Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
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Literatur
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Referenz Dretske Brandom I 600
Referenz/Triangulation: Triangulation betrachtet den Kreuzungspunkts zweier Ketten [z.B. Blicke von Lehrer und Lernendem]. >Triangulation. Auch Dretske: Bsp Thermostat: man kann nicht sagen: ob das System auf die Temperatur des Raumes, auf die des Bimetallstreifens, auf die Krümmung des Bimetallstreifens, oder auf das Schließen des Kontakts reagiert. (> Messen). Der Blick auf die praktischen Folgen hilft nicht weiter. Hat nun der Thermostat einen zweiten Sensor, etwa ein Quecksilberthermometer, das einen Kontakt entsprechend schließt und ggf. die Heizung an und abstellt, so kreuzen sich die beiden Kausalketten an zwei Stellen: stromaufwärts bei der Änderung der Raumtemperatur, und stromabwärts bei der Reaktion, die Heizung an oder abzuschalten.
I 951
Da sich die beiden Ketten an zwei Punkten schneiden, muss man sie sich wohl gekrümmt vorstellen. Vielleicht nicht ganz glücklich. DB. BrandomVsDretske: löst das wirklich das Problem? Wird nicht immer noch auf den nächstliegenden, wenn auch disjunkten Reiz reagiert? Das Schließen des Bimetallstreifens oder des Quecksilberkontaktes?
I 601
Begriff: Bloßes unterscheidendes Reaktionsvermögen (>VURD, Brandom) reicht nicht, um die Anwendung von Begriffen zu erkennen! Rationalistische Ergänzung: die inferentielle Rolle der Reaktion ist entscheidend.

Dretske I
Fred Dretske
"Minimal Rationality", in: S. L. Hurley and M. Nudds (Eds.) Rational Animals?, Oxford 2005
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dretske II
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Repräsentation Dretske Pauen I 230
Bedeutung/Naturalisierung/mentale Repräsentation/Dretske/Pauen: (Dretske 1994(1),1995(2)): Dretske versucht wie Fodor, die Entstehung von Bedeutung rein naturalistisch zu erklären. Dehnt das aber auch auf nicht menschliche Lebewesen aus. Vier Gesichtspunkte:
1. Kausalbeziehung zwischen Gegenstand und Repräsentation
2. Funktion der Repräsentation für den Organismus
3. Entwicklungsgeschichte des Erwerbens
4. Möglichkeit der Veränderung.
>Naturalismus.

Zeichen/Bedeutung/Kausalität/Dretske/Pauen: (ad 1.) Eine reine Kausalbeziehung vermag nur ein natürliches Zeichen ("Anzeichen") zu stiften. Das normative Moment hat hier keinen Platz.

ad 2. Die normative Unterscheidung zwischen richtig und falsch der mentalen Repräsentation kommt ins Spiel, wenn ein Gerät oder ein Organ die Funktion erhält, einen anderen Sachverhalt anzuzeigen.

ad 3. Bsp Magnetotaktische Bakterien suchen tiefere, sauerstoffärmere Wasserschichten.
Würden diese Bakterien auf die Nordhalbkugel verbracht, würden sie flachere, sauerstoffreichere Wasserschichten ansteuern!
Hier bliebe nun unklar, was genau der Gegenstand der Repräsentation ist: sind es die Magnetfelder oder die Sauerstoffkonzentration?
I 232
Dretske: räumt ein, dass das hier schwer zu entscheiden ist. Lösung: Die meisten Organismen verfügen über mehrere Zugänge zu einem Sachverhalt.
Wenn eine Repräsentation im Normalfall in Gegenwart eines Feindes auftritt, kann man von einer Repräsentation des Feindes sprechen.

ad 4. Möglich scheint allenfalls der Einwand, nicht der Feind, sondern die Disjunktion aller Stimuli sei Gegenstand der Repräsentation. Bsp Geruch oder Silhouette, oder Geräusch.
Hier ist die Lernfähigkeit von Bedeutung. Höhere Lebewesen können hier neue Reize lernen, womit sogar eine vollständige alte Disjunktion abwesend sein könnte.
Damit kommt die Disjunktion auch nicht als Repräsentation in Frage.

VsDretske/Pauen: Ein kausal bestimmter Sonnenbrand ist dennoch keine Repräsentation der Sonne.
I 233
Magenverstimmungen sind keine Repräsentation verdorbener Speisen.
1. Fred Dretske 1994. If You Can't Make One, You Don't Know How It Works. https://doi.org/10.1111/j.1475-4975.1994.tb00299.x (03.06.2020)
2. Fred Dretske 1995. Naturalizing the Mind. Cambridge: MIT Press.


Schiffer I 46
Repräsentation/FG/fuel gauge/Benzinuhr/Dretske/Terminologie/Schiffer: (Dretske 1986)(1): „Benzinuhr-Modell der Repräsentation: sie repräsentiert den Bezinstand, weil sie ein verläßlicher Indikator dafür ist. ((s) Durch Regelmäßigkeit zur Repräsentation. Zusatzannahme: Kontrafaktische Konditionale). >Kontrafaktisches Konditional, >Benzinuhr-Beispiel.

1. Fred Dretske 1986. Misrepresentation. In R. Bogdan (ed.), Belief: Form, Content, and Function. Oxford University Press. pp. 17--36


Perler I 225
Geistige Repräsentation/Dretske/Proust: 1. Kovarianz zwischen internem Zustand und äußerer Situation ("Indikation". 2. Der innere Indikator hat die Funktion, die äußere Situation anzuzeigen. Dann repräsentiert er sie.
3. Repräsentationen können wahr oder falsch sein.

Perler I: Joelle Proust Das intentionale Tier in D. Perler/M. Wild (Hg) Der Geist der Tiere Frankfurt/M. 2005

Dretske I
Fred Dretske
"Minimal Rationality", in: S. L. Hurley and M. Nudds (Eds.) Rational Animals?, Oxford 2005
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dretske II
F. Dretske
Naturalizing the Mind Cambridge 1997

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Perler I
Dominik Perler
Markus Wild
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005
Repräsentation Pauen Pauen I 57
Repräsentation/Einheit/Wolf Singer/Pauen: Repräsentation der Einheitlichkeit muss keine einheitliche Repräsentation sein. - Und zwar, weil die Verbindung zwischen verschiedenen Aspekten durch synchrones Feuern repräsentiert wird.
I 217ff
Repräsentation/Pauen: Problem: Naturalisierung der Intentionalität. - Ich verletze keine physikalischen Gesetze, wenn ich eine Katze mit einem Hund verwechsle. >Intentionalität, >Naturalismus, >Täuschungen, >Naturgesetze, vgl. >Anomaler Monismus.
Problem: Ein Scheitern der Erklärung würde Zweifel an der Existenz mentaler Zustände aufkommen lassen.
>Mentale Zustände, >Erklärungen, >Abhängigkeit.
Asymmetrie: Repräsentation steht für einen Gegenstand, aber nicht umgekehrt der Gegenstand für eine Repräsentation - Repräsentationen sind Bestandteile der Sprache des Geistes.
>Sprache des Geistes.
Computeranalogie: Symbole.
>Symbole, >Code, >Computermodell, >Computation.
Propositionale Einstellungen: Relationen zu Symbolen.
>Propositionale Einstellungen.
I 226
Kausalität: Problem: Vorstellung in Abwesenheit des Gegenstands. >Kausalität.
I 232
Repräsentation/Kausaltheorie/VsDretske/Pauen: Bsp Sonnenbrand ist keine Repräsentation der Sonne. >Kausaltheorie, >Sonnenbrand-Beispiel, >F. Dretske.
I 233
Bsp Magenverstimmung ist keine Repräsentation verdorbener Speisen.
I 235
Aber aus einem Scheitern der starken Naturalisierung ergibt sich kein Argument VsIdentitätstheorie. >Identitätstheorie.

Pauen I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001
Semantik Brandom I 297
Brandom These: wir müssen die Semantik anhand der Pragmatik verstehen.
II 145
Semantische Theorie/BrandomVsDretske/VsMillikan/VsFodor: Problem: kann nicht erklären, wie sich echte Repräsentationen (Überzeugungen) von einfachen Indikatorzuständen (>VURDs) unterscheiden. (VURDs = Verlässlich unterscheidende Reaktionsdispositionen, z.B. bei Thermometern). > Terminologie/Brandom.
II 146
Verlässlichkeitstheorie/Brandom: kann nicht auf die Semantik angewendet werden ((s) sonst zirkulär). - Die Erkenntnistheorie ist das geeignete Arbeitsgebiet der Verlässlichkeitstheorie. >Verlässlichkeitstheorie.
Newen I 161
Brandom/Newen/Schrenk: Brandom kehrt die herkömmliche Semantik um. - Die Korrektheit von Bsp "Wenn A östlich von B liegt, liegt B westlich von A" durch die Bedeutung von "westlich" und "östlich" zu begründen.
I 162
"Westlich" und "östlich" erhalten ihre Bedeutung gerade dadurch, dass sie in solchen Inferenzen vorkommen. Grundbegriffe/Brandom: nicht Wahrheit und Referenz (Tarskis Wahrheits-Begriff ist zu schwach).
Korrektheit/Brandom: aus sozialer Praxis - Bedeutung: erwächst aus den inferentiellen Rollen. >Inferentielle Rolle.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

New II
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Newen I
Albert Newen
Markus Schrenk
Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008