Lexikon der Argumente


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Literatur
Lenin Luxemburg Brocker I 41
Organisation/Politik/LuxemburgVsLenin/Luxemburg: Rosa Luxemburg warf Lenin in ihrem 1904 in der Iskra veröffentlichten und von der Neuen Zeit, dem Organ der deutschen Sozialdemokratie, nachgedruckten Artikel »Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie« einen »rücksichtslosen« und »militärischen Ultrazentralismus« vor. »Die blinde Unterordnung aller
Brocker I 42
Parteiorganisationen […] unter eine Zentralgewalt, die allein für alle denkt, schafft und entscheidet« sowie »die Abgrenzung des organisierten Kerns der Partei von dem ihn umgebenden revolutionären Milieu« setzte Luxemburg den Methoden der blanquistischen Verschwörerzirkel gleich. Die Aktivität der Parteiorganisation und das Anwachsen des proletarischen Bewusstseins seien nicht zu trennen (Luxemburg 1983, 429) (1).
Brocker I 43
Rosa Luxemburg hat übrigens ihre frühe Kritik an Lenins Konzeption der Partei neuen Typs, die jede effektive Kontrolle der Massen über die Führungsorgane und damit jede wirkliche Demokratie in der Partei und in der Gesellschaft zerstören musste, in ihrer kritischen Einschätzung der Oktoberrevolution weitergeführt. Die despotischen Formen der Machtausübung und die Liquidation aller demokratischen Freiheiten veranlassten sie zu der später berühmt gewordenen Formulierung: »Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei […] ist keine Freiheit. Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden« (Luxemburg 1948, 53) (2).


1.Rosa Luxemburg, »Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie«, in: dies., Gesammelte Werke 1893 bis 1905, Bd 1, Halbbd 2, Berlin 1983, 422-444.
2.Rosa Luxemburg, Die russische Revolution. Eine kritische Würdigung, Hamburg 1948.


Jutta Scherrer, Wladimir Iljitsch Lenin, Was tun?, (1902) in Brocker, Manfred, Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

PolLux I
Rosa Luxemburg
Die russische Revolution. Eine kritische Würdigung Hamburg 1948

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Lenin Trotzki Brocker I 41
Lenin/Parteipolitik/Organisation/TrotzkiVsLenin/Trotzki: Trotzki hatte Lenin bereits in seinem Bericht über den zweiten Parteitag vorgeworfen, die schwache russische Arbeiterklasse durch die Partei substituieren zu wollen, und ihn deshalb des Blanquismus und Jakobinismus geziehen. Vor allem rief Lenins 1904 verfasste Schrift „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück“, in der Lenin die absolute Kontrollmacht des Zentralkomitees über die Partei verfocht, die heftige Kritik Trotzkis wie auch Rosa Luxemburgs hervor. Trotzki: (in: L. Trotzki , Unsere politischen Aufgaben, 1904, S. 54) (1): nach Lenins Logik sollte zuerst »die Partei die Klasse, dann die Organisation die Partei, schließlich das ZK die Organisation und zu guter Letzt der Diktator das ZK ersetzen«. (Übersetzung v. J. Scherrer).


1.L.Trotzki, Trotzki, Leo [Trockij, Lev], Naši političeskija zadači, Genf 1904.


Jutta Scherrer, Wladimir Iljitsch Lenin, Was tun?, (1902) in Brocker, Manfred, Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

PolTrotz I
Leo Trotzki
Unsere politischen Aufgaben
In
Schriften zur revolutionären Organisation, Hartmut Mehringer Reinbek 1970

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Organisation Plechanow Brocker I 42
Organisation/Politik/PlechanowVsLenin/Plechanow: Plechanow kritisiert Lenins Überbewertung der »spontanen Arbeiterbewegung«. Lenins Ansichten über die Organisation hätten das Proletariat zu einem passiven Moment in den Händen der Intelligenzija gemacht. (1)
1. Plechanow, Georgi Walentinowitsch [Plechanov, Georgij Valentinovič], »Die Arbeiterklasse und die sozialdemokratische Intelligencija«, in: Iskra 70-71, 1904.

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Revolution Lenin Brocker I 38
Revolution/Lenin: nach seiner Auffassung kann die Revolution nur von solchen Revolutionären herbeigeführt werden, schaffen, denen die revolutionäre Arbeit zum Beruf geworden ist und deren einzige Beschäftigung in der konspirativen politischen Aktivität besteht.
Brocker I 39
»Gebt uns eine Organisation von Revolutionären, und wir werden Russland aus den Angeln heben!« (1). Eine derartige, nicht sehr umfangreiche Organisation der Berufsrevolutionäre macht keinen Unterschied zwischen Arbeitern und Intellektuellen und genauso wenig zwischen den Berufen. Einen substantiellen Unterschied macht Lenin jedoch zwischen der Organisation der revolutionären sozialdemokratischen Partei - den Berufsrevolutionären – und den Organisationen der Arbeiter. Eine einheitliche gesamtrussische Organisation der Revolutionäre soll auch die Leitung der Gewerkschaftsverbände der Arbeiter in ganz Russland übernehmen. 1.VsLenin: Lenin wird dafür kritisiert, dass er – im Gegensatz zur deutschen Sozialdemokratie – eine zentralisierte Kampforganisation wünscht, in der keine Wahlämter vorgesehen sind.
LeninVsVs: Kampforganisation. Eine revolutionäre Organisation, so wehrt hier Lenin vermeintliche Kritiker ab, kann keinen umfassenden Demokratismus durchführen.
2.VsLenin: dieser sehe die Macht nur in den Händen einiger weniger vor.
LeninVsVs: das bedeute aber nicht, dass die Berufsrevolutionäre „für alle denken werden“. (2)


1. Lenin, W. I., »Die dringendsten Aufgaben unserer Bewegung«, in: ders., Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Bd. 1, Berlin 1986 (a) S. 469.
2. Ebenda S. 467.


Jutta Scherrer, Wladimir Iljitsch Lenin, Was tun?, (1902) in: Brocker, Manfred, Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Lenin I
Wladimir Iljitsch Lenin
Die dringendsten Aufgaben unserer Bewegung
In
Ausgewählte Werke in sechs Bänden Bd. I, Berlin 1986

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Utopie Lenin Brocker I 32
Utopie/PutinVsLenin/Lenin: Lenins Ideen sind von der Realität des heutigen Russland so weit entfernt wie nie zuvor. zuvor. Präsident Vladimir Putin selbst distanzierte sich – und das genau ein Jahr vor dem hundertsten Jahrestag von Lenins Revolution 1917 – von ihrem staatszersetzenden Charakter, der den Zusammenhalt des historischen russischen Imperiums zerstört hätte.
Brocker I 33
Politische Parteien/Lenin: Im Mittelpunkt von Was tun? steht die Schaffung einer disziplinierten Organisation einer revolutionären Partei unter den Bedingungen des autokratischen Russland. (1) Siehe auch Politische Parteien/Lenin.

1. N. Lenin, Čto delat’?, Stuttgart 1902. Dt.: Wladimir I. Lenin, Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung, in: ders., Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Bd. 1, Berlin 1986, 333-541 (zuerst: Wien 1932).


Jutta Scherrer, Wladimir Iljitsch Lenin, Was tun?, (1902) in: Brocker, Manfred, Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.

Lenin I
Wladimir Iljitsch Lenin
Die dringendsten Aufgaben unserer Bewegung
In
Ausgewählte Werke in sechs Bänden Bd. I, Berlin 1986

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018