Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 


[englisch]  

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 7 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Glau Carnap
 
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IV 31
Glau/CarnapVsGoodman: "rot" usw. sind rein qualitative Prädikate, - "glau" usw. sind positionale Prädikate. - GoodmanvsCarnap: die Unterscheidung qualitativ/positional ist auf eine jeweilige Basissprache zu relativieren. - diese könnte auch grot/rün als Basisprädikate enthalten, dann müssten "rot" und "grün" in Bezug auf einen Zeitpunkt interpretiert werden.
IV 32
Dann sind die Zuschreibungen "qualitativ"/"positional" vertauscht. - Es gibt auch keinen wahrnehmbaren Farbwechsel: wer "grün" im Sinne von "grot" versteht, versteht auch "Farbe" im Sinne von "Schwarbe": Dinge von gleicher Schwarbe sind solche, die grot sind usw.

Ca I
R. Carnap
Die alte und die neue Logik
In
Wahrheitstheorien, G. Skirbekk (Hg), Frankfurt 1996

Ca III
R. Carnap
Philosophie als logische Syntax
In
Philosophie im 20.Jahrhundert, Bd II, A. Hügli/P.Lübcke (Hg), Reinbek 1993

Ca IV
R. Carnap
Mein Weg in die Philosophie Stuttgart 1992

Ca VI
R. Carnap
Der Logische Aufbau der Welt Hamburg 1998

CA VII = PiS
R. Carnap
Sinn und Synonymität in natürlichen Sprachen
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Ca VIII (= PiS)
R. Carnap
Über einige Begriffe der Pragmatik
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982
Glau Chomsky
 
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I 290
Glau/ChomskyVsGoodman: ist ein Randproblem - die Ausgangsfrage ist zu vage. - Man kann problemlos eine Eigenschaft der Sprache "Grotrün" finden, die nicht Eigenschaft einer "Sprache wie Deutsch" ist. - Bsp das Prädikat "sich gleichen", nur eben auf Objekte anstatt auf Qualia angewandt. - Chomsky: es gibt keinen Zeitpunkt t, derart, dass wir von den Gegenständen vorhersagen können, dass sie sich nicht gleichen werden. - Sie könnten sich gleichen, wenn beide grün sind. - Es ist eine Eigenschaft natürlicher Sprachen, dass sie sich eher wie Deutsch als wie "Grotrün" verhalten. - Aber Sprachbegriffe wie "Deutsch" sind zu vage, um Goodmans Kriterium zu genügen. - Wir können nicht erklären, warum der Lernende nicht grot als Generalisierungsbasis erwirbt. - Das folgt sicher aus dem sensorischen System.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006
Individuen Simons
 
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I 28
Individuen dürfen keine Atome sein - Atome wären alle identisch weil sie dieselben Teil haben (nämlich keinen). - Lösung: Proper Parts Principle/starkes/SSP/str.Supp-P: wenn x nicht Teil von y ist, dann gibt es ein z, das Teil von x ist und von y getrennt ist. Problem: das Intervall [0,1) ist nicht Teil des Intervalls (0,1] (oder umgekehrt). Aber kein Teil von [0,1) ist von (0,1] getrennt!
D.h. dass überlappende Intervalle nicht immer ein eindeutiges Produkt haben. - Extensionalität fordert aber, dass zwei überlappende Individuen einen maximalen gemeinsamen Teil haben.
Lösung: wenn x und y überlappen, dann sind alle Teile des überlappenden Teils Teile von x und Teile von y.
I 109
Individuum/SimonsVsGoodman (Leonard): nicht jedem noch so abstrakten Begriff (Plural-Term) sollte ein Individuum entsprechen - aber: Identitätsbedingungen für jedes Individuum zu haben, ist eine zu starke Forderung. - Das geht nicht im Alltag.

Si I
P. Simons
Parts Oxford New York 1987
Kontrafaktisches Konditional Fraassen
 
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I 13
Kontrafaktisches Konditional/kontrafaktische Konditionale/Fraassen: sind objektiv weder wahr noch falsch.
I 115f
Kontrafaktisches Konditional/Fraassen: Wahrheitsbedingungen gebrauchen Ähnlichkeiten zwischen möglichen Welten: "Wenn A dann B" ist wahr in Welt w, gdw. B in der zu w ähnlichsten Welt wahr ist, in der auch A wahr ist. Ähnlichkeit: ist wieder kontextabhängig: Bsp "Drei Barbiere"/Carroll: einer von dreien muss immer da sein - 1. wenn A krank ist, muss B ihn begleiten, aber 2. wenn C auch weg ist, muss B dableiben - Widerspruch: wenn A krank ist, muss B da sein und weg sein.
VsCarroll: 1 und 2 sind nicht im Widerspruch - materiales Konditional:"entweder B oder nicht A" - Lösung/Fraassen: Alltagssprache: nicht materiales Konditional - Lösung/Fraassen: Kontextabhängigkeit: 1 ist wahr, wenn wir nur die Krankheit berücksichtigen, 2 ist wahr, wenn wir nur das Geschäft berücksichtigen - allgemein: welche Situation entspricht mehr der unseren? - > Lewis: Bizet/Verdi.
I 118
FraassenVsKontrafaktische Konditionale: diese sind hier aber keine Lösung: wissenschaftliche Aussagen sind nicht kontext-abhängig. Daher impliziert Wissenschaft auch keine kontrafaktischen Konditionale (wenn diese, wie ich glaube, kontextabhängig sind). Kontrafaktische Konditionale/Naturgesetze/NG/Reichenbach/E. Goodman: nur Gesetze, nicht allgemeine Aussagen implizieren kontrafaktische Konditionale. - Daher sind diese ein Kriterium für Gesetze - FraassenVsGoodman: umgekehrt: wenn Gesetze kontrafaktische Konditionale implizieren, dann, weil diese kontext-abhängig sind.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
Mengen Bigelow
 
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I 47
Mengen/Quine/Goodman/Bigelow/Pargetter: es könnte sein, dass wir, wenn wir Mengen zulassen, gar keine sonstigen Universalien mehr brauchen. Weil man mit Mengen fast alles machen kann, was die Mathematik brauch. Armstrong: glaubt dagegen an Universalien, aber nicht an Mengen!
BigelowVsQuine/BigelowVsGoodman: für die Wissenschaft brauchen wir noch weitere Universalien als Mengen, Bsp Wahrscheinlichkeit und Notwendigkeit.
I 95
Universalien/Mengen/Prädikate/Bigelow/Pargetter: wenn ein Prädikat keinem Universale entspricht, Bsp bei Hunden, nehmen wir an, daß sie wenigstens einer Menge entsprechen. Prädikat/Bigelow/Pargetter. wir können aber auch dann noch nicht einmal annehmen, daß jedes Prädikat einer Menge entspricht!
Menge/Bigelow/Pargetter: Bsp es gibt keine Menge X die alle und nur die Paare enthält für die x ein Element von y ist. (Paradoxie).
Allmenge/Allklasse/Bigelow/Pargetter: kann es auch nicht geben.
Prädikat: „ist eine Menge“ entspricht nicht einer Menge die alle und nur die Dinge enthält, auf die es zutrifft! (Paradoxie, wegen der unmöglichen Menge aller Mengen).
Mengenlehre/Bigelow/Pargetter: wir sind dennoch froh, wenn wir den meisten Prädikaten etwas zuordnen können, und deshalb ist die Mengenlehre (die aus der Mathematik stammt und nicht aus der Semantik) ein Glücksfall für die Semantik.
Referenz/Semantik/Bigelow/Pargetter: die Mengenlehre hilft, der Referenz mehr erklärende Kraft aufzubürden, um eine Wahrheitstheorie (WT) zu formulieren. Dabei bleibt noch offen, welche Rolle Referenz genau spielen soll.
- - -
I 371
Existenz/Mengen/Mengenlehre/Axiom/Bigelow/Pargetter: keins der folgenden Axiome sichert die Existenz von Mengen: Paarmengenaxiom, Extensionalitätsaxiom, Vereinigungsmengenaxiom, Potenzmengenaxiom, Separationsaxiom: sie alle sagen uns nur, was passiert, wenn es schon Mengen gibt. Axiome/ZF/Bigelow/Pargetter. ihre Axiome sind rekursiv: d.h. sie schaffen neues aus altem.
Basis: bilden zwei Axiome:
I 372
Unendlichkeitsaxiom/ZF/Bigelow/Pargetter: (wird normalerweise so formalisiert, dass es das Leermengenaxiom enthält). Behauptet die Existenz einer Menge die alle natürlichen Zahlen nach von Neumann enthält. Omega/Bigelow/Pargetter: nach unserem mathematischen Realismus sind die Mengen in der Folge ω nicht identisch mit natürlichen Zahlen. Sie instanziieren sie. Deshalb ist das Unendlichkeitsaxiom so wichtig.
Unendlichkeitsaxiom/Ontologie/Bigelow/Pargetter: das Unendlichkeitsaxiom hat wirkliche ontologische Bedeutung. Es sichert die Existenz von genügend Mengen, um die reichen Strukturen der Mathematik zu instanziieren. Und die der Physik.
Frage: ist das Axiom wahr? Bsp Angenommen, eine Eigenschaft „diese Dinge zu sein“. Und angenommen, es gibt ein Extra-Ding, das nicht inbegriffen ist. Dann ist es sehr plausibel dass es die Eigenschaften geben wird, „jene Dinge zu sein“ die auf alle bisherigen Dinge plus Extra-Ding anwendbar ist. Dazu muss es zuerst diese Eigenschaften geben. Außerdem, wenn wir Realisten über solche Eigenschaften sind, kann eine solche Eigenschaft selbst als „ein Extra-Ding“ zählen!
I 373
Das stellt sicher, dass wenn es ein Anfangssegment von  gibt, das nächste Element der Folge auch existiert. Unendlichkeit: erfordert aber mehr als das. Wir müssen noch sicherstellen, dass die Gesamtheit ω existiert! D.h. es muss die Eigenschaft geben „eins dieser Dinge zu sein“ wobei dies eine Eigenschaft ist, die von allen und nur von Neumann-Zahlen instanziiert ist. das ist in unserer Konstruktion plausibel, weil wir Mengen als plurale Essenzen (s.o.) auffassen.
Problem: wir müssen nur noch ein Anfangssegment für die Neumann-Zahlen garantieren. Das sollte die leere Menge sein.
Leere Menge/Bigelow/Pargetter: wie plausibel ist ihre Existenz in unserer Metaphysik?

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Mögliche Welten Goodman
 
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II Vorwort (Putnam)
II IX
Es gibt keine "möglichen aber nicht tatsächlichen" Welten. GoodmanVsFormalismus: keinen Formalismus um des Formalismus willen.
GoodmanVs Vorstelllung eines von unserem Theoretisieren unabhängigen "ontologischen Untergeschosses".
II 78
Wir haben uns daran gewöhnt, die wirkliche Welt als eine von vielen möglichen zu sehen. Das muss korrigiert werden: Alle möglichen Welten liegen innerhalb der wirklichen. - - -
Putnam III 144
Versionen/Goodman: es geht nicht um verschiedene Beschreibungen "identischer Fakten" - Versionen sind ungleich möglichen Welten, nur unvereinbare Versionen müssen auf verschiedene mögliche Welten Bezug nehmen - nicht verschiedene Sprachen, sodass Tische manchmal als Aggregate von Zeitsegmenten von Molekülen ...usw. sondern wir beschließen, eine entsprechende Welt zu erzeugen - Bsp "Großer Bär" wurde nicht erschaffen, aber eine Konstellation daraus gemacht. PutnamsVsGoodman: das ist eine zu gewagte Extrapolation: dass es nichts gäbe, was wir nicht geschaffen haben.
Putnam III 147
PutnamVsGoodman: "Grosser Bär" nicht ist analytisch: erlösche ein Stern, sprächen wir weiter vom Großen Bären - aber "Stern" hat Eigenschaften, die sich nicht durch Angabe einer Liste erklären ließen - nicht dadurch zu erfahren, dass wir herausbekommen, was zum Großen Bären gehört. Grosser Bär: welche Sterne dazugehören, beantwortet eher der Sprachforscher.
PutnamVsGoodman: der Ausdruck "Konstellation" liegt in der Mitte. - Die Konstellation bleibt, wenn alle Sterne Glühbirnen sind.
PutnamVsGoodman: leichte Antwort: wir haben den Stern Sirius nicht selbst hervorgebracht - wir haben ihn auch nicht zum Sternen gemacht - wir haben den Begriff Stern hervorgebracht, und auf Sirius trifft dieser Begriff zu - unser Begriff des Junggesellen trifft auf "Joseph Ullian" zu, ohne dass es jedoch unsere Sprachpraxis wäre, die ihn zum Junggesellen gemacht hat. - Wir schaffen die Begriffe, aber wir bewirken nicht, dass sie zutreffen.

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
Spracherwerb Chomsky
 
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I 281
Lernen/Chomsky: ein Kind lernt genauso gut Japanisch wie Englisch - es ist sinnlos zu fragen, "welche Hypothesen es reduziert". - Es muss mehr als Fähigkeit zur Assoziation geben. - Strukturelle Grammatik ergibt nicht die Strukturen, die wir als generative Grammatik postulieren müssen.
I 283
Innere Organisation spielt für die Wahrnehmung eine große Rolle, sie bestimmt ein äußerst restriktives Anfangsschema.
I 285
VsGoodman: Lernen der Zweitsprache ist nicht so verschieden vom lernen der Erstsprache.
I 299
Lernen/Chomsky: ob die Bewertungsfunktion erlernt wird oder die Grundlage des Lernen ist, ist eine empirische Frage.
I 324
Sprachlernen: behavioristisch/Quine: Konditionierung, Assoziation - ChomskyVsQuine: zusätzlich Prinzipien, nur so unendlich viele Sätze erklärbar.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 21 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsGoodman Goodman Vs Carnap, R.
 
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II 67
GoodmanVsCarnap/Reduktionssätze: ziemlich abwegig, das Ganze, nach meiner Auffassung hat die Philosophie die Aufgabe, die Wissenschaft- (und die Alltagssprache) zu explizieren, nicht zu beschreiben. Die Explikation (>Explikation, Quine) muß auf die vorsystematische Verwendung der Ausdrücke Rücksicht nehemn, braucht sich aber nicht an dei Reihenfolge zu halten. Es geht vor allem um Saprsamkeit und vereinheitlichung. - - -
Schurz I 219
glau/grot/rün/Goodman/Schurz: logische Form: (B: beobachtet. G*: grot) G*: ‹› ((Bxt0 > Gx) u (~Bxt0 > Rx)).
Sa: Smaragd.
Stichprobe: {a:1 ‹ i ‹ n}
Dann sind die Behauptungen
Sai u Bat0 u Gai und
Sai u Bat0 u G*ai
Definitorisch äquivalent.
Wenden wir den induktiven Verallgemeinerungsschluss sowohl für "grün" als auch für "grot" an, so ergibt unser Sample die beiden Allhypothesen
H:= "Alle Smaragde sind grün" und
H*: = "Alle Smaragde sind grot".
Problem: H und H* implizieren aber für alle nicht vor t0 beobachteten Smaragde widersprüchliche Prognosen (grün kontra rot).
Schurz: zu subjektiv induktiven Vertauschbarkeitsannahmen besteht folgender Zusammenhang: für reguläre Wahrscheinlichkeits Funktionen kann die Vertauschbarkeitsannahme nicht zugleich für ein Prädikat (Gx) und sein pathologisches Gegenstück (G*) Geltung besitzen.
Frage: nach welchen Kriterien sollen wir entscheiden, welche Prädikate wir als vertauschbar bzw. induktiv projizierbar ansehen? Viele Kriterien wurden vorgeschlagen und erwiesen sich als untauglich.
Carnap: (1947,146, 1976, 211): These: nur qualitative Prädikate sind induzierbar (projizierbar) „glau“ ist ein
Def „positionales“ Prädikat/Carnap, d.h. ein Prädikat, das in seiner Definition auf den Zeitpunkt t0 Bezug nimmt. Bsp glau.
Def qualitatives Prädikat/Carnap: hat keinen definitorischen Bezug auf Individuenkonstanten.
GoodmanVsCarnap: (Goodman 1955/75, 105): Problem der Sprachabhängigkeit (sic: Abhängigkeit): durch wechselseitige Umdefinition kann man von unserer Sprache (mit "grün" und "rot") zu einer in ihrer Ausdrucksstärke äquivalenten Sprache übergehen, in der "grot" und "rün" (G*x, R*x) als Grundbegriffe (Grundprädikate) fungieren:
Umdefinition/Sprachabhängigkeit/logische Form:
Sprache L (Gx,Rx primitiv) Sprache L* (G*x, R*x primitiv)
Definitionen in L Definitionen in L*
G*x: ‹› ((Bxt0 > Gx) u (~Bxt0 › Rx)) Gx: ‹› ((Bxt0 › G*x) u (~Bxt0 › R*x))
R*x: ‹› ((Bxt0 › Rx) u (~Bxt0 › Gx)) Rx: ‹› ((Bxt0 > R*x) u (~Bxt0 › G*x)).
Lösung/Schurz: man kann zwischen qualitativen und positionalen Prädikaten sprachunabhängig in Bezug auf ostensive Erlernbarkeit unterscheiden!
I 220
GoodmanVsInduktion/Schurz: damit ist aber noch nicht beantwortet, warum sich Induktion auf qualitative und nicht auf positionale Prädikate stützen soll. Induktion besteht darin, bisher als konstant beobachtete Muster in die Zukunft zu verlängern. Um Induktionsregeln sinnvoll formulieren zu können, müssen wir wissen, was konstant blieb! Und das hängt von den qualitativen Merkmalen ab. Positionale Merkmale sind Pseudomerkmale.
Pointe: dass Individuen "konstant" "grot" sind heißt, dass sie zu t0 ihre Farbe von grün nach Rot verändern.
In diesem Fall haben wir "Antiinduktion" und nicht Induktion betrieben. Das ist der Grund, warum wir (mit Carnap) für Induktionsregeln Grundprädikate für qualitative und nicht positionale Merkmale haben.
- - -
Stegmüller IV 30
Wittgenstein/Stegmüller: (BMG § 3/Bemerk. Grundl. der Mathematik): "Wie weiß ich, dass ich im Verfolgen der Reihe +2 schreiben muss "20.004, 20.006" und nicht "20.004, 20.008"?
IV 31
"Wie weiß ich, dass diese Farbe "rot" ist?" Kripke: das Grundproblem der Mathematik ist mit dem Grundproblem der Empfindungssprache identisch.
glau/CarnapVsGoodman: "rot" usw sind rein qualitative Prädikate,
Goodmans "glau" usw. sind positionale Prädikate.
glau/GoodmanVsCarnap: die Unterscheidung qualitativ/positional ist auf eine jeweilige Basissprache zu relativieren.
Diese könnte auch grot/rün als Basisprädikate enthalten, dann müssten "rot" und "grün" in Bezug auf einen Zeitpunkt interpretiert werden!
IV 32
Dann sind die Zuschreibungen "qualitativ"/"positional" vertauscht!

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
VsGoodman Quine Vs Carnap, R.
 
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Willard V. O. Quine
Carnap VII 151
intensionalistische These der Pragmatik/CarnapVsQuine: die Bestimmung der Intension ist eine empirische Hypothese, die durch Beobachtung der Sprachgewohnheiten überprüft werden kann.extensionalistische These/QuineVsCarnap: die Bestimmung der Intension ist letztlich eine Geschmacksfrage, der Linguist ist frei, weil es nicht überprüft werden kann. Dann stellt sich aber auch nicht die Frage nach der Wahrheit und Falschheit. Quine: das fertiggestellt Lexikon ist ex pede Herculem d.h. wir riskieren einen Irrtum, wenn wir am Fußende beginnen. Aber wir können daraus einen Vorteil ziehen! (?)
Wenn wir im Fall des Lexikons hingegen (?) eine Definition der Synonymität hinauszögern, taucht kein Problem auf, als nichts für Lexikographen, das wahr oder falsch wäre.
VII 154
Intension/Carnap: wesentliche Aufgabe: herauszufinden, welche Variationen eines gegebenen Exemplar in verschiedener Hinsicht (z.B. Größe, Gestalt, Farbe) im Bereich des Prädikats zugelassen sind. Intension: kann als Bereich des Prädikats definiert werden.
QuineVsCarnap: könnte antworten, daß der Mann auf der Straße nicht willens sei, etwas über nichtexistierende Gegenstände zu sagen.
VII 155
CarnapVsQuine: die Prüfungen, die die Intensionen betreffen, sind von Existenzfragen unabhängig. Der Mann auf der Straße ist sehr wohl imstande, Fragen in Bezug auf angenommene kontrafaktische Situationen zu verstehen.
Lanz I 271
QuineVsCarnap: Kritik an der Unterscheidung analytisch/synthetisch. Diese Unterscheidung war für den logischen Empirismus wichtig, weil sie ein Verständnis der Philosophie ermöglicht, das der Philosophie eine selbständige Aufgabe zuweist, die klar von derjenigen der empirischen Wissenschaften verschieden ist! Quine untergräbt diese Voraussetzung: das Los von Begriffen ist nicht unabhängig von ihrem Gebrauch in empirischen Theorien!
I 272
Es gibt keine begrifflichen Wahrheiten, die immun wären gegenüber dem Wandel solcher Theorien. Philosophie und Wissenschaften liegen auf ein und denselben Kontinuum. - - -
Newen I 123
Quine/Newen: steht wie Carnap im Geist des Empirismus, hat diesen aber radikal modifiziert.
I 124
Gedanke/Frege: nichtreduzierbar. Gedanke/QuineVsFrege: strebt eine reduktive Erläuterung von Satzinhalten an(wie Carnap).
Basis/QuineVsCarnap: nicht individuelle Sinnesdaten, sondern objektiv beschreibbare Reize.
Satzbedeutung/Quine/Newen: ist durch zwei mengen bestimmt:
1. die Menge der Reize, die zu Zustimmung führt
2. die Menge der reize, die zu Ablehnung führt.
Das gilt aber nur für Gelegenheitssätze.
I 125
Def kognitiv äquivalent/Quine/Newen: = bedeutungsgleich: sind zwei Sätze, wenn sie das gleiche Zustimmungs- bzw. Abbildungsverhalten nach sich ziehen. Für die gesamte Sprache: wenn das für alle Sprecher gilt.
QuineVsCarnap: Sätze haben Vorrang vor Worten.
- - -
Quine I 73
QuineVsCarnap: Unterschiede zu Carnaps empirischer Semantik: Carnap schlägt vor, Bedeutung zu erkunden, indem man die Versuchsperson fragt, ob sie ihn unter verschiedenen vorgestellten Umständen die ihr beschrieben werden, anwenden würde. Vorteil: Gegensätze von Termini wie "Kobold" und "Einhorn" werden bewahrt, auch wenn es in der Welt an Beispielen fehlt, die dergestalt voneinander abstechen können.
I 74
Quine: denselben Vorteil weist die Reizbedeutung auf, da es Reizmuster gibt, die zur Zustimmung zur Frage "Einhorn?" veranlassen würden, nicht aber zu "Kobold?" QuineVsCarnap Carnaps Ansatz setzt Entscheidungen darüber voraus, welche Beschreibungen imaginärer Zustände zulässig sind. So wäre z.B. "Einhorn" in Beschreibungen zur Sondierung der Bedeutung von "Einhorn" unerwünscht. Unterschied:
Quine schränkt den Gebrauch unerfüllter Konditionalsätze auf den Forscher ein, Carnap lässt seinen Forscher solche Urteile dem Gewährsmann selbst zur Beurteilung vorlegen. Reizbedeutung kann schon in den ersten Stadien der radikalen Übersetzung ermittelt werden, wo Carnaps Fragebogen noch gar nicht zur Verfügung steht.
Quine: Theorie hat in erster Linie mit Sätzen,
Carnap: mit Termini zu tun.
- - -
I 466
Carnap vertritt schon lange die Ansicht, dass die echten Probleme der Philosophie sprachlich sind. Pragmatische Fragen, die unser Sprachverhalten betreffen, nicht Gegenstände. Warum sollte dies nicht auf theoretische Fragen allgemein zutreffen?
I 467
Das geht Hand in Hand mit dem Analytizitätsbegriff.(§ 14) Schließlich lassen sich die theoretischen Sätze im allgemeinen nur pragmatisch rechtfertigen. QuineVsCarnap: Wie kann Carnap da eine Linie ziehen und behaupten, für gewisse Bereiche gälte das nicht?
Dennoch merken wir, dass es einen Übergang von Aussagen über Gegenstände zu Aussagen über Wörter gibt, wenn wir etwa von Fragen über die Existenz von Einhörnern zu Fragen über die Existenz von Punkten und Kilometern Klassen übergehen.

Durch das vielgebrauchte Verfahren des "semantischen Aufstiegs": der Übergang von Aussagen über Kilometer zu Aussagen über "Kilometer". Von der inhaltlichen zur formalen Redeweise. Es ist der Übergang von der Rede in bestimmten Begriffen zur Rede über diese Begriffe.
Es ist genau der Übergang, von dem Carnap meint, er entkleide philosophische Fragen ihres trügerischen Scheins und lasse sie in ihrer wahren Gestalt hervortreten.
QuineVsCarnap: diesen Teil akzeptiere ich jedoch nicht. Der semantische Aufstieg, von dem ich spreche, lässt sich überall anwenden. (Carnap: "inhaltlich" kann man auch "material" nennen.)
Bsp Wenn es darauf ankäme, ließe sich der Satz "In Tasmanien gibt es Wombats" so paraphrasieren: ""Wombat" trifft auf einige Lebewesen in Tasmanien zu".
- - -
IV 404
Carnap/(logische Partikel): (»Der logische Aufbau der Welt«): These: es ist grundsätzlich möglich, alle Begriffe auf das unmittelbar Gegebene zurückzuführen. QuineVsCarnap: das ist zu reduktionistisch: Dispositionsbegriffe wie »löslich« können nicht so definiert werden. (Von Carnap selbst später erkannt).
IV 416
QuineVsCarnap: Wozu all die erfinderischen Rekonstruktionen? Letztlich sind Sinnesreizungen das einzige, was wir haben. Wir müssen ermitteln, wie daraus das Bild der Welt konstruiert wird. Warum sich nicht mit Psychologie begnügen? - - -
V 28
Disposition/Quine: Problem: die Angewiesenheit auf gewisse ceteris paribus Klauseln. Mögliche Störungen müssen ausgeschaltet sein. Lösung: einige Autoren: (z.B. Chomsky) Rückzug auf Wahrscheinlichkeiten.
V 29
Carnap: statt Wahrscheinlichkeit: Reduktionssätze als Idealisierungen aufgefasst, an denen Korrekturen stattfinden. Diese Korrekturen fasst Carnap als Umdefinitionen auf, d.h. sie führen zu analytischen Sätzen, die aus der Bedeutung wahr sind.
QuineVsCarnap: ich mache keine Unterscheidung zwischen analytischen und anderen Sätzen.
V 30
Reflexe/Holt/Quine: später konditionierte sind nicht grundsätzlich verschieden von angeborenen. Sie bestehen aus Nervenbahnen mit verringertem Widerstand. Quine: so kann man Dispo auch als diese Bahn selbst auffassen! ((s) Also quasi körperlich. Eben als physikalischen Zustand.)
Disposition/GoodmanVsQuine: ein Dispositionsausdruck ist ein Wechsel auf eine schließlich mechanische Beschreibung und daher zirkulär. Die mechanistischen Termini werden letztlich implizit Dispositionstermini sein.
QuineVsGoodman/QuineVsCarnap: ich bin, anders als die beiden, mit einem theoretischen Wortschatz zufrieden, von dem einige physikalische Grundprädikate zunächst mit Hilfe der Dispo Redeweise gelernt wurden. (Heuristische Rolle).
- - -
VII 40
Seine Arbeit ist aber immer noch nur ein Fragment des ganzen Programms. Seine Raum Zeit Punkt Quadrupel setzen eine bewegungsarme Welt voraus ("laziest world"). Prinzip der geringsten Bewegung, soll der Leitfaden für eine Konstruktion einer Welt aus der Erfahrung sein.
QuineVsCarnap: er schien nicht zu bemerken, dass es seiner Behandlung physikalischer Objekte an Reduktion mangelte! Die Quadrupel maximieren und minimieren gewisse allgemeine Eigenschaften (over all features) und mit zunehmender Erfahrung werden die Wahrheitswerte im selben Sinn revidiert.
- - -
X 127
Logische Wahrheit/Carnap: These: nur die Sprache und nicht die Beschaffenheit der Welt macht sie wahr. Wahrheit/logische Wahrheit/QuineVsCarnap: ist keine rein linguistische Sache.
Logik/QuineVsCarnap: die beiden Zusammenbrüche, die wir gerade gesehen haben, ähneln sich in Form und Wirkung:
1. Die Logik ist wahr aufgrund der Sprache nur insofern, als sie trivialerweise wahr aufgrund von allem und jedem ist.
2. Die Logik ist untrennbar von der Übersetzung nur insofern, als alles Evidente von der Übersetzung untrennbar ist.
Logik/Sprache/Quine: für die linguistische These scheint der semantische Aufstieg zu sprechen.
QuineVs: das Prädikat „wahr“ (W Prädikat) ist schon vorhanden und hilft gerade, die Logik von der Sprache zu trennen, indem es auf die Welt zeigt.
Logik: spricht zwar viel von Sprache, ist aber auf die Welt und nicht auf die Sprache orientiert. Das wird vom W Prädikat bewirkt.
X 133
Wir lernen die Logik, indem wir die Sprache lernen. VsCarnap: das unterschiedet aber die Logik nicht von anderen Gebieten des Alltagswissens!
- - -
XI 99
QuineVsProtokollsatz/QuineVsCarnap/Lauener: beschreibt private, nicht öffentlich zugängliche eigenpsychische Erlebnisse.
XI 129
Intension/Carnap/Lauener: (Meaning and Necessity): versucht Intensionen einzuführen, ohne sich dadurch in eine Metaphysik zu verwickeln. QuineVsCarnap: man kann nicht die Vorteile einer Theorie genießen, ohne die ontologische Rechnung zu begleichen. Daher müssen die angenommenen Gegenstände Werte der Variablen sein.
Eine andere Art wäre zu sagen, dass bestimmte Prädikate zutreffen müssen, damit die Theorie wahr wird. Aber das heißt so viel wie dass es die Gegenstände sind, die Werte der Variablen sein müssen.
Auf jeden Wert trifft ein Prädikat oder dessen Negation zu. ((s) >durchgängige Bestimmung).
XI 130
Umgekehrt ist alles, worauf ein Prädikat zutrifft, ein Wert einer Variablen. Denn ein Prädikat ist ein offener Satz.
XI 138
Ontologie/Carnap/Lauener: Bsp „x ist ein Ding“: auf höherer Allgemeinheitsstufe beziehen sich Existenzannahmen nicht mehr auf die Welt, sondern nur noch auf die Wahl eines geeigneten sprachlichen Rahmenwerks. QuineVsCarnap: das ist bloß ein gradueller Unterschied.
XI 142
Ontologie/Carnap/Lauener: (vorübergehend vertreten): These: philosophische Fragen sind immer Fragen nach dem Sprachgebrauch. semantischer Aufstieg/QuineVsCarnap: dieser darf nicht für ontologische Ausweichmanöver missbraucht werden.
XI 150
Ding/Gegenstand/Carnap/Lauener: Dinge anzunehmen bedeutet nur die Wahl einer gewissen Sprache. Es heißt nicht, an diese Dinge zu glauben.
XI 151
CarnapVsQuine: sein Existenz Kriterium (Wert einer gebunden Variablen zu sein) hat insofern keine tiefere Bedeutung, als darin nur eine Sprachwahl zum Ausdruck kommt. QuineVsCarnap: Sprache und Theorie können nicht so getrennt werden. Wissenschaft ist die Fortsetzung unserer täglichen Praxis.
- - -
XII 69
QuineVsCarnap/QuineVsAllwörter: es wird nicht gesagt, worin das Merkmal für den Geltungsbereich genau besteht. ontologische Relativität/QuineVsCarnap: lässt sich nicht durch interne/externe Frage-, Allwörter oder universelle Prädikate erhellen. Sie hat nichts mit universellen Prädikaten zu tun. Die Fragen nach einer absoluten Ontologie sind sinnlos. Dass sie in Bezug auf einen Rahmen sinnvoll sind, liegt im allgemeinen nicht daran, dass die Rahmentheorie einen umfassenderen Bereich hat.
absolute Ontologie/Quine: was sie sinnlos macht, ist nicht ihre Universalität sondern ihre Zirkularität.
Bsp „Was ist ein F?“ kann nur im Rückgriff auf einen weiteren Term beantwortet werden: „Ein F ist ein G“.
- - -
XII 89
Erkenntnistheorie/Geltung/Gültigkeit/QuineVsCarnap: Humes Problem (allg. Aussagen + Aussagen über Zukunft sind ungewiss, wenn als über Sinnesdaten oder Sinneseindrücke verstanden) ist bis heute ungelöst. Carnap/Quine: seine Konstruktionen hätten ermöglicht, alle Sätze über die Welt in Sinnesdaten bzw. Beobachtungsbegriffe plus Logik und Mengenlehre zu übersetzen.
XII 90
QuineVsCarnap: die bloße Tatsache, dass ein Satz mit logischen, mengentheoretischen und Beobachtungstermen ausgedrückt ist, bedeutet nicht, dass er sich mit logischen und mengentheoretischen Mitteln aus Beobachtungssätzen beweisen ließe. ((s) Ausdrucksmittel sind keine Beweismittel. (innen/außen, Ebene, Zirkel).)
Erkenntnistheorie/Quine: Pointe: die Wahrheiten über die Natur mit der vollen Autorität der unmittelbaren Erfahrung ausstatten zu wollen, ist ebenso zum Scheitern verurteil wie die Rückführung der Wahrheiten der Mathematik auf die potentielle Einsichtigkeit der elementaren Logik.
XII 91
Carnap/QuineVsCarnap: wenn Carnap seine Konstruktion erfolgreich durchgeführt hätte, wie hätte er wissen können, ob es die richtige ist? Die Frage wäre leer gewesen! Jede wäre befriedigend erschienen, wenn sie nur die physikalischen Aussagen richtig dargestellt hätte. Das ist die rationale Rekonstruktion.
Def rationale Rekonstruktion/Carnap/Quine: Konstruktion physikalistischer Aussagen aus Beobachtungsbegriffen, logischen und mengentheoretischen Begriffen.
QuineVsCarnap: Problem: wenn das erfolgreich gewesen wäre, hätte es viele solche Konstruktionen gegeben und jede wäre gleich befriedigend erschienen, wenn sie nur die physikalistischen Aussagen richtig dargestellt hätte. Aber jede wäre auch eine große Errungenschaft gewesen.
XII 92
QuineVsCarnap: leider liefert der „Aufbau“ keine Reduktion qua Übersetzung die die physikalistischen Begriffe überflüssig machen würde. Das würde er nicht einmal, wenn seine Skizze ausgearbeitet würde. Problem: die Stelle wo Carnap erklärt, wie den Orten im physikalischen Raum und physikalischen Zeit Sinnesqualitäten zuzuordnen seien.
Das bietet aber keinen Schlüssel für die Übersetzung wissenschaftlicher Sätze in solche, die aus logischen, mengentheoretischen und beobachtungsbegriffen gebildet sind.
CarnapVsCarnap: später: („Testability and Meaning“, 1936): Reduktionssätze statt Definitionen.
XII 94
Empirismus/QuineVsCarnap: der Empirismus hat 1. aufgegeben, die Wahrheit über die Natur aus der Sinneserfahrung zu deduzieren. Damit hat er ein wesentlichen Zugeständnis gemacht.
2. hat er die rationale Rekonstruktion aufgegeben, d.h. den Versuch, diese Wahrheiten in Beobachtungsbegriffe und logisch mathematische Hilfsmittel zu übersetzen.
QuineVsPeirce: Angenommen, wir meinten, dass die Bedeutung einer Aussage in dem Unterschied besteht, den ihre Wahrheit für die Erfahrung macht. Könnten wir dann nicht in einem seitenlangen Satz der Beobachtungssprache alle Unterschiede formulieren, die die Wahrheit ausmachen könnte, und könnten wir dies dann nicht als Übersetzung betrachten?
Problem: diese Beschreibung könnte unendlich lang sein, sie könnte dann aber auch in einer unendlichen Axiomatisierung eingefangen werden.
Pointe: damit gibt der Empirist die Hoffnung auf, dass sich die empirische Bedeutung typischer Aussagen über die Realität sich ausdrücken lässt.
Quine: das Problem ist nicht eine zu hohe Komplexität für eine endliche Axiomatisierung, sondern der Holismus:
XII 95
Bedeutung/QuineVsPeirce: was normalerweise Erfahrungsimplikationen hat („Unterschied für die Erfahrung“) betrifft nur Theorien als ganze, nicht einzelne Erfahrungssätze. QuineVsCarnap: auch der „Aufbau“ müsste einer sein, in dem die Texte, in die logisch mathematische Beobachtungsbegriffe übersetzt werden sollen, ganze Theorien und nicht bloß Terme oder kurze Sätze sind.
rationale Rekonstruktion/QuineVsCarnap: wäre eine merkwürdige „Übersetzung“: sie würde das ganze (ganze Theorien) aber nicht die Teile übersetzen!
Statt von „Übersetzung“ sollten wir einfach von Beobachtungsgrundlagen von Theorien sprechen.
pro Peirce: das können wir dann sehr wohl die empirische Bedeutung der Theorien nennen. ((s) Das Zuordnen ganzer Theorien zu Beobachtungen).

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003
VsGoodman Newen Vs Carnap, R.
 
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New I 115
Wissenschaft/Carnap/Newen: These: hat es nur mit Relationen zu tun ((s) extrinsische Eigenschaften, keine intrinsischen). Wissenschaftliche Aussagen sind reine Strukturaussagen. Bsp Eisenbahnnetz (U-Bahnplan, U-Bahn-Netz):
Strukturbeschreibung/Carnap/Newen: verwendet keine Namen für Orte.
Lösung: Identifikation der Orte durch Anzahl der Verbindungen, bei gleicher Anzahl die Verbindungen der nächsten Nachbarorte usw. Wahrscheinlich lässt sich so schon ein sehr komplexes Netz durch Betrachtung der unmittelbaren Nachbarstationen eindeutig beschreiben.
I 116
Sollten wider Erwarten zwei Knoten sich nicht durch die Anzahl der Verbindungen unterscheiden lassen, so sind sie auch wissenschaftlich ununterscheidbar! VsCarnap/Newen: es werden immer nur Relationen in Bezug auf ein Gegenstandsgebiet ((s) Parameter) berücksichtigt.
Problem: dann sind alle strukturgleichen Netze wissenschaftlich eins zu eins aufeinander abbildbar. Bsp ein Eisenbahnnetz könnte zufällig die Blutbahnen in einem Organismus abbilden.
Relevanz/CarnapVsVs: wissenschaftliche Unterschiede würden sich in Unterschieden der relevanten Relationen manifestieren.
VsCarnap: es gibt keinen absoluten Begriff relevanter Relationen.
I 117
VCarnap: es ist umstritten, ob man die Welt ohne nichtreduzierbare intrinsische Eigenschaften beschreiben kann. Konstitutionssystem/Carnap/Newen: Bsp
1. Aussagen über das eigene Bewusstsein
2. Aussagen über de Welt physikalischer Objekte
3. über das Bewusstsein anderer Personen
4.über geistig-kulturelle Gegenstände.
Elementarerlebnis/Carnap/Newen: ist der Gesamtinhalt dessen, was einem Bewusstsein in einem Augenblick gegeben ist.
I 118
Die Eindrücke sämtlicher Sinne nebst Erinnerungen, Gefühlen usw. Grundbeziehung der Erlebnisse: die Ähnlichkeitserinnerung.
Empirische Aussagen/Carnap: sind letztlich sehr komplexe Aussagen über Ähnlichkeitserinnerungen.
Def Quasianalyse/Carnap/Newen: ist der Weg zu geeigneten Definitionen. Aus Elementarerlebnissen werden Quasigegenstände konstituiert. Alle Alltagsgegenstände werden als Quasigegenstände aufgefasst.
Elementarerlebnisse (= Knoten im Netz). Relation: Ähnlichkeitserinnerung. Bsp Farben: hier werden z.B. 5 Gegenstände aufgrund von Farbähnlichkeit in Beziehung gesetzt.
I 119
Def Farbe/Carnap/Newen: die größte Menge von Elementarerlebnissen, die miteinander farbgleich sind. Quasieigenschaft/Carnap/Newen: das, was aus einer Quasianalyse hervorgeht, z.B. die Quasieigenschaft, eine bestimmte Farbe zu haben, z.B. rot zu sein.
Rationale Rekonstruktion/Carnap/Newen: diese systematische Ableitung aller Erkenntnisse aus Basiselementen ist nicht unbedingt psychologisch adäquat. Es geht nicht um Synthesen und Formungen, wie sie im wirklichen Erkenntnisprozess vorliegen, sondern eben um rationale Rekonstruktion.
VsCarnap/Newen: Problem: es kann mehrere gleichberechtigte Quasianalysen bei einer Verteilung geben:
I 120
(aus Mormann Rudolf Carnap S. 100): T: 1. A 2. ABC 3. C 4.ABD 5.BCE 6.D 7.DE 8.E
T* 1. A 2. BC 3. C 4.AB*D 5.B*CE 6.D 7.DB*E 8.E

Beide Reihen liefern dieselben strukturellen Farbverwandtschaften, weil B und B* symmetrische Rollen spielen. Außerdem sind A und D sowie C und E strukturell austauschbar. D.h. tauscht man sie aus, ist das Elementarerlebnis 2 in T* Strukturgleich mit dem Nr. 7 in T usw.
Pointe: trotz Strukturgleichheit sind T und T* wesentlich verschieden, weil die Elementarerlebnisse unterschiedliche Eigenschaften haben: nach Theorie T hat 2 die Farben A, B und C, nach T* nur A und C.
Problem: Carnap vernachlässigt das
GoodmanVsCarnap: damit scheitert die Quasianalyse grundsätzlich.
NewenVsGoodman: das ist umstritten.
I 121
Carnap/Newen: seine Theorie ist solipsistisch; sie geht von einem Subjekt und seinen Erlebnissen (mentalen Zuständen) aus. Bewusstsein/NewenVsCarnap: Bewusstsein können wir so nur ohne Interaktion und radikale Verschiedenheit darstellen. Die Welt des anderen kann nur als Teil meiner Welt berücksichtigt werden.
NewenVsCarnap: seine Theorie kann nur gelingen, wenn ein nichtsolipsistischer Ansatz gewählt wird.
- - -
NS I 30
CarnapVsFrege/CarnapVsPlatonismus: kein platonisches Reich von Gedanken. VsCarnap/VsMöWe-Semantik/Vs Semantik möglicher Welten: zwei Probleme:
1. Problem der leeren Namen.
a) wie können sie sinnvoll in einem Satz gebraucht werden
b) wie können verschiedene leere Namen unterschieden werden?
2. Problem:
Def Hyperintensionalität/Newen/Schrenk: notwendig wahre Sätze sind in genau denselben Mengen von möglichen Welten (MöWe) wahr (nämlich in allen). Daher können sie durch die MöWe-Semantik nicht unterschieden werden. Ihr unterschiedlicher Gehalt kann nicht durch die Intension erfasst werden, wenn die Intension mit Mengen von MöWe gleichgesetzt wird, in denen der Satz wahr ist.
- - -
NS I 101
Sinn/Namen/Frege: These: der Sinn eines Namens wird durch die Kennzeichnung ausgedrückt. Das ist die sogenannte Kennzeichnungstheorie, eine einfache Variante der Beschreibungstheorie.
NS I 102
Referenz/Namen/Frege: ebenfalls durch Hinweise auf Kennzeichnung: die Kennzeichnung, deren Sinn der Beitrag eines Namens zum ausgedrückten Gedanken ist, legt auch das Objekt fest. Namen/Carnap/Newen/Schrenk: wie Frege.
VsFrege/VsCarnap: beide haben das Problem, dass nicht klar ist, welcher Individualbegriff mit einem Namen assoziiert wird. Verschiedene Sprecher könnten verschiedene Kennzeichnungen mit einem Namen verbinden, so dass Kommunikation rätselhaft bleibt.
Lösung: Searle: Bündeltheorie.

New I
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005
VsGoodman Putnam Vs Davidson, D.
 
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McDowell I 177
PutnamVsDavidson: wenn die Ursache-Wirkungs-Beschreibung komplett ist, dann können die Geräusche, die wir äußern, keineswegs mehr sein, als bloßer "Ausdruck unserer Subjektivität". - - -
Putnam III 154
Unverträglichkeit/Sprache/Theorien: (finden Goodman und Davidson so spannend): Punkt,Linie, Grenze usw. werden in den Versionen verschieden verwendet. Bsp " Punkte sind konvergierende Mengen konzentrischer Kugeln ". Unvereinbar mit dem Satz: "Punkte sind keine Mengen, sondern Individuen". Putnam: Das wäre aber allzu einfach! Goodman folgert, entweder es gebe gar keine Welt, oder wir lebten in mehr als einer.
Davidson: das eigentlich anerkannte Phänomen der äquivalente Beschreibungen beinhalte irgendwie einen logischen Widerspruch.
PutnamVsGoodman, PutnamVsDavidson: wir sollten schlicht den Gedanken fallen lassen, die oben erörterten Sätze bewahrten ihre so genannte "Bedeutung" wenn wir von einer Versionen zur anderen übergehen.
- - -
Putnam I 263
PutnamVsGoodman/PutnamVsDavidson: Bsp Punkt: wir sollten einfach die Vorstellung aufgeben, dass die verschiedenen Sätze über einen Punkt als konzentrische geschrumpfte Sphäre oder als Raumteil etwas bewahren, was ihre "Bedeutung" genannt wird, wenn wir von einer Version zur anderen übergehen. Gebrauchstheorie/Putnam: hier muss gar nicht entschieden werden, ob eines solche Änderung des Gebrauchs eine Änderung der Bedeutung ist!
((s) Bsp Sinus in der Analysis bzw. in der elementaren Trigonometrie. Kursbuch 8 S 80, Waismann).

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

MD I
J. McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001
VsGoodman Armstrong Vs Goodman, N.
 
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Arm III 58
Vsglau/VsGoodman: man hat eingewandt, daß "glau" einen wesentlichen Bezug auf den Zeitpunkt t hat, was grün nicht hat. GoodmanVs: das kann hier nicht dargestellt werden. Armstrong: wenn es ein rein formales Argument in Bezug auf logischen Möglichkeit ist, dann muss es irrelevant sein: die beobachteten Smaragde sind grün. Die beobachteten Smaragde sind glau. Die Mathematik ist dieselbe.

RegularitätstheorieVs glau/Armstrong: die Regth müßte sich hier verfeinern, um pathologische Prädikate wie glau auszusortieren. Armstrong: aber dazu braucht sie meiner Meinung nach Universalien.
Arm II 5
Dispositionen/Eigenschaften/Goodman: mehr Eig als wir normalerweise denken, sind dispositional. Bsp zu sagen, daß etwas hart ist, ist genauso eine Aussage über Potentialität wie zu sagen, daß es biegsam ist. Bsp Farbe Rot: Eig, das Licht unter bestimmten Bedingungen zu reflektieren! nicht-disp Eig/Goodman: Bsp solche, die Ereignisse beschreiben: die Manifestationen der Dispo, das Brechen, Biegen, Auflösen.
VsGoodman: Problem: gerade das anzunehmen hat die Konsequenz, daß es keinen Sinn mach, eine Dispo zuzuschreiben, die keine Manifestation hat.
Mellor: Bsp dann muß man es als eine Absurdität betrachten, daß die Sicherheitsvorschriften eines Kernkraftwerks auf der bekannten Dispo beruht, zu explodieren, die diese Vorschriften verhindern sollen.
II 6
Absurd wäre es dann anzunehmen, dass die Vorkehrungen keine Basis haben, solange sie nicht fehlschlagen.
Arm II 65
Gesetzesaussage/Goodman: universal quantifizierte Dispositionsaussagen (universale kontrafaktische Konditionale) sind nur für die Zeitspanne (Periode) notwendig, wo die Dispo überhaupt gefordert ist. ArmstrongVsGoodman: (wie common sense) Gesetzesaussage darf nicht zeitlich begrenzt sein.

AR II = Disp
D. M. Armstrong

In
Dispositions, Tim Crane, London New York 1996

AR III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
VsGoodman Chomsky Vs Goodman, N.
 
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I 287
Sprachlernen/Goodman: Zweitsprache nicht problematisch, weil der Erwerb der Erstsprache der Erwerb eines "sekundären Symbolsystems" ist. ChomskyVsGoodman: das könnte einiges Gewicht haben, wenn es sich zeigen ließe. (Z.B. für die Unterscheidung von OS und TS).
Aber wir haben keine empirischen Hinweise.
I 288
ChomskyVsGoodman: Erwerb von Erst und Zweitsprache: Fehlschluß: wenn wir die Zweitsprache anhand von Erklärungen aus der Erstsprache leichter lernen, hätten wir zum Erwerb der Erstsprache (der besonders leicht von statten geht) eine Sprache vor der Erstsprache erwerben müssen. (Regreß). Goodman: Erwerb der Erstsprache sei Erwerb eines "sekundären Symbolsystems" und daher dem Erwerb der Zweitsprache entsprechend.
ChomskyVs: die primären Symbolsysteme, die er im Sinn hat, sind rudimentär und können nicht in derselben Weise verwendet werden, wie eine Erstsprache beim Erwerb der Zweitsprache.
GoodmanVsChomsky: seine Thesen können nicht überprüft werden, weil wir keine Beispiele für "schlechte Sprachen" haben.
I 289
ChomskyVsGoodman: es gibt Dutzende von Büchern in denen Eigenschaften einer universalen Grammatik formuliert und deren empirische Konsequenzen überprüft werden, wobei jede solche Eigenschaft "schlechte" Sprachen spezifiziert.
I 290
Glau/ChomskyVsGoodman: betrifft mehr ein Randproblem. Die Ausgangsfrage ist zu vage. Man kann problemlos eine Eigenschaft, sogar eine ziemlich generelle, der Sprache "Grotrün" finden, die nicht Eigenschaft einer "Sprache wie Deutsch" ist.
Bsp Chomsky: das Prädikat "sich gleichen" (Structure of Appearance") nur eben auf Objekte anstatt auf Qualia angewandt.
Nun hat die Sprache Grotrün die seltsame Eigenschaft: "Wenn ein Gegenstand A vor t und ein Gegenstand B nach t untersucht werden und wenn von beiden festgestellt wird, daß sie grot (oder rün) sind, dann wissen wir, daß sie sich nicht gleichen.
Es gibt aber kein t derart, daß wir von diesen Gegenständen vorhersagen könnten, daß sie sich nicht gleichen werden. Sie genauso gut könnten sie sich gleichen, wenn beide grün (oder rot) sind.
Chomsky: es ist nun zweifellos eine generelle Eigenschaft natürlicher Sprachen, daß sie sich eher wie Deutsch als wie "Grotrün" verhalten.
So besteht also keine Schwierigkeit, eine Unterscheidung zwischen solchen Sprachen wie Grotrün und solchen wie Deutsch aufzustellen.
Das würde Goodman natürlich nicht genügen, weil man immer noch raffiniertere Bsp konstruieren könnte.
Solange es nur um vage Begriffe wie "Wie Deutsch" oder "Wie Grotrün" geht, ist Goodmans Forderung unmöglich zu erfüllen.
I 291
ChomskyVsGoodman: es ist vielleicht für Induktion, aber nicht für Linguistik relevant, genausowenig wie für jede andere Wissenschaft, etwa für die Frage, warum Embryos innerhalb eines gegebenen Rahmens von Bedingungen Arme und keine Flügel bekommt. (s) deswegen irrelevant, weil einmal begrifflich, einmal empirisch.
Chomsky: damit können wir über überhaupt nicht erklären, warum der Lernende nicht grot als Generalisierungsbasis erwirbt. Zweifellos folgt das aus bestimmten Eigenschaften des sensorischen Systems.
angeborene Ideen/ChomskyVsGoodman: es scheint mir nicht unverständlich, daß irgendein Aspekt des "Endzustandes" eines Organismus oder Automaten auch ein Aspekt seines "Anfangszustandes" sein soll. Und zwar vor jeglicher Interaktion mit seiner Umgebung!
I 292
angeborene Ideen/ChomskyVsGoodman: in seinem Aufsatz gibt Goodman wenigstens einmal zu, daß der Geist in irgendeinem Sinn Ideen enthält. Dann ist es offensichtlich nicht unverständlich, daß einige dieser Ideen dem Geist "als ursprüngliche Ausstattung eingepflanzt" sind.

Cho I
N. Chomsky
Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978

Cho II
N. Chomsky
Language and Mind Cambridge 2006
VsGoodman Danto Vs Goodman, N.
 
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I 128
Goodman: »primäre Extension«: die Klasse von Dingen, für die ein Begriff steht. Die »sekundäre Extension«: von Einhorn umfasst dann alle ein Einhorn-Bilder und Einhorn-Beschreibungen, die unser Verständnis von Einhörnern ausmacht. Nur auf Grund dessen unterscheidet sich unser Verständnis von Einhorn von dem Verständnis von Meerjungfrau. (sonst Nullklasse). Bedeutung/DantoVsGoodman: das liefert uns aber keine Bedeutungstheorie von Bildern. Denn wie können wir Bilder von Bilder von Bildern unterscheiden? (> Appropriationisten).

Dt I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Dt VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
VsGoodman Davidson Vs Goodman, N.
 
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Putnam I 259
"begriffliche Relativität"/Putnam: (1987): Bsp Punkte im Raum können als konkrete Einzeldinge angesehen werden, aus denen der Raum besteht (als die letzten Bestandteile des Raums) oder alternativ als "bloße Grenzen"(Kant). Beides kann geometrisch adäquat formalisiert werden.
Goodman: hält diese beiden Versionen nun für "unvereinbar", zugleich hält er beide für richtig!
DavidsonVsGoodman: (1974): zwei unvereinbare Aussagen können nach der Logik nicht beide wahr sein. (Auch Quine). Es ist unverständlich zu behaupten, beide Versionen seien wahr.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsGoodman Putnam Vs Goodman, N.
 
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III 145
Putnam: woher kommen diese Welten überhaupt? PutnamVsGoodman: das ist eine Form von Realismus, die nicht weniger extrem ist als der von Hegel oder Fichte!
III 146
Goodman/Putnam: die Grenzen von natürlichen Arten sind im gewisser Weise willkürlich, wenn auch weniger als künstliche Arten. (III 268, Wasser enthält immer auch H4O2,H6O3, usw.). nicht jede leuchtende Gaswolke gilt als Stern. Manche Sterne leuchten überhaupt nicht. Sind wir es nicht selbst, die durch Einschluss und Ausschluss alle diese verschiedenen Gegenstände einer Kategorie zurechnen? Insofern sind wir es selbst gewesen, die sie zu Sternen gemacht haben. PutnamVsGoodman: nun nimmt Goodman eine gewagte Extrapolation vor: es soll dann gar nichtsgeben, was wir nicht erst zu dem gemacht haben, was es ist.
III 147
Falls wir Goodman in seiner selbstgewählten Sportart schlagen wollen, indem wir einen "bewusstseinsunabhängigen Stoff " namhaft zu machen versuchen, gerade wir offensichtlich in größte Schwierigkeiten. Aber wir können Goodman entschärfen: es gibt tatsächlich einen grundlegenden Unterschied zwischen Ausdrücken wie " Konstellation " und " Großer Bär" einerseits und einem Ausdruck wie " Stern " anderseits.
Die Extension des Ausdrucks "Großer Bär" ist durch eine Sprachkonvention bestimmt. Ein typischer Eigenname, wenn man lernt. Welche Sterne dazugehören, erfahren wir dadurch, dass wir herausbekommen, was man den "großen Bären" nennt.
III 148
Dass er alle diese Sterne umfasst, würde ich nicht als "analytisch" bezeichnen, denn würde eine Erlöschen, sprächen wir zweifellos dennoch weiter vom großen Bären und würden sagen, er umfasse nicht mehr so viele Sterne wie früher. Welche Sterne zum Großen Bären gehören, ist eine Frage, die nicht den Astrophysiker angeht, sondern den Ethnologen oder den Sprachforscher.
Das Wort "Stern" hat (im Gegensatz zum Ausdruck "Großer Bär") eine Extension, die sich nicht durch Angabe einer Liste bestimmen lässt!
Kein Einzelgegenstand gehört schon allein dadurch, dass er Stern genannt wird, zur Extension.
In dieser Hinsicht liegt der Ausdruck "Konstellation" irgendwo in der Mitte zwischen "Großer Bär" und "Stern". Würden wir herausfinden, dass alle Sterne riesige Attrappen sind, würden wir zwar sagen: "eigentlich sind es keine Sterne" aber nicht: "eigentlich ist es nicht der Großer Bär." Würden wir ihn dann nicht mehr als Konstellation ansehen? Das ist doch wohl nicht sicher!
III 149
Goodman: fragt: könnt ihr mir irgend etwas nennen, was wir nicht selbst gemacht haben? PutnamVsGoodman: leichte Antwort: wir haben den Stern Sirius nicht selbst hervorgebracht. Wir haben ihn auch nicht zum Sternen gemacht! Wir haben den Begriff Stern hervorgebracht, und auf Sirius trifft dieser Begriff zu.
Unser Begriff des Junggesellen trifft auf "Joseph Ullian" zu, ohne dass es jedoch unsere Sprachepraxis wäre, die ihn zum Junggesellen gemacht hat!
Objektivität/Putnam: Wir schaffen die Begriffe, aber wir bewirken nicht, dass sie zutreffen.
- - -
III 154
Unverträglichkeit/Bedetungswandel/Begriffswandel/Theoriewechsel/Sprache/Theorien: (finden Goodman und Davidson so spannend): Punkt, Linie, Grenze usw. werden in den Versionen verschieden verwendet. Bsp "Punkte sind konvergierende Mengen konzentrischer Kugeln". Unvereinbar mit dem Satz: "Punkte sind keine Mengen, sondern Individuen". Putnam: Das wäre aber allzu einfach! Goodman folgert, entweder es gebe gar keine Welt, oder wir lebten in mehr als einer.
Davidson: das eigentlich anerkannte Phänomen der äquivalente Beschreibungen beinhalte irgendwie einen logischen Widerspruch.
PutnamVsGoodman, PutnamVsDavidson: wir sollten schlicht den Gedanken fallen lassen, die oben erörterten Sätze bewahrten ihre so genannte "Bedeutung" wenn wir von einer Versionen zur anderen übergehen.
III 157
Goodman: Herausforderung: "na schön, dann beschreibt diese Wirklichkeit einmal so wie sie unabhängig von diesen Ausdrucksweisen ist." PutnamVsGoodman: aber warum sollte man eigentlich unterstellen, es sei möglich, die Realität unabhängig von unseren Beschreibungen zu beschreiben? Warum sollte das zu der Annahme führen, es gebe nichts außer den Beschreibungen? Schließlich gilt auch nach unseren eigenen Beschreibungen, dass das Wort "Quark" etwas völlig anderes ist als ein Quark.
- - -
I 257
Ontologie/Goodman/Putnam: in gewissem Sinn gibt es nichts, was wir nicht gemacht haben! Man kann sogar Elementarteilchen als geistabhängig auffassen.
Putnam: es ist wirklich schwierig irgendein "geistunabhängiges" Zeug zu finden!
PutnamVsGoodman: tatsächlich gibt es einen Unterschied zwischen Sternbildern (Konstellationen) und Sternen: die Extension von "Großer Wagen" wird durch sprachliche Konvention bestimmt. Man lernt, welche Sterne in der Gruppe sind, wenn man die Bedeutung des Ausdrucks erlernt. Ein typischer Eigenname.
Es ist nicht analytisch, dass der Große Wagen die und die Sterne enthält.
Bsp Wenn einer der Sterne erlöschen sollte, würden wir dennoch von dem Sternbild sprechen.
Wir würden sagen: der Große Wagen enthält nicht mehr so viele Sterne wie früher, so wie jemand Haare verliert und dennoch derselbe Mensch bleibt.
Bsp wenn ein neuer Stern auftauchte, würden wir ihn aber nicht automatisch zum Sternbild zählen!
Welche Sterne zum Sternbild gehören, ist eine Frage für den Anthropologen oder Linguisten, nicht für den Astrophysiker.
I 257/258
Der Ausdruck "Stern" hat im Gegensatz zum Ausdruck "Großer Wagen" eine Extension, die nicht durch eine Liste festgelegt werden kann. Kein Gegenstand liegt in der Extension von "Stern" weil er als Stern bezeichnet wird. Bsp Jemand der glaubt, dass der Sirius eine riesige Glühbirne ist, würde dadurch nicht zeigen, dass er den Ausdruck "Stern" nicht zu gebrauchen weiß!
Umgekehrt würde jemand der bezweifelt, dass diese Konstellation der Große Wagen ist, dadurch zeigen, dass er den Ausdruck "Großer Wagen" nicht zu gebrauchen weiß!
Bsp Wenn Außerirdische alle Sterne des Großen Wagens durch riesige Glühbirnen ausgetauscht hätten, dann würden wir sagen: "Das sind in Wirklichkeit gar keine Sterne" aber nicht: "Das ist in Wirklichkeit nicht der Große Wagen".

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsGoodman Quine Vs Goodman, N.
 
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Willard V. O. Quine
Putnam I 259
QuineVsGoodman: von beiden wahren Versionen kann ich mal die eine und mal die andere nehmen, aber ich muss zu jedem Zeitpunkt sagen, dass die andere falsch ist, sonst droht Selbstwidersprüchlichkeit. Goodman: die beiden Versionen können eben nicht in derselben Welt wahr sein! Aber die gleiche Richtigkeit der Versionen zeigt eben, dass sie in verschiedenen Welten wahr sind.
Putnam I 260
QuineVsGoodman: das ist ein Verletzung des Prinzips der Sparsamkeit. - - -
Quine II 123
Weisen der Welterzeugung/Goodman/Quine: kunterbuntes Allerlei. Zurzeit erleben wir eine Renaissance Leibniz’scher Gedanken, so dass die Philosophen in einem Kontinuum möglicher Welten schwelgen. Dass Goodman sich da raushält, gehört zu seinen Tugenden. Nach Goodmans Ansicht sollen alle Welten wirklich sein! Eher Versionen. Es gibt keine eine Welt deren Versionen sie wären. Er zöge es vor, sich mit Versionen zu begnügen und der Welt oder den Welten den Laufpass zugeben. Er weiß die schöpferische Komponente der Naturwissenschaften zu schätzen: selbst das einfachste Gesetz ist eine Verallgemeinerung, die über die Einzelfälle hinausgeht.
II 123/124
Auch die Beobachtung selbst enthält ein kreatives Element: Merkmale, die uns nicht interessieren, übersehen wir. Gestalten nehmen wir in groben Umrissen wahr und bemängeln Unstetigkeiten. Wir füllen aus und runden ab. Am entgegengesetzten Extrem, der theoretischen Physik ist die Kreativität ein Teil Beobachtung, neunundneunzig Teile Verbegrifflichung.
Kann es nicht eine radikal andere Begriffsstruktur geben, der sämtliche Beobachtungen entsprächen, die sich aber nicht in unser Schema übersetzen ließe? Unsere eigenen Theorie und jene andere wären zwei Weltversionen. Der Welt? Was wäre die Welt? Wir sollten beide anerkennen und es dabei belassen.
Quine: Das wird schon eine große Zahl von Lesern befremden, mich nicht! Doch er drängt weiter, wo ich nicht mehr mitkann:
Weitere Weltversion: die des gesunden Menschenverstandes, der keine Welt aus Atomen Kernteilchen usw. abbildet, sondern eine aus Stöcken, Steinen, Menschen und sonstigen grobschlächtigen Gegenständen.
Weitere, fragmentarische Weltversionen: Die Stile verschiedener Maler. Dementsprechend stellt er der Welt Rembrandts die Welt Rouaults oder Picassos gegenüber. Sogar in abstrakter Malerei und Musik gibt es Versionen. Wie geht das, wenn sie nichts abbilden?
Sie nehmen in anderer Weise Bezug. Sie dienen als Muster interessanter Merkmale und Qualitäten. Signifikante Kontinuität zwischen Exemplifizierung und Abbildung, sowie zwischen Abbildung und Beschreibung.
QuineVsGoodman: man hat den Eindruck, dass diese Reihe von Welten in Absurditäten versinkt.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsGoodman Searle Vs Goodman, N.
 
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John R. Searle
III 175
Bsp Miniwelt: SearleVsGoodman: wir setzen schon etwas voraus, an dem wir Grenzen ziehen.
III 176
SearleVsGoodman: wir machen Beschreibungen, die auf die wirkliche Welt entweder passen oder nicht. Wir machen nicht „Welten“. Bsp Landkarten Projektion: nach einer hat Grönland eine größere, nach der anderen eine kleinere Fläche als Brasilien.
III 177
Haben wir also hier zwei Modelle, die beide wahr sind, aber unvereinbar? Nein! Die Mercatorprojektion ist einfach ungenau, was die relative Größe von Brasilien und Grönland betrifft. Es ist eine gut bekannte Tatsache, dass bestimmte Modelle gewisse Eigenschaften verzerren. Wahrheit/Searle: alle wahren Aussagen über die Welt können widerspruchsfrei zugleich behauptet werden. Ja, wenn sie nicht widerspruchsfrei zugleich behauptet werden können, können sie nicht alle wahr sein. Natürlich gibt es immer Probleme der Vagheit, Unbestimmtheit, Familienähnlichkeit, offenen Textur, Kontextabhängigkeit, Inkommensurabilität von Theorien, Mehrdeutigkeit, Idealisierung, unter Bestimmtheit der Theorie durch das Beweismaterial.
Aber das sind Eigenschaften unserer Repräsentationssysteme, nicht der repräsentationsunabhängigen Wirklichkeit! Wahrheit in einem Schema ist eine Eigenschaft des Schemas! Keine echte Inkonsistenz.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
VsGoodman Wittgenstein Vs Goodman, N.
 
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II 185
Symptom/WittgensteinVsGoodman/Wittgenstein: erklärt nicht die Bedeutung.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960
VsGoodman Verschiedene Vs Goodman, N. Vorwort Putnam II IV
Einige PhilosophenVsGooodman: Sie schätzen seine Abhängigkeit von der tatsächlichen Geschichte der vergangenen induktiven Projektionen in der Kultur nicht. Sie sagen: eine gültige induktive Ableitung dürfe keine disjunktiven Prädikate enthalten. PutnamVs: dies funktioniert nicht: disjunktiv sein, ist vom Standpunkt der Logik aus ein relationales Attribut von Prädikaten. Ob ein Prädikat disjunktiv ist, hängt von der Wahrheit einer Sprache ab.
Sainsbury V 129
glau/SainsburyVsGoodman: Mangelnde Verankerung zu beklagen, wäre eine zu starke Blockade zukünftiger wissenschaftlicher Innovation! Intuitiv ist der stärkste Mangel des Prädikats "glau", daß es nur kraft der Tatsache zutrifft, daß die Gegenstände bereits untersucht sind.
Anne-Kathrin Reulecke (Hg) Fälschungen Frankfurt 2006
I 358
perfekte Fälschung/Goodman: (Spr. d. KU, 105).): These: daß ich später vielleicht in der Lage sein werde, einen Unterschied zu sehen, den ich jetzt noch nicht wahrnehme, konstatiert für mich jetzt einen bedeutsamen ästhetischen Unterschied. Es läßt sich nicht folgern, daß das Original besser ist als die Kopie, wohl aber wird es ästhetisch höher bewertet.
((s) Im Original liegt ja auch die Erfindungsleistung. Aber die Kopie könnte gestalterisch gelungener sein.)
I 359
Römer: die Untersuchung von Fälschungen sollte demnach nicht erst bei der Frage nach dem Verhältnis zum Original ansetzen, sondern schon bei der Repräsentation, die wir nach Goodman herstellen (d.h. wir kopieren nicht ein Konstrukt oder eine Interpretation). Def echte wissenschaftliche Fiktion/Vaihinger: 1. Widerspruch zur Wirklichkeit bis hin zum Selbstwiderspruch
2. Vorläufigkeit
3. ohne Anspruch auf Faktizität 4. Zweckmäßigkeit.
RömerVsGoodman: seine „wissenschaftliche Fiktion“ einer perfekten FÄ beseitigt nicht die Hierarchie Original/FÄ. Er zieht auch keine Konsequenz aus der ästhetischen Differenz auf das Darstellungssystem. Wenn eine perfekte FÄ im Kontext von Originalen erscheint, wird ihre Echtheit eher bestätigt.
I 360
Dann ist die Fälschung ein Produkt des Repräsentationssystems genau wie das Original, nur daß sie gegen die herrschende Moral verstößt. Fälschung/Klaus Döhmer: (Ende 70er): These: Fälschung bedient sich legitimer künstlerischer Methoden unter Veränderung ihrer Zielsetzung, damit ist sie keine objektiv-materiale, sondern subjektiv-intentionale Kategorie. (Zur Soz. d. Knst- Fälschung, Zeitschr. f. Ästh. .u. allg. Kunst-Wiss 21/1 (1978),S 76-95).
Römer: das kommt einem Paradigmenwechsel gleich: Fälschung als methodisches Problem.
Anne-Kathrin Reulecke (Hg) Fälschungen Frankfurt 2006
I 406ff
Def Fälschung/Bolz: Fälschen: bewußt unechtes für echt ausgeben. Frage: wem wird damit geschadet? Direkt dem Sammler/Museumsdirektor, indirekt dem Kunsthistoriker. perfekte Fälschung /BolzVsGoodman: es gelingt ihm nicht, deutlich zu machen, daß im Begriff des Originals keinerlei Überlegenheit gegenüber der Fälschung mitgesetzt ist.
Es geht nicht um echte Qualität sondern um durch Herstellungsgeschichte geprägte Echtheit.
407
Aura/Bolz: um zu erklären, warum das für den ästhetischen Genuß von Bedeutung ist, müßte Goodman eigentlich auf den Benjaminschen Begriff der Aura zurückgreifen.
(Bolz pro Aura).
Aura/Bolz: führt nicht zur Opposition Original/ Fälschung, sondern von Einmaligkeit/technischer Reproduzierbarkeit.
- - -
Putnam I 256
Israel ShefflerVsGoodman: fragt: ergibt sich aus Goodmans Philosophie die Konsequenz, dass wir die Sterne geschaffen haben?" Goodman/Putnam: G. antwortet: nicht so wie der Ziegel brennen, aber im gewisser Weise sind sie schon von uns erschaffen. Wir haben nicht den großen Bären erschaffen, aber wir haben daraus eine Konstellation gemacht.





Sai I
R.M. Sainsbury
Paradoxien Stuttgart 1993

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsGoodman Bigelow Vs Goodman, N.
 
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I 47
Mengen/Quine/Goodman/Bigelow/Pargetter: es könnte sein, daß wir, wenn wir Mengen zulassen, gar keine sonstigen Universalien mehr brauchen. Weil man mit Mengen fast alles machen kann, was die Mathematik brauch. Armstrong: glaubt dagegen an Universalien, aber nicht an Mengen!
BigelowVsQuine/BigelowVsGoodman: für die Wissenschaft brauchen wir noch weitere Universalien als Mengen, Bsp Wahrscheinlichkeit und Notwendigkeit.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
VsGoodman Simons Vs Goodman, N.
 
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I 108
Summe/Extensionale Mereologie/CEM/Simons: CEM geht von einer allgemeinen Existenz von Summen aus. Das hat die meisten Kritiker gefunden, unter anderem Rescher und Chisholm. ChisholmVsSumme: es scheint dem Begriff von Teil nicht intrinsisch oder analytisch zuzugehören, dass es eine Summe geben muss, die alle diese Individuen und nichts sonst enthalten soll.
I 109
Teil: aber jemand, der die Summen-Axiome ablehnt, lehnt nicht Lesniewskis, Goodmans u.a. Begriff von "Teil" ab. Individuum: statt dessen gibt es Uneinigkeit über den Begriff "Individuum".
Individuum/Goodman: hat bei ihm einen ganz technischen Sinn: sie müssen nicht verbunden oder kausal zusammenhängend sein wie alltägliche Dinge. Sie müssen nicht "mittelgroß und trocken" sein. Jede Anhäufung von Individuen kann (vorbehaltlich Paradoxien) zu einer abstrakten Menge zusammengefasst werden.
Individuum/Goodman: analog zu solchen abstrakten Mengen kann jede Anhäufung (collection) von Individuen zu einem Summen-Individuum zusammengefasst werden, (hier jedoch ohne die Bedrohung durch Paradoxien!). Das resultierende Ding muss überhaupt nichts sein, was man in der Alltagswelt wiederfindet.
SimonsVsGoodman: das ist aber nur insoweit eine gute Analogie, wie die Existenz beliebig zusammengesetzter Mengen akzeptabel ist. Wir müssen unterscheiden:
a) Die Existenz von konkreten (nicht abstrakten) Pluralitäten kann behauptet werden, nicht aber
b) Die von abstrakten Pluralitäten, die nur eine bloße Reflektion der Existenz eines Plural-Terms ist, also bloß eine facon de parler. Goodmans Summen-Individuen scheinen bloß dem Bedürfnis nach einem Referenten für gewisse willkürliche Ausdrücke zu entsprechen.
I 110
Summe/Goodman/Simons: Goodman könnte darauf verweisen, dass willkürliche Summen-Individuen der extensionalen Theorie gehorchen, bei der Identität in der Gleichheit von Teilen besteht. Identität/SimonsVsGoodman: diese allgemeine Bedingung der Gleichheit aller Teile ist selbst fraglich. (s.u.).
Summe/Mereologie/Simons: bisher hat niemand zeigen können, dass die Annahme von Summen zu Widersprüchen führt (wie Russell es für gewisse Mengen gezeigt hat).
((s) stärker/schwächer/(s): stärkere Theorien führen eher zu Widersprüchen.)
Simons: aber selbst die stärkste extensionale Mereologie führt nicht zu Widersprüchen.
Theorie/Lösung/Simons: nicht die Theorie ist verdächtig, sondern ihre unkritische Anwendung auf die Welt.
Teil-Relation/Simons: es mag verschiedene in verschiedenen Gebieten (z.B. der Mathematik) geben. Man muss sie nicht auf einen gemeinsamen Nenner zwingen.
Summe/Simons: welchen Schaden sollten sie anrichten, der nicht schon in der ontologischen Annahme von entsprechenden "Pluralismen" steckt?
I 111
Summe/Mereologie/Simons: Angenommen, wir betrachteten beliebige Portionen von Raum-Zeit als durch irgendwelche Summen belegt. Dann geht es um die Frage ob die entsprechenden Prädikate kumulativ sind. - - -
I 284
"Normaler Teil"/Mereologie/Simons: Philosophen vergessen oft, dass es einen Mittelweg zwischen einfachem Teil und wesentlichem Teil gibt: dass etwas ein "normaler Teil eines normalen Dings einer Art" ist. Es gibt keine formale Theorie der "normalen Mereologie". Hier einige informelle Bemerkungen:
Normalität/Simons: man könnte von der Idee eines wohlgeformten Dings einer Art ausgehen.
Normalität/Aristoteles: nennt ein Objekt verstümmelt, wenn es zusammenhängend ist, aber ein hervorstechender Teil fehlt.
Wohlgeformtheit/Musik/Nicholas WolterstorffVsGoodman/Simons: Wolterstorff 1980, 56) die Idee eines normalen oder wohlgeformten Dings einer Art hat dieser auf Musikstücke angewendet: nicht-wohlgeformt ist es, wenn ein oder mehrere der normalen Teile fehlen oder am falschen Ort ist.
Damit ist der Begriff etwas weiter als bei Aristoteles. Es erlaubt uns zu sagen, dass eine Aufführung mit einer falschen Note immer noch eine Aufführung desselben Stücks ist.
GoodmanVsWolterstorff: (Goodman 1969, 186f): das dürfen wir nicht erlauben wegen der Transitivität: der Identität: wenn eine Aufführung mit einer falschen Note identisch ist, dann sind am Ende alle Stücke miteinander identisch.
I 285
Metaphysik/Goodman/Simons: vertritt hier eine harte metaphysische Linie, hält sich an Bivalenz und strikte Identitätsbedingungen. SimonsVsGoodman: der Preis dafür ist eine Entfernung von der Alltagssprache.
Lösung/Simons: musikalische Aufführung haben keine strikten Identitätsbedingungen.

Si I
P. Simons
Parts Oxford New York 1987
VsGoodman Stegmüller Vs Goodman, N.
 
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IV 33
glau/VsGoodman/Stegmüller: man könnte entgegnen, dass es einen wahrnehmbaren Farbwechsel geben müsste. Aber: GoodmanVsVs: wer "grün" im Sinne von "grot" versteht, versteht auch "Farbe" auf eine Nichtstandard Weise als "Schwarbe": wobei Dinge von gleicher Schwarbe solche sind, die "grot" usw. sind. (>Smabine sind glau, Rubagde rün).

Ca V
W. Stegmüller
Rudolf Carnap und der Wiener Kreis
In
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I, , München 1987

St I
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I Stuttgart 1989

St II
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 2 Stuttgart 1987

St III
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 3 Stuttgart 1987

St IV
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 4 Stuttgart 1989
VsGoodman Wessel Vs Goodman, N.
 
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I 323
WesselVsGoodman: These: Wessel akzeptiert nur einen kategorialen Term: Gegenstand "g". (und seine Synonyme). Damit kann man die normativ semantischen Tafeln vereinfachen. Das widerspricht der Annahme einer Vielfalt von Welten.
Wessel: es gibt nur eine Welt. WesselVsMögliche Welten, pro Aktualismus
Goodman muss verschiedene kategoriale Subjekttermini zulassen.
Status eines sing Term a und eines kategorialen Terms b für die gilt: a hat die Aufgabe, einen einzelnen Gegenstand zu bezeichnen, der kein Gegenstand ist.
Wessel: für mich gilt, dass a in diesem Falle kein Term ist.

We I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
VsGoodman Fraassen Vs Kontrafakt. Konditional
 
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I 115
Kontrafaktisches Konditional/KoKo/Verursachung/Ursache/Lewis/Fraassen: unter gewissen Umständen ist immerhin logisch richtig: wann immer „A ist die Ursache von B“ wahr ist, ist es auch wahr, dass wenn A nicht gewesen wären, auch B nicht gewesen wäre. FraassenVsKontrafaktische Konditionale/FraassenVsLewis: Problem: Bsp Angenommen, wenn der Wecker nicht geklingelt hätte, wäre David nicht aufgewacht, das wollen wir zugestehen, aber: wenn er die Nacht vorher nicht geschlafen hätte, wäre er nicht aufgewacht!
Problem: es sollte nicht die Ursache seines Aufwachens sein, dass er schlafen gegangen ist.
Lösung/Lewis: KoKo sondert die Knoten im kausalen Netzwerk aus, während „weil“ auf spezifische Faktoren zeigt.
Relevanz: Bsp das Einschlafen ist nicht relevant für das Aufwachen zu einem bestimmten Zeitpunkt, auch wenn es eine notwendige Bedingung ist. Nicht jede notwendige Bedingung ist relevant.
kontext-abhängig/Fraassen: jede Theorie der Kausalität muss erklären, was als unwichtig ausrangiert wird. Und das geschieht eben kontext-abhängig. Das wiederum ist objektiv. So viel Kontextabhängigkeit muss immer sein,.
Problem: es gibt noch viel mehr davon, wenn wir es mit KoKo zu tun haben!
FraassenVsKoKo/FrassenVsLewis: in der Wissenschaft gibt es nichts, was KoKo mit ihrer extremen Kontext-Abhängigkeit entspricht: Wissenschaft ist nicht kontext-abhängig.
ceteris paribus/Fraassen: die Faktoren, die fixiert gehalten werden, sind im Geist des Sprechers! Sie sind sprecher-abhängig! Und es hängt vom weiteren Kontext ab. Ob das, was ich stillschweigend voraussetze, mit der Situation kollidiert oder nicht Bsp Dass das Streichholz trocken.
I 118
Bsp Danny interessiert sich für Frauen. Wäre er eine Frau, wäre er dann lesbisch? Lösung: der Inhalt von „ceteris paribus“ ist nicht nur durch den einen Satz bestimmt und die bestimmte Situation, sondern auch durch Faktoren des Kontexts.
FraassenVsKoKo: diese sind hier aber keine Lösung: wissenschaftliche Aussagen sind nicht kontext-abhängig. Daher impliziert Wissenschaft auch keine KoKo (wenn diese, wie ich glaube, kontext-abhängig sind).
KoKo/Naturgesetze/NG/Reichenbach/Goodman/Hempel: These: KoKo liefern ein objektives Kriterium dafür, was ein Gesetz ist, oder wenigstens eine gesetzesartige Aussagen. Denn nur Gesetze, nicht aber allgemeine Wahrheiten implizieren KoKo.
FraassenVsKoKo/FraassenVsGoodman: diese Idee muss umgekehrt werden: wenn Gesetze KoKo implizieren, dann, weil diese kontext-abhängig sind.
Gesetz/NG/Fraassen: der Begriff des Gesetzes zeigt nicht auf irgendeine objektive Unterscheidung in der Natur.
KoKo/Erklärung/Fraassen: dennoch glaube ich, dass KoKo für Erklärungen geeignet sind, das heißt aber, dass Erklärungen entscheidend kontext-abhängig sind.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
VsGoodman Goodman Vs Quine, W.V.O.
 
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IV 21
Quine: >Individuation wird festgelegt durch ein Bündel wechselseitig aufeinander bezogener grammatischer Partikel und Kostruktionen. Pluralbildungen, Pronomen, Zahlwörter, das "ist" (der Identität) und die davon abgeleiteten "derselbe" und "ein anderer". GoodmanVsQuine: er versäumt es zu erklären, daß die Interpretation dieser Partikel nicht geleistet werden kann, ohne Berücksichtung der Dingorte, die sie individuieren. Die Interpretation ändert sich, wenn sie in unterschiedliche Systeme eingesetzt werden.
IV 22
Bsp Sonnenuntergang. Ob wir dasselbe Ding sehen wie gestern, hängt davon ab, ob wir und mit der Identifizierung von Sonnen oder Untergängen beschaftigen. (>Kennzeichnung). - - -
Quine V 30
Disposition/GoodmanVsQuine: ein Dispositionsausdruck ist ein Wechsel auf eine schließlich mechanische Beschreibung und daher zirkulär. Die mechanistischen Termini werden letztlich implizit Dispositionstermini sein. QuineVsGoodman/QuineVsCarnap: ich bin, anders als die beiden, mit einem theoretischen Wortschatz zufrieden, von dem einige physikalische Grundprädikate zunächst mit Hilfe der Dispo Redeweise gelernt wurden. (Heuristische Rolle).

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003
VsGoodman Rorty Vs Taylor, Ch.
 
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Richard Rorty
VI 126
Welt/Erkenntnis/Realität/Existenz/Taylor/Rorty: Taylor: These: niemand sei im Ernst bereit, zu bestreiten, dass es in diesem Zimmer keine Stühle gibt, und dass das aufgrund der Beschaffenheit der Realität wahr oder falsch ist. RortyVsTaylor: das bestreite ich allerdings! Es gibt zwei Möglichkeiten, die Formulierung »aufgrund des So-Seins der Dinge« zu interpretieren:
1. als Kürzel: »aufgrund der Verwendungsweisen unserer derzeitigen Beschreibungen und der kausalen Interaktionen.
2. »Aufgrund des So-Seins der Dinge, ganz unabhängig davon, wie wir diese Dinge beschreiben«. (Rorty: das ist einfach sinnlos).
VI 127
Korrespondenz/Rorty: mit dem Weggang des Dings an sich ist auch der Begriff der Übereinstimmung von der Bildfläche verschwunden. RortyVsTaylor: versucht, den einen Begriff beizubehalten, während er auf den anderen verzichtet. Das ist zum Scheitern verurteilt.
VI130
Wahrheit/Taylor: These: "Binnenrahmen": ein Wahrheitsbegriff, der durch unseren nichtrepräsentationalen Umgang mit Zuhandenem gegeben sei. ((s) >Praxis, praktischer Umgang). Rorty/RortyVsTaylor: (mit Sellars): nach dem psychologischen Nominalismus (alles ist sprachlich) ist "nichtrepräsentationaler Umgang" mit irgendetwas suspekt.
RortyVsSellars: außerdem repräsentiert Sprache gar nichts! (Sellars pro Repräsentation (!!)).
RortyVsTaylor: unser Umgang mit Dingen vermittelt uns höchstens ein Gefühl für die kausale Unabhängigkeit der Dinge, aber nicht einen Wahrheitsbegriff der Übereinstimmung.
VI 131
Taylor: unterscheidet "Binnenrahmen" Wahrheit (Übereinstimmung) mit "Sichselbstverstehen". Weil wir selbst zum guten Teil durch unsere Akte des Selbstverstehens konstituiert sind, können wir sie so deuten, als handelten sie in der gleichen Weise, wie unsere Gegenstandsbeschreibungen von einem unabhängigen Objekt.
VI 133
Realität/Erkenntnis/Welt/RortyVsTaylor: es ist nicht gut, zu sagen. "Das Sonnensystem war da und wartete auf Kepler". Neubeschreibung/Rorty: Unterschied zwischen einer Neubeschreibung des Sonnensystems und meiner selbst: das Sonnensystem wird nicht dadurch geändert, und ich kann wahre Äußerungen über es zur Zeit davor machen. Bei mir selbst verwende ich sie selbst in manchen Fällen nicht dazu, wahre Aussagen über mein bisheriges Selbst zu machen
Es gibt aber keine wissenschaftlichen Neubeschreibungen des Sonnensystems à la Sartre!
(Sartre/Rorty: Bsp "Er erkannte sich als Feigling und verlor dadurch seine Feigheit").
TaylorVsRorty/TaylorVsPutnam/TaylorVsGoodman: jene Autoren, die sagen, es gibt kein beschreibungsunabhängiges So-Sein der Welt, sind nach wie vor versucht, Form/Stoff Metaphern zu verwenden. Sie sind versucht zu sagen, es habe keine Gegenstände gegeben, ehe die Sprache das Rohmaterial geformt habe.
Falsche Kausalbeziehung: als habe das Wort "Dinosaurier" die Entstehung verursacht.
Taylor: wir sollten überhaupt aufhören, etwas Allgemeines über das Verhältnis zwischen Sprache und Realität oder das "Wesen der Bezugnahme" zu sagen. (Bloß Aussagen über das bestimmte Sprachverhalten von bestimmten Personen sind statthaft, das erlaubt auch Vorhersagen).
Welt/Sprache/Davidson/Rorty: es gibt sicher eine ganz bestimmte Beziehung zwischen dem Wort "Kilimandscharo" und einem bestimmten Sprecher, aber wir sind nicht imstande, auch nur das geringste darüber zu sagen, wenn wir nicht sehr gut über die Rolle diese Wortes in Sätzen Bescheid wissen!
Bezugnahme/Referenz/Davidson/Rorty: keine Aussicht, die Bezugnahme unmittelbar in nicht-sprachbezogener Terminologie (unabhängig von Sätzen) zu erklären!.
Sprache/Davidson/Rorty: "so etwas wie eine Sprache gibt es nicht ." (Nice Derangement of Epitaphs): es gibt keine Menge von Konventionen, die man lernen müsste, wenn man sprechen lernt. kein abstraktes Gebilde, das verinnerlicht werden müsste.
VI 134
Taylor/Rorty: unterscheidet zwischen Dingen, über die "mit Hilfe der Vernunft entschieden werden kann" und Dingen, bei denen das nicht möglich ist. RortyVsTaylor: höchstens pragmatische Unterscheidung zwischen nützlich für uns und nicht nützlich für uns.
VI 137
Taylor: sobald man der Erkenntnistheorie entronnen ist, gelangt man zu einem "kompromisslosen Realismus". RortyVsTaylor: nur zu einem trivialen und uninteressanten Realismus.
VI 139
Repräsentation/Wissen/Taylor Rorty: die erkenntnistheoretische Deutung des Wissens als innere Bilder ist verfehlt. Zwischen meinem Bild und dem Gegenstand können wir eine Grenze ziehen, nicht aber zwischen meinem Umgang mit dem Gegenstand und diesem Gegenstand selbst. Die Vorstellung, unser Verstehen gründe im Umgang mit der Welt lehnt Repräsentationen überhaupt ab.
VI 140
Taylor: Heidegger ("Zuhanden") und Merleau-Ponty (These: Handeln und Leiblichkeit) zeigen einen Ausweg. RortyVsTaylor: gerade diese beiden Autoren halten an Bildern und Repräsentationen fest, und sei es noch so vermittelt.
Repräsentation/Taylor/Rorty: These: Umgang mit der Welt ursprünglicher als Repräsentation.
VI 141
Rorty: kein Bruch zwischen den nichtsprachlichen und den sprachlichen Interaktionen zwischen Organismen (und Maschinen) und der Welt. Gegenstand/Repräsentation:/RortyVsTaylor: wir können - im Gegensatz zu Taylor - keine Grenze zwischen dem Gegenstand und unserem Bild des Gegenstands ziehen, den das "Abbild" ist auch bloß eine Form des Umgangs.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsGoodman Goodman Vs Verschiedene
 
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I 81
GoodmanVsintrinsisch/extrinsisch: das funktioniert offensichtlich nicht: denn nach jeder Klassifikation von Eigenschaften in extrins/intrins hat jedes Bild oder auch jeder Gegenstand sowohl innere als auch äußere Eigenschaften.
II Vowort Putnam IX
GoodmanVs Formalismus um des Formalismus willen. GoodmanVs Vorstellung eines von unserem Theoretisieren unabhängigen ontologischen Untergeschosses
II 10
Es ist nicht so, daß Wissenschaft ohne irreale Bedingungssätze auskommen könnte. Die Tendenz, die Probleme der irr. Bed-Sätze als Scheinproblem oder als unlösbar abzutun, ist angesichts der großen Schwierigkeiten verständlich (GoodmanVs.) Wenn man alle Probleme der Disposition, der Möglichkeit, des wiss. Gesetzes, der Bestätigung usw. fallen läßt, dann gibt man faktisch die Wissenschaftstheorie auf.
II 67
Das Argument, man solle besser auf die Definition eines Ausdruck verzichten, falls er nicht üblicherweise von Wissenschaftlern oder Laien definiert werde, ähnelt dem Argument, die Philosophie brauche nicht systematisch zu sein, weil die von ihr beschriebenen Wirklichkeit nicht systematisch sei (VsAdorno) Ebensogut könnte man sagen, Philosophie solle nicht auf Deutsch sein, da die Wirklichkeit nicht auf Deutsch geschrieben sei.
II 70
(s) SalmonVsGoodman: Gegenstände müssen nicht zu allen Zeiten auftreten, aber Orte müssen zu allen Zeiten da sein! GoodmanVs:(s) Beschreibungsabhängigkeit bezieht sich bei ihm nicht nur auf Gegenstände, sondern auf die ganze Wirklichkeit.(VsKant)
Kant: Raum und Zeit eben nicht die Wirklichkeit, sondern die Bedingung der Möglichkeit zur Erfahrung der Wirklichkeit.
III 67
Darstellung/Einfühlung/GoodmanVsEinfühlungstheorie: Gesten brauchen keine Eigenschaften mit der Musik gemein zu haben
III 81
Metapher: Die allgemeine Frage: Was sagt eine Metapher und was macht sie wahr? GoodmanVsMetapher als verkürzter Vergleich: manchmal sagt man, eine Metapher sei elliptisch konstruiert und die metaphorische Warheit wurde einfach als die buchstäbliche Wahrheit der erweiterten Aussage verstanden. SD: Aber der Vergleich kann nicht bloß darauf hinauslaufen, daß das Bild der Person in der einen oder anderen Hinsicht ähnlich ist. In dieser Weise ist alles allem ähnlich.
III 224
GoodmanVs "spezielle ästhetische Emotion" - GoodmanVs Theorie, es komme nicht auf das Wohlgefallen an, das man hat, sondern auf ein gewisses "objektiviertes Wohlgefallen": Goodman: Dann wäre das Wohlgefallen etwas, was das Objekt besitzen muß, und zwar eher, ohne es hervorzufrufen, letztlich also wohl müßte es selbst diese Wohgefallen empfinden.
III 228
GoodmanVsDichotomie zwischen dem Kognitiven und dem Emotionalen. Sie verperrt die Einsicht, daß Emotionen in der ästhetischen Erfahrung kognitiv funktionieren.

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
MöWe VsGoodman Versus Wessel I 323
mögliche Welt/MöWe/WesselVsGoodman: These Wessel akzeptiert nur einen kategorialen Term: Gegenstand "g". (und seine Synonyme). Damit kann man die normativ-semantischen Tafeln vereinfachen. Das widerspricht der Annahme einer Vielfalt von Welten.
Wessel: es gibt nur eine Welt. WesselVsMöWe, pro Aktualismus (Lager).
Goodman muß verschiedene kategoriale Subjekttermini zulassen.
Abb. 317, II. 5: Status eines sing Term a und eines kat. Terms b für die gilt: a hat die Aufgabe, einen einzelnen Gegenstand zu bezeichnen, der kein Gegenstand ist. (>Einhorn-Bsp?).
Wessel: für mich gilt, daß a in diesem Falle kein Term ist.

We I
H. Wessel
Logik Berlin 1999

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
glau Carnap, R.
 
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Schurz I 219
glau/CarnapVsGoodman: Bsp Carnap: These: nur qualitative Prädikate sind induzierbar (projizierbar) "glau" ist ein Def "positionales" Prädikat: es nimmt in seiner Definition auf den Zeitpunkt t0 Bezug - GoodmanVsCarnap: man kann eine gleichermaßen ausdrucksstarke Sprache mit grot/rün als Grundprädikaten einführen - SchurzVsCarnap: positional/qualitativ kann man durch Unterschied in ostensiver Erlernbarkeit unterscheiden - Induktion/Goodman: Lösung: ei Induktion müssen wir wissen, was konstant blieb- das sind die qualitativen Merkmale - "grot" bleibt beim Wechsel konstant! - aber damit haben wir Anti-Induktion betrieben.

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006