Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff


zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Arbeitsmarkt Friedman Brocker I 402
Arbeitsmarkt/Friedman: Friedman These: private Haushalte müssten sich nicht am Austausch beteiligen, weil sie notfalls für sich selbst produzieren könnten (1). Weil den meisten Menschen aber die Produktionsmittel zur Eigenarbeit fehlen, müssen sie sich als Lohnarbeiter verdingen; sie verfügen faktisch nicht über die Option, auf Kontrakte mit den Arbeitgebern zu verzichten. Damit besteht ein strukturelles Machtungleichgewicht am Arbeitsmarkt, das sich in einer für die Arbeitnehmerseite ungünstigen Entwicklung der Einkommensverteilung niederschlagen kann. Arbeitslosigkeit: wird von Friedman in Capitalism and Freedom nicht behandelt.
Friedman setzt sich nicht mit der Theorie von Keynes auseinander, wonach das Marksystem nicht von sich aus zu einem Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt tendiert. (KeynesVsFriedman).
Friedman: setzt implizit Vollbeschäftigung voraus. Dabei sind immer noch Wahlmöglichkeiten für Arbeitnehmer gegeben. ((s) Vollbeschäftigung wird nicht als eine Beschäftigungsquote von 100% definiert).
VsFriedman: Dieser erweckt den irreführenden Eindruck, dass eine stabile Versorgung der Wirtschaft mit Geld durch die Notenbank ausreiche, um Krisen und konjunkturelle Arbeitslosigkeit zu verhindern.
FriedmanVsGewerkschaften: Gewerkschaften seien die einzige Bedrohung für die Funktionsfähigkeit des Arbeitsmarktes, Gewerkschaften, da sie als »monopolistische« Organisationen die Entscheidungsfreiheit der Unternehmen behindern.
SpahnVsFriedman: Gewerkschaften sind jedoch nicht die Ursache, sondern der Reflex eines Marktversagens: Üblicherweise sind kapitalistische Marktgesellschaften durch ein variierendes Maß an Unterbeschäftigung charakterisiert. Auch bei »Vollbeschäftigung« gibt es in großen Volkswirtschaften Millionen von Arbeitslosen. Ein atomistischer, ungeregelter Arbeitsmarkt würde die Gefahr einer Lohn- und Preisdeflation heraufbeschwören, die wie in den 1930er Jahren die Stabilität des makroökonomischen Systems aushöhlen kann.
I 403
Arbeitsmarkt/Friedman: als Ideal schwebt ihm vor: vorschwebt: ein freier Marktplatz, auf dem jeder über Angebots- und Nachfrageaktivitäten seinen Vorteil sucht.

1. Milton Friedman, Capitalism and Freedom, Chicago 1962. Dt.: Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit, München 2004, S. 36

Peter Spahn „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Chicagoer Schule Friedman Mause I 107
Chicagoer Schule/Chicago School/Friedman: die Konzepte der Zweiten Chicagoer Schule um Milton Friedman waren eine Reaktion auf die Krise Ende der 1970er Jahre. Ziel der entsprechenden Politik war es, die Märkte aus der Umklammerung staatlicher Regulierung zu befreien. VsChicago School: Die drei folgenden Dekaden zeigten ein spiegelbildliches Verlaufsmuster der 1960er- bis 1980er-Jahre: Gerade weil die liberalen Reformen sich zu Beginn als erfolgreich erwiesen, wurde die Deregulierung so lange fortgeführt, bis sich schließlich zeigte, dass sich das Marktgeschehen, insbesondere das auf den weltweiten Finanzmärkten, politischer Regulierung und Kontrolle weitgehend entzog.
VsFriedman: Im Nachklang der Finanz- und Wirtschaftskrise ((s) von 2008) besteht heute ein weitgehender Konsens, dass der Kapitalismus einer neuen Einbettung bzw. einer neuerlichen Politisierung bedarf, was sich manchmal sogar ganz explizit in der Forderung „Back to Bretton Woods“ äußert.

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Märkte Friedman Brocker I 409
Märkte/Friedman: hatte der Markt letztlich immer Recht, auch wenn er einen schlechten Geschmack zeigte. Bsp Um die Bewahrung der kulturellen Werte einer Bildungsoberschicht, um die Subventionierung von Kunst und Musik sollten sich private Sponsoren, nicht aber der Staat und die Steuerzahler kümmern. KeynesVsFriedman: Keynes zweifelte, dass Märkte immer zu sinnhaften gesellschaftlichen Ergebnissen führen. Keynes: Es ist nicht wahr, dass Menschen eine normativ verstandene ›natürliche Freiheit‹ in ihren ökonomischen Handlungen haben. […] Die Welt ist nicht so geplant, dass private und soziale Interessen stets zusammenfallen;
Brocker I 410
und sie wird nicht so regiert, dass sie sich vertragen. (1)

1. J.M. Keynes »The End of Laissez-Faire« (1926), in: ders., Collected Writings, Bd. 9, London/Basingstoke 1972, 272-294.

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Monetarismus Friedman Brocker I 397
Monetarismus/Friedman: Friedman wurde zum Begründer einer »monetaristischen« Wirtschaftspolitik, die infolge ihrer Fixierung auf den Geldmengen-Inflations-Zusammenhang und ihrer Relativierung des Vollbeschäftigungsziels im politischen Interessenspektrum als eher rechtsgerichtet wahrgenommen und von gewerkschaftsnahen Gruppierungen bekämpft wurde. Monetarismus: Eine Politik des stetigen Geldmengenwachstums als notwendige und hinreichende Bedingung gesamtwirtschaftlicher Stabilität, das heißt vor allem zur Wahrung des Geldwertes.
VsMonetarismus: dies sei eine offenbar interessengeleitete Stabilisierungsstrategie kapitalistischer Wirtschaftsbeziehungen, die die Handlungsoptionen des Faktors Arbeit systematisch beschneidet: Marktwirtschaft als gesellschaftliche Ordnung, die primär der Freiheit des Kapitals verpflichtet ist.
MonetarismusVsVs: das führt in die Irre: in Friedmans Buch Kapitalismus und Freiheit geht es vor allem darum, wissenschaftliche Konzepte und wirtschaftspolitische Institutionen zu propagieren, die Entscheidungen von Politikern in ein enges Regelsystem einbinden oder − besser noch − überflüssig machen. Friedmans Denken richtet sich (…) nicht gegen die Freiheit der Arbeiter, sondern gegen unbeschränkte Handlungsspielräume von Politikern, bei denen er nicht unbedingt die gute Absicht, aber immer wieder die Kompetenz bezweifelte. FriedmanVsNotenbanken, GewerkschaftenVsFriedman.


Peter Spahn „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Politische Parteien Hibbs Mause I 283
Politische Parteien/Hibbs: Die Theorien elektoraler Budgetzyklen betrachten Regierungsparteien als rein opportunistische Stimmenmaximierer ohne eigene ideologische Ausrichtung. Das ist natürlich eine Idealisierung. (Siehe Konjunktur/Tufte: Tufte These: Vor Wahlen werden Steuern unter Umständen gesenkt, nach der Wahl evtl. wieder erhöht.) Hibbs: untersuchte systematisch die Unterschiede im Verhalten linker und rechter Parteien in Bezug auf die Wirtschaftspolitik. (1)
These: rechte Parteien, die eher höhere Einkommensschichten vertreten, fürchten stärker eine hohe Inflation als eine hohe Arbeitslosigkeit. Für linke Parteien gilt das Umgekehrte.
Hibbs' Untersuchung von 12 westlichen Industriestaaten schien zu bestätigen, dass links bzw. rechts ausgerichtete Regierungen eine entsprechende Wirtschaftspolitik verfolgten.
VsHibbs: Problem: Hibbs geht von einer stabilen Phillips-Kurve aus, d.h. eines frei wählbaren trade-offs zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation, was eine Idealisierung ist.
FriedmanVsHibbs: bei rational vorausschauenden Wählern sollte eine solche Annahme nicht vorausgesetzt werden. (2)
VsFriedman: als Antwort auf diese Kritik wurden Partisanship-Modelle entwickelt, die von rational vorausschauenden Wählern ausgehen. (3) Danach sind die Unterschiede zwischen ((s) dem Verhalten von) linken und rechten Parteien temporär und verpuffen im Laufe des Wahlzyklus.
Allen Modellen ist gemeinsam, dass sie für linke Regierungen eine deutlich expansivere Fiskalpolitik erwarten. (Vs: Siehe Politische Parteien/Wirtschaftstheorien).


1. Douglas A. Hibbs. 1977. Political parties and macroeconomic policy. American Political Science Review 71 (4): 1467– 1487.
2. Milton Friedman. 1968. The role of monetary policy. American Economic Review 58( 1): S. 1– 17.
3. Alberto Alesina, Nouriel Roubini & Gerald Cohen, Political cycles and the macroeconomy. Cambridge 1997.

EconHibbs I
Dougals A. Hibbs
Political Parties and macroeconomic policy 1977

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Wirtschaftswissenschaften Friedman Brocker I 409
Wirtschaftstheorie/Friedman: Unter seinen Fachkollegen galt Friedman, der scheinbar nie von Selbstzweifeln geplagt war, weithin als der große Vereinfacher, der zwar volkswirtschaftliche Zusammenhänge publikumswirksam auf den Punkt bringen konnte, dabei jedoch die durch fachliche Gegenargumente entstehende Komplexität gern ignorierte. KrugmanVsFriedman: Paul Krugman sah neben dem Fachökonomen und dem wirtschaftspolitischen Berater als dritte Facette in Friedmans Persönlichkeit den Ideologen; es gab bei seinen öffentlichen wirtschaftspolitischen Empfehlungen stets Bedenken im Hinblick auf seine intellektuelle Seriosität (Krugman 2007) (1).
SolowVsFriedman: Robert Solow schloss sich dem an. Leute wie Friedman seien schlecht für die Wirtschaft wie für die Gesellschaft, und Debatten mit ihnen eine Zeitverschwendung (Solow 2013) (2).


1 .Paul Krugman, »Who Was Milton Friedman?«, in: The New York Review of Books 54/2, 15. Februar 2007.
2. Robert M. Solow, M., »Why Is There No Milton Friedman Today?«, in: Econ Journal Watch 10/2, 2013, 214-216. Spahn, Peter, »Milton Friedman«, in: Heinz-Dieter Kurz (Hg.), Klassiker des ökonomischen Denkens, Bd. 2, München 2009, 282-300.


Peter Spahn „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsFriedmanVsFriedman Friedman Vs Davidson, D. Horwich I 498
Korrespondenztheorie/Kausaltheorie der Referenz/Michael Friedman/M.Williams: (wie Boyd mit der Verläßlichkeit unserer Methoden befaßt): wenn Wissenschaft als rationales Handeln gerechtfertigt werden muss, muss es möglich sein zu zeigen, dass es eine enge Verbindung von Bestätigung und Wahrheit gibt. ((s) Lager: Friedman: „substantieller W Begriff, VsDeflationismus),. Lösung/Friedman: ein statistisches Gesetz für die Verbindung von Bestätigung und Wahrheit. Dies leiten wir von unseren psychologischen und physikalischen Theorien und den Theorien darüber, wie der Geist durch Interaktion mit der Umgebung zu Überzeugungen kommt, ab.
Friedman/M. Williams: weil er Wahrheit innerhalb von Gesetzen verlangt, scheint das einen substantiellen W Begriff zu verlangen.
DeflationismusVsFriedman/M. Williams: aber das stimmt nicht. Und das könnte auch gar nicht sein: Das Zitattilgungsschema liefert die Mittel für semantischen Aufstieg und auch semantischen Abstieg: d.h. Wahrheit kann immer wegparaphrasiert werden. So kann man Friedman paraphrasieren. Bsp
Für jedes p, wenn p durch unsere Methoden bestätigt wird, dann wahrscheinlich p.
((s) ohne Wahrheit).
M. Williams: das involviert Quantifikation über Propositionen oder Sätze (statements). Verwandt mit „Alles was er sagte“, und dafür gibt es ähnliche konventionelle Lösungen.
Wahrheit/FriedmanVs: kann damit aber nicht ad acta gelegt werden: das Zitattilgungsschema allein zeigt nicht den Sprachgebrauch (s.o.).
Kompositionalität/W Theorie/Friedman: These WT verlangt eine kompositionale WT.
Wahrheit/Deflationismus/M. Williams: das heißt aber nicht, dass ein reicherer (substantieller) W Begriff benötigt wird! Das zeigt der Fall von Davidson (s.o.).
Selbst Validierung/Selbst Bestätigung/Überzeugung//Wissenschaft/FriedmanVsDavidson/M. Williams: Friedman These: Selbst Validierung ist möglich. Aber dazu darf nicht angenommen werden, dass unsere Erklärung, wie Referenz bestimmt ist, von vornherein garantiert, dass unsere Überzeugungen wahr sind.
Pointe: d.h. dass Friedman keinen substantiellen W Begriff aus der Tatsache herleitet, dass Wahrheit in Gesetzen vorkommt. (?).
Statt dessen argumentiert er für einen „realistischen“ Ansatz .für Referenz.
I 499
substantieller W Begriff/Friedman: ist dann ein Abfallprodukt davon! Selbst Validierung/Friedman/Zirkel/M. Williams: erscheint zirkulär, weil wir die Methoden gebrauchen, die bestätigt werden sollen.
Ähnlich;:
VsPutnam: Kausaltheorie der Referenz: setzt die Verläßlichkeit voraus, die sie erklären will.
Lösung/PutnamVsVs: es ist nur eine Art „Check der Konsistenz“.
Lösung/Friedman/M. Williams: es ist kein Zirkel, weil nicht von vornherein garantiert ist, dass es unsere besten Theorien sind, die die Verläßlichkeit garantieren.
Wissenschaft/Friedman: eine wichtige Aufgabe ist es zu zeigen, wie Wissenschaft nicht ihre eigene Belegbasis unterminieren kann. Wie Quine sagt:
Wissenschaft/Quine: verteidigt sich von innen, gegen ihre Selbstzweifel.
Friedman/M. Williams: das sieht so aus, als ob Friedman Raum für einen allgemeinen Skeptizismus schafft. Das wird klar wenn er unterscheidet:
a) Kausaltheorien der Referenz
b) Theorien die auf dem Prinzip der Nachsicht basieren, (Davidson).
Referenz/Davidson/M. Williams: nach Davidson ist die Zuschreibung von Referenten eine Sache der Methode unserer Interpretation.
Verläßlichkeit: d.h. dass wir auf Dinge referieren, über die wir verläßlich berichten können ist keine empirische Tatsache, die wir aus „unseren besten Theorien“ ableiten.
Kausaltheorie/Referenz/Friedman: dagegen: spezifiziert Referenz durch Überlegungen, die unabhängig von Wahrheit oder Falschheit der Sätze die wir zufällig akzeptieren, sind.
Überzeugung/FriedmanVsDavidson: das läßt die Möglichkeit offen, dass die meisten (oder alle) unserer Überzeugungen falsch sein könnten.
I 500
Wahrheit/Friedman: dann haben wir etwas signifikantes (substantielles?) gezeigt, wenn wir zeigen, dass unsere Methoden meist wahre Überzeugungen liefern. Aber das geht nur mit der Kausaltheorie, denn sie erlaubt diese selbst kritische Kraft, die am Ende die Selbst Rechtfertigung liefert. Skeptizismus/Friedman/M. Williams: diese Selbstkorrektur ermöglicht Friedman dadurch, dass er allgemeinen Skeptizismus zuläßt.
M. WilliamsVsFriedman: das ist pervers, so wie man eine Krankheit erwirbt aus Freude daran, sie zu kurieren. Außerdem setzt er eine Menge voraus, z.B. die Existenz „unserer induktiven Methoden“, oder die kausale Definition von Referenz.

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
VsFriedmanVsFriedman Fraassen Vs Friedman, M. I 109
Theorie/Fraassen. man könnte vertreten, dass eine Theorie als ganze mehr Eigenschaften haben muss als nur Akzeptierbarkeit. lokale Eigenschaft/Theorie/Friedman: Bsp dass eine Theorie ein besonderes Faktum erklärt
globale Eigenschaft/Theorie/Friedman: Wissenschaft vermittelt eher ein globales als ein lokales Verständnis, es geht nicht um das Verstehen individueller Phänomene. (FN 15).
Erklärung/Friedman: Relation „Theorie T erklärt Phänomen P“: im allgemeinen Regelmäßigkeiten, die durch gesetzesartige Sätze repräsentiert werden.
I 110
K: sei eine Menge gesetzesartiger Sätze (Hintergrundtheorie) S: ein Kandidat für eine Erklärung (Gesetz, Theorie, Hypothese) von P
P: ist selbst durch gesetzesartige Sätze repräsentierbar.
Def Erklärung/Friedman: S erklärt P gdw. P eine Konsequenz S ist, relativ zu K und S „reduziert“ oder „vereinheitlicht“ die Menge seiner eigenen Konsequenzen relativ zu K.
Def relative Konsequenz/Friedman/Fraassen: A ist eine Konsequenz von B relativ zu K gdw. A eine Konsequenz von B und K zusammen.
FraassenVsFriedman: er muss im Folgenden den Begriff „reduziert“ modifizieren und dann leistet er nicht mehr das, was Friedman braucht. (FN 16).
Erklärung/Friedman/Fraassen: interessant an seinem Ansatz ist: wir bewerten ein Explanandum relativ zu einem Hintergrund K.
1. Angenommen, eine Theorie beinhaltet Zusatzinformation, die nicht gesetzesartig ist, Bsp das Alter des Universums (Rahmenbedingung) aber natürlich kann sie nicht all unser Wissen beinhalten.
2. relativ zu K impliziert die Erklärung, dass P (der Satz über das Phänomen) wahr ist. Ich nehme an, dass Friedman diese Hempel-artige Bedingung im Sinn von Salmon abschwächen möchte (Die Wschk muss nicht hoch sein).
3. Problem: es ist der Charakter von K plus Zusatzinformation, betrachtet als komplexe Theorie, die bestimmt, ob wir eine Erklärung haben. ((s) D.h. es wäre abhängig von zufälligem Vorwissen oder vom Alter des Universums, ob etwas eine Erklärung ist).

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980