Lexikon der Argumente


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Besteuerung Edgeworth Mause I 272
Optimale Besteuerung/Edgeworth: Problem: Wie wird ein gegebener Finanzierungsbedarf des Staates so auf die verschiedenen Individuen verteilt, dass der gesamte Wohlfahrtsverlust möglichst gering gehalten wird? Lösung/Edgeworth: es sollte ein identisches marginales Opfer verlangt werden. Bsp Wenn der Grenznutzen eines weiteren Euro Nettoeinkommen mit zunehmendem Einkommensniveau sinkt, dann steigt mit zunehmender Besteuerung die marginale individuelle Nutzeneinbuße beschleunigt an, und jede Umverteilung von Steuerlast zu einem Individuum, das einen geringeren marginalen Nutzenverlust erfährt, erhöht die gesellschaftliche Wohlfahrt.
VsEdgeworth: Problem: In einer heterogenen Bevölkerung ist es kaum möglich, Informationen über die Nutzenfunktionen einzelner Haushalte zu erhalten. Unterstellt man stattdessen identische Präferenzordnungen, so ist die Forderung nach einem gleichen marginalen Opfer identisch mit der Forderung nach einer gleichen Verteilung der Nettoeinkommen. Siehe auch Besteuerung/Ramsey.


1. Edgeworth, Francis Y. The pure theory of taxation. Economic Journal 7, 1897. S. 46– 70.

EconEdge
Francis Ysidro Edgeworth
Mathematical Psychics: An Essay on the Application of Mathematics to the Moral Sciences London 1881

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Besteuerung Ramsey Mause I 272
Optimale Besteuerung/RamseyVsEdgeworth/Ramsey: wie sollte die Verwendung ((s) statt der Höhe) des Einkommens besteuert werden? Problem: eine Besteuerung, die bei den Individuen Wohlfahrtsverluste nur in Form von negativen Einkommenseffekten auslöst, müsste in Form von pauschalen Steuerbeträgen erfolgen, die unabhängig vom Einkommen erhoben werden. (1)
Lösung: den Konsum der Haushalte besteuern, d.h. für jedes Konsumgut einen eigenen Steuersatz festzulegen.
Problem: solange nicht alle Güter identisch besteuert werden, führt das zu Effizienzverlusten, die sich aus Substitutionseffekten ergeben. Bürger ändern bei veränderten Preisen ihre Pläne. ((s) Substitutionsproblem: Verschiebung der Nachfrage auf weniger besteuerte Güter).
Lösung: die Aufgabe des Staates ist dann, Effizienzverluste zu verringern. Damit ändert sich der Fokus der Theorie: Es geht nicht mehr zuerst um die Verteilung von Lasten auf einzelne Haushalte, sondern um die Frage, welche Güter man wie hoch besteuern soll, um die gesamten Wohlfahrtsverluste möglichst gering zu halten.


1. Frank P. Ramsey, A contribution to the theory of taxation. Economic Journal 37, 1927, S. 47– 61.

Ramsey I
F. P. Ramsey
The Foundations of Mathematics and Other Logical Essays 2013

Ramsey II
Frank P. Ramsey
A contribution to the theory of taxation 1927

Ramsey III
Frank P. Ramsey
"The Nature of Truth", Episteme 16 (1991) pp. 6-16
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Nutzen Edgeworth Rawls I 170
Nutzen/Politik/Edgeworth/RawlsVsEdgeworth/Rawls: die Argumentation von Edgeworth (F. Y. Edgeworth, Mathematical Psychics, London, 1888, pp. 52-56; F.Y. Edgeworth „The Pure Theory of Taxation“, Edonomic Journal, vol 7, 1897.) kann man so verändern, dass sie beinahe jede politische Norm rechtfertigt. Edgeworth These: unter gewissen vernünftigen Annahmen ist es rational für eigennützige Parteien, dem Nützlichkeitsprinzip bei der Einschätzung von Sozialpolitik zuzustimmen, denn der politische Prozess ist kein Wettbewerbsmarkt. Daher brauchen wir nach Edgeworth das Nützlichkeitsprinzip als Kriterium. Er scheint zu denken, dass auf lange Sicht die Politik der Nutzenmaximierung sich durchsetzen wird, um den größte Nutzen für jedes Individuum hervorzubringen. Entsprechende Anwendung auch auf Steuergesetzgebung und Eigentumsregelung sollte die besten Resultate aus jedermanns Sicht ergeben.
RawlsVsEdgeworth: der Fehler liegt darin, dass die dafür notwendigen Annahmen extrem unrealistisch sind. (Her gebrauche ich gegen Edgeworth ein Argument aus I. M. D. Little, Critique of Welfare Economics, 2nd ed. Oxford, 1957): Wir müssen annehmen, dass die Auswirkungen von Entscheidungen auf politischer Prozesse nicht unabhängig sind und daher niemals sehr groß sein können, da sie sonst nicht unabhängig wären. Damit nun die verschiedenen Nutzen auf zufällige Weise verteilt sein können, müssten die Menschen entweder sehr lange leben und zufällig ihre Positionen wechseln, oder es müsste einen gesetzgeberischen Mechanismus geben, der vom Durchschnittsprinzip geleitet ist und der den Nutzen auf lange Sicht gleich verteilt. Gesellschaft ist aber kein stochastischer Prozess, der auf diese Weise abläuft.

EconEdge
Francis Ysidro Edgeworth
Mathematical Psychics: An Essay on the Application of Mathematics to the Moral Sciences London 1881

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Ramsey-Regel Ramsey Mause I 272
Ramsey-Regel/Ramsey:
(pi – MC)/pi εj
________ = __
(pj – MC)/pj εi

Pi = Preis des i-ten Guts; MC = Grenzkosten im Markte des i-ten Guts; εi = Preiselastizität der Nachfrage nach dem i-ten Gut.

Für je zwei aus der Menge aller existierender Güter ausgewählte Güter i und j soll also gelten, dass die Steuersätze, die auf den Konsum von i und j erhoben werden, zueinander im umgekehrten Verhältnis der Preiselastizitäten der Nachfrage stehen. Mit einer relativ geringen Preiselastizität kann man ein relativ hohes Steueraufkommen erzielen, ohne große Substitutionseffekte (und damit Wohlfahrtsverluste) zu verursachen. (RamseyVsEdgeworth, siehe Besteuerung/Edgeworth, Besteuerung/Ramsey.
Die Regel sagt somit etwas über das optimale Verhältnis der Steuersätze auf Konsumgüter zueinander aus. Damit ist aber nichts über die Höhe der Steuer gesagt. Siehe auch Wirtschaftstheorien über Besteuerung.
Mause I 273
VsRamsey: Problem: wenn Güter mit sehr geringer Preiselastizität der Nachfrage beispielsweise Grundnahrungsmittel oder Trinkwasser sind, so kann die Ramsey-Regel schnell unerwünschte, stark regressive Verteilungseffekte haben. Das Steuersystem würde relativ arme Haushalte überproportional belasten. Lösung/DiamondVsRamsey/MirrleesVsRamsey: solche Güter, die stark von Individuen konsumiert werden, deren Wohlfahrt noch einen stark positiven marginalen Effekt auf die gesellschaftliche Wohlfahrt hat, sollten geringer besteuert werden. (1) (2)
Damit wird die Abwägung zwischen reinen Effizienzzielen und Vorstellungen von Verteilungsgerechtigkeit integriert.


1. Peter A. Diamond und James Mirrlees. 1971. Optimal taxation and public production I/ II. American Economic Review 61( 1): 8– 27 und 61( 3): 261– 278.
2. Peter A. Diamond, 1975. A many person Ramsey tax rule. Journal of Public Economics 4 (4). S. 335– 342.

Ramsey I
F. P. Ramsey
The Foundations of Mathematics and Other Logical Essays 2013

Ramsey II
Frank P. Ramsey
A contribution to the theory of taxation 1927

Ramsey III
Frank P. Ramsey
"The Nature of Truth", Episteme 16 (1991) pp. 6-16
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018