Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Erklärungen Dennett Rorty VI 144
Rorty: Erklärung/Dennett: es reicht aus, zu erklären, warum es etwas Phänomenologisches zu geben scheint - also warum es so zu sein scheint, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Denken, dass etwas rosarot erscheint, und dem, dass etwas wirklich rosarot erscheint. Erklärung/Modell/Dennett: Modelle dürfen weder zu kompliziert sein, noch übervereinfacht. Bsp Es geht nicht darum, in einem Taschenrechner alle Elektronen zu verfolgen.

Dennett I 138
Modell/Muster/Erklärung/Dennett: warum betrachten wir dieses Muster und nicht ein anderes? Um das zu begründen, müssen wir nicht nur das Wirkliche in Erwägung ziehen, sondern auch das Mögliche!
I 335
Wir müssen eine Idealisierung von Graden der Möglichkeit aufstellen. Evolution erklären:> Eigenschaften: Bsp Sie bestellen ein grünes Auto und es kommt zum Termin: die Frage ist dann nicht, warum ist dieser Wagen grün, sondern: warum ist dieser (grüne) Wagen hier. ((s). den Wagen als ganzes betrachten, der grüne Wagen stünde sonst woanders). > falsche Frage.
Gerade-so-Geschichten: Bsp Victoriasee: ungewöhnlich viele Arten von Barschen. Einzige (herkömmliche) Erklärung: Austrocknung zu vielen Tümpeln. Außer der Beschaffenheit der Tiere hat man aber keinen Hinweis darauf!
I 416
Dennett: alle diese Geschichten sind "zu schön, um wahr zu sein". Aber Gould macht sich nicht des Pangloss-Prinzips schuldig, wenn er sie bis zum Beweis des Gegenteils als wahr ansieht. Zufall/Beleg/Dennett: Bsp ein Geysir bricht durchschnittlich alle 65 Minuten plötzlich aus. Die Form der Plötzlichkeit ist keinerlei Beleg für die Zufälligkeit.
I 424
Kambrische Explosion/DennettVsGould: ebenso ist die Plötzlichkeit hier kein Beleg für die Zufälligkeit.
I 102
Erklärung/Begründung/Evolution/Dennett: Bsp Die Vorteile der Sexualität können nicht als Begründung genommen werden, warum es sie gibt - die Evolution kann ihren Weg nicht voraussehen - Folge: die Sexualität muss als Nebeneffekt (Epiphänomen) überdauert haben.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Evolution Kelly I 1765
Evolution/Kelly: „zufällige“ Mutationen sind oft nicht frei von Tendenzen: Variation wird durch Geometrie und Physik bestimmt. Noch wichtiger: sie werden durch inhärente wiederkehrende Muster der Selbstorganisation geformt.
I 1791
Stephen Jay Gould/Kelly: vertrat die These der allgegenwärtigen Kontingenz in der Evolution, gegen eine Gerichtetheit, z.B. auf die Entstehung des Menschen. (1)
I 1804
KellyVsGould: spätere Untersuchungen ergaben, dass der Burgess-Schiefer eine weniger große Diversität von Lebensformen aufwies, als Gould in seiner These voraussetzte. Damit rückt die Möglichkeit einer konvergenten Evolution wieder stärker ins Blickfeld. Evolution/Kelly: ihr drittes Standbein ist strukturelle Unvermeidbarkeit. Bsp Ein Giftstachel der der Verteidigung dient, ist mindestens zwölf Mal in der Evolution entstanden. Der Grund dafür ist nicht eine gemeinsame Geschichte, sondern ein gemeinsames Muster (>Selbstorganisation).


1. Stephen Jay Gould. (1989) Wonderful Life: The Burgess Shale and Nature of History. New York: W. W. Norton, p. 320.

Kelly I
Kevin Kelly
What Technology Wants New York 2011
Gene Dawkins Gould I 88ff
Richard Dawkins These: Gene sind die relevanten Einheiten der Selektion.
Gould II 171
Dawkins These: argumentiert, die Körper seine nur vorübergehende Aufenthaltsorte für die Gene, die eigentlichen Träger der Evolution. Dawkins schreibt als strenger Darwinist.
Gould II 172
Dawkins: Frage: Wenn die DNA nun selbstbezogen ist, warum schafft sie dann nicht Millionen Kopien von sich selbst? Die schließlich alles Übrige verdrängen? Wodurch wird sie daran gehindert?
Dawkins I 50
Gen/Dawkins: Gene leben viel länger als ihre Träger. Ein Gen lässt sich als einen Einheit auffassen, die eine Vielzahl aufeinanderfolgender individueller Körper überlebt.
I 62
Def Gen/Dawkins: im Sinne des Titels diese Buches ist komplizierter als Cistron. Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für Gen. Ich möchte die Definition von G.C.Williams benutzen:
Def Gen: jedes beliebige Stück Chromosomenmaterial, das potentiell so viele Generationen überdauert, dass es als eine Einheit der Selektion dienen kann.( (s) Zirkulär?).
I 63
Vererbung/Kopiergenauigkeit/Dawkins: "Langlebigkeit in Gestalt von Kopien". VIII 64 Je kürzer eine genetische Einheit, desto länger wird sie wahrscheinlich leben.
I 71
Dawkins These: kleine genetische Einheiten können in identischer Form überleben, Individuen, Gruppen und Arten nicht. Gen/Dawkins: altert nicht! Für es ist die Wahrscheinlichkeit zu sterben, im Alter von einer Million Jahren nicht größer als mit hundert Jahren.
I 73
"Die Karten selbst überdauern das Mischen." Selektion/Dawkins: würden sich Gene ständig mischen, wäre die Selektion überhaupt unmöglich.
I 74
Gen/Container/DawkinsVsGould: erfolgreiche Gene sind gute Konstrukteure von Überlebensmaschinen. Bsp Lebewesen mit langen Beinen können besser vor Räubern fliehen. Welches sind die Eigenschaften, die ein Gen sofort als gut oder schlecht kennzeichnen?
I 75
Gen/Dawkins. so unabhängig und frei sie auf ihrer Reise durch Generationen sein mögen, bei der Steuerung der Embryonalentwicklung handeln sie sehr wenig frei. Es gibt kein Gen, das für ein einzelnes Körperteil verantwortlich wäre.
I 86
Gen/Dawkins: es gibt ein "Gen für Kopierfehler , (Mutatoren). Es verfolgt den selbstsüchtigen Zweck, Fehler bei anderen Genen hervorzurufen. Ebenso manipuliert ein "Gen für "Fortpflanzung" alle anderen für seine selbstsüchtigen Zwecke.
I 91
Körper/Zelle/Mensch/Dawkins: ich ziehe es vor, mir den Körper als eine Kolonie von Genen vorzustellen, und die Zelle als eine zweckmäßige Arbeitseinheit für die chemische Industrie der Gene
I 112
Altruismus/Gen/(Dawkins: ein "Gen für Altruismus" steuert die Entwicklung des Nervensystems so, dass es sich mit größerer Wahrscheinlichkeit selbstlos verhält. Bsp einige Bienen zerren ihre eigenen Larven aus dem Stock, wenn diese infiziert sind.
I 115
Das Überleben der Gene kann auch durch scheinbar altruistisches Verhalten gefördert werden!
I 154
Gen/Dawkins: These das Gen ist möglicherweise in der Lage, den Kopien seiner selbst in anderen Körpern zu helfen.
I 155
Bsp Absicht: Albinogen beim Menschen. Wir müssen allerdings unsere Sprache etwas zurücknehmen: sie "wollen" nicht eigentlich überleben oder anderen Albinogenen helfen. Doch wenn es rein zufällig seine Körper dazu bewegen würde, sich anderen Albinos gegenüber uneigennützig zu verhalten, hätte dies die Folge, dass es im Genpool zahlreicher würde.
Dazu muss nun das Gen zwei Funktionen haben:
1. Helle Hautfarbe zu produzieren ((s) Erkennbarkeit)
2. Die Tendenz zum Altruismus gegenüber anderen Hellhäutigen.
Ein derartiges Gen mit zwei Effekten könnte sehr erfolgreich sein.

Da I
R. Dawkins
Das egoistische Gen, Hamburg 1996

Da II
M. St. Dawkins
Die Entdeckung des tierischen Bewusstseins Hamburg 1993

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989
Methode Darwin Gould I 189
Darwin vertrat die Ansicht, dass die Fossilfunde außerordentlich lückenhaft waren. Die Geschichte der meisten Fossilarten umfasst zwei Merkmale, die sich besonders schwer mit der Theorie einer allmählichen Veränderung vereinbaren lassen.
I 190
1. Stasis: Die meisten Arten zeigen während ihrer Anwesenheit auf der Erde kaum Veränderung in der einen oder anderen Richtung. 2. Plötzliches Auftreten: In allen Lebensbereichen treten Arten nicht aufgrund unablässiger Veränderungen ihrer Vorläufer auf, sondern plötzlich und "voll ausgebildet".

Mayr I 160
Wie-Fragen/Mayr: unmittelbare Funktion führte zur Entdeckung der meisten Naturgesetze.
Warum-Fragen/Darwin/Mayr: historisch, evolutionär, mittelbar. Warum-Fragen wurden erst durch Darwin wissenschaftlich legitimiert. Er brachte damit die gesamte Naturgeschichte in die Wissenschaft ein.

Dennett I 293
"Warum"-Fragen/Dennett: muss man stellen. Darwin zeigte uns, wie man sie beantworten kann.
Dennett I 421
Extrapolation/DennettVsGould: der Extrapolationismus wird ja gar nicht so töricht "rein" vertreten, wie Gould das annimmt. Er wurde auch von Darwin selbst vertreten, der aber eifrig bemüht war, sich von jenen Spielarten der Katastrophentheorie abzugrenzen, die der Theorie der Evolution im Weg standen: z.B. Sintflut.
Gould II 122
Methode/Darwin/Gould: Wie können wir in Bezug auf die Vergangenheit wissenschaftlich sein? Das wird in Darwins Buch über die Würmer deutlich.
Gould II 123
Darwin stellte über die Würmer vor allem zwei Behauptungen auf(1): 1. Die Auswirkungen bei der Gestaltung des Bodens sind richtungsgebunden. Sie zerkleinern den Boden, der dann von der Erosion besser verteilt werden kann. Daher sind sanft gewellte Gegenden eher Zeichen von Wurmaktivität.
2. Sie formen den Humus, die oberste Schicht des Bodens und bilden damit eine Konstanz inmitten sonstiger ständiger Veränderung.
Die Humusschicht wird nicht immer dicker, denn sie wird durch Druck nach unten verdichtet. Hier geht es um fortlaufende Veränderung innerhalb scheinbarer Stetigkeit: der Humus scheint immer gleich, wird aber ständig erneuert. Es gibt einen Kreislauf. Darwin: wir merken nicht, wie der eigene Boden uns unter den Füßen weggezogen wird.
Gould II 129
Gould: was ist, wenn die Beweise auf den statischen Gegenstand selber beschränkt sind? Wenn wir den Prozess der Bildung eben nicht beobachten können, können wir noch mehrere Stufen des Prozesses finden ? Darwins Antwort: wir leiten die Geschichte von Unvollkommenheiten ab, die die Zwänge der Abstammung festhalten. Wenn Gott von Anfang an Orchideen auf den Zweck hin angelegt hätte, den ihre komplexen Organe jetzt innehaben, hätte er sie sicher viel einfacher gemacht.

1. Charles Darwin: The formation of vegetable mould, through the action of worms, with observations on their habits. London: John Murray, 1881

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989

Mayr I
Ernst Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsGouldVsGould Gould Vs Adaptionismus Dennett I 334
GouldVsAdaptionismus: eine Form der Faulheit: weil die Geschichte eine so hübsche Erklärung bietet, macht man sich nicht die Mühe, nach Alternativen zu suchen. "Genau-so-Geschichten": eine so gute Geschichte kann einfach nicht falsch sein. Außerdem außerdem haben iwr es schon wieder mit dem Pangloss-Prinzip zu tun.
I 342
GouldVsAdaptionismus: es gibt keine Maßstäbe dafür, wann eine adaptionistische Erklärung des Guten zuviel ist Dennett.
I 358
GouldVsAdaptionismus: geht davon aus, dass alle Wege in der Eignungslandschaft zum Gipfel führen. Gould: das muss aber nicht sein, vielleicht gibt es Barrieren. >DennettVsGould.
I 367
DennettVsGould: das ist schön und gut, aber man muß dann überlegen, wie man solche (geheimen) Barrieren findet.(>Theorie). GouldVsAdaptionismus: statt dessen: Dennett: "Pluralismus".

Gould I
Stephen Jay Gould
Der Daumen des Panda Frankfurt 2009

Gould II
Stephen Jay Gould
Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt Frankfurt 1991

Gould III
Stephen Jay Gould
Illusion Fortschritt Frankfurt 2004

Gould IV
Stephen Jay Gould
Das Lächeln des Flamingos Basel 1989

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
VsGouldVsGould Dawkins Vs Gould, St.J. I 434
Gen/Container/DawkinsVsGould: erfolgreiche Gene sind gute Konstrukteure von Überlebensmaschinen. Bsp Lebewesen mit langen Beinen können besser vor Räubern fliehen. Welches sind die Eigenschaften, die ein Gen sofort als gut oder schlecht kennzeichnen? VIII 75
DawkinsVsGould: ich sehe den Unterschied, den Gould feststellt, aber die DNA hat eben eine Sonderstellung in der Theorie der egoistischen Gene.
Es gibt auch bei den Genen solche Unterschiede: Bsp Gene, die Bienen gelbe und schwarze Streifen verleihen, nehmen an Häufigkeit zu, denn sie warnen andere Tiere. Gene, die Tigern gelbe und schwarze Streifen verleihen, nehmen an Häufigkeit zu, obwohl (man kann auch sagen weil) sie keine Wirkung in den Gehirnen anderer Tiere auslösen.
I 401
Körper/Dawkins: ist kein Replikator, sondern ein Vehikel. (VIII 400): Die Gene arbeiten darauf hin, Organismen aufeinanderfolgender Generationen zu zwingen, sie weiterzugeben. Replikator/Verhalten/Dawkins: die Replikatoren verhalten sich nicht, sie nehmen die Welt nicht wahr! (DawkinsVsGould).
Sie fangen keine Beute und laufen nicht vor Räubern davon. Sie konstruieren Vehikel, die diese Dinge tun.

Da I
R. Dawkins
Das egoistische Gen, Hamburg 1996

Da II
M. St. Dawkins
Die Entdeckung des tierischen Bewusstseins Hamburg 1993
VsGouldVsGould Dennett Vs Gould, St.J. I 373ff
Gewölbezwickel/DennettVsGould: Gould: Die Zwickel sind so raffiniert, dass der ganze Dom um ihretwillen dasteht. GouldVs "durchdringende Anpassung". DennettVsGould: sie sind gar nicht so raffiniert und gar nicht so häufig.
Dennett: falsche Gegenüberstellung von Adaptionismus mit architektonischer Notwendigkeit. Minimale Fläche hält teure Mosaiksteine begrenzt.
I 381
Exaptation/Gould: Der Daumen des Panda ist eigentlich kein Daumen, aber er macht seine Sache gut!" Exaptation/Dennett: nach dem orthodoxen Darwinismus ist jede Anpassung irgendeine Form von Exaptation. Das ist trivial, denn keine Funktion bleibt ewig erhalten.
GouldVsGradualismus: "Unterbrochenes Gleichgewicht". Sprünge möglich Lange Phasen der Stabilität, Perioden heftiger Veränderungen. Aber keine Theorie der Makromutation.
Unterbrochenes Gleichgewicht/DennettVsGould: Abb I 392: es kommt darauf an, wie man ein Diagramm zeichnet: mit schrägen oder waagerechten Verzweigungen (Stehen und Springen).
I 409
DennettVsGould: Veränderungen können bekanntlich in der Evolution erst rückblickend bewertet werden. Nichts, was während der Seitwärtsbewegung geschieht, unterscheidet einen anagenetischen von einem kladogenetischen Vorgang.
I 405
DennettVsGould: aber die Tatsache, dass eine momentan vorhandene Gruppe die Begründer einer neuen Art sein wird, kann jetzt nicht von Bedeutung für die Heftigkeit einer Entwicklung sein. DennettVsGould: einen solchen lokalen unmerklichen (aber dennoch schnellen) Übergang von der Maus zum Elefanten (wenige tausend Jahre) würde Gould sicherlich nicht als Verletzung des Gradualismus ansehen, aber dann hat er für seine Gegenposition zum Gradualismus keinerlei Belege in Form von Fossilfunden!.
I 423
...hat der Neodarwinismus jemals behauptet, die Evolution verlaufe mit konstanter Geschwindigkeit? DennettVsGould: vermutet tatsächlich (zu Unrecht) dass der größte Teil des Wettbewerbs der Evolution eine Lotterie war!
Sein einziges Indiz: er kann sich nicht vorstellen, warum manche der verblüffend bizarren Geschöpfe (Burgess) besser gestaltet sein sollten als andere.
I 426
Zufall/Beleg/Dennett: Bsp ein Geysir bricht durchschnittlich alle 65 Minuten plötzlich aus. Die Form der Plötzlichkeit ist keinerlei Beleg für die Zufälligkeit. I 424 Kambrische Explosion/DennettVsGould: ebenso ist die Plötzlichkeit hier kein Beleg für die Zufälligkeit. Evolution/DennettVsGould: er hat schon recht: die Wege sind kontinuierliche, ununterbrochene Abstammungslinien (bis zu uns) aber sie sind keine Linien des weltweiten Fortschritts. Na und? Es gibt eben lokale Verbesserungen.
Münch III 379
Adaptionismus/Dennett: je komplexer die Gegebenheit, desto unwahrscheinlicher erscheint ein Vernunftgrund. Aber die Wahrheit einer nichtadaptionistischen Geschichte fordert nicht die Falschheit aller adaptionistischen Geschichten. Wir sollten die Annahme des Pangloss übernehmen!(1)

1. Daniel Dennett, “Intentional Systems in Cognitive Ethology: The ‘Panglossian Paradigm’ defended”, The Behavioral and Brain Sciences 6 (1983), 343-355

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
VsGouldVsGould Pinker Vs Gould, St.J. I 212
Evolution/PinkerVsGould: viele angebliche Fehlkonstruktionen in der Natur entpuppen sich als Ammenmärchen. (Gould: "zusammengestückelte Teillösungen"). Selektion/Gould: kann grundlegende Körperbaupläne nur sehr wenig beeinflussen. (z.B. Gefäß , Nervensystem der Wirbeltiere ist seit mehreren hundert Millionen Jahren unverändert.
I 214
PinkerVsGould: man sollte Selektion nicht gegen stammesgeschichtliche Beschränkungen ausspielen. Ebenso hinderlich wie die Dichotomie zwischen Angeborenem und Erlerntem. Sinnlose Fragen/sinnlos/Pinker: Bsp "Warum hat ein Lebewesen dieses oder jenes Organ? Nur sinnvoll, wenn ein Vergleich folgt.
Federn/Flügel/Pinker: dass sie die Federn zuerst zur Wärmeisolierung entwickelt haben, ist ein weit verbreitetes Gerücht. "Mit einem halben Flügel kann man nicht Fliegen".
PinkerVs: aber es gibt nicht wenige Vögel, die etwas fliegen können: Hühner, Tiere, die sich von Bäumen fallen lassen usw.
I 373
Exaptation/PinkerVsGould: ich stimme mit Gould überein, was die Entwicklung selbst betrifft: Bsp Kieferknochen zu Gehörknöchelchen). Aber: Frage: wer oder was vollbringt die Weiterentwicklung oder die Funktionsübernahme? Warum eigneten sich die früheren Strukturen, neue Funktionen zu übernehmen?

Pi I
St. Pinker
Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998
VsGouldVsGould Verschiedene Vs Gould, St.J. Dennett I 383
Helena CroninVsGould: Denkfehler: er fragt, wie ausschließlich die Selektion als Triebkraft des Wandels ist. Muß man alle Eigenschaften der Lebewesen als Anpassungen betrachten? Cronin: die Selektion könnte das einzige sein, was wirklich Anpassungen hervorbringt, ohne daß sie deshalb alle Eigenschaften hervorgebracht haben muß.





Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
VsGouldVsGould Kauffman Vs Verschiedene Dennett I 311
Monod/Francois Jacob: These: die Natur ist eine "Bastlerin" (bricolage).Opportunismus herrscht. Zufall und völlige Richtungslosigkeit (KauffmanVs). Kauffman: die erzwungenen Züge findet auch eine blinde Bastlerin.
Kauffman I 286
Leben/Selbstorganisation/Kauffman: wir sind nicht bloß zusammengestückelte Bastelwerke, nicht bloß molekulare Ad-hoc-Apparate. KauffmanVsGould, VsMonod,VsJacob,VsBricolage. Wir sind Kinder der Notwendigkeit. Zu Hause im Universum.

Kauffman I 277
Gradualismus/KauffmanVsGradualismus/Kauffman: funktioniert bei zwei Modellen nicht: 1. maximal verdichtete Rechnerprogramme. Da diese völlig regellos sind, (keine Redundanz) ist die Fehlertoleranz gleich null. Jede Änderung wird das Ergebnis randomisieren.
2. NK-Landschaften: wenn sich die Zahl der Kopplungen K = N 1 annähert, gibt es immer weniger Regelmäßigkeit.

Kau II
Stuart Kauffman
At Home in the Universe: The Search for the Laws of Self-Organization and Complexity New York 1995

Kauffman I
St. Kauffman
Der Öltropfen im Wasser. Chaos, Komplexität, Selbstorganisation in Natur und Gesellschaft München 1998

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005