Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff


zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Demokratie Mill Brocker I 508
Demokratie/Lernen/Fähigkeiten/Persönlichkeit/Mill: Der Prozess der Vervollkommnung der menschlichen Fähigkeiten (in kognitiver, moralischer und emotionaler Perspektive) erfordert individuellen Mut und wird – wie Mill sehr kritisch in On Liberty konstatiert – durch die Demokratie und Mehrheitsentscheidungen unterminiert. Demokratie besitzt eine inhärente Tendenz zu Mittelmäßigkeit, die freiheitsbeschneidend ist. SchaalVsPateman: Carole Pateman(1) verkürzt Mill unzulässig, in dem sie sich maßgeblich auf Mills On Representative Government bezieht und den Zusammenhang zwischen Freiheit und der ganzheitlichen Ausbildung menschlicher Fähigkeiten weitgehend ignoriert, den Mill in On Liberty ausführt (in Rekurs auf Wilhelm von Humboldt).


1. Carole Pateman, Participation and Democratic Theory, Cambridge 1970, S. 34f

Gary S. Schaal, “Carole Pateman, Participation and Democratic Theory” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Demokratietheorie Pateman Brocker I 505
Demokratietheorie/Pateman: PatemanVsSchumpeter/PatemanVsSartori: These: Die Ausbildung positiver Einstellungen zur Demokratie sei keine Frage kognitiver Kompetenzen, sondern der Demokratisierung einer bislang undemokratischen institutionellen Struktur, die systematisch undemokratische Einstellungen und Gefühle individueller Inkompetenz erzeugt: der kapitalistischen Güterproduktion. Siehe Demokratietheorie/Schumpeter, Demokratietheorie/Sartori.
Demokratie/Tradition: Die Sphäre der Güterproduktion muss zur Sicherung der Produktivität und Effizienz jedoch undemokratisch bleiben. Damit besteht keine Alternative zum demokratischen Status quo, die nicht die Demokratie selbst gefährden würde.
Brocker I 506
PatemanVsTradition: 1. VsSchumpeter: der normative Bewertungsmassstab ist falsch konstruiert: der Begriff einer „klassischen Demokratietheorie“ ist ein Mythos. (1) Die Quellen sind heterogener als traditionsllerweise behauptet wird. Ideengeschichte/Pateman: darf nicht auf reine Normativität verkürzt werden.
Arbeit/Demokratisierung: 2.PatemanVsSchumpeter: Demokratische Beteiligung und Produktivität widersprechen sich nicht.
VsPateman: diese rekonstruiert Schumpeter nicht in den dynamischen Aspekten seier Arbeit. Eine Berücksichtigung von Schumpeters Analyse der Bedeutung von Führung, Kreativität und Innovation für den Kapitalismus
Brocker I 507
hätte die Überzeugungskraft ihrer Argumentation verbessert.

1. Carole Pateman, Participation and Democratic Theory, Cambridge 1970, S. 17.

Gary S. Schaal, “Carole Pateman, Participation and Democratic Theory” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolPate I
Carole Pateman
Political Culture, Political Structure and Political Change 1971

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Partizipation Pateman Brocker I 510
Partizipation/Pateman: »Für das Bestehen eines demokratischen Gemeinwesens ist also das Bestehen einer partizipativen Gesellschaft notwendig, also einer Gesellschaft, in der alle politischen Systeme demokratisiert worden sind und eine Sozialisation durch Partizipation in allen Bereichen stattfinden kann. Der wichtigste Bereich ist die Industrie« (1). Damit stellt sich Pateman gegen traditionelle Ansätze der Demokratietheorie, die die Fragen der Demokratie auf das Politische reduzieren. PatemanVsSchumpeter, PatemanVsSartori: siehe Demokratietheorie/Sartori, Demokratietheorie/Schumpeter.
Schaal: Pateman argumentiert nicht aus sozialistischer Perspektive, sondern ihre Forderung nach Ausdehnung demokratischer Mechanismen auf außerpolitische Bereiche wie Industriearbeit erfolgt aus der systematischen Explikation der normativen Ideale des Liberalismus.
VsPateman: ihr Ansatz der „Quasi-Empirie“ wird von späteren Autoren als zu wenig überzeugend kritisiert. Vgl, Schonfeld, 1975, (2), Moon 1972 (3).
Brocker I 514
Pateman/Schaal: Patemans Participation and Democratic Theory gehört zum Kanon der modernen Klassiker der (englischsprachigen) partizipativen Demokratietheorie (Held 1987, 254-264 (4)) und wurde als Standardwerk der partizipativen Demokratietheorie erst 1984 von Benjamin Barbers Strong Democracy abgelöst.
1. Carole Pateman, Participation and Democratic Theory, Cambridge 1970, S. 43
2. Schonfeld, William R., »The Meaning of Democratic Participation«, in: World Politics 28/1, 1975, 134-158.
3. Moon, J. Donald, »Participation and Democracy. A Review Essay«, in: Midwest Journal of Political Science 16/3, 1972, 473-485.
4. David Held, David, Models of Democracy, Cambridge 1987.


Gary S. Schaal, “Carole Pateman, Participation and Democratic Theory” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolPate I
Carole Pateman
Political Culture, Political Structure and Political Change 1971

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Rousseau Pateman Brocker I 507
Rousseau/Pateman: These: Rousseau sei ein Theoretiker der partizipatorischen Demokratietheorie par excellence. 1. Es gebe einen (kausalen) Zusammenhang zwischen den Machtstrukturen in Institutionen und den Einstellungen und Dispositionen der Menschen, die innerhalb dieser Institutionen arbeiten bzw. handeln. (1)
2. Partizipation/Rousseau/Pateman: These: Partizipation besitze für Rousseau (und damit für Pateman) vor allem eine erzieherische Funktion.(2)
SchaalVsPateman: die Schlüsse, die Pateman aus ihrer Lektüre Rousseaus zieht, werden von der neueren Rousseau-Forschung nicht gedeckt: a) Rousseaus „Vom Gesellschaftsvertrag“ führt keinen Wahlkampf, b) Ob Entscheidungsfindung bei Rousseau intern oder öffentlich geschieht, ist umstritten.

1. Carole Pateman, Participation and Democratic Theory, Cambridge 1970, S. 26
2. Ebenda S. 27


Gary S. Schaal, “Carole Pateman, Participation and Democratic Theory” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolPate I
Carole Pateman
Political Culture, Political Structure and Political Change 1971

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018