Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 8 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Bedeutungs-Wandel Brandom
 
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I 670
Begriffswandel/Bedeutungswandel/QuineVsFeyerabend: Lösung: das semantisch Relevante ist nicht die Bedeutung sondern der Bezug (die Referenz). - Das, was wir repräsentieren wollen, und nicht das, was wir darüber sagen - kommuniziert wird der extensionale Gehalt. - Auch vom Zarathustra-Anhänger kann man erfahren, ob die Sonne scheint. - Inferentielle Signifikanzen, die ja von Sprecher zu Sprecher variieren, spielen dann keine Rolle! Stattdessen gibt es Extensionen, die von möglicher Welt zu möglicher Welt variieren
I 671
Gehalt/Begriffswandel/Scheffler/Boyd/Putnam: Gehalt wird jetzt nicht mehr als inferentielle Rolle aufgefasst: Inferenz kann auf zwei Ebenen wieder eingeführt werden: a) einige inferentielle Richtigkeiten lassen sich von Inklusionsrelationen zwischen den Extensionen von Prädikaten ablesen -b) die Einsicht in die Relativität der Extensionen gegenüber verschiedenen Kontextelementen führt zu einem neuen Begriff der Intensionen: - Def Intension: Funktionen von Indizes zu Extensionen! Eine robustere Art von Gehalt, die günstigenfalls vom Zuhörer geteilt wird. (BrandomVs) - (Scheffler/Boyd/PutnamVsFeyerabend: Fortschritt als Rede von immer mehr Gegenständen, die immer mehr Prädikat-Extensionen ins Spiel bringen).
I 671f
inferentielle Gehalte als Funktionen/Begriffswandel: mögliche Lösung: geordnete Paare von Umständen u. Folgen der Verwendung - Vorteil: es wäre nicht nötig, immer zuzugeben, dass sich die Bedeutung der Worte bei jeder neuen Überzeugung ändert - BrandomVs: kann nicht erklären, warum die eine und nicht die andere Intension jetzt assoziiert wird.
I 673
Problem: Funktionen nur durch Argumente konstruierbar, die jenseits von Verhaltensdispositionen liegen
I 673
Begriffswandel/intensionale Theorie/BrandomVs: nicht einfach zu zeigen: Bsp dass die frühen Theoretiker "Elektron" auf eine Weise intensional gebraucht haben, die genug Platz für unser Umdenken ließ - QuineVs: Bezug statt Bedeutung. (s.o.).

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Bedeutungs-Wandel Putnam
 
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Rorty I 300
Bedeutungswandel/Putnam/Rorty: Die Suche nach einem Kriterium für den Bedeutungswandel war verhängnisvoll. Man erkannte, dass Feyerabend sein eigenes Argument falsch vorgebracht hatte, als er von Bedeutungswandel sprach. PutnamVsFeyerabend: für Feyerabend hängt die Bedeutung von der gesamten Theorie ab. Wenn man annimmt, die Empirie verändere die Bedeutung des Ausdrucks, käme das der Aufgabe der Unterscheidung zwischen Bedeutungsfragen und Tatsachenfragen gleich.
Zu sagen, dass die semantischen Regeln des Deutschen überhaupt nicht von den empirischen Meinungen seiner Sprecher unterschieden werden können, hieße den Begriff einer semantischen Regel des Deutschen über Bord zu werfen.
Jeder Anschein einer Sensation wäre verschwunden, denn "Sensation" hängt doch davon ab, dass man sich ständig zwischen einer ungewöhnlichen und der herkömmlichen Auffassung von Bedeutung hin und her bewegt.
- - -
Putnam I 63
Theorie/Putnam: zwei Theorien müssen nicht gleichbedeutende Begriffe haben, sondern nur gleiche Referenz. - - -
Cavell I 268
Verständlichkeit/Putnam: vor Riemann waren die entsprechenden Begriffe unverständlich. Bsp Geometrie des Universums von Massendichte abhängig.
I 269
Begriffswandel/Putnam: sagt man uns, gerade Linien könnten sich in nichteuklidischer Weise verhalten, dann, so die Idee, wird der alten Grammatik nicht widersprochen, man gibt sie schlicht auf. Ja, der Begriff der geraden Linie ist verändert worden. Putnam: Mag sein. aber seine Denotation hat sich nicht verändert. Wer diese fälle an Fälle angleicht, in denen sich die Denotation ändert, liegt völlig falsch. ((s) Denotation hier gleich Bezug, Benennung, Bezeichnung?)
Def Denotation/Duden: a) die auf den Gegenstand hinweisende Bedeutung: (Mond: Erdtrabant)
b) die formale Beziehung zwischen Zeichen und Bezeichnetem.
I 270
Putnam: dann müsste man fragen: was sind denn dann die geraden Linien im alten Sinn? Wenn wissenschaftliche Revolution Neudedefinition von Begriffen bedeutete, oder wenn wir immer unsere Kriterien ändern müssten, dann könnten wir eben nicht von den gleichen Objekten reden!
Projektion alter Begriffe in neue Situationen ist auch nötig, um Metaphern und Witze zu verstehen.


Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Cav I
St. Cavell
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen Frankfurt 2002
Erklärungen Fraassen
 
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I 23
Erklärung/FraassenVsReichenbach: die uneingeschränkte Forderung nach Erklärung führt zur Forderung von verborgenen Variablen.
I 25
Erklärung: wenn bloße Regularität eine makroskopische Th armselig macht, dann genauso eine mikroskopische - Zufall: auch er kann eine Erklärung haben.
I 39
Erklärung/FraassenVsAugustinus: das Fliehen der Maus vor der Katze muss man nicht durch Wahrnehmung erklären - sondern mit Darwin: die fliehenden Mäuse überleben - keine Rechenschaft durch Gründe - analog: die erfolgreichen Wissenschaften überleben - ohne dass das erklärt werden muss.
I 86
Theorie/E: Bsp man könnte zwei Arten von Mechanik haben, eine für Physiologien - eine für Astronomen. - Problem: damit kann man kein komplexes Phänomen erklären - Bsp Mann, der auf dem Mond herumspaziert - wenn beide Theorien keine gemeinsamen Modelle haben, muss man eine neue Theorie über lunare Gravitation ersinnen - empirische Adäquatheit: verlangt aber die Integration dieser -"Minitheorien".
I 87
E: wenn wir eine Art von Fragen für wichtiger halten ist das kein Grund, die Theorie, die diese erklärt, für wahrscheinlicher wahr zu halten - dennoch spielt die soziale Situation des Forschers eine Rolle bei der Bewertung von Theorien.
I 93
E//Ernest Nagel: Organisation und Klassifikation unseres Wissens - FraassenVsFeyerabend: hat das falsch verstanden: daß das eine Funktion von Interessen sei - FraassenVsFeyerabend: dann kann man aufhören zu forschen, wenn man glaubt, was man sagt - naive Sicht von wissenschaftlicher Sicherheit - dann müssten die Wissenschaftler einen Eid schwören, daß sie nach E suchen - FraassenVsFeyerabend: in Wirklichkeit muss man immer an der Adäquatheit zweifeln.
I 97f
Erklärung/FraassenVsTradition: eine Erklärung muss nicht wahr sein! - a) "Wir haben eine Erklärung" (hat mit Akzeptieren zu tun) - b) "Die Theorie erklärt" (ohne Akzeptanz) - Bsp Newtons Theorie war falsch, dennoch erklärt sie vieles - ((s) Dann kann eine Theorie nicht eine Konjunktion von Sätzen sein, denn dann darf kein Satz falsch sein.) - Harman: Erklärung führt zu Akzeptanz. - Erklärung/Fraassen: Erklärung von etwas verlangt nicht, dass die Theorie mit der Welt als ganzes übereinstimmt.
I 98
Man kann die Wahrheit einer Theorie nicht vor ihrer Erklärungskraft behaupten. - Erklärung: ist keine zusätzliche Eigenschaft zu empirischer Adäquatheit - Bsp "Der Computer berechnete" - niemand würde sagen "Der Hammer schlug den Nagel ein".
I 106
Erklärung/VsHempel/Morton Beckner: Bsp Evolution ist nicht deterministisch - Bsp Hals der Giraffe nicht durch Futterknappheit erklärt - nur durch Vereinbarkeit von genetischen und natürlichen Selektionsmechanismen - Putnam: auch Newtons Erklärungen sind keine Deduktionen - sondern Demonstration von Vereinbarkeiten.
I 110
Def Erklärung/Friedman: S erklärt P gdw. P eine Konsequenz S ist, relativ zu K und S "reduziert" oder "vereinheitlicht" die Menge seiner eigenen Konsequenzen relativ zu K.
I 111
Erklärung: Problem: 1. Unvollständigkeit: Krankheit erklärt eine seltene Folgeerkrankung, die durch sie ausgelöst wurde - aber nicht, warum dieser Patient betroffen ist - Asymmetrie: Bsp Länge des Schattens: immer gleichzeitig mit bestimmtem Sonnenstand. - Verursachung: läuft aber nur in einer Richtung.
I 111
Warum-Frage: tritt gar nicht auf, wenn das Spektrum durch die Atomstruktur erklärt wird.
I 124
Erklärung: hat mit warum zu tun - hervorstechende Faktoren im kausalen Netzwerk finden - Problem: Netz als Ganzes erklärt nicht typische Fälle - Wissenschaft beschreibt aber das Netzwerk - ((s) Daher ist Wissenschaft nicht gleich Erklärung - Erklärung: muss mindestens sagen, dass es eine Struktur gibt, die im Prinzip beschrieben werden kann - wenn auch nie vollständig.
I 146
Erklärung: für die Bewertung einer Antwort auf eine Warum-Frage als Erklärung geht es nicht darum, ob diese wahr ist. - Die Evaluation gebraucht nur den Teil der Hintergrundinformation, der die allgemeine Theorie über diese Phänomene liefert plus Zusatzinformationen, die nicht die zu erklärende Tatsachen beinhalten. - ((s) z.B. Rahmenbedingungen).
I 155
Erklärung/Beschreibung/Fraassen: unterscheiden sich nicht in der Information - wohl aber: E: drei-stellige Relation Theorie-Tatsache-Kontext - Beschreibung: zwei-stellig: Theorie-Tatsache - Erklärung: ist angewendete Wissenschaft (nicht reine Wissenschaft).
I 205
Erklärung/Thomas v. Aquin/Fraassen: alles was erklärt wird, muss durch etwas anderes erklärt werden.
I 206
Die Prämissen müssen mehr als die Konklusion enthalten - zusätzlich: Verallgemeinerung: z.B. dass alle Magnete Eisen anziehen. - ((s) Das ist immer noch phänomenal.) I 213 Erklärung/Fraassen: nur beobachtbare Regularitäten verlangen Erklärung.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Experimente Hacking
 
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I 287
Experiment/HackingVsLakatos/HackingVsFeyerabend: ist weder ein Aussagen noch ein Berichten sondern ein Tun, bei dem es nicht um bloße Worte geht.
I 293
Bsp Herschels Theorie der Wärmestrahlung war (fälschlich) an Newton ausgerichtet, aber das wirkte sich auf seine Beobachtung nicht aus - so stellte er fest, dass im weißen Licht Infrarot enthalten sein musste - eine Theorie hätte ihn daran gehindert - HackingVsTheoriebeladenheit der Beobachtung.
I 299
Beobachten ist eine Fähigkeit.
I 380f
Experiment/Hacking: wird nie wiederholt, immer verbessert - funktioniert meist nicht, daher spielt Beobachtung keine so große Rolle!
I 418
Experimentum crucis/Hacking: Bsp Michelson-Morley.

Hack I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996
Inkommensurabilität Putnam
 
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III 161f
Inkommensurabilität/Putnam: schon vor Kuhn bei Saussure: Grundeinheiten der Sprache können nicht aus den Lauten ermittelt werden - > Whorf: wenn einzelne Sprachen ganz verschieden viele Farbprädikate haben, dann ist Bedeutung den Einzelsprachen vorbehalten. - >Idiolekt > DerridaVsWhorf: die Bedeutungen sind nicht nur einzelnen Sprachen sondern den einzelnen Texten vorbehalten. - >Dekonstruktion - DerridaVsSaussure: den Begriff des Zeichens kann man ganz fallen lassen PutnamVsDerrida: dieser missversteht Saussures Projekt einer Bedeutungstheorie.
III 165
Lösung/Putnam: Begriff der Bedeutungsgleichheit beibehalten, aber einsehen, dass er nicht im Sinn von Selbstidentität von Gegenständen und Signifikaten verstanden werden darf. PutnamVsDerrida (Wie VsFodor): "Bedeutungsgleichheit" ist interessenrelativ, und setzt ein normatives Urteil über Vernünftigkeit in einer Situation voraus.
V 157
Inkommensurabilität/PutnamVsFeyerabend: es ist widersprüchlich, zu behaupten, Galileis Begriffe seien inkommensurabel und sie anschließend ausführlich zu schildern. - Man muss die alte Sprache auch verstehen um sagen zu können, dass die Vorhersagen gleich sind.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
Täuschungen Feyerabend
 
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I 338
Täuschung/Feyerabend: Bsp ein bewegtes Muster, dass gerade zum Stillstand gekommen ist. Feyerabend: man sieht, dass es sich in der entgegengesetzten Richtung bewegt, aber ohne seine Lage zu ändern. Die einzige phänomenologisch richtige Beschreibung dieses Sachverhaltes lautet: »es bewegt sich im Raum, aber es ändert seinen Ort nicht« und diese Beschreibung ist widersprüchlich. OwenVsFeyerabend: das sind Erscheinungen, nicht wirkliche Ereignisse. FeyerabendVsOwen: das behebt nicht die Schwierigkeit. Denn wenn man das »erscheint« einführt, da muss man es an den Anfang des Satzes stellen: »es scheint, dass es sich bewegt und seinen Ort nicht verändert«. ((s) >Sellars).


Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Theorien Peacocke
 
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I 105
Theorie/Feyerabend: auch ohne Erfahrung möglich. "Empfindung" ("sensation") ist nicht notwendig - PeacockeVsFeyerabend: das ist nur wahr, wenn "sensation" meint: "Erfahrung ohne repräsentationale Eigenschaften". - Bei Feyerabend wird nirgends behauptet, dass repräsentationaler Inhalt unwesentlich sei.

Pea I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983
Widersprüche Feyerabend
 
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II 74
Satz vom Widerspruch/Verfahren/Logik: (VsFeyerabend) ein Verfahren, das dem Widerspruchsprinzip nicht gehorcht, ist nicht Wissenschaft, sondern Chaos. Daraus folgt: es ist nicht möglich, die Widerspruchsfreiheit auf dieselbe Weise zu untersuchen, wie die relativistische Invarianz oder die Übereinstimmung mit Beobachtungen! FeyerabendVsLogik: der Einwand nimmt an, dass die Klasse der Folgen eines wissenschaftlichen Satzes unabhängig von der Behandlung des Satzes festgelegt ist, und zwar nach den Regeln der Satzlogik.
Diese Annahme ist nie begründet worden. Die Satzlogik ist ja nur eines unter vielen logischen Systemen, in es gibt auch intuitionistische Logiken, ohne ausgeschlossenes Drittes.
II 75
Bsp nehmen wir an, dass in den Theorien ein Widerspruch in der Tat jeden Satz impliziert. Dann folgt: führt man Geschwindigkeiten größer als die Lichtgeschwindigkeit in die Relativitätstheorie ein, dann erhält man imaginäre Geschwindigkeiten und Massen.
PopperVsHegel/Feyerabend: zeigt sehr umständlich, dass man unsinnige Folgen erhält, wenn man die Satzlogik mit Hegel kombiniert. Er schließt, dass Hegel beseitigt werden muss.

FeyerabendVsPopper: Bsp das ist ungefähr so intelligent, wie wenn man fordert, die Relativitätstheorie müsste beseitigt werden, weil einfache Computer ihr nicht gewachsen sind.
Hegel + Satzlogik gibt Unsinn. Warum soll ausgerechnet Hegel an diesem Unsinn die Schuld tragen?
Logik: auch mit der älteren Quantentheorie oder mit der Differentialrechnung zur Zeit Newtons unvereinbar.

Widerspruch/Feyerabend: Bsp der Differentialkalkül war widerspruchsvoll und hat doch zu den größten Entdeckungen in den Wissenschaften geführt.

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsFeyerabend Goodman Vs Feyerabend
 
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IV 202
VsFeyerabend: Die Aussage "Nichts ist machbar " ist genausso machbar wie die Aussage "alles ist machbar". Und auch ebenso wie die Aussage "einiges ist machbar". Das Hauptziel unseres Vorschlages besteht nicht darin, Schwierigkeiten zu vermeiden, sondern ein weiterreichendes und empfindlicheres Instrumentarium zu entwickeln. Zuerst: was ist an einigen vertrauten Kernbegriffen verkehrt?

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989
VsFeyerabend Popper Vs Feyerabend
 
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II 33
PopperVsFeyerabend: kritische Rationalisten geben zwar zu, daß man Maßstäbe kritisieren und verändern kann, verhindern aber eine wirksame Kritik durch die Forderung: eine Kritik müsse rational sein auf Grund der Argumente. Die Argumente müssen verständlich sein und zwar schon in dem Augenblick indem man sie vorbringt. Das schließt eine antizipierende Kritik aus.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993
VsFeyerabend Putnam Vs Feyerabend
 
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V 156
Inkommensurabilität/PutnamVsFeyerabend: PutnamVsInkommensurabilitätsthese: sie widerlegt sich selbst. Sie besagt, dass Bsp der Ausdruck »Temperatur« aus dem 17. Jahrhundert im Hinblick auf Sinn oder Bezug nicht mit unserem gleichgesetzt werden kann. Diese These soll für die Beobachtungssprache ebenso gelten wie für die sogenannte »Theoriesprache«. Feyerabend/Sprache: unsere normale Sprache ist nichts anderes als eine falsche Theorie. PutnamVsFeyerabend: wir könnten andere Sprachen oder frühere Stufen unserer eigenen Sprache gar nicht übersetzen, wenn diese These wirklich zuträfe.
V 156/157
Nach Feyerabend (und Kuhn, wenn er in besonders inkommensurabler Stimmung ist) könnten wir die Angehörigen anderer Kulturen einschließlich der Wissenschaftler des 17. Jahrhunderts begrifflich nur als Lebewesen erfassen, die auf Reize reagieren (und Geräusche hervorbringen, die dem Englischen oder Italienischen auf seltsamerweise ähneln). Also mehr oder weniger Tiere. PutnamVsFeyerabend/VsKuhn: es ist völlig inkohärent, wenn man uns weismachen will, Galileis Begriffe seien „inkommensurabel“, und dann fortfährt, sie ausführlich zu schildern.
Smart pro Feyerabend: es ist sicher ein neutrales Faktum, dass wir unser Fernrohr, um den Merkur zu sehen, etwa über diesen Baumwipfel hier richten müssen, und nicht, wie von der Newtonschen Theorie vorhergesagt, über jenen Schornstein dort.
Feyerabend könnte jedoch durchaus zulassen, dass wir für unsere Theorie des Fernrohrs die Euklidische Geometrie und eine nichtrelativistische Optik benutzen. Er würde sagen, dies sei zwar nicht die wirkliche Wahrheit über unser Fernrohr, den Baum und den Schornstein, aber es sei trotzdem legitim, so zu verfahren.
PutnamVsSmart/PutnamVsFeyerabend: die Schwierigkeit ist, dass man die Sprache der euklidischen Nichtrelativististen wenigstens zum Teil verstehen muss, um auch nur sagen zu können, dass die Vorhersagen gleich sind!
Wie kann ich auch nur die logische Partikel („wenn dann“, „nicht“ usw.) aus dem Italienischen des 17. Jahrhunderts übersetzen, wenn ich kein Übersetzungsmanual finden kann?
V 158
Übersetzung/Quine/Davidson: (VsKuhn,VsFeyerabend): ist erstmal zugegeben, dass wir ein Übersetzungsschema finden können, welchen Sinn hat es dann in diesem Kontext, zu sagen, dass die Übersetzung den Sinn und Bezug des Originals nicht „wirklich“ erfasst? Die Behauptung, dass das Schema den Sinn oder Bezug des Originals nicht genau erfasst, lässt sich im Sinne des Zugeständnis verstehen, dass man ein besseres Übersetzungsschema finden könnte. Aber es ist nur scheinbar sinnvoll, dass es allen möglichen Schemata misslingen sollte, den „wirklichen“ Sinn oder Bezug zu erfassen.
V 160
Konvergenz/Putnam: wird von Kuhn und Feyerabend völlig abgelehnt. Danach vermehren wir überhaupt nicht unsere Kenntnisse, die Wissenschaft macht nur instrumentell »Fortschritte«. (Technologie). Es gelingt uns immer besser, „Personen von einem Ort zum anderen zu transportieren“. PutnamVsKuhn/PutnamVsFeyerabend: auch das ist inkohärent: wir können den Gedanken des instrumentellen (technologischen) Fortschritts nur verstehen, wenn solche Ausdrücke wie „Personen von einem Ort zum anderen transportieren“ ein gewisses Maß von bleibenden Bezug beibehalten.
- - -
I 83
Elektron/PutnamVsKuhn/PutnamVsFeyerabend: Bsp Bohrs Elektron referiert nach den beiden auf gar nichts! Und das bloß, weil nicht alle Annahmen Bohrs sich bestätigt haben. PutnamVs.
I 84
Prinzip des Vertrauensvorschuss/PutnamVsKuhn/PutnamVsFeyerabend: es gibt nichts, was Bohrs Elektron genau entspricht, aber sie haben Masse und Ladung, und die ist ziemlich genau so! Wir müssen Vertrauensvorschuß gewähren, und Bohr als jemand behandeln, der auf diese Teilchen referiert. ((s) Damit Wissenschaftler überhaupt Dialoge führen können und von derselben Entität sprechen können.)

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsFeyerabend Quine Vs Feyerabend
 
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Willard V. O. Quine
Brandom I 670
Feyerabend: (nahm Quines Holismus ernst): spricht von Inkommensurabilität von Theorien und Systemen. Mit dem Übertragungsmodell der Kommunikation korrespondiert ein Akkumulationsmodell des Fortschritts. Bsp Wenn "Elektron" für uns etwas ganz anderes bedeutet, als für die frühen Theoretiker, wie können wir die damalige Behauptung überhaupt bestreiten?

QuineVsFeyerabend: Lösung: das semantisch Relevante ist nicht die Bedeutung sondern der Bezug (die Referenz)! Das, was wir repräsentieren wollen, und nicht das, was wir darüber sagen.
Bsp Auch aus dem Mund des Zarathustra-Anhängers kann man erfahren, ob die Sonne scheint, oder nicht.
Was kommuniziert wird, ist der rein extensionale Gehalt!

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsFeyerabend Rorty Vs Feyerabend
 
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Richard Rorty
Rorty I 300
Begriffswandel/Kriterium/Rorty: die Suche nach einem Kriterium für den Bedeutungswandel war verhängnisvoll. Man erkannte, dass Feyerabend sein eigenes Argument falsch vorgebracht hatte, als er von Bedeutungswandel sprach. Bedeutung/PutnamVsFeyerabend: für Feyerabend hängt die Bedeutung von der gesamten Theorie ab. Wenn man annähme, die Empirie verändere die Bedeutung des Ausdrucks, käme das der Aufgabe der Unterscheidung zwischen Bedeutungsfragen und Tatsachenfragen gleich.
Zu sagen, dass die semantischen Regeln des Deutschen überhaupt nicht von den empirischen Meinungen seiner Sprecher unterschieden werden können hieße, den Begriff einer semantischen Regel des Deutschen über Bord zu werfen.
Jeder Anschein einer Sensation wäre verschwunden, denn »Sensation« hängt doch davon ab, dass man sich ständig zwischen einer ungewöhnlichen und der herkömmlichen Auffassung von Bedeutung hin und her bewegt.
V 19
VsFeyerabend/Rorty: Putnams und Davidsons Kritik richtet höchstens gegen ein paar unvorsichtige Stellen in einigen Frühschriften von Feyerabend etwas aus.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsFeyerabend Verschiedene Vs Feyerabend Brandom I 671
SchefflerVsFeyerabend: Fortschritt ist verstehbar als die Rede von immer mehr Gegenständen, die immer mehr Prädikat-Extensionen ins Spiel bringen, und man immer mehr Wahres über jene Gegenstände sagen kann, indem man sie unter die Prädikat-Extensionen klassifiziert. (Auch früher Putnam, mit Schülern und Bewunderern: Field, Boyd, Devitt).
Fey I 44
Feyerabend: man weiß heute daß das Brownsche Teilchen ein perpetuum mobile zweiter Art ist, und das sein Vorhandensein den 2.Hauptsatz der Wärmelehre widerlegt. - (GenzVs.)
II 86
KüngVsFeyerabend.
II 92
SpinnerVsFeyerabend: Parallele zu Hitler: »ich werde nie nach einem Rezept handeln«. Feyerabend: Na und, soll ich mir die Nase abschneiden, weil Herr Hitler auch eine Nase hatte? Lassen wir Herrn Hitler in seinem wohlverdienten ist aber ohne.
Fey I 338
Täuschung/Feyerabend: Bsp ein bewegtes Muster, daß gerade zum Stillstand gekommen ist. Feyerabend: man sieht, daß es sich in der entgegengesetzten Richtung bewegt, aber ohne seine Lage zu ändern. Die einzige phänomenologisch richtige Beschreibung dieses Sachverhaltes lautet: »es bewegt sich im Raum, aber es ändert seinen Ort nicht« und diese Beschreibung ist widersprüchlich. OwenVsFeyerabend: das sind Erscheinungen, nicht wirkliche Ereignisse. FeyerabendVsOwen: das behebt nicht die Schwierigkeit. Denn wenn man das »erscheint« einführt, da muß man es an den Anfang des Satzes stellen: »es scheint, daß es sich bewegt und seinen Ort nicht verändert«. ((s) >Sellars).





Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001