Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Funktionalismus Searle Dennett I 557
Funktion/Searle: (laut Dennett): nur Produkte, die von einem echten menschlichen Bewusstsein hergestellt wurden, haben eine Funktion ((s) > objet ambigu, Paul Valery). DennettVsSearle: also dienen die Tragflächen des Flugzeugs, aber nicht die Flügel des Adlers zum Fliegen. Vgl. >Funktionen.
---
I 19
SearleVsFunktionalismus (SearleVsPutnam): Beziehungen zwischen Geistzuständen nicht ausschließlich kausal! sonst hätten Steine mit den richtigen Kausalbeziehungen die gleichen Geistzustände wie wir.
I 59 ff
VsFunktionalismus: eliminiert Qualia - Imitation einer funktionalen Organisation führt nicht zu Schmerzempfindung.
I 233f
Maschine durch Effekte definiert, kann nicht aus Käse nachgebaut werden - Computer: syntaktisch definiert, kann aus Beliebigem nachgebaut werden (Katzen, Mäusen, Käse). - Syntax ist immer beobachterrelativ, nicht intrinsisch. - Aber das Herz ist intrinsisch eine Pumpe. - Auch Wasser ist als intelligent beschreibbar (geringster Widerstand).
I 266f
Intentionale Phänomene: Regelfolgen: echt kausale Phänomene - Funktionale Erklärungen: nur nackte physische Fakten, Kausalität hier nur durch interessengeleitete Beschreibung - Regeln sind keine Ursachen für Handlungen.
I 266
Funktion/Searle: keine separate Ebene.
I 269
Muster: spielt in funktionaler Hinsicht eine kausale Rolle, verbürgt aber keine unbewusste Repräsentation (Intentionalität).
III 24
SearleVsMillikan: Funktion immer beobachterrelativ (Nur "Ablauf" immanent) - Millikan: Funktion ist evolutionär entstanden.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Funktionen Searle I 266
Funktion/Searle: keine separate Ebene! - Bsp Herz hat keine Funktion, die zu seinen Kausalbeziehungen hinzukäme. - Gehirn: durch Beseitigung der Ebene des tief Unbewussten, löst sich die "physische Verursachung" in nichts auf.
I 267
Die normative Komponente liegt im Auge des Betrachters - die Verbindung von geistigen Gehalten braucht selbst keinen geistigen Gehalt zu haben - (Bsp Täuschungen).
III 24
Funktion/Searle: steht immer vor dem Objekt: wir erfahren einen Tisch nicht einfach als Objekt. - ((s) >objet ambigu, Valery.) - Aber Natur weiß nichts von Funktionen.
III 25
Es ist wohl der Natur immanent, dass das Herz Blut pumpt, aber immanent ist der Ablauf, die Funktion bloß zugeschrieben. - Die Funktion besteht nur in einem System früherer Wertzuweisungen. - Dabei werden keine anderen als kausale Tatsachen entdeckt.
III 26
Larry Wright: wenn Z die Funktion von X ist, dann 1. gibt es X, weil es Z tut, 2. ist Z eine Folge davon, daß es X gibt. - SearleVs: das würde die Beobachterrelativität der Funktion beseitigen.
III 27
Funktion/SearleVsMillikan: Funktion immer beobachterrelativ (Nur "Ablauf" immanent) - Millikan: Funktion evolutionär entstanden - SearleVs: so kann man alles einführen und als relevant bezeichnen -erklärt nicht die normative Komponente von Funktionen. - Altes Dilemma: entweder nur rohe kausale Relationen - oder wirkliche "funktionale" Funktionen.
III 50
Tiere können Gegenständen Funktionen zuweisen.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Grice Millikan I 52
Sprache/Millikan: in diesem Kapitel: welche Relationen gibt es zwischen 1. der stabilisierenden Funktion eines Sprachmusters
2. ihren buchstäblichen Gebrauch
3. den Sprecherintentionen.
Stabilisierungsfunktion/Millikan: nächstes Kapitel These: ein Aspekt der Wortbedeutung, der syntaktischen Form ist die fokussierte Stabilisierungsfunktion.
buchstäblicher Gebrauch/Millikan: korrespondiert keiner Stabilisierungsfunktion (s.u.).
Gricesche Intention/MillikanVsGrice/Millikan: These: die Griceschen Intentionen sind überhaupt nicht das, was Sprachgebrauch und Verstehen antreibt.
Stabilisierungsfunktion/Sprache/Millikan: wenn Sprachmuster wie Wörter oder syntaktische Formen Stabilisierungsfunktion haben, so sind diese direkte Eigenfunktionen von reproduktiv festgelegten Familien (rfF) 1. Stufe, von denen diese Muster auch Elemente sind.
Funktionen: von Wörtern usw. sind historisch erworben indem sie sowohl Äußerungen als auch Reaktionen beim Hörer hervorriefen.
Intention/Sprecherintention/Pointe: diese Funktionen hängen aber nicht von den Sprecherintentionen ab!
Direkte Eigenfunktion: hat ein Wort-Token nämlich sogar dann, wenn es von einem Papagei hervorgebracht wird. Denn das Token ist Element einer rfF dadurch, dass es eine direkte Eigenfunktion hat.
Intention/Zweck: liefert eine abgeleitete Eigenfunktion.
Abgeleitete Eigenfunktion: liegt aber über und jenseits der direkten oder stabilisierenden Funktion. Dabei kann sie dieselbe Funktion sein, wie die direkte, muss es aber nicht. Jedenfalls ist sie nicht die eigene Funktion des Sprachmusters, nicht seine Eigenfunktion.
Stabilisierungsfunktion/Sprache/Millikan: obwohl aber die Stabilisierungsfunktion unabhängig von Zweck und Sprecherintention ist, ist sie nicht unabhängig von Zwecken, die Sprecher überhaupt ganz allgemein haben können.
I 53
Hier wird es wieder eine „kritische Masse“ von Fällen des Gebrauchs geben.
I 63
Imperativ/Millikan: nun ist es sicher so, dass ein Hörer, wenn er gefragt wird, ob der Sprecher intendiert habe, dass er dem Befehl gehorcht, sicher sofort „ja“ antworten wird.
I 64
Aber das heißt nicht, dass er diese Überzeugung beim Gehorchen gebraucht hat. Gricesche Intentionen/MillikanVsGrice/Millikan: sind also überflüssig. Und sie helfen auch nicht, nichtnatürliche Bedeutung von weniger interessanten Dingen zu unterscheiden.
Wir brauchen jedenfalls keine Griceschen Intentionen zu beachten, die nur potentiellen und nicht aktualen Modifikationen des Nervensystems unterliegen.
I 65
VsMillikan: man könnte einwenden, dass man Gründe für eine Handlung haben könnte, ohne dass diese Gründe in der Anatomie aktiviert sind. Millikan: wenn ich aufhöre, etwas zu glauben, werde ich entsprechende Handlungen unterlassen.
Gricesche Intentionen/Millikan: die einzige interessante Frage ist, ob sie aktual innen verwirklicht sind, während man spricht.
Bsp Millikan: der Sergeant sagt: „Wenn ich das nächste Mal „Halt“ sage, halte nicht an!“
Ein ähnliches Bsp gibt es von Bennett.
Problem: das Training war so effektiv, dass der Soldat es nicht schafft, nicht anzuhalten.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Prädikate Millikan I 109
Subjekt/Prädikat/Abbildung/Millikan: These es gibt keinen Unterschied zwischen der Weise, in der logische Subjekte von Sätzen
I 110
die Welt abbilden und der Weise, wie dies logische Prädikate tun. 1. Weil man Prädikate ersetzen kann durch andere Prädikate Bsp „...schwimmt“ durch „...fliegt“ sind sie noch lange nicht als Gegenstände anzusehen.
(BrandomVsMillikan/(s): Unterscheidung von Rahmen und Einsetzungs-“Lücke“).
2. Frage: müssen Prädikate Universalien entsprechen, wenn wir sie behandeln wie Substanzen? Jedenfalls müssen wir sie nicht als Einzeldinge ansehen, sondern wie die Tradition als Gedankenobjekte oder als Möglichkeiten.
Universale/Millikan: Universalien als Gedankenobjekte; sind sie in der Natur?
Prädikate/Millikan: jedes einfache Prädikat muss eine historisch in der Natur verwurzelte Variabilität widerspiegeln ((s) >disjunkt, disjunktiv).
Komplexe Prädikate/Millikan: auch sie sollen Variablen der Natur widerspiegeln, aber das müssen keine Etwasse (Dinge) sein.
Eigenschaft/Art/Millikan: haben nur einen Siedlungsraum: das ist die Natur selbst.
I 111
3. Relation/Eigenschaft/Millikan: als Varianten innerhalb von Tatsachen erhalten sie aus kausalen und erklärungsmäßigen Verbindungen Intentionalität! Dann müssen sie in der gleichen Weise in der Natur sein, wie es ihre Identität oder Selbigkeit auch ist.
I 227
Negation/Prädikat/Logisches Subjekt/Millikan: der gemeinsamen Grundlage beim Gegenteil entspricht das logische Subjekt. Bsp Bill kann nicht gleichzeitig groß und klein sein. Negation: operiert auf dem logischen Prädikat. Sie verändert nicht den Sinn (die Abbildungsregeln). Und zwar operiert sie auf dem Teil des logischen Prädikats, der das grammatische Prädikat des Satzes ist.
Bsp „schmerzlich enttäuscht, kam Johnny niemals zurück“.
eingebetteter Satz: „Johnny war schmerzlich enttäuscht“: ist im grammatischen Subjekt eingebettet,
Wahrmacher: Problem: Bsp einige tagaktive Fledermäuse sind keine Pflanzenfresser“ wird nicht dadurch wahr gemacht, dass alle Fledermäuse nachtaktiv sind.
Negativer Satz: seine Funktion ist es, positive Information zu geben. Ein nützlicher negativer Satz wird den Bereich der Möglichkeiten beschränken.
I 228
Externe Negation: „es ist nicht der Fall, dass…“ mag auch mehr als das grammatische Prädikat beeinflussen.
I 272
Subjekt/Prädikat/Strawson/Millikan: (S. u. P in Logic and Grammar“) Millikan: ich habe hier „Allgemeinbegriff“ (general concept“) ersetzt durch „“Eigenschaften“): grundsätzliche Asymmetrie: Einzelding: Raum-zeitlich, exemplifizieren Eigenschaften, die aus einem bestimmten Bereich kommen.
Dann wissen wir für jede Eigenschaft, dass sie in Konkurrenz zu anderen steht.
Asymmetrie: für Einzeldinge gilt keine solche Konkurrenz. Kein Individuum konkurriert mit anderen um Eigenschaften innerhalb eines Bereichs.
Keine Dinge sind so aufeinander bezogen, dass für jede Eigenschaft, die das eine exemplifiziert, daraus folgen würde, dass das andere sie nicht exemplifiziert (auch nicht gleichzeitig).
MillikanVsStrawson: was ist aber „logische Konkurrenz“ unter Eigenschaften? Unter begriffen ist sie traditionell anerkannt, aber das können wir nicht auf Eigenschaften und Relationen übertragen.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Sehen Millikan I 244
Sehen-als/Sehen/Millikan: scheint ein vorläufiger Akt von Identifikation zu sein. Pointe/Millikan/(s): einen dreidimensionalen Gegenstand zu sehen, heißt einen Gegenstand mit einer Rückseite zu sehen.
Bild/Wittgenstein/Millikan: einen gemalten Gegenstand sehen ist nur vorgebliches Sehen-als.
I 301
Sehen/Wissen/Auge/Millikan: die Linse des Auges stellt sich automatisch auf Schärfe ein. Dabei geht es darum, dass das Objekt, das Strahlen verstreut, im Auge wieder zu einem Objekt gebündelt (zusammengesetzt) wird. Dazu muss der Organismus aber zunächst wissen, wann die Augen auf ein Objekt fokussiert sind, d.h. er muss wissen, welchem Objekt die Welt ähnlich sehen soll, (s)VsMillikan: dann könnten nur Erwachsene sehen.
Allgemein/Millikan: es muss dann Merkmale geben, die typische klare Bilder von Objekten auszeichnen.
Lernen/Psychologie/Lernpsychologie/Millikan: hat in letzter Zeit ergeben, dass die feste Verdrahtung solchen Wissens zu den Bedingungen des Lernens gehört.


Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Semantik Brandom I 297
Brandom These: wir müssen die Semantik anhand der Pragmatik verstehen.
II 145
Semantische Theorie/BrandomVsDretske/VsMillikan/VsFodor: Problem: kann nicht erklären, wie sich echte Repräsentationen (Überzeugungen) von einfachen Indikatorzuständen (>VURDs) unterscheiden. (VURDs = Verlässlich unterscheidende Reaktionsdispositionen, z.B. bei Thermometern). > Terminologie/Brandom.
II 146
Verlässlichkeitstheorie/Brandom: kann nicht auf die Semantik angewendet werden ((s) sonst zirkulär). - Die Erkenntnistheorie ist das geeignete Arbeitsgebiet der Verlässlichkeitstheorie.
Newen/Schrenk I 161
Brandom/Newen/Schrenk: Brandom kehrt die herkömmliche Semantik um. - Die Korrektheit von Bsp "Wenn A östlich von B liegt, liegt B westlich von A" durch die Bedeutung von "westlich" und "östlich" zu begründen.
I 162
"Westlich" und "östlich" erhalten ihre Bedeutung gerade dadurch, dass sie in solchen Inferenzen vorkommen. - Grundbegriffe/Brandom: nicht Wahrheit und Referenz (Tarskis Wahrheits-Begriff ist zu schwach). - Korrektheit/Brandom: aus sozialer Praxis - Bedeutung: erwächst aus den inferentiellen Rollen.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 5 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsMillikanVsMillikan Millikan Vs Grice, P.H. I 3
Sprachmuster/language device/Terminologie/Millikan: damit meine ich Wörter, syntaktische Formen, Betonung, Akzente Zeichensetzung usw.
These: solche Muster sind überliefert nur, weil stabile offene und verdeckte Reaktionen eines Kooperationspartners ebenso überliefert sind (sich durchgesetzt haben).
Standardisierung/Millikan: das (Sprach-) Muster übt seine Eigenfunktion nur mit einem Kooperationspartner aus, aber mit einem beliebigen. Daher muss es standardisiert sein.
Stabilisierung/Millikan/(s): (zeitlich) bei wiederkehrenden Tokens muss eine Ähnlichkeit zu früheren gegeben sein.
Stabilisierung/Standardisierung/Millikan: sind zwei Seiten einer Medaille.
Sprachmuster/Millikan: können oft auf eine parasitäre Weise (zweckentfremdet) gebraucht werden.
I 4
Bsp Metapher, Sarkasmus, Lüge, Ironie. Standard: selbst wenn sie nicht abweichend gebraucht werden, können die Muster doch im Gebrauch fehlschlagen.
Standardisierung/Stabilisierung: sind daher keine „Durchschnittsfunktion sondern haben mit einer „kritischen Masse“ von Fällen zu tun, sie bilden ein „Gravitationszentrum.
Lösung: wird nicht gefunden, indem man einen „Durchschnitt“ von Idiolekten bildet.
I 5
Eigenfunktion/Sprache/Bedeutung/MillikanVsGrice: wir nehmen also nicht Sprecherbedeutung als Grundbegriff. Bedeutungshaftigkeit/Millikan: erklären wir nicht mit typischem Gebrauch.
Glauben/Wünsche/Intention/Millikan: These: können ohne Referenz auf Sprache erklärt werden.

I 51
Zitat aus Stevensons „Kidnapped“.
I 52
Literatur/Millikan: es gibt mehr ((s) feine) Unterschiede innerhalb der Literatur, als viele Philosophen erschlossen haben. Sprache/Millikan: in diesem Kapitel: welche Relationen gibt es zwischen
1. der stabilisierenden Funktion eines Sprachmusters
2. ihren buchstäblichen Gebrauch
3. den Sprecherintentionen.
Stabilisierungsfunktion/Millikan: nächstes Kapitel These: ein Aspekt der Wortbedeutung, der syntaktischen Form ist die fokussierte Stabilisierungsfunktion.
buchstäblicher Gebrauch/Millikan: korrespondiert keiner Stabilisierungsfunktion (s.u.).
Gricesche Intention/MillikanVsGrice/Millikan: These: die Griceschen Intentionen sind überhaupt nicht das, was Sprachgebrauch und Verstehen antreibt.

I 61
Verstehen/MillikanVsGrice/Millikan: These: ist eine direkte Wahrnehmung dessen, worüber („über“ aboutness) eine Rede ist, keine Schlussfolgerung aus den gehörten Sätzen! Und schon gar keine Schlussfolgerung über Sprecherintentionen.
I 62
Überzeugung/Millikan: 1. entsteht zum Teil aus der inneren Beschaffenheit des Subjekts (Nerven, Verschaltung usw.) Aber nicht zwei Leute mit denselben Verschaltungen müssen dieselben Überzeugungen haben.
I 63
2. nicht die ganze innere Hardware ist im Einsatz, wenn man etwas glaubt. Überzeugung/Haben/Gebrauch/Millikan: ich kann eine Überzeugung haben, während ich sie gar nicht gebrauche, Bsp dass Kolumbus Amerika entdeckt hat, brauche ich fast nie, vor allem nicht, wenn ich mir die Zähne putze.
Entdeckung/Überzeugung/Millikan: Bsp ein Mathematiker, der wach liegt und nach einem Beweis sucht und ihn endlich findet: man kann nicht von ihm sagen, dass er ihn vorher schon geglaubt hat!
Imperativ/Millikan: nun ist es sicher so, dass ein Hörer, wenn er gefragt wird, ob der Sprecher intendiert habe, dass er dem Befehl gehorcht, sicher sofort „ja“ antworten wird.
I 64
Aber das heißt nicht, dass er diese Überzeugung beim Gehorchen gebraucht hat. Gricesche Intentionen/MillikanVsGrice/Millikan: sind also überflüssig. Und sie helfen auch nicht, nichtnatürliche Bedeutung von weniger interessanten Dingen zu unterscheiden.
Wir brauchen jedenfalls keine Griceschen Intentionen zu beachten, die nur potentiellen und nicht aktualen Modifikationen des Nervensystems unterliegen.
I 65
VsMillikan: man könnte einwenden, dass man Gründe für eine Handlung haben könnte, ohne dass diese Gründe in der Anatomie aktiviert sind. Millikan: wenn ich aufhöre, etwas zu glauben, werde ich entsprechende Handlungen unterlassen.
Gricesche Intentionen/Millikan: die einzige interessante Frage ist, ob sie aktual innen verwirklicht sind, während man spricht.
Bsp Millikan: der Sergeant sagt: „Wenn ich das nächste Mal „Halt“ sage, halte nicht an!“
Ein ähnliches Bsp gibt es von Bennett.
Problem: das Training war so effektiv, dass der Soldat es nicht schafft, nicht anzuhalten.,
I 66
Bennett: dabei wird in nicht-gricescher Manier geschlossen. Rationalität/Bennett/Millikan: es scheint, als sollte man als rationaler Mensch keine “Abkürzungen“ wählen. D.h. er muss nicht nur positive Belege berücksichtigen, sondern auch negative.
((s) Dabei geht es darum, dass rational Gelerntes etwas rational Gebotenes überdeckt. Aber beide Male geht es um Sprecherintentionen, einmal vergangene, einmal gegenwärtige).
allgemein/formal: Bsp Angenommen, John glaubt
„gewöhnlich: wenn A dann B“ und außerdem:
„nicht-(gewöhnlich: wenn A-und-nicht-C, dann B)“
rational: würde dann folgen dass John glauben müsste
a) „gewöhnlich: wenn A dann C“ und
b) wenn A-und-C, dann B. Dann gibt es folgende möglichen Fälle.
1. der einzige Beleg für C kommt daraus, dass John weiß, dass gewöhnlich, wenn A dann C. Dann sollte er einfach von A zu B übergehen.
2. John hat unabhängige Möglichkeiten, C aufgrund von Belegen zu glauben. Und er stößt auf A, während er schon Belege für Nicht-C hat.
I 67
Dann sollte er rationalerweise auch glauben, dass Nicht-C und nicht von A auf B schließen. 3. John hat unabhängige Belege nach denen er C wissen könnte, aber diesmal weiß er vorher nicht, ob C.
Frage: muss er dann, um rational zu sein, vorher nachprüfen, ob C?
Millikan: nehmen wir an, dass er es muss.
Problem: wenn das nun wieder einzig davon abhängt, dass er glaubt:
„gewöhnlich, wenn D, dann C“ usw.
Rationalität/Millikan: Problem: je mehr Wissen man dann erwirbt, desto mehr muss er sich anstrengen, um überhaupt rational zu sein. Wäre es nicht besser, wenn er das ganze Nachprüfen unterließe?

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
VsMillikanVsMillikan Brandom Vs Millikan, R. Millikan I 109
Subjekt/Prädikat/Abbildung/Millikan: These: es gibt keinen Unterschied zwischen der Weise, in der logische Subjekte von Sätzen
I 110
die Welt abbilden und der Weise, wie dies logische Prädikate tun. 1. weil man Prädikate ersetzen kann durch andere Prädikate Bsp „...schwimmt“ durch „...fliegt“ sind sie noch lange nicht als Gegenstände anzusehen.
(BrandomVsMillikan/(s): Unterscheidung von Rahmen und Einsetzungs-“Lücke“).
2. Frage: müssen Prädikate Universalien entsprechen, wenn wir sie behandeln wie Substanzen? Jedenfalls müssen wir sie nicht als Einzeldinge ansehen, sondern wie die Tradition als Gedankenobjekte oder als Möglichkeiten.
Universale/Millikan: Universalien als Gedankenobjekte; sind sie in der Natur?
Prädikate/Millikan: jedes einfache Prädikat muss eine historisch in der Natur verwurzelte Variabilität widerspiegeln ((s) >disjunkt, disjunktiv).
komplexe Prädikate/Millikan: auch sie sollen Variablen der Natur widerspiegeln, aber das müssen keine Etwasse (Dinge) sein.
Eigenschaft/Art/Millikan: haben nur einen Siedlungsraum: das ist die Natur selbst.
I 111
3. Relation/Eigenschaft/Millikan: als Varianten innerhalb von Tatsachen erhalten sie aus kausalen und erklärungsmäßigen Verbindungen Intentionalität! Dann müssen sie in der gleichen Weise in der Natur sein, wie es ihre Identität oder Selbigkeit auch ist! (s.u. Teil IV).

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
VsMillikanVsMillikan Searle Vs Millikan, R. III 27
Funktion/Ruth Millikan (SearleVs): neuer Begriff der "eigentlichen Funktion" der auf "Reproduktion" und Verursachung basiert. Rekursive Definition: Damit ein Gegenstand A eine Funktion F als seine "eigentliche Funktion" hat, ist es notwendig (und dazu hinreichend) dass eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist:
1. A ist als eine "Reproduktion" (Kopie oder Kopie einer Kopie) eines früheren Gegenstandes entstanden, die zum Teil aufgrund des Besitzes der reproduzierten Eigenschaften, tatsächlich F in der Vergangenheit verrichtet hat, und A existiert (kausal historisch) aufgrund dieser Richtung.
2. A ist entstanden als das Produkt irgend eines früheren Mittels, dass unter gegebenen Umständen dieser Richtung von F als eigentliche Funktion hatte und dass unter diesen Umständen normalerweise die Ursache dafür ist, dass F verrichtet wird mittels der Produktion eines Gegenstands wie A.(abgeleitete "eigentliche Funktionen").
Funktion/SearleVsMillikan: so kann man jeden beliebigen neuen technischen Ausdruck einführen. Derartige Definitionen berücksichtigen aber nicht bestimmte wesentliche Eigenschaften des gewöhnlichen Begriffs der Funktion.
1. Bei Millikan wird die Definition der Funktion abhängig von einer bestimmten kausalen historischen Theorie.
II 28
Selbst wenn sich alle bisherigen, auch darwinistischen als falsch herausstellen sollten, würde mein Herz weiterhin Blut pumpen. 2. Weiterhin gibt es auch krasse Gegenbeispiele: Bsp nach Wright und Millikan müssten wir sagen, dass es die Funktion von Erkältungen ist, Erkältungskeime zu verbreiten.
SearleVs: aber Erkältungen haben überhaupt keine Funktionen!
3. Die normative Komponente von Funktionen bleibt unerklärt. (Obgleich Millikans Theorie berücksichtigt, dass einige Funktionen in der Wirklichkeit möglicherweise nicht ausgeübt werden.) normativ: Millikan erklärt nicht, warum wir von besser und schlechter funktionierenden Herzen, von Herzversagen usw. reden.
Altes Dilemma: entweder wir reden über rohe, blinde, kausale Relationen, oder wir glauben, dass es an Funktionen wirklich etwas Funktionales gibt, wobei Millikan die beobachterrelativen Eigenschaften auslässt.
III 29
Beobachterrelativ/Searle: Funktionen, die Tatsache, dass es Polizisten und Professoren gibt. (Intensional). Immanent: die Tatsache, dass es überhaupt Menschen gibt. Das sind blinde, kausale Relationen.
Funktion: a) Verwendungsfunktion: Schraubenzieher, Antriebswelle.
b) Nicht-Verwendungsfunktionen: unabhängig von praktischen Intentionen der Menschen: die Funktion des Herzens, Blut zu pumpen.
III 33
Verwendungsfunktionen: innerhalb: besondere Klasse: Stellvertreterfunktion, etwas repräsentieren, für etwas anderes stehen: Bsp Baseball-Symbole. Vgl. >Symbole, >Zeichen, >Funktion.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
VsMillikanVsMillikan Verschiedene Vs Millikan, R. Millikan I 90
Satz/Überzeugung/Sprache/Denken/Millikan: es scheint klar, dass wenn wir keine Überzeugungen hätten, wir aufhören würden, zu sprechen bzw. Sätze mit Bedeutung zu äußern. Aber warum ist das klar? Wir brauchen eine andere Erklärung (s.u.).
Satz/Intentionalität/Millikan: These: ein Satz (und jedes andere typisch intentionale Muster) ist intentional wegen Eigenfunktionen und Normalen Relationen, die dieses Muster zu einem Produzenten und einem Interpreten hat. Diese beiden sind kooperierende Einheiten in diesem Prozess.
Pointe: dann sind Sätze doch grundlegend intentional und haben keine abgeleitete Intentionalität. (MillikanVsTradition, MillikanVsSearle).
((s) Intentionalität/Millikan/(s): muss sich dann nicht mehr auf das Mentale berufen. )
VsMIllikan: man könnte einwenden, dass Intentionalität doch mit dem Mentalen verbunden sein muss, weil die Analyse der Intentionalität von Gedanken oder innerer Repräsentationen wenigstens im Einklang mit Prinzipien geschehen müsste, nach denen Bewusstsein und das Mentale selbst analysiert werden muss.
Relation/VsMillikan: die von Millikan angebotenen Relationen seien bloß externe. Bestenfalls korrelieren sie Veränderungen des Bewusstseins mit Veränderungen in der externen Welt. Sie liegen selbst außerhalb des Geistes und außerhalb des Bewusstseins.
Bewusstsein/Tradition: sei aber ein Bewusstsein der Welt, nicht bloß Bewusstsein der Veränderungen seiner selbst.
I 91
Tradition: wir erfahren unser Bewusstsein direkt. MillikanVsTradition: was soll das für eine Erfahrung der Intentionalität sein? Was für eine Kraft soll dieses Argument haben?
Die Kraft müsste epistemisch und rational sein.
Unkorrigierbarkeit/MillikanVsTradition: die Erfahrung des Bewusstseins (Erfahrung der Intentionalität) müsste etwas Unfehlbares haben. Wir müssten dann auch ein unmittelbares Verstehen haben. Es müsste auch die Existenz von Intentionalität und Bewusstsein annehmen, denn sonst könnte die Erfahrung ja nicht „in“ ihr sein.
Bewusstsein/Tradition: nimmt an, dass das Bewusstsein durchsichtig (transparent) sei. Und daher könne sie nicht allein aus externen Relationen zur äußeren Welt bestehen, und seien diese naturnotwendig.
MillikanVsVs: Angenommen, wir lehnen dieses epistemisch rationalistische Bild ab, d.h. wir leugnen, dass es „epistemisch Gegebenes“ gibt. Dann könnten wir zugeben, dass sich Leute manchmal ihrer Gedanken bewusst sind. Aber wir könnten aufrechterhalten, dass dieses Bewusstsein (awareness) teilweise eine externe Relation ist. Die „Innenseite“ dieses Gefühls (Bewusstsein, awareness)
I 92
gibt keine Garantie dafür, dass es die Innenseite einer echten Bewusstseinsrelation (awareness Relation) ist. Bewusstsein/Millikan: selbst Bewusstsein von Bewusstsein ist kein unmittelbares Objekt. Es gibt nichts durchsichtiges am Bewusstsein.
Pointe/Millikan: das ist beunruhigend, weil daraus folgt (negative These), dass es möglich ist, dass wir nicht wissen, was wir denken! ((s) DavidsonVsHume: dito). D.h. aus dem Akte des Bewusstseins selbst heraus ist nichts garantiert.
Rationalismus/rationalistisch/Intentionalität/Bewusstsein/MillikanVsRationalismus/Millikan: die traditionelle rationalistische Sicht des Bewusstseins und der Intentionalität führt ein eine Sackgasse nach der anderen.





Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
VsMillikanVsMillikan Millikan Vs Wittgenstein I 221
nicht/“nicht“/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: These: „nicht“ ist ein Operator, der auf dem Rest des Satzes operiert, indem er den Sinn des gesamten Satzes ändert. (s)VsWittgenstein/(s)VsMIllikan: Problem: a) „nicht“ gehört nicht zum Satz, dann kann es auf den ganzen Satz „Die Sonne scheint“ angewendet werden“
Wittgenstein: „nicht“ ändert den Sinn des Satzes, zu dem es gehört.
b) es gehört zum Satz, dann müsste es zweimal angewendet werden, das zweite Mal auf sich selbst. Es ändert nur den Sinn, wenn es nicht zum Satz gehört.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: dann steht der Satz für etwas, das nicht existiert.
Problem/Millikan: das führt zu einer Reifikation von Möglichkeiten.
negativer Satz/Verneinung/Negation/Existenz/Millikan: negative Sätze können nicht nicht-existente Tatsachen als real value haben.
Begründung: negative Tatsachen haben keine Kausalkräfte, die in einer Normalen Erklärung eine Rolle spielen könnten.
negativer Satz/Millikan: wir könnten annehmen, dass negative Sätze keine Repräsentationen sind. Bsp „nicht-p“ soll heißen „die Tatsache dass-p existiert nicht“ So hat Wittgenstein es auch
ungefähr aufgefasst.
Pointe: wir hatten oben gesagt, dass Existenzsätze keine Repräsentationen sind.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Tractatus/Wittgenstein/Millikan: aber erfasste Sätze der Form „x
existiert nicht“ so auf, dass sie eine nichtexistente Tatsache abbilden. Dann geht die Variable
„x“ in „x existiert nicht“ nicht über Namen von Einzeldingen (Gegenständen, elementaren Objekten) sondern über Repräsentationen möglicher Zustände (möglicher Tatsachen).
Sinn/Nichtexistenz/Negation/Wittgenstein/Millikan: so war es ihm möglich aufrechtzuerhalten, dass Sätze der Form „x existiert nicht“ einen Sinn haben ((s) >Meinong).
Millikan: in unserer Terminologie heißt dass, dass sie Repräsentationen sind (MillikanVs).
I 222
Und gleichzeitig konnte er behaupten, dass die grundlegendsten Elemente aller Propositionen realen Gegenständen entsprechen. Pointe: das machte es möglich, dass er sagen konnte „x existiert nicht“ immer äquivalent ist zu einem Satz der Form „nicht-p“.
Millikan: könnten wir nicht wenigstens eine Hälfte dieser Äquivalenz aufrechterhalten? Die von „nicht-p“ nach „dass-p existiert nicht“?
MillikanVsWittgenstein:; nein, noch nicht einmal dies können wir.
Wenn Wittgenstein recht hätte und „nicht-p“ sagt „dass-p existiert nicht“, dann hieße das für meine Position, dass negative Sätze keine Weltzustände abbilden und keine Repräsentationen sind.
Millikan: statt dessen würden sie sprachliche Tatsachen abbilden, „nicht-p“ wäre dann ein Icon, aber es repräsentiert nicht, wobei ein Weltzustand den Satztyp „p“ als Variante hätte.
Protoreferent/Millikan. „p“ wäre nicht ein repräsentierter Referent von „nicht-p“ sondern ein Protoreferent.
Frage: wäre „nicht-p“ ein Icon von dem das „p ist falsch“?
Vs: dann wäre „nicht“ kein Operator mehr!
Nicht/Negation/Operator/Wittgenstein/Millikan: d.h. die Abbildungsregel für „nicht-p“ ist eine Funktion der Abbildungsregel für „p“.
1. Wenn „nicht“ kein Operator wäre, könnte es vorkommen, dass jemand nicht den Sinn von „p“ versteht, aber dennoch den Sinn von „nicht-p“. Absurd.
2. wenn „nicht-p“ sagt,“ dass-p existiert nicht“ müsste „nicht-p“ auch wahr sein müssen, wenn irgendeine Variante in „p“ nicht völlig bestimmt ist, also keinen angepassten Sinn hat. Bsp „Pegasus war kein geflügeltes Pferd“ Bsp „Der gegenwärtige König von Frankreich ist nicht kahl“ wären wahre Sätze!
3. sicher ist es so, dass „“p“ ist falsch“ wenigstens abbildet (icons) dass „p“ keinen real value hat. Entsprechend: „x existiert nicht“ bildet dann die Tatsache ab, dass „x“ keine Referenten hat.
Pointe. wenn nun „nicht-p“ sagt, „dass-p“ existiert nicht“ bildet es immer noch eine negative Tatsache ab.
negative Tatsache/Millikan: wir müssten zeigen können, dass eine negative Tatsche immer noch etwas anderes ist, als die Nichtexistenz einer positiven Tatsache. Und das können wir nicht. Wir haben uns bloß im Kreis bewegt.
nicht-existente Tatsache/Millikan: kann kein Gegenstand eines Icons sein und kein Gegenstand einer Repräsentation.
negative Tatsache/Millikan: müsste also etwas anderes sein als eine nicht-existente Tatsache.
Pointe: aber wenn wir das zeigen können, brauchen wir gar nicht mehr anzunehmen, dass „nicht-p“ sagt “dass-p existiert nicht“.
negativer Satz/Abbildung/Tatsache/Negation/Millikan: was ich dann behaupten muss ist, dass negative Sätze reale bzw. existierende Weltzustände (Tatsachen) abbilden.
Es ist wohlbekannt, wie man so etwas anstellt:
Negation/Verneinung/Lösung: man sagt einfach, dass die Negation nur auf das logische Prädikat des Satzes angewendet wird ((s) innere Negation). Dabei wird der Sinn des Prädikats geändert, so dass das Prädikat auf das Gegenteil zutrifft (abbildet) als es normalerweise tut.
I 223
Das kann dann auch auf komplexere Sätze mit externer Negation ausgedehnt werden: Bsp „Kein A ist “ wird zu „Jedes A ist nicht-“.
MilllikanVs: die Schwierigkeiten mit diesem Ansatz sind ebenfalls wohlbekannt:
1. Problem: wie soll man die Funktion von „nicht“ interpretieren in ganz einfachen Sätzen der Form „x ist nicht“ Bsp „Pegasus ist nicht (Pause)“ Hier kann „nicht“ als über Prädikate operierend interpretiert werden! Sätze der Form „x ist nicht“ sind natürlich äquivalent zu Sätzen der Form „x existiert nicht.“.
Problem: wir haben aber gesagt, dass „existiert“ keine Repräsentation ist. Also kann „nicht“ nicht interpretiert werden als immer auf einem Prädikat eines repräsentierenden Satzes operierend.
Bsp „Cicero ist nicht Brutus“ kann nicht auf einem logischen Prädikat des Satzes operieren, denn einfache Identitätssätze haben kein logisches Prädikat. Also muss „nicht“ noch andere Funktionen haben.
Problem: in welchen Relationen stehen dann diese verschiedenen Funktionen zueinander? Denn wir sollten davon ausgehen, dass „nicht“ nicht verschiedene Bedeutungen in verschiedenen Kontexten hat.
sinnlos/sinnlose Sätze/Negation/Abbildung/Millikan: hier gibt es dasselbe Problem:
Bsp „Gold ist nicht quadratisch“. Der Satz ist nicht deshalb wahr, weil Gold eine andere Form hätte als quadratisch zu sein.
Problem: die korrespondierenden affirmativen Sätze haben auch keinen Sinn!
Dennoch scheint Bsp „Gold ist nicht quadratisch“ irgendetwas wahres zu sagen.
Problem: wiederum: wenn „nicht“ eine andere Funktion hat als in repräsentierenden Sätzen, müssen wir diese Funktion immer noch erklären.
2. Problem: (wichtiger): die Abbildungsregeln zwischen einfachen Sätzen der Form „x ist nicht “ und seinem real value.
real value/Negation/Millikan: ist der real value eines negativen Satzes der Weltzustand? Bsp Die Tatsache von Johns nicht-groß-sein? Oder eine präzise Tatsache wie Johns genau-180-groß-sein?
I 224
Millikan: das letztere ist korrekt. Repräsentation/Negation/Millikan: These: negative Repräsentationen haben unbestimmten Sinn. ((s) Aber Millikan gibt zu, dass Negationen Repräsentationen sind, anders als Identitätssätze und Existenzsätze).
Millikan: wie bei unbestimmten Kennzeichnungen sind die real values bestimmt, wenn sie in wahren Sätzen vorkommen, aber sie müssen nicht vom Hörer identifiziert werden können, um ihre Eigenfunktion zu erfüllen.
Gegenteil/negativer Satz/Repräsentation/Millikan: These: negative Sätze, deren Gegenteile normale repräsentierende Sätze sind, müssen selbst positive Tatsachen abbilden.
I 229
“nicht“/Negation/negativer Satz/Repräsentation/SaD/Millikan: These: der Satz vom ausgeschlossenen dritten trifft auf einfache repräsentierende negative Sätze nicht zu. Bsp neben der Möglichkeit, dass ein Prädikat und der, dass sein Gegenteil zutrifft, gibt es die Möglichkeit, dass das Subjekt des Satzes nicht existiert. Und das ist gerade die Möglichkeit, dass der Satz keinen bestimmten Fregeschen Sinn hat. „p oder nicht-p“: hat nur Sinn, wenn „p“ Sinn hat.
Negation: ihre Funktion ist niemals (im Kontext repräsentationaler Sätze) zu sagen, dass der Satz keinen Sinn hätte.
Sinn/Millikan: ob ein Satz Sinn hat, kann man nicht a priori wissen.
Negation/Repräsentation/Wittgenstein/MillikanVsWittgenstein: sein Irrtum (im Tractatus) war es zu glauben, dass wenn jedermann sieht, dass „x“ in „x existiert nicht“ einen Sinn hat, dass dann der negative Satz eine negative Repräsentation sei.
Rationalismus/Millikan. die rationalistische Überzeugung, dass man den Unterschied von Sinn und Nicht-Sinn a priori wissen könnte.

I 303
Empfindungssprache/Empfindung/Privatsprache/Wittgenstein/MillikanVsWittgenstein/Millikan: das Problem ist nicht ganz das, was Wittgenstein gemeint hat. Es ist nicht unmöglich, eine Privatsprache zu entwickeln, sondern man kann keine Sprachen entwickeln, die nur von dem sprechen, was nur einmal und von einem einzigen Gesichtspunkt aus gesehen werden kann.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005