Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 21 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Begriffsrealismus Brandom
 
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Martin Seel Kritik Die ZEIT April 01
HabermasVsBrandom: "Begriffsrealismus" (Begriffsrealismus: (HusserlVs) billigt den Begriffen reales Sein zu. Die Welt sei so beschaffen, wie es unsere Begriffe verlangen. - Das stellt die Architektonik des nachhegelschen Denkens auf den Kopf. - Statt Konfrontation mit kontingenter Welt, die sich in Ausbildung adäquater Begriffe bewähren muss, trete eine bloße Nachbildung an sich seiender Gehalte. - BrandomVsHabermas: dieser verwirft das "positivistische Bild" einer Erprobung unserer Begriffe an einer begriffsfreien äußeren Welt.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Begriffsrealismus Habermas
 
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Seel III 149
Begriffsrealismus/HabermasVsBrandom: sein "Begriffsrealismus" verfehlt den konstruktiven Charakter der menschlichen Erkenntnis - an die Stelle der Konfrontation trete eine bloße Nachbildung ansichseiender Gehalte -" SeelVsBrandom: pragmatistischer als der Pragmatismus - BrandomVsHabermas: Brandom verwirft das "positivistische Bild" einer Erprobung unserer Begriffe an einer begriffsfreien äußeren Welt

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Se I
M. Seel
Die Kunst der Entzweiung Frankfurt 1997

Se II
M. Seel
Ästhetik des Erscheinens München 2000

Se III
M. Seel
Vom Handwerk der Philosophie München 2001
Behauptbarkeit Brandom
 
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I 197
VsBegründete Behauptbarkeit :Behauptbarkeitsbedingungen enthalten nicht die gesamte Bedeutung. (laut Rorty): behauptbar/Brandom: zusätzlich zu den Begriff »behauptbar« benötigen wir für die reine Sprachphilosophie noch »wahr«. Und zwar für das Verständnis, wie die Sprache funktioniert, im Unterschied zum Verständnis, wie sie auf die Welt übergreift. (Semantik/Erkenntnistheorie).
- - -
Rorty I 325ff
Ebenso naiv: die Behauptbarkeitsbedingungen einer Aussage als "deskriptive Bedeutung" und die Konsequenzen als "evaluative" Bedeutung zu unterscheiden, und damit jedes Bedürfnis nach Harmonie aufzugeben. - - -
Brandom II 238
Behauptbarkeitstheorien/Brandom: These: die Semantik muss sich an der Pragmatik orientieren (Brandom pro).
II 240
zwei Aufgaben: 1. behauptende Kraft, d.h. Richtigkeit zu erklären, d.h. die Unterscheidung von Zügen überhaupt zu machen 2. sagen, wann jene Züge erlaubt sind.
II 241
a) was sind Gründe, Belege b) direkt fragen, ob eine Behauptung wahr ist - "semantische Behauptbarkeit"/Sellars: Behauptbarkeit unter idealen Bedingungen.
II 242
BrandomVsSellars: hoffnungslos: man kann die Idealität nicht spezifizieren, entweder bleibt es zirkulär mit Rückgriff auf den Wahrheitsbegriff, oder trivial. (Auch BrandomVsHabermas).
II 243
Brandom eigener Ansatz: These: regelgeleitetes Sprachspiel, das erlaubt, mit deklarativen Sätzen propositionale Gehalte zu verbinden, die in dem Sinne objektiv sind, dass sie sich von den Einstellungen der Sprecher ablösen - das spaltet die Behauptbarkeit in zwei Teile: Festlegung und Berechtigung (zwei normative Status). - Das geht über Behauptbarkeitstheorien hinaus, weil es die Unterscheidung von richtigem und falschem Gebrauch ermöglicht - (>Dummett, >Schach, Witz, Gewinn)
II 254f
semantische Theorien/Behauptbarkeit/Brandom: pro: Vorteil: enge Bindung an Gebrauch - Problem: Dilemma: entweder a) Bindung an Einstellung oder b) an Gegenstand - Pointe: gleiche Behauptbarkeitsbedingungen aber verschiedene Wahrheitsbedingungen - der Gegenstand könnte rot sein, ohne dass ich in der Lage bin, das zu sagen.
II 259
Lösung: Konditional: "Wenn das Muster rot ist, dann ist es rot". - Tautologie: das ist korrekt, da es eine festlegungserhaltende Inferenz kodifiziert - aber nicht:
II 260
"Wenn ich zu der Behauptung berechtigt bin, dass das Muster rot ist, ist es rot" - nicht festlegungserhaltend.
II 261
Unterscheidung zwischen Berechtigung und Festlegung braucht nicht den Begriff der Wahrheit
II 261
BrandomVsBehauptbarkeit: unterscheidet nicht zwischen den Status der Festlegung/Berechtigung ohne das Hilfsmittel der Inkompatibilitäten (Negation). Unterscheidung zwischen Sätzen, die die Behauptbarkeitsbedingungen teilen und solchen, die die Wahrheitsbedingungen teilen, geht nicht ohne den Begriff der Wahrheit.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Denkformen Rorty
 
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Richard Rorty
I 130
DF: das 17. Jahrhundert »missverstand« den Spiegel der Natur oder das innere Auge ebenso wenig, wie Aristoteles die natürliche Bewegung oder Newton die Gravitation missverstand. Man konnte sie nicht missverstehen, da man sie erfand.
I 135
DF: »Mit Recht für wahr gehalten« ist nicht dasselbe wie »wahr«.
I 139
Man kann schwerlich sagen, »mental« bedeute in Wirklichkeit etwas, »das sich als etwas Physikalisches herausstellen könnte«, wie man auch nicht gut sagen kann, Bsp "kriminelles Verhalten" bedeute in Wirklichkeit soviel wie "Verhalten, das sich als unschuldig herausstellen kann". DF
I 258
Abstrakt/konkret: die Unterscheidung muss ebenso auf eine gegebene Datenbasis relativiert werden, wie die Unterscheidung des Komplexen und des Einfachen.
I 261
DF Verdoppelung: Rorty: die Klage, die Schablonen führten wie Lockesche Ideen zu einer Verdoppelung des Explanandums, ist wie die Klage, die Partikel des Bohrschen Atoms verdoppelten die Billardkugeln, deren Verhalten sie zu erklären helfen. ((s) 1. Umkehrung, 2. Analogien sind sowieso keine Verdoppelung.) Es stellt sich allerdings heraus, dass es fruchtbar ist, innerhalb der großen Billardkugeln kleine Billardkugeln zu postulieren.
I 273
Die Sprache des Denkens oder irgendein Code, können keinen Ehrenstatus haben, (selbst nicht für Fodor) denn ein bloßer Code ist kein Mittel, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden.
II 33
RortyVsHabermas: er scheint vorauszusetzen, man müsse zunächst X als Sonderfall von Y nachweisen, um X als Y zu behandeln. Als ob man nicht einfach X als Y behandeln könnte, um zu sehen, was passiert!
III 169 ff
Kontigenz/DF: Kontingenzen in literarischen Erzählungen sind erst in der Rückschau sinnvoll.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Intersubjektivität Putnam
 
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III 167
PutnamVsHabermas: allgemeine Zustimmung ist weder in Philosophie noch sonstwo jemals Kriterium für Richtigkeit.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
Kommunikation Habermas
 
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Rorty II 32
Sprache/Kommunikation/HabermasVsDerrida: Derrida verleugnet sowohl die Existenz eines »eigensinnig strukturierten Bereichs der kommunikativen Alltagspraxis« als auch eines »autonomen Bereichs der Fiktion«. Weil er beides verleugnet, kann er beliebige Diskurse nach dem Muster der poetischen Sprache analysieren. So braucht er Sprache nicht zu determinieren.
II 33
RortyVsHabermas: Derrida ist weder genötigt noch gewillt, »Sprache überhaupt« durch irgendetwas »determiniert« sein zu lassen. Derrida könnte mit Habermas uneingeschränkt darin übereinkommen, dass sich »die welterschließende Kraft der interpretierenden Sprache ihrerseits bewähren muss«, bevor sich Metaphern literarisch einbürgern und zu sozial nützlichen Werkzeugen werden. RortyVsHabermas: er scheint vorauszusetzen, man müsse zunächst X als Sonderfall von Y nachweisen, um X als Y zu behandeln. Als ob man nicht einfach X als Y behandeln könnte, um zu sehen, was passiert!


Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Kommunikation Luhmann
 
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GLU I 89
Kommunikation/Luhmann/GLU: - spezifische Operation sozialer Systeme: 1. Mitteilung, 2. Information 3. Verstehen der Differenz zwischen Mitteilung und Information. - Kommunikation ist nicht gleich Information, sie realisiert sich nur, wenn Information verstanden wird - Information ist eine Selektion zwischen Gesagtem und Ungesagtem - Verstehen ist Selektion zwischen Mitteilung und Information.
II 47
Gesellschaft/Kommunikation/Luhmann/Reese-Schäfer: Sonderfall: nur Gesellschaft operiert mit Kommunikation - außerhalb der Gesellschaft gibt es keine Kommunikation. - Daher ist sie notwendig geschlossen. - Das ist das einzige System, für das das gilt - ((s) Also wird für das Tierreich Kommunikation ausgeschlossen?) - Dann kann kein Beobachter einen Außenstandpunkt einnehmen.
AU I Kass 13
Kommunikation/Sprache/Karl Bühler/Luhmann: statt "Übertragungsmodell": - Einheit der drei Komponenten 1. Information, das worum es geht - 2. Mitteilung - 3. Verstehen - Das gab es schon in der Antike. - LuhmannVsSprechakttheorie: das ist die Vorstellung, diese Dreiheit wäre in Akte zerlegbar. - Karl Bühler: das sind alles nur Funktionen - ((s) Funktion/(s): Ist kein Akt.)
AU I Kass 13
Kommunikation/LuhmannVsHabermas: Kommunikation dient nicht der Herstellung von Konsens. - Wenn das nicht klappt, erklärt man es einfach zur Norm und sagt "eigentlich sollte es so sein." Wir sollten aber nicht aus einer Unmöglichkeit eine Norm machen. SchelskyVsHabermas: wenn dieses Ziel erreicht ist, hört dann die Kommunikation auf?
Lösung/Luhmann: Kommunikation ist keine Handlung, die unter eine Norm gebracht werden müsste - nur das Mitteilen ist Handlung. - Kommunikation ist offen, wenn man sie ohne Zugaben wie Wahrheit betrachtet. - Wir können auch "nein" sagen - Dagegen haben wir nicht die Möglichkeit, immer wieder von vorne zu beginnen - völlig ohne Autorität geht es nicht. - "Nein" beendet nicht die Kommunikation - Kommunikation könnte nur durch Missverstehen beendet werden. - Kommunikation kommt zustande, wenn über "ja" und "nein" noch nicht entschieden ist.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Kommunikations-Theorie Bubner
 
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I 198
Kommunikationstheorie/BubnerVsHabermas: es wird behauptet, die Einhaltung der Formalbedingungen sei so zum erstenmal in der Geschichte gewährleistet, 1. in Wahrheit soll aber das politische Geschehen strukturell verwandelt werden gemäß dem Paradigma einer philosophischen Idealvorstellung.
Idealisierung, weil die Teilnehmerzahl begrenzt bleiben muss, und das ist weder ein historischer Zufall noch ein Vorurteil undemokratischer Elitegesinnung.
I 199
2. ist der planmäßige Eintritt in den Dialog durch das Zerbrechen vorgängig unbefragter Einmütigkeit gekennzeichnet, trotzdem muss die Kontroverse in der primären Absicht erfolgen, wieder zur Gemeinsamkeit zurückzufinden. Doch Bemühung um Konsensfindung ist noch nicht Konsens, und erst Konsens stiftet Gemeinsamkeit kollektiver Praxis.
Mit einem Wort: der Dialog ist ein Mittel, aber nicht der letzte Inhalt von Politik.
3. es ist nicht klar, welches eigentlich die Inhalte sind, um die sich die Veranstaltung dreht.
mit der Tendenz, den Fluss der Praxis zum permanenten Dialog umzuformulieren, gehen die Inhalte verloren, die aus dem politischen Alltag stammen. Die Inhalte werden spielerisch, solange sie den praktischen Folgen entzogen sind.
BubnerVsKommunikationstheorie: daran zeigt, sich, dass anstelle eines Rationalisierungsvorschlags für politische Prozesse in Wahrheit eine Neubestimmung des Politischen intendiert ist. Der substantielle Gehalt des Aristotelismus der in der Gemeinsamkeit handlungsorientierender Wertvorstellungen lag, gilt historisch als überholt oder aufgezehrt.
Das Signum der Moderne, die Subjektivität, erlaubt nicht mehr die Ausrichtung auf das gute Leben, denn diese Reflexionsgestalt der Praxisstruktur lässt die Besonderheit des Individuums unberücksichtigt.
I 201
BubnerVsKommunikationstheorie/BubnerVsHabermas: scheinen sich allein auf den Akt des Vertragsschlusses zu konzentrieren, den sie mit linguistischen Mitteln umdeuten und zu einem permanenten Vorgang erklären. Sie sehen aber vom staatlichen Zustand gezähmter Praxis ab, den sie der Befestigung von Herrschaft verdächtigen.
Statt daß der Vertrag Politik ermöglicht, ist Politik eine unablässige Folge von Vertragsabschlüssen. Jeder triviale Konflikt nimmt die Form eines Grundsatzproblems an.
Die Institutionsenskepsis der Kommunikationstheorie reicht so tief, daß in Gestalt der Favorisierung des Dialogs die Vermeidung der strukturellen Festlegung politischer Ordnung im Prinzip betrieben wird. Verfahrensregeln, Instanzenweg, dezisionistische Entscheidungen, Gewaltenteilung, Herrschaft auf Zeit das gesamte System der ausdifferenzierten Organisationsform des Politischen ist suspendiert und kann im Gespräch stets revidiert werden.
Andere AutorenVs: man hat die zugrundeliegende Idealisierung beklagt, die Verwechslung der Modi theoretischer Erörterung mit Praxis, die unhistorische Vernachlässigung der Erfordernisse faktischer Komplexität von Gesellschaft usw.
Bubner: der wesentliche Einwand ist jedoch: die Voraussetzung allen politischen Redens, die Gemeinsamkeit der Zielsetzungen, wird durchgestrichen zugunsten einer abstrakten Einigung von Partnern, deren gemeinsames Handeln solange dahinsteht, wie sie im Zeichen der Dialogmethode diskutieren. (Siehe auch Subjektivität)

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Kommunikations-Theorie Habermas
 
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Bubner I 196
Habermas/Kommunikationstheorie/Bubner: These: das Funktionieren des politischen Systems nach dem Vorbild des Dialogs zu denken. Klare Formalbedingungen, die auf das politische System als Ganzes zu übertragen wären. 1. Gleichberechtigung der Partner, kein Verhältnis von Wissenden zu Unwissenden.
2. Diese soll nicht wie bei Hegel durch mühsames Abarbeiten des Verhältnissees von Herr und Knecht geschehen, sondern als a priori gesetzt sein, ohne das gar keine Interaktion stattfindet.
2. Verpflichtung, auf Beeinflussung zu verzichten, Gleicher Spielraum.
3. Authentizitätspostulat: Verpflichtung auf Wahrheit. Da Absichten nicht zu prüfen sind, kann nur der Verlauf des Dialogs selber den Erweis erbringen.
BubnerVsHabermas: da man aber von vornherein auf Wahrhaftigkeit baut, handelt es sich offenbar mehr um eine Definitionsfrage, was man als Dialog überhaupt zulassen will.
I 198
Kommunikationstheorie/BubnerVsHabermas: es wird behauptet, die Einhaltung der Formalbedingungen sei so zum erstenmal in der Geschichte gewährleistet, 1. in Wahrheit soll aber das politische Geschehen strukturell verwandelt werden gemäß dem Paradigma einer philosophischen Idealvorstellung.
Idealisierung, weil die Teilnehmerzahl begrenzt bleiben muss, und das ist weder ein historischer Zufall noch ein Vorurteil undemokratischer Elitegesinnung.
I 199
2. ist der planmäßige Eintritt in den Dialog durch das Zerbrechen vorgängig unbefragter Einmütigkeit gekennzeichnet, trotzdem muss die Kontroverse in der primären Absicht erfolgen, wieder zur Gemeinsamkeit zurückzufinden. Doch Bemühung um Konsensfindung ist noch nicht Konsens, und erst Konsens stiftet Gemeinsamkeit kollektiver Praxis.
Mit einem Wort: der Dialog ist ein Mittel, aber nicht der letzte Inhalt von Politik.
3. es ist nicht klar, welches eigentlich die Inhalte sind, um die sich die Veranstaltung dreht.
mit der Tendenz, den Fluss der Praxis zum permanenten Dialog umzuformulieren, gehen die Inhalte verloren, die aus dem politischen Alltag stammen. Die Inhalte werden spielerisch, solange sie den praktischen Folgen entzogen sind.

BubnerVsKommunikationstheorie: daran zeigt, sich, dass anstelle eines Rationalisierungsvorschlags für politische Prozesse in Wahrheit eine Neubestimmung des Politischen intendiert ist. Der substantielle Gehalt des Aristotelismus der in der Gemeinsamkeit handlungsorientierender Wertvorstellungen lag, gilt historisch als überholt oder aufgezehrt.
Das Signum der Moderne, die Subjektivität, erlaubt nicht mehr die Ausrichtung auf das gute Leben, denn diese Reflexionsgestalt der Praxisstruktur lässt die Besonderheit des Individuums unberücksichtigt.


Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988
Letztbegründung Habermas
 
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Rorty V 8
Fundament/Letztbegründung/RortyVsHabermas: ich misstraue dem verbleibenden Fundamentalismus, Streben nach "Allgemeingültigkeit" .Habermas feiert die Demokratie, aber er begründet sie nicht. Wenn HabermasVsFoucault den Vorwurf des Relativismus erhebt und ihn auffordert, seine "normativen Maßstäbe" offenzulegen, Rorty: hier stehe ich auf Seiten Foucaults, der mit den Achseln zuckt und schweigt.
V 9
Welt/Sprache/RortyVsHabermas: Vs Forderung, die welterschließende (poetische) Kraft der Sprache (Heidegger, Foucault) müsse der innerweltlichen Praxis untergeordnet werden.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Metaphern Habermas
 
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Rorty III 117
Metapher/HabermasVsRorty: betrachtet Rortys ästhetisierende Rede von Metapher, Begriffserneuerung und Selbsterfindung als unglückselige Faszination von der Idee der »welterschließenden Funktion der Sprache«, die im Gegensatz zur »problemlösenden« Funktion der Sprache in der »innerweltlichen Praxis« trete.
III 118
Habermas/Kuhn/Rorty: Habermas ist bereit, von Kuhn zu akzeptieren, dass »die Spezialsprachen von Wissenschaft und Technik, Recht und Moral, Wirtschaft und Politik von der Leuchtkraft metaphorischer Redewendungen leben«.
III 119
RortyVsHabermas: Habermas hat mehr Angst vor einem »romantischen Umsturz« wie die Hitlers und Maos ihn vorgeführt haben, als vor der erstickenden Wirkung, die verkrustete Gesellschaften haben können. Er hat mehr Angst vor der Autonomie als vor dem, was Foucault »Biomacht« der Experten nannte.
III 120
RortyVsHabermas: ich bin sehr misstrauisch gegenüber der Idee einer »universellen Geltung« (Metaphysik). Dieser Anspruch ist nicht mehr glaubwürdig, wenn man von der »Kontingenz der Sprache« überzeugt ist.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Rationalität Habermas
 
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Rorty I 92
RortyVsHabermas: sein eigener Versuch die kommunikative Vernunft an die Stelle der »subjektzentrierten Vernunft« zu setzen, ist selbst ein Schritt hin zur Ersetzung des »was« durch ein »wie«.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Rationalität Luhmann
 
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II 129f
Def Rationalität/Luhmann/Reese-Schäfer: das Gebot, die funktionalen Differenzierungen zu respektieren. Völlig anders als bei Habermas. - LuhmannVsHabermas: die gesamtgesellschaftliche Rationalität kann schließlich nicht in der Verallgemeinerung dessen bestehen, was die einzelnen Funktionsbereiche als ihre Rationalität ansehen. - Hierfür kann es keinen privilegierten Ort, keine zuständige Organisation, also auch keine "Verfassung" geben. AU Kass 8
Rationalität/Luhmann: Frage: wie soll Rationalität unter der realistischen Bedingungen des universellen Betrugs überhaupt verstanden werden? - Tradition: These: Handeln und die Umstände sind beides Natur - ebenso die Kriterien für die Richtigkeit.
AU Kass 8
Rationalität/Habermas: Unterscheidung strategische/kommunikative Rationalität. - LuhmannVsHabermas: die Rationalität müsste auf beiden Seiten dieselbe Rationalität sein. - Wieso sprechen wir denn von Rationalität? - Was ist aber die gemeinsame Komponente? - Weder Habermas noch Weber sagen das. - Luhmann: heute: Handlungsrationalität: Präferenzen - Gegenbegriff: Nebenfolgen.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Relativismus Rorty
 
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Richard Rorty
I 304
Relativismus: Die Behauptung, Wahrheit und Referenz seien »relativ auf ein Begriffssystem«, klingt so, als sage sie mehr. Aber das ist so lange nicht der Fall, als unser Begriffssystem schlicht für das steht, was wir gegenwärtig glauben.
II 36
RortyVsHabermas: braucht einen archimedischen Punkt, um Foucault für seinen »Relativismus« zu kritisieren
II 152
Kulturrelativismus: ist gar nicht relativistisch, sofern Relativismus auf die Behauptung hinausläuft, jede moralische Anschauung sei genauso gut wie jeder andere. Rorty: unsere moralische Anschauung ist sehr viel besser als jede Konkurrenzanschauung. Es ist eine Sache, die falsche Behauptung aufzustellen, zwischen uns und den Nazis gebe es keinen Unterschied. Eine ganz andere Sache ist es, die richtige Behauptung zu vertreten, dass es keinen neutralen gemeinsamen Boden gibt, auf den ein Nazi und ich sich zurückziehen können, um zu diskutieren.
III 87
Schumpeter: »die Einsicht, dass die Geltung der eigenen Überzeugungen nur relativ ist, und dennoch unerschrocken für sie einzustehen, unterscheidet den zivilisierten Menschen vom Barbaren.« Berlin: mehr darf man nicht verlangen.
IV 11
Relativismus/Kulturrelativismus/RortyVsPutnam: falsche Lösung: einen transkulturellen Standpunkt. - Das wäre nur ein weiterer Gottesstandpunkt: ideale Wahrheit als Grenzbegriff.
V 20
Kulturen haben keine axiomatischen Strukturen. Dass sie institutionalisierte Normen haben, besagt eigentlich das gleiche wie Foucaults These: dass Erkenntnis und Macht nie voneinander getrennt werden können. Wenn man zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort nicht an bestimmte Dinge glaubt, muss man es wahrscheinlich büßen.
VI 74
Relativismus/Realismus/PutnamVsRealismus/PutnamVsRelativismus/Rorty: beide gehen davon aus, man könnte gleichzeitig innerhalb und außerhalb der Sprache stehen.
VI 77f
Faschismus/Relativismus/Wahrheit/Sartre/Rorty: Bsp morgen nach meinem Tode können Menschen beschließen, den Faschismus einzuführen - dann wird der Faschismus die menschliche Wahrheit sein. - RortyVsSartre: nicht die Wahrheit - die Wahrheit wäre in Vergessenheit geraten. - Putnam: Wahrheit dritte Instanz zwischen den Lagern. - RortyVsPutnam: Richtigkeit statt Wahrheit - und zwar nach unseren Normen. - Nach welchen denn sonst, denen der Faschisten?
VI 79
Begründung der Normen/Rorty: aus unserer Selbstverbesserung.
VI 246
Kulturrelativismus/Rorty: ich bin schon der Meinung, dass unsere westliche Kultur über anderen steht. Diese Art von Relativismus ist aber kein Irrationalismus. Man braucht kein Irrationalist zu sein, wenn man darauf verzichtet, das eigene Netz von Überzeugungen so kohärent und durchsichtig wie möglich zu gestalten.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Sinn Luhmann
 
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GLU I 170
Sinn/Luhmann/GLU: erlaubt die selektive Erzeugung aller sozialen und psychischen Formen - Form des Sinns ist die Unterscheidung "real"/"möglich". - Sinn ist die Simultanpräsentation von Aktuellem und Möglichem - Sinn bestimmt Anschlußfähigkeit an weitere Kommunikation - ((s) Anderswo: ist die Dimension, in der Negation präsentiert wird.) - Sachdimension: "dies"/"anderes" - Sozialdimension: "ego"/"alter" - Zeitdimension: Vergangenheit/Zukunft.
II 34
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: Ordnungsform menschlichen Erlebens. - Das Erleben muss auswählen - dazu dient der Sinn. - Erleben/Handeln: ist Selektion nach Sinnkriterien.
II 35
Def Sinn/Luhmann: die Bedeutung, die etwas für einen Beobachter hat - Sinnlosigkeit: nur bei Zeichen möglich.
II 44
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: braucht keinen Träger - Sinn trägt sich selbst, indem er seine eigene Reproduktion selbstreferentiell ermöglicht.
II 139
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: vorsprachliche, die Sprache fundierende Kategorie. Sinn/HabermasVsLuhmann: prinzipiell sprachlich - nicht ohne intersubjektive Geltung denkbar. LuhmannVsHabermas: Studien über Ehekonflikte zeigen, dass diese alltagssprachlich nicht zu lösen sind, weil die Alltagssprache jeweils positive und negative Ausdrücke bereithält.
AU I Kass 10
Sinn/Soziologie/Luhmann: Problem: wenn jedes Individuum Sinn produziert, gibt es dann eine Sphäre der Intersubjektivität? - Lösung: wir müssen die Sinnkategorie auf zwei verschiedene Systemkategorien anwenden: 1. Psychische Systeme, Bewusstseinsysteme, die sinnhaft erleben. -
2. Kommunikationssysteme, die Sinn reproduzieren dadurch, dass er in Kommunikation verwendet wird. Subjekt: geht verloren. - das Subjekt ist kein Träger des Sinns. - Sinn wird formal. - Lösung: Gewinnung durch die Unterscheidung von Medium und Form - d.h. unabhängig von einem bestimmten System.
AU Kass 10
Sinn/Luhmann: Sinn könnte eine ständige Aufforderung zu spezifischer Formenbildung sein, die sich dann immer dadurch auszeichnen, dass sie im Medium von Sinn gebildet sind - diese Formen repräsentieren aber nicht Sinn als Kategorie überhaupt - Das Wort "Sinn" ist nämlich nicht das einzige, was Sinn hat.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: a) im Bewusstseinssystem - Bsp Verweisen auf andere Möglichkeiten: ich habe den Schlüssel in der Tasche, um später die Tür aufzuschließen - aber Sinn ist auch die Lokalisierung dieser Verweisung in allem, was wir als Gegenstand betrachten - b) im Kommunikationssystem: zur Information gehört auch der Ausfallbereich: was überrascht mich? - Alle Items haben nur vor dem Hintergrund anderer Möglichkeiten Sinn.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: ist selbst ein Medium - auch Negation spielt sich innerhalb ab. - Aber Sinn ist selbst nicht negierbar. - Wir kommen nicht heraus. - Eine Welt, in der wir nur noch Käfer existieren, wäre eine, in der kein Sinn mehr prozessiert wird - Aber wir können sie uns nur sinnhaft vorstellen. - Wir stellen uns den Rest als Rest vor - ("wie es für den Menschen wäre"). - ((s) > Nagel, Fledermaus) - Tier/Luhmann: es ist unentscheidbar, ob es Sinn für Tiere gibt. - Wir sind auf die Unterstellung von Sinn angewiesen. - Keine Unterscheidungen von Sinn wie z.B. "sachlich"/"zeitlich"/"sozial" sind möglich.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: kein sinnbrauchendes System kann dann für sich selbst völlig transparent werden. - Das, was wir als Resultat einer langen Kette von Operationen sind, welche Strukturen wir haben, können wir nicht auf eine Formel bringen. - Aber wir können uns stattdessen vorstellen, wer wir sind, oder wir können es beschreiben. - Dabei stoßen wir auch schnell auf Sinnloses - d.h. etwas, das nicht in diese Beschreibung passt.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Sprache Habermas
 
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Rorty II 94
Sprache/Habermas/Rorty: Habermas unterscheidet zwischen einem strategischen und einem genuin kommunikativen Gebrauch von Sprache. Skala von Vertrauensgraden.
II 94/95
Rorty: wenn wir aufhören, Vernunft als eine Autoritätsquelle zu deuten, löst sich die platonische und Kantische Dichotomie zwischen Vernunft und Gefühl auf.
II 96
RortyVsHabermas: die Idee des »besseren Arguments« ist nur sinnvoll, wenn man eine natürliche, transkulturelle Relevanzbeziehung ausfindig machen kann.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Systeme Luhmann
 
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GLU I 195
System/Umwelt/Luhmann/GLU/(s): Grundbegriff der Systemtheorie - Außen: ist immer komplexer als innen. - System: dient der Reduktion von Komplexität. - Keine System kann außerhalb seiner Grenzen operieren. - Jedes System ist durch seine eigene Operation gekennzeichnet. - Umwelt: ist nicht von Grenzen, sondern von Horizonten umgeben. - Sie ist selbst kein System. - Sie hat keine eigenen Operationen. - Sie ist aber nicht passiv.
II 47
System/Luhmann/Reese-Schäfer: autopoietische Systeme haben keine andere Form für Umweltkontakt als Selbstkontakt. - Sie nehmen Umwelteinflüsse nur auf, indem sie diese in ihre eigene Frequenz transformieren. - Bsp Sozialsystem haben keine Verwendung für Bewusstsein.
AU I Kass 3
System/geschlossene Systeme/Luhmann: geschlossene Systeme trifft man nicht in der Welt. - Wir beschäftigen uns nur mit offenen Systemen: Biologie, soziales System usw. - Sogenannte operationale (geschlossene) Systeme sind nur scheinbar anders. AU Kass 4
System/Luhmann: ein System kann sich selbst von der Umwelt unterscheiden.
AU I Kass 8
System/Umwelt/Komplexität/Luhmann: die Umwelt eines Systems ist immer komplexer als das System. - Daher kann das System keine Punkt-für-Punkt-Beziehung zur Umwelt herstellen. - Daher muss Komplexität reduziert oder ignoriert werden. - Z.B. verschiedene Dinge beim selben Namen nennen.
AU I Kass 8
System/Luhmann: hat Unterabteilungen - Bsp Planung für das System - Für sie ist das System selbst Umwelt - Lose gekoppelte Systeme sind stabiler. - Bsp Mitarbeiter können ausgetauscht werden. - Feste Kopplung findet man nicht in der Natur. - In Systemen hängt nicht alles mit allem zusammen! - Nicht wie bei Newton.
AU I Kass 11
System/Luhmann: ein System ist kein Objekt, sondern eine Differenz. - Ich bin in meiner Umwelt. - Ich bin nicht in der Gesellschaft, sonst würden andere meine Gedanken denken usw. - So erlaubt die Systemtheorie den Individualismus. - HabermasVsLuhmann: radikaler Individualismus wird gar nicht angestrebt. - LuhmannVsHabermas: die Gesellschaft muss nicht auf ein "menschliches Ziel" zulaufen. - ((s) Das ist ein Ziel für Menschen, die Gesellschaft ist kein Mensch.)
AU I Kass 14
System/Luhmann: Bsp Konflikte sind Systeme - weil man den anderen in eine begrenzte Variationsbreite von Reaktionen bringt. - Konflikte haben eine organisierende Kraft. - VsSystemtheorie/VsLuhmann: hier würden Konflikte unterbelichtet. - LuhmannVsVs: gerade nicht! - Konflikt: kann zu einer zu starken Integration führen. - Konflikte breiten sich bei fester Kopplung stärker aus.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Texte Habermas
 
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Rorty III 231
Literatur/Selbst/Literatur/Angemessenheit/RortyVsHabermas: für ihn ist das ganz traditionelle Bild des Selbst mit seinen drei Sphären: dem Kognitiven, dem Moralischen und dem Ästhetischen von zentraler Bedeutung. Diese Einteilung führt dazu, dass er Literatur als eine "Sache des angemessenen Ausdrucks von Gefühlen" und Literaturkritik als "Geschmacksurteil" ansieht.
III 232
Rorty: wenn wir diese Einteilung aufgeben, werden wir nicht mehr Fragen stellen wie: "Will dieses Buch Wahrheit oder Schönheit fördern?" "Will es richtiges Verhalten oder Vergnügen fördern?" und stattdessen fragen: "Welchem Zweck dient das Buch?"


Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Vernunft Habermas
 
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Rorty II 82
Vernunft/Habermas/Rorty: Habermas zieht eine scharfe Grenze zwischen Vernunft und Empfindung.
II 90
Praktische Vernunft/Habermas/Rorty: Habermas verlangt (laut Rorty) wirklich schweres philosophisches Geschütz nach dem Modell von Kant: nur transzendentale Voraussetzungen jedweder möglichen kommunikativen Praxis können hinreichend stark sein, um die Aufgabe zu erfüllen. Es braucht ein universell vorhandenes menschliches Vermögen namens praktische Vernunft, dass uns zeigt, was eine willkürliche Unterscheidungen zwischen Personen ist, und was nicht.
II 91
Rorty: das kann nicht Rawls Absicht sein. Keine übergeordnete »Autoritätsquelle«, kein unabhängiges Reich der Sittlichkeit. Praktische Vernunft ist für Rawls eher eine prozedurale als eine substantielle Frage.
II 92
RortyVsHabermas: sein eigener Versuch, die "kommunikative Vernunft" an die Stelle der »subjektzentrierten Vernunft« zu setzen, ist selbst ein Schritt hin zur Ersetzung des »Was« durch einen »Wie«.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Verstehen Luhmann
 
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AU Kass 12
Verstehen/LuhmannVsHabermas: Verstehen ist schon in der Kommunikation enthalten. - Sonst brauchte man den Empfänger als eine disziplinierende Instanz. - LuhmannVsSprechakttheorie: wenn Verstehen Teil der Kommunikation ist, braucht man keine verschiedenen Typen von Sprechakten einzuführen (Bsp strategisch, kommunikationsorientiert usw.).
AU Kass 13
Verstehen/Handlung/Kommunikation//Luhmann: LuhmannVsHandlungstheorie: wir müssen immer beim Verstehen ansetzen. - Die Kommunikation erzeugt überhaupt erst in ihrer Komponente "Verstehen" die Zweiteilung von Information und Mitteilung, die sie zu Verstehen macht. - Ohne Verstehen haben wir nur Verhalten. - Das Verstehen bezieht sich selbst ein. - Es versteht, dass es versteht - es versteht, dass es um die Bedingung der Teilnahme an der Kommunikation geht, nicht einfach um ein Stück Welt. - Das klingt psychologisch, aber es geht um die Kommunikation selber.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
Wirklichkeit Rorty
 
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Richard Rorty
II 40
RortyVsHabermas: wir linguistischen Historisten glauben, dass Abhängigkeitsverhältnisse nur dann aufgedeckt werden können, wenn jemand konkrete Alternativen vorschlägt. Es gibt keine »Menschheit« die aus einer Ära der »verzerrten Kommunikation« (relativer Begriff) in eine neue Ära geleitet werden müßte. - Wir verwerfen die Vorstellung, dass Menschen ein "Inneres" besitzen, dass »äußerer Konditionierung« widersteht.
II 106
Beschreibung/Rorty: die beschriebene Natur wird immer irgendeine Ordnung aufweisen!
II 106
Ding an sich/Rorty: einfach die Natur, die durch keine menschliche Sprache beschrieben wird.
III 77
Freud/Rorty: hat kein Interesse an einer Unterscheidung zwischen Wirklichkeit und Erscheinung! Es geht um Neubeschreibung.
IV 49
Welt: "Nichtsätze".

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 15 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsHabermas Brandom Vs Behauptbarkeit
 
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I 198
VsBegründete Behauptbarkeit: Behauptbarkeitsbedingungen enthalten nicht die gesamte Bedeutung. Ebenso naiv: die Behauptbarkeitsbedingungen einer Aussage als "deskriptive Bedeutung" und die Konsequenzen als "evaluative" Bedeutung zu unterscheiden, und damit jedes Bedürfnis nach Harmonie aufzugeben.
II 90
Behauptbarkeit/Brandom: ihre Vertreter behandeln ebenfalls den Aspekt der Bedingungen (Umstände) als erschöpfend und vernachlässigen die Folgen der Verwendung der Begriffe.
II 91
BrandomVs: Behauptungen können die selben Bedingungen aber unterschiedliche Konsequenzen haben. Bsp "Ich werde ein Buch über Hegel schreiben" - "Ich prophezeie, daß ich ein Buch über Hegel schreiben werde": Gleiche Umstände, unterschiedliche Folgen bzw. Festlegung.
Bedeutung/Gebrauch/Dummett: wenn wir nur die Umstände (Bedingungen) für den Gebrauch eines Prädikats gelernt haben, kann es sein, daß wir nicht alle Verbindungen mit anderen Begriffen durchschaut haben!
II 242
Eine philosophische Analyse des Wahrheitsbegriff wird daher nicht unbedingt durch eine Definition des Wortes "wahr" geleistet. "semantische Behauptbarkeit"/Sellars: Behauptbarkeit unter idealen Bedingungen.
II 262 ++
BrandomVsSellars: hoffnungslos: man kann die Idealität nicht spezifizieren, entweder bleibt es zirkulär mit Rückgriff auf den Wahrheitsbegriff, oder trivial. (auch BrandomVsHabermas). Alternative/BrandomVsSellars: Abstützung mit Wahrheitsbedingungen.
Nachteil: wir sind dann nicht mehr in der Lage, die Korrelation der so verstandenen semantischen Gehalte mit sprachlichen Ausdrücken anhand einer direkten Angleichung an das Ausführen von Zügen zu erklären, wie es die alternative Sprachspieltheorie tut.
BrandomVsBehauptbarkeit: unterscheidet nicht zwischen den Status der Festlegung/Berechtigung, ohne das Hilfmittel der Inkompatibilitäten (Negation).

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsHabermas Habermas Vs Foucault
 
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I 317
Wille zum Wissen/Foucault: greift in die Konstitution der wissenschaftlichen Diskurse ein. Er bestimmt das Ausnahme der Regeln, nach denen das Wahre von Falschen geschieden wird. (Macht). HabermasVsFoucault: die derart kaschierte Herkunft des Machtbegriffs aus dem metaphysik-kritischen Begriff des Willens zur Wahrheit und zum Wissen erklärt auch die systematisch zweideutige Verwendung der Kategorie »Macht«. Einerseits die Unschuld eines deskriptiv verwendbaren Begriffs, andererseits konstitutionstheoretischer Grundbegriff., denn der Analyse erst ihre Vernunft kritische Bedeutung verleiht.
I 318
HabermasVsFoucault: paradoxe Verbindung von positivistischen Einstellung und kritischen Anspruch.
I 320
Foucault These Macht- und Wissensformationen bilden eine unauflösliche Einheit.
I 321
HabermasVsFoucault: diese starke These lässt sich freilich nicht allein mit funktionalistischen Argumenten begründen. DF Beweis: HabermasVsFoucault: er müsste nachweisen, dass sich spezifische Machtstrategien in entsprechende wissenschaftliche Strategien der Vergegenständlichung von alltagssprachlichen Erfahrungen umsetzen und damit den Sinn der Verwendung theoretischer Aussagen über derart konstituierte Gegenstandsbereiche präjudizieren.
HabermasVsFoucault: er hat diesen Ansatz später nicht mehr aufgenommen, sonst wäre ihm nicht verborgen geblieben, dass in den Humanwissenschaften objektivistische Ansätze in den siebziger Jahren längst nicht mehr das Feld beherrschen. Sie konkurrieren vielmehr mit hermeneutischen und kritischen Ansätzen.
I 322
HabermasVsFoucault: seine Genealogie tritt in einer verwirrenden Doppelrolle auf: einerseits empiristische Rolle einer Analyse von Machttechnologien, einerseits transzendentale Rolle der selben Analyse von Machttechnologien, die erklären sollen, wie wissenschaftlicher Diskurse überhaupt möglich sind. Das Zusammenzwingen des idealistischen Gedankens der transzendentalen Synthesis mit empiristischer Ontologie ist kein Ausweg aus der Subjektphilosophie: der Machtbegriff ist der Bewusstseinsphilosophie selber entnommen!
I 323
HabermasVsFoucault: er kehrt die Wahrheitsabhängigkeit von Macht kurzerhand in die Machtabhängigkeit von Wahrheit um! Die Macht wird subjektlos. HabermasVsFoucault: niemand entkommt jedoch den begrifflichen Zwängen der Subjektphilosophie schon dadurch, daß er an den Grundbegriffen Umkehrungsoperationen durchführt.
I 324
HabermasVsFoucault: seine Genealogie entpuppt sich genau als jene präsentistische, relativistische und kryptonormative Scheinwissenschaft, die sie nicht sein will! Sie endet in heillosem Subjektivismus.
I 325
HabermasVsFoucault: 1. unfreiwilliger Präsentismus 2. unvermeidlicher Relativismus einer Gegenwartsbezogenen Analyse, die sich selbst nur noch als kontextabhängiges praktisches Unternehmen verstehen kann. 3. willkürliche Parteilichkeit einer Kritik, die ihre normativen Grundlagen nicht ausweisen kann. (Foucault ist umständlich genug, das einzugestehen.
I 326
HabermasVsFoucault: auch der radikale Historist kann Machttechnologien und Herrschaftspraktiken nur im Vergleich miteinander und keineswegs jede einzelne als eine Totalität jeweils aus sich selber erklären.
I 327
HabermasVsFoucault: verfängt sich in genau der Selbstbezüglichkeit, die er bekämpft: die Wahrheitsansprüche werden nicht nur auf die Diskurse, innerhalb deren sie jeweils auftreten, eingeschränkt.
I 328
Auch die Grundannahme seiner Machttheorie ist selbst bzgl., sie muß die Geltung Grundlage auch der von ihr inspirierten Forschungen zerstören.
I 330
HabermasVsFoucault: Foucaults Konzept der Macht erlaubt einen solchen privilegierten Begriff der Gegenmacht (z. B. der Arbeiter) nicht. Jede Gegenmacht erweckt sich schon im Horizonte der Macht.
I 336
Er wehrt sich gegen eine naturalistische Metaphysik, die eine Gegenmacht verdinglicht. HabermasVsFoucault: aber deshalb muss er sich eben auch auf die Frage nach den normativen Grundlagen seiner Kritik ebenfalls der Antwort enthalten.
HabermasVsFoucault: undialektisch! Einebnung zweideutiger Phänomene - (Foucault gibt Schwächen früherer Werke zu).- - -
Rorty II 27
HabermasVsDerrida, HabermasVsHeidegger/Rorty: »Subjektphilosophie«: verfehlter metaphysischer Versuch, das Öffentliche und das Private zu kombinieren. Fehler: zu denken, dass Reflexion und Introspektion das leisten könnten, was in Wirklichkeit erst durch die Ausweitung des Diskussionsrahmens und der Teilnehmer bewirkt werden kann.
II 30
Rede/Schrift/RortyVsDerrida: seine komplexe Argumentation läuft letztlich doch auf eine Stärkung der Schrift auf Kosten der Rede hinaus.
II 32
Sprache/Kommunikation/HabermasVsDerrida: Derrida verleugnet sowohl die Existenz eines »eigensinnig strukturierten Bereichs der kommunikativen Alltagspraxis« als auch eines »autonomen Bereichs der Fiktion«. Weil er beides verleugnet, kann er beliebige Diskurse nach dem Muster der poetischen Sprache analysieren. So braucht er Sprache nicht zu determinieren.
II 33
RortyVsHabermas: Derrida ist weder genötigt noch gewillt, »Sprache überhaupt« durch irgend etwas »determiniert« sein zu lassen. Derrida könnte mit Habermas uneingeschränkt darin übereinkommen, dass sich »die welterschließende Kraft der interpretierenden Sprache ihrerseits bewähren muss«, bevor sich Metaphern literarisch einbürgern und zu sozial nützlichen Werkzeugen werden. RortyVsHabermas: er scheint vorauszusetzen, man müsse zunächst X als Sonderfall von Y nachweisen, um X als Y zu behandeln. Als ob man nicht einfach X als Y behandeln könnte, um zu sehen, was passiert!
Dekonstruktion/Rorty: Sprache ist etwas, dass aus eigener Kraft wirksam werden, außer Kontrolle geraten, sich in den Rücken fallen kann, usw..
II 35
RortyVsDekonstruktion: nichts spricht dafür, dass die Sprache dies alles kann, außer dem Versuch, Derrida zu einem riesengroßen Mann mit einem riesengroßen Thema zu machen. Das Ergebnis einer solchen Lektüre ist nicht das Erfassen von Gehalten, sondern das Platzieren von Texten in Kontexten, das Ineinanderweben von Teilen verschiedener Bücher. Das Ergebnis ist ein Verschwimmen der Gattungsgrenzen. Das heißt aber nicht, dass Gattungen nicht »wirklich« seien. Das Verweben von Fäden ist etwas anderes, als die Annahme, die Philosophie habe »bewiesen« dass Farben wirklich »unbestimmt und ambivalent« seien.
Habermas/Rorty: fragt, weshalb Heidegger und Derrida noch jene »starken« Begriffe von Theorie, Wahrheit und System verfechten, die doch seit mehr als 150 Jahren der Vergangenheit angehören.
II 36
Gerechtigkeit/Rawls These: das »Rechte« hat Vorrang vor dem »Guten«. Rawls/Rorty: demokratische Gesellschaften müssen sich nicht mit der Frage nach der »menschlichen Natur« oder den »Subjekt« befassen. Solche Themen sind hier privatisiert.
Fundament/Rorty These: es gibt keinen archimedischen Punkt, von dem aus man alles übrige kritisieren kann. Keinen Ruhepunkt außerhalb.
RortyVsHabermas: braucht einen archimedischen Punkt, um Foucault für seinen »Relativismus« zu kritisieren.
Habermas: »die für Propositionen und Normen beanspruchte Geltung transzendentaler Räume und Zeiten »tilgt Raum und Zeit««.
HabermasVsDerrida: schließt Interaktion aus.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsHabermas Rorty Vs Foucault
 
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Richard Rorty
Rorty III 142
HabermasVsAdorno/HabermasVsFoucault: deren Polemik gegen die Aufklärung kehrt den sozialen Hoffnungen liberaler Gesellschaften den Rücken.
III 143
Habermas teilt mit den Marxisten die Annahme, dass die wahre Bedeutung einer philosophischen Meinung in ihren politischen Implikationen besteht.
V 8
Fundament/Letztbegründung/RortyVsHabermas: ich misstraue dem verbleibenden Fundamentalismus, Streben nach "Allgemeingültigkeit" .Habermas feiert die Demokratie, aber er begründet sie nicht. Wenn HabermasVsFoucault den Vorwurf des Relativismus erhebt und ihn auffordert, seine "normativen Maßstäbe" offenzulegen, Rorty: hier stehe ich auf Seiten Foucaults, der mit den Achseln zuckt und schweigt.
RortyVsFoucault: misstraue ihm , wenn er seinen Wunsch nach privater nietzschescher Autonomie in die öffentliche Sphäre hinausprojiziert. In dieser Stimmung lehnt er die demokratischen Institutionen ab.
V 20
Kulturen/Rorty: haben keine axiomatischen Strukturen. Dass sie institutionalisierte Normen haben, besagt eigentlich das gleiche wie Foucaults These, dass Erkenntnis und Macht nie voneinander getrennt werden können. Wenn man zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort nicht an bestimmte Dinge glaubt, muss man es wahrscheinlich büßen.
V 21
RortyVsFoucault: aber diese Normen sind keine »Regeln der Sprache« oder »Rationalitätskriterien« Sie haben die Gestalt von Beamten und Polizisten. Wer anderer Meinung ist, begeht den
Def cartesischen Fehlschluss/Rorty: er sieht Axiome wo nichts weiter als gemeinschaftliche Gewohnheiten herrschen.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsHabermas Brandom Vs Habermas, J.
 
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Seel III 149
HabermasVsBrandom: "stellt die Architektonik des nachhegelschen Denkens auf den Kopf". Sein "Begriffsrealismus" verfehlt den konstruktiven Charakter der menschlichen Erkenntnis. An die Stelle der Konfrontation trete eine bloße Nachbildung ansichseiender Gehalte

BrandomVsHabermas: Brandom verwirft das "positivistische Bild" einer Erprobung unserer Begriffe an einer begriffsfreien äußeren Welt.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Se I
M. Seel
Die Kunst der Entzweiung Frankfurt 1997

Se II
M. Seel
Ästhetik des Erscheinens München 2000

Se III
M. Seel
Vom Handwerk der Philosophie München 2001
VsHabermas Bubner Vs Habermas, J.
 
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I 196
BubnerVsHabermas: da man aber von vornherein auf Wahrhaftigkeit baut, handelt es sich offenbar mehr um eine Definitionsfrage, was man als Dialog überhaupt zulassen will. KommunikationstheorieBubnerVsHabermas: es wird behauptet, die Einhaltung der Formalbedingungen sei so zum erstenmal in der Geschichte gewährleistet,
1. in Wahrheit soll aber das politische Geschehen strukturell verwandelt werden gemäß dem Paradigma einer philosophischen Idealvorstellung. I 198 Idealisierung, weil die Teilnehmerzahl begrenzt bleiben muß, und das ist weder ein historischer Zufall noch ein Vorurteil undemokratischer Elitegesinnung. I 199 2. ist der planmäßige Eintritt in den Dialog durch das Zerbrechen vorgängig unbefragter Einmütigkeit gekennzeichnet, trotzdem muß die Kontroverse in der primären Absicht erfolgen, wieder zur Gemeinsamkeit zurückzufinden. Doch Bemühung um Konsensfindung ist noch nicht Konsens, und erst Konsens stiftet Gemeinsamkeit kollektiver Praxis.
Mit einem Wort: der Dialog ist ein Mittel, aber nicht der letzte Inhalt von Politik.
3. es ist nicht klar, welches eigentlich die Inhalte sind, um die sich die Veranstaltung dreht. Mit der Tendenz, den Fluß der Praxis zum permanenten Dialog umzuformulieren, gehen die Inhalte verloren, die aus dem politischen Alltag stammen. Die Inhalte werden spielerisch, solange sie den praktischen Folgen entzogen sind. - I 201 Die Voraussetzung allen politischen Redens, die Gemeinsamkeit der Zielsetzungen, wird durchgestrichen zugunsten einer abstrakten Einigung von Partnern, deren gemeinsames Handeln solange dahinsteht, wie sie im Zeichen der Dialogmethode diskutieren.
Andere AutorenVs: man hat die zugrundeliegende Idealisierung beklagt, die Verwechslung der Modi theoretischer Erörterung mit Praxis, die unhistorische Vernachlässigung der Erfordernisse faktischer Komplexität von Gesellschaft usw.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
VsHabermas Derrida Vs Habermas, J.
 
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I 32
VsHabermas: er verkennt, daß Derrida die Sprache nicht mehr zeichentheoretisch interpretiert. Er fast Schrift nicht als Zeichen auf!

De I
J. Derrida
Grammatologie Frankfurt 1993
VsHabermas Luhmann Vs Habermas, J.
 
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II 109
Ethik/Habermas:Kognitive Ethik, mit der Dimension richtig/falsch. LuhmannVs.
II 112
LuhmannVsHabermas: "politischer Moralist" (in Luhmanns Augen scharfe Kritik.) Die Ethik sollte vielmehr fragen, ob Moral umstandslos für gut gehalten werden kann. Df. Sie soll nicht selber Moral betreiben, sondern Übersetzungsleistung in beiden Richtungen vollbringen.
II 140
LuhmannVsHabermas: Studien über Ehekonflikte zeigen, daß diese Konflikte umgangssprachlich nicht zu lösen sind, weil die Umgangssprache jeweils positive und negative Ausdrücke bereithält. Es gibt keine Gesetzmäßigkeit, dass Kommunikation zum Konsens führt. Man sollte daher Diskussionen selber als Systeme begreifen und analysieren. - gerade Diskussionen geben kaum Chancen, die eigene Subjektivität einzubringen. - den Diskussionen werden Sprachsymbole wie Gott, Reform, gerecht sei, Liebe, Wahrheit, Demokratie usw. moralisiert. Dadurch wird die Anknüpfbarkeit limitiert. Das heißt, wer Gegenargumente verwendet, muß sich selbst verteidigen.
II 141
LuhmannVsHabermas: es gibt keine logische Hierarchie von Gründen. Daher auch keine Hoffnung auf ein Ende der Diskussion. Sie hört irgendwann nur auf. Für ihre Beendigung muß es soziale, nicht logische oder semantische Regeln geben.
AU Kass.8
VsHabermas: Problem: der Begriff müßte eigentlich auf beiden Seiten der selbe sein, denn wieso sprechen wir von Rationalität, wenn beides Rationalität ist. Was ist die gemeinsame Komponente?
HabermasVsLuhmann: bei Luhmann habe nur das System Rationalität, aber das System sei doch nicht alles! LuhmannVsHabermas: aber das gilt eben auch für Habermas" Verständigungsrationalität, denn wenn man sich verständigt hat, gibt es auch noch Dinge, über die man sich noch nicht verständigt hat und Menschen, mit denen man sich noch nicht verständigt hat und die Bedingungen ändern sich schneller als die Bereitschaft, sich neu zu verständigen. So spielt der Bereich des Jenseits in jedem Modell eine Rolle. Die Systemtheorie ist aber besser gerüstet, damit umzugehen. Bei Habermas ist dieses Jenseits übrigens nicht die Lebenswelt.
Kass.11
System/Gesellschaft/Individuum/ Luhmann: das System ist kein Objekt, sondern eine Differenz (S/U). Bsp für den Körper gehören die Bewusstseinsoperationen zur Umwelt! ((s) Kein Grenzübertritt). Luhmann: das ist gar nicht so erschreckend: Bsp ich selbst fühle mit in der "Umwelt" meiner Gesellschaft wohler, als ich mich "in der Gesellschaft" fühlen würde, wo andere meine Gedanken denken oder meine chemischen Reaktionen bewirken. LuhmannVsHabermas: die Systemtheorie erlaubt daher, einen radikalen Individualismus zu denken, der nicht möglich wäre, wenn man den humanistischen Standpunkt des Menschen als Teil der Gesellschaft einnimmt. HabermasVsLuhmann: radikaler Individualismus wird gar nicht angestrebt. Gesellschaft/LuhmannVsHabermas: es wäre ein Irrtum zu fordern, die Gesellschaft müsse auf ein "menschliches Ziel" zulaufen!
Luhmann VsHabermas: Verstehen ist schon in der Kommunikation enthalten. - sonst braucht man den Empfänger eine disziplinierende Instanz. Wenn man Verstehen in der Kommunikation belässt, bekommt man eine von Normen und Rationalitätsforderungen entlastete Theorie.
Kass 13
Kommunikation: Tradition wie Hsbermas: Konsenssuche. Luhmann: was macht man denn, wenn der Konsens erreicht ist, gibt es dann keine Kommunikation mehr?-Hab.: es gibt genug Konflikte. Luh.: was soll denn dann die Forderung nach Konsens? Dann machen wir aus einer Unmöglichkeit eine Norm! - Das Ergebnis der Kommunikation muß schon offen sein! Wozu haben wir denn das Nein in der Sprache?!

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
VsHabermas Rorty Vs Habermas, J.
 
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Richard Rorty
Brendel I 133
Rechtfertigung/Rorty/Brendel: These: Wahrheit ist nicht ihr Ziel. Das ginge von einer falschen Trennung von Wahrheit und Rechtfertigung aus. Es gibt auch nicht die eindeutige wissenschaftliche Methode, die zur Wahrheit führt. epistemische Rechtfertigung: kann viele Ziele haben.
I 134
Korrespondenz/RortyVsKorrespondenztheorie/Rorty/Brendel: daher gibt es auch keine Korrespondenz zwischen Aussagen und unabhängiger Wirklichkeit. Wahrheit/RortyVsPutnam: ist auch nicht idealisierte rationale Akzeptierbarkeit.
Realität/PutnamVsRorty: es gibt eine bewußtseinsunabhängige Realität.
Wahrheit/Peirce/Rorty/Brendel: beide: These: es gibt keine prinzipiell unerfahrbaren Wahrheiten.
Realität/PeirceVsRorty: es gibt eine bewußtseinsunabhängige Realität.
Wahrheit/Peirce/Brendel: wird durch den Konsens einer idealen Forschergemeinschaft erlangt.
Konvergenz/Peirce/Brendel: These: es gibt eine Konvergenz der Forschung. Die entsprechende wahre Überzeugung drückt tatsächlich bestehende SV aus. (Habermas dito).
Konvergenz/RortyVsPeirce: gibt es nicht und damit auch keine universell gültigen Überzeugungen einer idealen Forschergemeinschaft.
I 135
RortyVsHabermas: dito. Kommunikation/RortyVsHabermas/Rorty/Brendel: ist kein Streben nach universell gültigen Aussagen. These: es gibt keinen prinzipiellen Unterschied zwischen kooperativer Suche nach Wahrheit und dem Verfolgen von Gruppeninteressen.
- - -
Rorty II 50
RortyVsHabermas: klingt so, als habe er die metaphysische Position übernommen, als ob alle alternativen Kandidaten für Glauben und Begehren bereits vorhanden sind und einzig sichergestellt werden muss, dass sie frei ausdiskutiert werden können. Ahistorisch universalistischer »Transzendentalismus«.
II 29
französische Philosophie/HabermasVsFranzosen: »das Vexierspiel jener Verdoppelungen: ein Erschöpfungssymptom«. RortyVsHabermas: vielmehr Zeichen von Vitalität. Ich lese Heidegger und Nietzsche als gute private Philosophen,
Habermas liest sie als schlechte Öffentliche. Er behandelt sie so, als zählten sie auf das ab, was er »universelle Gültigkeit« nennt.
II 43
Prinzip/Gültigkeit/Geltung/RortyVsHabermas: die Frage der »inneren Gültigkeit« der Prinzipien wird sich nicht stellen. Vor allem nicht, ob es sich um »universell gültige« handelt. Das einzige, was eine Gesellschaft davor bewahrt, die institutionalisierte Demütigung der Schwachen selbstverständlich zu finden, ist eine detaillierte Beschreibung dieser Demütigungen. Solche Beschreibungen werden von Journalisten, Anthropologen, Soziologen, Romanautoren, Dramatikern, Filmemachern und Malern gegeben.
II 94
Habermas/Rorty: unterscheidet zwischen einem strategischen und einem genuin kommunikativen Gebrauch von Sprache. Skala von Vertrauensgraden.
II 94/95
Rorty: wenn wir aufhören, Vernunft als eine Autoritätsquelle zu deuten, löst sich die platonische und Kantische Dichotomie zwischen Vernunft und Gefühl auf.
II 96
RortyVsHabermas: die Idee des »besseren Arguments« ist nur sinnvoll, wenn man eine natürliche, transkulturelle Relevanzbeziehung ausfindig machen kann.
III 113
Foucault/Rorty: die Gesellschaft verweigert den Raum für Selbsterschaffung und private Projekte. (VsHabermas).
III 119
RortyVsHabermas: Habermas hat mehr Angst vor einem »romantischen Umsturz« wie die Hitlers und Maos ihn vorgeführt haben, als vor der erstickenden Wirkung, die verkrustete Gesellschaften haben können. Er hat mehr Angst vor der Autonomie als vor dem, was Foucault »Biomacht« der Experten nannte.
III 120
RortyVsHabermas: ich bin sehr misstrauisch gegenüber der Idee einer »universellen Geltung« (Metaphysik). Dieser Anspruch ist nicht mehr glaubwürdig, wenn man von der »Kontingenz der Sprache« überzeugt ist.
III 231
Selbst/Literatur/Angemessenheit/RortyVsHabermas: für ihn ist das ganz traditionelle Bild des Selbst mit seinen drei Sphären: dem Kognitiven, dem Moralischen und dem Ästhetischen von zentraler Bedeutung. Diese Einteilung führt dazu, dass er Literatur als eine "Sache des angemessenen Ausdrucks von Gefühlen" und Literaturkritik als "Geschmacksurteil" ansieht.
III 232
Rorty: wenn wir diese Einteilung aufgeben, werden wir nicht mehr Fragen stellen wie: "Will dieses Buch Wahrheit oder Schönheit fördern?" "Will es richtiges Verhalten oder Vergnügen fördern?" und statt dessen fragen: "Welchem Zweck dient das Buch?"
- - -
V 9
Welt/Sprache/RortyVsHabermas: Vs Forderung, die welterschließende (poetische) Kraft der Sprache (Heidegger, Foucault) müsse der innerweltlichen Praxis untergeordnet werden.

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999
VsHabermas Tugendhat Vs Habermas, J.
 
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II 16
TugendhatVsHabermas/Apel: "gut" bzw. die gesamte Ethik ist nicht sprachlich zu begründen. Nur voluntativ.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
VsHabermas Verschiedene Vs Habermas, J. Rorty II 172
LyotardVsHabermas/Rorty: dieser kenne bloß eine schöne, aber keine erhabene Politik. RortyVsLyotard: dieser hat unrecht. Es geht in der Politik um Kompromisse. Diese können schön sein, aber nicht erhaben.





Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsHabermas Habermas Vs Luhmann, Niklas
 
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I 426
Luhmann steht weniger in der Tradition von Comte bis Parsons als in der Problemgeschichte von Kant bis Husserl. Er beerbt die Grundbegriffe und Problemstellungen der Bewusstseinsphilosophie. HabermasVsLuhmann: Dabei vollzieht er einen Prespektivwechsel, der die Selbstkritik einer mit sich selbst zerfallenen Moderne gegenstandslos macht. Die auf sich selbst angewendete Systemtheorie der Gesellschaft kann gar nicht anders. als auf die Komplexitätssteigerung moderner Gesellschaften affirmativ zu reagieren.
HabermasVsLuhmann: Denkbewegung von der Metaphysik zur Metabiologie! Geht vom "Für-Sich" des organischen Lebens aus, Grundphänomen einer Selbstbehauptung selbstbezüglicher System gegenüber einer überkomplexen Umwelt. I 430
Nichthintergehbar: die Differenz zur Umwelt. Selbsterhaltung ersetzt die Vernunft.
Vernunft/HabermasVsLuhmann: damit ersetzt er auch die Vernunftkritik durch Systemrationalität: das Ensemble der Ermöglichungsbedingungen für Systemerhaltung.Vernunft schrumpft auf Komplexitätsreduktion. Sie wird nicht wie in der kommunikativen Vernunft, überboten. Vernunft wird so wieder einmal zum Überbau des Lebens.
Bedeutung/Systemtheorie: durch den funktionalistischen Sinnbegriff wird der Zusammenhang von Bedeutung und Geltung aufgelöst. (Wie bei Foucault: an Wahrheit (und Geltung überhaupt) interessieren nur noch die Effekte des Für-wahr-Haltens). I 431
HabermasVsLuhmann: keine Zentralperspektive, keine Vernunftkritik, kein Standpunkt mehr.
I 434
HabermasVsLuhmann: es fehlt aber ein gesellschaftliches Subsystem für die Wahrnehmung von Umweltinterdependenzen. Das kann es bei funktionaler Differenzierung nicht geben.Denn das hieße, daß die Gesellschaft selbst in der Gesellschaft noch einmal vorkommt.
I 435
Intersubjektivität/Luhmann: spracherzeugte Intersubjektivität steht Luhmann nicht zur Verfügung. Stattdessen Inklusionsmodell der Teile im Ganzen. Diese Denkfigur hält er für "humanistisch". Und davon distanziert er sich!
I 437
HabermasVsLuhmann: Widerspruch: Soziale Systeme: vorher müssen Personen oder "Bewusstseinsträger" postuliert werden, die vor aller Teilnahme an sozialen Systemen urteilsfähig sind. Andererseits können beide Systemtypen (psychisch /sozial) nicht auf verschiedenen Sprossen der Leiter stehen, wenn sie als gleichermaßen emergente Errungenschaften der Sinnverarbeitung vor organischen Systemen ausgezeichnet sein sollen. So spricht Luhmann von Ko-Evolution.
I 438
HabermasVsLuhmann: leidet am Mangel geeigneter sprachtheoretischer Grundbegriffe: Sinn muss gegenüber Bewusstsein und Kommunikation neutral sein.
I 441
Sprache/HabermasVsLuhmann: gegenüber dem phänomenologisch eingeführten Sinnbegriff wird dem sprachlichen Ausdruck ein untergeordneter Status zugewiesen. Sprache dient allein der symbolischen Generalisierung vorgängiger Sinnereignisse. LuhmannVsHumanismus: "Kardinalfehler" Verquickung von Sozial- und Sachdimension.
- - -
Luhmann II 136
Lebenswelt/Luhmann: Luhmann kennt keine Lebenswelt! (HabermasVs). So sind Person, Kultur und Gesellschaft nicht mehr verklammert. HabermasVsLuhmann: »uneingestandene Verpflichtung der Theorie auf herrschaftskonforme Fragestellungen«, »die Apologie des Bestehenden um seiner Bestandserhaltung willen« und »kritiklose Beugung der Gesellschaftstheorie unter die Zwänge der Reproduktion der Gesellschaft«. »Hochform eines technokratischen Bewusstseins«.
Lu II 137
HabermasVsLuhmann: Widerspruch: das Systeme einer Art Entlastungsfunktion haben, während gleichzeitig die Umwelt sozialer Systeme eine komplexere Welt ist.
Luhmann II 141
HabermasVsLuhmann: VsFunktionalisierung des Wahrheitsbegriffs. Auch die Systemtheorie selbst kann keinen besonderen Geltungsanspruch für ihre Aussagen erheben. Sie ist nur einer Art des Handelns unter anderen. Theorie ist Handeln. Dies kann man aber wiederum nur sagen, wenn man letztlich doch einen theoretischen Standpunkt außerhalb der Praxis annimmt.
Luhmann II 165
Systemtheorie/HabermasVsLuhmann: ihr Universalitätsanspruch findet an der Stelle eine Grenze, an der sie mehr sein müsste, als bloße Beobachtung, nämlich wissenschaftlich begründete Handlungsempfehlung.
AU Kass 12
HabermasVsLuhmann: (in der Korrespondenz): Luhmann berücksichtige die Linguistik nicht! LuhmannVsHabermas: das ist in der Tat der Fall! Ich benutze die Begrifflichkeit nicht. Bsp die normative Bindung von Handelnden. Sie müsste auf anderem Wege wieder eingeführt werden, aber nicht in der Kommunikation.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
VsHabermas Brandom Vs Peirce, Ch.S.
 
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Rorty VI 193
Wahrheit/BrandomVsPutnam/BrandomVsPeirce/BrandomVsHabermas: Brandom ist nicht darauf festgelegt, "wahr" epistemisch zu definieren. Also nicht das, was "von allen Mitgliedern der Gemeinschaft oder den Sachverständigen für wahr gehalten wird (oder unter idealen Bedingungen)" . Vielmehr gibt es gar keine Vogelperspektive.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsHabermas Brandom Vs Sellars, W.
 
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I 323
BrandomVsSellars: Zwei Probleme: 1. Sellars geht davon aus, daß der Reporter seine Behauptungen rechtfertigen muß. Das setzt voraus, daß man allgemeine Tatsachen der Form "X ist ein verläßliches Symptom für Y" kennt.
II 242
Das Sich-Berufen enthält aber eine implizite Behauptung der Verläßlichkeit ((s) Implizitheit vermeidet Regreß): 2. Fehler: die Autorität nichtinferentieller Berichte als ein Sich-Berufen auf ein Zeugnis aufzufassen. (Regreß: Woher stammt die Autorität des Zeugnisses usw.).
Die Autorität inferentieller Berichte ist vielmehr sui generis.
"semantische Behauptbarkeit"/Sellars: Behauptbarkeit unter idealen Bedingungen.
BrandomVsSellars: hoffnungslos: man kann die Idealität nicht spezifizieren, entweder bleibt es zirkulär mit Rückgriff auf den Wahrheitsbegriff, oder trivial. (auch BrandomVsHabermas).
Alternative/BrandomVsSellars: Abstützung mit Wahrheitsbedingungen.
Nachteil: wir sind dann nicht mehr in der Lage, die Korrelation der so verstandenen semantischen Gehalte mit sprachlichen Ausdrücken anhand einer direkten Angleichung an das Ausführen von Zügen zu erklären, wie es die alternative Sprachspieltheorie tut.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
VsHabermas Luhmann Vs Sprechakttheorie
 
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AU Kass. 12
LuhmannVsSprechakttheorie, LuhmannVsSearle, LuhmannVsHabermas: Vs Theorie des kommunikativen Handelns: Frage, ob man in die Einheit einer Kommunikation das Verstehen einschießt oder nicht.
Wenn man einen Handlungsbegriff von Kommunikation hat, also nur die Mitteilung, also nur das, was ich jetzt hier tue einbezieht, dann läßt man das Verstehen außen vor.
Dann muß man in der Theorie Korrekturmaßnahmen ergreifen: der Handelnde richtet sich, wenn er vernünftig agiert nach den Verstehensvoraussetzungen. Er sagt nicht etwas, wovon er weiß, daß es nicht verstanden werden kann.
Das würde aber bedeuten, dass der Empfänger aus dem Sprechakt (Luhmann: Sprachakt) oder der Kommunikation zunächst ausgeschlossen ist. Und nur als disziplinierendes Moment in die Theorie rückgeführt wird. Und zwar als Subjekt!
LuhmannVsSprechakttheorie: wenn Verstehen Teil der Kommunikation ist, braucht man auch keine verschiedenen Typen Sprechakten einzuführen (Bsp strategisch, kommunikationsorientiert usw.)

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997
VsHabermas Habermas Vs Verschiedene
 
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Die ZEIT 5/02
Gentechnik/Hubert MarklVsHabermas: "Menschenwürde" sei ein historisches Konstrukt. Das Selbstverständnis des Menschen müsse sich ändern. HabermasVsMarkl: das "Muss" behagt mir nicht. Kulturelle Lebensformen sind gewiss Konstruktionen, aber sie ändern sich nicht beliebig, sondern sind einfallsreiche, mehr oder weniger produktive Antworten auf die Herausforderung von Problemlagen, die nach Lösungen verlangen.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988