Lexikon der Argumente


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Entscheidbarkeit Hintikka
 
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I 7
Standard-Semantik/Kripke-Semantik/Hintikka: welche Unterschiede gibt es eigentlich? Der Graben zwischen ihnen ist viel tiefer als es zuerst scheint.
Cocchiarella: hat aber gezeigt, dass schon im einfachsten quantifikatorischen Fall, der monadischen Prädikatenlogik, die Standardlogik sich radikal von ihrem Kripkeschen Cousin unterscheidet.
Entscheidbarkeit: monadische Prädikatenlogik ist, wie Kripke gezeigt hat, entscheidbar.
Kripke-Semantik: ist unentscheidbar.
Entscheidbarkeit: impliziert Axiomatisierbarkeit.
I 208
Entscheidungsproblem/Prädikatenkalkül/Hao Wang: These: das Problem entspricht der Aufgabe, die Euklidische Fläche mit quadratischen Dominosteinen unterschiedlicher Grüße lückenlos auszufüllen. Von jeder Größe muss mindestens ein Stein einmal gebraucht worden sein.

Bsp logische Allwissenheit: kommt jetzt folgendermaßen herein:
An bestimmten Punkten kann ich wahrheitsgemäß nach meiner Wahrnehmung sagen:
(5) Ich sehe, dass diese Domino-Aufgabe unmöglich zu lösen ist.
In anderen Fällen kann ich das nicht wahrheitsgemäß sagen.
Problem/HintikkaVsBarwise/HintikkaVsSituations-Semantik/Hintikka: nach Barwise/Perry sollte es wahr sein von jedem unerfüllbaren Domino-Problem, dass ich die Unlösbarkeit sofort sehe, sobald ich die Formen der verfügbaren Steine sehe, denn die Unerfüllbarkeit folgt logisch aus der visuellen Information.
Lösung/Semantik möglicher Welten/Hintikka: nach dem Urnenmodell gibt es kein Problem.
I 209
Allwissenheit/Symmetrie/Hintikka: Situations-Semantik: braucht das Urnen-Modell, um das zweite Problem der logischen Allwissenheit zu lösen Semantik möglicher Welten: braucht ihrerseits Situations-Semantik, um das erste Problem zu lösen.


Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
Situationssemantik Barwise
 
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Cresswell II 169
Situations-Semantik/Barwise/Perry/Cresswell: (Barwise/Perry, 1983): hier wird explizit verneint, daß logisch äquivalente Sätze in Kontexten mit prop Einst. austauschbar sind. (1983, 175, 1981b, 676f) - Bsp doppelte Negation bei der Zuschreibung von prop Einst. - Lösung: partieller Charakter von Situationen. - Nicht alles muß angegeben sein - bzw. der Sprecher kann sich des Urteils enthalten haben. ("nicht nicht...") - Def Satzbedeutung/Barwise/Perry: eine Relation zwischen Situationen.
Cresswell I 63
Situations-SemantikVsMöWe-Semantik/Wissen/Bedeutung/Barwise/Perry/BarweiseVsCresswell/ PerryVsCresswell/Cresswell: die möglichen Weltenseien zu groß um das zu erklären, was der Sprecher weiß, wenn er einen bedeutungsvollen Satz äußert. Mögliche Welten: sind vollständige mögliche Situationen.
Situations-Semantik: wir brauchen eine mehr partielle Art von Entität. ((s) partial, nichts vollständiges).
CresswellVsSituations-Semantik: (Cresswell 1985a, 168 ff, 1985b, Kapitel 7)
Lösung/Cresswell: These: die Situationen müssen nur in dem Sinn partiell sein, dass sie kleine Welten sind.
Def Abstrakte Situation/Barwise/Perry: (1983, 57 ff). sind theoretische Konstrukte, die für eine adäquate semantische Modellierung der Realität gebraucht werden, die aus realen Situationen besteht.
Cresswell: diese Unterscheidung ignoriere ich hier. Die Semantik möglicher Welten ist da besser, auch wenn man zwischen Realität und theoretischer Repräsentation unterscheidet.
Was wir vergleichen müssen, sind abstrakte Situationen und Welten.
I 64
Einstellungs-SemantikVsMöWe-Semantik/BarwiseVsCresswell: es gibt oft zwei Propositionen, von denen eine von der Person geglaubt wird, die andere aber nicht, aber dennoch beide in denselben Welten wahr sind – Bsp alle logischen und mathematischen Wahrheiten – aber sie werden nicht alle gewusst, sonst könnte es keinen Fortschritt geben.
I 65
CresswellVs: die Situationen sollen Rollen spielen, die gar nicht gleichzeitig gespielt werden können – Lösung: -Semantik möglicher Welten: die Rollen werden durch Entitäten verschiedener Art gespielt. Lösung: Kontext mit Raum-Zeit-Angabe – falsche Sätze: beschreiben nicht-aktuale Situationen.
I 66
Sätze beschreiben Situationen in einem Kontext – Kontext ist selbst eine Situation, die dem Hörer Zeit, Ort usw. liefert – Interpretation/Barwise: Bedeutung von Sätzen in einem Kontext. Bedeutung/CresswellVsSituations-Semantik/CresswellVsBarwise/CresswellVsPerry: Bedeutung: = Menge der Welten, in denen sie wahr sind.
Problem: Bedeutungen werden oft mit Propositionen gleichgesetzt und dann gibt es Probleme, dass sie Rollen spielen sollen, die sie nicht gleichzeitig spielen können.
I 67
Andererseits verhalten sich einige der anderen Dinge, die Barwise und Perry von Situationen verlangen, wie Welten! Bsp Mollie bellt
e*:= in l: bellt, Mollie, ja.
Das beschreibt eine Situation e gdw. e* < e. ((s) Teilmenge der Situationen, wo Mollie sonst noch bellt? Oder wo Mollie existiert und jemand bellt?).
Def Generierungseigenschaft/Terminologie/Cresswell: (generation property): haben solche Sätze, die eine Situation beschreiben ((s) die Teil einer Menge von Situationen ist). Ein Satz  hat die Generierungseigenschaft im Hinblick auf einen Kontext u, gdw. es eine Situation e* gibt, so dass
u [[φ]] e gdw. e* < e.
((s) Wenn es einen Satz gibt, der allgemeiner ist als der Satz „Mollie bellt in der Raum-Zeit-Situation l“ Oder: Generierungseigenschaft ist die Eigenschaft, die den Satz in den Kontext einbettet, weil Propositionen als Mengen von Welten nicht auf eine einzige Situation beschränkt sein dürfen).
Der Satz φ hat die Generierungseigenschaft schlechthin (simpliciter) gdw. er sie in jedem Kontext hat.
Atomsatz/BP: These alle atomaren Sätze haben die Generierungseigenschaft.
Cresswell: wenn Situationen als Propositionen aufgefasst werden, sollten alle Sätze die Generierungseigenschaft haben. Und zwar weil die generierende Situation e* als die Proposition aufgefaßt werden kann, die von dem Satz  im Kontext u ausgedrückt wird.
Tatsächlich brauchen wir die anderen Situationen gar nicht! Wir können sagen, dass e* die einzige Situation ist, die von  in u beschrieben wird. Aber das ist ohne Bedeutung, weil jedes e* die einzige Klasse von e’s bestimmt, so dass e* < e, und jede Klasse, die von einem e* generiert wird, bestimmt dieses e* eindeutig.

Barw I
J. Barwise
Situations and Attitudes Chicago 1999

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Situationssemantik Cresswell
 
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I 63
Situationssemantik/Barwise/Perry: mögliche Welten (MöWe) sind zu groß um zu erklären, was der Sprecher eines Satzes weiß. Mögliche Welten: vollständige mögliche Situationen. CresswellvsBarwise: Situationen müssen nur in dem Sinn partielle sind, dass sie kleine mögliche Welten sind.
I 69
CresswellVsBarweise/Perry: Disjunktion: ihre Konstruktion erfordert, dass Situationen als mögliche Welten aufgefasst werden: Bsp ich bin zu Hause oder an der Uni: als Proposition unvollständig, weil durch beides wahr gemacht. - Die Situation kann aber nur eins von beiden sein. - Wahrmachen: der Gesamtsatz (Disjunktion) muss nicht durch eine Alternative wahr gemacht werden, weil er auch durch die andere Alternative wahr gemacht werden kann.
I 72
Situationen scheinen unvollständig zu sein. (Bsp bellt der Hund laut oder leise?) - Aber sie sind nicht so unvollständig wie Propositionen. ((s) die nur einem einzigen Satz entsprechen können, nicht einer Beschreibung einer Situation?)
I 71
Problem: Gesamtsituation: Maschine funktioniert (zeigt rot oder grün). - immer noch Widerspruch: wird die Situation durch a oder durch b beschrieben? - Wenn das Signal weder rot noch grün zeigen müsste, wäre die Unvollständigkeit zu radikal.
I 73
unvollständig/Situation/Barwise/Perry: Bsp nackte Infinitive mit "sehen". Joe sah, dass Fred reinkam und Sally rauchte oder nicht rauchte. - Cresswell: also alles mögliche - dann aber sind sie mögliche Welten. - Alles, was mögliche Welt sein kann, ist eine mögliche Welt. - mögliche Welten müssen nicht groß sein, können so klein sein wie Situationen bei Barwise und Perry. - anders: Aspekt/Hintikka: (= Unvollständigkeit von möglichen Welten): alle Tatsachen darüber, wer während der Vorlesung geschlafen hat. - CresswellVsHIntikka: wir wollen keine Listen, die sind hier metaphysisch. - Lösung/Cresswell. "Alles, was uns an der Situation interessiert". - (Dann auch Liste). - So kann die Wahrheit der Propositionen festgestellt werden.
I 74
Def wesentlich unvollständig/Cresswell: ist eine Situation, wenn sie bloß Teil einer Ansammlung von Situationen zu sein braucht (Disjunktion). - CresswellVsBarwise: das geht aber nicht bei nackten Infinitiven mit "Sehen": Bsp von "Ralph sah Ortcutt oder Hortcutt den Brief verstecken". - Auf "Ralph sah...oder sah...". (Das ist kein Dass-Satz!) - Das geht nicht, wenn Sehen Relation zwischen Subjekt und Situation sein soll - ((s) Dann nur eins von beiden.)
I 77
Situations-Semantik/CresswellVs: kennt nur eine Art Entitäten (Situationen). - statt dessen: MöWe-Semantik: drei Arten: 1. mögliche Welten, einzeln und vollständig (bewertet im Hinblick auf Wahrheit) 2. Propositionen: Klassen von mögliche Welten, stehen in logischen Relationen und sind die Bedeutungen von Sätzen in einem Kontext - 3. Individuen (Einzeldinge), unter ihnen Ereignisse. - Situationen/Cresswell: können als eine von jeder dieser Art Entitäten betrachtet werden.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984
Situationssemantik Hintikka
 
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I XVII
Situations-Semantik/Barwise/Perry/Hintikka: ist gar nicht so weit entfernt von der Semantik möglicher Welten. Mögliche Welten/Hintikka: sind oft eher wie Situationen, nicht immer abgeschlossene Welten. Eher Ereignisverläufe in einer kleinen Ecke des Universums. Verwandt mit Situationen.
Unterschied: alternative Situationen könnten sich in ein und derselben Welt abspielen.
XVIII
Situations-Semantik/Hintikka: ist kein ernsthafter Rivale der Semantik möglicher Welten.
I 206
Situations-Semantik/Barwise/Perry/B/P/Hintikka: ihre Situations-Semantik ist eine willkommene Ergänzung der Semantik möglicher Welten. Situation/Hintikka: eine interessante Frage ist, wie kleine egozentrische Situationen zusammengesetzt werden können, um ein größeres umfassendes „Weltbild“ zu ergeben.
Relationen: es sollte mindestens drei Arten von Relationen zwischen Situationen geben:
1. räumliche
2. zeitliche 3. die Unterscheidung zwischen feinkörnigeren und grobkörnigeren Situationen.
Am besten ist es, diese isoliert voneinander zu studieren.
I 207
Situations-Semantik/Barwise/Perry/Allwissenheit//Hintikka: wie kann sie das Problem der logischen Allwissenheit lösen? Barwise/Perry: bringen folgendes Bsp
(1) a sieht, wie b X-t
daher
(2) a sieht, wie b Y-t
wenn X-en logisch impliziert, zu Y-en. ((s) Bsp gehen, sich bewegen).
Lösung/B/P: nehmen an, dass es reichere und ärmere Situationen und Relationen zwischen ihnen gibt.
HintikkaVsBarwise/HintikkaVsSituations-Semantik/Hintikka: das ist aber kein Triumph über die Semantik möglicher Welten, und zwar aus zwei Gründen:
1. weil es jetzt um die Relation fein/grob (feinkörnig/grobkörnig) geht, ist es nichts, womit die Semantik möglicher Welten zu tun hat.
2. Die Semantik möglicher Welten hat das Problem durch Rantalas Urnen-Modelle ( sich verändernde Welten, je nachdem ob gezogene Kugeln zurückgelegt werden, oder nicht) gelöst.
Barwise/Perry: sie betrachten nur Fälle von Allwissenheit, die durch Einführung neuer deskriptiver Termini in die Konklusion entstehen,
I 208
und über das hinausgehen, was in den Prämissen erwähnt wird. Hintikka/Rantala: wir beide haben Fälle betrachtet, die die Einführung neuer Individuen erfordern, um die Gültigkeit der Inferenz zu sichern.
Bsp
(3) Robert sah jemand jedem Jungen sein eigenes Buch geben
(4) Robert sah jeden Jungen, wie ihm ein Buch von jemand gegeben wurde.
Frage: impliziert (entails) (3) logisch (4)?
Situations-Semantik/ Barwise/Perry: nach ihr ja.
Semantik möglicher Welten/Hintikka: nach ihr ist es zumindest fraglich.

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
Vollständigkeit Cresswell
 
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I 69
Unvollständigkeit/Vollständigkeit/unvollständig/CresswellVsSituations-Semantik/CresswellVsBarwise/CresswellVsPerry: die Frage der Vollständigkeit ist weniger klar als sie scheint: 1. Wie soll man
u [[φ]] e

verstehen? „In Kontext u beschreibt φ die Situation e“.
e: haben wir bis jetzt als Proposition aufgefaßt. Aber man kann eine Situation genauso gut als Welt auffassen, so dass es dann heißen würde:

„im Hinblick auf Kontext u ist φ wahr in e“.

Bsp Disjunktion/BP/Cresswell: ihre Konstruktion erfordert, dass Situationen als mögliche Welten aufgefasst werden, aber damit wird die Situationssemantik zu einer Semantik möglicher Welten.

Unvollständigkeit/unvollständig/partiell/Proposition/Semantik möglicher welten/Cresswell: Bsp Disjunktion:

(1) Morgen früh zwischen 9 und 12 werde ich entweder zu Hause oder an der Uni sein.
Das ist zwar keine Satz-Disjunktion, aber es ist äquivalent zu

(2) Entweder werde ich zu Hause sein zwischen 9 und 12 morgen oder
ich werde an der Uni sein zwischen 9 und 12 morgen.

was eine Disjunktion ist von

(3) Ich werde zu Hause sein, zwischen 9 und 12 morgen

und

(4) Ich werde an der Uni sein zwischen 9 und 12 morgen.

Wenn wir außerdem Sprecher, Datum usw. haben, teilen sich die möglichen Welten in zwei Klassen auf, die, in denen (1) wahr ist und die in denen (1) falsch ist. ((s) es geht hier immer um (1) nicht um die einzelnen Alternativen!).
Unter den Welten, in denen (1) wahr ist, können auch welche sein, in denen ich an beiden Orten bin, wenn auch nicht zur selben Zeit!
I 70
Unvollständig/Disjunktion/Mögliche Welten/Cresswell: aber es werden natürlich auch solche Welten in der Menge sein, wo ich an dem einen Ort bin, aber nicht an dem anderen. In diesem Sinn ist (1) unvollständig. D.h. die Proposition kann auf verschiedene Weisen wahr gemacht werden. Situation/unvollständig/Cresswell: wenn eine Situation wie eine Proposition sein soll, dann muss, damit die Situation unvollständig ist, eine einzelne (einzige) Situation durch (1) beschrieben werden, was die Situation meines zu-hause-oder-an-der-Uni-seins ist ((s) „disjunktive Situation“, „alles in einem“) und nicht eine ((s) Disjunktion von Situationen), in der ich in Situation a) zu hause bin oder Situation b) an der Uni bin.
Jedes Element der Klasse ist entweder eine zu-Hause-Welt oder eine an-der-Uni-Welt aber es ist nicht wahr, dass jedes Element eine zu-hause-Welt oder jedes eine an-der-Uni-Welt ist.
D.h. die Proposition ist unvollständig. (partielle Proposition)..
Unvollständigkeit/ /Cresswell: Barwise/Perry kann man so verstehen (Perry 1986, S 85), dass sie Situationen für unvollständig halten. Begründung: eine Situation gibt keine Antwort auf jede Frage.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsBarwise Hintikka Vs Barwise, J.
 
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I 207
Situations-Semantik/Barwise/Perry/B/P/Allwissenheit//Hintikka: wie kann sie das Problem der logischen Allwissenheit lösen? B/P: bringen folgendes Bsp
(1) a sieht, wie b X-t
daher
(2) a sieht, wie b Y-t
wenn X-en logisch impliziert, zu Y-en. ((s) Bsp Zu gehen impliziert, sich zu bewegen).
Problem/(s): daraus folgt noch viel mehr, von dem man nicht immer ausgehen kann, a) dass es gesehen wird, b) dass es gewusst wird.
Lösung/B/P: nehmen an, dass es reichere und ärmere Situationen und Relationen zwischen ihnen gibt.
HintikkaVsBarwise/HintikkaVsSituations-Semantik/Hintikka: das ist aber kein Triumph über die MöWe-Semantik, und zwar aus zwei Gründen:
1. weil es jetzt um die Relation fein/grob (feinkörnig/grobkörnig) ((s) der Beschreibung) geht, ist es nichts, womit die MöWe-Semantik (Semantik möglicher Welten) zu tun hat.
2. Die MöWe-Semantik hat das Problem durch Rantalas Urnen-Modelle (s.o., sich verändernde Möwe) gelöst.
B/P: sie betrachten nur Fälle von Allwissenheit, die durch Einführung neuer deskriptiver Termini in die Konklusion entstehen,
I 208
und über das hinausgehen, was in den Prämissen erwähnt wird. Hintikka/Rantala: wir beide haben Fälle betrachtet, die die Einführung neuer Individuen erfordern, um die Gültigkeit der Inferenz zu sichern.
Bsp
(3) Robert sah jemand jedem Jungen sein eigenes Buch geben
(4) Robert sah jeden Jungen, wie ihm ein Buch von jemand gegeben wurde.
Frage: impliziert (entails) (3) logisch (4)?
Situations-Semantik/B/P: nach ihr ja.
Semantik möglicher Welten/MöWe-Semantik/Hintikka: nach ihr ist es zumindest fraglich.
Entscheidungsproblem/Prädikatenkalkül/Hao Wang: These entspricht der Aufgabe, die Euklidische Fläche mit quadratischen Dominosteinen unterschiedlicher Grüße lückenlos auszufüllen.
Von jeder Größe muss mindestens ein Stein einmal gebraucht worden sein.
Bsp logische Allwissenheit: kommt jetzt folgendermaßen herein:
An bestimmten Punkten kann ich wahrheitsgemäß nach meiner Wahrnehmung sagen:
(5) Ich sehe, dass diese Domino-Aufgabe unmöglich zu lösen ist.
In anderen Fällen kann ich das nicht wahrheitsgemäß sagen.
Problem/HintikkaVsBarwise/HintikkaVsSituations-Semantik/Hintikka: nach B/P sollte es wahr sein von jedem unerfüllbaren Domino-Problem, dass ich die Unlösbarkeit sofort sehe, sobald ich die Formen der verfügbaren Steine sehe, denn die Unerfüllbarkeit folgt logisch aus der visuellen Information.
Lösung/Möwe-Semantik/Hintikka: nach dem Urnenmodell gibt es kein Problem.
I 209
Allwissenheit/Symmetrie/Hintikka: Situations-Semantik: braucht das Urnen-Modell, um das zweite Problem der logischen Allwissenheit zu lösen MöWe-Semantik: braucht ihrerseits Situations-Semantik, um das erste Problem zu lösen.
I 211
HintikkaVsBarwise/HintikkaVsSituations-Semantik/Hintikka: man kann viele Probleme finden, die die MöWe-Semantik gelöst hat, nicht aber die Situations-Semantik. Opazität/Hintikka: neben der, die als Fehlschlagen der Substitutivität (der Identität) verstanden wird, gibt es eine als Fehlschlagen der existentiellen Generalisierung (selbst wenn es nicht um Nichtexistenz geht) (s.o.).
Fragen/Hintikka. Wir brauchen noch eine Semantik für direkte Fragen, nebst Kriterien für vollständige Antworten. (s.u., s.o.).
direktes Objekt: kann auch ein Ereignis sein, Oder ein Einzelding (ED).
Problem: Fragen, die einen (äußeren) Quantor enthalten.
Problem: Semantik für Fragen mit W-Konstruktionen mit epistemischen Verben.
Frage: warum werden W-Konstruktionen nicht unter den relevanten Verben gefunden?
I 212
HintikkaVsSituations-Semantik/HintikkaVsBarwise/Hintikka: Barwise und Perry führen eine „Funktion c“ ein (S. 671): diese scheint obskur: Semantik/Hintikka: soll ein Modell liefern, das zeigt, wie Sprecher auf alles referieren können was sie wollen und meinen können, was sie meinen.
Funktion/MöWe-Semantik: dabei erfaßt der Sprecher oder der Hörer eine Funktion von Möwe auf Referenten.
Situations-Semantik/B/P: erklärt Bedeutung aus Tatsachen von Referenz-in-Situation: "… eine Komponente repräsentiert die Verbindungen c zwischen gewissen Wörtern und Dingen in der Welt implizit im bedeutungsvollen Gebrauch dieser Wörter".
HintikkaVsBarwisse/HintikkaVsSituations-Semantik/: es sollte umgekehrt sein: eine realistische Theorie der Bedeutung und Referenz sollte zeigen, wie eine solche Funktion c bestimmt wird durch die Bedeutungen. Denn Verstehen heißt, die Bedeutungen zu erfassen, die c determiniert.

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
VsBarwise Cresswell Vs Beschreibungstheorie
 
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II 156
Synonymie/Burge: er akzeptiert, daß „vixen“ und „weiblicher Fuchs“ synonym sind und argumentiert, daß daher ein ersetzen durch synonyme Wahrheit in Glaubenskontexten nicht erhalten muß. Kripke: (1979. 274, n12) gibt ein ähnliches Beispiel mit Nervenärzten und Psychiatern.
Pointe: VsBeschreibungstheorie: hier scheint es nicht gut zu sein, „vixen“ als „wird vixen genannt“ zu analysieren.
Kompositionalität/Glauben/Burge: Kompositionalität schlägt in Glaubenskontexten fehl.
CresswellVsBurge: wenn wir die Kompositionalität erhalten wollen, müssen wir annehmen, daß „vixen“ lexikalisch mehrdeutig ist.
Oder es muß (evtl. Nicht-Standard-) Kontexte geben, in denen es tatsächlich bedeutet „wird „vixen“ genannt“.
Pointe: wenn das hier erlaubt ist, dann vielleicht doch auch für Fälle mit „Phosphorus“!
II 166
PutnamVsBeschreibungstheorie/natürliche Art-Begriffe/Cresswell: (Putnam 1975, 148) (ebenso wie KripkeVsBeschreibungstheorie der Namen). Problem/Cresswell: Bsp Der Satz „Es gibt Wasser auf der Zwillingserde“. Angenommen, auf der ZE gibt es kein H2O, dann sollte der Satz, geäußert auf der Erde, falsch sein. Aber da etwas - nämlich XYZ - auf der ZE die Rolle von Wasser spielt, dann scheint die Beschreibungstheorie den Satz wahr zu machen.
Lösung/Fodor: (Fodor 1982, 111-113): Ein Wort wie „Wasser“ ist in gewisser Weise kontextuell beschränkt. D.h. indem wir es auf der Erde äußern, meinen wir mit dem Wort „Wasser“ so etwas wie „das, was auf der Erde die Rolle von Wasser spielt“.
Fodor/Cresswell: seine Idee ist, daß diese Beschränkungen, nicht Teil des Glaubens sind! Dann kann Oscars Zwilling auf der ZE dasselbe Glauben, wenn er das Wort „Wasser“ in einem Satz gebraucht.
Pointe: damit bleibt der methodologische Solipsismus gewahrt, daß eine prop Einst ohne externe Faktoren klassifiziert werden sollte.
II 174
Situation/sprachunabhängig/Barwise/Perry/Cresswell: (Barwise/Perry, 1981b, 679): Bsp man kann nicht jemand küssen, ohne ihn zu berühren. sprachunabhängig: nun kann man für „küssen“ jedes andere Wort einsetzen und ebenso für „berühren“. D.h. das hat nichts mit Bedeutungspostulaten oder anderen semantischen Tatsachen zu tun.
CresswellVsSituations-Semantik/CresswellvsBarwise: Barwise/Perry setzen das aber einfach nur fest, sie können es nicht erklären.
MöWe-Semantik/Cresswell: diese kann es erklären: die Eigenschaft des Küssens wird eine Funktion von Paaren von Individuen auf Mengen von MöWe sein. Dasselbe wird wahr sein von der Eigenschaft des Berührens. Aber für jedes Paar von Individuen (a, b) wird die Menge der MöWe in denen a b küßt eine Teilmenge der Menge der MöWe sein, in denen a b berührt. Dazu brauchen wir also keine Bedeutungspostulate.

Cr I
M. J. Cresswell
Semantical Essays (Possible worlds and their rivals) Dordrecht Boston 1988

Cr II
M. J. Cresswell
Structured Meanings Cambridge Mass. 1984

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Situations-Sem. Cresswell, M.J.
 
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I 65
CresswellVsSituations-Semantik/CresswellVsBarwise/CresswellVsPerry: These die sogenannten "Situationen-" sollen Rollen spielen, die gar nicht gleichzeitig gespielt werden können. Lösung/Cresswell: MöWe-Semantik/Semantik möglicher Welten: hier werden die verschiedenen Rollen durch Entitäten ganz verschiedener Art gespielt.
Kontext: daß die Bedeutung eines Satzes in der MS die Menge der MöWe ist, in der der Satz wahr ist, muß auf einen Kontext bezogen werden. D.h. sie brauchen Angaben über Ort, Zeit, Sprecher, usw.
I 77
CresswellVsSituations-Semantik/CresswellVsBarwise/CresswellVsPerry/MöWe-Semantik: Fazit: SS: kennt nur Entitäten einer einzigen Art (Situationen)
MöWe-Semantik: nimmt drei Arten von Entitäten an:
1. MöWe, die einzeln und vollständig sein, und im Hinblick auf die Wahrheit bewertet wird.
2. Propositionen - Klassen von MöWe - stehen in logischen Relationen und sind die Bedeutungen von Sätzen in einem Kontext.
3. Individuen (ED) unter ihnen Ereignisse.
Situationen/Cresswell: These können als eine von jeder dieser Art Entitäten betrachtet werden!
Problem: tritt nur auf, wenn man nur eine Art von Entität annimmt, die alle diese Rollen spielen soll.