Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Disquotationalismus Field
 
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ad II 105
Def disquotational/(s): "wörtlich" - Field: heuristisch: Zitattilgung meint "Wahrheit-so-wie-er-sie-versteht". - (s) sprecherbezogen. - Das ist aber keine Definition von Wahrheit in Begriffen von Verstehen. - bloß heuristisch. - Deflationismus: führt zur kognitiven Äquivalenz. - disquotational wahr/Field: "wahr, so wie ich es verstehe."
II 122
Rein disquotational wahr: 1. Nur so ist Verallgemeinerung möglich - Bsp nicht jedes Axiom ist wahr - (man weiß aber noch nicht, welches) - 2. "Wahr-so-wie-ich-es-verstehe" - 3. Der Begriff ist gebrauchsunabhängig. - Bsp "Schnee ist weiß" wahr zu nennen ist dasselbe wie Schnee weiß zu nennen - es wird keine Eigenschaft zugeschrieben, die es nicht haben würde, wenn man den Satz anders gebrauchte. - Alltagssprache: hier scheinen wir ein anderes W-Prädikat zu gebrauchen - Gebrauchs-Unabhängigkeit des W-Prädikats: notwendig für Verallgemeinerung bei unendlichen Konjunktionen/Disjunktionen - kontingent wahr: Bsp Euklidische Geometrie. Die Axiome hätten falsch sein können. - Damit wollen wir nicht sagen, dass die Sprecher ihre Worte hätten anders gebrauchen können.
II 123
Disquotational wahr ist anders als Tarski-wahr.
II 135
Deflationismus/Field/(s): Gegensatz: semantisch/disquotational: semantisch: nicht einfach wörtlich etwas wiederholen, sondern Wahrheit feststellen, abhängig von Situation Bsp bei Indexwörtern - disquotational: nur wörtlich wiederholen, geht nicht bei Indices und Demonstrativa -
II 152
disquotationale Wahrheit: Problem: unübersetzbare Sätze sind nicht disquotational wahr.
II 164
Disquotational wahr/disquotationale Referenz: entspricht der These, dass Tarskische Wahrheit nicht kontingent empirisch ist. Notwendig: sowohl "p" ist wahr gdw. p" als auch "Es ist wahr dass p gdw. p" denn die Gleichheit zwischen möglichen Welten ist nicht definiert - immer auf wirkliche Welt bezogen.
II 223
Radikaler Deflationismus/eng: lässt keine inter-personelle Synonymie zu - nur rein disquotationale Wahrheit. - Es geht darum, wie der Hörer den Satz versteht, nicht um den Sprecher.
II 259
Def Disquotationalismus/Field: die These, daß die Frage kraft welcher Tatsachen Bsp "Entropie" auf Entropie referiert, sinnlos ist.
II 261
Nondisquotationale Sicht/Unbestimmtheit/VsDisquotationalismus: die ND-Sicht muss eine Unbestimmtheit unserer Begriffe auf einer substantiellen Ebene annehmen - auch für logische Konstanten?
II 269
disquotationale Sicht/Wahrheit/Referenz/Semantik/Logik/Field: Pointe: Wahrheit und Referenz sind hier nicht wirklich semantische Begriffe, sondern logische - weil sie vor allem auf unseren Idiolekt angewendet werden. - ier fungieren sie als logische Begriffe - (Bsp "wahr" zur Verallgemeinerung). - Pointe: daß "Kaninchen" auf Kaninchen referiert, ist dann eine logische Wahrheit, keine semantische - dann gibt es noch Unbestimmtheit bei der Übersetzung.
II 272
Disquotationale Sicht/Disquotationalismus: für sie ist die relevante Struktur einer Sprache nicht in referentiellen Begriffen zu verstehen, sondern in Begriffen von Reizbedeutung, inferentieller Rolle und Indikationsrelation.

Fie I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Fie II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Fie III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980
Disquotationalismus Putnam
 
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Horwich I 502
Wahrheit/PutnamVsDisquotationalismus: wenn wir nichts über Wahrheit in Begriffen der Behauptbarkeits-Bedingungen sagen, erhalten wir keinen Begriff der objektiven Richtigkeit, der dem Kulturrelativismus zu entgehen erlaubt.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsDisquotationalismus Putnam Vs Disquotation
 
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Horwich I 431
Wahrheit/Putnam: der einzige Grund den man haben kann um zu leugnen, dass Wahrheit eine Eigenschaft ist, wäre, dass man Physikalist oder Phänomenalist ist. Oder vielleicht ein Kulturrelativist. Wahrheit/Eigenschaft/Putnam.: nur reduktionistische Theorien leugnen, dass Wahrheit eine Eigenschaft ist. (PutnamVsDisquotationalismus).
Wahrheit/Putnam: ist eine Eigenschaft – PutnamVsDeflationismus – Rorty: (Spiegel der Natur): Wahrheit keine Eigenschaft.
I 455
göttliche Perspektive//außen/PutnamVsGottesstandpunkt/Rorty: Putnam amüsiert sich wie James und Dewey über solche Versuche. Rorty: er hat aber ein Problem, wenn es um PutnamVsDisquotationalismus geht: dieser riecht ihm zu reduktionistisch, zu positivistisch, zu „behavioristisch“ (transzendentaler Skinnerismus“).
Wahrheit/Putnam: wenn ein Philosoph sagt, Wahrheit sei etwas anderes als Elektrizität weil es wohl Raum für eine Theorie der Elektrizität aber keinen für eine WT gebe,
I 456
und dass die Kenntnis der Wahrheitsbedingungen (WB) alles sei, was man über Wahrheit wissen könnte, dann leugnet er, dass Wahrheit eine Eigenschaft ist. Damit gibt es dann auch keine Eigenschaft der Korrektheit oder Richtigkeit ((s) >Deflationismus, PutnamVsDeflationismus, PutnamVsGrover. PutnamVs: das heißt zu leugnen, dass unsere Gedanken Gedanken sind und unsere Behauptungen Behauptungen.
Theorie/Existenz/Reduktion/Putnam/Rorty: Putnam nimmt hier an, dass der einzige Grund dafür zu leugnen, dass man eine Theorie für ein X braucht, ist, zu sagen, dass das X „nichts als Y“ sei ((s) eliminativer Reduktionismus).
PutnamVsDavidson: Davidson muss zeigen, dass Behauptungen auf Geräusche reduziert werden können. Dann müsste der Feldlinguist Handlungen auf Bewegungen reduzieren.
Davidson/Rorty: aber dieser sagt nicht, dass Behauptungen nichts als Geräusche seien.
Statt dessen:
Wahrheit/Erklärung/Davidson: anders als Elektrizität ist Wahrheit keine Erklärung für etwas. ((s) Ein Phänomen wird nicht dadurch erklärt, dass ein Satz, der es behauptet, wahr ist).
I XIV
VsDeflationismus/Horwich: liefert keine explizite W Definition, sondern beruht nur auf einem Schema (DS).
I XVI
Wahrheit/einfach/unanalysierbar/Russell/Moore/Cartwright/Horwich: wenn Wahrheit unanalysierbarer Grundbegriff ist (VsDeflationismus), dann ist sie völlig bewusstseinsunabhängig. D.h. Wahrheit bekommt etwas Metaphysisches. Problem: dann können wir nicht annehmen, dass die Propositionen die wir glauben, diese Eigenschaft haben. Dann folgt der Skeptizismus.
I 457
Korrektheit/PutnamVsDavidson: obwohl er dessen Abneigung für intentionalistische Begriffe teilt, (und daher Wahrheit nicht als Erklärung ansieht) wünscht er dennoch eine Darstellung dessen, was es für eine Behauptung ist, korrekt zu sein. Putnam/Rorty: das will er, weil er Angst hat, dass die „Innensicht“ des Sprachspiels wo „wahr“ ein wertschätzender Begriff ist – geschwächt wird, wenn sie nicht philosophisch unterstützt wird. Denn:
Wenn Sprache nur Hervorbringung von Geräuschen ist – ohne normatives Element – dann sind die Geräusche die wir hervorbringen nichts als „Ausdruck unserer Subjektivität“.
Normativität/Norm/Sprache/Putnam: warum sollte es keine normativen Elemente im Sprachspiel geben? Das wäre die Innensicht des Sprachspiels.
RortyVsPutnam: hängt damit immer noch einer synoptischen Gottesperspektive an, in der Innensicht und Außensicht des Sprachspiels zusammengebracht werden.
Norm/JamesVsPutnam/DeweyVsPutnam: einen solchen Gottesstandpunkt können wir nicht einnehmen. D.h. wir können unsere Normen nicht dadurch festigen, dass wir sie metaphysisch oder wissenschaftlich abstützen.
Wahrheit/Wertschätzung/PragmatismusVsPlaton/DeweyVsPlatonRortyVsPutnam: wir sollten nicht Platons Fehler wiederholen, und Ausdrücke der Wertschätzung als Namen esoterischer Entitäten auffassen.
I 497
Überzeugung/PutnamVsDavidson: dass die meisten wahr sind, wird nicht durch die Methodologie der Interpretation garantiert, weil der Vorrat an Überzeugungen ständig wechselt. Daher können wir (ii) nur dann einen Sinn geben, wenn wir die Verläßlichkeit des Lernens erklären und das kann nur der Realismus. Kausaltheorie/Korrespondenz/Putnam: der Verläßlichkeit des Lernens: würde uns als verläßliche Signalgeber darstellen. Was würde die WT beitragen? Sie teilt mit, dass der Satz wahr ist gdw. der Zustand besteht. Das ist die Korrespondenz, die in der Kausaltheorie involviert ist, sie ist genau die Korrespondenz die durch die W Def aufgestellt wird.
Deflationismus/Korrespondenz/M. Williams: ihm ist diese minimale Korrespondenz auch verfügbar. D.h. Putnams Argument garantiert keine physikalische Korrespondenz oder eine andere substantielle Theorie.
I 502
Wahrheit/Putnam: muss substantiell sein ((s) erklärende Rolle, Wahrheit als Eigenschaft, PutnamVsDeflationismus). Sonst führt sie zum Kulturrelativismus. PutnamVsKulturrelativismus: ein extremer Kulturrelativist kann sich selbst noch nicht einmal als Denker oder Sprecher betrachten, im Gegensatz zu einem bloßen Geräuschemacher. ((s) Sprechen nicht von Geräusch unterscheidbar). Das ist geistiger Selbstmord.
PutnamVsDisquotationalismus: hat keine erklärende Kraft, wenn nicht etwas über den Begriff der Behauptung gesagt wird.
M. WilliamsVsPutnam: brauchen wir das?
Putnam: um uns selbst als Denker ansehen zu können, muss Sprechen mehr als Geräuschmachen sein und dann müssen wir uns selbst erklären können was es heißt, einen Satz zu verstehen.
PutnamVsmetaphysischer Realismus/M. Williams: obwohl Putnam dieses Bild sympathisch findet, bevorzugt er, Bedeutung in Begriffen von situationsangemessenem Gebrauch zu erklären.
Problem: dass wir nicht dabei stehen bleiben, dass es verschiedene linguistische Praktiken ((s) verschiedene Gemeinschaften) gibt, und daher verschiedene Weisen der Rechtfertigung.
Lösung: ideale Rechtfertigung. Und das ist, wie Putnam Wahrheit versteht.
Wahrheit/PutnamVsDisquotationalismus: wenn wir nichts über Wahrheit in Begriffen der Behauptbarkeits Bedingungen (BB) sagen, erhalten wir keinen Begriff der objektiven Richtigkeit, der dem Kulturrelativismus zu entgehen erlaubt. Dann haben wir Wahrheit implizit mit Behauptbarkeit relativ zu den Normen einer bestimmten Gemeinschaft identifiziert.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsDisquotationalismus Brendel Vs Moser, P.
 
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Elke Brendel
I 82
Wahrheit/Nichtexistenz/Fiktion/Mathematik/Logik/Paul Moser/Brendel: Problem: wie Wahrheit von Nichtbestehendem (Bsp Mathematisch-logisches, Bsp Fiktives, Bsp Normatives) aufzufassen ist. Problem: Korrespondenz kann dann nicht isomorphe Repräsentation sein. Lösung/Moser:
Def „minimale Wahrheit“/Moser: p ist wahr gdw. sich die Dinge tatsächlich so verhalten wie sie durch p beschrieben werden. Das impliziert die Konvention (W). Die Definition ist frei von epistemischen Ausdrücken.
I 83
Es wird nur das Bestehen von SV konstatiert. Der Begriff soll auch neutral sein in Bezug auf die anderen Bedingungen für Wissen. BrendelVsMoser: seine W-Def führt zur Lügner-Antinomie.
Adäquatheitsbedingung: Problem: sie kann nicht in folgender Form formuliert werden:
(T)* T(„A“) < > A.
VsDisquotationstheorie/VsDisquotationalismus/Disquotationalismus/Brendel : „Wahrheit“ ist keine Disquotationsfunktion in L, die auf den Anführungsnamen einer beliebigen Aussage A von L angewendet, A ergibt.
I 229
Wissen/internalistisch/externalistisch/Moser/Brendel: (Mischform von Internalismus und Externalismus) (Moser 1989) internalistisch: die Rechtfertigung muss dem Subjekt kognitiv zugänglich sein. P muss „evidentiell wahrscheinlicher“ sein für S als nicht-p.
externalistisch: „Wahrheitsresistenz“.
Def Wissen/Moser/Brendel: S weiß dass p gdw.
(i) S der Überzeugung ist, dass p (aufgrund der Evidenz E)
(ii) p wahr ist und
(iii) S rechtfertigende Belege für p besitzt, die wahrheitsresistent sind.
I 230
Def Wahrheitsresistenz/wahrheitsresistent/Moser/Brendel: (1989, 245): rechtfertigende Belege sind wahrheitsresistent gdw. es für jede wahre Proposition T die, wenn sie mit E konjugiert wird, S Rechtfertigung für p aufgrund von E zunichte macht, eine wahre Proposition T’ gibt, die, wenn sie mit E & T konjugiert wird, die Rechtfertigung von p für S so wiederherstellt, dass S tatsächlich in der Meinung, dass p, gerechtfertigt ist.
I 231
Bsp Gettier: die rechtfertigenden Belege von Smith dafür, dass Jones einen Ford hat und in Barcelona ist, sind nicht wahrheitsresistent. Die Rechtfertigung wird nicht dadurch wiederhergestellt, dass Brown sich in Barcelona aufhält, denn die Belege gelten nur für das erste Disjunktionsglied. Smith hat gar keine Anhaltspunkte dafür dass Brown in Barcelona ist. BrendelVsMoser: 1. (wie VsLehrer): Bsp aus Mosers Definition von Wahrheitsresistenz folgt, dass eine Person bereits weiß, dass p, wenn ihre rechtfertigenden Belege mindestens einen wahrheitsresistenten Grund liefern. Problem: das gilt auch, wenn die Person überwiegend absurde Überzeugungen hat.
I 232
BrendelVsMoser: 2. nach seiner Definition für Ignoranz und Bestehen von Wissensdefiziten eher zu Wissen als Neugier und Informiertheit. Bsp zwei Leute beobachten einen Teil eines Zwillingspaars, der eine ist eher bereit, ungerechtfertigte Verdächtigungen in Kauf zu nehmen als der andere und kennt nicht die (zwar falsche) entlastenden Aussage der Mutter, dann hat er zufällig das Wissen, dass der eine Zwilling das Buch gestohlen hat, …
I 233
Lösung/Brendel: wir brauchen Kriterien, welche Tatsachen berücksichtigt werden müssen. Wissen/Moser/Brendel: seine Definition geht von der „Totalität aller Wahrheiten“ aus. (Menge aller Wahrheiten).
BrendelVsMoser: diese gibt es nicht. (s.o.).

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
VsDisquotationalismus Verschiedene Vs Prosatztheorie Horwich I 344
Zitat/VsProsatz Theorie/Camp, Grover, Belnap/VsCGB: man wirft der Prosatz Theorie vor, Fälle zu ignorieren, wo Wahrheit von Zitaten, d.h. Namen von Sätzen ausgesagt wird. Bsp (27) „Schnee ist weiß“ ist wahr.
CGB: wir könnten hier mit Ramsey sagen, dass (27) einfach bedeutet, dass Schnee weiß ist.
CGBVsRamsey: das verschleiert wichtige pragmatische Merkmale des Beispiels. Sie werden deutlicher, wenn wir eine fremdsprachige Übersetzung heranziehen. Bsp
(28) If „Schnee ist weiß“ is true, then…
Warum (28) anstatt von
If it’s true that snow is white, then
Oder
If snow is white, then…
CGB: hier gibt es mehrer mögliche Gründe. Es kann sein, dass wir deutlich machen wollen, dass der Originalsatz auf Deutsch geäußert wurde. Oder es könnte sein, dass es keine elegante Übersetzung gibt, oder wir kennen die Grammatik des Deutschen nicht gut genug. Oder Bsp „Schnee ist weiß „muss wahr sein, weil Fritz es gesagt hat und alles was Fritz sagt, ist wahr.
I 345
Angenommen, Englisch* hat eine Möglichkeit, einen Satz formal zu präsentieren: Bsp „Betrachte __“ („consider).
(29) Betrachte: Schnee ist weiß. Das ist wahr.
CGB: warum soll das nicht genauso funktionieren wie „Schnee ist weiß ist wahr“ in normalem Englisch?
VsCGB: man könnte einwenden, dass damit eine Referenz auf Sätze oder Ausdrücke verlangt wird, weil Anführungszeichen namenbildende Funktoren sind.
Anführungszeichen/CGB: wir weichen von dieser Darstellung ab! Anführungszeichen sind keine namen bildenden Funktoren. ((s) bei CGB nicht).
Zitat/CGB: sollte im normalen Englisch vielleicht nicht als Referenz auf Ausdrücke betrachtet werden. Aber das wollen wir hier nicht weiterverfolgen.
I 346
VsCGB: man hat der Prosatz Theorie Tunnelblick vorgeworfen: Vielleicht haben wir bestimmte, grammatisch ähnliche Konstruktionen übersehen? Bsp (30) John: es gibt sieben beinige Hunde
Mary: das ist überraschend, aber wahr.
(31) John: das Sein von Wissen ist das Wissen von Sein
Mary: das ist tiefgründig und es ist wahr.
Ad (30): natürlich ist die erste Hälfte, „das ist überraschend“ in keiner Weise prosentential. Es ist eine Charakterisierung!
VsCGB: Ad (31) „ist tiefgründig“ drückt eine Eigenschaft aus, die Mary dem Satz zuschreibt. Warum sollte man „wahr“ nicht in der gleichen Weise auffassen?
CGB: es liegt nahe, „das“ hier als auf einen Satz referierend aufzufassen. Aber das würde die Sache komplizierter machen, weil wir dann „das“ und „es“ unterschiedlich behandeln müssten in „das ist wahr“ und „es ist wahr“.
CGBVsVs: 1. es ist einfach nicht wahr, dass das „das“ in „das ist überraschend“ auf eine Äußerung referiert (in dem Sinn dessen, was gesagt wurde, bzw. eine Proposition).
Was ist hier überraschend? Tatsachen, Ereignisse oder Zustände (states of affairs).
Aussage/Überraschung/CGB: eine Aussage kann nur als Akt überraschend sein.
I 347
Das Überraschende an der Aussage ist die berichtete Tatsache. ((s) Aber dann doch der Inhalt eher als der Akt des Aussagens.)
CGBVs(s): es ist nicht die Tatsache, dass es sieben beinige Hunde gibt, die in (30) als wahr behauptet wird, denn diese Tatsache kann nicht wahr sein!
Proposition/CGB: (ad (31) Propositionen sind nicht tiefgründig. Tiefgründig können Akte sein. Bsp Einsichten oder Gedanken.
Wahrheit/Akt/Handlung/Aussage/CGB: aber Aussagen im Handlungssinn sind nicht das, was man wahr nennt. ((s) siehe auch StrawsonVsAustin, dito).
Referenz/Prosatz/CGB: selbst wenn wir Bsp „das ist überraschend, aber es ist wahr“ als referierend ansehen, referieren die beiden Teile nicht auf dieselbe Sache! Und dann ist die Theorie nicht mehr ökonomisch.
Referenz/Prosatz Theorie/CGB: gibt es vielleicht andere Fälle, wo es plausibel ist, dass ein Pronomen auf eine Proposition referiert? Bsp
(32) John: Einige Hunde fressen Gras.
Mary: Das glaubst Du, aber es ist nicht wahr.
Proposition: wird oft als Träger von Wahrheit aufgefaßt, und als Glaubensobjekt. (CGBVs).
I 348
Allerdings, wenn „das“ hier als referierendes Pronomen aufgefaßt wird, dann muss der Referent eine Proposition sein. CGBVs: wir können „das glaubst du“ auch anders auffassen: als prosententiale Anapher (wie oben bei Bsp „das ist falsch“, mit vorgeschaltetem Negations Präfix). Dann haben wir keine pronominale Referenz.
Pointe: es geht darum, dass keine Eigenschaft zugeschrieben wird. Wahrheit ist keine Eigenschaft.
VsCGB: anderer Einwand: es sei ebenso ein „Tunnelblick“, dass wir nur „das ist wahr“ aber nicht Bsp „das ist richtig“ im Blick haben. Oder das Bsp „übertrieben“ von Austin.
Bsp ein Kind sagt
Ich habe 15 Klötze
Das ist richtig.
I 349
Frage: sollte das (und Bsp „Das ist eine Übertreibung!“) prosentential aufgefaßt werden? CGBVsVs: „das ist richtig“ ist hier die Feststellung, dass das Kind richtig gezählt hat, dass es etwas richtig ausgeführt hat. Manchmal kann sich das überlappen mit der Feststellung, dass eine Äußerung wahr ist. Das Überlappen muss es geben, weil es keine klare Grenze zwischen Sprachlernen und Sprachgebrauch gibt.
I 349
Anapher/Prosatz Theorie/VsCGB: könnte man nicht den Prosatz doch aufsplitten und das einzelne „das“ als Anapher nehmen? CGBVsVs: dann müsste man auch „ist wahr“ abspalten und nicht mehr als referierend, sondern als charakterisierend auffassen ((s) Und damit als eigenschafts zuschreibend).
CGBVs: dann müssten wir unsere These aufgeben, dass Rede über Wahrheit vollkommen verständlich ist ohne „Träger von Wahrheit“ oder „Wahrheits Charakteristik“.
Außerdem:
Referenz/CGB: es ist bekannt, dass nicht jede Nominalisierung referierend sein muss ((s) Bsp Einhorn).
Prädikation/CGB: auch muss nicht jede Prädikation charakterisierend sein.

göttliche Perspektive//außen/PutnamVsGottesstandpunkt/Rorty: Putnam amüsiert sich wie James und Dewey, über solche Versuche.
Rorty: er hat aber ein Problem, wenn es um PutnamVsDisquotationalismus geht: dieser riecht ihm zu reduktionistisch, zu positivistisch, zu „behavioristisch“ (transzendentaler Skinnerismus“).
Wahrheit/Putnam: wenn ein Philosoph sagt, Wahrheit sei etwas anderes als Elektrizität weil es wohl Raum für eine Theorie der Elektrizität aber keinen für eine WT gebe,
I 456
und dass die Kenntnis der WB alles sei, was man über Wahrheit wissen könnte, dann leugnet er, dass Wahrheit eine Eigenschaft ist. Damit gibt es dann auch keine Eigenschaft der Korrektheit oder Richtigkeit ((s) >Deflationismus, PutnamVsDeflationismus, PutnamVsGrover.) PutnamVs: das heißt zu leugnen, dass unsere Gedanken Gedanken sind und unsere Behauptungen Behauptungen.
Theorie/Existenz/Reduktion/Putnam/Rorty: Putnam nimmt hier an, dass der einzige Grund dafür zu leugnen, dass man eine Theorie für ein X braucht, ist, zu sagen, dass das X „nichts als Y“ sei ((s) eliminativer Reduktionismus).
PutnamVsDavidson: Davidson muss zeigen, dass Behauptungen auf Geräusche reduziert werden können. Dann müsste der Feldlinguist Handlungen auf Bewegungen reduzieren.
Davidson/Rorty: aber dieser sagt nicht, dass Behauptungen nichts als Geräusche seien.
Statt dessen:
Wahrheit/Erklärung/Davidson: anders als Elektrizität ist Wahrheit keine Erklärung für etwas. ((s) Ein Phänomen wird nicht dadurch erklärt, dass ein Satz, der es behauptet, wahr ist).





Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Disquotationalism VsDisquotationalismus Versus Horwich I 431 PutnamVsDisquotationalismus