Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Freiheit Sen Brocker I 880
Freiheit/Sen: »wesentliche Freiheit« (»substantive freedom«): eine Theorie des politischen Mit- und Füreinander, welche kosmopolitische Pflichten der gegenwärtig lebenden Menschen gegenüber ihrer Mitwelt, Umwelt und Nachwelt aus dem Prinzip individueller Freiheit begründet.
Brocker I 884
Das Fundament unserer sozialen Wirklichkeit muss die freie Entscheidung aller über Wert und Unwert ihrer Optionen bilden. Die Wirtschaftswissenschaften müssen deshalb von der Idee der Freiheit her konzipiert werden. (1) Vgl. >Märkte/Sen. Sen will daher die Frage nach geeigneten Parametern wirtschaftlichen Erfolgs über gesellschaftliche Debatten und »öffentliche Diskussion« klären.(2) Ökonometrische Ziele sollen demokratisch festgelegt werden – und nicht umgekehrt technokratische Messgrößen die Wirtschaftspolitik diktieren.
Anstatt ökonomische Wertmaßstäbe in den Prämissen und Axiomen der Ökonometrie zu verstecken, sollen sie sichtbar gemacht, öffentlich diskutiert und durch »verantwortliche Sozialwahl« abgesegnet oder verworfen werden.(3) Welche Werte und Ziele den Vorrang haben sollen, muss dabei – im Interesse der Freiheit – von Gesellschaft zu Gesellschaft, von Ort zu Ort und von Zeit zu Zeit neu ausgehandelt werden. >Utilitarismus/Sen.
Brocker I 886
Freiheit manifestiert sich nicht bloß durch eine Wahl zwischen (vorgegebenen) Alternativen, sondern immer auch in der Wahl von (potentiell besseren) Alternativen und in der Suche nach ihnen. Deswegen schätzt Sen die Tradition der Theorien »positiver Freiheit«.(4) SenVsNeoliberalismus: Theorien negativer Freiheit missverstehen, so Sen, dass es oft weniger auf die private Kontrolle über Handlungsräume ankommt als auf deren Ausgestaltung.
Brocker I 887
Allerdings koaliert Sen insofern also mit Verteidigern negativer Freiheit, als er wie diese jedwede Beglückungsdiktatur ablehnt, die Menschen Lebenschancen auf Kosten ihrer staatsbürgerlichen staatsbürgerlichen Freiheiten verspricht. Das Recht auf Besitz und Eigentum zum Beispiel darf keinesfalls als dem Recht, nicht gefoltert oder getötet zu werden, gleichwertig behandelt werden.(5) Ebensolche Differenzierungen aber werden verwehrt, wenn Libertäre beide Rechte gleichrangig als »Nebenbedingungen« individueller Freiheit behandeln. >Neoliberalismus/Sen.
SenVsNozick: ein Freiheitsschutz, der nur auf Verfahren, nie auf Endresultate achtet, kann kontra-intuitive Ergebnisse zeitigen.
I 888
Negative Freiheit/Sen: Warum (…) ist die Theorie negativer Freiheit trotz ihrer augenfälligen Mängel noch immer so verbreitet? Ein rein formaler Freiheitsbegriff lässt sich leichter quantifizieren und einer mathematisierten Ökonomik einpassen. Man zählt einfach Optionen und identifiziert jeden Zuwachs derselben mit Freiheitsgewinn. SenVsNegative Freiheit: Jede Wahlentscheidung muss »nicht allein bezüglich der Zahl der verfügbaren Wahlmöglichkeiten beurteilt werden, vielmehr ist auch deren Attraktivität in Anschlag zu bringen«.(6) Eine rein formale Theorie der Freiheit läuft daher ins Leere.
Brocker I 889
Nicht nur sind einige wenige gute Optionen einer Auswahl aus zahllosen scheußlichen Möglichkeiten sicher sicher vorzuziehen; oftmals führt auch erst quantitatives Reduzieren zur qualitativen Verbesserung von Wahlmöglichkeiten.(7) Zugang zu sinnvollen Optionen zu haben, steht und fällt zudem klarerweise mit der Möglichkeit, in Koordination mit anderen die eigenen Präferenzen sowie Lebenschancen zu evaluieren und in Kollaboration mit ihnen zu verändern. Dreigliedriges Freiheitsmodell/Senn: 1. Möglichkeitsaspekt, der sich auf unsere Lebenschancen richtet, 2. Prozessaspekt: untersucht, wie diese zustande kommen. 3. „Wesentliche Freiheit“ (substantive freedom): hier werden diese beiden Aspekte verbunden.
Def Wesentliche Freiheit/Sen: 1. politische Freiheiten, 2. ökonomische Einrichtungen, 3. soziale Chancen, 4. Transparenzgarantien und 5. soziale Sicherheit.(8)



1. Amartya Sen, Ökonomie für den Menschen. Wege zu Gerechtigkeit und Solidarität in der Marktwirtschaft, München 2000, S. 44
2. Ebenda S. 100.
3. Ebenda S. 137
4. A.Sen, Rationality and Freedom, Cambridge, Mass./London 2002, S. S. 509 5. Ebenda S. 636
6. Sen 2000 S. 146
7. Sen 2002, S. 602 8. Sen 2000, S. 52-54

Claus Dierksmeier, „Amartya Sen, Ökonomie für den Menschen (1999)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

EconSen I
Amartya Sen
Collective Choice and Social Welfare: Expanded Edition London 2017

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Rationalität Nozick Nagel I 196
Robert Nozick: Evolutionstheoretische Erklärung der menschlichen Vernunft. (Naturalistische Erkenntnistheorie). Schlägt eine Umkehrung der kantischen Abhängigkeit von den Fakten der Vernunft vor. »Die Vernunft ist eine abhängige Variable, die von den Tatsachen geformt wird.
Nagel I 199
NagelVsNozick: ich muss glauben können, dass die evolutionstheoretische Erklärung vereinbar ist mit dem Satz, dass ich den Regeln der Logik entsprechend verfahre, weil sie richtig sind und nicht nur, weil ich biologisch auf dieses Verhalten programmiert bin. (Gilt auch für Mathematik). Die einzige Form, die wirklich rationales Denken annehmen kann, besteht in der Einsicht in die Gültigkeit von Argumenten aufgrund dessen, was sie sagen.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsNozickVsNozick Nagel Vs Nozick, R. I 196
Robert Nozick: These: Evolutionstheoretische Erklärung der menschlichen Vernunft. (Naturalistische Erkenntnistheorie). Schlägt eine Umkehrung der kantischen Abhängigkeit von den Fakten der Vernunft vor. »Die Vernunft ist eine abhängige Variable, die von den Tatsachen geformt wird. Die Vernunft gibt Auskunft über die Wirklichkeit, weil die Wirklichkeit die Vernunft formt, und weil sie auswählt, was »evident« erscheint.«
»Die evolutionstheoretische Erklärung selbst ist etwas, wohin wir gelangen, indem wir die Vernunft zur Stützung der Evolutionstheorie einsetzen.
I 197
Daher gehört diese Deutung nicht zur ersten Philosophie, sondern zu unserer derzeitigen wissenschaftlichen Anschauung.« NagelVsNozick: das ist keine Garantie, dass die Sache überhaupt wahr ist oder notwendig. Es hätte auch eine andere Anpassung an die Evolution geben können. Es ist auch keine Rechtfertigung der Vernunft. Damit ist die ganze Sache auch nicht zirkulär.
I 199
NagelVsNozick: ich muss glauben können, dass die evolutionstheoretische Erklärung vereinbar ist mit dem Satz, dass ich den Regeln der Logik entsprechend verfahre, weil sie richtig sind und nicht nur, weil ich biologisch auf dieses Verhalten programmiert bin. (Gilt auch für Mathematik).
I 200
Die einzige Form, die wirklich rationales Denken annehmen kann, besteht in der Einsicht in die Gültigkeit von Argumenten aufgrund dessen, was sie sagen!
I 201
Damit soll die Wichtigkeit unseres Denkens fürs Überleben nicht bestritten werden. (Obwohl es eine Menge von Arten gibt, die auch ohne diese Fähigkeit prächtig weitergelebt haben).

VsRealismus/Ethik/Nihilismus: der Nihilismus versucht, es als Entdeckung darzustellen, dass es keine objektiven Werte gebe. Dann müssen alle positiven Wertaussagen falsch sein.
Nur von Personen in der Welt könne gesagt werden, dass für sie überhaupt etwas von Bedeutung ist.
III 64
NagelVsNihilismus/Ethik: das ist vom objektiven Standpunkt aus verlockend, aber es ist ein Irrtum vorauszusetzen, dass objektive Werturteile einzig und allein vom distanzierten Standpunkt aus gefällt werden können.

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982
VsNozickVsNozick Verschiedene Vs Nozick, R. I 378
Minimalstaat/Nozick: Rechte/Nozick: der Mensch hat das Recht auf Selbstzerstörung. Andere Personen sind unantastbar.
Steuern/Nozick: es gibt keinen abstrakten gesellschaftlichen Gesamtnutzen. Daher solle man Millionäre auch nicht besteuern.
I 379
Utilitarismus/Nozick/Rawls: beide lehnen alle utilitaristischen Überlegungen und Berechnungen ab! Leben: nur ein Geschöpf mit der Fähigkeit das eigene Leben planmäßig zu gestalten, kann ein sinnvolles Leben haben.
Eigentum: das Individuum ist sein eigenes Eigentum und nicht das eines anderen. Sonst könnte man ihm zum Beispiel die Nieren auf Verlangen entfernen. Begründung: er hätte sie nicht selbst erarbeitet.
Der freie Markt mit privatem Eigentumsrecht wird für eine effektive Nutzung der knappen Ressourcen sorgen und zu Erfindungsreichtum und neuem Denken ermuntern.
Das ist der Grund dafür, dass jene, denen weniger Ressourcen zur Verfügung stehen, weil sie andere bereits belegt haben, nicht wirklich schlechter gestellt sind.
I 381
Bsp Angenommen, das Leben einer Person könnte nur gerettet werden, indem das Eigentumsrecht einer anderen Person, etwa über eine bestimmte Medizin, verletzt wird. Nozick: in gewissem Extremfällen kann sein Prinzip gelockert werden, dass das Eigentum anderer absolut unantastbar ist.
VsNozick: geht leider nirgends darauf ein, wie der moralische Status dieser Rechte fundiert ist. Frage: hat das Eigentumsrecht moralisch den gleichen Stellenwert wie das Recht auf Selbstbestimmung, so geht die Plausibilität der Ausgangsposition in Gefahr. Hat das zweite Vorrang vor dem ersten, so ist die Argumentation nicht schlüssig, weil die Unantastbarkeit des Eigentums eine notwendige Voraussetzung für die Ablehnung einer jeden Staatsform ist.
I 383
Verteilung/Nozick: es erfolgt ebensowenig eine Zuteilung oder Verteilung von Gütern, wie es eine Zuteilung von Ehepartnern in einer Gesellschaft gibt. Die gerechte Verteilung hängt deshalb von der Art und Weise ab, in der das Gut in die Hände des Besitzers gekommen ist, also von seiner Vorgeschichte.
(Die meisten anderen Theorien über Verteilungsgerechtigkeit beschäftigen sich allein mit dem Ergebnis der Verteilung bzw. dem Schlüssel: Bsp Rawls’ Unterschiedsprinzip).
Gerechtigkeit: a).ursprünglicher Erwerb: Aneignung von »herrenlosen« Gütern.
b) Übertragung von Besitztümern.
I 384
1. wer ein Besitztum in Einklang mit dem Grundsatz der gerechten Aneignung erwirbt, hat Anspruch auf dieses Besitztum. 2. Wer ein Besitztum in Einklang mit dem Grundsatz der gerechten Übertragung von jemand erwirbt, der Anspruch auf das Besitztum hat, hat Anspruch auf das Besitztum.
3. Ansprüche auf Besitztümer entstehen lediglich durch (wiederholte) Anwendungen der Regeln (1) und (2).
c) Berichtigung von Ungerechtigkeiten. Umgang mit Dieben, Betrügern und Gewalttätern.
Frage: wie können die Sünden der Vergangenheit wieder korrigiert werden? VsNozick: dieses komplizierte Problem handelt er auf weniger als anderthalb Seiten ab. Er sagt nur, dass dies ein wichtiges und kompliziertes Problem sei.
Verteilungsgerechtigkeit/Nozick: Unterschied: strukturierte (historische) Grundsätze/nicht strukturierte (nicht historische) Grundsätze.
I 384/385
»Natürliche Dimension«: Verteilung nach Leistung (historisch). historisch: nach Intelligenz oder Rasse. Bsp Basketballfans zahlen völlig überteuerte Preise um ihren Star zu sehen. Nozick: das muss als völlig gerecht angesehen werden, da es freiwillig geschieht. Der Anschein von Ungerechtigkeit entsteht nur dann, wenn man den einzelnen einerseits freies Verfügungsrecht über ihre Güter zugesteht, andererseits verlangt, dass die aus der Ausübung dieses Rechts resultierende Verteilung gemäß dem ursprünglichen strukturierten und ergebnisorientierten Verteilungsgrundsatz hätte erfolgen sollen
Nozick: eine Durchsetzung von ergebnisorientierten Grundsätzen oder eine strukturelle Verteilung ohne eine permanente Einmischung in das Leben der Menschen kann es nicht geben! Um eine bestimmte Struktur aufrecht zu erhalten, müsste der Staat sich immer wieder einmischen.
I 386
VsNozick: Frage: warum unterstellt er den Menschen im Zustand der ursprünglichen Verteilungsgerechtigkeit V1 die absolute Freiheit, mit ihrem Besitz nach eigenem Ermessen zu verfahren (überteuerte Baseballtickets zu kaufen)? Ein Recht, welches sie nach den Strukturtheorien auf deren Annahmen V1 angeblich basiert, ja gerade nicht besitzen! Widerspruch. Die Frage ist komplizierter als es scheint denn:
Güter/Nozick: werden von Nozick als eine Art Massen Eintritt zur gemeinsamen Verköstigung aller angesehen.
VsNozick: das ignoriert systematisch die Ansprüche der Arbeitenden aus ihrer eigenen Produktion. Nozick schenkt sich leider eine systematische Diskussion dieses Problems konkurrierender Ansprüche.




VsNozickVsNozick Peacocke Vs Nozick, R. I 133
Weise des Gegebenseins/Gegenstand/Peacocke: ich habe die Theorie der Gegebenheitsweise eines Objekts getrennt von der Theorie über die Natur der Objekte (Gegenstände). Das steht im Gegensatz zum Ansatz von Robert Nozick: Philosophical Explanations, 1981, S. 87.
I 133/134
Ich/NozickVsPeacocke: These: das Ich wird entworfen und synthetisiert um den Akt der reflexiven Selbstreferenz herum. Nur so können wir erklären, warum wir, wenn wir uns reflexiv auf uns selbst beziehen, wissen, dass wir selbst es sind, auf die wir uns beziehen.
Erklärung/Peacocke: Nozick beruft sich hier darauf, dass eine epistemische Tatsache nur erklärt werden kann, indem man sich auf eine bestimmten Zugang zur Natur dieses Gegenstands beruft, und nicht auf dei Gegebenheitsweise, wie uns der Gegenstand erscheint. Bzw. wie über den Gegenstand nachgedacht wird.
Gegenstand/Intension/Erklärung/Peacocke: Frage: ist es für jede Person
a) ein Konditional den sie weiß, oder ist es
b) ein Konditional, der nur Konsequenz seines Wissens ist?
Der erste Fall wäre:
a) Ich weiß: wenn ich sage "Ich", dann bezieht sich die Äußerung von "ich" auf mich
b) Wenn ich sage "Ich", dann: ich weiß, dass die Äußerung von "ich" sich auf mich bezieht
Peacocke: ad b): ist kein echtes Datum, dass eine Erklärung benötigt. Es ist nämlich nicht immer wahr!
Bsp ich bin mit meinem Zwillingsbruder im selben Raum und bei einem von uns funktionieren die Stimmbänder nicht, ohne dass wir beide wissen, bei wem...
ad a): das scheint auf zwei anderen Glauben zu beruhen:
I 135
1. der Verursacher der Äußerung u von "Ich" = ich selbst 2. Jede Äußerung von "ich" bezieht sich auf ihren Verursacher.
Nozick/Problem: Bsp Ödipus: dieser weiß:
Der Verursacher der Äußerung u von "der Mörder von Laios" = ich
und er weiß auch:
Jede Äußerung von "der Mörder von Laios" bezieht sich auf den Mörder von Laios.
aber er glaubt nicht an die Identität von "der Mörder.." = ich.
also ist er nicht in der Position zu urteilen:
Der Verursacher der Äußerung u von "der Mörder von Laios" bezieht sich auf mich.
Ich/PeacockVsNozick: so haben wir den Kontrast zwischen Erste Person und Dritte Person Fällen ohne dass wir eine Theorie des "synthetisierten Selbst" (Nozick), wenn wir die Verfügbarkeit und den Inhalt der Prämissen im Fall der ersten Person ohne diese Theorie erklären können.
Nozick: wie ist es für mich, zu wissen, dass ich es war, der eine bestimmte Äußerung hervorgebracht hat?
Peacocke: das birgt aber zwei verschiedene Interpretationen:
1. Wie ist es, das zu wissen und nicht nur zu glauben? Das ist nicht problematischer als die Frage ob ich es war, der die Kerze ausgepustet hat.
2. Was ist der Inhalt des Gedankens: "Ich habe diese Äußerung hervorgebracht".
I 136
Hier geht es wieder um Evidenz*: dass "die Person mit den und den Zuständen" die Äußerung hervorgebracht hat. Nozick: es ist nicht hinreichend, dass ich ein Token der Äußerung "Ich brachte diese Äußerung hervor" kenne und Deutsch spreche!
Peacocke: man kann das mit dem zeitlichen Problem vergleichen:
Die Zeit der Äußerung u von "jetzt" = jetzt
Jede Äußerung von "jetzt" bezieht sich auf die Zeit der Äußerung
PeacockeVsNozick: es sieht nicht so aus, dass wir eine Theorie der Zeit brauchten, als "synthetisiert um Akte der Referenz herum" in irgendeiner Sprache.
Nozicks Theorie kann gar nicht das erklären, von dem sie behauptet es zu erklären: denn sein Gegenstand betrifft das, was gewusst werden kann, während seine Theorie keine Theorie von Gegebenheitsweisen ist.
An kein Objekt können wir einfach so denken, ohne auf eine bestimmte Art und Weise daran zu denken.
Nozicks synthetisierte Selbste werden aber einfach als Gegenstand aufgefasst.
Peacocke: können wir Nozicks Theorie reformulieren als Zugang zu Gegebenheitsweisen?
Ist "Der Verursacher dieser Äußerung" irgendwie eine Erste Person Weise, zu denken? (Reflexive Selbstreferenz).
1. wie ist dieser Akt in einer komplexen Gegebenheitsweise. Es kann nicht wahrnehmungsmäßig sein. Denn das könnte eine informative (!) Selbstidentifikation sein ((s) empirisch, nach Verwechslung mit dem Zwillingsbruder, und dann nicht notwendig). Statt dessen:
Handlungsbasiert: "der Akt, der durch diesen Versuch hervorgebracht wurde, zu sprechen zu versuchen". Das ist in der Tat nicht informativ.
Das bringt dann aber Nozicks Theorie nahe an unsere Theorie der konstitutiven Rolle.
I 137
Denn solche Versuche gehören zu den bewussten Zuständen des Subjekts.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
VsNozickVsNozick Brendel Vs Nozick, R. I 251
Wissen/Nozick/Brendel: These zwei zusätzliche Bedingungen: Kontrafaktische Konditionale (KoKo) zum Ausschluß zufällig wahrer Überzeugungen.
1. Wäre p falsch, würde das Subjekt nicht glauben, dass p
I 252
2. wäre p wahr, würde das Subjekt auch glauben, dass p. Brendel: das bezieht sich auf irreale Situationen, die der realen Situation „am nächsten“ sind.
Bsp Wenn alles in meiner Umgebung so aussähe wie es aussieht, würde ich nicht glauben, dass ich dort bin, wenn ich nicht dort wäre.
Bsp wenn jemand einen Bordeaux nicht von einem Muskateller unterscheiden kann, weiß nicht, dass er einen Bordeaux trinkt, wenn er es tut.
BrendelVsNozick: wird nicht mit der Möglichkeit zufällig wahrer Überzeugung fertig: Bsp ich bin im Tank und ich glaube, ich bin im Tank, weil der böse Wissenschaftler mir das suggeriert.
Nozick: das wäre kein Wissen. Denn ich bin für diese Wahrheit nicht „sensitiv“, er hätte bei mir auch jede andere Überzeugung generieren können.

Bre I
E. Brendel
Wahrheit und Wissen Paderborn 1999