Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriffliche Rolle Block Fodor IV 163
Bedeutung/begriffliche Rolle/conceptual role semantics/Block: These: die Bedeutung eines Ausdrucks ist seine Rolle in einer Sprache. Fodor/Lepore: das lädt zu dem Schluß ein, dass Ausdrücke, die zu verschiedenen Sprachen gehören, verschiedene Bedeutung haben.
Das führt zum "Übersetzungsholismus" eher als zum Inhaltsholismus.
Lit: Block "Advertisement for a semantics for psychology" ist viel zitiert.
CRT/Block/Fodor/Lepore: "conceptual role theory". Theorie der begrifflichen Rolle, Semantik der begrifflichen Rolle. These die Bedeutung eines Ausdrucks ist seine semantische Rolle (oder inferentielle Rolle. Block: glaubt, dass eine Version dieser Theorie wahr ist, will aber nicht entscheiden, welche.
Jedenfalls genügt sie nach Block als einzige den Bedingungen der Kognitionswissenschaften.
Fodor/LeporeVsBlock: seine Argumente für CRT sind nicht die entscheidenden. Aber sowieso führt diese nicht zum Semantischen Holismus. Sie müsste zusammen mit der Unterscheidung analytisch/synthetisch behauptet werden.
IV 165
Semantik/Inhalt/Computation/Naturalismus/CRT/Block: folgende Bedingungen muss eine semantische Theorie erfüllen, um einer naturalistischen, computationalen Psychologie angemessen zu sein: 1. Die Relation Bedeutung/Referenz erklären
2. Was verleiht Ausdrücken Bedeutung?
3. Die Abhängigkeit der Bedeutung von Repräsentationssystemen erklären
4. Kompositionalität erklären
5. Die Relation Bedeutung Geist/Gehirn erklären
6. Die Relation zwischen autonomer und ererbter Bedeutung erklären
7. Die Verbindungen zwischen Wissen/Lernen/Gebrauch von Ausdrücken und ihrer Bedeutung erklären
8. Erklären, warum verschiedene Aspekte der Bedeutung verschieden relevant für Referenz und Psychologie sind.
IV 168
Semantik der begrifflichen Rolle/CRT/Block Fodor/Lepore: setzt Bedeutung mit inferentieller Rolle gleich. (Naturalistische Version: kausale Rolle).

Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Bewusstsein Block II 458
Bewusstsein/Block: ist ein Mischbegriff aus "Phänomenalem Bewusstsein" (P-Bewusstsein/Terminologie) und "Zugriffsbewusstsein" (Z-Bewusstsein). Def Z Bewusstsein/Terminologie/Block : sich einer Tatsache z-bewusst zu sein, heißt, dass die Information für rationales Schließen zur Verfügung steht. (Funktionaler Begriff).
Bewusstsein/Burge: (VsBlock): P-Bewusstsein Voraussetzung für Z-Bewusstsein.
Phänomenalität ist nicht gleich Bewusstsein! Phänomenale Zustände können durchaus auch unbewusst sein.
II 524
Blindsight/Block: Patienten, die in einem Teil ihres Gesichtsfeldes nicht sehen können, können auf Nachfrage verbale, zutreffende Beschreibungen geben. Das lässt vermuten, dass Bewusstsein eine Funktion haben muss, die beim Überleben, Berichten und der Verhaltenssteuerung wirksam wird.
II 530
Zugriffs-Bewusstsein/Block: seine Grundlage nenne ich die informationsverarbeitende Funktion des phänomenalen Bewusstseins in >Schacters Modell. ((s) Teil oder Grundlage als Gegenüber).
II 531
Def P Bewusstsein/phänomenales Bewusstsein/Block: Erleben. Es kann nicht nicht-zirkulär beschrieben werden! Aber das ist kein Manko! P-bewusste Eigenschaften sind unterschieden von jedweder kognitiven, intentionalen oder funktionalen Eigenschaft.
Obwohl der Funktionalismus in Bezug auf das P Bewusstsein falsch ist, kann der Funktionalismus viele meiner Punkte akzeptieren.
II 535
Def Z-Bewusstsein/Zugriffs-Bewusstsein/Block: ein Zustand ist z-bewusst, wenn kraft des Sich-in-dem-Zustand-Befindens eine Repräsentation seines Gehalts 1. inferentiell ungebunden ist, d.h. als Prämisse beim Überlegen bereit steht
2. für die rationale Handlungskontrolle bereitsteht
3. für die rationale Sprachkontrolle bereitsteht (nicht notwendig, auch Schimpansen können p bewusst sein).
P-Bewusstsein und Z-Bewusstsein interagieren: Hintergrund kann Vordergrund werden. Bsp zu fühlen, wie sich das Hemd am Hals anfühlt.
Fehlschluss/Block: es ist aber ein Fehler, unbemerkt von einem zum anderen Bewusstsein überzugehen.
Fehler: Aus dem Bsp Blindsight zu schließen, dass es die Funktion des P-Bewusstsein sei, rationale Handlungskontrolle zu ermöglichen.
P-Bewusstsein/Block: nicht funktional! Empfindungen.
Z-Bewusstsein/Block: funktional. Typisch: "propositionale Einstellungen".
Schmerz/Block: sein repräsentationaler Gehalt ist zu primitiv, um beim Schließen eine Rolle zu spielen. Schmerz ist nicht begrifflich vermittelt, schließlich können Hunde auch Schmerzen haben.
Zusammenfassung: P-Bewusstsein kann Bewusstsein von sein und Bewusstsein von muss nicht Z-Bewusstsein sein.
II 555
Bewusstsein/Dennett: 1. kulturelles Konstrukt!
2. man kann Bewusstsein nicht haben, ohne den Begriff von Bewusstsein zu haben.
3. Bewusstsein ist eine "zerebrale Zelebrität": nur die Gehalte sind bewusst, die beharrlich sind, die die Ressourcen lange genug monopolisieren, um gewisse typische und "symptomatische" Wirkungen zu erzielen.
BlockVsDennett:
ad 1. das ist eine Verschmelzung von mehreren Bewusstseinsbegriffen. ad 2. P Bewusstsein kann kein kulturelles Produkt sein.
Auch wahrscheinlich nicht das Z-Bewusstsein: sehr viel niedere Lebewesen haben es, und zwar auch ohne einen solchen Begriff.
ad 3. Aber das ist doch eine biologische Tatsache und keine kulturelle.
II 568
Fehlschluss/BlockVsSearle: Frage: warum der Bsp durstige Blindsight-Patient nicht nach dem Wasser greift: ihm fehlen sowohl P Bewusstsein als auch Z-Bewusstsein. das ist richtig. Aber es ist ein Fehler, von einer Funktion der Maschinerie des Z-Bewusstseins zu irgendeiner Funktion des P-Bewusstseins überzugehen .
Fehlschluss: aus der Prämisse, dass "Bewusstsein" fehlt, (ohne sich klar zu sein, welche Art von Bewusstsein) voreilig die Schlussfolgerung zu ziehen, dass P-Bewusstsein eine gewisse Funktion habe.

Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996
Feinkörnig/grobkörnig Block Fodor IV 169
Feinkörnig/Zwillingserde/Begriffliche Rolle/Conceptual Role Theory/CRT/Block/Fodor/Lepore: Probleme mit der Zwillingserde zielen in die andere Richtung als Freges Probleme (Intension/Extension). Frege: braucht feinkörnigere Begriffe als Extensionen
Putnam: braucht weniger feinkörnige als extensionale Äquivalenz. (Enge Auffassung): Synonyme Ausdrücke müssen als extensional unterschieden behandelt werden. (Wasser/Zwillingserden-Wasser).
Daher wird ein gemeinsamer theoretischer Ansatz (CRT) kaum funktionieren.
Lösung/Block: "Zwei Faktoren" Version der CRT. die beiden stehen orthogonal zueinander:
a)Eeigentliche CRT: deckt den Bedeutungsaspekt von Frege ab
IV 170
b) Unabhängige vielleicht kausale Theorie der Referenz: (ZE/Wasser/Zwillingserden-Wasser). Fodor/LeporeVsBlock: das hat fast gar nichts mit CRT zu tun. Aber außerdem ist weder a) (Bedeutung) noch b) (Kausalität) verfügbar. Aber nehmen wir es trotzdem an:
Bsp Angenommen, wir treffen die Unterscheidung Bedeutung/Referenz mit der "Zwei-Faktor"-Theorie: wir haben dann zwar genügend Unterscheidungsfähigkeit, zahlen aber einen hohen Preis:
Frage: was hält die beiden Faktoren eigentlich zusammen?
Bsp was verhindert, dass es einen Ausdruck gibt, dessen inferentielle Rolle dem Ausdruck "4 ist eine Primzahl" entspricht und dessen Inhalt "Wasser ist nass" ist?
Aber was würde es bedeuten? Und was würde damit ausgedrückt?
Das Problem wiederholt sich auf der Ebene der Metatheorie:
Was hält eine Theorie der Extension und eine Theorie der Bedeutung zusammen?
BlockVsVs: ihm ist das klar, und was er dazu sagt ist rätselhaft: "die begriffliche Rolle ist primär in der Bestimmung der Natur der Referenz, aber nicht umgekehrt."
IV 171
Fodor/LeporeVsBlock: gerade im Fall der Zwillingserde kann die begriffliche Rolle die Referenz eben nicht bestimmen! Begriffliche Rolle/Block: scheint zu sagen, dass es in der Tat nicht die begriffliche Rolle von Wasser ist, die bestimmt, worauf sie sich bezieht, sondern die begriffliche Rolle von Namen! Deren Referenz ist schließlich nach Kripke kausal bestimmt.
Begriffliche Rolle/(s): Unterschied: a) Begriffliche Rolle eines bestimmten Begriffs, Bsp Wasser,
b) einer Wortklasse, Bsp Namen.
Fodor/LeporeVsBlock: das löst aber nicht das Problem! Wir brauchen etwas, das die Verwechslung von Extension und Intension ausschließt.
Was ist es, das einen Ausdruck wie (s.o.) "Primzahl/Nässe" ausschließt?
Block: T ist kein Art-Begriff, wenn die Kausaltheorie von Art-Begriffen nicht wahr von ihm ist.
Fodor/LeporeVsBlock: das verhindert gerade nicht, dass "Wasser" die Extension eine Art-Begriffs hat und gleichzeitig die Logik eines Zahlbegriffs.


Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Holismus Block Fodor IV 163
Holismus/Block/Fodor/Lepore: Blocks Argument ist nicht transzendental wie das der anderen Autoren. Er schlägt eine Theorie darüber vor, was Inhalt ist, um dann daraus zu schließen, dass diese Theorie holistisch sein muss.
Fodor IV 174
Holismus/Semantik der begrifflichen Rolle/Conceptual Role Theory/CRT/Block: These: die Bedeutung eines Ausdrucks ist seine Rolle in der Sprache. Fodor/LeporeVsBlock: Problem: Dilemma: wenn man annimmt, dass es keine Unterscheidung analytisch/synthetisch (a/s) gibt, dann kann man Übersetzungsholismus schließen:
"Die Bedeutung eines Ausdrucks ist seine gesamte Rolle in der Sprache". Das war schon nicht gut und wird nicht besser, wenn es für CRT gebraucht wird.
Neu: Blocks Bedingungen können nur erfüllt werden von einer Form von CRT, die entweder
a) inkompatibel mit der Unterscheidung analytisch/synthetisch sind, oder
b) aus Gründen abwegig ist, die mit dem Holismus nichts zu tun haben.
Also: 1. CRT ist nicht gut motiviert, 2. sie kann in ihrer ernst zu nehmenden Form nicht als Grund für Holismus dienen.

Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Inhalt Block Fodor IV 172
Enger Inhalt/Fodor/Lepore VsBlock: die Idee, dass enge Bedeutungen begriffliche Rollen sind, wirft kein Licht auf die Unterscheidung Bedeutung/Referenz. Eine semantische Theorie sollte nicht nur die Identität von Bedeutung feststellen können, sondern auch eine kanonische Form bereitstellen, die Fragen nach der Bedeutung von Ausdrücken beantworten kann.
Wenn letzteres gelingt, ist nicht ganz klar, ob auch das erste gelingen muss.
Kategorien/Block: er selbst sagt, dass die meisten empirischen Taxonomien keine hinreichenden und notwendigen Bedingungen für die Anwendung ihrer eigenen Kategorien liefern.
Enger Inhalt/Kategorien/Zwillingserde/Block/Fodor/LeporeVsBlock: Problem: wie enge Inhalte ausgedrückt werden können.
Bsp wenn die mentalen Zustände der Zwillinge ipso facto ihre Inhalte teilen, was ist denn dann der Inhalt, den sie teilen? Er kann nicht durch das bestimmt werden, was beide teilen, nämlich der Gebrauch von "Wasser ist nass": denn das drückt die enge Proposition aus, das Wasser nass ist.
Was sind denn dann die Wahrheitsbedingungen?
IV 173
Weite Bedeutung/Block: mag besser sein, um Verhalten zu erklären. ((s) nicht nur Bedeutung im Kopf sondern auch die Umstände). ((s) Umstände/Zwillingserde/weiter Inhalt/(s): Problem: wenn die Umstände darin bestehen, dass einmal H2O und einmal XYZ wirksam ist, dann sind die Umstände etwas, das das Individuum außerstande ist, zu erkennen. D.h. man weiß nicht, in welchen Umständen man sich befindet oder welche Umstände gegeben sind, da man nicht beide Situationen nebeneinanderhalten kann.)
Fodor/Lepore: ...aber nur, soweit es nomologische Relationen zwischen Welt und Glauben gibt.
psychologische Gesetze: wenn es psychologische Gesetze gibt, dann gibt es ipso facto Verallgemeinerungen die über weiten, aber nicht engen Inhalt gehen. Fodor/Lepore pro.
Fodor/LeporeVsBlock: es verfehlt aber den Hauptpunkt: einige dieser psychologischen Gesetze wären dann im Hinblick auf intentionalen Inhalt fixiert:
IV 174
"ceteris paribus, wenn jemand das und das glaubt und dies und das will, dann wird er soundso handeln". Problem: es wird dann an diese intentionalen Gesetze appelliert und nicht an die nichtkontingenten Verbindungen zwischen Geist und Verhalten, die die funktionalen Definitionen des Inhalts angeblich definieren sollen. Und diese intentionalen Gesetze sollen die psychologischen Erklärungen dann stützen.


Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
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Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Morgenstern/ Abendstern Block Fodor IV 168
Begriffliche Rolle/feinkörnig/Block/Fodor/Lepore: Problem: ob die begrifflichen (inferentiellen) Rollen von Morgenstern und Abendstern sich unterscheiden, hängt davon ab, wie inferentielle Rollen ihrerseits individuiert werden. Das wiederum hängt davon ab, wie feinkörnig oder grobkörnig sie aufgefasst werden.
a) so grobkörnig wie die Individuation von Extensionen: dann sind die Rollen von MS/AS nicht unterschieden! ((s) Das ist wiederum unterschieden von der Unterscheidung, zwischen Metasprache und Objektsprache, Bsp dass „Junggeselle“ mit J anfängt).
Bsp Angenommen, unser Begriff von Inferenz basierte auf materialer Äquivalenz:
IV 169
dann werden alle koextensiven Ausdrücke gleiche inferentielle Rollen haben. Konvers: Bsp wenn die inferentiellen Rollen so feinkörnig sind sie die Orthographie, (also nicht nur AS/MS sondern auch "Junggeselle" und "unverheirateter Mann" unterscheiden), dann verlieren wir die Erklärungskraft für die (vermutliche) Tatsache, dass synonyme Ausdrücke, anders als bloß koextensive, substituierbar sind salva veritate.

Fodor/LeporeVsBlock: 1. jetzt sieht man: Unterscheidungen zwischen inferentiellen Rollen lösen Freges Problem nur, wenn es ein adäquates Individuationsprinzip für sie gibt. Aber dafür gibt es kein Kriterium! Das nennt auch Block das Hauptproblem.
So ist es nicht leichter, zwischen inferentielle Rollen zu unterscheiden als zwischen Bedeutungen. >feinkörnig/grobkörnig.

Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Qualia Chalmers I 251
Qualia/fehlende Qualia/ChalmersVsBlock: (Block 1978)(1) Gedankenexperimente, bei denen Systemeigenschaften, die ein menschliches Bewusstseinssystem spiegeln in einer Volkswirtschaft oder in der chinesischen Bevölkerung als ganzer realisiert sind, haben höchstens intuitive Kraft. Sie sollen zeigen, dass ein solches System, bei dem ein Individuum z.B. für ein Neuron stehen soll, als ganzes System kein Bewusstsein entwickeln kann. ChalmersVsBlock: genauso intuitiv argumentieren wir, wenn wir sagen, dass es kaum glaublich ist, dass ein Stück graue Masse Bewusstsein produziert und dennoch tut sie es!
Wir würden in einer Volkswirtschaft als ganzer keine Erfahrungen sehen, aber das tun wir beim Gehirn auch nicht!
I 252
Ebenso können wir das Funktionieren des Gesamtsystems sowohl im Fall der Bevölkerung als auch beim Gehirn auch ohne bewusste Erlebnisse erklären. Andererseits wäre es nicht prinzipiell ausgeschlossen, dass eine entsprechende Organisationsstruktur in einer Bevölkerung als ganzer bewusste Erfahrungen hervorbringt, man müsste allerdings die Geschwindigkeit der Signalleitungen erheblich erhöhen.
BlockVsVs: wir wissen über Neuronen, dass sie die Arbeit leisten können, von Homunculi (das wären Individuen in der Bevölkerung in dem Beispiel) wissen wir es nicht.
I 253
Verblassende Qualia/Fading Qualia/VsChalmers: Bsp Angenommen, Teile des Gehirns würden durch Siliziumchips ersetzt (Pylyshyn 1980)(2), Savitt (1982) (3), Cuda (1985)(4) dann könnte es sein, dass Qualia Stück für Stück verblassen bzw. verschwinden.
I 254
ChalmersVsVs: Wenn die einzelnen Chips genug Inputinformation erhalten (und sei es, dass sie irgendwo nachschauen) dann macht es keinen Unterschied und die Qualia bleiben erhalten. Stück für Stück könnten alle Neuronen durch Chips ersetzt werden.
I 256
Ein Wesen mit schwächeren Qualia irrt sich systematisch über alles, was es erlebt. Dinge, die ich als unterschiedlich wahrnehme, werden für es homogen sein. Das Wesen wird dennoch glauben,
I 257
dass es diese komplexen Erlebnisse hat, die ihm tatsächlich fehlen. Es hat damit den Kontakt zu seinen Erlebnissen verloren. Das scheint unplausibel. Verschwindende Qualia: sind nichtsdestotrotz logisch möglich.
I 261
ChalmersVsVs: es ist vernünftig anzunehmen, dass kein System völlig missverstanden werden kann in Bezug auf seine Erlebnisse.
I 262
Invarianz des Verhaltens/VsChalmers: könnte es andererseits ein System geben, das völlig anders strukturiert ist als ich, aber sich genauso verhält wie ich? Ein solches System müsste genauso bewusst sein! VsVs: andererseits ist Blocks Beispiel einer riesigen Schautafel mit allen Inputs und Outputs nicht sicher bewusst. (Block 1981). Also muss etwas falsch sein an dem Argument.
ChalmersVsVs: 1. Mein Argument gilt nicht für verhaltensmäßig äquivalente Systeme. Ein perfekter Schauspieler muss nicht derselben Meinung sein wie die dargestellte Person.
2. Ein Gedankenexperiment mit äquivalentem Verhalten kann nicht so Stück für Stück eingeführt werden wie das mit dem ersetzen von Neuronen durch elektronische Chips.
I 263
Ein System wie das hier betrachtete wäre auf jeden Fall rational.
I 266f
Def Tanzende Qualia/Chalmers: Angenommen, 10%, 20%, 30% ... des Gehirns werden durch Silikonchips ersetzt und die resultierenden Qualia mögen sprunghaft, systematisch schwach oder unsystematisch wechseln, das kann uns egal sein. Es muss nur zwei Punkte A und B geben, so dass
I 267
1. zwischen A und B nicht mehr als 10% des Gehirns ausgetauscht wurden und 2. A und B signifikant unterschiedliche Erlebnisse haben.
Problem: es kann wohl unbemerkte Unterschiede zwischen verschiedenen Erlebnissen geben. (>Sorites/Chalmers).
Schalter: wir nehmen an, dass ich ein Backup-System meines Gehirns habe und ab und zu zurückschalten kann.
I 268
Nach dem Umschalten werde ich wie das neue System – nennen wir es Bill – sein. Dieser mag ein blaues anstelle meines roten Erlebnisses haben. Ich könnte dann sogar immer hin und her schalten, das wären die tanzenden Qualia. Pointe: beim hin und herschalten werde ich gar keinen Unterschied wahrnehmen!
I 269
Eine Veränderung bzw. verändertes Verhalten würde erfordern, dass es eine funktionale Differenz der beiden Systeme gäbe, entgegen der stipulierten (funktionalen) Isomorphie. Da es nicht so ist, kann ich auch keine neuen Überzeugungen erwerben wie z.B. „Meine Qualia sind gerade gesprungen.“ Wenn es anders wäre, müssten wir eine völlig neue, geänderte Psychologie und Phänomenologie annehmen. Pointe: es könnte sogar sein, dass unsere Qualia tatsächlich ständig vor unseren Augen hin und her tanzen!
I 270
Der einzige Ort, wo man eine prinzipielle Linie ziehen könnte, wäre die funktionale Ebene! Lösung/Chalmers: das einzige was uns hindert, die Möglichkeit der tanzenden Qualia in unserem eigenen Fall anzunehmen ist folgendes Prinzip:
Prinzip: Wenn jemandes bewusste Erlebnisse sich signifikant ändern, bemerkt man die Veränderung. ((s) Zirkulär zwischen „signifikant“ und „merklich“). Wenn wir das Prinzip missachten, haben wir keine Verteidigung gegen den Skeptizismus mehr.
I 271
VsChalmers: Einwände beziehen sich auf Lücken in der Argumentation bezüglich der Wahrnehmungsgeschichte, Geschwindigkeit, schwache Inversionen,
I 272
Unbemerkte Qualia, die ihrerseits vertauscht sind, z.B. am Rand des Gesichtsfelds,
I 273
Mehrfache Wechsel. ChalmersVsVs: keines dieser Argumente is entscheidend in Bezug auf meine Argumentation.
Fehlende Qualia/Chalmers: sind extrem unplausibel, tanzende und vertauschte Qualia sind sogar extrem unplausibel.
Funktionalismus: Damit wird aber kein Funktionalismus in seiner stärksten Form (die These, nach der die funktionale Organisation konstitutiv für Bewusstsein ist) bestätigt, da solche Qualia nicht logisch ausgeschlossen sind.



1. N. Block, Troubles with functionalism. In: C. W. Savage (Ed) Perception and Cognition: Issues in the Foundatzion of Psychology. Minneapolis 1978. Reprinted in N. Block (Ed) Readings in the Philosophy of Psychology, Vol 1, Cambridge 1980.
2. Z. Pylyshyn, The "causal power" of machines. Behavioral and Brain Sciences 3, 1980: pp. 442-44
3. S. Savitt, Searle's demon and the brain simulator reply. Behavioral and Brain Sciences5, 1982: pp. 342-43
4. T. Cuda, Against neural chauvinism. Philosophical Studies 48, 1985: pp. 111-27.

Cha I
D. Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014
Selbstbewusstsein Shoemaker Frank I 37f
SB/Shoemaker: immun gegen Fehlidentifizierung - Urheber des vertauschte-Spektren-Bsp - pro Qualia (VsBlock) - Selbstreferenz impliziert nicht Selbstidentifizierung -
Frank I 65
SB/Shoemaker: radikal verschieden vom Wahrnehmungsbewußtsein - ich kann aus keinem Objekt, auch nicht aus dem Spiegel lernen, daß das Präsentierte ich selbst bin - es sei denn, ich hätte das schon zuvor gewußt

Shoemaker I
S. Shoemaker
Identity, Cause, and Mind: Philosophical Essays Expanded Edition 2003

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Stärke von Theorien Schiffer I 44
Stärker/schwächer/SchifferVsPsychofunbktionalismus/SchifferVsBlocke: unwahrscheinlich, dass es eine Theorie gibt, die schwach genug ist, um auf alle Glaubenden - und stark genug, um auf jede einzelne Überzeugungen zuzutreffen (d.h. die Bedingungen festzulegen). - (Bsp für Sehende und Blinde). - Problem: es müssten notwendige Bedingungen für Glauben festgelegt werden. - stark/(s): legt Details fest/schwach/(s): auf vieles anwendbar.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
Zwillingserde Block Fodor IV 167
Zwillingserde/Block: (Fodor/Lepore: äußerst kontrovers!) nimmt an, dass für die Zwillinge dieselben intentionalen psychologischen Erklärungen gelten, nicht nur dieselben neurologischen. Begriffliche RolleCRT/Block: ihr Vorteil ist es, eine solche Erklärung zu erlauben.
IV 168
Wenn Block hier für den engen Inhalt plädiert, bewegt er sich in Richtung "Individualismus". Lit.: (>Fodor: "A modal argument for narrow content").
HarmanVsBlock: Harman: "Wide functionalism": hier wird der weite Inhalt in Bezug auf begriffliche Rolle analysiert.

Block I
N. Block
Consciousness, Function, and Representation: Collected Papers, Volume 1 (Bradford Books) Cambridge 2007

Block II
Ned Block
"On a confusion about a function of consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

F/L
Jerry Fodor
Ernest Lepore
Holism. A Shoppers Guide Cambridge USA Oxford UK 1992

Fodor I
Jerry Fodor
"Special Sciences (or The Disunity of Science as a Working Hypothesis", Synthese 28 (1974), 97-115
In
Kognitionswissenschaft, Dieter Münch Frankfurt/M. 1992

Fodor II
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Fodor III
Jerry Fodor
Jerrold J. Katz
The availability of what we say in: Philosophical review, LXXII, 1963, pp.55-71
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995