Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Abstraktion Thiel T I 67
Abstraktion/Aristoteles/Felix Klein: Zusammenfassung von Gegenständen. - Modern: Herstellung mathematischer Allgemeinheit - Bsp Ellipsengleichung. - ThielVsKlein: diese Allgemeinheit beruht auf der Allgemeinheit der Bedingungen, die wir an die Werte von a,b,c gestellt hatten.
T I 131
Abstraktion: Wechsel von Struktur zu Struktur.

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Arbeitsplätze Klein Brocker I 935
Arbeitsplätze/Jobs/Naomi Klein: während die Fabriken ins ((s) billigere) Ausland umziehen, »verwandeln sich auf dem Weg ins Ausland in etwas völlig anderes, nämlich in ›Aufträge‹, die an einen Auftragnehmer vergeben werden. Dieser vergibt sie unter Umständen an bis zu zehn Subunternehmer weiter.(1) Die Markenfirmen des globalen Nordens tätigen keine Investitionen, sie wälzen die Kosten der Produktion auf andere ab. Es geht dabei nicht um Arbeitsplatzexport. Es geht um die Flucht aus der Arbeitgeberrolle. (2)
LedbetterVsKlein, Naomi: sie habe keine Ahnung von Makroökonomie, wenn sie den Arbeitsplatzverlust auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt beklage.(3) Sie habe dabei die Bedeutung steigender Produktivität in der Produktion ebenso übersehen wie die wichtige Rolle der Kleinunternehmen, die viel mehr zum Beschäftigungswachstum in den USA beigetragen hätten als die großen Markenunternehmen.
KleinVsVs: zentral ist bei ihr die These, dass mit der Transformation des Beschäftigungsverhältnisses sich auch die Produktionsverhältnisse verändert haben.
Klein: Die zugespitzte Entfremdung der Arbeit, die unmittelbare Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft sowie die Flucht der »Arbeitgeber« aus ihren Pflichten und ihrer Verantwortung haben dazu geführt, dass »nicht einmal die klassische marxistische Trennung zwischen Arbeitern und Fabrikbesitzern so richtig [funktioniert]«.(4)




1. Naomi Klein, No Logo: Taking Aim at the Brand Bullies, Toronto 2000. (Tenth Anniversary Edition with a New Introduction by the Author, New York 32010.) Dt.: Naomi Klein, No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht – Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern, Frankfurt/M. 2015 (zuerst 2001) S. 205
2. Ebenda S.235
3. James Ledbetter »Brand Names«, in: The New York Times, 23. April 2000.
4. Klein ebenda S. 232


Christine Bauhardt, „Naomi Klein, No Logo! (2000)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Argumentation Habermas III 38
Argumentation/Habermas: Argumentation nennen wir den Typus von Rede, in dem die Teilnehmer strittige Geltungsansprüche thematisieren und versuchen, diese mit Argumenten einzulösen oder zu kritisieren Ein Argument enthält Gründe, die in systematischer Weise mit dem Geltungsanspruch einer problematischen Äußerung verknüpft sind. Die „Stärke“ eines Arguments bemisst sich, in einem gegebenen Kontext, an der Triftigkeit der Gründe; diese zeigt sich unter anderem daran, ob ein Argument die Teilnehmer eines Diskurses überzeugen, d.h. zur Annahme des jeweiligen Geltungsanspruchs motivieren kann. Rationalität: kann vor diesem Hintergrund danach beurteilt werden, wie ein Subjekt sich als Argumentationsteilnehmer verhält. Rationale Äußerungen sind aufgrund ihrer Kritisierbarkeit auch verbesserungsfähig.
III 45
Die Logik der Argumentation bezieht sich nicht, wie die formale, auf Folgerungszusammenhänge zwischen semantische Einheiten (Sätzen) sondern auf interne, auch nicht-deduktive Beziehungen zwischen pragmatischen Einheiten (Sprechhandlungen), aus denen sich Argumente zusammensetzen.
III 47
Drei Aspekte: 1. Ähnelt Argumentation einer Kommunikation unter idealen Bedingungen, die eine als ideale Sprechsituation zu charakterisierende Situation darstellt. Hier sind allgemeine Symmetriebedingungen zu rekonstruieren, die jeder kompetente Sprecher als hinreichend erfüllt voraussetzen muss.
III 48
2. Als Prozedur handelt es sich um eine speziell geregelte Form der Interaktion der Arbeitsteilung zwischen Proponent und Opponent. Hier wird ein Geltungsanspruch thematisiert in einer von Handlungs- und Erfahrungsdruck entlasteten Situation, in der Ansprüche mit Gründen und nur mit Gründen geprüft werden. 3. Ist Argumentation darauf angelegt, triftige Argumente zu produzieren.
Def Argument/Habermas: Argumente sind diejenigen Mittel, mit deren Hilfe die intersubjektive Anerkennung für den zunächst hypothetisch erhobenen Geltungsanspruch eines Proponenten herbeigeführt und damit Meinung in Wissen transformiert werden kann. Siehe Argument/Toulmin.
III 55
HabermasVsKlein, Wolfgang (1): Klein will die Logik der Argumentation als eine nomologische Theorie aufziehen und muss deshalb Regeln an kausale Gesetzmäßigkeiten und Gründe an Ursachen assimilieren.
III 56
HabermasVs: wir müssen dagegen mit Toulmin eine Pluralität von Geltungsansprüchen zulassen, ohne gleichzeitig den kritischen, raumzeitliche und soziale Beschränkungen transzendierenden Sinn von Gültigkeit zu dementieren.
III 57
Wir können die Stärke von Argumenten nicht beurteilen (…) wenn wir nicht den Sinn des jeweiligen Unternehmens verstehen. (2)
III 339
Argumentation/Grund/Begründung/Habermas: Argumente oder Gründe haben mindestens diese gemeinsam, dass sie, und nur sie, unter den kommunikativen Voraussetzungen einer kooperativen Prüfung hypothetischer Geltungsansprüche die Kraft rationaler Motivation entfalten können. Allerdings in jeweils typischen Formen der Argumentation (je nach Geltungsanspruch der propositionalen Wahrheit, der normativen Richtigkeit, der Wahrhaftigkeit und Authentizität).

1. W. Klein, Argumentation und Argument in. Z. f. Litwiss. u. Ling. H, 38/39, 1980, p. 49f.
2. St. Toulmin, R. Rieke, A. Janik, An Introduction to Reasoning, N.Y. 1979, p.15.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Argumente Toulmin Habermas III 48
Argument/Toulmin/Habermas: Laut Toulmin (1) besitzen Argumente folgende Elemente: 1. Eine problematische Äußerung, für die ein Geltungsanspruch erhoben wird (conclusion)
2. Der Grund (ground) mit der dieser Anspruch etabliert werden soll.
3. Der Grund wird mithilfe einer Regel (einer Schlussregel, eines Prinzips, eines Gesetzes usw.) gewonnen (warrant).
4. Diese stützt sich auf Evidenzen verschiedener Art (backing).
Gegebenenfalls muss der Geltungsanspruch modifiziert oder eingeschränkt werden (modifyer).
Habermas III 49
Dem entsprechen die bekannten Disziplinen des Aristotelischen Kanons: die Rhetorik befasst sich mit der Argumentation als Prozess, Die Dialektik mit den pragmatischen Prozeduren und die Logik mit deren Produkten.
III 50
Habermas: es zeigt sich jedoch, dass sich die Trennung nicht aufrechterhalten lässt. (HabermasVsKlein, Wolfgang, Siehe W. Klein, Argumentation und Argument in. Z. f. Litwiss. U. Ling. H, 38/39, 1980, p. 9ff).

1.St. Toulmin, R. Rieke, A. Janik, An Introduction to Reasoning, N.Y. 1979, p. 106


Toulmin I
St. Toulmin
The Uses of Argument Cambridge 2003

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsKleinVsKlein Verschiedene Vs Abstraktion Thiel I 67
Abstraktion: Felix Klein hebt den Unterschied zwischen der aristotelischen "Abstraktion" als Zusammenfassung der den Gegenständen gemeinsamen Merkmale und der
"Abstraktion" als Herstellung mathematischern Allgemeinheit hervor.
I 70
Bsp Ellipsengleichung ax² + 2bxy + cy² = 1
ThielVsKlein: Mißverständnis: die Allgemeinheit der Ellipsengleichung beruht auf der Allgemeinheit der Bedingungen die wir an die Werte der verwendeten Variablen a, b, c, gestellt hatten.





T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995