Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Literatur
Literatur
Interpretation Flusser I 13
Interpretation/Deutung/FlusserVsMoles,FlusserVsLuhmann: Wenn wir Interpretation statt Erklärung zugrunde legen: Dann wird die menschliche Kommunikation nicht als unwahrscheinlicher Prozess sondern als Absicht erkannt. >Kommunikation/Flusser.

Fl I
V. Flusser
Kommunikologie Mannheim 1996
Moderne Luhmann Habermas IV 420
Moderne/LuhmannVsParsons/Luhmann/Habermas: Luhmann hebt an modernen Gesellschaften ausschließlich die Züge der Komplexität hervor. Diese verdanken ihre hohe Komplexität der starken Ausdifferenzierung von Teilsystemen, die relativ unabhängig voneinander sind, zugleich Umwelten füreinander bilden und über Medien in einem derart geregelten Austausch miteinander treten, dass Zonen gegenseitiger Durchdringung (Interpenetration) entstehen. Neukantianismus/Luhmann/Habermas: Luhmann räumt mit dem Neukantianismus auf d.h. er verabschiedet die Idee der Werteverwirklichung auf
Habermas IV 421
und fegt den Himmel von kulturellen Werten leer. Er gibt der Theorie der Moderne größere Beweglichkeit zurück, indem er das Korsett des Schemas aus vier Funktionen (siehe AGIL-Schema) aufschnürt. LuhmannVsParsons: Luhmann möchte historisch erklären, was Parsons noch theoretisch voraussagt, z.B. die, dass die Entwicklung moderner Gesellschaften durch genau drei Revolutionen gekennzeichnet ist.
ParsonsVsLuhmann/Habermas: anders als Luhmann kann Parsons den von außen, aus der Beobachtung erfassten Zuwachs an Systemkomplexität in das an die Innenperspektive der Lebenswelt gebundene Selbstverständnis der Systemmitglieder übersetzen.(1)


1.T.Parsons, The System of Modern Societies, Englewood Cliffs 1971, S. 114ff.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Moderne Parsons Habermas IV 303
Moderne/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: Parsons Theorie der Moderne ist zu harmonistisch, weil sie nicht über die Mittel für eine plausible Erklärung pathologischer Entwicklungsmuster verfügt.
Habermas IV 420
Moderne/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: Parsons‘ Theorie der Moderne hat ein Janusgesicht: A) sie unterscheidet sich von einem Systemfunktionalismus, der an modernen Gesellschaften ausschließlich die Züge der Komplexität hervorhebt. Das ist die Linie von Luhmann. Siehe Moderne/Luhmann.
Habermas IV 421
Methode/ParsonsVsLuhmann/Habermas: Parsons begreift gesellschaftliche Modernisierung nicht nur als systemische, sondern als handlungsbezogene Rationalisierung.
Habermas IV 422
HabermasVsParsons: Problem: es fehlt Parsons dafür ein aus der Handlungsperspektive entworfenes Gesellschaftskonzept. Daher kann er die Rationalisierung der Lebenswelt und die Komplexitätssteigerung von Handlungssystemen nicht als getrennte, als interagierende, aber oft auch gegenläufige Prozesse beschreiben. Daher kann er die entsprechende Dialektik nicht erfassen und muss diese Erscheinungen auf das Maß von Krisenerscheinungen reduzieren, die sich nach dem Muster von Inflation und Deflation erklären lassen. (Siehe Revolutionen/Parsons).
Habermas IV 432
Moderne/Parsons/ParsonsVsWeber/Habermas: Parsons kommt nicht durch eine abweichende Beschreibung globaler Trends, über die man sich streiten könnte, zu einer anderen Auffassung als Weber; sondern diese Auffassung ergibt sich deduktiv aus seiner Analyse des Modernisierungsprozesses: Wenn sich entwickelte moderne Gesellschaften durch hohe Eigenkomplexität auszeichnen, und wenn sie diese Komplexität nur in allen vier Dimensionen der Anpassungskapazität. Ausdifferenzierung von mediengesteuerten Subsystemen, Inklusion und Wertgeneralisierung gleichzeitig steigern können, dann besteht eine analytische Beziehung zwischen a) der hohen Systemkomplexität und b) universalistischen Formen der sozialen Integration sowie zwanglos institutionalisiertem Individualismus. Habermas: Parsons zeichnet deshalb ein harmonisiertes Bild der Moderne. Siehe Bürokratie/Parsons.
Habermas IV 433
Moderne/Parsons/HabermasVsParsons/Habermas: sozialpathologische Erscheinungen muss Parsons auf systemische Ungleichgewichte reduzieren; dabei geht das Spezifische gesellschaftlicher Krisen verloren. Für selbstgesteuerte Systeme, die ihren riskanten Bestand permanent durch Anpassung an Bedingungen einer kontingenten und überkomplexen Umwelt sicher müssen,
Habermas IV 434
sind interne Ungleichgewichte der normale Zustand.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Organisation Habermas IV 455
Organisation/Habermas: Autonomie gewinnen Organisationen durch eine neutralisierende Abgrenzung gegen die symbolischen Strukturen der Lebenswelt. Damit werden sie gegen Kultur, Gesellschaft und Persönlichkeit eigentümlich indifferent. Diese Effekte beschreibt Luhmann als „Dehumanisierung der Gesellschaft“. Die soziale Realität scheint insgesamt auf eine versachlichte, von normativen Bindungen freigesetzt Organisationsrealität zusammenzuschrumpfen.
IV 455/456
Dehumanisierung/HabermasVsLuhmann: bedeutet aber nur eine Abspaltung von Handlungsbereichen von der Lebenswelt, keine Depersonalisierung im Sinne der Trennung organisierter Handlungssysteme von Persönlichkeitsstrukturen. Indifferenz/Habermas: im Gegensatz zum traditionellen Familienbetrieb zeigt der kapitalistische Betrieb eine Indifferenz gegenüber den privaten Lebensverhältnissen aller Beschäftigten. Diese sind für ihn zur Umwelt geworden.
IV 457
Ebenso verhalten sich andere Organisationen unabhängig von legitimierenden Weltbildern, überhaupt von kulturellen Überlieferungen. Mitglieder werden als Personen ihrer Persönlichkeitsstruktur entkleidet und zu Leistungsträgern neutralisiert. Kulturelle Überlieferungen werden als Ideologien ihrer verpflichteten Kraft beraubt und in Rohstoffe für (…) eine administrative Bearbeitung von Sinnzusammenhängen verwandelt. Organisationen/Habermas: müssen ihren Legitimationsbedarf selber decken können.
Lebenswelt: Organisation machen sich auch von lebensweltlichen Kontexten unabhängig, indem sie den normativen Hintergrund informell eingewöhnter, sittlich regulierter Handlungszusammenhänge neutralisieren.
IV 460
Kommunikation/Organisation/Habermas: zwar sind nicht alle Verständigungsprozesse aus dem Inneren von Organisationen verbannt, weil der Interaktionsbereich von rechtsförmigen Organisationen jedoch sittlich neutralisiert ist, verliert kommunikatives Handeln im Binnenraum von Organisationen seine Geltungsgrundlage. Mitglieder handeln kommunikativ unter Vorbehalt. Sie sind nicht genötigt, mit kommunikativen Mitteln Konsens zu erzielen.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Sinn Luhmann Baraldi I 170
Sinn/Luhmann/GLU: erlaubt die selektive Erzeugung aller sozialen und psychischen Formen - Form des Sinns ist die Unterscheidung "real"/"möglich". - Sinn ist die Simultanpräsentation von Aktuellem und Möglichem - Sinn bestimmt Anschlußfähigkeit an weitere Kommunikation - ((s) Anderswo: ist die Dimension, in der Negation präsentiert wird.) - Sachdimension: "dies"/"anderes" - Sozialdimension: "ego"/"alter" - Zeitdimension: Vergangenheit/Zukunft.
Reese-Schäfer II 34
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: Ordnungsform menschlichen Erlebens. - Das Erleben muss auswählen - dazu dient der Sinn. - Erleben/Handeln: ist Selektion nach Sinnkriterien.
Reese-Schäfer II 35
Def Sinn/Luhmann: die Bedeutung, die etwas für einen Beobachter hat - Sinnlosigkeit: nur bei Zeichen möglich.
Reese-Schäfer II 44
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: braucht keinen Träger - Sinn trägt sich selbst, indem er seine eigene Reproduktion selbstreferentiell ermöglicht.
Reese-Schäfer II 139
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: vorsprachliche, die Sprache fundierende Kategorie. Sinn/HabermasVsLuhmann: prinzipiell sprachlich - nicht ohne intersubjektive Geltung denkbar. LuhmannVsHabermas: Studien über Ehekonflikte zeigen, dass diese alltagssprachlich nicht zu lösen sind, weil die Alltagssprache jeweils positive und negative Ausdrücke bereithält.

AU I Kass 10
Sinn/Soziologie/Luhmann: Problem: wenn jedes Individuum Sinn produziert, gibt es dann eine Sphäre der Intersubjektivität? - Lösung: wir müssen die Sinnkategorie auf zwei verschiedene Systemkategorien anwenden: 1. Psychische Systeme, Bewusstseinsysteme, die sinnhaft erleben. -
2. Kommunikationssysteme, die Sinn reproduzieren dadurch, dass er in Kommunikation verwendet wird. Subjekt: geht verloren. - das Subjekt ist kein Träger des Sinns. - Sinn wird formal. - Lösung: Gewinnung durch die Unterscheidung von Medium und Form - d.h. unabhängig von einem bestimmten System.
AU Kass 10
Sinn/Luhmann: Sinn könnte eine ständige Aufforderung zu spezifischer Formenbildung sein, die sich dann immer dadurch auszeichnen, dass sie im Medium von Sinn gebildet sind - diese Formen repräsentieren aber nicht Sinn als Kategorie überhaupt - Das Wort "Sinn" ist nämlich nicht das einzige, was Sinn hat.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: a) im Bewusstseinssystem - Bsp Verweisen auf andere Möglichkeiten: ich habe den Schlüssel in der Tasche, um später die Tür aufzuschließen - aber Sinn ist auch die Lokalisierung dieser Verweisung in allem, was wir als Gegenstand betrachten - b) im Kommunikationssystem: zur Information gehört auch der Ausfallbereich: was überrascht mich? - Alle Items haben nur vor dem Hintergrund anderer Möglichkeiten Sinn.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: ist selbst ein Medium - auch Negation spielt sich innerhalb ab. - Aber Sinn ist selbst nicht negierbar. - Wir kommen nicht heraus. - Eine Welt, in der wir nur noch Käfer existieren, wäre eine, in der kein Sinn mehr prozessiert wird - Aber wir können sie uns nur sinnhaft vorstellen. - Wir stellen uns den Rest als Rest vor - ("wie es für den Menschen wäre"). - ((s) > Fledermaus-Beispiel/Nagel). Tier/Luhmann: es ist unentscheidbar, ob es Sinn für Tiere gibt. - Wir sind auf die Unterstellung von Sinn angewiesen. - Keine Unterscheidungen von Sinn wie z.B. "sachlich"/"zeitlich"/"sozial" sind möglich.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: kein sinnbrauchendes System kann dann für sich selbst völlig transparent werden. - Das, was wir als Resultat einer langen Kette von Operationen sind, welche Strukturen wir haben, können wir nicht auf eine Formel bringen. - Aber wir können uns stattdessen vorstellen, wer wir sind, oder wir können es beschreiben. - Dabei stoßen wir auch schnell auf Sinnloses - d.h. etwas, das nicht in diese Beschreibung passt.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Baraldi I
C. Baraldi, G.Corsi. E. Esposito
GLU: Glossar zu Luhmanns Theorie sozialer Systeme Frankfurt 1997
Systeme Luhmann Baraldi I 195
System/Umwelt/Luhmann/GLU/(s): Grundbegriff der Systemtheorie - Außen: ist immer komplexer als innen. - System: dient der Reduktion von Komplexität. - Keine System kann außerhalb seiner Grenzen operieren. - Jedes System ist durch seine eigene Operation gekennzeichnet. - Umwelt: ist nicht von Grenzen, sondern von Horizonten umgeben. - Sie ist selbst kein System. - Sie hat keine eigenen Operationen. - Sie ist aber nicht passiv.
Reese-Schäfer II 47
System/Luhmann/Reese-Schäfer: autopoietische Systeme haben keine andere Form für Umweltkontakt als Selbstkontakt. - Sie nehmen Umwelteinflüsse nur auf, indem sie diese in ihre eigene Frequenz transformieren. - Bsp Sozialsystem haben keine Verwendung für Bewusstsein.
AU I Kass 3
System/geschlossene Systeme/Luhmann: geschlossene Systeme trifft man nicht in der Welt. - Wir beschäftigen uns nur mit offenen Systemen: Biologie, soziales System usw. - Sogenannte operationale (geschlossene) Systeme sind nur scheinbar anders. AU Kass 4
System/Luhmann: ein System kann sich selbst von der Umwelt unterscheiden.
AU I Kass 8
System/Umwelt/Komplexität/Luhmann: die Umwelt eines Systems ist immer komplexer als das System. - Daher kann das System keine Punkt-für-Punkt-Beziehung zur Umwelt herstellen. - Daher muss Komplexität reduziert oder ignoriert werden. - Z.B. verschiedene Dinge beim selben Namen nennen.
AU I Kass 8
System/Luhmann: hat Unterabteilungen - Bsp Planung für das System - Für sie ist das System selbst Umwelt - Lose gekoppelte Systeme sind stabiler. - Bsp Mitarbeiter können ausgetauscht werden. - Feste Kopplung findet man nicht in der Natur. - In Systemen hängt nicht alles mit allem zusammen! - Nicht wie bei Newton.
AU I Kass 11
System/Luhmann: ein System ist kein Objekt, sondern eine Differenz. - Ich bin in meiner Umwelt. - Ich bin nicht in der Gesellschaft, sonst würden andere meine Gedanken denken usw. - So erlaubt die Systemtheorie den Individualismus. - HabermasVsLuhmann: radikaler Individualismus wird gar nicht angestrebt. - LuhmannVsHabermas: die Gesellschaft muss nicht auf ein "menschliches Ziel" zulaufen. - ((s) Das ist ein Ziel für Menschen, die Gesellschaft ist kein Mensch.)
AU I Kass 14
System/Luhmann: Bsp Konflikte sind Systeme - weil man den anderen in eine begrenzte Variationsbreite von Reaktionen bringt. - Konflikte haben eine organisierende Kraft. - VsSystemtheorie/VsLuhmann: hier würden Konflikte unterbelichtet. - LuhmannVsVs: gerade nicht! - Konflikt: kann zu einer zu starken Integration führen. - Konflikte breiten sich bei fester Kopplung stärker aus.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Baraldi I
C. Baraldi, G.Corsi. E. Esposito
GLU: Glossar zu Luhmanns Theorie sozialer Systeme Frankfurt 1997
Systeme Parsons Habermas IV 229
System/Talcott Parsons/Habermas: der reife Parsons deutet die strukturellen Komponenten der Lebenswelt, also Kultur, Gesellschaft und Persönlichkeit, in Handlungssysteme um, die füreinander Umwelten bilden. Dabei subsumiert Parsons den Begriff der Lebenswelt umstandslos unter systemtheoretischen Begriffen, obwohl er eine ganz andere Entstehung hat. Lebenswelt/Parsons: Das physische Substrat der Lebenswelt fasst er unter dem Begriff des „Verhaltenssystem“.
HabermasVsParsons, Talcott: ich möchte dagegen der methodologischen Differenz von Innen- und Außenbetrachtung Rechnung tragen.
Habermas IV 338
Systeme/Parsons/Habermas: nachdem Parsons frühe Systeme einfach als geordnete Mengen von Elementen aufgefasst hatte, seht er sie später unter dem Gesichtspunkt der Bestandserhaltung und Abgrenzung gegen eine überkomplexe Umwelt. (1)
Habermas IV 339
An die Stelle des (kulturanthropologischen) Strukturfunktionalismus tritt nun der (biokybernetische) Systemfunktionalismus. Dann liegen die Begriffe „Funktion“ und „Struktur“ nicht mehr auf der gleichen Ebene. Strukturen und Prozesse bilden funktionale Äquivalente füreinander. (2)
Habermas IV 340
ParsonsVsLuhmann: die Sonderstellung, die die Kultur gegenüber den empirischen Handlungssystemen einnimmt, gibt Parsons die Möglichkeit, den neukantianischen Dualismus zwischen Werten und Tatsachen in den Systemfunktionalismus hineinzutragen. Diese werttheoretische Schranke trennt seinen Ansatz von dem Luhmanns.
Habermas IV 341
Parsons trennt zwischen den beiden Aufgaben, die Integrität des Handlungssystems nach außen und nach innen zu bewahren: die entsprechenden Grundfunktionen behandelt er unter den Stichworten „Allokation“ und „Integration“. (3) (Siehe auch Terminologie/Parsons, Umwelt/Parsons).
Habermas IV 352
Handlung/Luhmann: “Die Handlung ist System aufgrund ihrer analytischen Binnenstruktur.” (4)

1. Talcott Parsons, Toward a General Theory of Action, NY 1951. S. 108.
2. Talcott Parsons, Some Problems of General Theory in Sociology, in: McKinney, Tiryakan, (1970, S. 27ff.
3. Talcott Parsons, The Social System, NY 1951, S 114ff.
4 .N. Luhmann, T. Parsons: die Zukunft eines Theorieprogramms, Zeitschrift für Sozialforschung 9, 1980, S. 8

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981