Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 7 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Bedeutungs-Wandel Rorty
 
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Richard Rorty
I 293f
Bedeutungswandel/Rorty: Frage: Bezogen sich die Griechen mit dem Ausdruck Sophrosyne auf Besonnenheit? Rorty: Diese Frage kann man zurückweisen mit dem Hinweis, dass es für die Erwartung, in einer ganz anderen Kultur werde dieser Ausdruck implantierbar sein, keinen besonderen Grund gibt. Wir müssten uns mit dem exotischen Sprachspiel selbst vertraut machen. Im Falle der Wissenschaft jedoch scheint uns eine solche Einstellung widernatürlich. Hier möchten wir sagen, dass es da draußen sowohl etwas gibt, Gesetze, auf den man sich beziehen sollte oder zumindest bisher bezogen hat.
Rorty: "whiggistische" Siegerperspektive: erzählt uns, Aristoteles aber in Wirklichkeit von der Gravitation gesprochen, als er von einer natürlichen Absetzbewegung sprach, Matrosen hätten sich, als sie von Einhörnern sprachen, in Wirklichkeit auf die Hörner von Narwalen bezogen, "Wärmeströmung" sei eine irreführende Beschreibung der Energieübertragung zwischen tanzenden Molekülen.
I 301
Bedeutung/Wahrheit/Existenz/Theoriewechsel/Bedeutungswandel/Quine/Rorty: Quineaner würden sagen, die Frage, ob sie damals dasselbe meinten, stellt sich gar nicht. - Es geht eher um Wahrheitswerte. - Rorty: a) Aristoteles sagte Falsches über Bewegung, oder b) Er sagte Wahres, aber das war nicht Bewegung. RortyVsAyers: damit kommt man nicht weit, wenn man an Begriffe wie geistiges Vermögen usw. nicht mehr glaubt. Ayers übertreibt den Gegensatz zwischen unseren und seinen Begriffen.
I 315 ff
Bedeutungswandel/Theoriewechsel/Referenz/Rorty: Lösung: das Funktionieren eines Ausdrucks sollte man sich besser als Herausgreifen von Gegenständen denken, denn als Beschreibung der Wirklichkeit. - Also entweder a) Referenz als Grundlage, oder b) Auch Referenz als konventionell annehmen. - Searle-Strawson-Kriterium: "Was die meisten seiner Meinungen wahr machen würde."
I 318
Lösung: Unterscheidung Referenz: a) philosophisch - b) "sprechen über" (common sense) - Rorty: es geht nur um Existenz. - Daher kein Kriterium für Referenz möglich.
I 321
RortyVsReferenztheorie/Theorie der Referenz: 1. Semantische Suche nach den Gegenständen ist hoffnungslos. - 2. Hoffnungslos: eine erkenntnistheoretische Widerlegung des Skeptizismus anzustreben.
III 103
Bedeutungswandel: Adorno/Horkheimer/Rorty: pro - PutnamVs.
IV 131
Begriff/Bedeutungswandel/Begriffswandel/Theoriewechsel/Rorty: Begriffe, die durch einen Denker einen neuen Drall bekommen haben: Bsp Aristoteles: ousia - Descartes: res - Hume: impression - Wittgenstein: Spiel - Einstein: Gleichzeitigkeit - Bohr: Atom.
VI 361
Interpretation/Rorty : bei solchen Angleichungsbemühungen verfährt man natürlich anachronistisch. Doch wenn das bewusst geschieht, ist nichts dagegen einzuwenden.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Idealismus Ayers
 
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Rorty VI 402
Ayers über Locke/Rorty: prägnantes Beispiel für die Weitergabe untauglicher Probleme. RortyVsAyers: Ayers Buch über Locke ist nur ein Vorwand für seine Kritik an dem, was er "sprachlichen Idealismus" nennt (AyersVsSellars).

Ayrs I
M. Ayers
Locke (Arguments of the Philosophers) London 1993

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Interpretation Ayers
 
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Rorty VI 360
Interpretation/Bennett: These: wir können Kant heute nur verstehen, indem wir klar mit Hilfe heutiger Begriffe angeben können, welches seine Probleme waren, welche davon heute noch Probleme sind, und was Kant zu ihrer Lösung beisteuerte.
VI 361
M. AyersVsBennett: das hieße, dass es unmöglich ist, einen Philosophen der Vergangenheit heute nach seiner eigenen Begrifflichkeit zu verstehen. Ayers: These: Wir sollten versuchen, die gleiche Beziehung zwischen Denken und Empfinden herzustellen, wie er selbst.
RortyVsAyers: damit kommt man nicht weit, wenn man an Begriffe wie "geistiges Vermögen" usw. nicht mehr glaubt. Ayers übertreibt den Gegensatz zwischen "unseren" und "seinen" Begriffen.


Ayrs I
M. Ayers
Locke (Arguments of the Philosophers) London 1993

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Philosophie Ayers
 
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Rorty VI 408
Philosophie/AyersRorty: folgende Thesen werden tendenziell von den gleichen Leuten vertreten 1. Realismus/Antirealismus wichtige Unterscheidung
2. Dummett hat recht: diese A/R Kämpfe sind die ausschlaggebenden in der Philosophiegeschichte gewesen.
VI 409
3. Wilson hat Recht, wenn sie Zweifel an der Kontingenz der Probleme äußert. 4. Ayers hat Recht, man darf die eigenen metaphysischen und erkenntnistheoretischen Ansichten nicht von seiner Politik und Moral beeinflussen lassen.
5. Farbe: das Problem des "Wesens der Farbe" ist nicht lösbar. Das gleiche gilt infolgedessen für das Leib Seele Problem.
6. Descartes’ Skeptizismus ist ahistorisch.
7. Sellars und Davidson haben Unrecht, wenn sie sagen, dass die Sinnesorgane bloß eine kausale Rolle spielen. Pro McDowell: Wiederbelebung des Empirismus.
8. Identität mit sich selbst ist nicht von Beschreibung abhängig, sondern von intrinsischen, nichtrelationalen Merkmalen. manche Termini sind starr.
9. Anerkennung des Unsagbaren ist lobenswerte intellektuelle Bescheidenheit.
10. Lockes "Essay concerning human understandig" ist kein Wegweiser, sondern ein immer noch auszulotendes Werk, dass bisher noch nicht artikulierte Wahrheiten enthält.
RortyVsAyers: in allen 10 obigen Thesen vertreten Ayers und ich diametral entgegengesetzte Standpunkte.
VI 410
Rorty: wir werden niemals ein "rein logisches" Argument für oder gegen eine der 10 Thesen aufstellen können.
VI 411
"Sprachlicher Idealismus"/Rorty: Kampfbegriff von AyersVsSellars. RortyVsAyers: es muss schon viel in der Sprache angelegt sein, bevor eine einleuchtende Berufung auf den Geschmack von Zwiebeln überhaupt möglich ist.
VI 412
Dazu gehört auch die Vorstellung einer inneren "cartesianischen Bühne". Dazu gehört auch die Vorstellung von "Bewusstsein" (als Vorstellung des 17. Jahrhunderts).


Ayrs I
M. Ayers
Locke (Arguments of the Philosophers) London 1993

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Realismus Ayers
 
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Rorty VI 407
Realismus/Antirealismus/Davidson: die Bejahung des Schlagworts, das Wirkliche und das Wahre seien "unabhängig von unseren Überzeugungen", ist ebenso müßig wie dessen Bejahung. RortyVsAyers: so können wir auch die Unterscheidung Realismus/"Idealismus" zum Abfall der Geschichte werfen.


Ayrs I
M. Ayers
Locke (Arguments of the Philosophers) London 1993

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Sinnesdaten Ayer
 
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Sellars I 16
Sinnesdaten/Ayer: Vorschlag: dass es sich bei der Rede von den Sinnesdaten lediglich um eine andere Sprache handelt. Dadurch kein Bedeutungszuwachs gegenüber unserer alltäglichen Redeweise. Bsp "Die Tomate konfrontiert S mit einem gewölbten roten Sinnesdatum" ist eigentlich dasselbe wie "Die Tomate scheint für S rot und gewölbt zu sein." (Sellars I 5) - SellarsVsAyer: ein Code fügt nichts hinzu.
A.J.Ayer
I A.J. Ayer Wahrheit, aus G. Skirbekk (Hrsg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt/M 1996
II Hügli/Lübke (Hrsg.) Philosophie im 20. Jahrhundert, Reinbek 1993
Tatsachen Austin
 
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I 231
Tatsache/Austin: "Tatsache" ist nur ein anderer Ausdruck für "wahre Aussage". (pro Brandom, VsAyer) - zu jeder wahren Aussage gibt es eine und nur eine und genau entsprechende Tatsache. (Ayer: aber zu jeder Tatsache gibt es viele (Davidson: unendlich viele) wahre Aussagen - aber Brandom: T = wahre Behauptung (im Sinne von "Behauptetes") (Brandom I S. 841) -. AyerVsAustin - AyerVsBrandom.
John L. Austin
I Austin Wahrheit in: Wahrheitstheorien Hrsg. Skirbekk, Frankfurt/M 1996
II Jörgen Husted "Austin" aus :Hügli (Hrsg) Philosophie im 20. Jahrhhundert, Reinbek 1993
III Austin: "Ein Plädoyer für Entschuldigungen" aus: Linguistik und Philosophie (Grewendorf/Meggle(Hg)) Frankfurt (Athenäum) 1974/1995

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 10 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsAyer Austin Vs Ayer, Alfred Jules
 
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I 231
Tatsache/Austin: »Tatsache« ist nur ein anderer Ausdruck für »wahre Aussage«.(VsBrandom,VsAyer) Zu jeder wahren Aussage gibt es eine und nur eine und genau entsprechende Tatsache. (Ayer: aber zu jeder Tatsache gibt es viele (Davidson:unendlich viele) wahre Aussagen.
Brandom pro, AyerVs).
John L. Austin
I Austin Wahrheit in: Wahrheitstheorien Hrsg. Skirbekk, Frankfurt/M 1996
II Jörgen Husted "Austin" aus :Hügli (Hrsg) Philosophie im 20. Jahrhhundert, Reinbek 1993
III Austin: "Ein Plädoyer für Entschuldigungen" aus: Linguistik und Philosophie (Grewendorf/Meggle(Hg)) Frankfurt (Athenäum) 1974/1995
VsAyer Black Vs Ayer, Alfred Jules
 
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III 25
Rationalität/Zirkularität/Selbstbegründung/Begründung/RationalitätVsVs/Black: These was wir brauchen ist ein Beweis, daß das, was wir als rationale Praxis (Prozedur) ansehen, wirklich rational ist. Daß unser Begriff von einem guten Beleg richtig ist.
Problem: ein rein formaler Beweis wäre dafür nicht anwendbar, und alles andere würde die Frage nicht beantworten. .D.h. nicht, daß die induktive Methode innerhalb der Wissenschaft irrational ist. Sie könnte nur irrational sein, wenn es einen Standard der Rationalität gäbe, der nicht erreicht würde. Tatsächlich setzt die Rationalität aber den Standard, nach dem Argumente als rational oder irrational bewertet werden. (Baltimore, 1956, S 75).
Ayer/Black: spricht hier nicht explizit von unserem Problem mit Rationalität, seine Argumentation kann aber darauf übertragen werden. Er könnte dann sagen:
Rationalität/Ayer/Black: er könnte sagen: kein Beweis ist möglich, denn nichts ist in diesem Stadium als Beweis zugelassen.
Ayer: wenn klar ist, daß es logisch keine übergeordnete Rechtsprechung geben kann, dann sollte es nicht beunruhigend sein, daß etwas in eigener Sache entscheidend sein kann.
III 26
Wissenschaft/Rationalität/Rechtfertigung/Selbstbegründung/Ayer/Black: Ayers Sicht führt dann zu Folgendem: wissenschaftliche Methode ist das, was Wissenschaftler akzeptieren als das, was die von ihnen akzeptierten Konklusionen rechtfertigt. Glauben/Rechtfertigung/Standard/Black: unser Standard für die Rechtfertigung unserer Überzeugungen (auch in der Wissenschaft) ist ein Appell an gute Gründe. ((s) >“gute wissenschaftliche Praxis“).
Standard/Beweis/Rechtfertigung/AyerBl: für die Güte dieses Standards selbst gibt es aber keinen Beweis.
Pointe: das führt dazu, daß selbst wenn die Erfahrung uns zeigt, daß das Verlassen auf Gründe sich in gewissen Bereichen gar nicht auszahlt, das unser fortwährendes Sichverlassen auf Gründe sogar in demselben Bereich dadurch nicht in Mißkredit gebracht würde.
BlackVsAyer: anders als er selbst, finde ich das sehr wohl beunruhigend! Denn ich glaube, daß es den Irrationalisten stützt.
Irrationalismus/VsRationalismus/Black: aus dieser Position kann man sagen, daß es, wenn es keine Gründe für Rationalität gibt, es auch keine Gründe gegen Irrationalität gibt. Dann gibt es auch keine Möglichkeit für den Relativismus (Kulturrelativismus), sich gegen eine ernsthafte Revolte gegen die Standards (also auch gegen kulturabhängige Standards) zu verteidigen.

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
VsAyer Brandom Vs Ayer, Alfred Jules
 
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Ayer I 285
Basissätze/Ayer: womit werden sie konfrontiert? Mit Tatsachen. Aber was sind Tatsachen? Tatsache/AyerVs: falsche Gleichsetzung von Tatsachen mit wahren Aussagen!LL.(BrandomVsAyer!)
Brandom: Tatsachen=wahre Aussagen - Ayer: Tatsachen nicht gleich wahre Aussagen

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsAyer Davidson Vs Ayer, Alfred Jules
 
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Frank I 639
Asymmetrie/Autorität/Perspektive erste Person/dritte Person/Ayer: (The Concept of a Person): ähnlich wie Ryle: Selbstzuschreibungen können irrig sein. Autorität/Ayer: bei Selbstzuschreibung ähnlich wie die von Augenzeugen, verglichen mit Berichten aus zweiter Hand.
DavidsonVsAyer: unbefriedigend:
1. das sagt uns nicht, warum die erste Person eher in der Position eines Augenzeugen sein soll
2. der Vergleich zeigt nicht, was die Autorität der ersten Person eigentlich ist.
Selbstzuschreibung/Davidson: hat oft gar keine Anhaltspunkte! (Wie Wittgenstein).
Der Augenzeuge hat bestenfalls Induktion zur Verfügung, er kann außerdem unzuverlässig sein.
Aber eine Person verliert niemals ihren Anspruch darauf,
I 640
in Bezug auf ihre eigenen Einstellungen recht zu haben.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
VsAyer Russell Vs Ayer, Alfred Jules
 
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Bertrand Russell
VI 85
Kennzeichnung/Satz/Russell: kommt eine (bestimmte) Kennzeichnung in einem Satz vor, so hat dieser Satz keinen konstitutiven Bestandteil, der der Kennzeichnung als ganzer entspricht.
VI 86
Bsp Drei Teile: "Scott", "ist" "der Autor". Hier ist "Der Autor" kein konstitutiver Bestandteil des Satzes. Grund: Sinnvoll ist ein Satz, der negiert werden kann.
Bsp sinnvoll: "Das Einhorn existiert nicht", "die größte endliche Zahl existiert nicht".
Man könnte das aber nicht sagen, wenn das Einhorn ein konstitutiver Bestandteil des Satzes wäre.
Russell: dann kann das Einhorn auch nicht Bestandteil irgendeiner Tatsache sein!
Also sind Aussagen keine Tatsachen. (VsAustin, VsAyer, VsBrandom).

R I
B. Russell/A.N. Whitehead
Principia Mathematica Frankfurt 1986

R II
B. Russell
Das ABC der Relativitätstheorie Frankfurt 1989

R IV
B. Russell
Probleme der Philosophie Frankfurt 1967

R VI
B. Russell
Die Philosophie des logischen Atomismus
In
Eigennamen, U. Wolf (Hg), Frankfurt 1993

R VII
B. Russell
Wahrheit und Falschheit
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg), Frankfurt 1996
VsAyer Sellars Vs Ayer, Alfred Jules
 
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I 16
Sinnesdaten/Ayer: Vorschlag: dass es sich bei der Rede von den Sinnesdaten lediglich um eine andere Sprache handelt. Dadurch kein Bedeutungszuwachs gegenüber unserer alltäglichen Redeweise.
I 17
Bsp "Die Tomate konfrontiert S mit einem gewölbten roten Sinnesdatum" ist eigentlich dasselbe wie "Die Tomate scheint für S rot und gewölbt zu sein."
Sinnesdaten/Code/Sellars: man könnte einen Code nun so anreichern, bis er kein bloßer Code mehr ist. Dann muss man solchen Worten wie "Qualität", "ist", "rot", "Farbe", "bestimmbar", "alle", usw. den vollwertigen Status ihrer Entsprechungen in der Umgangssprache absprechen, sofern sie in der Rede von den Sinnesdaten vorkommen! Sie fungieren eher als Hinweise! Die Ausdrücke, aus denen die beiden „Kennzeichen“
(D) alle Sinnesdaten sind rot
und
I 18
(E) einige Sinnesdaten sind nicht rot bestehen, erinnern uns damit an die logische Unvereinbarkeit von Sätzen wie
Bsp Alle Elefanten sind grau und einige Elefanten sind nicht grau.
Aber Vorsicht! Während es seine Richtigkeit hat, wenn man "Einige Elefanten haben eine bestimmte "Rosaschattierung" aus dem Satz "Einige Elefanten sind rosa" ableitet, so wäre es gewiss falsch, aus
Einige Sinnesdaten sind rosa"
Den Satz
"Einige Sinnesdaten haben eine bestimmte Rosaschattierung"
ableiten zu wollen.
I 20
SellarsVsAyer: ein Code fügt nichts hinzu, die Auffassung von der Sinnesdatensprache als Code ebenso wenig. Daten/Sellars: empirisch - Inhalte/Sellars: theoretische Entitäten.

Sell I
W. Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999
VsAyer Hempel Vs Ayer, Alfred Jules
 
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II 112
Forderung nach partieller Bestätigbarkeit/(2.3)/Ayer: sein Kriterium soll dem Inhalt nach feststellen, dass eine Aussage S einen empirischen Sinn besitzt, wenn aus S zusammen mit geeigneten Hilfshypothesen (HH) Beobachtungsaussagen abgeleitet werden können, die aus den Hilfshypothesen (HH) allein nicht ableitbar sind. HempelVsAyer: das ist zwar stärker an die logische Struktur der Überprüfung angelehnt, aber viel zu durchlässig. s) >Quine-Duhem-These/QDT: lässt einfach jede Hilfshypothese zu).
Hempel: Bsp "Wenn das Absolute vollkommen ist, dann ist dieser (!) Apfel rot". Das ermöglicht die Ableitung der Beobachtungsaussagen, die offensichtlich nicht aus der HH folgt.
((s) Aber es ermöglich nicht, einen grünen Apfel als rot zu bezeichnen.)
Stace: "Prinzip der beobachtbaren Arten": "Die Tatsachen, die verneint oder bejaht werden, müssen von einer Art oder Klasse sein, so dass es logisch möglich ist, einige Tatsachenunmittelbar zu beobachten, die Fälle dieser Klasse oder Art sind. Wenn eine Aussage Tatsachen behauptet oder verneint, die von einer Klasse handeln, so dass es nicht logisch möglich ist, sie unmittelbar zu beobachten, dann ist die Aussage nicht signifikant.
II 113
HempelVsStace: das ist unschlüssig, er sagt nicht , wie wir diese Klassen bestimmen. Und das sollte das Kriterium doch gerade. Außerdem können wir stets eine Klasse bilden, die die Tatsache f zusammen mit der Tatsache enthält., die durch eine Beobachtungsaussage unserer Wahl ausgedrückt ist, die f zum Mitglied einer prinzipiell beobachtbaren Klasse macht! Der erste Teil des Prinzips schließt deshalb wie Ayers ursprüngliche Formulierung schon alles ein.
Sinnkriterium/Ayer: zusätzlich: eine Aussage hat einen Sinn, wenn sie zusammen mit einer Hilfshypothese aus Beobachtungsaussagen abgeleitet werden kann HempelVsAyer: zu durchlässig ((s) >"gefälschte Theorien".)
Modifikation von 2.3/Ayer: beschränkt die HH auf Aussagen, die entweder analytisch sind, oder unabhängig als überprüfbar erweisen werden können.
Konjunktion/HempelVsAyer: dieses neue Kriterium erfüllt die Forderung nach vollständiger Falsifizierbarkeit einer beliebigen Konjunktion S u N und erweist damit für diese ungewollt empirische Signifikanz.
ChurchVsAyer: angenommen, es gibt drei beliebige Beoachtungsaussagen, von denen keine allein eine der anderen impliziert, dann folgt für eine ganz beliebige Aussage S, dass entweder sie oder ihre Negation nach Ayers neuem Kriterium einen empirischen Sinn hat.
C.G. Hempel
I Hempel Zur Wahrheitstheorie des logischen Positivismus aus Wahrheitsheorien Hrsg. Skirbekk Frankfurt/M 1996

II Hempel Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982

II (b) Hempel Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung (1951) aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982
VsAyer Rorty Vs Ayers, M.
 
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Richard Rorty
VI 408
Philosophie/Rorty: wir müssen deutlich zwischen Fragen zu den Aufgaben der Philosophie und inhaltlichen Themen wie z.B. Erkenntnis trennen, und sich über deren Wechselverhältnis möglichst deutlich äußern. Philosophie/Rorty: folgende Thesen werden tendenziell von den gleichen Leuten vertreten
1. Realismus/Antirealismus wichtige Unterscheidung
2. Dummett hat recht: diese A/R Kämpfe sind die ausschlaggebenden in der Philosophiegeschichte gewesen.
VI 409
3. Wilson hat recht, wenn sie Zweifel an der Kontingenz der Probleme äußert. 4. Ayers hat recht, man darf die eigenen metaphysischen und erkenntnistheoretischen Ansichten nicht von seiner Politik und Moral beeinflussen lassen.
5. Farbe: das Problem des "Wesens der Farbe" ist nicht lösbar. Das gleiche gilt infolgedessen für das Leib Seele Problem.
6. Descartes’ Skeptizismus ist ahistorisch.
7. Sellars und Davidson haben Unrecht, wenn sie sagen, dass die Sinnesorgane bloß eine kausale Rolle spielen. Pro McDowell: Wiederbelebung des Empirismus.
8. Identität mit sich selbst ist nicht von Beschreibung abhängig, sondern von intrinsischen, nichtrelationalen Merkmalen. manche Termini sind starr.
9. Anerkennung des Unsagbaren ist lobenswerte intellektuelle Bescheidenheit.
10. Lockes "Essay concerning human understandig" ist kein Wegweiser, sondern ein immer noch auszulotendes Werk, dass bisher noch nicht artikulierte Wahrheiten enthält.
RortyVsAyers: in allen 10 obigen Thesen vertreten Ayers und ich diametral entgegengesetzte Standpunkte.
VI 410
Rorty: wir werden niemals ein "rein logisches" Argument für oder gegen eine der 10 Thesen aufstellen können.
VI 411
"Sprachlicher Idealismus"/Rorty: Kampfbegriff von AyersVsSellars. RortyVsAyers: es muss schon viel in der Sprache angelegt sein, bevor eine einleuchtende Berufung auf den Geschmack von Zwiebeln überhaupt möglich ist.
VI 412
Dazu gehört auch die Vorstellung einer inneren "cartesianischen Bühne". Dazu gehört auch die Vorstellung von "Bewusstsein"- (Als Vorstellung des 17. Jahrhunderts).

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsAyer Austin Vs Brandom, R.
 
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I 231
Tatsache/Austin: »Tatsache« ist nur ein anderer Ausdruck für »wahre Aussage«.(VsBrandom,VsAyer) Zu jeder wahren Aussage gibt es eine und nur eine und genau entsprechende Tatsache. (Ayer: aber zu jeder Tatsache gibt es viele (Davidson:unendlich viele) wahre Aussagen.
Brandom pro, AyerVs).
John L. Austin
I Austin Wahrheit in: Wahrheitstheorien Hrsg. Skirbekk, Frankfurt/M 1996
II Jörgen Husted "Austin" aus :Hügli (Hrsg) Philosophie im 20. Jahrhhundert, Reinbek 1993
III Austin: "Ein Plädoyer für Entschuldigungen" aus: Linguistik und Philosophie (Grewendorf/Meggle(Hg)) Frankfurt (Athenäum) 1974/1995
VsAyer Ayer Vs Brandom, R.
 
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I 285
Basissätze: womit werden sie konfrontiert? Mit Tatsachen. Aber was sind Tatsachen? Tatsache/AyerVs: falsche Gleichsetzung von Tatsachen mit wahren Aussagen!LL.(BrandomVsAyer!)
Brandom Tatsachen =wahre Aussagen - Ayer: Tatsachen nicht gleich wahre Aussagen
A.J.Ayer
I A.J. Ayer Wahrheit, aus G. Skirbekk (Hrsg.) Wahrheitstheorien, Frankfurt/M 1996
II Hügli/Lübke (Hrsg.) Philosophie im 20. Jahrhundert, Reinbek 1993

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Interpretation Bennett, J.
 
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Rorty VI 360
Interpretation/Bennett: These wir können Kant heute nur verstehen, indem wir klar mit Hilfe heutiger Begriffe angeben können, welches seine Probleme waren, welche davon heute noch Probleme sind, und was Kant zu ihrer Lösung beisteuerte.
VI 361
M. AyersVsBennett: das hieße, daß es unmöglich ist, einen Philosophen der Vergangenheit heute nach seiner eigenen Begrifflichkeit zu verstehen. Ayers: These "wir sollten versuchen, die gleiche Beziehung zwischen Denken und Empfinden herzustellen, wie er selbst".
RortyVsAyers: damit kommt man nicht weit, wenn man an Begriffe wie "geistiges Vermögen" usw. nicht mehr glaubt. Ayers übertreibt den Gegensatz zwischen "unseren" und "seinen" Begriffen. DF.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000