Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Atomismus Descartes Duhem I 12
Atomismus/CartesianerVsAtomismus/Duhem: Der Atomismus nimmt Erscheinungen als Realitäten. Nach Descartes ist die Materie mit der Ausdehnung in Länge Tiefe, Breite identisch. Man darf nichts anderes als verschiedene Gestalten und verschiedene Bewegung in Betracht ziehen. Die Materie ist inkompressibel und absolut homogen. Leerer Raum und Atome sind Illusionen.
Esfeld I 210
DescartesVsAtomismus: es gibt keine kleinsten unteilbaren Körper. Es gibt weder immaterielle Formen, noch sehr kleine Körper, die notwendigerweise bei allen Veränderungen erhalten bleiben.
Da jeder Körper teilbar ist, gibt es keine körperliche Gestalt, die nicht verschwinden könnte.


Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Atomismus Duhem I 12
Atomismus/CartesianerVsAtomismus/Duhem: Der Atomismus nimmt Erscheinungen als Realitäten. Nach Descartes ist die Materie mit der Ausdehnung in Länge Tiefe, Breite identisch. Man darf nichts anderes als verschiedene Gestalten und verschiedene Bewegung in Betracht ziehen. Die Materie ist inkompressibel und absolut homogen. Leerer Raum und Atome sind Illusionen.

Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998
Atomismus Sellars I 33
Standardbedingungen: ihre Annahme führt aus dem logischen Atomismus heraus! (> Umstände). - Es genügt nicht, daß die Bedingungen angemessen sind, das Subjekt muss wissen, dass sie es sind! Umstände: um sie zu bestimmen, muss man etwas über die Gegenstände wissen: wie sie unter anderen Umständen sind.
I 34
Logischer Atomismus: VsSellars: er könnte erwidern, dass Sellars 1. die Tatsache übersieht, dass sich der logische Raum physikalischer Gegenstände im Raum und Zeit auf den logischen Raum von Sinnesinhalten stützt.
2. Die Begriffe der Sinnesinhalte weisen diejenige logischer Unabhängigkeit voneinander auf, die für den traditionellen Empirismus kennzeichnend ist.
3. Begriffe für theoretische Entitäten wie z. B. Moleküle weisen diejenige gegenseitige Abhängigkeit auf, die Sellars möglicherweise zu recht den Begriffen für physikalische Tatsachen zugeschrieben hat, aber: die theoretischen Begriffe verfügen gerade deshalb über empirischen Inhalt, weil sie sich auf einen grundlegenderen logischen Raum stützen!
Sellars müsste zeigen, dass dieser Raum ebenfalls mit Kohärenz beladen ist, aber das kann er nicht, bevor er nicht die Idee eines grundlegenderen logischen Raumes als den der physikalischen Gegenstände im Raum und Zeit abgeschafft hat.
Logischer Atomismus: Aussagen kommen nur wahrheitsfunktional in Aussagen vor!
I 70
Atomismus/SellarsVsAtomismus/SellarsVsWittgenstein: Analyse steht nicht für Definition von Termini, sondern für die Erforschung der logischen Struktur des Diskurses - diese gehorcht keinem einfachen Muster.
(Def wahrheitsfunktional/Tugendhat: von anderen Sätzen, nicht von Situation abhängig. Tugendhat I 285).
(Def wahrheitsfunktional/Read: Konjunktion und Disjunktion heißen wahrheitsfunktional, weil ihre Wahrheit unmittelbar und direkt von der Wahrheit ihrer Bestandteile abhängt. Read III 85).

II 314
SellarsVsWittgenstein/Paradoxie: um von einer bestimmten atomaren Tatsache zu sagen, sie würde von einer bestimmten elementaren Aussage abgebildet, müssen wir eine Aussage verwenden, in der die elementare Aussage zwar vorkommt, aber nicht wahrheitsfunktional! Wir müssen etwas sagen wie: (1) S (in L) bildet aRb ab. Diese Abbildungsbeziehung kann nicht durch eine Aussage ausgedrückt werden. Wittgenstein dito.
II 321
Wenn nur einfache nichtsprachliche Gegenstände abgebildet werden könnten, wenn komplexe Gegenstände Tatsachen wären, würde das zu der bekannten Antinomie führen, daß es atomare Tatsachen geben müsste, die Voraussetzung dafür wären, dass Sprache die Welt abbilden kann, für die sich aber kein Beispiel angeben lässt, wenn man einen Sprecher dazu auffordert.(?!) Beide Schwierigkeiten vermeidet man durch die Erkenntnis, dass komplexe Gegenstände keine Tatsachen sind. (VsTractatus).

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Atomismus Simons I 44
VsAtomismus/atomlose Mereologie/Simons: hier brauchen wir statt dessen eine Basis: d.h. die Objekte, die unter das Basis-Prädikat fallen. - Bsp in dem atomlosen System, das aus allen regulären Teilmengen der reellen Zahlen besteht, bilden die offenen Intervalle mit rationalen Endpunkten eine Basis. - Es sind mehrere Basen möglich. - Bsp die offenen regulären Mengen in der Euklidischen Ebene können als Basis offene Kreisscheiben mit rationalen Zentren und rationale Radien haben - oder Bsp offene Quadrate usw. - praktische jedes Prädikat ist möglich - liefert einfacheres Identitätskriterium. - Das geht sogar im Atomismus. - Basis: Bsp Zellen sind Basis für Organismen, Bsp funktionale Teile bilden die Basis für eine Maschine.
I 341
Monismus/Simons: es ist kein Zufall, dass er die Verbundenheit und Abhängigkeit mehr betont. - Das führt zum "Absoluten", der Einen Wahren Substanz. (> Substanz/Hegel). - Atomismus: betont Unverbundenheit und Unabhängigkeit. - Das führt zu einer bloßen Summe ("Gesamtheit") von kleinen unabhängigen Objekten. (> Welt/Leibniz, Welt/Wittgenstein).

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Atomismus Wittgenstein Hintikka I 25
Atomismus/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: These: alle logischen Formen lassen sich aus den Formen der Gegenstände aufbauen.
I 175
Logische Unabhängigkeit/Elementarsatz/Atomismus/Wittgenstein/Hintikka: (1931) Die Suche nach der logischen Unabhängigkeit der Elementarsätze gibt Wittgenstein schließlich auf. - Sie war ein regelrechter Fehlschlag. - Grund: Farbattribute (Farbprädikate) sind nicht unabhängig! - Bsp Rot ist im Grade q1r vorhanden und Rot ist im Grade q2r vorhanden , dann folgt: wenn q2>q1 folgt q1r aus q2r. - Später Vs: geht auch nicht bei unreinen und undurchsichtigen Farben.
I 176
Atomismus/mittlere Periode/Wittgenstein/Waismann/Hintikka: neu: Atomsätze werden nicht mehr einzeln mit der Welt verglichen, sondern als Satzsysteme - ("holistisch"). - WittgensteinVsAtomismus: mittlere Periode. - Neu: ich lege die ganze Farbskala zugleich an. - Das ist der Grund, warum ein Punkt nicht mehrere Farben haben kann. >Messen/Wittgenstein. - Wenn ich ein Satzsystem an die Wirklichkeit anlege, so ist damit gesagt, dass immer nur ein Sachverhalt zu einer Zeit bestehen kann.
II 138
WittgensteinVsAtomismus//WittgensteinVsTractatus: Zwei Fehler: 1. Das Unendliche als Zahl anzunehmen und anzunehmen, dass es unendlich viele Sätze gäbe.
2. Es gibt Aussagen gibt, die Grade von Qualitäten ausdrücken - Atomismus; verlangt aber, dass wenn p und q im Widerspruch stehen, sie weiter analysiert werden können, bis sich t und ~t ergeben.
II 157
Atomismus/Atomsatz/WittgensteinVsRussell: bei der Analyse von Atomsätzen stößt man nicht auf "Einzeldinge", nicht wie bei einer chemischen Analyse. -
IV 14
Atomismus/Substanz/Tractatus/Wittgenstein: hätte die Welt keine Substanz, ((s) = unveränderliche Gegenstände), wären die Atomsätze nicht von einander unabhängig.
ad IV 36ff
Tractatus/Atomismus/Wittgenstein/(s): Atome: undefinierte Gegenstände, quasi materielle Dinge, (Laute), Urzeichen - offen, ob Ding (Sache) oder immateriell, übersetzt werden nur Bestandteile des Satzes. - Damit sind sie offen für Bedeutungstheorie, die sich gleichzeitig aus Komplex von Dingen, Sachverhalten wie aus Verbindung von Wörtern herleite, aber (4.0312) die Logik der Tatsachen läßt sich nicht vertreten - die logischen Konstanten (und, oder, nicht) vertreten nicht. - Stellvertreter: Zeichen für Gegenstand - interne Eigenschaften: im Satz, anders als die Relationen zur Welt (extern). WittgensteinVsRussell, VsFrege: Verwechslung >Erwähnung / >Gebrauch: >außen/innen.
VII 122
Atomismus/Atomsatz/Wahrheitswert/Wahrheitsfunktionen/WaFu/Naturgesetze/Tractatus/Tetens: die Wahrheitswerte (WW) der Atomsätze determinieren die Wahrheit aller übrigen Sätze mit logischer Notwendigkeit, auch die der Naturgesetze. - Dann jedoch sollte man auch nicht davon reden, etwas sei naturgesetzlich oder kausal möglich, unmöglich oder notwendig. - (6.37) - Naturgesetze sind die Wahrheitsfunktionen der Elementarsätze. - Daher kann die Welt als Ganzes nicht erklärt werden.
VII 124
Naturgesetze: sind nicht das Letzte, das ist der logische Raum.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Gottesbeweise Bolzano Simons I 321
Kosmologischer Gottesbeweis/unbedingte Existenz/Bolzano/Simons: (umgeht das Problem des Gegründetseins, indem er sich auf Klassen bezieht. a) es gibt etwas Reales, z.B. meinen Gedanken, dass es so ist.
b) AG es gibt irgendein Ding, A das unbedingt ist in seiner Existenz, dann haben wir es schon
b) Angenommen, A ist bedingt. Dann bilde die Klasse aller bedingten realen Dinge A,B,C,... Das ist auch möglich, wenn diese Klasse unendlich ist
d) die Klasse aller bedingten realen Dinge ist selbst real. Ist sie bedingt oder unbedingt? Wenn unbedingt, haben wirs schon
e) Angenommen, sie ist bedingt: jedes Bedingte setzt die Existenz von etwas anderem voraus, dessen Existenz es bedingt. Also setzt sogar die Klasse aller bedingten Dinge, wenn bedingt, die Existenz etwas voraus, das sie bedingt.
f) dieses andere Ding muß unbedingt sein, denn wenn es bedingt wäre, würde es zu der Klasse aller bedingten Dinge gehören
g) Daher gibt es etwas unbedingtes, z.B. einen Gott.

Simons: das macht keinen Gebrauch von Gegründetheit: c) lässt die Möglichkeit einer unendlichen Kette offen.
RussellVsBolzano/Simons: man könnte an der „Klasse aller unbedingten Dinge“ Zweifel haben (>Paradoxien).
Lösung/Bolzano: es geht eben um die realen Dinge, von denen können wir räumlich-zeitliche Lokalisierung annehmen.
2. SimonsVsBolzano: Schritt f)
I 322
Warum sollte die Klasse aller bedingten Dinge nicht von etwas innerhalb bedingt werden? Dieses wäre selbst bedingt, usw. aber jeder Versuch, den Regress zu stoppen würde wieder an Gegründetheit appellieren. ((s) das Bedingende wäre innerhalb der Klasse der bedingten Dinge, es wäre bedingt und bedingend gleichzeitig).
Lösung/Simons: wir brauchen zusätzlich ein
Def Bedingungs-Prinzip (Conditioning Principle)/Simons: wenn eine Klasse C so ist, dass jedes abhängige Element von ihr alle Objekte, von denen es abhängt, innerhalb von X hat, dann ist X nicht abhängig. (Simons pro).
Simons: das erlaubt unendliche Ketten von Abhängigkeiten. Eine Art unendlicher Abhängigkeit entsteht schon Bsp wenn zwei Objekte sich gegenseitig bedingen.
Wenn das Bedingungs-Prinzip gilt, warum sollte die Klasse X dann noch von außen bedingt sein?
ad Bolzano: Angenommen, wir akzeptieren sein Argument bis e). Dann kann es so weiter gehen:
h) wenn die Klasse aller bedingten Dinge bedingt ist, dann gibt es ein Element von ihr, das von etwas abhängig ist, das nicht ein Element dieser Klasse ist. (Kontraposition zum Bedingungs-Prinzip)
i) dann ist ein solches (unbedingtes) Objekt nicht Element der Klasse aller bedingten Dinge und ist damit unbedingt.
j) Daher existiert auf jeden Fall etwas Unbedingtes.

SimonsVsAtomismus: das ist besser als alles, was ein Atomismus zustande bringt.
Bedingungs-Prinzip/Simons: ist die beste Erweiterung der starken starren Abhängigkeit (7) , d.h.

(N) (a 7 x ↔ (Ey)[x e a u a 7 x] u ~ x e a)

SimonsVsBlack: mit der starken statt der schwachen Abhängigkeit können wir Black entgegentreten.
I 323
Gott/Mereologie/Ontologie/Simons: jedenfalls beweist die starke starre Abhängigkeit nicht die Existenz von Gott. Nur die Existenz eines Unbedingten, die Bolzano vorsichtigerweise „einen Gott“ nennt. Unabhängigkeit/Simons: beinhaltet keineswegs Göttlichkeit.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
Intensionalität Cresswell I 54
Intensionale Sprache/Intensionen/Cresswell: brauchen wir um überhaupt darüber reden zu können, ob unsere physikalische Theorie von unserer Welt handelt - bzw. ob unsere Theorie T über dieselbe Welt redet, über die wir reden.
I 55
VsAtomismus: dieser glaubte an Übersetzbarkeit in Theoriesprache. - Cresswell: wir behalten die Alltagssprache - (bei Theorie 1. Stufe).
I 55
Intensionales Modell: mit N-Operator - drückt die Tatsache aus, dass einige Wahrheiten notwendig sind.
I 56
Hauptmotiv dafür war, dass wir das intensionale Modell der Theorie T einbetten wollen in eine intensionale Sprache ohne dass wir mehr grundlegende Entitäten annehmen müssen, als T annimmt.
I 92
Prädikat/intensionale Interpretation: hier ist ein Prädikat eine Funktion von Dingen auf Mengen von möglichen Welten.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Prädikate Wittgenstein II 80
Prädikate/Wittgenstein: der Gebrauch von Prädikaten ist in der Logik immer irreführend, da er nun einmal auf verschiedene "Arten" von Termini usw. hindeutet, die durch Prädikate differenziert werden, z. B.: "formal bestätigt", "interne Beziehungen". Bei der Beschreibung durch Prädikate muss die Möglichkeit bestehen, dass sie anders ausfällt!
II 82
Erfahrung/Wittgenstein: wird nicht durch Prädikate von dem unterschieden, was nicht Erfahrung ist. Es ist ein logischer Begriff, nicht ein Begriff wie "Stuhl" oder "Tisch".
II 157
Einzelding/Atom/Atome/Wittgenstein: Russell und ich, wir haben beide damit gerechnet, durch die logische Analyse auf die Grundelemente ("individuals") zu stoßen. Russell glaubte, am Schluss würden sich Subjekt-Prädikat-Sätze und zweistellige Relationen ergeben. WittgensteinVsRussell: das ist eine verfehlte Vorstellung von logischer Analyse: wie eine chemische Analyse. WittgensteinVsAtomismus.
II 306f
Prädikat/WittgensteinVsRussell: Bsp "Mann" sollte man nicht als Prädikat verwenden - sonst würde das Subjekt zum Eigennamen. - "Mann" als Prädikat: höchstens bei einer verkleideten Frau.
II 307
"Mann" als Prädikat kann seinem Träger nicht abgesprochen werden.
Hintikka I 64
Farbprädikate/Farbwörter/Wittgenstein/Hintikka: deren Inkompatibilität verstößt auf den ersten Blick gegen Wittgensteins Grundsatz von der Unabhängigkeit von Elementarsätzen.
I 65
Hintikka: aber aus der logischen Einfachheit der Farben folgt nicht, dass sie keine "logische Form" haben, die nur einige Verbindungsmöglichkeiten zulässt und andere nicht. Das Problem ist nur, einen angemessenen Symbolismus zu entwerfen, der den Spielraum wiedergibt.
I 71
Def Existenz/Wittgenstein: Prädikat höherer Ordnung und wird nur durch den Existenzquantor artikuliert. (Frege dito).
I 72
Hintikka: viele Philosophen meinen, dass das nur eine technische Umsetzung der älteren Idee sei, dass die Existenz kein Prädikat sei.
I 156 ff
Phänomenologie/Atomismus/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: häufig wird die Ansicht vertreten, eine phänomenalistische oder phänomenologische Interpretation des Tractatus werde unmöglich gemacht durch das Phänomen der Farbeninkompatibilität und auch sonst durch jede andere augenscheinliche Abhängigkeit zwischen einfachen phänomenalistischen Prädikaten der gleichen Art. (HintikkaVs) Farben/Prädikate/Farbeninkompatibilität/Hintikka: Nach dieser Auffassung können sich "rot" und "grün" nicht auf einfache Gegenstände beziehen, denn andernfalls wären die beiden Elementarsätze "Dies ist Rot" und "Dies ist grün" die sich ja wechselseitig ausschließen nicht unabhängig voneinander
Das geht aber nicht nach 2.062: "Aus dem Bestehen oder Nichtbestehen eines Sachverhaltes kann nicht auf das Bestehen oder Nichtbestehen eines anderen geschlossen werden."
I 170
Form/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: Wittgenstein versteht unter Form etwas, was durch eine passende logische Notation verdeutlicht werden kann. Z.B. der Unterschied zwischen zwei-stelligem und ein-stelligem Prädikat. In 5.55 ff macht Wittgenstein geltend, dass sich solche Unterschiede der Form nicht a priori vorhersagen lassen.
I 172
Farbe/Farbwörter(Farbbegriffe//Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: klar ist jedenfalls, dass er eisern daran festhält, dass Farbzuschreibungen keine Subjekt Prädikat Form haben.
VI 70
Elementarsatz/Tractatus/Schulte: keine gewöhnlichen Sätze, sie sind dadurch charakterisiert, dass sie nicht in Widerspruch zueinander geraten können. (Tractatus4.211). 1. Damit ist zum ersten Mal gesagt, dass sie keine logischen Partikel enthalten, denn sonst müssten sie in Widerspruch zueinander stehen!
2. Ihre Bestandteile weisen keine Komplexe auf, sonst würde die Ableitung eines Widerspruchs möglich.
Demnach kommen in Elementarsätzen keine Prädikate ("Tisch", "Links von") vor!
Was bleibt übrig?
"Der Elementarsatz besteht aus Namen". (Tractatus 4.22).

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Qualitäten Wittgenstein Hintikka I 113
Qualität/Wittgenstein: zumindest manche Aussage, in der einer erlebten Qualität ein Grad zugeschrieben wird, ist zugleich ein atomarer Satz. Elementarsatz/Wittgensteins Bsp für Elementarsätze: "Hier ist grün". (> Sätze/Strawson, Aussagen/Strawson, Zuschreibung/Strawson).

I 202
Qualität/Erlebnis/Carnap/Hintikka: die Basis des "Logischen Aufbaus": Reihen von momentanen Gesamterlebnissen, aus denen Qualitäten gebildet werden - anders als Sinnesdaten. - CarnapVsRussell: individuelles Erlebnis muss hinzukommen: "Empfindung". - Hintikka: diese ähneln den Gegenständen Wittgensteins. - Unterschied: Carnap: ephemer, psychologisch - Wittgenstein: nichtzeitlich, Substanz der Welt - Empfindung/Carnap: gehört zur Psychologie, Qualität: zur Phänomenologie oder Gegenstandstheorie. - Phänomenologie/Carnap: holistische Analyse der Erfahrung.
I 202 ff
Qualität/Erlebnis/Carnap/Hintikka: die Basis von Carnaps "Aufbau" ist eine Reihe von momentanen Gesamterlebnissen, aus denen Qualitäten gebildet werden.
I 203
Aber nicht einmal Qualitäten gleichen den Sinnesdaten, der Russellschen Konzeption. CarnapVsRussell/CarnapVsSinnesdaten/Carnap: individuelles Erlebnis muss hinzukommen.
Carnap: "Wollen wir die beiden gleichartigen Bestandteile der beiden Elementarerlebnisse unterscheiden, so müssen wir sie nicht nur ihrer Qualität nach bezeichnen, sondern die Angabe des Elementarerlebnisses, zu dem sie gehören, hinzufügen.
Erst ein so bezeichneter Bestandteil ist im eigentlichen Sinn ein individueller, wir wollen ihn im Unterschied zum nur der Qualität nach bestimmten Bestandteil, wie er in der Qualitätsklasse repräsentiert wird, "Empfindung" nennen."
Diese "Empfindungen" ähneln demnach den Gegenständen Wittgensteins. Doch nach Carnap sind sie ephemer, subjektiv und zeitgebunden,
während die Tractatus-Gegenstände die nichtzeitliche "objektive" Substanz der Welt bilden.
Dementsprechend Carnap: "Die Empfindungen gehören zum Bereich der Psychologie, die Qualitäten zur Phänomenologie oder Gegenstandstheorie."
Phänomenologie/Carnap/Hintikka: bei Carnap auf eine holistische Analyse der Erfahrung beschränkt.

II 138
Atomismus/VsAtomismus/Selbstkritik/WittgensteinVsTractatus: es war ein Irrtum, dass es Elementarsätze gäbe, in die sich alle Sätze zerlegen lassen. Dieser Irrtum hat zwei Wurzeln: 1. Dass man die Unendlichkeit als Zahl auffasst, und annimmt es gebe eine unendliche Anzahl von Sätzen.
2. Aussagen, die Grade von Qualitäten zum Ausdruck bringen. ((s) Sie müssen nicht jeden anderen Satz ausschließen. Daher können sie nicht unabhängig sein).

III 141
Def Sachverhalt/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Kombination von einfachen Gegenständen ohne Qualitätsmerkmale! Die Sachverhalte sind voneinander völlig unabhängig. Bsp Im Tractatus gibt es wieder ein Beispiel für einen Sachverhalt noch für einen Gegenstand! Mit der Wiedergabe sämtlicher Gegenstände im Verhältnis ihrer Positionen sind auch sämtliche Sachverhalte abgedeckt.
III 142
Es muss eine absolute Unterscheidung zwischen dem Einfachen und dem Komplexen geben.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Wahrmacher Quine II 56
DavidsonVsKorrespondenztheorie: kein Ding macht Sätze wahr (wahrmachen)- Quine: Reize machen nicht wahr,sondern führen zu Überzeugungen.

II 217 ff
Wahrmacher/wahr machen/QuineVsCresswell/Quine: Cresswell stellt seine metaphysische Frage wie folgt: "Was ist es, das eine physikalische Theorie wahr macht, und eine andere falsch?"
Quine: ich kann nichts weiter tun, als mit wenig hilfreichem Realismus zu antworten, dass es die Beschaffenheit der Welt ist.
Cresswell fügt jedoch hilfreicherweise hinzu, dass diese Frage oft im erkenntnistheoretischen Sinn gestellt wird: Wie können wir wissen, dass die eine Theorie wahr und die andere falsch ist?
Das ist eine ganz andere Frage, und sie ist ernster zu nehmen. Ein Hindernis liegt noch im Verb "wissen". Muss es Gewissheit, Unfehlbarkeit implizieren? Dann lautet die Antwort, dass wir es nicht wissen können.

Doch wenn wir stattdessen fragen, wieso der Glaube an eine Theorie berechtigter ist als an eine andere, hat unsere Frage Gehalt.
Eine vollständige Antwort wäre eine vollständige Theorie der Beobachtungsbelege und der wissenschaftlichen Methode.
Cresswell zitiert Quine kurz und schnell, dass die letzte Entscheidung beim Schiedsgericht der Erfahrung liege.
II 218
CresswellVsQuine: "Quines Metaphern über das Schiedsgericht werden nie soweit ausgeführt, werden, wie das nach unserem Gefühl nötig ist". Cresswell vergleicht Quines Auffassung mit Russells logischem Atomismus und findet beide zu recht unvereinbar. "Quine hat nichts übrig für eine Theorie, durch die die atomaren Tatsachen zu einfachen, von allen anderen jeweils logisch unabhängigen Tatsachen über unsere Erfahrung würden". Quine: das ist richtig.
II 218
Erfahrung/Quine: Meine Beobachtungssätze handeln nicht von der Erfahrung (!) aber sie sind leidlich naturalistische Analoga von Sätzen über Erfahrung, insofern ihr Gebrauch durch unmittelbare Konditionierung auf die Reizung von Sinnesrezeptoren gelernt wird. Außerdem sind einfache Beobachtungssätze in den meisten Fällen tatsächlich unabhängig voneinander. QuineVsAtomismus/QuineVsRussell: Der grundlegende Unterschied zwischen Russells logischem Atomismus und meiner Auffassung ist, dass die übrigen Wahrheiten nach meiner Ansicht nicht irgendwie aus den Beobachtungssätzen zusammengesetzt oder von ihnen impliziert werden. Ihr Zusammenhang mit den Beobachtungssätzen ist vermittelter und komplexer.
II 219
Cresswell bürdet mir ein Reich reifizierter Erfahrungen oder Erscheinungen auf, das im Gegensatz stehe zu einer unerforschlichen Realität. Damit hat meine naturalistische Auffassung keine Ähnlichkeit: Bei mir gibt es Kräfte, die von realen Gegenständen der Außenwelt auf unsere Nervenenden einwirken.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 11 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsAtomismusVsAtomismus Descartes Vs Atomismus Esfeld I 210
DescartesVsAtomismus: es gibt keine kleinsten unteilbaren Körper. Es gibt weder immaterielle Formen, noch sehr kleine Körper, die notwendigerweise bei allen Veränderungen erhalten bleiben.
Da jeder Körper teilbar ist, gibt es keine körperliche Gestalt, die nicht verschwinden könnte.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
VsAtomismusVsAtomismus Wittgenstein Vs Atomismus II 138
WittgensteinVsAtomismus/Selbstkritik/WittgensteinVsTractatus: es war ein Irrtum, dass es Elementarsätze gäbe, in die sich alle Sätze zerlegen lassen. Dieser Irrtum hat zwei Wurzeln: 1. dass man die Unendlichkeit als Zahl auffasst, und annimmt es gebe eine unendliche Anzahl von Sätzen.
2. Aussagen, die Grade von Qualitäten zum Ausdruck bringen. ((s) Sie müssen nicht jeden anderen Satz ausschließen. Daher können sie nicht unabhängig sein).
II 157
Einzelding/ED/Atom/Atome/Wittgenstein: Russell und ich, wir haben beide damit gerechnet, durch die logische Analyse auf die Grundelemente ("individuals") zu stoßen. Russell glaubte, am Schluss würden sich Subjekt-Prädikat-Sätze und zweistellige Relationen ergeben. WittgensteinVsRussell: das ist eine verfehlte Vorstellung von logischer Analyse: wie eine chemische Analyse. WittgensteinVsAtomismus.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960
VsAtomismusVsAtomismus Verschiedene Vs Atomismus Esfeld I 214
SpinozaVsAtomismus. (Wie Descartes).
I 216
Holismus/Spinoza/Esfeld: die Zitate zeigen daß Spinoza einen umfassenden Holismus vertritt.





Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
VsAtomismusVsAtomismus Simons Vs Atomismus I 44
VsAtomismus/atomlose Mereologie/Simons: hier ist SF8 trivial erfüllt und daher ganz uneffektiv. SF8 x = y ≡ (z)[At z ⊃. z ‹ x ≡ y < y].
Lösung: wir brauchen ein Prädikat "Fζ", das folgendes erfüllt:
SF9 (x)(Ey)[Fy u y < x] ((s) Teileigenschaft).
SF10 (z)[Fz ⊃. Z < x ≡ z < y] ⊃ x = y
Das Prädikat "F" hat die Rolle des "At" ((s) Funktor in atomistischen Systemen. Wir können es das "Basis-Prädikat" nennen:
Def Basis/System/Mereologie/Simons: die Basis eines Systems nennen wir die Objekte, die unter das Basis-Prädikat fallen.
Bsp in dem atomlosen System, das aus allen regulären Teilmengen der reellen Zahlen besteht, bilden die offenen Intervalle mit rationalen Endpunkten eine Basis.
Pointe: hier ist die Basis abzählbar, während die offenen regulären Mengen nicht abzählbar sind.
Ein atomloses System kann mehr als eine Basis haben:
Bsp die offenen regulären Mengen in der Euklidischen Ebene können als Basis offene Kreisscheiben mit rationalen Zentren ((s) um rationale Beträge verschoben, abzählbar) und rationale Radien haben oder auch Bsp offene Quadrate mit rationalen Ecken oder viele andere.
Triviale Basis: das Prädikat "ζ = ζ". Aber das ist nicht nützlich.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
VsAtomismusVsAtomismus Newen Vs Atomismus New I 76
Sinnesdaten/Russell/Newen: sind materielle Entitäten! Sonst wäre Russells Position eine idealistische. Aber RussellVsIdealismus. Intersubjektivität/Russell/Newen: ist damit bis zu einem gewissen Grad geschaffen.
NewenVsRussell: aber nicht die Materialität von Sinnesdaten.
I 77
VsAtomismus: die Materialität der Sinnesdaten sind die größte Schwachstelle des logischen Atomismus.

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008
VsAtomismusVsAtomismus Simons Vs Bolzano, B. I 321
Kosmologischer Gottesbeweis/unbedingte Existenz/Bolzano/Simons: (umgeht das Problem des Gegründetseins, indem er sich auf Klassen bezieht. a) Es gibt etwas Reales, z.B. meinen Gedanken, dass es so ist.
b) Angenommen, es gibt irgendein Ding, A das unbedingt ist in seiner Existenz, dann haben wir es schon
b) Angenommen, A ist bedingt. Dann bilde die Klasse aller bedingten realen Dinge A, B, C,... Das ist auch möglich, wenn diese Klasse unendlich ist
d) Die Klasse aller bedingten realen Dinge ist selbst real. Ist sie bedingt oder unbedingt? Wenn unbedingt, haben wir es schon.
e) Angenommen, sie ist bedingt: jedes Bedingte setzt die Existenz von etwas anderem voraus, dessen Existenz es bedingt. Also setzt sogar die Klasse aller bedingten Dinge, wenn bedingt, die Existenz etwas voraus, das sie bedingt.
f) Dieses andere Ding muss unbedingt sein, denn wenn es bedingt wäre, würde es zu der Klasse aller bedingten Dinge gehören
g) Daher gibt es etwas unbedingtes, z.B. einen Gott.
Simons: Das macht keinen Gebrauch von Gegründetheit: c) lässt die Möglichkeit einer unendlichen Kette offen.
RussellVsBolzano/Simons: man könnte an der "Klasse aller unbedingten Dinge" Zweifel haben (> Paradoxien).
Lösung/Bolzano: es geht eben um die realen Dinge, von denen können wir räumlich-zeitliche Lokalisierung annehmen.
2. SimonsVsBolzano: Schritt f)
I 322
Warum sollte die Klasse aller bedingten Dinge nicht von etwas innerhalb bedingt werden? Dieses wäre selbst bedingt, usw. aber jeder Versuch, den Regress zu stoppen würde wieder an Gegründetheit appellieren. ((s) das Bedingende wäre innerhalb der Klasse der bedingten Dinge, es wäre bedingt und bedingend gleichzeitig).
Lösung/Simons: wir brauchen zusätzlich ein
Def Bedingungs-Prinzip (Conditioning Principle)/Simons: wenn eine Klasse C so ist, dass jedes abhängige Element von ihr alle Objekte, von denen es abhängt, innerhalb von X hat, dann ist X nicht abhängig. (Simons pro).
Simons: das erlaubt unendliche Ketten von Abhängigkeiten. Eine Art unendlicher Abhängigkeit entsteht schon Bsp wenn zwei Objekte sich gegenseitig bedingen.
Wenn das Bedingungs-Prinzip gilt, warum sollte die Klasse X dann noch von außen bedingt sein?
ad Bolzano: Angenommen, wir akzeptieren sein Argument bis e). Dann kann es so weiter gehen:
h) wenn die Klasse aller bedingten Dinge bedingt ist, dann gibt es ein Element von ihr, das von etwas abhängig ist, das nicht ein Element dieser Klasse ist. (Kontraposition zum Bedingungs-Prinzip)
i) dann ist ein solches (unbedingtes) Objekt nicht Element der Klasse aller bedingten Dinge und ist damit unbedingt.
j) Daher existiert auf jeden Fall etwas Unbedingtes.
SimonsVsAtomismus: das ist besser als alles, was ein Atomismus zustande bringt.
Bedingungs-Prinzip/Simons: ist die beste Erweiterung der starken starren Abhängigkeit (7) , d.h.
(N) (a 7 x ≡ (Ey)[x ε a u a 7 x] u ~ x ε a)
SimonsVsBlack: mit der starken statt der schwachen Abhängigkeit können wir Black entgegentreten.
I 323
Gott/Mereologie/Ontologie/Simons: jedenfalls beweist die starke starre Abhängigkeit nicht die Existenz von Gott. Nur die Existenz eines Unbedingten, die Bolzano vorsichtigerweise "einen Gott" nennt. Unabhängigkeit/Simons: beinhaltet keineswegs Göttlichkeit.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987
VsAtomismusVsAtomismus Spinoza Vs Descartes, R. Esfeld I 212
Ausdehnung/SpinozaVsDescartes: gehört zur Natur Gottes. SpinozaVsAtomismus. (Wie Descartes).

Spinoza I
B. Spinoza
Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
VsAtomismusVsAtomismus Wittgenstein Vs Russell, B. Carnap VI 58
intensionale Logik/Russell: ist nicht an bestimmte Aussagenformen gebunden. Ihre Aussagen sind nicht alle in Aussagen über Extensionen übersetzbar. WittgensteinVsRussell. Später Russell, Carnap pro Wittgenstein.
(Russell, PM 72ff, Bsp für scheinbar intensionale Aussagen).
Bsp (Carnap) "x ist Mensch" und "x sterblich":
beides kann in eine extensionale Aussage (Klassenaussage) umgeformt werden.
"Die Klasse der Menschen ist in der Klasse der Sterblichen enthalten".

Tugendhat I 453
Def Sortal: etwas abgegrenztes, dass keine beliebige Verteilung gestattet. Bsp Katze. Gegensatz: Massenterminus. Bsp Wasser.
I 470
Sortal: in gewisser Weise eine Wiederentdeckung des aristotelischen Begriffs des Substanzprädikats. Aristoteles: Hierarchie: niedrige: Materialprädikate: Wasser, höhere: Zählbarkeit.
Locke: hatte die aristotelische Einsicht vergessen und führte daher einen Begriff des Substrats ein, dass selbst nicht wahrnehmbar, einem Bündel von wahrnehmbaren Qualitäten zugrunde liegen sollte.
Hume: das ermöglichte es Hume, das Ganze zu verwerfen.
Russell und andere: Bündel von Eigenschaften. (KripkeVsRussell, WittgensteinVsRussell, führte zur Wiederentdeckung des Sortals).
Bsp Sortal: schon Aristoteles: wir nennen etwas einen Stuhl oder eine Katze nicht deshalb, weil es eine bestimmte Gestalt hat, sondern weil es eine bestimmte Funktion erfüllt!

Wittgenstein I 80
Bekanntschaft/WittgensteinVsRussell/Hintikka: eliminiert Russells zweite Klasse (logische Formen) insbesondere Russells freischwebenden Formen, die durch völlig allgemeine Sätze ausgedrückt werden. So kann Wittgenstein jetzt sagen, dass wir in der Logik keine Erfahrung brauchen.
Das bedeutet, dass die Aufgabe die früher von Russells zweiter Klasse übernommen worden war, jetzt von den regulären Gegenständen der ersten Klasse wahrgenommen werden müssen.
Das ist eine Erklärung der fundamentalsten und seltsamsten Thesen des Tractatus: die logischen Formen werden nicht nur anerkannt, sondern ihnen wird beträchtliches Gewicht beigemessen. Ferner sind die Gegenstände nicht nur Substanz der Welt sondern auch konstitutiv für die Form der Welt.
I 81
1. die komplexen logischen Sätze werden alle durch die logischen Formen der atomaren Sätze bestimmt, und 2. die Formen der Atomsätze durch die Formen der Gegenstände.
Pointe: Wittgenstein weigert sich im Tractatus, die komplexen logischen Formen als unabhängige Gegenstände anzuerkennen. Ihre Aufgabe muss durch etwas anderes erfüllt werden:
I 82
Die Formen der einfachen Gegenstände (vom Typ 1): sie bestimmen die Weise, wie die Gegenstände miteinander verbunden werden können. Die Form des Gegenstands ist das, was a priori von ihm gilt!. Der Standpunkt, auf den Wittgenstein sich zubewegt, hat eine feste Basis in Freges berühmten Prinzip der Zusammengesetztheit (dem Prinzip der Funktionalität, von Davidson als Frege Prinzip bezeichnet. ((s) >Kompositionalität).
I 86
Logische Form/Russell/Hintikka: meint, wir müssten mit der logischen Form jedes zu verstehenden Satzes bekannt sein. WittgensteinVsRussell: bestreitet das. Um alle logischen Formen zu erfassen ist nichts weiter nötig, als die Gegenstände zu erfassen. Mit diesen allerdings müssen wir dennoch bekannt sein. Diese Erfahrung wird aber dadurch uneigentlich, dass sie sich auf die Existenz der Gegenstände bezieht.
I 94 ff
dies/logischer Eigenname/Russell: "Dies" ist ein (logischer) Eigenname. WittgensteinVsRussell/PU: Das hinweisende "Dieses" kann nie trägerlos werden, aber das macht es nicht zu einem Namen." (§ 45)
I 95
Nach Russells früher Theorie gibt es in unserer Sprache nur zwei logische Eigennamen für partikulare Gegenstände außer dem Ich, und zwar "dies" und "jenes". Man führt sie ein, indem man auf sie zeigt. Hintikka: von diesen konkreten Russellschen Gegenständen gilt im wahren Sinne des Wortes, dass sie nicht ausgesprochen, sondern nur genannt werden können. (>Erwähnung/>Gebrauch).
Wittgenstein I 107
Sinnesdaten/Russell: (Mysticism and Logic): Sinnesdaten seien etwas "Physikalisches". Daher sei "die Existenz des Sinnesdatums nicht logisch abhängig von der Existenz des Subjekts." WittgensteinVsRussell: das kann natürlich von Wittgenstein nicht akzeptiert werden. Nicht weil er ernste Zweifel hätte, sondern weil er die Gegenstände zu semantischen Zwecken benötigt, die weit hinausgehen über Russells Bausteine unserer wirklichen Welt.
Sie müssen Bausteine aller logischen Formen sowie die Substanz aller möglichen Sachverhalte sein. Daher kann er nicht zufrieden sein mit Russells Konstruktion unserer eigenen und einzigen Außenwelt aus Sinnesdaten.
I 108
Aus dem gleichen Grund verweigert er auch die Festlegung auf eine bestimmte Ansicht über den metaphysischen Status seiner Gegenstände. Außerdem:
Subjekt/WittgensteinVsRussell: "Das Subjekt gehört nicht zu den Gegenständen der Welt".
I 114
Sprache/Sinnesdaten/Wittgenstein/Zeitgenossen/Waismann: "Der Zweck der Sprache Wittgensteins ist - im Gegensatz zu unserer gewöhnlichen Sprache - die logische Struktur der Phänomene wiederzugeben."
I 115
Erfahrung/Existenz/Wittgenstein/Ramsey: "Wittgenstein sagt, es sei Unsinn, etwas zu glauben, was nicht der Erfahrung gegeben ist, denn mir anzugehören, in der Erfahrung gegeben zu sein, ist die formale Eigenschaften der echten Entität." Sinnesdaten/WittgensteinVsRussell/Ramsey: sind logische Konstruktionen. Denn nichts von alldem was wir wissen, beinhaltet sie. Sie vereinfachen zwar die allgemeinen Gesetze, sind für diese jedoch genauso wenig nötig wie materielle Gegenstände."
Später Wittgenstein: (Zettel § 498) setzt Sinnesdatum mit "privatem Objekt, das vor meiner Seele steht" gleich.
I 143
logische Form/Russell/Hintikka: sowohl Formen der Atomsätze als auch komplexer Sätze. Sprachlich dort durch Zeichen (Junktoren, Quantoren usw.) definiert. WittgensteinVsRussell: nur einfache Formen. "Wenn ich den Gegenstand kenne, kenne ich auch sämtliche Möglichkeiten seines Vorkommens in Sachverhalten. Jede solche Möglichkeit muss in der Natur des Gegenstands liegen."
I 144
logische Konstanten/Wittgenstein: verschwinden aus der letzten und abschließenden logischen Darstellung jedes sinnvollen Satzes.
I 286
Vergleich/WittgensteinVsRussell/Hintikka: das Vergleichen ist es, was in der Russellschen Theorie nicht vorkommt.
I 287
Und das Vergleichen besteht nicht darin, bei der Konfrontierung ein Phänomen zu erleben. Hier sieht man: ab einem bestimmten Zeitpunkt sieht Wittgenstein Sätze nicht mehr als fertige Bilder an, sondern als Vorschriften zur Herstellung von Bildern.

Wittgenstein II 35
Anwendung/Gebrauch/WittgensteinVsRussell: er hat übersehen, dass logische Typen nichts über die Anwendung der Sprache aussagen. Bsp Johnson sagt, Rot unterscheide sich in einer Weise von Grün, in der Rot sich nicht von Kreide unterscheidet. Aber woher weiß man das? Johnson: Es wird formal, nicht experimentell verifiziert.
WittgensteinVsJohnson: das ist aber Unsinn: es ist so, als würde man nur das Portrait betrachten, um zu beurteilen, ob es dem Original entspricht.

Wittgenstein II 74
Implikation/WittgensteinVsRussell: Paradox aus zwei Gründen: 1. wir verwechseln die Implikation mit dem Schlüsseziehen.
2. im Alltag gebrauchen wir nie " wenn... dann " in diesem Sinn. Es sind immer Hypothesen, in denen wir jenen Ausdruck verwenden. Die meisten Dinge, von denen im Alltag die Rede ist, sind in Wirklichkeit stets Hypothesen. Z. B.: "alle Menschen sind sterblich."
So wie Russell es verwendet, bleibt es sogar dann wahr, wenn es nichts gibt, was der Beschreibung f(x) entspricht.
II 75
Wir meinen aber nicht, dass alle Menschen auch dann sterblich sind, wenn es keine Menschen gibt.
II 79
Logik/Notation/WittgensteinVsRussell: seine Schreibweise macht die internen Beziehungen nicht deutlich. Aus seiner Notation geht nicht hervor, dass pvq aus p.q folgt, während der Sheffer-Strich die interne Beziehung klarmacht.
II 80
WittgensteinVsRussell: "Behauptungszeichen": es ist irreführend, und deutet auf einer Art geistigen Vorgang hin. Wir meinen aber bloß einen Satz. ((s) Auch WittgensteinVsFrege). > Behauptungsstrich.
II 100
Skeptizismus/Russell: Bsp wir könnten erst seit fünf Minuten existieren, einschließlich unserer Erinnerungen. WittgensteinVsRussell: dann benutzt er die Wörter in neuer Bedeutung.
II 123
Kalkül/WittgensteinVsRussell: Eifersucht als Beispiel für einen Kalkül mit dreistelligen Relationen fügt der Sache keine zusätzliche Substanz hinzu. Er hat einen Kalkül auf die Eifersucht angewandt.
II 137
Implikation/Paradoxie/material/Existenz/WittgensteinVsRussell: II 137 + in Russells Notation gilt sowohl: "Alle S sind P" als auch "Kein S ist P", als wahr, wenn es gar keine S gibt. Weil die Implikationen auch durch ~fx verifiziert sind. In Wirklichkeit ist dieses fx beide Male unabhängig!
Alle S sind P: (x) gx >.fx
Kein S ist P : (x) gx > ~fx
Dieses unabhängige fx ist irrelevant, es ist ein leerlaufendes Rad!
Bsp Wenn es Einhörner gibt, dann beißen sie, aber es gibt keine Einhörner = es gibt keine Einhörner.
II 152
WittgensteinVsRussell: seine Schreibweise setzt voraus, dass es für jeden allgemeinen Satz Namen gibt, die man zur Beantwortung der Frage "welche?" (Im Gegensatz zu "welche Art?") nennen kann. Bsp "welche Menschen leben auf dieser Insel?" kann man fragen, aber nicht: "welcher Kreis ist im Quadrat?". Wir haben keine Namen "a", "b", usw. für Kreise.
WittgensteinVsRussell: in seiner Schreibweise heißt es "es gibt ein Ding, welches ein Kreis im Quadrat ist".
Wittgenstein: was ist dieses Ding? Der Fleck, auf den ich zeige? Aber wie sollen wir dann "da sind drei Flecken " schreiben?
II 157
Einzelding/ED/Atom/Atome/Wittgenstein: Russell und ich, wir haben beide damit gerechnet, durch die logische Analyse auf die Grundelemente (" individuals") zu stoßen. Russell glaubte, am Schluss würden sich Subjekt Prädikat Sätze und zweistellige Relationen ergeben. WittgensteinVsRussell: das ist eine verfehlte Vorstellung von logischer Analyse: wie eine chemische Analyse. WittgensteinVsAtomismus.

Wittgenstein II 306
Logik/WittgensteinVsRussell: Russell notiert: "ich traf einen Mann": es gibt ein x, so dass ich x getroffen habe. x ist ein Mann. Wer sagt denn schon: "Sokrates ist ein Mann"? Ich kritisiere dies nicht deshalb, weil es im praktischen Leben keine Rolle spielt, sondern ich kritisiere, dass die Logiker diese Beispiele nicht lebendig machen.
Russell verwendet "Mann" als Prädikat, obwohl wir es praktisch nie als solches gebrauchen.
II 307
Wir könnten "Mann" als Prädikat verwenden, wenn es uns um den Unterschied ginge, ob jemand, der als Frau gekleidet ist, ein Mann oder eine Frau ist. Damit haben wir für dieses Wort einer Umgebung erfunden, ein Spiel, indem sein Gebrauch einen Zug darstellt. Wenn "Mann" als Prädikat verwendet wird, ist das Subjekt ein Eigenname, der Eigenname eines Mannes.
Eigenschaften/Prädikat/Wittgenstein: wenn der Ausdruck "Mann" als Prädikat verwendet wird, kann er bestimmten Dingen sinnvoll zugesprochen oder abgesprochen werden.
Dies ist eine "externe" Eigenschaft, und in dieser Hinsicht verhält sich das Prädikat "rot" genauso. Man beachte jedoch die Unterscheidung zwischen rot und Mann als Eigenschaften.
Ein Tisch könnte Träger der Eigenschaft rot sein, doch im Falle von "Mann" liegt die Sache anders. (Ein Mann könnte diese Eigenschaft nicht ablegen). .
II 308
WittgensteinVsRussell: Bsp "in diesem Zimmer ist kein Mann". Russells Schreibweise: "~(Ex)x ist ein Mann in diesem Zimmer." Diese Schreibweise suggeriert, dass man die Dinge in diesem Zimmer durchgegangen ist, und festgestellt hat, dass keine Männer darunter waren.
Das heißt, die Schreibweise ist nach dem Vorbild konstruiert, indem x ein Wort wie "Schachtel" oder sonst ein Gemeinname ist. Das Wort "Ding" jedoch ist kein Gemeinname.
II 309
Was hieße es denn, dass es ein x gibt, welches nicht ein Fleck im Quadrat ist?
II 311
Arithmetik/Mathematik/WittgensteinVsRussell: die Arithmetik wird nicht in der Russellschen Weise gelehrt, und dies ist keineswegs eine Ungenauigkeit. Wir machen uns nicht an die Arithmetik, indem wir etwas über Sätze und Funktionen erfahren, noch beginnen wir mit der Definition der Zahl.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg) Frankfurt 1996

Ca II
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg) Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca IX
Rudolf Carnap
Wahrheit und Bewährung. Actes du Congrès International de Philosophie Scientifique fasc. 4, Induction et Probabilité, Paris, 1936
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsAtomismusVsAtomismus Wittgenstein Vs Tractatus Tugendhat I 163
Tractatus/Tugendhat: naive gegenstandstheoretische Position. Wittgenstein: "was der Fall ist, die Tatsache, ist das Bestehen von Sachverhalten" "der Sachverhalt ist eine Verbindung von Gegenständen". "Im Sachverhalt hängen die Gegenstände ineinander, wie die Glieder einer Kette". (2.03). (Später von Wittgenstein verworfen). Wittgenstein/spät/Selbstkritik/VsTractatus: Philosophische Bemerkungen: "Komplex ist nicht gleich Tatsache. Von einem Komplex sage ich, er bewege sich von einem Ort zum andern, aber nicht von einer Tatsache." "Zu sagen, ein roter Kreis bestehe aus Röte und Kreisförmigkeit, oder einem Komplex aus diesen Bestandteilen, ist ein Missbrauch dieser Wörter und irreführend."

I 235 ff
WittgensteinVsWittgenstein/WittgensteinVsTractatus/Hintikka: WWK, 209 f. "Unklar war mir im Tractatus die logische Analyse und die hinweisende Erklärung"..."dachte damals, dass es eine Verbindung der Sprache mit der Wirklichkeit"..
I 236
Zeichen/Bedeutung/Definition/Zeigen/Waismann ("Thesen") :"wir können Zeichen auf zwei Arten Bedeutung geben: 1. durch Aufweisung 2. durch Definition."
I 237
Hintikka: tiefere Gründe: im Tractatus hält die These der Unausdrückbarkeit der Semantik Wittgenstein nicht davon ab, die Rolle der hinweisenden Erklärung unter dem Deckmantel des Zeigens hervorzuheben. Durch seinen Wechsel von der phänomenologischen zur physikalischen Sprache ist es unmöglich für ihn, alle seine nicht weiter zurückführbaren Gegenstände hinweisend zu definieren. Ein und dieselbe Geste kann im Spiel sein, wenn man einen Personennamen, ein Farbwort, einen Stoffnamen (Massenterminus) ein Zahlwort, den Namen einer Himmelsrichtung hinweisend definiert.
Die Unterschiede gehören offenbar nicht zum Bereich des Phänomenologischen, sondern zur Ontologie der Alltagsgegenstände. PU § 28
Aus diesen Gründen lehnt Wittgenstein eine Zeitlang die Vorstellung ab, das hinweisende Erklären könnte eine Verbindung zwischen Sprache und Wirklichkeit herstellen.
I 297 ff
Bild/Übereinstimmung/Wirklichkeit/Wittgenstein/Hintikka: ist die Bildhaftigkeit eine Übereinstimmung?
I 298
Bild/Satz/WittgensteinVsTractatus/WittgensteinVsWittgenstein//Selbstkritik: "im Tractatus habe ich so etwas gesagt wie: sie sei eine Übereinstimmung der Form. Das ist aber ein Irrtum. Hintikka: das könnte den falschen Anschein erwecken, als habe Wittgenstein den Bildgedanken aufgegeben. Das ist aber ein Irrtum.
Bild/Wittgenstein: das Bild kann einen möglichen Sachverhalt abbilden. Es braucht kein Bild eines faktischen Zustands der Welt zu sein. Ein Befehl ist normalerweise ein Bild der Handlung, die ausgeführt werden soll, aber nicht notwendig ein Bild der tatsächlich vollzogenen Handlung. (Ebenso Werkzeichnung).
Welches ist die Projektionsmethode?
I 299
"Ich stelle mir also vor, die Verschiedenheit zwischen Satz und Wirklichkeit werde durch die Projektionsstrahlen ausgeglichen, die zum Bild, zum Gedanken gehören und die keinen Raum mehr für eine Methode der Anwendung lassen. Es gibt nur noch Übereinstimmung und Nichtübereinstimmung." "Wie alles Metaphysische ist die Harmonie zwischen Gedanken und Wirklichkeit in der Grammatik
der Sprache aufzufinden."

II 138
Atomismus/VsAtomismus/Selbstkritik/WittgensteinVsTractatus: es war ein Irrtum, dass es Elementarsätze gäbe, in die sich alle Sätze zerlegen lassen. Dieser Irrtum hat zwei Wurzeln: 1. dass man die Unendlichkeit als Zahl auffasst, und annimmt es gebe eine unendliche Anzahl von Sätzen.
2. Aussagen, die Grade von Qualitäten zum Ausdruck bringen. ((s) Sie müssen nicht jeden anderen Satz ausschließen. Daher können sie nicht unabhängig sein).

III 151
Tractatus/spätere Selbstkritik/WittgensteinVsTractatus/WittgensteinVsWittgenstein: zwei Schwachpunkte beschäftigten ihn: 1. dass die beschreibende Sprache so offen als Musterbeispiel für die eigentliche Sprache aufgefasst wird. Es gibt noch viele unberücksichtigte Sprachformen
Es kann in Frage gestellt werden, ob der Sinn einer Äußerung unabhängig vom Zusammenhang verstanden werden kann. Außerdem Zweifel, inwieweit jeder sinnvolle Satz eine und nur eine logische Form besitzt.
2. Problem der Intersubjektivität unberücksichtigt
III 214
WittgensteinVsTractatus (Selbstkritik): Diskussionen mit Ramsey und dem italienischen Wirtschaftswissenschaftler Piero Sraffa. SraffaVsTractatus: VsAbbildtheorie: Vs, dass ein sinnvoller Satz eine Projektion eines Sachverhalts sein müsse. Bestritt auch, dass jeder sinnvolle Satz in Elementarsätze aufgelöst werden könne.
Aus dieser Kritik entstanden 1929 30 Philosophische Bemerkungen (PB)
1932 34 Philosophische Grammatik (PG)
1933 34 Das Blaue Buch + Das Braune Buch
Hauptwerk der "Zweiten Periode": Philosophische Untersuchungen (PU).
III 217
WittgensteinVsTractatus/Wittgenstein/spät/Flor: das kann in einer konkreten Situation durchaus sinnvoll und klar sein, eine vage Frage oder eine vage Beschreibung oder einen vagen Befehl zu geben.
VI 95/96
logische Konstanten/Elementarsatz/WittgensteinVsTractatus/WittgensteinVsWittgenstein/Schulte: Selbstkritik: nimmt jetzt nicht mehr an, dass man später einmal die Elementarsätze würde angeben können. In Wahrheit haben wir schon alles, und zwar gegenwärtig!
Neu: Vorrang des Satz Systems gegenüber dem Einzelsatz.
Früher: glaubte ich, dass wir ohne die logischen Konstanten auskommen müssen, denn "und", "oder", "nicht" verbinden die Gegenstände nicht. (Daran halte ich fest).
Aber ich glaubte fälschlich, die Elementarsätze seien unabhängig voneinander, weil ich fälschlich glaubte, die Verknüpfungsregeln der logischen Konstanten könnten etwas zu tun haben mit der inneren Struktur der Sätze.
In Wirklichkeit bilden die logischen Konstanten vielmehr nur einen Teil einer umfassenden Syntax, von der ich damals noch nichts wußte."

VII 148
Sprache/Tractatus/Tetens: die Sprache dient hier nur einem Zweck: Tatsachen abzubilden. WittgensteinVsWittgenstein/VsTractatus/später Wittgenstein/Tetens: statt dessen gibt es eine Mannigfaltigkeit von Sprachspielen. Um verständig zu sprechen, müssen wir an einer verwickelten sozialen Lebensform mit ihren vielfältigen Sprachspielen teilnehmen.
VII 149
Der Philosoph muss beschreiben, wie wir die Ausdrücke in der Alltagssprache gebrauchen.
VII 150
„...ein Bild hielt uns gefangen. Und heraus konnten wir nicht, denn es lag in unserer Sprache, und sie schien es uns nur unerbittlich zu wiederholen.“ (PU S. 82) deskriptiv/normativ/Tractatus/Tetens: Wittgenstein ignoriert im Tractatus die Unterscheidung zwischen deskriptiven und normativen Sätzen. Das nennt er später die „einseitige Diät“ ((s) nur deskriptive Sätze). (PU S. 251, § 593).
VII 152
Skeptizismus/Philosophie/Wittgenstein/spät: die Wörter „Irrtum“, „Zweifel“ usw. haben auch die Philosophen aus der Alltagssprache gelernt, sie sind nicht zum Zweck des Philosophierens erfunden worden.
VII 153
Täuschung/Wittgenstein/spät: wenn der Philosoph fragt, ob man sich nicht über alles täuschen könnte, dann verwendet er die Wörter auf eine Weise, wie er sie im Alltag niemals verwenden würde.
VII 154
Wittgenstein: Bsp man kann nicht sagen, dass man sich in seiner Freude über etwas irrt.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsAtomismusVsAtomismus Descartes Vs Verschiedene Duhem I 12
CartesianerVsAtomismus: Der (physikalische Atomismus nimmt Erscheinungen als Realitäten. Nach Descartes ist die Materie mit der Ausdehnung in Länge Tiefe, Breite identisch. Man darf nichts anderes als verschiedene Gestalten und verschiedene Bewegung in Betracht ziehen. Die Materie ist inkompressibel und absolut homogen. Leerer Raum und Atome sind Illusionen. >Raum/Descartes.
Duhem I 14
DescartesVsFernwirkung
Duhem I 14
Cartesianische Schule VsHärte der Atome, VsUnterscheidung des erfüllten und leeren Raums (Leibniz: "der Ausdehnung und der bloßen Änderung"). Vgl. >Substantivalismus, >Relationismus. Duhem: Jede folgende Schule bezeichnet die wesentlichen Elemente der Vorgängerin als "bloße Worte".

Duh I
P. Duhem
Ziel und Struktur der physikalischen Theorien Hamburg 1998
VsAtomismusVsAtomismus Cresswell Vs Wittgenstein I 55
CresswellVslogischer Atomismus/CresswellVsAtomismus/CresswellVsWittgenstein/ CresswellVsTractatus: der Fehler der logischen Atomisten war es zu denken, daß wenn sie erst die korrekte totale physikalische Theorie gefunden hätten und sie in eine Sprache 1. Stufe gebracht hätten, daß dann jede Rede über die Welt (in Alltagssprache) in die Sprache dieser Theorie übersetzbar wäre. ((s) Also umgekehrt zu dem, was Cresswell hier macht). Cresswell: ich will hier beides zeigen: wie wir unsere Alltagssprache behalten können ohne irgendwelche Ansprüche aufzugeben in Bezug auf die Adäquatheit einer physikalischen Theorie 1. Stufe.

Hintikka I 133
…Das Verfahren des logischen Semantikers (Carnap, Tarski) verstößt gegen das oben genannte Prinzip des kategorialen Analogie.((s) dass R einer Beziehung in der Welt entspricht). Für Wittgenstein (nicht für Frege) ist dieser Unterschied wichtig: da die Gegenstände Elemente möglicher Tatsachen und Sachverhalte sind. Hier liegt ein großer Unterschied zu Frege.
Daher genügt es nicht, einfach ein "R" anzugeben, und damit eine Wertverlauf, sondern man muss angeben, welches die Relation in all den verschiedenen möglichen Welten ist. (VsTarski)
CresswellVsWittgenstein/FregeVsWittgenstein/Hintikka: könnte nun geltend machen, dass die Angabe aller dieser Wertverläufe identisch wäre mit der Angabe der Relation (darauf beruht die sogenannte Semantik möglicher Welten, MöWe-Semantik).
I 134
Aber gerade da erweist sich der Unterschied zwischen der Bildtheorie des Tractatus und der (um die Modallogik erweiterten) logischen Semantik großenteils als Täuschung. Tractatus/Hintikka: These: im Tractatus hat man es mit einer Vielfalt möglicher Tatsachen zu tun, so dass es eigentlich eine Modallogik ist.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Atomism, logisch VsAtomismus Versus Simons I 320
Atomismus: Wittgenstein Tractatus, Leibniz Monaden - VsAtomismus: Aristoteles: prima materia (Kontinualismus) - BlackVsWittgenstein/BlackVsAtomismus: "metaphysisches Vorurteil": die These, daß nicht jede Existenz bedingt ist - SimonsVsAtomismus.

Simons I
P. Simons
Parts. A Study in Ontology Oxford New York 1987

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Atomismus Sellars, W. II 306
Atomismus: These: die Bedeutung selbst ist eine logische Beziehung. SellarsVsAtomismus: dann wäre Wahrheit auch eine rein "relationale Eigenschaft" - keine reale - auch Bedeutung wäre nicht "real".