Lexikon der Argumente


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Äquivalenztheorem Barro Mause I 277
Äquivalenztheorem/Staatsverschuldung/Ricardo/Barro: These: die Finanzierung von Staatsausgaben über Steuern bzw. über Staatsschulden ist äquivalent. Dazu bedarf es aber eine Reihe restriktiver Annahmen. Das Theorem geht auf Ricardo zurück, ist aber erst von Barro in seine heutige Form gebracht worden. (1) Pointe: Es geht darum, ob zusätzliche Ausgaben in Abwägung des zu ihrer Finanzierung stets nötigen privaten Konsumverzichts sinnvoll sind, aber nicht, auf welche Art und Weise sie finanziert werden.
Begründung: private Haushalte werden im Fall einer ansteigenden öffentlichen Verschuldung zukünftige Steuererhöhungen antizipieren und ihren Konsumpfad entsprechend anpassen.
VsÄquivalenztheorem: die empirische Relevanz dieser Fragen kann in Frage gestellt werden.
Es könnten z. B. einen Altruismus zwischen den Generationen geben: Eltern planen mit einem im Prinzip unendlichen Zeithorizont.
Weiteres Problem: es wird zusätzlich angenommen, dass der Pfad der Ausgabenpolitik unabhängig vom verwendeten Finanzierungsinstrument ist. Das ist nur dann plausibel, wenn der intergenerationale Altruismus wirkt und die Wähler perfekt informiert sind.
Behavioral Economics/BuchananVsRicardo/BuchananVsBarro/ BuchananVsÄquivalenztheorem: wenn die öffentliche Verschuldung weniger stark wahrgenommen wird als die Steuern, lassen sich schuldenfinanzierte höhere Ausgaben politisch möglicherweise durchsetzen. Dann bricht die Äquivalenz von Ricardo zusammen. (2)
Dieses Problem besteht auch, wenn die Kapitalmärkte nicht perfekt sind die es den Haushalten auch ohne öffentliche Schuldtitel ermöglichen, problemlos Konsum zwischen Gegenwart und Zukunft zu verschieben.
VsBarro: weiteres Problem: verzerrende Steuern: Geht man von einem erstbesten Steuersystem ab, so kann es für die Wohlfahrt der Individuen durchaus eine Rolle spielen, ob der Staat sich verschuldet. Hierauf
Lösung/Barro: hat im Anschluss das Argument der Steuerglättung in die Diskussion eingeführt. (3) Es ist dann sinnvoll, ein Schwanken des Steueraufkommens über einen Auf- und Abbau öffentlicher Schuld aufzufangen, die Steuersätze aber relativ konstant zu halten.
BarroVsKeynesianismus: Der Grund dafür ist nicht etwa ein konjunkturpolitisches Gegensteuern aus keynesianischen Motiven, sondern die Tatsache, dass die Wohlfahrtsverluste, die von verzerrenden Steuern verursacht werden, überproportional mit den Steuersätzen zunehmen. Für weitere Probleme: siehe Wachstum/Diamond.


1. Robert J. Barro. 1974. Are government bonds net wealth? Journal of Political Economy 82 (6): 1095– 1117.
2. James M. Buchanan & Richard E. Wagner. Democracy in deficit. The political legacy of Lord Keynes. New York 1977.
3. Robert J. Barro. 1979. On the determination of the public debt. Journal of Political Economy 87 (5): 940– 971.

EconBarro I
Robert J. Barro
Rational expectations and the role of monetary policy 1976

EconBarro II
Robert J. Barro
David B. Gordon
Rules, discretion and reputation in a model of monetary policcy 1983

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Äquivalenztheorem Ricardo Mause I 277
Äquivalenztheorem/Staatsverschuldung/Ricardo/Barro: These: die Finanzierung von Staatsausgaben über Steuern bzw. über Staatsschulden ist äquivalent. Dazu bedarf es aber eine Reihe restriktiver Annahmen. Das Theorem geht auf Ricardo zurück, ist aber erst von Barro in seine heutige Form gebracht worden. (1) Pointe: Es geht darum, ob zusätzliche Ausgaben in Abwägung des zu ihrer Finanzierung stets nötigen privaten Konsumverzichts sinnvoll sind, aber nicht, auf welche Art und Weise sie finanziert werden.
Begründung: private Haushalte werden im Fall einer ansteigenden öffentlichen Verschuldung zukünftige Steuererhöhungen antizipieren und ihren Konsumpfad entsprechend anpassen.
VsÄquivalenztheorem: die empirische Relevanz dieser Fragen kann in Frage gestellt werden.
Es könnten z. B. einen Altruismus zwischen den Generationen geben: Eltern planen mit einem im Prinzip unendlichen Zeithorizont.
Weiteres Problem: es wird zusätzlich angenommen, dass der Pfad der Ausgabenpolitik unabhängig vom verwendeten Finanzierungsinstrument ist. Das ist nur dann plausibel, wenn der intergenerationale Altruismus wirkt und die Wähler perfekt informiert sind.
Behavioral Economics/BuchananVsRicardo/BuchananVsBarro/ BuchananVsÄquivalenztheorem: wenn die öffentliche Verschuldung weniger stark wahrgenommen wird als die Steuern, lassen sich schuldenfinanzierte höhere Ausgaben politisch möglicherweise durchsetzen. Dann bricht die Äquivalenz von Ricardo zusammen. (2)
Dieses Problem besteht auch, wenn die Kapitalmärkte nicht perfekt sind die es den Haushalten auch ohne öffentliche Schuldtitel ermöglichen, problemlos Konsum zwischen Gegenwart und Zukunft zu verschieben.
VsBarro: weiteres Problem: verzerrende Steuern: Geht man von einem erstbesten Steuersystem ab, so kann es für die Wohlfahrt der Individuen durchaus eine Rolle spielen, ob der Staat sich verschuldet. Hierauf
Lösung/Barro: hat im Anschluss das Argument der Steuerglättung in die Diskussion eingeführt. (3) Es ist dann sinnvoll, ein Schwanken des Steueraufkommens über einen Auf- und Abbau öffentlicher Schuld aufzufangen, die Steuersätze aber relativ konstant zu halten.
BarroVsKeynesianismus: Der Grund dafür ist nicht etwa ein konjunkturpolitisches Gegensteuern aus keynesianischen Motiven, sondern die Tatsache, dass die Wohlfahrtsverluste, die von verzerrenden Steuern verursacht werden, überproportional mit den Steuersätzen zunehmen. Für weitere Probleme: siehe Wachstum/Diamond.


1. Robert J. Barro. 1974. Are government bonds net wealth? Journal of Political Economy 82 (6): 1095– 1117.
2. James M. Buchanan & Richard E. Wagner. Democracy in deficit. The political legacy of Lord Keynes. New York 1977.
3. Robert J. Barro. 1979. On the determination of the public debt. Journal of Political Economy 87 (5): 940– 971.

EconRic I
David Ricardo
On the principles of political economy and taxation Indianapolis 2004

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Fiskalpolitik Neoklassiker Mause I 235
Fiskalpolitik/Neoklassische Theorien: viele neuklassisch orientierte Ökonomen lehnen (…) jede Form der Konjunktursteuerung durch Fiskalpolitik ab. Der Grund ist, dass nach der neoklassischen Theorie rationale Haushalte bei steigenden Staatsdefiziten erwarten, dass die steigende Schuldenlast Steuererhöhungen in der Zukunft nach sich ziehen wird. Def Ricardianische Äuqivalenz: rationale Haushalte nehmen die Erwartung steigender Steuern zum Anlass, ihren Konsum bereits heute zu reduzieren. NeoklassikerVsKeynesianismus: Siehe Staatsverschuldung/Keynesianismus.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Geldmenge Friedman Brocker I 397
Geldmenge/FriedmanVsKeynesianismus/Wirtschaftskrise/Friedman: These: nach der Wirtschaftskrise der frühen 1930er Jahre hatten die Notenbanken nicht energisch genug versucht, den Zusammenbruch der Banken zu verhindern. Lösung/Friedman: Eine Politik des stetigen Geldmengenwachstums als notwendige und hinreichende Bedingung gesamtwirtschaftlicher Stabilität, das heißt vor allem zur Wahrung des Geldwertes.


Peter Spahn „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Geldpolitik Friedman Mause I 57
Geldpolitik/Friedman/FriedmanVsKeynesianismus/FriedmanVsKeynes: These Geldpolitik können nur kurzfristige Erfolge erzielen, ist aber langfristig neutral. Zwar könnten durch expansive Geldpolitik Nachfrage und Beschäftigung zunächst erhöht werden, doch unterlägen die Arbeitnehmer keiner Geldillusion und würden einen Ausgleich für die inflationsbedingte Minderung ihrer Reallöhne, d. h. einen Anstieg der Nominallöhne, fordern, wodurch der anfängliche Beschäftigungseffekt wieder zunichte gemacht werden würde. Langfristig würde die Arbeitslosigkeit deshalb konstant bleiben; die Geldpolitik hätte lediglich einen Anstieg des Preisniveaus bewirkt und keine realen Beschäftigungseffekte gehabt. „Reale“ Probleme (z. B. Arbeitslosigkeit) könnten nur durch „reale“ Maßnahmen (z. B. Erleichterung der Einstellung von Arbeitskräften durch Lockerung von Kündigungsschutz-, Mindestlohn- und ähnlichen Vorschriften) gelöst werden. Empfohlen wird von den Monetaristen deshalb eine stetige Geldpolitik mit dem Ziel der Preisniveaustabilität. (1)
Brocker I 398
Geldpolitik/Friedman: durch eine stetige geldpolitik kann man das Politische eliminieren und sogar Zentralbanken überflüssig machen. Es geht darum, die Geldmenge moderat und regelmäßig auszudehnen. Dazu genügt es theoretisch, dass ein Notenausgabebüro einen Dauerauftrag über einen Betrag x einrichtet. FriedmanVsNotenbanken, FriedmanVsPolitik.

Peter Spahn „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018



1. M.Friedman, The role of monetary policy. American Economic Review 58, 1968, S. 1-17.

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Kapitalismus Keynes Rawls I 298
Kapitalismus/Sparen/Akkumulation/Ungleichheit/Keynes/Rawls: Keynes schreibt, dass die enorme Anhäufung von Kapital vor dem Ersten Weltkrieg niemals hätte zustande kommen können in einer Gesellschaft, in der Wohlstand gleichmäßiger verteilt gewesen wäre. (J. M. Keynes, The Economic Consequences of The Peace, (London, 1919), pp. 18-22.)
I 299
Die Gesellschaft war so eingerichtet, dass das gestiegene Einkommen in Händen derer lag, die am wenigsten dazu tendierten, es auszugeben. Die Neureichen waren nicht zu großen Ausgaben herangezogen worden. Es war exakt die Ungleichheit der Verteilung von Wohlstand, die den raschen Aufbau des Kapitals möglich machte und das stetige Wachstum des Wohlstands aller. Keynes These: dies war die hauptsächliche Rechtfertigung des kapitalistischen Systems. Wenn die Reichen nun ihren neuen Wohlstand für sich selbst ausgegeben hätten, wäre das Regime als unzumutbar zurückgewiesen worden. RawlsVsKeynes: es gibt effizientere Wege, den Wohlstand anzuheben als den von Keynes beschriebenen, der nur unter bestimmten Umständen gilt. Der wesentliche Punkt ist hier aber, dass Keynes‘ Rechtfertigung umgedreht werden kann um die Situation der Arbeiterklasse zu verbessern. Keynes behauptet vermutlich, dass die Umstände nicht zuungunsten der Benachteiligten hätten geändert werden können. Doch egal, was er tatsächlich meinte, Keynes sagt nicht, dass die Härten der Armen durch bessere Lebensumstände späterer Generationen gerechtfertigt gewesen wären.

EconKeyn I
John Maynard Keynes
The Economic Consequences of the Peace New York 1920

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Kapitalismus Schumpeter Brocker I 250
Kapitalismus/Schumpeter: These: a) Der Kapitalismus lässt sich am besten nicht als System von Marktgleichgewichten, sondern stattdessen als ein wettbewerbsgetriebener, von innovativen Unternehmen ausgehender dynamischer Prozess zur Störung von Gleichgewichten verstehen; dieser Prozess erfasst und verwandelt nicht nur die Strukturen der Wirtschaft, sondern alle Strukturen der modernen Gesellschaft. b) Um des wissenschaftlichen Fortschritts willen muss man strikt zwischen positiver und normativer Analyse trennen:
Brocker I 251
SchumpeterVsKlassische Ökonomie/SchumpeterVsRicardo/SchumpeterVsKeynes: diese Autoren haben die Trernnung zwischen positiver und normativer Analyse nicht vorgenommen. ((s) Unterscheidung deskriptiv/normativ.).
Brocker I 254
Schumpeter These: Der Kapitalismus wird nicht an seinen Misserfolgen, sondern an seinen Erfolgen zugrunde gehen. Dies wird aber - anders als bei Marx – nicht als unbedingte, sondern als bedingte Prognose aufgestellt. Die Bedingung ist, dass in der zukünftigen Entwicklung keine störenden Einflüsse auftreten. (1) Schumpeter pro Kapitalismus: siehe Zivilisation/Schumpeter.
Brocker I 255
Innovation/Schumpeter: die Entwicklung des Kapitalismus kann nur unter Berücksichtigung des für den Prozess schöpferischer Zerstörung wesentlichen Innovationswettbewerbs um immer neue Produkte, Verfahren und Organisationsformen beschrieben werden. (2)
Brocker I 262
Schumpeters Hauptbotschaft lautet, dass die (vermeintlichen) Stärken des Sozialismus als Totalitarismus zu fürchten und dass die (vermeintlichen) Schwächen des Kapitalismus als Zivilisiertheit der modernen Gesellschaft und mithin als bewahrenswert zu würdigen sind. (Siehe auch Sozialismus/Schumpeter).

1. Joseph A. Schumpeter, Capitalism, Socialism and Democracy, New York 1942. Dt.: Joseph A. Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, Tübingen/Basel 2005 (zuerst: Bern 1946). S. 105, 263.
2. Ebenda S. 142.
Ingo Pies, „Joseph A. Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (1942)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

EconSchum I
Joseph A. Schumpeter
Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Leipzig 1912

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Konjunktur Neoklassiker Mause I 226
Konjunktur/Neoklassische Theorie: Die konjunkturellen Schwankungen können (…) im Sinne der neuklassischen Theorie bzw. in der Theorie realer Konjunkturzyklen (Real Business Cycle- oder RBC-Theorie; Stadler 1994 (1)) auch auf der Angebotsseite der Gütermärkte auftreten, wenn es zu einer schwankenden Bereitstellung von Produktionsfaktoren kommt. Neoklassische Theorie: für sie ist auf mittlere Sicht das Geschehen auf den Arbeitsmärkten ((s) für die konjunkturelle Entwicklung) bedeutsam.
NeoklassikerVsKeynesianer/NeoklassikVsKeynesianismus: Neoklassische Modelle betrachten ((s) anders als der Keynesianismus, der das Verhalten privater Haushalte betrachtet) den Staat als Hauptverantwortlichen für das Auftreten von Konjunkturzyklen, während sie dem privaten Sektor eine inhärente Stabilität unterstellen. Eine unsystematische Geld- oder Fiskalpolitik führen zu Unsicherheit und Anpassungsreaktionen der Marktteilnehmer, die sich in Konjunkturschwankungen widerspiegeln. (Siehe Hayek „Anmaßung von Wissen“). Siehe Konjunktur/Neue Politische Ökonomie.

1. Stadler, George W., Real business cycles. Journal of Economic Literature 32, (4) 1994, S. 1750– 1783.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Krisen Friedman Brocker I 396
Krisen/Friedman: Friedman These: Die große Weltwirtschaftskrise der frühen 1930er Jahre war nicht, wie von der wissenschaftlichen Schule des Keynesianismus behauptet, die Folge von immanenten Instabilitätstendenzen der Marktwirtschaft, sondern eines Versagens der Notenbanker.
Brocker I 397
Diese hatten nach dem amerikanischen Börsenkrach von 1929 nicht energisch genug versucht, den Zusammenbruch der Banken zu verhindern; durch die damit verbundene Auslöschung der Konten war die Geldmenge um 20 Prozent gesunken, der Einbruch von Güternachfrage und Wirtschaftsaktivität war damit unvermeidlich. FriedmanVsKeynesianismus, FriedmanVsKeynes. Lösung/Friedman: Eine Politik des stetigen Geldmengenwachstums als notwendige und hinreichende Bedingung gesamtwirtschaftlicher Stabilität, das heißt vor allem zur Wahrung des Geldwertes. Jedoch wurde dieses Konzept erst zu Beginn der 1970er Jahre in einigen Ländern umgesetzt, nachdem die keynesianische Stabilitätspolitik (eine fortwährende Variation von Steuern und Staatsausgaben) an dem Problem steigender Inflationsraten gescheitert war.


Peter Spahn „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Makroökonomie Muth Mause I 57f
Makroökonomie/MokroökonomieVsMonetarismus/MakroökonomieVsKeynesianismus/Muth /Lucas: Probleme des Monetarismus bzw. des Keynesianismus sind die fehlende Erklärung der Lohn- und Preisrigiditäten bzw. der Lohn- und Preisbildung überhaupt oder das willkürliche Vorgehen bei der Modellierung der Erwartungen der Wirtschaftssubjekte. Letztlich fehlte eine mikroökonomische Fundierung der Makroökonomie. Diese Lücke bemühte sich die Neue Klassische Makroökonomie, zu deren Hauptvertretern John F. Muth (1930– 2005) und Robert E. Lucas (geb. 1937) gehören, seit den 1970er-Jahren zu schließen. Grundlegend für diesen Ansatz sind zwei Annahmen: Zum einen wird davon ausgegangen, dass die Erwartungen rational sind, d.   h. dass die modellierten Wirtschaftssubjekte alle modellimmanenten Informationen verwerten und deshalb zu denselben Prognosen wie das Modell selbst gelangen. Zum anderen werden Preisflexibilität und die permanente Ausgeglichenheit der Märkte unterstellt. Dementsprechend werden Schwankungen von Produktion und Beschäftigung nicht als Ungleichgewichte interpretiert, sondern als eine Abfolge von Gleichgewichtspositionen.
Neue Klassische Makroökonomie These: Es gibt keine unfreiwillige Arbeitslosigkeit!
VsMuth/VsLucas/VsMakroökonomie: die beobachteten makroökonomischen Probleme wurden mehr oder weniger wegdefiniert. Es gab keine wirkliche Fundierung durch einen mikroökonomischen Ansatz.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Politik Nordhaus Mause I 227
Politik/Nordhaus: Nordhaus These: Schwankungen im Sinne politischer Konjunkturzyklen werden bewusst in Kauf genommen, um im Vorfeld von anstehenden Wahlen ein positives makroökonomisches Umfeld – insbesondere auf den Arbeitsmärkten zu erzeugen – was die Wiederwahlchancen der Politikträger deutlich erhöht. (1) (2) Siehe Konjunktur/Keynesianismus, Konjunktur/Neoklassische Theorie, Konjunktur/Kalecki. (NordhausVsKeynesianer, NordhausVsKalecki, KaleckiVsNordhaus, KeynsianismusVsNordhaus.)


1. William D. Nordhaus, The political business cycle. Review of Economic Studies 42, (2), 1975, S. 169– 190.
2. W. D. Nordhaus, Alternative approaches to the political business cycle. Brookings Papers on Economic Activity 2, 1989, S. 1– 68.

EconNordh I
William D. Nordhaus
The political business cycle 1975

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Staatsverschuldung Keynesianismus Mause I 235
Staatsverschuldung/Keynesianismus: wenn das Produktionspotenzial bereits voll ausgeschöpft ist, so dass höhere staatliche Ausgaben für Güter und Dienstleistungen auf Dauer dazu führen, dass die privaten Ausgaben für Güter und Dienstleistungen geringer ausfallen müssen, als dies ohne höhere staatliche Ausgaben möglich wäre, sollte aus keynesianischer Sicht ein Defizit hingenommen werden und die Ausgaben erhöht werden, um eine anhaltende Nachfrageschwäche und hohe Arbeitslosigkeit zu verhindern. Def Crowding In: Anregung der privaten Investitionstätigkeit durch die staatliche Stützung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. VsKeynesianismus: Siehe Staatsverschuldung/Neoklassische Theorien.

Mause I 277
Staatsverschuldung/Keynesianismus: Defizite der öffentlichen Haushalte dienen nach keynesianischer Interpretation in der Rezession als Stimulus zur Stärkung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und helfen so, den konjunkturellen Abschwung abzuschwächen und das Ausmaß der unfreiwilligen Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Problem: Multiplikationsfaktor: Ob ein aktives deficit-spending diesen Zweck erfüllen kann, hängt vor allem von der Antwort auf die empirische Frage ab, wie hoch der Staatsausgaben-Multiplikator ist, der Auskunft darüber gibt, wie stark der Effekt zusätzlicher, defizitfinanzierter Staatsausgaben auf das Bruttoinlandsprodukt ist. Diese Frage ist heute noch umstritten. (1)
In einer Krise des Finanz- und Bankensektors und in
Mause I 7288
Voklswirtschaften mit flexiblen Wechselkursen scheint der Faktor deutlich höher zu sein. (2)

1.Ethan Ilzetzki, Enrique G. Mendoza, und Carlos A. Végh. 2013. How big (small?) are fiscal multipliers? Journal of Monetary Economics 60 (2): 239– 254.
2. Giancarlo Corsetti und Gernot J. Müller. 2015. Fiscal Multipliers: Lessons from the Great Recession for Small Open Economies. Research Report, Stockholm: Swedish Fiscal Policy Council.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Staatsverschuldung Neoklassiker Mause I 235
Staatsverschuldung/Neoklassische Theorien: NeoklassikVsKeynesianismus: These: staatliche Defizite haben keinerlei Effekt auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, weil rationale Haushalte bei steigenden Staatsdefiziten erwarten, dass die steigende Schuldenlast Steuererhöhungen in der Zukunft nach sich ziehen wird. Def Ricardianische Äquivalenz: rationale Haushalte nehmen die Erwartung steigender Steuern zum Anlass, ihren Konsum bereits heute zu reduzieren.
Steuerpolitik/Neoklassiker: viele neuklassisch orientierte Ökonomen lehnen daher jede Form der Konjunktursteuerung durch Fiskalpolitik ab.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Stagflation Keynesianismus Mause I 57
Stagflation/Keynesianismus/VsKeynesianismus: Nach anfänglichen wirtschaftspolitischen Erfolgen in den 1950er- und 1960er-Jahren wuchsen die Zweifel an der keynesianischen Makroökonomie (Siehe Wirtschaftspolitik/Keynesianismus), als seit Anfang der 1970er-Jahre gleichzeitig Arbeitslosigkeit und Inflation („ Stagflation“) auftraten. Siehe Geldpolitik, Geldpolitik/Friedman.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Wirtschaftspolitik Friedman Mause I 57
Wirtschaftspolitik/Friedman/FriedmanVsKeynesianismus/FriedmanVsKeynes: These Geldpolitik können nur kurzfristige Erfolge erzielen, ist aber langfristig neutral. Zwar könnten durch expansive Geldpolitik Nachfrage und Beschäftigung zunächst erhöht werden, doch unterlägen die Arbeitnehmer keiner Geldillusion und würden einen Ausgleich für die inflationsbedingte Minderung ihrer Reallöhne, d. h. einen Anstieg der Nominallöhne, fordern, wodurch der anfängliche Beschäftigungseffekt wieder zunichte gemacht werden würde. Langfristig würde die Arbeitslosigkeit deshalb konstant bleiben; die Geldpolitik hätte lediglich einen Anstieg des Preisniveaus bewirkt und keine realen Beschäftigungseffekte gehabt. „Reale“ Probleme (z. B. Arbeitslosigkeit) könnten nur durch „reale“ Maßnahmen (z. B. Erleichterung der Einstellung von Arbeitskräften durch Lockerung von Kündigungsschutz-, Mindestlohn- und ähnlichen Vorschriften) gelöst werden. Empfohlen wird von den Monetaristen deshalb eine stetige Geldpolitik mit dem Ziel der Preisniveaustabilität (1).
Brocker I 398
Wirtschaftspolitik/Friedman: Friedman hatte die Befürchtung, der Wohlfahrtsstaat werde sich zunehmend in die Belange der einzelwirtschaftlichen Interessenverfolgung einmischen und die Wahlmöglichkeiten der
Brocker I 399
Marktteilnehmer beschränken. Geld- und Währungspolitik befasst sich mit gesamtwirtschaftlichen Problemen, den Durchschnittswerten von Beschäftigung und Inflation. Individuelle Freiheitsrechte werden dadurch allenfalls mittelbar berührt.
Brocker I 400
Wirtschaftspolitik/Politik/Friedman: Friedman lehnt die Wehrpflicht ab und schildert Effizienz und Entwicklungsmöglichkeiten des marktwirtschaftlichen Systems in so hellen Farben, dass gar kein Platz und keine Notwendigkeit für Regierungsinterventionen, bürokratische Kontrollen oder staatlich organisierte Sektoren verbleibt. Das Bildungssystem etwa, das aus konservativer Sicht nicht zuletzt der Vermittlung »staatserhaltender« Werte und Denkweisen dient, wäre wie auch Medien-, Verkehrs- und Energiebereiche zu privatisieren, womit politische Gruppierungen einen Teil ihrer lieb gewordenen Macht-, Einfluss- und Verdienstmöglichkeiten verlören.

Peter Spahn „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


1. M.Friedman, The role of monetary policy. American Economic Review 58, 1968, S. 1-17.

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Wirtschaftspolitik Monetarismus Mause I 57f
Wirtschaftspolitik/Monetarismus/MonetarismusVsKeynesianismus/MonetarismusVsKeynes: Im Gegensatz zu den Keynesianern unterstellen die Monetaristen (…) die grundsätzliche Stabilität des Privatsektors und verneinen deshalb die Notwendigkeit einer aktiven Stabilisierungspolitik. Stattdessen wird eine Stabilitätspolitik in Form verlässlicher Rahmenbedingungen und wirtschaftspolitischer Zurückhaltung des Staates gefordert. Siehe auch Wirtschaftspolitik/Friedman).
Mause I 225
Wirtschaftspolitik/Monetarismus: Alle wirtschaftspolitischen Eingriffe werden (…) danach beurteilt, inwieweit sie das gesamtwirtschaftliche Zinsniveau beeinflussen. Eine expansive Geldpolitik bewirkt zunächst Zinssenkungen (Liquiditätseffekt) und damit erhebliche Effekte auf die Gütermärkte in Form von Mengen- und Preisanpassungen. Siehe Aktiva/Neoklassiker, Siehe Geldnachfrage/Tobin.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Wirtschaftswissenschaften Schumpeter Brocker I 251
Wirtschaftstheorie/Schumpeter: Um des wissenschaftlichen Fortschritts willen muss man strikt zwischen positiver und normativer Analyse trennen: SchumpeterVsKlassische Ökonomie/SchumpeterVsRicardo/SchumpeterVsKeynes: diese Autoren haben die Trernnung zwischen positiver und normativer Analyse nicht vorgenommen. ((s) Unterscheidung deskriptiv/normativ.).


Ingo Pies, „Joseph A. Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (1942)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.


EconSchum I
Joseph A. Schumpeter
Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Leipzig 1912

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018