Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Kosmopolitismus Populismus Krastev I 65
Kosmopolitismus/Populismus/Krastev: PopulismusVsKosmopolitismus: Aus populistischer Perspektive gibt das kosmopolitische Misstrauen der Kosmopoliten gegenüber ethnischen Bindungen den Angehörigen der großen ethnischen Mehrheit in Ungarn das Gefühl, als wären sie Ausländer in ihrem eigenen Land. Auf diese Weise zerstört der Universalismus die Solidarität. Wenn jeder dein Bruder ist, dann bist du ein Einzelkind. Deshalb behaupten die reaktionären ungarischen Nativisten, kein prinzipientreuer Liberaler könne sich wirklich für das Schicksal der außerhalb des Landes lebenden Ungarn interessieren. Krastev: So reden alle Antiliberalen. Jedoch spiegeln sich in Orbáns Rezitation des antiliberalen Katechismus auch einige regionalspezifische Bedenken wider. >Liberalismus/Politik Ungarns.

Krastev I
Ivan Krastev
Stephen Holmes
The Light that Failed: A Reckoning London 2019
Liberalismus Politik Ungarns Krastev I 65
Liberalismus/Politik Ungarns/Krastev: Um seine Anhänger zu versammeln, setzt Orbán zielstrebig auf die Standardliste der Sünden des Liberalismus, die, wie er behauptet, von den unterwürfigen Nachahmern der liberalen Demokratie begangen wurden, die Ungarn nach 1989 zwei Jahrzehnte lang schlecht regierten. Erstens kann das liberale Bild der Gesellschaft als ein geistig leeres Netzwerk von Produzenten und Konsumenten nicht die moralische Tiefe und emotionale Solidarität der ungarischen Nation erfassen. Die Geschichte und das Schicksal der Nation sind den Liberalen grundsätzlich gleichgültig. In Orbáns antiliberaler Rhetorik wird die Sprache des Liberalismus in Bezug auf Menschenrechte, Zivilgesellschaft und Rechtsverfahren als kalt, allgemein und ahistorisch beschrieben. Die Liberalen sind in Bezug auf Einwanderung so blasiert, weil sie die Staatsbürgerschaft von der ethnischen Abstammung trennen und die Ideale der materiellen Gerechtigkeit und des Gemeinwohls durch fade und abstrakte Vorstellungen von Verfahrensgerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und individuellem Nutzen ersetzen.
PopulismusVsKosmopolitismus: Aus populistischer Sicht gibt das kosmopolitische Misstrauen der Kosmopoliten gegenüber ethnischen Bindungen den Angehörigen der großen ethnischen Mehrheit in Ungarn das Gefühl, im eigenen Land als Ausländer zu leben. Auf diese Weise zerstört der Universalismus die Solidarität. Wenn jeder dein Bruder ist, dann bist du ein Einzelkind. Deshalb behaupten die reaktionären ungarischen Nativisten, kein prinzipientreuer Liberaler könne sich wirklich für das Schicksal der außerhalb des Landes lebenden Ungarn interessieren.
Krastev: So reden alle Antiliberalen. Jedoch spiegeln sich in Orbáns Rezitation des antiliberalen Katechismus auch einige regionalspezifische Bedenken wider.

Krastev I
Ivan Krastev
Stephen Holmes
The Light that Failed: A Reckoning London 2019
Politik Schmitt Höffe I 386
Politik/Carl Schmitt/Höffe: (...) Schmitt(1) [relativiert] den Rang des Staates, indem er «das Politische» zur Voraussetzung erklärt und dem Staat das Monopol für diesen Bereich abstreitet. >Staat.
Freund/Feind-Dichotomie: Die damals aufsehenerregende und noch heute provokative Formel soll in Analogie zu Grundunterscheidungen anderer Lebensbereiche, etwa von Gut und Böse in der Moral, von Schön und Hässlich in der Ästhetik und von Rentabel und Unrentabel in der Ökonomie, die für die politische Welt entscheidende Alternative darstellen. Schmitt legt beim Ausdruck «Feind» Wert auf die Unterscheidung des politischen Begriffs, des öffentlichen Feindes (hostis), vom privaten Gegner (inimicus). Deshalb liege im christlichen Gebot, seine Feinde zu lieben, kein Einwand. Nach Schmitts «anthropologischem Glaubensbekenntnis» ist der Mensch «böse», weil sündhaft und gefährlich.
Höffe: Schmitts politisches Denken (...) verwirft den Gedanken eines Weltstaates, der den ewigen Frieden garantiere. Und es kritisiert den Liberalismus, in dem, je nach der Spielart, das Politische zu Geist, Bildung, Geschäft oder Besitz, der Staat zu Gesellschaft oder Menschheit und die Herr-
schaft zu Kontrolle und Propaganda degeneriere. (SchmittVsKosmopolitismus, SchmittVsLiberalismus).
>Kosmopolitismus, >Liberalismus, Gesellschaft, >Krieg, >Frieden.

1. C. Schmitt, der Begriff des Politischen. 1927/1932.


Gaus I 397
Politik/Staat/Schmitt/Bellamy/Jennings/Lassman: (...) In seinem 1927 erstmals veröffentlichten "Der Begriff des Politischen"(1) geht Schmitt von einer Zurückweisung der unbefriedigenden Zirkularität der konventionellen Darstellung des begrifflichen Verhältnisses von Staat und Politik aus (Schmitt, 1985(2); 1996(3)). Bevor wir über Politik sprechen können, benötigen wir für Schmitt ein Verständnis des definierenden Merkmals des "Politischen". Dieses ist in der Antithese zwischen Freund und Feind zu finden. Jede echte Politik setzt ein Verständnis des "Politischen" in diesem Sinne voraus. "Das Politische" bezieht sich auf den extremsten und intensivsten Antagonismus in menschlichen Beziehungen. Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt als "der Feind" gilt, beruht auf einer Entscheidung, die von einem politischen Staat getroffen wurde.
Gaus I 398
Für Schmitt und andere gleichgesinnte Denker der Konservativen Revolution muss diese Vision des "Politischen" dem Liberalismus in all seinen Formen zutiefst feindlich gesinnt sein. Der Liberalismus wird als ein klares Beispiel für die "neutralisierenden" und "entpolitisierenden" Tendenzen der Moderne angesehen. Darüber hinaus argumentiert Schmitt (1996)(3), dass der politische Staat als "Freund" die politische Einheit eines Volkes zum Ausdruck bringen muss.
1. Schmitt, C. (1963) Der Begriff des Politischen: Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien. Berlin: Duncker und Humblot.
2. Schmitt, C. (1985) The Crisis of Parliamentary Democracy (1923). Cambridge, MA: MIT Press.
3. Schmitt, C. (1996) The Concept of the Political. Chicago: University of Chicago Press.

Bellamy, Richard, Jennings, Jeremy and Lassman, Peter 2004. „Political Thought in Continental Europe during the Twentieth Century“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Schmitt I
Carl Schmitt
Der Hüter der Verfassung Tübingen 1931

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004