Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Moral Hare
 
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Singer I 78
Moral/Hare/Peter Singer: (R. M. Hare, Moral Thinking, Oxford, 1981): Hare schlägt vor zwei Ebenen von Moral zu unterscheiden: a) Die intuitive Ebene der Moral
b) die kritische Ebene von Moral.
I 79
Im täglichen Leben kalkulieren wir die theoretisch-ethischen Folgen unseres Tuns nicht. Daher sollten wir nach Häre für unser Alltagsleben breitere moralische Normen etablieren. Diese sollte solche sein, die über Jahrhunderte die besten Konsequenzen gezeitigt haben. Bsp die Wahrheit sagen, Versprechungen einhalten, niemand anderen verletzen etc. P. SingerVsHare: 1. das klingt wie die Ratschläge eines Trainers.
I 80
P. SingerVsHare: 2 Ein Utilitarist könnte z. B. argumentieren, dass, wenn das Töten vollständig unbemerkt bliebe, es überhaupt keine Konsequenzen haben könnte.
Präskriptivismus Singer
 
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I 7
Präskriptivismus/P. SingerVsPräskriptivismus/SingerVsHare: es geht uns nicht darum, wie die Vorschriften sind, sondern was die Menschen tun.

Sing I
Peter Singer
Practical Ethics (Third Edition) Cambridge 2011

Sing II
P. Singer
The Most Good You Can Do: How Effective Altruism is Changing Ideas About Living Ethically. New Haven 2015
Sprechakttheorie Hare
 
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Searle V 207
SearleVstraditionelle Sprechaktanalyse. (SearleVsAustin,SearleVsHare) These »Gut«, »wahr« bedeutet in verschiedenen Akten dasselbe. Wird von der traditionellen Sprechakttheorie nicht berücksichtigt) Gut/wahr/Sprechakttheorie/Tradition: Hare: Bsp »Gut« wird gebraucht, um etwas zu empfehlen.
Strawson: »Wahr« wird gebraucht, um Aussagen zu bekräftigen oder anzuerkennen
Austin: »Wissen« wird gebraucht, um Garantien zu geben. (SearleVs).
Im Prinzip: »das Wort W wird gebraucht, um den Sprechakt A zu vollziehen«.


S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 5 Kontroversen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsHare Searle Vs Austin, John L.
 
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John R. Searle
V 207
SearleVstraditionelle Sprechaktanalyse. (SearleVsAustin,SearleVsHare) These: "Gut", "wahr" bedeutet in verschiedenen Akten dasselbe. Wird von der traditionellen Sprechakttheorie nicht berücksichtigt) gut/wahr/Sprechakttheorie/Tradition: Hare: Bsp "Gut" wird gebraucht, um etwas zu empfehlen.
Strawson: "Wahr" wird gebraucht, um Aussagen zu bekräftigen oder anzuerkennen
Austin: "Wissen" wird gebraucht, um Garantien zu geben. (SearleVs).
Im Prinzip: "das Wort W wird gebraucht, um den Sprechakt A zu vollziehen".
- - -
IV 17
illokutionärer Akt/Austin: fünf Kategorien: Verdiktiv, Expositiv, Exerzitiv, Konduktiv, Kommissiv) Sprechakte/SearleVsAustin: Unterscheidung zwischen illokutionärer Rolle und Äußerung mit propositionalem Gehalt:
R(p).
Die verschiedenen Akte vollziehe sich in verschiedenen Kontinua! Es gibt mindestens 12 wichtige Dimensionen.
IV 18
1. Unterschiede in Witz (Zweck) des Akts. (Allerdings muss nicht zu jedem Akt ein Zweck gehören).
IV 19
Der illokutionäre Witz gehört zur Rolle, beide sind aber nicht dasselbe. Bsp Eine Bitte kann denselben Witz wie ein Befehl haben. 2. Unterschiede der Ausrichtung (Wort auf Welt oder umgekehrt).
Entweder, die Welt muss zu den Wörtern passen, oder umgekehrt.
IV 20
Bsp von Elisabeth Anscombe: Einkaufszettel mit Waren, dieselbe Liste wird vom Warenhausdetektiv erstellt.
IV 21
3. Unterschiede in den zum Ausdruck gebrachten psychischen Zuständen Bsp andeuten, bedauern, schwören, androhen. (Selbst wenn die Akte unaufrichtig sind).
Def Aufrichtigkeitsbedingung/Searle: Man kann nicht sagen, "Ich stelle fest, dass p. aber ich glaube nicht, dass p" "Ich verspreche, dass p, aber ich habe nicht die Absicht, dass p"
Der psychische Zustand ist die Aufrichtigkeitsbedingung des Akts.
IV 22
Diese drei Dimensionen: Witz, Ausrichtung, Aufrichtigkeitsbedingung sind die wichtigsten. 4. Unterschiede in der Stärke mit der der illokutionäre Witz vorgebracht wird.
Bsp "Ich schlage vor", "ich schwöre"
5. Unterschiede in der Stellung von Sprecher und Hörer
Bsp der Soldat wird den General nicht auf die unordentliche Stube aufmerksam machen.
IV 23
6. Unterschiede darin, in welcher Beziehung die Äußerung dazu steht, was im Interesse von Sprecher und Hörer ist. Bsp Jammern, Gratulieren
7. Unterschied im Bezug zum restlichen Diskurs
Bsp Widersprechen, Erwidern, Schließen.
8. Unterschiede im propositionalen Gehalt, die von den Indikatoren der illokutionären Rolle herrühren
Bsp Bericht oder Vorhersage
IV 24
9. Unterschiede zwischen solchen Akten, die immer Sprechakte sein müssen, und solchen die auch anders vollzogen werden können. Bsp man braucht nichts zu sagen, um etwas zu klassifizieren, oder zu diagnostizieren
10. Unterschiede zwischen solchen Akten, für die außersprachliche Einrichtungen nötig sind, und solchen für die sie nicht nötig sind
Bsp Trauung, Segen Exkommunikation
IV 25
11. Unterschiede zwischen Akten, wo das illokutionäre Verb eine performative Verwendung hat, und solchen, wo das nicht der Fall ist Bsp Performative Verwendung: feststellen, versprechen, befehlen keine performative: "Hiermit prahle ich", "hiermit drohe ich".
12. Unterschiede im Stil
Bsp Verkünden, Anvertrauen.
IV 27
SearleVsAustin: die Liste bezeichnet nicht Akte, sondern Verben. Man muss aber zwischen Verb und Akt unterscheiden!
Bsp Man kann Befehle, Versprechen, Berichte verkünden das ist aber etwas anderes, als zu befehlen, zu verkünden oder zu berichten.
Eine Verkündigung ist niemals bloß eine Verkündigung, sie muss ebenfalls eine Feststellung, ein Befehl oder dergleichen sein.
IV 30
Searle: Bsp Wenn ich dich zum Vorsitzenden mache, befürworte ich nicht, dass du Vorsitzender
IV 36
Def Deklaration/Searle: der erfolgreiche Vollzug garantiert, dass der propositionale Gehalt der Welt entspricht.(Spätere Terminologie: "institutionelle Tatsachen). Ausrichtung: durch Erfolg der Deklaration passen Wort und Welt zueinander. (). Kein Aufrichtigkeitsbedingung. Überschneidung mit Assertiven: Schiedsrichterentscheidungen. SearleVsAustin: Vs Unterscheidung Konstativ/Performativ.
- - -
VII 86
Cavell: "Must we mean what we say?" verteidigt Austin und fügt hinzu: Die Abweichung kann "wirklich oder angeblich" vorliegen.
Austin: es ist weder wahr noch falsch, dass ich diesen Artikel aus freiem Willen schreibe, denn wenn es keine Abweichung gibt, ist der Begriff des freien Willens gar nicht anwendbar.
SearleVsAustin: das ist verblüffend.
VII 88
SearleVsAustin: Fünf Thesen, um Austin in einem anderen Licht zu sehen: 1. Austin exemplifiziert ein heute geläufiges Analyse Muster, wie es auch bei Ryles Analyse von "freiwillig" gebraucht wird.
Ryle These "freiwillig" und "unfreiwillig" lassen sich nur auf Handlungen anwenden, "die man nicht hätte tun sollen". Auch hier ist es absurd, es bei einer gewöhnlichen Verwendung zu gebrauchen.
VII 89
Weder wahr noch falsch: Wittgenstein: Bsp dass ich "weiß dass ich Schmerzen habe" Bsp Dass Moore weiß, dass er zwei Hände hat. usw. (> Gewißheit).
Austin: Bsp es ist weder wahr noch falsch, dass ich aus freiem Willen in die Sitzung ging.
VII 90
Die Anwendung von "freiwillig" erforderte gewisse Bedingungen, die hier nicht erfüllt sind. Wörter, in denen sie nicht Erfüllt sind, können wir "A-Wörter" nennen, die Bedingungen
"A-Bedingungen". Wir können eine Liste erstellen.
2. die Bedingungen, die durch den Slogan "Keine Modifikation ohne Abweichung" exemplifiziert sind, durchdringen die ganze Sprache und sind nicht auf bestimmte Wörter begrenzt.
Bsp Der Präsident ist heute nüchtern
Hans atmet. usw.
VII 91
3. Negation/Searle: die Negation eines A-Wortes ist nicht wiederum ein A-Wort! Bsp Ich kaufte mein Auto nicht freiwillig, ich wurde dazu gezwungen.
Ich kam nicht freiwillig, ich wurde hergeschleift.
Er weiß nicht, ob der Gegenstand vor ihm ein Baum ist.
Beträchtliche Asymmetrie zwischen A-Wörtern und deren Gegenteil bzw. Negation.
VII 92
SearleVsAustin: nach ihm ist in beiden Fällen eine Abweichung erforderlich. 4. Eine Abweichung ist im allgemeinen ein Grund für die Annahme, dass die Behauptung, die durch die Äußerung des Gegenteils gemacht wird, wahr ist, oder hätte sein können oder hätte zumindest von jemand für wahr gehalten worden sein können.
Eine A-Bedingung ist einfach ein Grund für die Annahme, dass die Bemerkung hätte falsch sein können.
SearleVsAustin: seine Darstellung ist irreführend, da sie nahelegt, dass jede beliebige Abweichung eine Modifikation rechtfertigt.
Bsp wenn ich ein Auto kaufe und dabei mit den nackten Zehen auf einer Gitarre klimpere, ist das zwar eine abweichende Weise, ein Auto zu kaufen, aber es rechtfertigt nicht die Bemerkung "Er kaufte sein Auto freiwillig."
VII 93
SearleVsAustin: wir können zu keiner Liste von A-Wörtern kommen, denn ob es Wort eine Abweichung erfordert, wird vom Rest des Satzes und vom Kontext abhängen. Dann ist Austins These keine über Wörter sondern über Sätze.
VII 94
Standardsituation/Umstände/SearleVsAustin: feststellen, dass es sich um eine Standardsituation handelt, heißt nahelegen, dass diese Tatsache bemerkenswert ist und dass es Grund für die Annahme gibt, dass es sich auch um eine Nichtstandardsituation hätte handeln können.
VII 95
SearleVsAustin: seine These geht sogar nicht einmal über Sätze: eine Behauptung machen heißt, sich darauf festlegen, dass etwas der Fall ist. Wenn die Möglichkeit, dass der Sachverhalt nicht besteht, ausgeschlossen ist, ist das sinnlos. Austins Slogan sollte reformuliert werden zu:
"Keine Bemerkung, die nicht bemerkenswert ist" oder
"Keine Behauptung, die nicht behauptenswert ist".
VII 96
SearleVsAustin: dieser hat das falsch gesehen. Das hängt mit dem Begriff der Intention zusammen: Intention/Searle: These: die Seltsamkeit oder Abweichung die eine Bedingung für die Äußerung
"X wurde absichtlich getan" ist, stellt gleichzeitig einen Grund für die Wahrheit der Äußerung von
"X wurde nicht absichtlich getan" dar.
Behauptbarkeitsbedingung/Äußerungsbedingung: sie ist die Äußerungsbedingung für die eine Behauptung gerade deshalb, weil sie ein Grund für die Wahrheit der anderen ist.
SearleVsAustin: die Daten müssen mit Hilfe der Anwendbarkeit bestimmter Begriffe erklärt werden. Daher ist meine Darstellung einfacher und plausibler.
(VII 98): Bei Austins Slogan "Keine Modifikation ohne Abweichung" geht es nicht um die Anwendbarkeit dieser Begriffe, sondern eher um Bedingungen für das Aufstellen von Behauptungen im allgemeinen.
Negation/SearleVsAustin: dann sind die Negationen der obigen Feststellungen nicht weder wahr noch falsch, sondern einfach falsch!
Bsp Ich ging nicht freiwillig in die Sitzung (Ich wurde mitgeschleift). usw.
VII 98
Bsp Die Fähigkeit, sich an seinen Namen zu erinnern gehört zu den Grundbedingungen...

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
VsHare Prior Vs Hare, R.M.
 
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I 65
Befehl/Prior: einen Befehl geben ist etwas anderes als der Befehl und der Imperativsatz ist noch etwas anderes, (weil ein Befehl verschieden ausgedrückt werden kann). Noch etwas anderes ist es, worüber der Befehl ist. (Z.B. über das Fenster, das geschlossen werden soll).
Ontologie/Befehl: soll man dann sagen, dass die Ausstattung des Universums außer Befehlsäußerungen und Fenstern, Imperativsätzen noch etwas anderes, "objektive Befehle" enthält?
objektiver Befehl/Prior: dazu kann man zweierlei sagen:
a) dass jemand ihn erklärt, d.h. sie sind also Objekt des Befehlens, sie konstituieren, was befohlen wird
b) dass sie nicht bildend oder nicht bindend sind
c) dass ihnen gehorcht werden. (ad c) s.u.)
I 66
Befehl/Relation/Klammern/Prior: ad a) die gängige Vorstellung, dass ein Befehl eine Relation zwischen einer befehlenden Person und etwas, das befohlen wird sei, können wir durch richtige Klammern beseitigen. statt "X befiehlt uns/ die Tür zu schließen"
""X befiehlt uns zu/"türschließen"".
Dabei ist "befiehlt uns zu" kein zweistelliges Prädikat, sondern eher ein Operator, der einen Satz aus einem Namen bildet auf der einen Seite, und einem Imperativsatz auf der anderen.
Tatsachen/Ramsey: "Es gibt Tatsachen": logische Form: "für einige p, ". (Sonderzeichen)
Normen/Prior: analog könnte man schreiben, wenn es überhaupt Normen gibt: "für einige".
Problem: so weit das überhaupt verständlich ist, wäre das ein Befehl und kein Satz! Nämlich der allgemeinste Befehl: "Tu etwas".
Und zwar so allgemein, dass sogar nichts zu tun ein Fall von etwas tun wäre. (?).
Das zerstört aber noch nicht die Analogie.
Anders als bei Tatsachen: hier wäre es unmöglich, dass es irgend eine Tatsache gäbe, denn wenigstens diese Feststellung würde ja einer Tatsche entsprechen es wäre dann eine Tatsache, dass es keine Tatsachen gibt und das wäre eine Tatsache, also muss es mindestens eine Tatsache geben.
I 68
Befehl/Prior: analog ist der Befehl irgendetwas zu tun, bindend, wenn überhaupt ein Befehl bindend ist, sogar der Befehl nichts zu tun! Daraus folgt, dass nichts zu tun (im weiten Sinn von "tun") nicht bindend sein könnte.
Aber während der Befehl etwas zu tun ein notwendiger Befehl ist in dem Sinn, das er ein Befehl ist der bindend ist, wenn irgend ein Befehl bindend ist, ist es deshalb auch ein trivialer Befehl so wie notwendige Wahrheiten z.B. wenn es regnet, dass es dann regnet oder die Wahrheit, dass es Wahrheit gibt. Das ist trivial.
Das meinen die Leute, die auf "absoluten moralischen Standards" beharren, sicher nicht.
Befehl/Existenz/Indikativ/Imperativ/Objektivität/Prior: Problem: Bsp "Es gibt Befehle, die niemals geäußert worden sind und niemals geäußert werden".
Analog: Indikativsatz: "Es gibt Tatsachen, (wahre Propositionen) die niemals behauptet worden sind und niemals behauptet werden.
Ramsey: "Für einige p,p, obwohl es nie behauptet wurde und niemals werden wird".
analog: Imperativsatz: "Für einige a ("tue a"), obwohl a niemals befohlen worden ist oder werden wird".
Widerspruch: dieser Befehl hat die Besonderheit, unspezifizierbar zu sein!
Indikativsatz: Bsp "537 + 86251 = 86788 ist nie behauptet worden": Das tut der Wahrheit oder Plausibilität des Satzes keinen Abbruch.
Gilt das auch für den (bindenden) Befehl?
I 69
Bsp "Der Befehl, die Tür zu schließen, war bindend, bevor ihn jemand äußerte" oder "Du hättest die Tür schließen sollen, bevor es dir jemand sagte"
das müsste nach gängigen Übersetzungsprinzipien so übersetzt werden:
" "Habe die Tür geschlossen bevor..."
d.h. es ist ein Befehl, etwas schon getan zu haben. (Absurd).
Befehle sollten immer die Zukunft betreffen.
((s) Christliche Gebote sind Maximen, keine Befehle.)
Prior: aber : "du hättest die Tür schließen sollen bevor es dir jemand sagt, klingt gar nicht so absurd! Und es bedeutet ja auch nicht dass man jetzt ein Verpflichtung in Bezug auf die Vergangenheit hätte.
Dennoch ist es nicht klar, wie man die Vergangenheitsform in einen Befehl einführen sollte.
Problem: die Vergangenheitsform sollte hier gerade das Befehlen betreffen, nicht den Inhalt.
- - -
Reduktion der Objektivität von Befehlen auf die Objektivität von Propositionen
Befehl/Auflage/Objektivität/Existenz/Prior: ein ähnliches Problem gibt es bei den Auflagen (nicht bindenden Befehlen).
Falschheit/Ramsey: "Es gibt Falschheiten": logische Form: "für einige p, es ist nicht der Fall, dass p".
Analog: kann man sagen "Für einige a, nicht a"?
Bsp "Nicht (schließ die Tür)". Ist das einfach der Befehl, die Tür offen zu lassen?
Aber das wäre nicht äquivalent dazu, dass der Befehl, die Tür zu schließen nicht bindend wäre, sondern dass das Gegenteil, die Tür offen zu lassen, bindend ist.
D.h. es wäre keine Übersetzung von "Es gibt Auflagen". Sondern eher von "Es gibt bindende Verbote".
Prior: hier geht es wieder um das Befehlen und nicht um den Inhalt.
I 70
es sieht so aus, als brauchten wir so etwas wie Hares Neustikon und Phrastikon. PriorVsHare: ich sehe aber keinen Grund, warum das Phrastikon nicht einfach durch Indikativsätze ersetzt werden könnte.
Schreibweise/McKinsey Hofstadter: "!p"("shriek"): "Laß es der Fall sein, dass p". oder "Sieh zu, dass p". "Bring p hervor".
Verbot/Negation/Befehl/Prior: hier gibt es dann zwei Möglichkeiten:
a) "!nicht p": sieh zu, dass p nicht passiert"
b) "nicht(!p)" etwa: "du brauchst dich nicht zu kümmern".
Vergangenheit/Befehl: wenn das Ausrufezeichen (shriek) so durch Negation modifiziert werden kann, dann vielleicht auch durch Vergangenheitsoperatoren? Bsp "Früher: !p". Du hättest für p sorgen sollen".
Solche Formen könnte man statt Befehle eher "Imperative" nennen.
Aber das ist eine radikale Veränderung unseres ursprünglichen Programms.
Unsere Variablen sind jetzt einfach die der alten Propositionen, und die Formeln sehen sehr anders aus.
Bsp "Tu etwas" kann zwei Formen haben:
a) "für einige p, sieh zu, dass p"
b) Sieh zu, dass (für einige p,p)".
Und diese beiden sind wahrscheinlich nicht äquivalent!
I 71
Außerdem ist keins von beiden eine Parallele der Behauptung "Für einige p, p". d.h. "Es gibt Tatsachen", so dass es jetzt nicht mehr plausibel ist, diese Form mit "Es gibt Normen" zu identifizieren. Damit scheint die Hoffnung auf "objektive Befehle" in Mißkredit gekommen zu sein.
Der objektive Bestandteil des Befehls ist unser alter Freund, die Proposition.
Wenn wir Realisten in der Ethik sein wollen, bleibt also nur der alte Weg
"Es sollte der Fall sein, dass __" einzuführen als Operator zur Bildung von Indikativsätzen.

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003
VsHare Searle Vs Hare, R.M.
 
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John R. Searle
V 207
SearleVstraditionelle Sprechaktanalyse. (SearleVsAustin,SearleVsHare) These: "Gut", "wahr" bedeutet in verschiedenen Akten dasselbe. Wird von der traditionellen Sprechakttheorie nicht berücksichtigt) gut/wahr/Sprechakttheorie/Tradition: Hare: Bsp "Gut" wird gebraucht, um etwas zu empfehlen.
Strawson: "Wahr" wird gebraucht, um Aussagen zu bekräftigen oder anzuerkennen
Austin: "Wissen" wird gebraucht, um Garantien zu geben. (SearleVs).

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983
VsHare Mackie Vs Hare, R.M.
 
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Stegmüller IV 171
HareVsobjektivistische Ethik: unverständlich, was mit "Objektivität der Werte" überhaupt gemeint sei. MackieVsHare: Rückfall in den Positivismus der 30er Jahre. Damals nannte man die Frage nach dem Fremdseelischen sinnlos, oder die nach dem Unterschied zwischen der Welt des Phänomenalisten und der des Realisten.
IV 172
Wenn Hare sich nichts vorstellen kann, dann sollte er nicht von Sinnlosigkeit ausgehen, sondern von der Gründe gegen objektive Werte vorbringen. Objektivität/Ethik/Mackie: allerdings gibt es eine Ebene der Objektivität in der Frage, was allgemein anerkannte Wertmaßstäbe sind.
IV 173
Das entspricht einem Subjektivismus 2. Ordnung. Dafür sprechen: 1. Relativitätsargument: wir treffen verschiedene moralische Regelsysteme in der Welt an. Der Objektivismus müsste alle bis auf eins als Fehler kennzeichnen.
IV 175
2. Absonderlichkeitsargument: wer an objektive Werte und Normen glaubt, muss diesen Glauben ernst nehmen. Das führt zu absonderlichen Entitäten wie "Getanwerdensollen", "Unterlassenwerdensollen" usw. Vertreter: Moore: Werte sind "nichtnatürliche Qualitäten". Sie verlangen eine spezielle Fähigkeit der Einsicht. (Detektivismus, >Euthyphron, Intuitionismus).

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
VsHare Newen Vs Hare, R.M.
 
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NS I 155
„gut“/“soll“/Präskriptivismus/Hare: These: diese Wörter haben sogar primär präskriptive Bedeutung. Bsp von einem guten Buch, einer guten Ausstellung zu sprechen heißt, diese Dinge zu empfehlen.
(s)VsHare: dann wäre es begrifflich widersprüchlich, Bsp von einer abgelaufenen Ausstellung zu sagen, sie sei gut. Oder Bsp ein vergriffenes Buch zu loben.)
Def sekundär präskriptiv/Hare: Bsp „ordentlich“, „fleißig“.
Universalisierbarkeit/Moral/Hare/Newen/Schrenk: in jeder Sollen-Aussage ist ein Prinzip enthalten, dass diese Aussage auf alle genau ähnlichen Fälle anwendbar ist.
Bsp Dagmar ist schwanger, Du solltest ihr den Einkauf in die Wohnung tragen. Und das sollte jeder Gesunde, der zur Zeit nichts besseres zu tun hat.
Diese Verallgemeinerbarkeit erinnert an Kants kategorischen Imperativ, der allerdings nicht sprachlich motiviert ist.
NS I 156
HareVsKant: es ist die Sprachlogik, die uns den kategorischen Imperativ aufdrängt. Moral/Logik/Hare: These: jemand, der einer moralischen Aussage zuwider handelt, hat die Bedeutung nicht verstanden.
Hare: Bsp in einem Zugabteil heißt es: Bsp „Bitte rauchen Sie nicht, es sind Kinder da“. Wenn der Raucher dann sagt, gut, dann werde ich nebenan rauchen, wo auch Kinder sind“ hat er die Bedeutung nicht verstanden.
Andererseits:
Bsp „Rauchen verboten!“ Solche Schilder wurden per Zufallsprinzip auf ansonsten gleiche Abteile verteilt.
Pointe: hier gibt es kein verallgemeinerbares Prinzip. Daher drückt die Tafel keinen moralischen Sollenssatz aus.
Moralische Prinzipien/Prinzip/Moral/Hare/Newen/Schrenk: Problem: wie man moralische Prinzipien generiert. Problem: wie man das wesentliche an einer Situation erkennt. Bsp Dagmar ist schwanger. Ist es für das Prinzip nötig, dass sie mit ihrem Mann die Rollen tauschen könnte? Ist Vorstellbarkeit hinreichend?
VsHare: einige Autoren sehen eine grundsätzliche Unmöglichkeit beim Vergleich solcher Situationen.
Verallgemeinerbarkeit: hier dürfen auch individuelle subjektive Wünsche und Abneigungen nicht unter den Tisch fallen. Das macht die objektive Beschreibung von Situationen sehr schwer.
NS I 157
Utilitarismus/Hare/Newen/Schrenk: Hare steht dem Utilitarismus insofern nahe, als eine Theorie anweist, die Erfüllung von Präferenzen der größten Zahl von Beteiligten zu gewährleisten. Universalisierbarkeit/Verallgemeinerbarkeit/Moral/Deskriptivismus/Hare: moralische Urteile besitzen ihre Deskriptivität aufgrund ihrer Universalisierbarkeit.
Newen/Schrenk: der deskriptive Anteil besteht dann aus dem Sollensteil zusammen mit der Situation, in der er geäußert wird.
So kann man moralische Aussagen dann durchaus als richtig oder falsch beurteilen.

New I
Albert Newen
Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Deontologie VsHare Pro III 71
Ethik/Nagel. Pro Deontologie: schränkt ein, was im Dienst sowohl neutraler als auch autonomer Werte zu tun erlaubt ist - NagelVsKonsequentialismus/NagelVsHare - Konsequentialismus: nur die Resultate sind wichtig