Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]


 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 5 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Dimension Langacker
 
Bücher bei Amazon
Gärdenfors I 33
Dimension/Langacker/Gärdenfors: (Langacker 1987, pp. 150-152): These viele Bereiche (abstrakte und grundlegende) sind dimensional, aber er formuliert das nicht als Kriterium für einen Bereich. Er unterscheidet (i) dimensionale
(ii) meronomische Relationen (Teil-Ganzes-Relationen), Bsp Finger-Hand-Arm-Körper.
ClausnerVsLangacker/CroftVsLangacker: (Clausner and Croft 1999, p.6): die semantische Relation Begriff-Bereich ist eigentlich eine Teil-Ganzes-Relation (d.h. meronomisch).
I 34
GärdenforsVsClausner/GärdenforsVsCroft: das ist ein anderer Sinn von „dimensional“: Begriffe entsprechen Regionen von dimensionalen Bereichen. Das ist keine normale „Teil-Ganzes-Relation“.

Langa I
Ronald W. Langacker
Foundations of Cognitive Grammar Stanford, CA 1999
Ereignisse Gärdenfors
 
Bücher bei Amazon:
Peter Gärdenfors
I 65
Ereignis/Semantischer Bereich/Spracherwerb/Semantik/Gärdenfors: These: ich modelliere Ereignisse mit zwei Vektoren: einem Kraftvektor, der typischerweise eine Handlung repräsentiert und einen Resultatvektor, der eine Veränderung einer physischen Bewegung oder eines Objekts beschreibt.
I 159
Ereignisse/Gärdenfors: hier gibt es grundsätzlich drei verschiedene Ansätze: (i) Metaphysische Analysen, die die Ontologie von Ereignissen beschreiben
(ii) Kognitive Modelle, die zeigen wie Menschen (oder Tiere) Ereignisse mental repräsentieren. Siehe Langacker (1987, sec. 3.3), Givón (2001), Croft & Wood (2000), Langacker, (2008, chap. 3); Croft, (2012a, sec. 1.4).
I 160
(iii) Linguistische Studien, die die Ausdrücke beschreiben, mit denen Ereignisse konstruiert werden.
Bsp [[ACT ] CAUSE [BECOME (Y ]]].

Vektoren/Ereignis/Gärdenfors: mit Vektoren können wir Veränderungen von Objekten darstellen und Ereignisse von ihren linguistischen Ausdrücken unterscheiden:
Def Zustand/Gärdenfors: ist eine Menge von Punkten in einem Conceptual Space (Begriffsraum).
Def Veränderung/Gärdenfors: eine Veränderung eines Zustands wird durch einen Vektor repräsentiert.
Def Pfad/Gärdenfors: ist eine kontinuierliche Abfolge von Veränderungen. (D.h. es gibt keine Sprünge).
I 161
Vektoren: nicht alle gehören zum Handelnden: Bsp Gegenkräfte. Handelnder/Agent: ist nicht notwendigerweise Teil des Ereignisses.
Gärdenfors: hier geht es um mentale Repräsentation, nicht um eine wissenschaftliche Darstellung dessen, was bei einem Ereignis z.B. physikalisch geschieht.
I 162
Vektoren: ein Ereignisbeinhaltet wenigstens zwei Vektoren und ein Objekt. 1. Resultatvektor: repräsentiert die Veränderung, 2. Kraftvektor: verursacht die Veränderung.
I 164
Ereignis/intransitiv/Gärdenfors: Problem: bei intransitiven Konstruktionen (Bsp „Susanna geht“) sind der Handelnde und das veränderte Objekt (patiens) identisch. Dann fallen der Begriffsraum des Handelnden und der des Objekts (patiens) zusammen.
I 165
Teilereignisse/Dekomposition/Teile/Gärdenfors: bei der Aufteilung in Teilereignisse können zwei Wege gewählt werden: 1. Ereignisse können als gleichzeitig vorkommende oder parallele Teilereignisse in den Dimensionen des Objektsraums (patient space) aufgeteilt werden.
2. Sie können nacheinander durch Teile von Pfaden repräsentiert werden.
Agent/Patiens/agent/patient/semantische Rollen/Gärdenfors: beide können als Punkte im Kategorienraum repräsentiert werden. Die Bereiche des Raums legen dann die Eigenschaften beider fest.
I 166
Patiens/Linguistik/Gärdenfors: kann belebt oder unbelebt, konkret oder abstrakt sein. Es hat seinen eigenen Patiens-Raum (patient space) mit Bereichen für Eigenschaften. Die Eigenschaften beinhalten – anders als bei den Objektkategorien – meist die Lokalisierung. Handelnder: hat entsprechend seinen Agent-Raum, der wenigstens einen Kraftbereich hat.
Dowty (1991): stellt prototypische Agenten und prototypische Patienten auf. Dabei geht es auch um volitionales Involviertsein in ein Ereignis.
I 171
Ereignis/Linguistik/Gärdenfors: es gibt drei Ansätze, Ereignisse in der Linguistik zu behandeln: 1. Lokalistischer Ansatz: (Jackendoff, 1976, 1983, 1990): These: alle Verben können als Verben der Bewegung und Lokalisierung konstruiert werden.
GärdenforsVsJackendoff: in seinem Ansatz können
I 172
Kraftvektoren nicht angemessen dargestellt werden. 2. Ansatz über Aspekte: (z.B: Vendler, 1957): unterscheidet zwischen Zuständen, Aktivitäten, Leistungen und Vollendungen. Siehe auch Jackendoff, 1991, sec. 8.3; Levin & Rappaport Hovav, 2005, p. 90).
I 174
3. Kausaler Ansatz: Bsp Croft (2012,a, 2012b,) dreidimensionale Repräsentation von kausalen und aspekthaften Strukturen von Ereignissen. Gärdenfors: das kommt meinem eigenen Ansatz am nächsten. Hier wird ein geometrisches Modell entworfen.
I 175
Die Vektoren in solchen Modellen befinden sich nicht in einem Vakuum, sondern sind immer in Relation zu einem Bereich und seiner Information, z.B. Temperatur. GärdenforsVsCroft: sein Ansatz unterstützt keine Kraftvektoren.


Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Verben Gärdenfors
 
Bücher bei Amazon:
Peter Gärdenfors
Gärdenfors I 181
Verben/Croft/Gärdenfors: Croft (2001) These: die Rolle von Verben wird von Croft als Prädikation beschrieben. GärdenforsVsCroft/GärdenforsVsFrege: der Begriff der Prädikation ist zu abstrakt (ergeht auf Frege zurück) und beschreibt nicht die kommunikative Rolle von Verben. Außerdem sind Verben durch Prädikation nicht hinreichend charakterisiert, da auch Adjektive prädizieren.
I 182
Verben/Gärdenfors: haben zwei Rollen: 1. Beschreiben was passiert ist oder passieren soll
2. Beschreiben wie es geschieht oder geschehen soll.
These über Verben: ein Verb referiert entweder auf den Kraftvektor oder den Resultatvektor – aber nicht auf beide.
I 183
Bedeutung von Verben: ein Verb kann nicht einfach etwas bedeuten. Lösung/Kiparsky: Kiparsky (1997) These: ein Verb drück höchstens eine semantische Rolle aus, Bsp ein Thema,
I 184
eine Richtung, einen Pfad. Rappaport Hovav und Levin (2010, p. 25) bauen diese Idee aus, indem sie semantischen Rollen mit Argument und Modifikatorposition in einem Ereignisschema assoziieren. Das Verb kann dann nur entweder als Argument oder als Modifikator auftreten.
I 198
Verben/Gärdenfors: semantische These: Verben referieren auf konvexe Regionen von Vektoren, die durch einen einzelnen semantischen Bereich definiert sind. Adjektive: referieren dagegen auf konvexe Regionen eines einzelnen Bereichs.


Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014
Verursachung Croft
 
Bücher bei Amazon
Gärdenfors I 163
Verursachung/Croft/Gärdenfors: (Croft, 1991, p. 269) Checkliste für ein „idealisiertes kognitives Modell eines einfachen Ereignisses“: (i) Einfache Ereignisse sind Segmente des kausalen Netzwerkes.
(ii) Einfache Ereignisse involvieren Individuen, die mit anderen Individuen interagieren (Kraftübertragung).
(iii) Kraftübertragung ist asymmetrisch, mit getrennten Teilnehmern
(iv) Einfache Ereignisse nicht nichtverzweigte Kausalketten
(v) Einfache Ereignisse sind unabhängig, d.h. sie können vom Rest des kausalen Netzwerks isoliert werden.
Gärdenfors: mein eigenes Modell erfüllt die meisten dieser Bedingungen. Dennoch:
I 165
GärdenforsVsCroft: seine Kriterien decken nicht alle Aspekte von Verursachung ab: auch die Veränderungen am Objekt (patient) müssen berücksichtigt werden.

Croft I
William Croft
Radical Construction Grammar: Syntactic Theory in Typological Perspective Oxford 2001
Verursachung Gärdenfors
 
Bücher bei Amazon:
Peter Gärdenfors
I 163
Verursachung/Vektordarstellung/Linguistik/Gärdenfors: (vgl. Wolff, 2007, 2008, 2012): wir unterscheiden zwischen Kräften und Zustandsveränderung. Dann haben wir einen Resultatvektor und einen Kraftvektor. Die Vektordarstellung von Kräften liefert eine natürliche Verräumlichung von Verursachung, die das Modell mit anderen Anwendungen des Conceptual Space (Begriffsraums) vereinigt. Bsp Identitätsvektor: hat eine Länge von Null. Das heißt aber nicht, dass der Kraftvektor gleich Null sein muss. (Siehe Croft, 1991, p. 269): Verursachung/Croft/Gärdenfors: (Croft, 1991, p. 269) Checkliste für ein „idealisiertes kognitives Modell eines einfachen Ereignisses“:
(i) Einfache Ereignisse sind Segmente des kausalen Netzwerkes.
(ii) Einfache Ereignisse involvieren Individuen, die mit anderen Individuen interagieren (Kraftübertragung).
(iii) Kraftübertragung ist asymmetrisch, mit getrennten Teilnehmern
(iv) Einfache Ereignisse nicht nichtverzweigte Kausalketten
(v) Einfache Ereignisse sind unabhängig, d.h. sie können vom Rest des kausalen Netzwerks isoliert werden.
Gärdenfors: mein eigenes Modell erfüllt die meisten dieser Bedingungen. Dennoch:
I 165
GärdenforsVsCroft: seine Kriterien decken nicht alle Aspekte von Verursachung ab: auch die Veränderungen am Objekt (patient) müssen berücksichtigt werden.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014