Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Märkte Smith Surowiecki I 144
Märkte/Preise/Information/Smith, Vernon L./Surowiecki: Problem: wie funktionieren Märkte, ohne dass Informationen für alle verfügbar sind. Wie ergibt es sich, dass Waren zum richtigen Preis von den Leuten, die sie am billigsten produzieren zu den Menschen, wandern
Surowiecki I 145
die sie am dringendsten benötigen? Smith: untersuchte diese Frage 1956 empirisch in einem Labor (was zu seiner Zeit ungewöhnlich war). Eine Gruppe von 22 Studenten wurde in Käufer und Verkäufer eingeteilt. Jeder Verkäufer erhielt eine Karte mit Angabe des niedrigsten Preises, zu dem er verkaufen, jeder Käufer eine Karte mit dem höchsten Preis, zu den er zu kaufen bereit sein sollte.
Surowiecki I 146
In der Laborsituation entstand daraus ein „Markt“, der dem Modell der sogenannten wechselseitigen Auktion folgte, das der üblichen Börse ähnelt. Angebote und Akzeptieren wurden durch Zuruf bekannt gegeben. Abschlüsse wurden auf einer Tafel notiert. Smith wollte dabei herausfinden, ob sich theoriegemäß ein „marktgerechter“ Preis ergeben würde.
Surowiecki I 147
Tatsächlich konvergierten die Preise schnell auf einen Preis, und das, obwohl keiner der Teilnehmer ein solches Resultat wünschte, denn die Käufer wollte niedrigere, die Verkäufer höhere Preise. Die Teilnehmer besaßen auch keinerlei weitergehende Informationen, als die Preise, die auf den Kärtchen notiert waren. Weiteres Resultat: der Totalgewinn der Gruppe wurde durch den Markt gesteigert. Die Gruppe hätte es also nicht besser machen können, wenn sie mehr Informationen gehabt hätte. (1)
Vernon L SmithVsArrow, Kenneth J./Surowiecki: Kenneth Arrow und Bernard Debreu hatten in den 50er Jahren zwar gezeigt, dass Märkte effizient sind und Irrtümer hier unmöglich sind: Diese sogenannte „Geichgewichtshypothese“ war aber nur mit einem theoretischen Modell und nicht in einem praktischen Experiment gezeigt worden.
Arrow/Surowiecki: in seinem theoretischen Modell verfügen Käufer und Verkäufer über umfassendes Wissen. (Siehe Märkte/Surowiecki).


1. Vernon L. Smith’ Studie über sein erstes Klassenzimmer-Experiment ist »An Experimental Study of Competitive Behavior«, Journal of Political Economy 70/1962, S.111-137. Viele der seither zu diesem Thema über die Jahre von ihm publizierten Aufsätze sind in zwei Bänden gesammelt: Smith, Papers in Experimental Economics (Cambridge University Press, Cambridge 1991); und Smith, Bargaining and Market Behavior (Cambridge University Press, Cambridge 2000).

EconSmith I
Adam Smith
The Theory of Moral Sentiments London 2010

EconSmithV I
Vernon L. Smith
Rationality in Economics: Constructivist and Ecological Forms Cambridge 2009

Surowi I
James Surowiecki
Die Weisheit der Vielen: Warum Gruppen klüger sind als Einzelne und wie wir das kollektive Wissen für unser wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen können München 2005
Politische Ökonomie Rawls I 259
Politische Ökonomie/Rawls: darunter verstehe ich ökonomische Arrangements und politische Gestaltungen sowie die Hintergrundinstitutionen, die damit im Zusammenhang stehen. Wohlfahrtsökonomik/Wohlfahrtsökonomie/welfare economics/K. J. Arrow/Rawls:
Definiert Wohlfahrtsökonomie ähnlich(1)(2)(3).
Wohlfahrt/Rawls: diesen Ausdruck gebrauche ich nicht, weil er an den Utilitarismus erinnert. (RawlsVsUtilitarismus).
Die Theorie der Gerechtigkeit als Fairness behandelt soziale Formen als geschlossene Systeme. Ein ökonomisches System wird auch von existierenden Bedürfnissen und Notwendigkeiten geformt. Die jetzige Zusammenarbeit von Menschen bei der Befriedigung dieser Bedürfnisse beeinflusst die Weise, wie die Bedürfnisse in der Zukunft aussehen werden. Diese Dinge sind bekannt und werden von so unterschiedlichen Autoren wie Marx und Marshall geteilt(4). (Siehe Brian Barry, Political Argument, London, 1965).
I 260
Gesellschaftsordnung/Rawls: Problem: wie wirkt sich diese wechselseitige Beeinflussung von Bedürfnissen, Befriedigung und neuen Bedürfnissen in der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, wo die Menschen hinter einem Schleier des Nichtwissens in Bezug auf ihre spätere Position stehen, auf die mögliche Gestaltung aus? Lösung: es werden nur die allgemeinsten Annahmen über primäre öffentliche Güter (z.B. Freiheiten) gemacht.
I 263
Ökonomie/Uneinigkeit/RawlsVsArrow, K. J/Rawls: anders als K. J. Arrow(5) annimmt, ist Uneinigkeit zwischen Parteien kein besonderes Merkmal des Idealismus. Innerhalb der Vertragstheorie ist sie Teil der Anfangssituation einer zu errichten Gesellschaft. Sie formt den Inhalt der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness. Diese versucht, Kants Begriff des Reichs der Zwecke mit dem der Autonomie und dem Kategorischen Imperativ zu verbinden. Damit können wir metaphysische Annahmen vermeiden.

(1) Siehe K.J. Arrow und Tibor Scitovsky, Readings in Welfare, Homewood, 1969, S. 1.
(2) A. Bergson, Essays in Normative Economics, Cambridge, MA, 1966, S. 35-39, 60-63, 68f.
(3) Amartya Sen, Collective Choice and Social Welfare, San Francisco, 1970, S.56-59.
(4) Siehe Brian Barry, Political Argument, London, 1965.
(5) K.J. Arrow, Social Choice and Individual Values 2. Ed. New York, 1963, S.74f, 81-86.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005