Lexikon der Argumente


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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Individuation Buridan
 
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Geach I 134
Individuation/Identifikation/Buridan/Geach: Bsp ein Pferdehändler hat genau drei Pferde: Brownie, Blackie und Fallow. Der Kunde akzeptiert die Aussage des Händlers: "ich werde dir eins meiner Pferde geben". Aber der Händler liefert nicht und leugnet, dass er dem Kunden irgend etwas schuldet.
Sein Argument: "Ich müsste dir entweder Brownie, oder Blackie oder Fallow schulden.
I 135
Aber was ich sagte, bezog sich weder mehr auf Blackie als auf Fallow oder andersherum und genauso wenig auf Brownie. Ich schulde dir keins von den dreien". GeachVsBuridan: ein Teil der Schwierigkeiten, die Buridan selbst hat kommt daher, dass er den Schluss von "Ich schulde dir ein Pferd" zu "Es gibt ein Pferd, das ich dir schulde" zulässt!
Aber selbst wenn wir es im Allgemeinen nicht können, scheint es in diesem speziellen Fall plausibel, zuzulassen: "ich schulde dir etwas", also "gibt es etwas..."
Das können wir sogar akzeptieren, ohne Buridans ungültige Regel zu akzeptieren. (?).
Geach: viele Autoren glauben, dass jeder Fall eines ungültigen Schlussverfahrens ein ungültiger Schluss ist, aber das ist ein großer logischer Irrtum!
Pferdehändler: "wenn ich dir ein Pferd schulde, schulde ich dir etwas. Und das kann nur ein Pferd von mir sein! Du wirst aufgrund meiner Worte nicht sagen, dass es etwas anderes ist, das ich dir schulde!. Also gut denn: dann sage mir, welches meiner Pferde ich dir schulde.
Lösung/Buridan: Man kann sagen, dass x mir y schuldet, dann und nur dann, wenn ich durch das Aushändigen von y mit ihm quitt werde! Welches der drei Pferde nun immer y sein soll, durch Aushändigen werden die beiden quitt! Also: welches immer x sein wird, der Händler schuldet x dem Kunden.
I 136
Es ist wahr von Brownie, es ist wahr von Blackie und es ist wahr von Fallow, dass es ein Pferd ist, das der Händler dem Kunden schuldet. Wenn wir nun z.B. nur Brownie und Blackie betrachten, könnten wir sagen, dass der Händler diese beiden schuldet. Aber Buridan selbst warnt uns davor, kollektiven und distributiven Gebrauch zu verwechseln. (>Distribution).
Lösung: es ist nicht so, dass es "es gibt zwei Pferde..."
Aber: "von jedem ist es wahr, dass er es schuldet"!
Buridan: nach seinem eigenen Prinzip dürfen wir nicht von "es gibt zwei.." auf "Der Händler schuldet zwei.." schließen. Denn das riefe die falsche "ratio" (Aspekt) auf den Plan, dass nämlich der Händler in einer Proposition (Satz) geäußert haben müsste, dass er die zwei schuldet.
Genauso können wir nicht schließen von "Brownie ist ein Pferd, das der Händler schuldet" (Buridan: wahr) auf
"Der Händler schuldet Brownie". Dazu müßte der Händler den Satz explizit geäußert haben.
GeachVsBuridan: das kann so nicht durchgehen! Ich kann nicht von
"Ich schulde dir etwas" auf
"Es gibt etwas, das ich dir schule" schließen!
Bsp Die Bank hat irgendwo das Geld von Leuten aufgehoben Daraus kann ich nicht schließen: einiges davon ist meins! Das ist aber alles andere als trivial!
Das Problem ist nicht auf dieses Beispiel beschränkt.
Bsp Von "b F't ein oder ein anderes A" kann ich nicht schließen:
"Es gibt ein oder ein anderes identifizierbares Ding, das b F't".
Deswegen müssen wir Buridans ganze Theorie umbauen.
I 137
Bsp Geach sucht eine Detektivgeschichte": nach Buridan kommt heraus: Für ein x, Geach sucht nach x unter dem Aspekt ("ratio") "Detektivgeschichte".
Problem: selbst wenn ich genau eine Detektivgeschichte suchte, gab es ein identifizierbares x nicht notwendig eine Detektivgeschichte das ich gesucht habe. (?).
Wir brauchen eher eine dyadische Relation zwischen Geach und einem Aspekt (ratio)!
Geach suchte etwas unter der ratio "Detektivgeschichte". Die zusammengebundenen Wörter sind ein unteilbarer rel Term.
Klarer:
Geach suchte etwas unter der ratio, die hervorgerufen wird (appellata) von dem Ausdruck "Detektivgeschichte"
dann ist "suchte ... von" ein singulärer rel Term. Wir können ihn abkürzen: "S'te"
Dann haben wir eher ein Zitat als eine "ratio". Dann brauchen wir nicht über "ratio" zu quantifizieren. Wir können sagen :
"Es gibt eine Detektivgeschichte, die Geach sucht" als
"Für ein x, x ist eine Detektivgeschichte und für ein w, w ist eine Beschreibung die wahr ist von x, und Geach S'te w ("suchte etwas unter der ratio hervorgerufen von der bestimmten Kennzeichnung w)".
Hier quantifizieren wir über Formen von Wörtern, deren Identitätskriterien, wenn nicht völlig klar, so doch klarer sind als die von rationes.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Individuation Geach
 
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I 134
Intentionalität/Individuation/Identifikation/Buridan/Geach: "Ich werde Dir eins meiner Pferde geben" - Problem: welches? - VsBuridan: falscher Schluss auf "Es gibt ein Pferd, das ich Dir schulde." - Problem: >Aspekt, Hinsicht, "ratio", "unter der Beschreibung...".
I 249
Identität/Individuation/Theorie/Geach: Identifikationskriterien hängen davon ab, was man identifiziert - aber falsch: "dasselbe in Bezug auf Sprache L". - Dennoch:
I 249
Relation/Geach: "höher" ist logisch dieselbe Relation, ob man Häuser oder Töne meint. - Aber das heißt nicht, dass wir nur eine Relation zu lernen haben.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Intentionalität Buridan
 
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Geach I 129
Intentionalität/Buridan/Geach: (14. Jahrh.). Es soll um intentionale Verben zwischen zwei Eigennamen gehen. Bsp "suchen nach", "schießen auf",
I 130
"hoffen, ___ wird ein besserer Mensch als sein Vater" , "glaubt, ___ sei ein Halunke". Def salva congruitate: Ersetzen, bei dem die Satzstruktur erhalten bleibt. Bei der Satzstruktur geht es hier darum, ob "irgend ein A" , "jedes A", "das einzige A" erhalten bleibt, bzw. ob "A" weiterhin einen einfachen oder komplexen Term repräsentiert.
Möglichkeit/möglich/Modalität/Modallogik/Buridan/Geach: es gibt obskure Passagen bei Buridan, in denen über Möglichkeiten quantifiziert: z.B. mögliche Pferde.
Dabei wird ein allgemeiner Term "gedehnt,", so dass er für wirkliche und mögliche Objekte gleichzeitig steht.
Bsp "Jemand ist notwendig verdammt": ein wirklicher oder möglicher Mann ist verdammt.
Intentionalität/Buridan/Geach: Bsp "schulden": "Ich schulde dir ein Pferd".
Problem: gibt es ein bestimmtes Pferd, das ich dir schulde?
Hier werden keine "möglichen Pferde" mobilisiert.
intentionale Gegenstände/Geach: müssen hier nicht als "Sinn" von Ausdrücken eingeführt werden, so als ob ihr Besitz jemand statt des wirklichen Pferdes zufrieden stellen könnte.
Dennoch ist der Sinn (Buridan: "ratio") bei intentionalen Verben irgendwie wichtig.
Buridan: der Ausdruck, "appelliert" (appellat") an
I 131
seine eigene "ratio". (Evoziert sie). D.h. der Wahrheitswert könnte sich ändern, wenn die "ratio", der "Sinn" des intentionalen Ausdrucks sich ändert. ((s) Während der Ausdruck wörtlich derselbe bleibt).
Auch wenn der Ausdruck sich noch auf dasselbe Ding in der Welt bezieht.
Bsp Buridan: Wenn etwas weiß und süß ist, kann ich wahrheitsgemäß sagen: "Ich habe etwas Weißes gesehen" aber nicht: "ich habe etwas Süßes gesehen".
Geach: ich kann aber sagen: "Da ist etwas Süßes, was ich mit dem Gesichtssinn ausgemacht habe". (Oder eben: "da ist etwas Süßes, das ich gesehen habe". ).
Ich unterscheide etwas unter der "ratio", dass...
Unterschied: "b f't ein A" ("B sieht ein A") oder
"Da ist ein A, das b f't". (Im Lateinischen entspricht dem nichts).
Referenz/Intentionalität/Austin/Geach: Unterschied: Bsp "Ich sah einen Mann der in Jerusalem geboren war" "Ich sah einen Mann, der in Oxford vorbeilief".
I 132
Intentionalität/Buridan: von "Es gibt ein A das b F't" kann man nicht schließen : "b F't A", denn man kann nicht sicher sein, dass es unter diesem Aspekt (ratio) ist, dass b A wahrnimmt (daran denkt usw.) Wohl aber: von "b F't A" auf
Es gibt irgend etwas, das b F't".
GeachVs: Buridan nimmt sogar noch mehr an, aber sogar dieses ist zweifelhaft.
Intentionalität/Geach: muss man als drei stellige Relation annehmen: zwischen einer Person, einem Verb und einem Objekt.
Für ein z, b F't z unter der ratio: A
Für ein z, und für ein w: z ist ein A und b F't z unter der ratio w.
Für das Bsp von Austin:
Für ein z, z ist ein Mann und ich sah z in Oxford unter dem Aspekt: "rannte vorüber"
Für ein z, z ist ein Mann und z ist in Jerusalem geboren, und für ein w, ich sah z unter dem Aspekt w
GeachVsBuridan: Problem: bei ihm muss man über rationes (Aspekte) quantifizieren!
Ich bin dabei gar nicht beeindruckt, wenn über mysteriöse Entitäten geredet wird, nur, was sind sie?
Es ist in Ordnung, über alles mögliche zu quantifizieren, wenn man Identifikationskriterien (ein Individuationsprinzip) dafür angeben kann.
Aber für rationes bekommen wir bei Buridan keinen Hinweise auf solche Kriterien.
I 133
Diese Lücke macht Buridans Ansatz bestenfalls schematisch.




Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Intentionalität Geach
 
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I 132
Intentionalität/Geach: dreistellige Relation: Person-Verb-Objekt. - Bsp Für ein z, z ist ein Mann und ich sah z in Oxford unter dem Aspekt: "rannte vorüber". - GeachVsBuridan: "ratio","appelliert an", "Hinsicht": hier gibt es keine Identitätsbedingungen. - Es gibt keine Notwendigkeit, dass der Gegenstand unter dem Aspekt wahrgenommen wird. - Bsp Buridan: Sokrates weiß, dass einige Sterne über dem Horizont sind." - Geach: angenommen, Sokrates ist im Dschungel, von welchen weiß er es dann? - Buridan: "von denen, die es sind". - GeachVs: nur von "einigen", nicht z.B. vom Sternbild Aries (falscher Aspekt). - Falscher komplexer Ausdruck: "Sokrates, weiß, dass Aries über dem Horizont ist." - GeachVsBuridan: nutzt hier die Besonderheit von "wissen" aus. (Aus Wissen folgt Wahrheit).
I 137
Intentionale Identität/Intentionalität/Geach: Bsp 1. "Es gibt einen Dichter, den Smith und Brown bewundern" - oder
2. "Smith und Brown bewundern beide denselben Dichter" -
Letzteres wäre auch wahr, wenn es ein Hochstapler wäre, ersteres nicht.
"Unter der Beschreibung"/Aspekt: Problem: Bsp Smith träumte von der dicksten Frau der Welt, (die tatsächlich rothaarig ist) aber im Traum war sie kahl. - Die mittelalterlichen Probleme sind heute noch nicht gelöst. - ((s) > de re, > de dicto).

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972