasus: Problem nicht beim Subjektterm, sondern beim Prädikatterm.

Ryle I
G. Ryle
Der Begriff des Geistes Stuttgart 1969

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002
Kripkes Wittgenstein Esfeld I 99ff
Kripkes Wittgenstein: jede endliche Reihe von Beispielen genügt unendlich vielen logisch möglichen Regeln. - Kripke geht nicht von Verhalten, sondern von Absicht aus: woher weiß man selbst, dass man 125 sagen soll, wenn man beabsichtigt, im Einklang mit seinen früheren Antworten zu handeln? - Es gibt hier nichts Mentales, das den Inhalt bestimmt. - Bei unendlich vielen Möglichkeiten gibt es keinen begrifflichen Inhalt. - Ein Begriff ist aber unabhängig von bestimmter Anwendung.
I 102
Kripkes Wittgenstein: Dispositionen/Kripke: helfen nicht, da sie ebenfalls begrenzt sind - wieso wäre die Handlung, zu der man disponiert ist, die, die man tun sollte? - Form/KripkeVsAristoteles: gleiches Problem: wie sollte man die richtigen "natürlichen Eigenschaften" erkennen? (> Normativitätsproblem)
I 105f
Kripkes Wittgenstein/skeptische Lösung: ergibt nur Behauptbarkeitsbedingungen, keine Wahrheitsbedingungen: also keine Fakten, die Aussagen über Bedeutung wahr machen - Esfeld: Lösung: soziale Praxis, mittlerer Weg zwischen skeptischer Lösung (Nonfaktualismus) und direkter Lösung: die die Fakten der Bedeutung in der Ausstattung der Welt zu finden versucht - KripkeVs: man könnte heute Addition und gestern Quaddition haben: was immer im jeweiligen Moment korrekt erscheint, ist korrekt. - Gegenwärtige Dispositionen haben immer privilegierte Stellung. - Veränderung ist nicht unabhängig vom begrifflichen Inhalt: um Wechsel festzustellen, muss dieser zuerst feststehen. Siehe auch >Privatsprache, >Regelfolgen.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Leben Agamben Brocker I 821
Leben/Agamben: Agambens Begriff des „nackten Lebens“ setzt ein an der altgriechischen Unterscheidung zwischen „zoe“ und „bios“: zoe/Aristoteles: ein zur Politik qualifiziertes Leben
bios/Aristoteles: ein natürlich-unqualifiziertes Leben, das damit von der Politik ausgeschossen ist.
Nacktes Leben/Agamben: dieser Begriff ist eingespannt zwischen Foucaults Begriff der „Biopolitik“ (Foucault, Der Wille zum Wissen,1977) und Hannah Arendts Begriff des homo laborans (H. Arendt, Vita Aktiva oder vom tätigen Leben, 1960). Damit rückt das Biologische Leben zunehmend ins Zentrum der politischen Bühne. (1) Siehe Staat/Agamben.
Die Form, die das „nackte Leben“ im Politischen annimmt, ist die des „homo sacer“ ((s) des „Heiligen Menschen“).
Brocker I 827
Leben/AgambenVsAristoteles: entgegen der klassischen aristotelischen Trennung von »zōḗ« und »bíos«, die neo-aristotelisch auch bei Arendt in der Unterscheidung von sozialer und politischer Sphäre wiederkehrt, wird für Agamben das nackte Leben immer schon und ausschließlich als politisches Leben verständlich. Siehe Biopolitik/Agamben. Agamben: These: Jedes Leben, sei es auch völlig unqualifiziert, nackt und ent-blößt, gerade in dieser Ent-Blößtheit den ursprünglichen Ansatzpunkt jeder Politik bildet, auch und gerade der demokratischen Politik im Zeichen der Menschenrechte.



1.Giorgio Agamben, Homo sacer. Il potere sovrano e la nuda vita, Torino 1995. Dt.: Giorgio Agamben, Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben, Frankfurt/M. 2002, S. 13.


Maria Muhle, „Giorgio Agamben, Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Agamben I
Giorgio Agamben
Homo sacer – Die souveräne Macht und das nackte Leben Frankfurt 2002

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Logos Aristoteles Bubner I 190
Logos/Aristoteles: durch ihn wird die elementare Naturbedingtheit überboten. Es gibt aber - anders als bei Hobbes und Rousseau keinen Vertragsabschluss, der aus der Natur (Naturrecht) herausführt. Logos: bei Aristoteles Sprache und nicht die Vernunft zu verstehen, was aus dem Vergleich mit den Tieren hervorgeht.
Sprache enthüllt im wechselseitigen Austausch das Gute und Gerechte.
Das Gute ist als leitender Entwurf des Handelns durchaus umstritten, so dass darüber debattiert werden muss.
Der Logos ist so ein Mittel zum Eruieren, aber kein gesetztes Ziel und kein Gehalt in sich.
Nur dank der Unterstellung gemeinsamer Interessen kommt der Dialog in Gang.
Ohne Polis keine Funktion des Logos und ohne Logos keine Politik.
Die weiterwuchernde Komplexität erhält sich selber, ohne eine politische Handlungsgemeinschaft zu bilden. Das erkennt HegelVsAristoteles.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Mathematik Bigelow I VII
Mathematik/BigelowVsField: kann realistisch verstanden werden, wenn sie als Studium der Universalien, Eigenschaften und Relationen, von Mustern und Strukturen angesehen wird von Dingen, die zur selben Zeit and verschiedenen Orten sein können.
I 346
Mathematik/Realismus/Bigelow/Pargetter: Pro Realismus der Mathematik. ((s) Die These, dass Zahlen als Gegenstände existieren . Und damit auch Mengen, und alle möglichen mathematischen Objekte bzw. Entitäten. (FieldVs.)
Wir stimmen den Antirealisten zu, dass es menschliche Schöpfungen gibt:
Bsp Wörter, Ideen, Diagramme, Bilder, Begriffe, Theorien, Texte, akademische Abteilungen usw.
Realismus/Bigelow/Pargetter: der Mathematik: verträgt sich gut mit modalem Realismus.
Wissenschaft/Bigelow/Pargetter: niemand vertritt die Auffassung, dass alles und jedes in den Wissenschaften real sei. Es muss (nützliche) Fiktionen geben. Daher kann man im Prinzip Realist sein in Bezug auf Alltagsdinge und gleichzeitig mathematischer Antirealist. Bsp Field:
Field/Bigelow/Pargetter: ist zugleich Realist in Bezug auf Raumzeit, Partikel und Felder.
I 347
Realismus/Antirealismus/Mathematik/Bigelow/Pargetter: dennoch ist etwas falsch an dieser Verheiratung: Mathematik ist nicht ein kleines sondern ein sehr großes Element der Wissenschaft. Sie ist auch nicht leicht zu isolieren. Bsp Galileo/Bigelow/Pargetter: wusste noch nichts von instantaner Geschwindigkeit. Für ihn war Geschwindigkeit einfach Strecke geteilt durch Zeit. Ein fallender Körper hatte dann eine Durchschnittsgeschwindigkeit, wobei dies Galileo auch nicht klar war.
Daher machte er folgenden Fehler: wenn zwei Körper zusammen fallengelassen werden, und der eine weiter fliegt, haben beide bis zum Stop des ersten exakt die gleiche Geschwindigkeit.
Galileo: musste aber annehmen, dass dieser Körper langsamer sei, weil der andere Körper für die vielleicht doppelte Strecke, weniger als das Doppelte brauchte.
I 348
Fallgeschwindigkeit/Bigelow/Pargetter: daher kann die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht proportional der Strecke sein. Realismus/Bigelow/Pargetter: wenn irgendetwas ein Beweis für den Realismus ist, dann dies: ein Objekt, das doppelt so weit fällt, hat trotzdem nicht die doppelte Durchschnittsgeschwindigkeit. Wenn man das feststellt, ist man damit Realist in Bezug auf die Tatsache, wie lang ein Objekt braucht, um über eine gegebene Strecke zu gelangen. Damit sind wir Realisten in Bezug auf Geschwindigkeit, Zeit und Abstand.
((s) Das Problem entstand dadurch, dass Galilei gezwungen war, an den Definitionen festzuhalten die er selbst aufgestellt hatte, sonst hätte er seine Theorie wechseln müssen.).
Durchschnitt/VsRealismus/Bigelow/Pargetter: man könnte einwenden, dass Durchschnitt nur eine Abstraktion ist.
VsVs: wir brauchen den Durchschnitt hier aber gar nicht: es ist einfach wahr, dass der Körper im zweiten abschnitt schneller fällt, und das bedeutet einfach, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht dieselbe sein kann.
Geschwindigkeit/Galilei/Bigelow/Pargetter: dieser achte, dass sie physikalisch real sei. Und durch Kräfte verursacht und zu diesen proportional, daher war Geschwindigkeit für ihn auch kausal effektiv.
Geschwindigkeit/heute/Bigelow/Pargetter: wir denken heute, dass es die instantane Geschwindigkeit ist, die kausal effektiv ist, niemals die Durchschnittsgeschwindigkeit.
I 349
Realismus/Mathematik/Bigelow/Pargetter: die Gleichungen mit denen wir die Relationen zwischen verschiedenen fallenden Körpern beschreiben, sind menschliche Erfindungen, aber nicht die Relationen selbst. Fallgeschwindigkeit/Fallgesetz/Galilei/Bigelow/Pargetter: die Distanz ist proportional zum Quadrat der zurückgelegten Zeit. Wie gründet sich dieses abstrakte Gesetz in konkreten physikalischen Gegebenheiten?
Galilei: in der ersten Einheit der Zeit fällt der Körper eine gewisse Strecke, in der zweiten Einheit nicht das doppelte, sondern das dreifache dieser Strecke, in der dritten fünf Einheiten usw.
Vorläufer/Bigelow/Pargetter: dies war im MA schon vorweggenommen worden.
I 350
Mittelalter/These: in jedem Abschnitt wurde ein Inkrement hinzugefügt. 1,3,5,7… Nun ist die Summe der ersten n ungeraden Zahlen n².
Dann scheint es auf nichts als Regeln für den Symbolgebrauch zu beruhen, dass
(1 + 3 + … + (2n – 1) = n².
Aber das ist ein Irrtum:
Zahlen/Zahl/Bigelow/Pargetter: mögen abstrakt sein, aber sie sind in einem wichtigen Sinn in den physikalischen Gegenständen präsent: in einer Kollektion von Gegenständen, die diese Zahl haben, sind sie das Gemeinsame. Bsp eine Kollektion von Objekten, die die Zahl n² hat.
I 350
Man kann einfach sehen, dass das Muster so weitergehen muss.
I 351
Und so ist es auch in Galileis Fall. Realismus/Mathematik/Bigelow/Pargetter: die Unterschiede zu physikalischen Körpern sollten uns nicht blind machen für die Ähnlichkeiten. Wenn Gegenstände dieselben Zahlen instanziieren, werden dieselben Proportionen zwischen ihnen bestehen. (>Instantiation).
Instantiation/Bigelow/Pargetter/(s): Bsp eine Kollektion von 3 Gegenständen instanziiert die Zahl drei.
I 352
Gleichung/Bigelow/Pargetter: (Bsp Galileis Fallgesetz, das falsch war) ist eine Beschreibung realer Relationen zwischen realen Gegenständen. Platonismus/Bigelow/Pargetter: diese Auffassung kann man grob als platonistisch bezeichnen.
Bigelow/Pargetter: pro Platonismus, aber ohne die gewöhnlichen Platonische Doktrinen: wir nehmen keine Formen oder Ideale an, die aus einer früheren Existenz übernommen wurden, und die wir in unserer Welt nicht sehen können usw.
Realismus/Universalienrealismus/Universalien/Bigelow/Pargetter: unser Realismus ist näher an Aristoteles: die Universalien sind hier in unserer Welt, nicht in einer jenseitigen.
BigelowVsAristoteles: wir missbilligen seine Bevorzugung von quantitativen gegenüber quantitativen Charakteristika von Gegenständen.
I 377
Mathematik/Bigelow/Pargetter: (…)
I 378
Muster entfalten Muster. Die Strukturen der Mathematik zeigen sich nicht nur in der Hardware der Physik, sondern auch in der „mathware“, durch Eigenschaften und Relationen in verschiedenen Gebieten der Mathematik. Bsp nicht nur Gegenstände, auch Zahlen können gezählt werden. Bsp Proportionen stehen in Proportionen zueinander. Das ist die Reflexivität innerhalb der Mathematik.


Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Natur McDowell I 123 ff
Natur/Kant/McDowell: die Natur ist bei Kant gleich dem Reich der Naturgesetze. Er kennt nicht den Begriff der zweiten Natur, obwohl er sehr wohl den Begriff der Bildung kennt. Aber eben nicht als Hintergrund.
I 118
Zweite Natur/McDowell: These: es gibt Vorschriften der Natur, egal ob man für sie empfänglich ist oder nicht. Das ist die Folge richtiger Erziehung. "Naturalismus der zweiten Natur", "Naturalisierter Platonismus". Natur/Naturgesetze/McDowellVsNaturalismus: Vs "unverblümter Naturalismus": Der Raum der Natur ist nicht gleich dem Raum der Naturgesetze.
Die Kräfte gehören zum Teil in den Bereich der zweiten Natur.
Natur/McDowell: umfasst alles, was zum fundamentalsten Verstehen der Dinge gehört, also weder Bedeutung noch Werte. (VsAristoteles). Entzauberung der Natur ist Fortschritt.
Aber: das was entzaubert wurde, muss nicht mit der Natur identifiziert werden!

Rorty VI 212
McDowell/Rorty: die Natur übt vielleicht nicht bloß kausale, sondern auch rationale Kontrolle über das menschliche Forschen aus. Def Zweite Natur/McDowell: "Eine zweite Natur erwerben die Menschen unter anderem dadurch, dass ihnen begriffliche Fähigkeiten erschlossen werden, deren Wechselbeziehungen dem logischen Raum der Gründe angehören". (Bsp Initiation, Eintritt in eine moralische Gemeinschaft, "Bildung"). Dass einem die Augen geöffnet werden, verleiht einem die Fähigkeit, von der Welt rational kontrolliert zu werden. Und damit zu Urteilen fähig zu werden, die der Welt gegenüber verantwortlich sind.
Außerdem wird einem dadurch rationale Freiheit geschenkt.
McDowellVsBrandom/McDowellVsSellars/McDowellVsDavidson/Rorty: all das wird unverständlich, wenn wir Sellars, Davidsons oder Brandoms Begriffe verwenden.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Naturgesetze Bigelow I 113
Naturgesetze/Kontrafaktisches Konditional/Bigelow/Pargetter: sind oft in Begriffen „idealer Systeme“ formuliert. Dazu brauchen sie Kontrafaktischee Konditionale.
I 114
Ebenso brauchen Gedankenexperimente kontrafaktische Konditionale.
I 214
Gesetz/Antike/Bigelow/Pargetter: Bsp „Was nach oben steigt, muss fallen“. Lukrez: was überwiegend aus Erde oder Wasser besteht, muss nach unten wandern. „Unten“ war eine ausgezeichnete Richtung.
Atomismus: Vertreter. Lukrez. Noch wenig astronomische Kenntnisse.
Aristoteles/Ptolemaios: glaubten, dass alles was überwiegend aus Erde oder Wasser besteht, in das Zentrum des Kosmos wandert, und da es ins Zentrum der Erde wandert, müsse dieses das Zentrum des Kosmos sein.
I 215
Antike/Bigelow/Pargetter: in einer Hinsicht ist Aristoteles näher an der Wahrheit, in anderer Hinsicht ist es Lukrez. Dieser hatte recht damit, dass das Zentrum der Erde nicht ausgezeichnet ist. Naturgesetze/Physik/Biologie/Bigelow/Pargetter: eine einseitige Diät durch Beispiele aus der Physik führt nicht unbedingt zu einer richtigen Sicht der Naturgesetze.
Stattdessen: hier einige Beispiel aus der Biologie:
Verallgemeinerung/Biologie: Bsp ein Lebewesen hat Vater und Mutter von derselben Art wie es selbst. (Heute wissen wir, dass dies einige Ausnahmen hat).
I 216
Es war eine Überraschung, als man feststellte, dass dies auch für einige Pflanzen gilt.
I 217
Verallgemeinerung: die meisten haben eine Ausnahme. Bsp ohne Ausnahme: vielleicht die Verallgemeinerung „Alle Säugetiere haben eine Mutter“. Ausnahmen/Gegenbeispiele/Bigelow/Pargetter: man darf die Bedrohung von Gesetzen durch Ausnahmen nicht überschätzen.
Gesetz/Bigelow/Pargetter: dafür suchen wir zweierlei:
a) etwas, das mehr ist als eine Regularität, andererseits
b) weniger als eine ausnahmslose Regularität.
Es kann sein, daß wir mit einem Gesetz eine wichtige Eigenschaften der Fälle aufgedeckt haben, die ihm genügen, auch wenn nicht alle Fälle ihm genügen.
Modal/Gesetz/Bigelow/Pargetter: These die Gemeinsamkeiten, die dem Gesetz genügen, sind modal.
Gesetz/Erklärung/Bigelow/Pargetter: wir brauchen nicht immer ein Gesetz, Bsp um zu wissen, dass unsere Katze schwanger ist. >Verallgemeinerung.
I 220
Gesetze/Bigelow/Pargetter: werden verbessert: Bsp Aristoteles – Kopernikus – Newton. Kopernikus: dachte noch, daß das Material des Mondes nicht in Richtung Erde fällt, sondern zum Mondmittelpunkt. Daher ist der Mond rund.
Newton/(s): erklärte erst die Kreisbewegung des Mondes.
Aristoteles: These alles (erdige und wasserhaltige) fällt zu einem Mittelpunkt und dieser ist zufällig der Mittelpunkt der Erde.
Pointe: damit erfüllt er auch die quasi-kopernikanische Theorie!
I 221
VsAristoteles: seine Theorie war dennoch falsch. Aber nicht weil irgendeine Bewegung anders gewesen wäre, sondern weil die Begründung falsch war: es geht um Gravitation, Aristoteles hielt das Zentrum der Erde für das Zentrum des Kosmos. Fehler: war nicht, dass Aristoteles meinte, kein Gegenstand fiele in eine andere Richtung, sondern weil er meinte, kein Gegenstand könne in eine andere Richtung fallen. (Notwendigkeit).

I 221
Gesetz/Gesetze/Bigelow/Pargetter: sind also Verallgemeinerungen (Beschreibung von Regularitäten) plus Zuschreibung von Notwendigkeit. (Dretske 1977, Tooley 1977, Armstrong 1978, 1983) Bigelow/Pargetter: wenn sie falsch sind, müssen sie strikt falsch sein oder leer. (Cartwright 1983, Hacking 1983).
I 222
Def Gesetze/Gesetz/Bigelow/Pargetter: sind Wahrheiten über Possibilia. Verstehen/Bigelow/Pargetter: Aktualia können nicht vollständig verstanden werden, ohne das Verstehen von Possibilia. ((s) Hier wird Verstehen in Verbindung mit Gegenständen, nicht Sätzen, gebracht).
Möwe/Verstehen/Bigelow/Pargetter: wir verstehen die aktuale Welt nur, indem wir sie im logischen Raum der möglichen Welten lokalisieren.
Naturgesetz/NG/Bigelow/Pargetter: These: kann nicht angemessen in einer nichtmodalen Sprache beschrieben werden. Und zwar, weil ein NG nicht bloß eine Regularität ist.
logische Form: d.h. ein NG kann nicht bloß als
(x)(Fx > Gx)
dargestellt werden.
logische Form : eines Naturgesetzes wird oft eine universelle Generalisierung (UG) sein. Aber es kann auch eine andere Generalisierung oder andere Form von Satz sein. Wir nehmen hier aber an, daß NG (UG) involvieren und daher folgende Form haben werden:
I 223
natN(x)(Fx > Gx). natürliche Notwendigkeit/Bigelow/Pargetter : beinhaltet (entails) dass Naturgesetze kontrafaktische Konditionale involvieren. Weil sie davon handeln , was passieren würde, nicht nur von dem, was passiert. Und zwar auch, wenn die Dinge in bestimmter Hinsicht anders wären, als sie sind.
D.h. zusätzlich zur Regularität
(x)(Fx > Gx)
wird es wahr sein, dass jedes F ein G sein würde ((s) Logik 2. Stufe!)
logische Form/(s) KoKo statt Quantifikation 2. Stufe:
(x) Fx wäre>wäre Gx)
das zusammen nehmen wir als Wahrmacher für den Satz
natN(x)(Fx > Gx). (s.o.)
Naturgesetz /Bigelow/Pargetter : These: das ist die Sicht von Naturgesetzen, die wir verteidigen.
LewisVsBigelow: (1979) die Theorie ist zirkulär.

I 226
Nichtmodale Theorie/Naturgesetze/Hume/Bigelow/Pargetter: (Statt relativer Notwendigkeit: ) die meisten nichtmodalen Theorie der Naturgesetze stammen von Hume ab. Dann können wir nomische Notwendigkeit als relative Notwendigkeit annehmen, ohne in einen Zirkel zu geraten. Pointe: dann können wir einfach nomische Notwendigkeit als relative Notwendigkeit annehmen und uns darauf verlassen, dass sie ihrerseits auf einem unabhängigen Zugang zu Gesetzen beruht!
Erklärung: also ist es sinnvoll, Gesetze zu gebrauchen, um nomische Notwendigkeit zu erklären, statt umgekehrt. Und das ist viel weniger obskur als modale Argumente.
I 227
BigelowVsVs: modale Erklärungen sind gar nicht so mysteriös. BigelowVsHume: Humesche Theorien sind nicht in der Lage, diese nichtmodalen Eigenschaften der Gesetze zu erklären, sie haben weniger Erklärungskraft.


Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Naturrecht Hobbes Bubner I 193
Naturrecht/Hobbes/Bubner: HobbesVsAristoteles: neuzeitliches Naturrecht. "Naturzustand" stellt eine Fiktion dar, in der zwar die rechtlichen Grundlagen der Staatsgründung verankert sind, während der eigentliche Vertragsschluss jenen Zustand durch ein künstliches Rechtsinstitut überwindet.
Das natürliche Recht kluger Interessenverfolgung jedes Einzelnen ebenso wie die prinzipielle , zur Todesdrohung gesteigerte Unmöglichkeit kollektiver Durchsetzung der Einzelinteressen gehören zu den Merkmalen des Naturzustands.
Beide Merkmals zusammen ergeben ein Dilemma, welches das Kollektiv erst durch Aufgabe der Rechte aller Einzelnen im Vertragsschluss hinter sich lässt.
Natur wirkt hier als Voraussetzung und Stimulans eines Schrittes über Natur hinaus in Hinsicht auf die Sicherung dauerhafter Ordnung.
Leviathan der vertraglich legitimierte Souverän garantiert die Ordnung. Er verdient nur wegen seiner Unvermeidlichkeit den Titel des Natürlichen.
Eigentlich ist er eine Maschine, der die göttliche Schöpfung imitiert.


Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Nietzsche MacIntyre Brocker I 660
Nietzsche/Moral/Ethik/MacIntyreVsAufklärung/MacIntyre: in Nietzsche erkennt MacIntyre den „Moralphilosophen der Gegenwart“. (1) Er habe das Versagen einer Rationalisierung der Moral diagnostiziert und die Konsequenzen aus diesem Zustand gezogen. Er demaskierte die Moral als einen untergründigen Willen zur Macht. Er ist der „äußerste Gegner der aristotelischen Tradition“ (2). NietzscheVsAristoteles.


1. Alasdair MacIntyre, After Virtue. A Study in Moral Theory, Notre Dame, Ind. 1981. Dt: Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart. Erweiterte Neuausgabe, Frankfurt/M. 2006 (zuerst 1987), S. 155
2. Ebenda S. 345


Jürgen Goldstein, „Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Notwendigkeit Wiggins II 285
Notwendigkeit/QuineVsAristoteles/VsEssentialismus: nicht unabhängig von unserer Spezifikation der Objekte.
II 292
Wiggins: Operator "es ist notwendig dass.." schafft opake Kontexte: Bsp für Jekyll gehalten zu werden ist nicht dasselbe wie für Hyde gehalten zu werden, auch wenn Jekyll = Hyde - auch starre Designatoren nicht in Kontexten mit "es ist möglich, dass.." austauschbar (und wahrscheinlich auch nicht in "notw...).
II 301
Notwendig/Wiggins: analog zu innerer/äußerer Negation: Tradition: Unterschied nach der ersten Methode zu verwischen: Bsp "notwendigerweise ist Sokrates ein Mensch" und "Sokrates ist notwendigerweise ein Mensch" - Wiggins pro zweite Methode - > Def Erfüllung für Sätze mit "notw": Wiggins pro Existenz als notwendige Eigenschaft - >Existenzgeneralisierung.
II 303
Notwendig/de dicto/Wiggins: einfach falsch: Bsp notwendigerweise (x)(x = Cicero) > (x ist ein Mensch) - de dicto: ist es wahr? Wenn ja, erhalten wir das falsche: notwendigerweise (Ez)(x)(x = z > (x ist ein Mensch).

Wiggins I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

Wiggins II
David Wiggins
"The De Re ’Must’: A Note on the Logical Form of Essentialist Claims"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Ontologie Aristoteles Bubner I 118
Ontologie/Aristoteles: kennt die Realgründe der Wirklichkeit, aus denen die Wissenschaften apodiktisch schließen. BubnerVsAristoteles: die Zuständigkeit der Beweisgründe bleibt unbestimmt, ortlos, und deckt damit nicht befriedigend die Notwendigkeit ab, den empirischen Geltungsbereich der Apodeixis zu bestimmen.


Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Ordnung Bigelow I 42
Ordnung/Universalien/Antisymmetrie/Bigelow/Pargetter: die Antisymmetrie kann dann zwischen unendlich vielen verschiedenen Universalien eine Ordnung (Hierarchie) aufstellen: Ordnung/Hierarchie:
1. Individuen: Def Individuum/Bigelow/Pargetter: was nicht von irgendetwas instanziiert wird.
2. Regel: der Rest wird durch folgende Regel gewonnen:

Wenn t1,t2,…tn Typen sind, dann ist auch (t1,t2...tn) ein Typ..
((s) d.h, Zusammenfassungen von Typen sind ebenfalls Typen).
Def Typ/Bigelow/Pargetter: ist dann eine Menge von Universalien, die aus einem bis unendlich vielen bestehen kann.
Bereich/domain/Bigelow/Pargetter: die Vereinigung aller Typen, jeder Typ ist eine Teilmenge des Bereichs. Es kann auch leere Teilmengen geben.

I 362
Reelle Zahlen/Bigelow/Pargetter: diese Theorie der Proportionen als Theorie der reellen Zahlen wurde Ende des 19. Jahrhundert von Dedekind und anderen entwickelt.
Ordnung/Verhältnis/Bigelow/Pargetter: für diese Theorie müssen wir die natürliche Ordnung, die durch Verhältnisse geschaffen wird, erweitern.
Geometrie: zeigt Proportionen, die nicht ganzzahlig wiedergegeben werden können.
Proportion/Terminologie/Bigelow/Pargetter: nennen wir Verhältnisse, die nicht ganzzahlig wiedergegeben werden können.
Realismus/Bigelow/Pargetter: plädiert dafür anzunehmen, dass es Gegenstände gibt, die die Proportionen des Goldenen Schnitts aufweisen, statt zu behaupten, es gäbe den Golden Schnitt nicht.
reelle Zahlen/Bigelow/Pargetter: Angenommen, es gäbe den Goldenen Schnitt nicht, gäbe es dann keine reellen Zahlen?
I 363
Ist die Existenz reeller Zahlen kontingent auf der Existenz von Quantitäten? Aristoteles/Bigelow/Pargetter: fordert, dass jede Quantität instanziiert sein muss, um zu existieren
VsAristoteles: das scheint mathematische Tatsachen von empirischen Fakten abhängig zu machen.
Platonismus/Bigelow/Pargetter: für ihn existieren alle Quantitäten, unabhängig davon, ob sie instanziiert werden. Das garantiert reine Mathematik.


Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Ousia Aristoteles Adorno XII 54
Sein/Ousia/Aristoteles/Adorno: Aristoteles hilft sich ein bisschen handfest, indem er sagt, es sei ousia das jetzt und hier Daseiende im Sinn der Genese, aber dem rein geistigen ontologischen Rang nach sei die ousia das Erste im Sinn der Idee. AdornoVsAristoteles: das ist eine etwas gewalttätige Trennung von Genesis und Geltung. Sie kehrt wieder in Max Schelers sonderbarer Theorie der Ideen. (Siehe Ideen/Scheler).

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Paradoxien Logik-Texte Re III 187f
Paradoxien: Hierarchie (Tarski): - Problem: Der >Kreter weiß nicht, welche Stufe seine eigene Aussage annimmt - sinnvoll nur, wenn Wahrheitszuschreibung über eine niedrigere Stufe erfolgt - setzt Kenntnis voraus! (>Wissen / >Verstehen). Selbstbezüglichkeit: ist gar nicht immer schlecht oder fehlerhaft.
Re III 192f
Curry-Paradox: Wenn A und wenn A. dann B, dann B - Wenn dieser Bedingungssatz wahr ist, dann ist Schnee schwarz - ponendo ponens - Lösung: Kontraktion: zwei Anwendungen durch eine ersetzt - Veränderung der Logik. Bsp Wenn dieser (Bedingungs-)Satz wahr ist, dann ist Schnee schwarz.
consequentia mirabilis: Wenn A, dann ~A, also ~A - Kontraktion: Wenn A,dann wenn A, dann 0=1; also wenn A, dann 0=1.
Kontraktion führt zur Trivialität: macht jede Aussage aus Curry-Paradox wahr.
Re III 196
Semantisch abgeschlossen: Sprache enthält eigene Wahrheitsprädikate - Vermeidung von Paradox: Trennung der Wahrheitsbedingungen von Falschheitsbedingungen.
Sai V 17
Zenon/Sainsbury: Zenon These: kein Bereich des Raums ist unendlich teilbar, sodass er eine unendliche Anzahl von Teilen hat, wenn jeder Teil eine gewissen Ausdehnung hat: denn dann ist die Summe unendlich groß - Zenon versuchte damit zu zeigen, dass es nicht wirklich viele Dinge gibt - überhaupt könne kein Gegenstand Teile haben, denn dann müsse er unendlich groß sein. - V 19 Sainsbury: unendliche Teilung geht nur geistig. - Problem: dann keine Zusammensetzung zum Raum - bei der Zusammensetzung muss der Raum aber nicht unendlich wachsen. - Bsp Folgen mit Grenzwert
Sai V 38f
Pfeil/Paradoxie/Zenon: zu jedem Zeitpunkt nimmt der fliegende Pfeil einen mit ihm identischen Raum ein. Der Pfeil kann sich also in einem Moment nicht bewegen, da Bewegung eine Zeitspanne erfordert, und eine Moment als Punkt gesehen wird - das gilt auch für alles andere: nichts bewegt sich. Zeit/AristotelesVsZenon: Zeit besteht nicht aus Punkten.
SainsburyVsAristoteles: heute: wir versuchen ständig, Zeitpunkte zuzulassen: Bsp Beschleunigung an einem Punkt usw.
V 39
Die Frage, ob sich der Pfeil in einem Moment bewegt oder ruht, bezieht auch andere Momente mit ein - Def Ruhe/Sainsbury: ein Gegenstand ruht unter der Bedingung, dass er sich auch in allen nahe liegenden Momenten am selben Punkt befindet - keine Information über den einzelnen Moment kann feststellen, ob sich der Pfeil bewegt - die Prämisse ist annehmbar: keine Bewegung im Moment - aber die Folgerung ist unannehmbar.
Sai V 184
Satz/Aussage: nur bei bestimmter Gelegenheit zirkulär. - Die Paradoxie liegt daher nicht in der Bedeutung, sondern in der Gelegenheit. - ((s) Abhängig vom Gebrauch).
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Politik Hobbes Adorno XIII 239
Politik/Hobbes/Adorno: die Machtkämpfe innerhalb deren der Hobbessche Materialismus zu verstehen ist, waren im Wesentlichen die Machtkämpfe zwischen dem Staat als einer Organisation, die das reale Zusammenleben der Menschen betrifft, gegenüber der Macht der Kirchen. Das innere Pathos des ganzen Hobbesschen Denkens geht eigentlich, das ist ganz renaissanceistisch, und darin ist er Macchiavelli ganz ähnlich, dahin, die Staatsmacht gegenüber den Eingriffen der Kirche zu kräftigen. Wie verbindet sich Hobbes‘ extrem autoritäre Staatsphilosophie mit einer bestimmten materialistischen Grundkonzeption in der Metaphysik oder der Naturphilosophie?
Adorno XIII 249
Politik/Macht/Hobbes/Adorno: Die Idee der Naturbeherrschung wird von Hobbes ausgedehnt auch auf die innermenschliche Natur. Er setzt die menschliche Natur eigentlich der Tierwelt gleich, wie in seinem berühmten Gleichnis, dass ein Mensch dem anderen Menschen wie ein Wolf sei - homo homini lupus - deutlich wird.
XIII 250
HobbesVsAristoteles: Der Aristotelische Begriff des zoon politikon, des Menschen als politischem Tier, wird von Hobbes geleugnet. Für den nominalistischen Hobbes gibt es nur die reinen, naturwüchsigen, sich selbst erhaltenden Einzelwesen. Von dieser Auffassung sind gewisse Momente in der Ethik des Spinoza - z.B. der Grundsatz, dass ein jedes Seiende zunächst bestimmt werde von dem Bedürfnis, sich selbst zu erhalten - gar nicht so verschieden.
XIII 251
Staatsvertrag/Hobbes/Adorno: nach Hobbes ist die Freiheit zu nichts Gutem nütz. Die bösen Tiere - die Menschen - übertragen sie auf den Souverän, der sie soweit behält, wie er ihnen die Möglichkeit der Selbsterhaltung weiter garantiert. Materialistisch daran ist, dass die Menschen als Naturwesen nur durch das nackte Bedürfnis konstituiert sind und die einzige Chance, über die Möglichkeit des Konfliktes herauszukommen ist, dass die Erfüllung der Bedürfnisse davon abhängig gemacht wird, dass auf den ursprünglichen Krieg aller einzelnen gegen alle einzelne - das ursprüngliche bellum omnium contra omnes - verzichtet wird.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Prädikation Geach I 52
Zwei-Namen-Theorie/ZNT/GeachVsAristoteles: falsche Angleichung von Prädikation und Benennen: als ob Prädikate (komplexe) Namen wären: "auf der Matte". - Bsp (s) "der Erstecher-von-Cäsar erstach den von Brutus erstochenen" - Geach: außerdem würde noch ein Bindeglied gebraucht - Zwei-Namen-Theorie: "Sokrates ist Philosoph" soll wahr sein, weil dieselbe Sache benannt wird - Vs: "Philosoph" (allg Term) ist kein Name für "alle (oder jeden) Philosophen".
I 70
kontradiktorische Prädikationen wie "Fa" und "~Fa" beziehen sich auf ein gemeinsames Subjekt - keine "kontradiktorischen Subjekte".
I 252
Prädikation/Geach: kann ohne Benennen geschehen: in einem Wenn-dass-Satz oder in einem Oder-Satz kann ein Term P von einem Ding prädiziert werden, ohne das Ding damit "P" zu nennen - Bsp "Wenn das, was der Polizist gesagt hat, wahr ist, dann ist er schneller als 60 gefahren". Das nennt den Satz des Polizisten nicht wahr. - (> Konditional). - Prädikation/Benennen: jahrhundertealter Fehler: dass das Prädikat vom Ding ausgesagt wird - Frege: Unterschied Behauptung/Prädikation: um ein Ding "P" zu nennen, muß ein Satz behauptet werden! Aber eine Eigenschaft wird auch in einem nicht-behauptenden Nebensatz (Teilsatz) prädiziert - daher muss Benennen durch Prädikation erklärt werden, nicht umgekehrt.
I 290
Prädikation/Geach: falsch: "SiP" zu lesen als "ein Ding ist ein Prädikat" - (Ursprung: "Zwei-Namen-Theorie, Aristoteles) ein Subjekt kann nicht negiert werden - Satznegation: Negation des Prädikats -
I 291
GeachVsAristoteles: Vs " href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/suche.php?volltext=Zwei-Namen-Theorie&x=10&y=10">Zwei-Namen-Theorie"/ZNT: verwechselt Relation von Namen zu Benanntem mit Relation des Prädikats zu dem, wovon es ausgesagt wird. - > Falsche Lehre der Dreifaltigkeit.
I 295
Prädikation/Theologie/Thomas v. Aquin: Ausdruck nach "als" ist prädikativ: Bsp "Christus insofern er Mensch ist" - Unterscheidung zwischen Subjekt und Prädikat, VsZwei-Namen-Theorie - falsch: Zwei-Namen-Theorie: Bsp "seine götliche Natur ist unsterblich, seine menschliche sterblich" - Aquin: kann unterscheiden: "Christus als Mensch ist Gott": falsch. - Zwei-Namen-Theorie: kann das nicht, weil "Mensch" und "Gott" bloß zwei Namen - VsOckham: Bsp bei ihm ist "humanitas" nicht mehr als "Majestät": ein verkleideter Name für ein konkretes Ding. - Problem: für Ockham ist das Menschliche nicht länger menschlich, wenn es als Gottes Sohn betrachtet wird. - VsOckham: weil es nicht echt abstrakt ist, wird Bsp das Bürgermeisteramt zum Bürgermeister.
I 300
Prädikation/Thomas von Aquin/Geach: Subjekt: bezieht sich auf ein suppositum (ein "Angenommenes") - Prädikat: bezieht sich auf eine Form oder Natur. - Prädikation: ungleich Benennen: Bsp "Der Premierminister wurde Premierminister" - Unsinn: "Welcher Premierminister?".

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Praktischer Syllogismus Aristoteles Wright I 36
Praktischer Syllogismus/Aristoteles/Wright, G. H.: Die Idee geht auf Aristoteles zurück. (Aristoteles, Ethica Nicomachea, 1147a 25-30). Wright: der Schlüsse zu einer korrekten Interpretation ist nicht leicht zu finden. Aristoteles selbst behandelt das Thema sehr unsystematisch und seine Beispiele sind häufig verwirrend. Eine Möglichkeit der Rekonstruktion ist: Der Ausgangpunkt oder Obersatz des Syllogismus erwähnt einen Wunschgegenstand oder ein Handlungsziel; der Untersatz setzt eine bestimmte Handlung quasi als Mittel zum Zweck mit diesem Gegenstand in Beziehung; die Conclusio besteht schließlich in der Verwendung dieses Mittels zur Erreichung jenes Zwecks. Wie in einem theoretischen Schluss die Behauptung der Prämissen notwendigerweise zur Behauptung der Conclusio führ, folgt somit in einem praktischen Schluss aus der Bejahung der Prämissen die ihnen entsprechende Handlung.
Anscombe: der praktische Schluss stellt keine Beweisform dar, sondern eine Begründungsform, die von anderer Art ist als der Beweis-Syllogismus.
WrightVsAristoteles: die Besonderheiten des praktischen Syllogismus sowie seine Beziehung zu theoretischen Begründungen sin jedoch komplex und bleiben unklar.


WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Präsuppositionen Stechow I 80
Präsupposition/Strawson: auch für die Falschheit von "Alle meine Kinder schlafen" ist die Existenz eine Voraussetzung. Syllogismen/StrawsonVsAristoteles: die Präsupposition gilt nicht für den Prädikatsterm. - Satzbedeutung/Strawson: dann nicht mehr Menge von möglichen Welten sondern partielle Funktion von möglichen Welten in Wahrheitswerte - weil eine Wahrheitswertlücke möglich sein soll.
I 113
Präsupposition/Stechow: ein Satz präsupponiert alle seine logischen Folgen - Satzbedeutung: partielle Funktion - Präsupposition: Mengen von Situationen - also Propositionen.
I 121f
(Existenz-) Präsupposition: = Beschränkung des Bereichs - dom(p) = Vorbereich = Präsupposition von p.
I 123
Präsupposition/Stechow: besagt, dass die Auswertungssituation im Bereich der Argumentproposition sein muss (d.h. Bedeutung) eine Präsupposition muss eine Bedeutung sein, kein Wahrheitswert. Originalstelle/Frege: ...Kepler starb im Elend: setzt voraus, dass der Name etwas bezeichnet. - Aber die Voraussetzung ist nicht Teil des Gedankens (Proposition), den der Satz ausdrückt.
A. von Stechow
I Arnim von Stechow Schritte zur Satzsemantik
www.sfs.uniï·"tuebingen.de/~astechow/Aufsaetze/Schritte.pdf (26.06.2006)
Sätze Geach I 204
Satz/Name/Abkürzung/Stellvertreter/Geach: Bsp wenn "P" und "Q" Abkürzungen von Sätzen sind und "A" und "B" die jeweiligen Namen dieser Sätze, dann könnten wir eine Konvention haben, durch die "A > B" der Name (Abkürzung) des Satzes "P > Q" ist. Autonym/Carnap: das Zeichen ">" wird in "A > B" als Zeichen seiner selbst, autonym, gebraucht - (Geach pro).
I 258
Konjunktion/Satz/Frege: "p u q" ist ein Satz, der verschieden ist von "p" und "q" einzeln. Mill: dito: sonst wäre "eine Gruppe Pferde" als "eine Art Pferd" zu analysieren - aber es folgte nicht aus "Jim ist überzeugt, dass seine Frau untreu ist" Jim ist überzeugt und seine Frau ist untreu". - Lösung: "die Tatsache, dass..." ist immer als Paar von Aussagen aufzuteilen.
I 291
Satz/GeachVsAristoteles: es ist ein Fehler, komplexe Sätze als Kombination von Atomsätzen zu analysieren.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Syllogismen Mill Prior I 121
Syllogismus/MillVsAristoteles: Bsp Ein Drache atmet Feuer, ein Drache ist ein Schlange, Ergo: einige oder alle Schlangen atmen Feuer - das ist nach Aristoteles gültig.
RussellVsAristoteles: das ist einfach ungültig, weil die Prämissen falsch sind: ein Drache existiert nicht. - Russell: entweder meinen die Prämissen: "Drache ist ein Wort, das ein Ding bedeutet, das Feuer speit" oder "Die Idee (Vorstellung) eines Drachens ist die Idee eines Dings, das Feuer speit". - Form der Begründung: einmal "Wort" , zweimal "Idee".

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003
Teleologie Epikur Adorno XIII 217
Teleologie/Zweck/EpikurVsAristoteles/Epikur/Demokrit/Adorno: Epikur wendet sich noch stärker als Demokrit gegen das Hineintragen von Zwecken in die natürlichen Dinge. Allerdings soll durch die Kritik an dem Zweckgedanken radikal jede Beziehung auf Götter ausgeschaltet werden, die da in den Dingen ihr spukhaftes Wesen getrieben hatten.


A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Teleologie Jonas Brocker I 614
Teleologie/Zwecke/Natur/Existenz/Letztbegründung/JonasVsAristoteles/Jonas: Jonas These: wir müssen Zwecke in der Natur annehmen, statt sie im Handeln des Subjekts zu verorten. (1) Dies sei begründbar durch den in der Natur auffindbaren Selbsterhaltungstrieb allen Lebens. (2) Zusammenhang: es geht um die Frage, wie zu begründen sei, dass wir zukünftigen Generationen zuliebe unser heutiges Leben einschränken sollten. Siehe Generationengerechtigkeit/Jonas, Existenz/Jonas, Verantwortung/Jonas, Menschheit/Jonas.
Jonas spricht von der »Überlegenheit von Zweck an sich über Zwecklosigkeit« und ergänzt: »In der Zielstrebigkeit als solcher, deren Wirklichkeit und Wirksamkeit in der Welt nach dem Vorigen […] als ausgemacht gelten soll, können wir eine grundsätzliche Selbstbejahung des Seins sehen, die es absolut als das Bessere gegenüber dem Nichtsein setzt. In jedem Zweck erklärt sich das Sein für sich selbst und gegen das Nichts« (3).
.

1. Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Frankfurt/M. 1979, S. 138.
2. Ebenda S. 142f.
3. Ebenda S. 155.
Manfred Brocker, „Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Jonas I
Hans Jonas
Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation Frankfurt 1979

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Terminologien Epikur Adorno XIII 212
Intentio obliqua/Epikur/Adorno: es gibt bei Epikur schon, und das ist hellenistisch und spätanik, jedenfalls in einer rudimentären Gestalt, die Rückfrage auf das Subjekt, auf den Erkennenden; wir nennen das die intentio obliqua. Das Moment der sinnlichen Wahrnehmung wird von ihm viel stärker hervorgehoben als beim Demokrit, es ist bei ihm die alleinige und wahre Quelle der Erkenntnis, der gegenüber der Geist etwas durchaus Abgeleitetes, Unselbständiges, Sekundäres sein soll.
Adorno XIII 217
Doxa/Terminologie/Epikur/Adorno: es gibt bei Epikur ebenso wie im Platonismus oder bei Aristoteles oder bei den Eleaten die Doxa, die bloße Meinung, den Trug, nur ist die Bedeutung jener genau entgegengesetzt. EpikurVsAristoteles/EpikurVsEleaten/EpikurVsPlaton: Als das trügerische Element der Doxa gilt ihm nicht länger das sinnlich Mannigfaltige. An unseren Wahrnehmungen ist sozusagen falsches Bewusstsein und Irrtum das, was durch unsere Reflexion hereingetragen wird. Der Grund des Scheins ist bei Epikur die Reflexion, das falsche Denken.


A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Terminologien Geach I 52
Zwei-Namen-Theorie/ZNT/GeachVsAristoteles: falsche Angleichung von Prädikation und Benennen: als ob Prädikate (komplexe) Namen wären: "auf der Matte" - ((s) Bsp "Der Erstecher-von-Cäsar erstach den von Brutus erstochenen"). - Geach: außerdem würde noch ein Bindeglied gebraucht. - Zwei-Namen-Theorie: Bsp "Sokrates ist Philosoph" soll wahr sein, weil dieselbe Sache benannt wird - Vs: "Philosoph" (allgemeiner Term) ist kein Name für "alle (oder jeden) Philosophen".
I 54
Zwei-Klassen-Theorie/ZKT/GeachVs: ist noch schlimmer als die Zwei-Namen-Theorie: der allgemeine Term "Philosoph" bezeichne die "Klasse der Philosophen". - Sokrates ist dann nur einen Teil der Klasse. Vs: Die Elementrelation ist ganz anders als die Teilklassen-Relation: Bsp Ein Parlamentsauschuss ist kein Mitglied des Parlaments. - Aber: "ist ein Philosoph" bedeutet in beiden Anwendungen genau dasselbe.
Kopula: Fehlschluss der Teilung: als ob es zwei Sorten "ist" gäbe: eins für "ist Philosoph" und eins für "ist Element der Klasse der Philosophen". - Geach: äquivalente Sätze müssen nicht in äquivalente Teilsätze aufgeteilt werden können - "jeder Logiker" ist nicht äquivalent zu "Klasse der Logiker".
I 122
Lateinsatztheorie/latin prose theory/Geach: das Relativpronomen wird als Verbindung eines Bindeworts mit einem gebundenen Pronomen behandelt: "der" wird übersetzt mit "damit": Bsp Der König schickte Abgesandte, damit sie Frieden erbäten. - Bsp (>Bach-Peters-Sätze) Lösung: Ein Junge küßte ein Mädchen, und sie liebte ihn wirklich, aber er machte ihr nur etwas vor (das ist immer noch zweideutig) - wohl aber Lösung: Bsp Jeder wahre Engländer verehrt __ vor allen... und __ ist seine Königin.
I 239
Prädikat/Terminologie/Geach: Prädikate nenne ich nur so, wenn sie als Hauptfunktor in einer Proposition gebraucht werden, sonst "predicables". I-Prädikablen/I-Prädikat/Geach: (s): diejenigen Prädikate, in Hinblick auf die zwei Gegenstände in einer gegebenen Theorie ununterscheidbar sind - wenn in einer erweiterten Theorie Unterscheidungen getroffen werden können, dann ändert das I-Prädikat nicht seine Bedeutung, es ist nur kein I-Prädikat mehr. - Bsp "gleichförmig" für (verschiedene, aber noch gar nicht unterschiedene) Tokens von Wörtern, später werden Tokens erst unterschieden, aber immer noch "gleichförmig".
I 245
"Zumensch"/"surman"/Geach: (sollen identisch sein, wenn sie den gleichen Familiennamen haben) werden nicht doppelt gezählt - weil in verschiedenen Theorien anders mit Prädikaten versehen - und also verschieden gezählt. - ((s) Durch Theorie als verschieden identifiziert.) - Bsp mit demselben Recht im Universum anwendbar: "ist dasselbe Token wie...", "ist derselbe Typ wie...," "ist derselbe Lexikoneintrag wie...".
I 250
Zuschreibungstheorie/Geach: Vs "Willensakte": Zuschreibung von Verantwortung statt Kausalität (GeachVs) - Oxford: zu sagen, eine Handlung sei willentlich, ist keine Beschreibung der Handlung, sondern eine Zuschreibung.
I 291
GeachVsAristoteles: Vs "Zwei-Namen-Theorie"/ZNT: verwechselt die Relation von Namen zu Benanntem mit der Relation des Prädikats zu dem, wovon es ausgesagt wird. - > falsche Lehre der Dreifaltigkeit.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Unterscheidungen Wittgenstein Rorty VI 414
WittgensteinVsAristoteles/Rorty: falsche Frage: "welche meiner Unterscheidungen sind Realunterscheidungen" -

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Ursachen Gould II 78
Ursachen/Aristoteles/Gould: nach Aristoteles hat jede Begebenheit vier deutliche Arten von Ursachen: Bsp: Haus: Was ist die Ursache meines Hauses? 1. Materielle Ursache: Es macht einen Unterschied, welches Material verwendet wird.
2. Bewirkende Ursache: Die tatsächliche Arbeit muss ausgeführt werden.
3. Formale Ursache: Die vorher festgelegten Baupläne.
4. Finale Ursachen, Zweckursachen/GouldVsAristoteles: Diese werden heute nicht mehr angenommen.
Heute beschränken wir uns auf die "bewirkende Ursache" des Aristoteles und betrachten die Zusammensetzung z.B. des Tisches nicht als irrelevant, aber man nennt sie nicht mehr Ursache.
Aristoteles glaubt, dass es Bsp "sowohl donnert, weil es ein Zischen und Toben geben muss, während das Feuer gelöscht wird, als auch um den Seelen im Tartarus zu drohen". (1)

III 239
Ursache/Wirkung/Evolution: nicht immer eindeutig zu bestimmen. Bsp Gehirn: niemand kann sagen, dass unser Gehirn durch natürliche Selektion zu einem bestimmten Zweck größer wurde! Komplexität/Mensch/Evolution: stellt eine passive Folge von Evolutionsprinzipien dar, deren Hauptergebnis etwas ganz anderes ist.
Ein Effekt, aber keine Wirkung von Ursachen, die zu ihrem Zweck tätig werden.


1. Aristoteles, Anal.Post II 94b, 1. 28

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Verstand Minsky Münch III 125
Alltagsverstand/Alltagsprobleme/MinskyVsAristoteles: eher logische Ansätze funktionieren nicht. Syllogismen bewältigen nicht die Alltagskomplexität beim Problemlösen. Axiome: "Man geht nicht unbekleidet aus dem Haus" usw.
Da Logiker nicht mit Systemen zu tun haben, die später erweitert werden können, müssen sie Axiome entwerfen, die nur erlaubte Schlüsse zulassen.
Bei Intelligenz ist das anders.


Marvin Minsky, “A framework for representing knowledge” in: John Haugeland (Ed) Mind, design, Montgomery 1981, pp. 95-128 - dt.: Eine Rahmenstruktur für die Wissensrepräsentation, in: Dieter Münch (Hrsg.) Kognitionswissenschaft Frankfurt 1992

Minsk I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1988

Minsk II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
Wahrheit Geach I 15
Wahrheit/GeachVsAristoteles: Aristoteles verwechselt zwei Begriffspaare: 1. von Sätzen: wahr/falsch
2. von Prädikation: "wahr-von"
Tarski: "wahr-von" ist Grundlage, >Erfüllung.
I 76
Wahrheit/Tarski: Erfüllung ("wahr-von"): kann nicht auf Bestandteile, sondern nur auf ganze Sätze angewendet werden. - Auch komplexen Sätzen entspricht eine Aussagenfunktion. Semantische Wahrheitsdefinition: relevante Beziehung: die Relation des Prädikats zu dem Ding, von dem die Aussage wahr ausgesagt wird: aber der Satz ist keine Tatsache.
I 258
Wahrheit/Oxford-Schule: einige Autoren: Wahrheit wird nur bei Behauptungen angewendet. - GeachVs: dann wäre "p v q" nicht wahrheitsfunktional! > Wahrheitsfunktionen.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Wesen Kuhn I 116
Wesen/NewtonVsAristoteles/Kuhn: es geht nicht um das Wesen des Steins. - Der Stein fällt einfach. - Zur gleichen Zeit: VolaireVs: "vis dormitiva". - Danach Aufkommen der Korpuskulartheorie: Form der Opiumteilchen.
I 117
Entscheidend ist der Kontakt der Korpuskeln. - VsFernwirkung. - So folgte aus Newtons Theorie der Grund für ihre Ablehnung. - (Wegen der angenommenen Fernwirkung).

Kuhn I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973
Wissenschaft Aristoteles Bubner I 120
Epagogé/Aristoteles/Bubner: entsteht aus der rhetorischen Übung des Beibringens von Beispielen. Hinführung. Nicht strenge Induktion im heutigen Sinn des Verhältnisses von Allaussagen und Einzelfällen. Bei Aristoteles: kein vergleichbares Subsumtionsverhältnis.
Vorwissen/Aristoteles: woher stammt es? Das konkrete Einzelne ist uns aus der Sinneserfahrung immer schon vertraut. Aber das Allgemeine?
Allgemeinheit/Wissen/AristotelesVsPlaton: VsAnamnesis: auch Wissen über das Allgemeine stammt aus sinnlicher Erfahrung und eben Epagogé.
Wissenschaft/Aristoteles: Prinzipien als Basis können nicht Gegenstand der Wissenschaft sein. DF. Sie entstammen der Induktion und sind aber intuitiv zu erfassen.
I 123
BaconVsAristoteles: "Novum Organon" (!620): Überdruss an scholastischem Formelkram. Hinwendung zu Empirie und Realitätssinn. "Wenn erst einmal die Menschen vom Urteil eines anderen abhängig geworden sind, (Senatoren ohne Stimmrecht) dann mehren sie die Wissenschaft nicht mehr, sie beschränken sich darauf, gewissen Schriftsteller zu rühmen..."
Bacon: pro Induktion aus konkret sinnlich Gegebenem, Vs unfruchtbare Dialektik des Aristoteles, die aus Syllogismen besteht.
Wissenschaft/Antike/Bubner: hat durchaus das Eigentümliche kindlicher Welterforschung an sich. Fruchtbar an Streitfragen, arm an Werken. klebt für Jahrhunderte fest.
Künste/Antike/Bubner: im Gegensatz zur Wissenschaft waren sie auffallend lebendig.
I 147
Wissenschaft/Aristoteles/Bubner: jede Einzelwissenschaft hat es mit Wirklichkeit zu tun, aber keine mit der Wirklichkeit an sich, sondern nur mit dem gewählten Aspekt. "Sie schneiden aus dem Seienden einen Teil heraus und betrachten ihn hinsichtlich des ihm Zukommenden." Auch die Summe der Einzelwissenschaften wird die Begrenzung nie überwinden, die in der Spezialisierung liegt.
Die Frage nach der Wirklichkeit dahinter lässt sich im Umkreis des vorliegenden Wissens gar nicht stellen.


Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Wissenschaft Heidegger Rorty II 65
Wissenschaft/Heidegger/Derrida: harte Wissenschaften sind Handlanger des technischen Fortschritts, keine Ausblicke auf die unverhüllte Realität. Kierkegaard/NietzscheVsPlaton, NietzscheVsAristoteles: Streben nach objektiver Wahrheit ist nicht die lohnendste und menschlichste Tätigkeit.

Figal I 107f
Wissenschaft/Heidegger: »sie gibt ein Bild« für das Handeln. In der Orientierung am Bild liegt noch »Befangenheit«.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Figal I
Günter Figal
Martin Heidegger zur Einführung Hamburg 2016
Zukunft Quine VI 127f
Zukunft/QuineVsAristoteles: Bsp "Morgige Seeschlacht": die morgige Seeschlacht gibt es nicht. Daher auch keine Aussagen über sie. Auch nicht die Aussage, dass "es jetzt noch nicht wahr" sei.. - Das unterstellt:
1. Allwissenden Gott
2. Determinismus Das ist mit unserer Handlungsfreiheit unverträglich.
Freiheit/Quine: wir tun, wofür wir uns entscheiden - ob Entscheidungen determiniert sind, steht nicht zur Debatte - Satz vom ausgeschlossenen Dritten auf jeden Fall gültig - höchstens Unvollständigkeit - nicht mehrdeutige Sätze sind wahr, sondern die entsprechenden Äußerungen - Vervollständigung: liegt aber nicht in der Zukunft! - ((s) Sondern in der Information.)
Wahrheitswert (WW)/Zukunft: kann offen gelassen werden, aber nicht der Sinn des Satzes.
VI 129
Pro dreiwertige Logik: es geht um Wahrheitswerte, und nicht darum, ob der Satz sinnvoll ist, wäre von der Existenz eines Einhorns abhängig - so sollte es auch sein - Vs: Problem: zu viele wahrheitsfunktionale Kombinationen.
XIII 73
Zukunft/Quine:
XIII 74
Frage: sind Sätze über die Zukunft weder wahr noch falsch (ohne Wahrheitswert) bis die Sache entschieden ist? Aristoteles: pro. Das wird auch heute noch von einigen Theologen unterstützt.
Zukunft/Theologie: wenn ein Satz über die Zukunft heute schon wahr ist, muss Gott ihn wissen, dann folgt daraus aber auch der Determinismus. Das ist aber eine andere Art von Determinismus als der, der unter „Willensfreiheit besprochen wurde.
Problem: dann können Menschen nicht mehr frei handeln und freies Handeln ist eine Voraussetzung für Lob und Tadel, Sünde und Gnade.
Quine: ich hoffe, der Leser ist von meiner Darstellung des Arguments nicht überzeugt.
Voraussage/Vorhersage/Zukunft/Aussage/Lösung/Quine: These: Aussagen über die Zukunft sind wahr oder falsch wenn sie ausgesagt werden, wie kapriziös oder unbegründet sie auch sein mögen.
Vorteil: nur wenn wir das akzeptieren, können wir Zeit und Raum auf einer Stufe behandeln. Nämlich Zeit als 4. Dimension.
Ethik/Moral/Zeit/Zukunft/Quine: auch für die moralische Diskussion erhalten wir daraus Vorteile: Bsp
Dilemma: a) Umweltschutz kommt den Menschen wie den noch Ungeborenen zugute,
b) Geburtenkontrolle kommt der Umwelt zugute. Damit leugnen wir aber die Rechte von Ungeborenen.
Vierdimensionalismus/Zukunft/Vergangenheit/Lösung/Quine: These zukünftige und vergangene Gegenstände und Leute sind genauso real wie gegenwärtige.
XIII 75
Zeitlos: zeitlos gesprochen sind Ungeborene genauso real und ihre Interessen sind genauso zu respektieren. Geburtenkontrolle: Leute, die wegen ihr niemals geboren werden, sind eine Fiktion. Solche Leute gibt es nicht, auch nicht zeitlos! Ethik/Moral/Zukunft/Nichtexistenz/Quine: damit wird durch die Geburtenkontrolle auch niemandes Recht verletzt.
Vierdimensionalismus/Möglichkeiten/Mögliche Gegenstände/Possibilia/Quine: der Vierdimensionalismus schafft einen Platz an der Sonne für alle zukünftigen Aktualitäten, wie unvorhersehbar auch immer, aber keinen Trost oder Hilfe für bloße Möglichkeiten.
Aktual/Possibilia/Quine: die Rechte der Nichtaktualisierten sind kontingent auf ihrer Aktualisierung.


Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 30 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsAristotelesVsAristoteles Berkeley Vs Aristoteles I 230
Allgemeines/BerkeleyVsAristoteles/BerkeleyVsPlaton/BerkeleyVsLocke: die Vorstellung eines Dreiecks als abstrakte Vorstellung darf weder spitzwinklig noch rechtwinklig, noch stumpfwinklig sein (>SellarsVsLocke: Disjunktion, Berkeley: Rejektion). Berkeley: dann ist es aber überhaupt kein Dreieck, also gibt es keine abstrakten Vorstellungen.
I 231
VsBerkeley: wie ist dann überhaupt Wissenschaft möglich? Lösung/Berkeley: Verweisungscharakter der Zeichen.
G. Berkeley
I Breidert Berkeley: Wahrnehmung und Wirklichkeit, aus Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen, Göttingen 1997
VsAristotelesVsAristoteles Black Vs Aristoteles III 99
Mensch/Menschlichkeit/Moral/Ethik/Black: was ist ein Verhalten, das anderen Menschen gegenüber angemessen ist?
III 100
Angemessenheit/Black: versteht man meist in Bezug auf eine bestimmte Funktion wie Arzt, Richter usw. Uns geht es hier aber um den Menschen als solchen, den Menschen „qua Mensch“. Mensch/Aristoteles: These: hat qua Mensch eine eigene Funktion.
BlackVsAristoteles: sein einziges Argument dafür ist, daß Handwerker auch eine Funktion haben. Und es wäre merkwürdig, wenn der Mensch dann keine hätte. Aber in Abwesenheit eines religiösen Glaubens ist es nicht plausibel, daß Mensch teleologische Entitäten wären, mit einem bestimmten Zweck.
III 101
Insbesondere auch keine wie ein Organ wie das Herz. Sonst müßten wir Menschen als Teile eines überindividuellen Wesens (Statt oder „Volk“) ansehen. Menschlichkeit/Black: ohne religiöse Implikationen: was ist das richtige Verhalten eines Menschen gegenüber anderen Menschen? Bsp Vertreter mehrerer Religionen in einem Rettungsboot: welche Verpflichtungen haben sie gegeneinander, wenn sie auch nicht verwandt sind oder von gleicher Nationalität?

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
VsAristotelesVsAristoteles Bubner Vs Aristoteles I 118
Ontologie/Aristoteles: kennt die Realgründe der Wirklichkeit, aus denen die Wissenschaften apodiktisch schließen. BubnerVsAristoteles: die Zuständigkeit der Beweisgründe bleibt unbestimmt, ortlos, und deckt damit nicht befriedigend die Notwendigkeit ab, den empirischen Geltungsbereich der Apodeixis zu bestimmen.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
VsAristotelesVsAristoteles Derrida Vs Aristoteles Habermas I 221
DerridaVsAristoteles: nicht mehr Vorrang der Logik vor der Rhetorik, sondern umgekehrt. Allerdings stellt er seine Vorhaben nicht in die Philosophiegeschichte: andernfalls hätte er den Stellenwert seines eigenen Projektes relativieren müssen an der Überlieferung von Dante bis Vico, über Hamann, Humboldt, Dilthey bis Gadamer.

Derrida I
J. Derrida
Grammatologie Frankfurt 1993

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
VsAristotelesVsAristoteles Descartes Vs Aristoteles Esfeld I 209
DescartesVsAristoteles: 1. VsTeleologie, 2. VsEssentialismus. Keine hierarchische Ordnung von Formen, die in Gott kulminiert.
>Teleologie, >Essentialismus.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
VsAristotelesVsAristoteles Fraassen Vs Aristoteles I 130
Asymmetrie/Erklärung: wird durch unser anderes Ergebnis gelöst: kontextuelle Relevanz. Das Interesse des Fragenden wird eine Rolle spielen.
I 131
Aristoteles: (FN 35) („Posterior Analytics“ I, 13): entwickelt eine Typologie von 4 Erklärungs-Faktoren, die „Vier Ursachen“. Fraassen: dann kann es zwei (relativ zur Hintergrundinformation) äquivalente Propositionen A und B geben, die Faktoren verschiedener Typen beschreiben. Dann kann es sein, dass A aber nicht B den relevanten Faktor enthält oder umgekehrt.
Laternen-Bsp/Aristoteles: (P A II, 11) zeigt, dass er das Problem schon kannte. Bsp ein Vater fragt seine Sohn: „Warum ist das Hoflicht an?“ dann gibt es zwei mögliche Antworten:
a) weil der Stromkreis geschlossen wurde, indem ich den Schalter umlegte und...“ Hintergrund: das Haus wird neu elektrifiziert.
b) weil ich noch Besuch erwarte“. Anderer Hintergrund.
FraassenVsAristoteles: seine Einteilung in vier ist sicher übersimplifiziert.
Asymmetrie/Erklärung/(s): besteht darin, dass das Ereignis eigentlich alle Informationen liefert, aber die Erklärung nur eine bestimmte Information wünscht.
I 132
Asymmetrie/Fraassen: Lösung: muss dann wenigstens manchmal durch eine Änderung des Kontexts aufgehoben werden können. Damit werden die hervorstechenden Faktoren deutlich.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
VsAristotelesVsAristoteles Frege Vs Aristoteles Berka I 92
Syllogismen/FregeVsAristoteles: seine verschiedenen Schlußarten (wenn aus mehreren Urteilen ein einziges abgeleitet wird) kann man alle durch eine einzige darstellen: gemeinsame Form: wenn M gilt und wenn N gilt, so gilt auch A. Weil es möglich ist, mit einer einzigen Schlußweise auszukommen, ist es ein Gebot der Übersichtlichkeit, das auch zu tun. Außerdem: es wäre andernfalls auch kein Grund, bei den aristotelischen stehenzubleiben, sondern man könnte dann ins Unbestimmte hinein noch neue hinzufügen.(1)


1. G. Frege, Begriffsschrift, eine der arithmetischen nachgebildete Formelsprache des reinen Denkens, Halle 1879, Neudruck in: Ders. Begriffsschrift und andere Aufsätze, hrsg. v. J. Agnelli, Hildesheim 1964

Stepanians I 9
Frege/Stepanians: seine Hauptfrage war: Was sind Zahlen? These sie sind etwas rein Logisches und daher müssen alle Sätze der Arithmetisch rein logisch beweisbar sein.
I 10
FregeVsAristoteles/Stepanians: nicht alle Sätze lassen sich auf die Form "S ist P" zurückführen. Grammatik/Frege: vermischt Logisches und Psychologisches.
I 11
Sprache/Sprachphilosophie/Frege: die Aufgabe der Philosophie ist es,. Die Herrschaft des Wortes über den menschlichen Geist zu brechen. Daher meine Begriffsschrift.
I 53
Quantor/Quantoren/Aristoteles/Stepanians: schon Aristoteles hatte Quantoren: "alle", "einige", "kein". Problem/Logik//VsAristoteles: sein System stieß an Grenzen, sobald die Quantoren nicht nur im Subjekt, sondern auch im Prädikat auftraten. Bsp "Alle Jungen lieben alle Mädchen".
Lösung/Frege: Begriffsschrift: Ausdruck für Allgemeinheit, bei dem es egal ist, wie viele Quantoren im Subjekt oder im Prädikat vorkommen.
I 54
Allgemeinheit/Frege: Bsp "2x2=4": wo ist hier das Subjekt, wo das Prädikat? Lösung/Frege:
Buchstaben/Frege: es gibt zwei Arten von Zeichen in der Arithmetik:: Buchstaben, von denen jeder entweder
a) eine unbestimmt gelassene Zahl oder
b) eine unbestimmt gelassene Funktion vertritt.
Allgemeinheit/Frege: wird durch diese Unbestimmtheit ermöglicht! Wir können die Buchstaben gebrauchen, um die Allgemeinheit auszudrücken:
Bsp (a + b) c = ac + bc.
Ad a) umfaßt solche Zeichen wie +,- , 0, 1, 2…von denen jedes eine eigentümliche Bedeutung hat.
Gesetz/Allgemeinheit/Frege/Stepanians: ersetzen wir in einer richtigen Rechnung wie Bsp 3 + 2 = 2 + 3 die besonderen Zahlen durch Buchstaben, so erhalten wir ein Gesetz. Umgekehrt können durch Einsetzen gleicher Zahlen für gleiche Buchstaben unendlich viele Wahrheiten erschlossen werden.
I 55
Allgemeinheit/Frege/Stepanians: Pointe: die Allgemeinheit bezieht sich jetzt nicht mehr entweder auf das Subjekt oder das Prädikat. Bsp "Die Zahl 11 ist kleiner als die Zahl 13":
Subjekt "Die Zahl11",
Prädikat "ist kleiner als die Zahl 13" ((s) VsStepanians: "Zahl 13" ist nicht das Prädikat!) beide können durch Buchstaben ersetzt werden.
Verallgemeinerung/Frege/Stepanians: ist eine Operation auf dem Gesamtinhalt des Satzes.
Buchstaben/Variablen/Schreibweise/Frege/Stepanians: wo Frege a, b, c usw. verwendete, gebrauchen wir heute x, y, z….
Variablen/Arithmetik/Logik/Stepanians: während in der Arithmetik die Variablen für Zahlen stehen, muss diese Beschränkung auf einen Bereich in der Logik aufgehoben werden.
I 56
Bereich/Allaussage/Bedingungen/Frege/Stepanians: Frege legt keinen Bereich fest: Bsp "x ist konfus": sollte nur für den Bereich der Philosophen gelten. Statt dessen:
Bedingung: wenn etwas ein Philosoph ist, dann ist es konfus.
I 57
Pointe: das gilt dann für ausnahmslos alles, auch für Sams Goldfisch: wenn x ein Philosoph ist, ist x konfus. ((s) > KoKo). Verallgemeinerung/Allgemeinheit/FregeVsAristoteles: die Verallgemeinerung gilt für den ganzen Satz, nicht entweder für das Subjekt oder das Prädikat.
Problem: wie kann das Verallgemeinerte weiteren Operationen unterworfen werden, Bsp Ausnahmen anzugeben, dass nicht alles konfus ist?
falsche Lösung: "nicht x ist konfus". Bestenfalls "x ist nicht konfus" aber das läuft darauf hinaus, dass nichts konfus ist.
I 58
Lösung/Frege: äußere Negation (Operator, der auf den ganzen Satz angewendet wird) ~(x) ist konfus. boy/girl/Aristoteles/Frege/Stepanians: Lösung/Frege: Was x und y auch sein mögen, wenn x ein Junge ist und y ein Mädchen, dann liebt x y.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

Step I
Markus Stepanians
Gottlob Frege zur Einführung Hamburg 2001
VsAristotelesVsAristoteles Lewis Vs Aristoteles IV 42
Wesen/Essentialismus/LewisVsAristoteles: Wesen von Dingen sind nur in dem Ausmaß gesichert, wie es die Gegenstück-Relationen sind. Und die Gegenstück-Relationen sind nicht sehr gesichert! >Gegenstücke/Lewis, >Gegenstück-Relation/Lewis, >Gegenstück-Theorie/Lewis. Das liegt an den Schwächen der Ähnlichkeitsrelation.
Ähnlichkeit/Lewis: Probleme:
1. welche Aspekte sollen zählen?
2. welche Gewichte werden den einzelnen Aspekten beigemessen?
3. welches soll das Minimum an Ähnlichkeit sein, dass noch gezählt wird?
4. bis zu welchem Grad werden Kandidaten aus der Konkurrenz um die stärkste Ähnlichkeit ausgeschieden?
Vagheit: betrifft die Gegenstück-Relation (GS-R) und damit das Wesen und Modalität de re allgemein.
Fazit: es ist schwer, überhaupt etwas falsches über Essenzen zu sagen.
IV 43
a) extreme Position: ein geeigneter Kontext mag eine anti-essentialistische GS-R liefern eine, nach der alles GS von allem ist, und nichts eine erwähnenswerte Essenz hat. bzw. Hazen: wir könnte so Dinge in Arten einteilen und eine GS-R annehmen, nach der alles Gegenstück von allem seiner Art ist.
Dann wäre das Wesen einfach identisch mit der Art.
LewisVs: das würde Postulat P 5 verletzen: kein Ding darf ein Gegenstück innerhalb seiner Welt haben.
b) anderes Extrem: hyper-essentialistische GS-R: nichts hat ein Gegenstück außer sich selbst. Dann hat nach P2 nichts außerweltliche Gegenstücke und nichts hat akzidentielle Eigenschaften!

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
VsAristotelesVsAristoteles Locke Vs Aristoteles II 182
Wesen/Eigenschaften/LockeVsAristoteles: die qualitativen Eigenschaften der natürlichen Dinge oder "Substanzen" lassen sich nicht aus ihrer Wesenheit begrifflich herleiten, wie es die aristotelisch scholastische Tradition für möglich hielt.
II 195
Erkenntnis/Rationalismus/Aristoteles/Descartes/Leibniz: Annahme eines angeborenen Wissens, substanzielle Formen und "Entitäten" als vorgegeben und zur Erkenntnis aufgegeben. Empirismus/LockeVsAristoteles: die Gegenständlichkeit des zu Erkennenden und die Einheit des in einer allgemeinen Idee auftretenden Bewusstseinsinhalts muss sich von den Mittel des Erkennens selbst her rechtfertigen.
II 198
Gattung/Art/LockeVsAristoteles: reines Kunstprodukt, wird fälschlich als Naturgesetze Ordnung angesehen. Wir können uns allerdings kaum der Ansicht entziehen, dass sie Abbilder von etwas real Existierenden sind.

Loc III
J. Locke
An Essay Concerning Human Understanding
VsAristotelesVsAristoteles Luhmann Vs Aristoteles AU Kass 10
LuhmannVsAristoteles: er macht etwas, was mir auch immer passiert: räumliches und zeitliches Zugleich zusammen zu verwenden. Man stellt sich vor, dass das Gleichzeitige auch räumlich zusammen ist.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
VsAristotelesVsAristoteles Nozick Vs Aristoteles II 145
Relation/Gesetz/Ereignis/Sprache/Interpretation/Nozick: Wittgenstein brauchte Menschen, um die Sprache mit ihren Instanzen zu vermitteln. Nozick: aber es können nicht Menschen sein, die ein Naturgesetz mit seinen Instanzen vermitteln. Kausalgesetze gelten unter anderem für Menschen und galten bevor es Menschen gab. Die Zustimmung von Menschen zu etwas hängt von Kausalität ab und kann die Kausalität nicht selber bestimmen. (FN 22).
Gesetz/Nozick: scheint daher keinen eigenen ontologischen Status haben zu können, denn es kann nicht selbst nach den Ereignissen greifen.
Dennoch, wenn ein Naturgesetz nur ein Muster feststellt, ist es bloß deskriptiv. Ohne ontologischen Status kann es nicht kontrafaktische Konditionale jenseits der aktualen Ereignisse unterstützen und wie können Gesetze dann gebraucht werden, um etwas zu erklären?
Erklärung/Nozick: wie erklärt ein höherstufiges Muster ein niedrigeres? Ist jede Erklärung implizit nur eine Wiederholung?
Erklärung/Gesetz/NozickVsAristoteles: erklärende Gesetze müssen keine notwendigen Wahrheiten sein, aber müssen sie überhaupt etwas sein?
Wenn Ereignisse gesetzmäßig ablaufen, was ist die Verbindung zwischen Ereignis und Gesetz? Sie kann natürlich nicht kausal sein. ((s) Regress).
Aber auch jede logische Verbindung muss ihrerseits interpretiert werden. Kann eine gesetzesartige Aussage sich selbst interpretieren? D.h. kann ein Gesetz Instruktionen für die Interpretation geben?
Problem: diese Instruktionen müssten wiederum interpretiert werden
II 146
Wenn die Interpretation fixiert sein sollte, dann musste das Gesetz etwas analoges zur reflexiven Selbstreferenz (rflxSR) beinhalten. Das ist selbst mysteriös. Also darf man Gesetze nicht als mit Aussagen verwandt behandeln. Gödel: es gibt kein formales System, in dem alle Wahrheiten der Zahlentheorie bewiesen werden können.
Nozick: das sind schlechte Aussichten für ein Bild aller Tatsachen, aus dem Tatsachenaussagen vollständig abgeleitet werden können.
Determinismus/Nozick: sollte sich daher nicht auf Ableitbarkeit aus Kausalgesetzen berufen! (FN 23).
NozickVsDeterminismus: behauptet: wenn der Anfangszustand wiederholt würde, würden sich auch die späteren Zustände wiederholen. Problem: in einem rekollabierenden Universum könnten nach einem weiteren Urknall andere Gesetze herrschen.
D.h. das subjunktivische Konditional (KoKo), (Subjunktion = kontrafaktisches Konditional, ungleich Implikation (metasprachlich)) auf den der Determinismus sich stützt, wäre falsch.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994
VsAristotelesVsAristoteles Putnam Vs Aristoteles V 104
Ähnlichkeit/PutnamVsAristoteles: wenn, wie es scheint, die Ähnlichkeitstheorie gescheitert ist, kann man nicht einfach einen abstrakten Isomorphismus postulieren, der für Zuordnung von Empfindungen und Begriffen sorgt? Abstrakter Isomorphismus: lässt alle Theorien vereinbar machen.
Es gibt zu viele Beziehungen, um die angemessenen herauszugreifen, müssten wir bereits über einen Bezugszugang zu den geistunabhängigen Dingen verfügen.
Um einen privilegierten Bezug zu erkennen, müsste man Zugang zu der "noumenalen" Welt haben.
Jedes physikalische Ereignis lässt sich auf zwei verschiedene Arten beschreiben:
V 105
Bsp Fernwirkung/Nahwirkung. Die verschiedenen physikalischen Theorien sind metaphysisch unvereinbar. Mathematisch lassen sich jedoch ineinander übersetzen! Wenn es nichts weiter braucht, als eine abstrakte Entsprechung, dann können unvereinbare Theorien wahr sein!

V 200
PutnamVsAristoteles: wenn wir heute anders denken als Aristoteles, so darin, dass wir pluralistischer sind als er. Aristoteles: scheint geglaubt zu haben, dass es im Idealfall eine Grundverfassung gäbe, die jeder haben sollte. Wir denken heute, dass es sogar in einer idealen Welt verschiedene Grundverfassungen geben würde. Der Glaube an ein pluralistisches Ideal ist nicht dasselbe wie der Glaube, dass jedes Ideal ebenso gut ist wie jedes andere.
V 201
Wenn es so etwas wie moralische Verkehrtheit nicht gäbe, dann wäre es auch nicht verkehrt, falls die Regierung moralische Entscheidungen vorschriebe!

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
VsAristotelesVsAristoteles Quine Vs Aristoteles EMD II 285
Notwendigkeit/QuineVsAristoteles: kann nicht unabhängig von der Weise betrachtet werden, wie die Objekte spezifiziert werden.
NS I 71
Synonymie/Two Dogmas/Quine: Problem: der Begriff beruht auf Austauschbarkeit salva veritate. Vs: Bsp Junggeselle/Unverheirateter: „... hat n Buchstaben“. Hier ist die Austauschbarkeit salva veritate nicht gegeben, obwohl die Wörter synonym sind.
Variante: sie müssen in einfachen Sätze ohne Anführungszeichen ausgetauscht werden können.
Vs: Bsp Herz/Nieren
Variante: in einfachen modalen Kontexten ohne Anführungszeichen. Lösung: für Bsp Herz/Nieren, denn es war nicht notwendig sondern kontingent, dass sich Lebewesen mit Herz nur ausgebildet haben, wenn sie auch Nieren hatten.
NS I 72
QuineVs: QuineVsEssentialismus/QuineVsAristoteles.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989
VsAristotelesVsAristoteles Rorty Vs Aristoteles IV (d) 117
Verständlichkeit/Rorty: es fällt schwer zu erklären, was es heißen soll, Tische und Stühle seien unverständlich, Gott dagegen nicht (oder umgekehrt!). Der logische Positivismus ist da schon gewissermaßen eine Lösung, mit seiner formalen Redeweise. Verständlichkeit/Rorty: Problem von Parmenides bis Ayer: wir sind ständig versucht zu sagen »die Verständlichkeitsbedingungen einer Aussage sind...« obwohl diese Aussage selbst ihrerseits die angegebenen Bedingungen nicht erfüllt.
Verständlichkeit/Aristoteles/RortyVsAristoteles: löst das Problem überhaupt nicht, wenn er verlangt, dass der Intellekt mit dem Gegenstand identisch werden könne, dadurch wird der Begriff »Materie« unverständlich.
Verständlichkeit/Noumenon/Ding an sich/Kant/RortyVsKant/Rorty: bei Kant wird der Begriff des Noumenon unverständlich, dadurch, dass er sagt, ein Ausdruck sei dann sinnvoll, wenn er für einen geistigen Inhalt stehe, der die Synthese sinnlicher Anschauungen durch einen Begriff bildet. ((s) Durch die Synthese von Sinnlichen zum Geistigen).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsAristotelesVsAristoteles Russell Vs Aristoteles EMD II 286
Wesen/Namen/RussellVsEssentialismus/RussellVsAristoteles: (History of Western Phil.): Bsp Sokrates ist manchmal fröhlich, manchmal traurig. Weil diese Dinge wechseln, sind sie nicht Teil seines Wesens. Aber man nimmt von Sokrates an, daß er ein Mensch ist. Also ist die Frage des Wesens eine Frage, wie man die Wörter gebraucht. Wir wenden denselben Namen bei verschiedenen Gelegenheiten an auf Dinge oder Personen, die wir als Manifestationen derselben betrachten.
Das Wesen des Sokrates besteht dann in den Eigenschaften, in deren Abwesenheit wir den Namen Sokrates nicht gebrauchen werden. Also haben Namen vielleicht Wesen, Dinge können kein Wesen haben.
EMD II 286/287
Wir finden es bequem, gewisse Ereignisse im Leben von "Sokrates" und andere im Leben von "Smith" zusammenzufassen. Dann glauben wir, daß Sokrates irgendwie stabiler ist als die Dinge, die ihm passieren. Aber das ist er nicht! "Mr. Smith" ist ein Kollektivname für solche Vorkommnisse, d.h. er bezeichnet etwas völlig unwißbares!

Prior Prior I 121
Einhorn/Mill: bleibt auf sichererem Grund als Reid wenn es um Kentaurn geht, aber dabei scheint er ganz vergessen, was er vorher gesagt hat! Syllogismus/MillVsAristoteles: Bsp
Ein Drache atmet Feuer
ein Drache ist ein Schlange
Ergo: einige oder alle Schlangen atmen Feuer
Das ist nach Aristoteles gültig!
RussellVsAristoteles: das ist einfach ungültig, weil die Prämissen falsch sind: ein Drache existiert nicht.
Russell: entweder meinen die Prämissen:
"Drache ist ein Wort, das ein Ding bedeutet, das Feuer speit"
oder
"Die Idee (Vorstellung) eines Drachens ist die Idee eines Dings, das Feuer speit".
((s) Einmal "Wort" , zweimal "Idee".)
Frage: wenn es keinen Drachen gibt, ist dann die Idee keine falsche Idee?
Was würde man dazu sagen:
"Ich würde mich fürchten, wenn eine Drache zu Tür herein käme"? Würde er das eine Idee oder ein Wort nennen?
VsReid: seine eigenen Prinzipien hätte es ihm besser sagen müssen.

Russell I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

Russell II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

Russell IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

Russell VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg) Frankfurt 1993

Russell VII
B. Russell
On the Nature of Truth and Falsehood, in: B. Russell, The Problems of Philosophy, Oxford 1912 - Dt. "Wahrheit und Falschheit"
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Evans I
Gareth Evans
"The Causal Theory of Names", in: Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol. 47 (1973) 187-208
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Evans II
Gareth Evans
"Semantic Structure and Logical Form"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Evans III
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003
VsAristotelesVsAristoteles Sellars Vs Aristoteles Rorty VI 181
SellarsVsAristoteles/Rorty: irreführende Beschreibung des Verhältnisses von Gegenständen und Erkenntnis.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsAristotelesVsAristoteles Tarski Vs Aristoteles Skirbekk I 142
Wahrheit/Bezeichnen//Tarski: Wenn wir uns entschließen würden, den populären Gebrauch des Terms "bezeichnen" zu erweitern, und ihn nicht nur auf Namen sondern auch auf Aussagen anwenden, dann könnten wir sagen:
"Eine Aussage ist wahr, wenn sie einen existierenden Sachverhalt bezeichnet". (Wie Aristoteles).
Wahrheit/Aristoteles: von etwas, das ist, zu sagen, dass es nicht ist, oder von etwas, das nicht ist, dass es ist, ist falsch während von etwas, dass ist, zu sagen, dass es ist, oder von etwas, dass nicht ist, dass es nicht ist, ist wahr.
TarskiVsAristoteles: das ist keine befriedigende Definition. Wir brauchen für unsere Intuitionen einen genaueren Ausdruck.(1)


1. A.Tarski, „Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik“ (1944) in. G: Skirbekk (Hg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt 1996

Tarski I
A. Tarski
Logic, Semantics, Metamathematics: Papers from 1923-38 Indianapolis 1983

Skirbekk I
G. Skirbekk (Hg)
Wahrheitstheorien
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt 1977
VsAristotelesVsAristoteles Verschiedene Vs Aristoteles Stegmüller IV 282/283
SidgwickVsAristoteles: durch ihn lernt man "nur das Umfeld" der Tugenden kennen: es fehlt ein allgemeines normatives Kriterium der Grenzziehung. Lösung/Mackie: inhaltliche Füllung. Möglichkeiten:
1. Orientierung an Verhaltenskonventionen der jeweiligen Zeit.
2. sich danach zu richten, was man selbst für richtig hält.
3. Orientierung an Hume: die Vernunft kann niemals das Motiv für oder gegen eine Handlung sein! Leidenschaften und Vorlieben sind logisch unabhängig von Schlussfolgerungen.
Dennoch sieht auch Hume, dass es praktisch taktisch vernünftige Präferenzen gibt.
Mackie: auch völlige Leidenschaftslosigkeit erlaubt keine klare Sicht der Dinge.




VsAristotelesVsAristoteles Bigelow Vs Aristoteles I 220
Gesetze/Bigelow/Pargetter: werden verbessert: Bsp Aristoteles – Kopernikus – Newton. Kopernikus: dachte noch, daß das Material des Mondes nicht in Richtung Erde fällt, sondern zum Mondmittelpunkt. Daher ist der Mond rund.
Aristoteles: These: alles (erdige und wasserhaltige) fällt zu einem Mittelpunkt und dieser ist zufällig der Mittelpunkt der Erde.
Pointe: damit erfüllt er auch die quasi-kopernikanische Theorie!
I 221
BigelowVsAristoteles: seine Theorie war dennoch falsch. Aber nicht weil irgendeine Bewegung anders gewesen wäre, sondern weil die Begründung falsch war: es geht um Gravitation, Aristoteles hielt das Zentrum der Erde für das Zentrum des Kosmos. Fehler: war nicht, daß Aristoteles meinte, kein Gegenstand fiele in eine andere Richtung, sondern weil er meinte, kein Gegenstand könne in eine andere Richtung fallen. (Notwendigkeit).
I 352
BigelowVsAristoteles: wir mißbilligen seine Bevorzugung von quantitativen gegenüber quantitativen Charakteristika von Gegenständen.
I 362
reelle Zahlen/Bigelow/Pargetter: Angenommen, es gäbe den Goldenen Schnitt nicht, gäbe es dann keine reellen Zahlen?
I 363
Ist die Existenz reeller Zahlen kontingent auf der Existenz von Quantitäten? Aristoteles/Bigelow/Pargetter: fordert, daß jede Quantität instantiiert sein muß, um zu existieren
VsAristoteles: das scheint mathematische Tatsachen von empirischen Fakten abhängig zu machen.
Platonismus/Bigelow/Pargetter: für ihn existieren alle Quantitäten, unabhängig davon, ob sie instantiiert werden. Das garantiert reine Mathematik.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
VsAristotelesVsAristoteles Hegel, G. W. F. Vs Aristoteles Bubner I 39
HegelVsAristoteles: "spekulativer Geist der Sprache": die Einsicht in die sprachlich logische Verwurzelung der Spekulation soll ihr wieder den Rang strenger Methode sichern, den ihr gerade Aristoteles wegen ihrer Bindung an das Sprachliche aberkannt hatte.
Bubner I 183
Absolute/HegelVsAristoteles: bei ihm passt das Absolute in den Kategorien einer sich mit sich selbst zusammenschließenden Einheit, die nahtlos auf das systematische Philosophien passen. Geht also darüber hinaus, indem er die Theorie des Guten nicht einem Teilbereich der Metaphysik vorbehält. So bedeutet Gotteslehre Philosophieren in enzyklopädisch umfassender Dimension. Da gibt es keinen höchsten Gegenstand mehr.
HegelVsAristoteles: Außerdem: Abschied von der Teleologie der Natur. Stattdessen: Subjektivitätsprinzip. Herzschlag des Ganzen. Die alles durchwaltende Energeia wird der Denktätigkeit zugeschlagen.
I 190
Logos/Aristoteles: durch ihn wird die elementare Naturbedingtheit überboten. Es gibt aber anders als bei Hobbes und Rousseau keinen Vertragsabschluss, der aus der Natur (Naturrecht) herausführt. Logos: bei Aristoteles Sprache und nicht die Vernunft zu verstehen, was aus dem Vergleich mit den Tieren hervorgeht.
Sprache enthüllt im wechselseitigen Austausch das gute und Gerechte.
Das Gute ist als Leitender Entwurf des Handelns durchaus umstritten, so dass darüber debattiert werden muss.
Der Logos ist so ein Mittel zum Eruieren, aber kein gesetztes Ziel und kein Gehalt in sich.
Nur dank der Unterstellung gemeinsamer Interessen kommt der Dialog in Gang.
Ohne Polis keine Funktion des Logos und ohne Logos keine Politik.
Die weiterwuchernde Komplexität erhält sich selber, ohne eine politische Handlungsgemeinschaft zu bilden. Das erkennt HegelVsAristoteles.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
VsAristotelesVsAristoteles Bacon Vs Aristoteles Bubner I 123
BaconVsAristoteles: "Novum Organon" (!620): Überdruß an scholastischem Formelkram. Hinwendung zu Empirie und Realitätssinn. "Wenn erst einmal die Menschen vom Urteil eines anderen abhängig geworden sind, (Senatoren ohne Stimmrecht) dann mehren sie die Wissenschaft nicht mehr, sie beschränken sich darauf, gewissen Schriftsteller zu rühmen..."
Bacon: pro Induktion aus konkret sinnlich Gegebenem, Vs unfruchtbare Dialektik des Aristoteles, die aus Syllogismen besteht.

John D. Barrow Die Natur der Natur, Hamburg 1996
I 509
Francis BaconVsAristoteles: gab die deduktive logische Vernunft auf.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
VsAristotelesVsAristoteles Hempel Vs Aristoteles Bubner I 127
Deduktionsschema/HempelVsAristoteles/Hempel:
C1,C2,...Ck
L1,L2,....Lr
E (Beschreibung des Phänomens) Die Gesetze fallen also unter die Prämissen. (Einzige wesentliche Neuerung VsAristoteles).
GoodmanVsHempel: gesetzesartige Aussagen statt Gesetze!
Induktion: das "neue Rätsel der Induktion" betrifft nicht die Bestätigung sondern die ursprüngliche Bildung von Hypothesen.

Hempel I
Carl Hempel
"On the Logical Positivist’s Theory of Truth" in: Analysis 2, pp. 49-59
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Hempel II
Carl Hempel
Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Hempel II (b)
Carl Hempel
Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung
In
Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich München 1982

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
VsAristotelesVsAristoteles Hobbes Vs Aristoteles Bubner I 193
Naturrecht/Hobbes/Bubner: HobbesVsAristoteles: neuzeitliches Naturrecht. "Naturzustand" stellt eine Fiktion dar, in der zwar die rechtlichen Grundlagen der Staatsgründung verankert sind, während der eigentliche Vertragsschluss jenen Zustand durch ein künstliches Rechtsinstitut überwindet.
Das natürliche Recht kluger Interessenverfolgung jedes Einzelnen ebenso wie die prinzipielle , zur Todesdrohung gesteigerte Unmöglichkeit kollektiver Durchsetzung der Einzelinteressen gehören zu den Merkmalen des Naturzustands.
Beide Merkmals zusammen ergeben ein Dilemma, welches das Kollektiv erst durch Aufgabe der Rechte aller Einzelnen im Vertragsschluss hinter sich lässt.
Natur wirkt hier als Voraussetzung und Stimulans eines Schrittes über Natur hinaus in Hinsicht auf die Sicherung dauerhafter Ordnung.
Leviathan der vertraglich legitimierte Souverän garantiert die Ordnung. Er verdient nur wegen seiner Unvermeidlichkeit den Titel des Natürlichen.
Eigentlich ist er eine Maschine, der die göttliche Schöpfung imitiert.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
VsAristotelesVsAristoteles Simons Vs Aristoteles I 241
Urmaterie/SimonsVsAristoteles: ist in Ungnade gefallen wegen Aristoteles, der folgende zwei Begriffe darunter zusammenbrachte: a) Substrat eines Wandels (Wechsels)
b) Träger von Eigenschaften.
VsAristoteles: es war eine unglückliche (vielleicht metaphorische) Formulierung vom "Abziehen" aller Attribute (Form) von den Dingen, um diese rein zu erhalten, d.h. als formlose Materie, die nur potentiell nicht aktual existieren kann.
Simons: aber wir müssen a) und b) auch gar nicht zusammenbringen.
Urmaterie/Simons: kann sehr wohl ihre eigene besondere Charakteristik haben.
Pro Aristoteles: wenn wir die Kette nach unten verfolgen, stellen wir schon fest, dass immer mehr Charakteristika verloren gehen und die Mikro-Objekte einfacher werden.
Vielfalt/Tradition/Simons: wurde durch Kombinationsmöglichkeiten einfacherer Bausteine erklärt. Das käme mit einem Grundbaustein an ein Ende. Dann könnte man alle Qualitäten durch Relationen zwischen den Konstituenten erklären. Das ist so im Tractatus.
Grundbausteine/Tractatus/Simons: (2.0231-2): sind farblos.
Simons: aber auch die Grundbausteine haben durchaus Charakteristika, selbst die Gegenstände des Tractatus sind nicht "blosse Einzeldinge" (bare particulars): ihre Eigenschaften sind jedoch modal (wenn sie wesentlich und intern (internal) sein sollen) oder akzidentiell wenn sie aktual sind. (Tractatus 2.0233)

I 291
Summe/Mereologie/Simons: es gibt sogar Summen quer zu den Kategorien (gemischt-kategorische Summen): Bsp ein Körper und die Ereignisse die ihm widerfahren: ((s) Lebensgeschichte!). SimonsVsVierdimensionalismus: eine Summe ist auch einleuchtender als diese als vierdimensionalen Block zu verstehen.
Universalienrealismus/Simons: könnte Einzeldinge mit Eigenschaften als Summe von konkreten Trägern und abstrakten Eigenschaften konstruieren.
Simons: diese Beispiele sind wenigstens nicht willkürlich.
Ganzes/Ganzheit/Simons: scheint genauso willkürlich definitionsabhängig zu sein (SimonsVsGanzheiten, deutsche Philosophie zwischen den Weltkriegen)
I 292
Ganzes/Aristoteles/Simons: scheint gegenüber einer Summe innere Relationen zu benötigen. innere Relationen/Ganzes/Aristoteles: Bsp Kontinuität, Festigkeit, Einheitlichkeit, qualitative Gleichheit, von derselben Art sein, aus derselben Materie bestehen.
Das schließt auch Arten und Genera ein.
SimonsVsAristoteles: die Liste ist bloß impressionistisch und erwähnt nicht die wichtigste Relation. Verursachung.
Husserl/Simons: bespricht die meisten Aristotelischen Probleme, ohne dessen Namen zu nennen.
Def bedeutungsvolles Ganzes/(("pregnant whole")/Husserl: ist ein Objekt dessen sämtliche Teile durch Fundierungsrelation verbunden sind (>Fundierung/Husserl).
Fundierung/Husserl/Terminologie/Simons: lässt sich grob als ontologische Abhängigkeit (oA) wiedergeben.
Substanz/Tradition/Simons: ist (gewissermaßen) ontologisch unabhängig.
ontologische Abhängigkeit/oA/Simons: einen wesentlichen Teil zu haben ist eine Art oA.

I 318
Unabhängigkeit/Ontologie/Simons: wo sie positiv bewertet wird, (abhängige Objekte sind dann solche 2. Klasse) wie oft in der Philosophie (eher Theologie) geht es um die Existenz Gottes. Substanz/Aristoteles: ist eine sehr schwache Form der Unabhängigkeit:
Def primär: was ohne andere Dinge sein kann, während andere Dinge nicht ohne sie sein können.
SimonsVsAristoteles: das ist nicht genau genug.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
VsAristotelesVsAristoteles Minsky Vs Aristoteles Münch III 125
Alltagsverstand/Alltagsprobleme/MinskyVsAristoteles: eher logische Ansätze funktionieren nicht. Syllogismen bewältigen nicht die Alltagskomplexität beim Problemlösen. Axiome: "Man geht nicht unbekleidet aus dem Haus" usw.
Da Logiker nicht mit Systemen zu tun haben, die später erweitert werden können, müssen sie Axiome entwerfen, die nur erlaubte Schlüsse zulassen.
Bei Intelligenz ist das anders.


Marvin Minsky, “A framework for representing knowledge” in: John Haugeland (Ed) Mind, design, Montgomery 1981, pp. 95-128

Minsk I
Marvin Minsky
The Society of Mind New York 1988

Minsk II
Marvin Minsky
Semantic Information Processing Cambridge, MA 2003
VsAristotelesVsAristoteles Galilei Vs Aristoteles I 18
Fallversuche/Gedankenexperiment/GalileiVsAristoteles: wenn ein leichter Körper langsamer fällt als ein schwerer, dann müssten zwei unterschiedliche Körper, aneinandergebunden zusammen langsamer fallen, da der leichtere den schnelleren Fall des schwereren bremst. Andererseits müssten beide zusammen aber schneller fallen, da der schwerere den langsameren leichteren beschleunigt.
Drittens müssten sie noch schneller fallen, da die Summe einen noch schwereren Gegenstand ergibt.
Genz: modern gesprochen: das Äquivalenzprinzip, die Gleichheit von schwerer und träger Masse ist hier noch gar nicht impliziert. (Es war Galilei noch nicht bekannt). Es hätte mit diesem GE auch nicht bewiesen werden können!
Genz I 29
GenzVsGalilei: das Argument Galileis ist nicht schlüssig: was, wenn schwere und träge Masse nicht additiv wären? Sein Argument ist ziemlich aristotelisch! Es ist zwar physikalisch richtig, aber mit Lücken.
Aus der Verallgemeinerung einer Annahme folgt, dass neu gewonnene Ergebnisse gleichzeitig größer und kleiner sein müssten.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
VsAristotelesVsAristoteles Kripke Vs Dispositionstheorie Esfeld I 102
Disposition/Regel/Regelfolgen/Kripkes Wittgenstein/Esfeld: KripkeVsDispositionen: Kripke (1982) (S.A. Kripke, Wittgenstein on Rules and Private Language, Cambridge, 1982): helfen nicht, da sie ebenfalls begrenzt sind. Sie können auch nicht das Normativitäts Problem lösen: wieso wäre die Handlung, die man zu tun disponiert ist, die , die man tun sollte, wenn man der Regel zu folgen beabsichtigt? Keine Unterscheidung korrekt/inkorrekt möglich.
Kripke: ist hier weiter als Quine, der sich auf das Verhalten beschränkt (W+O, explizit auf Wittgenstein bezogen).
I 103
Bedeutung/Inhalt: wenn man annimmt, daß sie platonische Gegenstände wären, verlagert man nur das Problem: Wie kann eine Person diese Sinne erfassen? Was macht es, daß eine endliche Folge mentaler Akte den richtigen Sinn erfassen? (Bsp Addition). Katz: schlägt vor,. daß solche platonische Gegenstände (Fregesche Sinne) selbst finit sind.
VsKatz: jede endliche Folge kann mehr als einen solche Sinn ausdrücken. Was unterscheidet das Erfassen von Addition vom Erfassen von Quaddition?
Form/KripkeVsAristoteles: gleiches Problem: wenn man mit A. annehmen wollte, daß den physikalischen Dingen natürliche Eigenschaften innewohnen, ist die Frage, wie man die richtigen erkennt!
I 104
Glau/natürliche Eigenschaft: n.E. soll z.B. "grün" im Gegensatz zu glau sein. Problem: jede endliche Reihe von Beispielen instantiiert mehr als nur eine natürliche Eigenschaft. Bsp ein Tisch kann braun sein, aber auch vier Beine haben. Wir können unter Umständen nicht herausfinden, auf welchen Aspekt sich eine Person bezieht.
Kripke: behauptet, daß Wittgenstein selbst die skeptische Position vertritt
I 105
und eine skeptische Lösung vorschlägt, die analog zu Humes Lösung des Problems der Kausalität.

Kripke I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

Kripke II
Saul A. Kripke
"Speaker’s Reference and Semantic Reference", in: Midwest Studies in Philosophy 2 (1977) 255-276
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Kripke III
Saul A. Kripke
Is there a problem with substitutional quantification?
In
Truth and Meaning, G. Evans/J McDowell Oxford 1976

Kripke IV
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg) Oxford/NY 1984

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
VsAristotelesVsAristoteles Goodman Vs Hempel, C. Bubner I 128
Deduktionsschema/Hempel:
C1,C2,...Ck
L1,L2,....Lr
E (Beschreibung des Phänomens) Die Gesetze fallen also unter die Prämissen. (Einzige wesentliche Neuerung VsAristoteles).
GoodmanVsHempel: gesetzesartige Aussagen statt Gesetze!
Induktion: das "neue Rätsel der Induktion" betrifft nicht die Bestätigung sondern die ursprüngliche Bildung von Hypothesen.

G IV
N. Goodman
Catherine Z. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Goodman I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

Goodman II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

Goodman III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
VsAristotelesVsAristoteles Wiggins Vs Quine, W.V.O. II 285
Notwendigkeit/QuineVsAristoteles: kann nicht unabhängig von der Weise betrachtet werden, wie die Objekte spezifiziert werden. Wiggins: Quine verspottet den Essentialismus.
WigginsVsQuine: bewegt sich seine Kritik auf der Ebene einer unreflektierten Akzeptanz der Aristotelischen dreidimensionalen Fiktion unserer Welt? Oder behauptet er, daß wir, selbst wenn wir in dieser provinziellen Ontologie verharren, die Wahl haben zu wählen ob wir unterscheiden wollen oder nicht unterscheiden wollen zugunsten einiger der Begriffe unter die die Dinge fallen, die wir wahrnehmen?
II 286
Begriff/Sprache/WigginsVsQuine: Quines Haltung ist hier nicht völlig klar. These nur ein bewußtes System von Unterscheidungen zugunsten von Substanzbegriffen und gegen Zufallsbildungen könnte die Bestimmtheit erklären, mit der unsere Kultur Fragen der Identität in der Zeit oder Dauerhaftigkeit behandelt.
II 303
WigginsVsKripke: auch wenn Namen starre Designatoren sind: Frage, ob wir Sätze mit Namen für alle MöWe bewerten können ("notwendige Existenz") Problem: Querwelteinidentität

Wiggins I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

Wiggins II
David Wiggins
"The De Re ’Must’: A Note on the Logical Form of Essentialist Claims"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
VsAristotelesVsAristoteles Newen Vs Quine, W.V.O. New I 129
Begriff/Holismus/Quine/NewenVsQuine/Newen: nicht alle Begriffe sind mit allen anderen vernetzt. Bsp Farbbegriffe sind unabhängig vom Begriff des Elektrons.
NS I 68
Bedeutung/Quine/Newen/Schrenk: Quine ist ein Bedeutungszweifler. Sein Rohmaterial für einen Neuaufbau einer Bedeutungstheorie (BT) sind die empirischen Wissenschaften. Two Dogmas/Quine/Newen/Schrenk: ist Quines größte „Abrißbirne“.
NS I 69
Two Dogmas/Quine/Newen/Schrenk: 1. Dogma: Unterscheidung analytisch/synthetisch
2. Dogma: Reduktionismus: jeder bedeutungsvolle synthetische Satz ist äquivalent zu einem Satz, dessen Terme sich sämtlich auf die Sinneserfahrung beziehen.
Bedeutung/Two Dogmas/Quine: der Begriff der Bedeutung ist nicht wohldefiniert.
Analytizität/analytisch/Two Dogmas/Quine: 1. Versuchsdefinition: „... wahr aufgrund der Bedeutungen der vorkommenden Worte, unabhängig von empirischen Tatsachen.
Vs: Problem: der Übergang von
Bsp „jeder Unverheiratete ist unverheiratet“ zu „jeder Junggeselle ist unverheiratet“.
Analytisch: seine Definition hängt also vom Begriff der Bedeutung ab.
Bedeutung/Quine: Problem: Bezugsgegenstände können nicht immer herhalten: Bsp Lebewesen mit Herz/Nieren. Selbe Extension. Aber allein aufgrund der (zufälligen) Evolution) nicht aufgrund der Bedeutung der Wörter.
Er kann nicht allein aufgrund der Bedeutung der Wörter immer wahr sein, weil die Wörter unterschieden sind ((s) Und „Herz“ und „Niere“ eben nicht synonym sind.)
NS I 70
Heute: VsQuine/Newen/Schrenk: neuerdings ist man weiter: wenngleich Bedeutung nicht mit dem Bezugsgegenstand identisch ist, kann der Bezugsgegenstand jedoch Teil der Bedeutung sein. (s.u. > natürliche Art). Synonymie/Quine: ist mit dem Begriff der Bedeutung eng verknüpft. Wenn man wünschte, dass die Bedeutung ein abstrakter Gegenstand sei, dann kann die Klasse aller synonymen Terme/Sätze als dieses Abstraktum herhalten.
Daraus folgt eine neue Definition:
Analytizität/analytisch/Two Dogmas/Quine: 2. Versuchsdefinition: eine Aussage ist analytisch wahr, wenn sie aufgrund von Synonymie-Relationen und unabhängig von Tatsachen wahr ist
Pointe: hier kommt „Bedeutung“ nicht mehr vor
Neu: die Klasse der synonymen Sätze von Bsp „jeder Junggeselle ist unverheiratet“ enthält den Satz „alle Unverheirateten...“
NS I 71
Wörterbuch/Two Dogmas/Lexikon/Quine: das Wörterbuch setzt den Begriff der Synonymie schon voraus. Wörterbücher sind empirische Hypothesen über den Gebrauch. Synonymie/Two Dogmas/Quine: Problem: der Begriff beruht auf Austauschbarkeit salva veritate.
Vs: Bsp Junggeselle/Unverheirateter: „... hat n Buchstaben“. Hier ist die Austauschbarkeit salva veritate nicht gegeben, obwohl die Wörter synonym sind.
Variante: sie müssen in einfachen Sätze ohne Anführungszeichen ausgetauscht werden können.
Vs: Bsp Herz/Nieren
Variante: in einfachen modalen Kontexten ohne Anführungszeichen... Lösung: für Bsp Herz/Nieren, denn es war nicht notwendig sondern kontingent, dass sich Lebewesen mit Herz nur ausgebildet haben, wenn sie auch Nieren hatten.
NS I 72
QuineVs: QuineVsEssentialismus/QuineVsAristoteles. Essentialismus/VsQuine/Newen/Schrenk: in der neueren Metaphysik und Wissenschaftsphilosophie erlebt der Essentialismus ein Comeback. (Lit 4-4).

NS I 74
Analytizität/Synonymie/Bedeutung/Quine/Newen/Schrenk: diese Ausdrücke sind nicht gut definiert. Lösung/Quine:
Reizbedeutung: besteht aus positiver und negativer RB: enthält auch irrelevante Reize, eben das Gesamtpaket der Reize bei einer Gelegenheit, die einen bestimmten Sprecher zur Zustimmung oder Ablehnung führen.
Sie ist nur ein schwacher Abklatsch des ursprünglichen Begriffs der Bedeutung. Das ist Teil von Quines Bedeutungsnihilismus.
NS I 75
Reizsynonymie: nur für bestimmten Sprecher. Selbe Reizbedeutung. Reizanalytizität: nur für bestimmten Sprecher. Zustimmung bei jedem Reiz.
Klafft mit dem ursprünglichen Analytizitätsbegriff auseinander.
NS I 76
Unbestimmtheit/Gavagai/Quine/Newen/Schrenk: 1. Unerforschlichkeit der Referenz: Bsp unabgetrennte Kaninchenteile erfüllen dieselben Beobachtungssituationen
2. Unbestimmtheit der Übersetzung: Bsp unabgetrennter Kaninchenteil: kann a) „dasselbe sein“ b) „zum selben Ding gehören“ (jeweils in der fremden Sprache! Das ist weitergehend als die Unerforschlichkeit des Bezugs
3. Unterbestimmtheit (einer Theorie) durch die Daten: (entspricht der Übersetzungsunbestimmtheit): es kann rivalisierende Theorien geben, die zu derselben Menge von Beobachtungen passen.
VsQuine: einige wenden ein, dass es nie zu radikalen Übersetzungen kommt, weil viele Aspekte der Sprache evolutionär im Gehirn festgeschrieben sind und gar nicht so stark variieren können. (Literatur: 4-2). Also bleibt nur die dritte Unbestimmtheit übrig.

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008