Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Deflationismus Brandom
 
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I 466
Deflationismus: Brandom pro: Eliminierung überflüssiger Annahmen - Problem: der Deflationismus gräbt sich selbst das Wasser ab. - Keine Tatsache wird behauptet wenn "es ist wahr, dass Schnee weiß ist" - Def Deflationismus: bestreitet, dass Gehalt in Begriffen von Wahrheitsbedingungen und Übereinstimmung mit den Tatsachen erklärt werden kann - Problem: Der Deflationismus kann nicht bestreiten, dass Eigenschaften durch Prädikate ausgedrückt werden.
I 468
BrandomVsVs: "ist wahr" ist prosatzbildender Operator, kein Prädikat.
I 469
Deflationismus/Non-Faktualismus (BoghossianVs): Brandom: Tatsache macht nicht Tatsache wahr, nur im abgeleiteten Sinn - nicht semantische Tatsache neben physikalischer Tatsache - Tatsachen sind nicht abhängig vom Behaupten. - BrandomVsBoghossian: es gibt keine Situation, in der es keine Tatsachen gäbe.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Korrektheit Wright
 
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I 272f
Def "korrekt"Wright: hier: W-Prädikat für minimal wahrheitsfähige Diskurse
Wright I 276
Korrektheit/Negation/Logik/Wahrheit/Wright: wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten eine andere Negationsform gibt:
b) Negation: wirkt so, dass ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht.

Negation/WrightVsBoghossian: der Vorschlag (>Nonfaktualismus) nimmt ja tatsächlich an, dass ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzteren Sinne.
Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, dass A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte.
Dann ist für den Fall, dass A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein.

WrightVsVs: der Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten: dem Übergang von (i) nach (ii): das scheinbar unangreifbare Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, hätte die Form des Konditionals:

(II) "A" ist wahr > "A" hat eine Wahrheitsbedingung

I 276/277
Und jede konservative Matrix für ""A" ist wahr" gefährdet dieses Prinzip in dem Fall, wo A nicht wahrheitsfähig, aber korrekt ist. Denn dann wird die konservative Matrix ""a" ist wahr" als korrekt bewerten.
Das Konsequens (II), dass "A" eine Wahrheitsbedingung hat (eine Tatsache, die es wahr macht) wird dann vermutlich inkorrekt sein.
- - -
Bedeutungsminimalismus/Korrektheit/Wright: kann bestimmte Sätze (etwa über primäre Qualitäten materieller Körper) nicht als Kandidaten für substanzielle (gehaltvolle) Wahrheit betrachten.
Die Zuschreibung einer Wahrheitsbedingung kann daher für einen solchen Satz korrekt sein (?).
So kann auch bei einer konservativen Matrix die Behauptung

"S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" ist wahr

korrekt sein. Aber die ganze Grundlage der Argumentation ist, dass der Bedeutungsminimalismus keine Wahl hat, als

"S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" hat eine Wahrheitsbedingung

als unweigerlich zumindest inkorrekt anzusehen andernfalls gibt es keine Bekräftigung von (i) als Prämisse. ((i): Es ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" eine Wahrheitsbedingung besitzt).

Die Einsetzung von "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" für "A" in (II) erzeugt folglich bei einer konservativen Matrix für den Bedeutungsminimalismus selbst ein korrektes Antezedens, aber ein inkorrektes Konsequens.

I 277/278
WrightVsBoghossian: Zusammenfassung: Wenn die Matrix (Wahrheitstabelle) für "wahr" nicht konservativ ist, dann versagt das Zitattilgungsschema in der entscheidenden Richtung für den Übergang von (ii) nach (iii), wenn die Matrix andererseits konservativ ist, scheitert angesichts der Prämisse (i) das Prinzip, dass nur ein Satz mit einer WB wahr ist. (Der Satz ist inkorrekt).
Schließlich, wenn die Prämisse (i) nicht zugelassen wird, gibt es gar keine Argumentation.



Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
Negation Boghossian
 
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Wright I 276
Negation/Logik/Wahrheit/Korrektheit/korrekt: wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten eine andere Negationsform gibt:
b) Negation: wirkt so, dass ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht.

Negation/WrightVsBoghossian: der Vorschlag (>Nonfaktualismus) nimmt ja tatsächlich an, dass ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzteren Sinne.
Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, dass A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte.
Dann ist für den Fall, dass A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein.

WrightVsVs: der Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten: dem Übergang von (i) nach (ii): das scheinbar unangreifbare Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, hätte die Form des Konditionals:

(II) "A" ist wahr > "A" hat eine Wahrheitsbedingung

I 276/277
Und jede konservative Matrix für ""A" ist wahr" gefährdet dieses Prinzip in dem Fall, wo A nicht wahrheitsfähig, aber korrekt ist. Denn dann wird die konservative Matrix ""a" ist wahr" als korrekt bewerten.
Das Konsequens (II), dass "A" eine Wahrheitsbedingung hat (eine Tatsache, die es wahr macht) wird dann vermutlich inkorrekt sein.


Bogh I
Paul Boghossian
Fear of Knowledge: Against Relativism and Constructivism Oxford 2007

Boghe I
Peter Boghossian
A manual for Creating Atheists Charlottesville 2013

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
Negation Wright
 
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I 275/76
Negation/Logik/Wahrheit/Korrektheit/korrekt: wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung (s.o. > Neg) zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten - eine andere Negationsform gibt:
b) Negation: wirkt so, daß ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht.
I 276
Negation/WrightVsBoghossian: der Vorschlag nimmt ja tatsächlich an, daß ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzeren Sinne. Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, daß A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte.
Dann ist für den Fall, daß A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein.
WrightVsVs: der (DB) Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten
(s. Konservativität)
I 88
Negation: Def Negationsoperator "Neg": "Neg A" ist wahr, wenn A falsch ist und falsch in allen anderen Fällen (z.B. bei fehlender Behauptbarkeit oder SuperA) - falsche Lö: dann bei schwacher Gültigkeit von A <> B: Negationsäquivalenz: "Neg (P) ist wahr" <> Neg("P" ist wahr)? - WrightVs: das geht nicht, selbst nicht bei "behauptbar" statt "wahr"

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
Nonfaktualismus Boghossian
 
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Wright I 267
Regeln/Wittgenstein/Wright: was immer Wittgensteins Dialektik genau erreicht, sie erzwingt in jedem Fall irgendeine Art von Einschränkung für eine realistische Vorstellung von Regeln und Bedeutung.
I 268
Und daher auch für Wahrheit, da Wahrheit eine Funktion der Bedeutung ist.
I 269
Paul Boghossian: hat nun einen Ansatz vorgelegt, der beide Bedenken aus dem Weg räumen könnte:
I 270
Boghossian: betrachten wir einen ausschließlich auf Bedeutung (nicht auf Wahrheit) bezogenen Non Faktualismus: Es gibt keine Eigenschaft der Art, dass ein Wort etwas bedeutet, und folglich auch keine derartige Tatsache.
Da nun die Wahrheitsbedingung eines Satzes eine Funktion seiner Bedeutung ist, bedingt der Non Faktualismus bezüglich der Bedeutung notwendig einen Non Faktualismus bezüglich der Wahrheitsbedingungen. dann ergibt sich:

(5) Für alle S,P:"S hat die Wahrheitsbedingung P" ist nicht wahrheitskonditional.

nach Zitattilgung:

(4) Für jeden S:"S" ist nicht wahrheitskonditional.

"Faszinierende Konsequenz"/Boghossian: eines Non Faktualismus der Bedeutung: ein globaler Non-Faktualismus. Und gerade darin unterscheidet sich ein Non-Faktualismus der Bedeutung von einem Non-Faktualismus mit Bezug auf irgendeinen anderen Gegenstand.

I 271
WrightVsBoghossian: viele werden gegen seine implizite Philosophie der Wahrheit protestieren, gegen den Gebrauch des Wortes allein kann man jedoch nichts einwenden.
Boghossian: Globaler Minimalismus, Non-Faktualismus: bezüglich Bedeutung, nicht Wahrheit: es gibt keine Eigenschaft, dass ein Wort etwas bedeutet, folglich auch keine Tatsache - zieht globalen Nonfaktualismus nach sich, im Gegensatz zu allen anderen Nonfaktualismen.

Wright I 271
Realismus/Wright: bisher ging es um die Frage, welche zusätzlichen realismusrelevanten Eigenschaften das Wahrheitsprädikat "gehaltvoll" machen können. Wir können nun aber für den minimalen Fall "Korrektheit" (>korrekt) einsetzen. (Formale Richtigkeit).
Die These des Non Faktualismus kann man dann so formulieren, dass jeder Diskurs über Bedeutung und verwandte Begriffe höchstens fähig ist, korrekt zu sein, und nicht für gehaltvollere Eigenschaften in Frage kommt.

(i) Es ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" eine Wahrheitsbedingung besitzt.

Das muss man als Minimalist akzeptieren, denn Wahrheitsbedingungen schreiben eine semantische, also gehaltvolle Eigenschaft zu, und das wird mit dem Satz bestritten. Weiter:

(ii) Es ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" wahr ist.

I 272
das folgt aus (i) da nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann.. Weiter:
(iii) Es ist nicht der Fall, dass S die Wahrheitsbedingung hat, dass P

das folgt nach Boghossian "aufgrund der Zitattilgungseigenschaften des Wahrheitsprädikats".

I 272ff
Non Faktualismus/Boghossian/Wright: > dann kann jeder Diskurs höchstens korrekt sein (i) ist nicht der Fall, dass "S hat die Wahrheitsbedingung, dass P" eine Wahrheitsbedingung hat" - WrightVs: kann mit Zitattilgung umformuliert werden bis (vi ist n. d. Fall,dass es n.d.F. ist, dass S hat die Wahrheitsbedingung dass P, eine Wahrheitsbedingung hat - aber Leugnung der Wahrheit nicht inkonsistent mit Korrektheit d. Behauptung aber (i) nicht korrekt wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel sind, die Matrix für das Wahrheitsprädikat Def nicht konservativ sein muss: d.h. dass der Wert von ""A" ist wahr" in allen Fällen falsch oder inkorrekt wird, ausgenommen jenen, wo A mit dem Wert wahr belegt wird -((s) Nicht-Konservativität verlangt Wahrheit, nicht bloß Korrektheit, >Wahrheitstransfer.
"korrekt": W-Prädikat für minimal wahrheitsfähige Diskurse

Negation/Logik/Wahrheit/Korrektheit/korrekt: wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel ist, gibt es eine Unterscheidung (> Negation) zwischen der a) eigentlichen, strengen Negation: verwandelt jeden wahren oder korrekten Satz in einen falschen oder inkorrekten eine andere Negationsform gibt: b) Negation: wirkt so, dass ein wahrer (oder korrekter) Satz genau dann konstruiert wird, wenn sein Argument keine Wahrheit erreicht.

Bogh I
Paul Boghossian
Fear of Knowledge: Against Relativism and Constructivism Oxford 2007

Boghe I
Peter Boghossian
A manual for Creating Atheists Charlottesville 2013

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001
Nonfaktualismus Brandom
 
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I 469
Deflationismus/Non-Faktualismus (BoghossianVs): Brandom: eine Tatsache macht nicht eine Tatsache wahr, das nur im abgeleiteten Sinn. - Es gibt nicht eine semantische Tatsache neben einer physikalischen Tatsache. - Tatsachen sind nicht abhängig vom Behaupten. - BrandomVsBoghossian: es gibt keine Situation, in der es keine Tatsachen gäbe.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsBoghossian Wright Vs Boghossian, Paul
 
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I 270
Boghossian: betrachten wir einen ausschließlich auf Bedeutung (nicht auf Wahrheit) bezogenen Non Faktualismus: es gibt keine Eigenschaft der Art, dass ein Wort etwas bedeutet, und folglich auch keine derartige Tatsache.
Da nun die Wahrheitsbedingung eines Satzes eine Funktion seiner Bedeutung ist, bedingt der Non Faktualismus bezüglich der Bedeutung notwendig einen Non Faktualismus bezüglich der Wahrheitsbedingungen. dann ergibt sich:
(5) Für alle S,P:"S hat die Wahrheitsbedingung P" ist nicht wahrheitskonditional.
nach Zitattilgung:
(4) Für jeden S:"S" ist nicht wahrheitskonditional.
"Faszinierende Konsequenz"/Boghossian: eines Non Faktualismus der Bedeutung: ein globaler Non Faktualismus. Und gerade darin unterscheidet sich ein Non Faktualismus der Bedeutung von einem Non Faktualismus mit Bezug auf irgendeinen anderen Gegenstand..
I 271
WrightVsBoghossian: viele werden gegen seine implizite Philosophie der Wahrheit protestieren, gegen den Gebrauch des Wortes allein kann man jedoch nichts einwenden. Globaler Minimalismus/WrightVsBoghossian: Problem: 1. kann der benötigte Begriff der substanziellen Wahrheit vollkommen verständlich sein, wenn es dafür gezwungenermassen überhaupt keine Beispiele gibt?
((s) Weil das ja gerade von der These bestritten wird).
2. Schwieriger noch ist der Status der Begründung. Muss ein Verfechter nicht verlangen, dass die Begründung stichhaltig ist? Eine solche Begründung müsste dann aber mindestens die Kognitive Nötigung zeigen und damit den Minimalismus übersteigen.
I 273
WrightVsBoghossian: mit dem Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, können wir übergehen zu: (iv) Es ist nicht der Fall, dass S wahr ist
und dann, indem wir (i) - die Prämisse der Argumentation - für S einsetzen
(v) Es ist nicht der Fall, dass (i) wahr ist.
Daraus dann der "Zitattilgungseigenschaften":
(vi) Es ist nicht der Fall, dass es nicht der Fall ist, dass "S hat die Wahrheitsbedingung dass P" eine Wahrheitsbedingung hat.
Ist das nun aber eine reductio ad absurdum von (i)? Das ist keine dumme Frage!
Wenn Wahrheit als substanziell verstanden wird, und mit einem geringerwertigen Surrogat kontrastiert wird, dann ist die Leugnung der Wahrheit nicht unbedingt inkonsistent mit der Behauptung ihrer Korrektheit.
Eine richtige reductio müsste zeigen, dass (i) nicht einmal korrekt ist.
Boghossian steht damit vor einem Dilemma:
a) wenn es eine reductio von (i) ist, zeigt das, dass der Bedeutungsminimalismus inkohärent ist,
I 274
b) wenn es keine reductio ist, wenn die Negation in (vi) eine substantielle Wahrheit verwirft und nicht bloß die Korrektheit negiert dann kann (iii) nicht länger als Ausdruck des globalen Minimalismus (der Bedeutung und der Wahrheit) sein, denn (iii) ist konsistent mit der Korrektheit der Behauptung, dass bestimmte Sätze substanzielle Wahrheitsbedingungen besitzen. (iii) kann höchstens verlangen, dass jede Aussage die bloß korrekt sein kann, selbst nicht mehr als Korrektheit zulassen kann. WrightVsBoghossian: die "faszinierende Konsequenz" ist nirgends in Sicht. 1. Der Bedeutungsminimalismus hebt sich nicht selbst auf.
2. Es ergibt sich auch nicht logisch notwendig ein Minimalismus bezüglich der Unterscheidung zwischen Diskursen, die für substantielle Wahrheit geeignet sind, und solchen, die es nicht sind.
Problem: dass Boghossian mit unterschiedlichen Wahrheitsprädikaten ("wahr" und "korrekt") arbeiten muss. Gerade das ist für seine Unterscheidung natürlich wichtig, aber es hat eine potentielle Auswirkung auf die Zitattilgung, die für ihn so wichtig ist.
Wright: "starkes Bedürfnis": eine Philosophie, die zwischen dem substanziell Wahren und dem bloß Korrekten unterscheidet, muss selbst substanziell sein.
I 275
WrightVsBoghossian: die Einzelheiten: der Zug von (ii) nach (iii) ist ein modus tollens auf dem rechts links Abschnitt des Zitattilgungsschemas (DS): (I) A > "A" ist wahr.
Frage: können wir mit Sicherheit annehmen, dass dieses Prinzip gilt zumindest korrekt ist wenn sowohl Wahrheit als auch Korrektheit im Spiel sind? Nein: wenn A bloß korrekt ist, gibt die Behauptung, dass "A" wahr ist, ihren Status im besten Fall inkorrekt wieder !
Entscheidend: für den Übergang von (ii) nach (iii) ist der relevante Ersatz für "A": "S" hat die Wahrheitsbedingung, dass P" ein Satz, der gemäß dem Bedeutungsminimalismus bloß Korrektheit zulässt, und nicht Wahrheit.
Negation/WrightVsBoghossian: der Vorschlag nimmt ja tatsächlich an, dass ""A" ist wahr" komplementär sein sollte der Negation von A im letzeren Sinne.
Ein vollkommen vernünftiger Gegenvorschlag ist aber, dass A viel eher dem strengen Begriff der ersteren Negation komplementär sein sollte.
Dann ist für den Fall, dass A bloß korrekt ist, die Bewertung von ""A" ist wahr" ebenfalls korrekt und die Anwendung des Wahrheitsprädikats wird generell konservativ sein.
WrightVsVs: der Teppich wirft nun aber an anderer Stelle Falten: dem Übergang von (i) nach (ii): das scheinbar unangreifbare Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr sein kann, hätte die Form des Konditionals:
(II) "A" ist wahr > "A" hat eine Wahrheitsbedingung
I 276/277
Und jede konservative Matrix für ""A" ist wahr" gefährdet dieses Prinzip in dem Fall, wo A nicht wahrheitsfähig, aber korrekt ist. Denn dann wird die konservative Matrix ""a" ist wahr" als korrekt bewerten.
Das Konsequens (II), dass "A" eine Wahrheitsbedingung hat (eine Tatsache, die es wahr macht) wird dann vermutlich inkorrekt sein.
I 277/278
WrightVsBoghossian: Fazit: Wenn die Matrix (Wahrheitstabelle) für "wahr" nicht konservativ ist, dann versagt das Zitattilgungsschema in der entscheidenden Richtung für den Übergang von (ii) nach (iii), wenn die Matrix andererseits konservativ ist, scheitert angesichts der Prämisse (i) das Prinzip, dass nur ein Satz mit einer Wahrheitsbedingung wahr ist. (Der Satz ist inkorrekt).
Schließlich, wenn die Prämisse (i) nicht zugelassen wird, gibt es gar keine Argumentation.
I 293
Deflationismus: jeder bedeutsame Satz (also ein Satz mit Wahrheitsbedingung) eignet sich für deflationäre Wahrheit oder Falschheit. Wenn aber Wahrheit nicht deflationär ist, muss sich "wahr" auf eine gehaltvolle Eigenschaft von Aussagen beziehen.
(Deflationismus: Wahrheit ist keine Eigenschaft).
WrightVsBoghossian: sein Problem ist, das er beides vereinbaren muss. Besteht die Argumentation nicht einfach in einem bloßen Spiel mit "bezieht sich auf eine Eigenschaft"? (Um Wahrheit als Eigenschaft zu vermeiden.)

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001