Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Paternalismus Thaler Mause I 177f
Paternalismus/Thaler/Sunstein: These: Paternalismus ist nicht in allen Situationen vermeidbar. Vielfach müsse ein Akteur oder eine Organisation eine Entscheidung treffen, welche die Entscheidungsoptionen anderer Individuen notwendig beeinflussten. (1) Bsp Beeinflussung der Speisenauswahl durch die Kantinenleitung,
Es ist nicht so, dass der paternalistische Eingriff mit Zwang verbunden sein muss.
Def Liberaler Paternalismus/Thaler/Sunstein:; ein Paternalismus ohne Zwang, der auch für Liberale akzeptabel ist. Durch die liberalen Paternalismus sollen die Betroffenen besser gestellt werden, wobei diese Besserstellung unter folgenden Bedingungen (bzw. Annahmen) gemessen wird:
1. unbegrenzte kognitive Fähigkeiten
2. keine Willensschwäche
3. vollkommene Information.
Siehe auch Subsidiarität/Thaler.
VsPaternalismus: der Liberale Paternalismus unterscheidet sich vom herkömmlichen Paternalismus: 1. Er beschränkt nicht die Wahlfreiheit zwischen existierenden Optionen;
2. Er orientiert sich an den Präferenzen des Individuums und nicht an denen eines externen Regulators. Siehe Nudging/Thaler.
(s)VsPaternalismus: Problem: wo ist die Grenze zu ziehen zwischen Paternalismus und liberalem Paternalismus im Fall von Opting-in und Opting-out? Bsp Organspende: a) Die Annahme eines stillschweigenden Einverständnisses bzw. das Verlangen eines expliziten Widerspruchs gegen eine Organspende – b) Das Verlangen einer expliziten Einverständniserklärung.
Mause I 179
SchnellenbachVsThaler/SchnellenbachVsSunstein/SchnellenbachVsPaternalismus: 1. Es geht nicht um die Reduktion von Alternativen, denn auch im traditionellen Paternalismus wird die Zahl der Alternativen nicht reduziert. Lediglich die Opportunitätskosten der Alternativen werden unterschiedlich sein. 2. Was die Präferenzen eines den Bedingungen entsprechenden Individuums sein werden, kann auch der liberale Paternalismus nur vermuten. Siehe Hayek „Anmaßung von Wissen“, Siehe Paternalismus/Hayek.


1. Thaler, Richard H., und Cass R. Sunstein. 2003. Libertarian paternalism. American Economic Review 93, (2), 2003, S. 175– 179.
2. Jan Schnellenbach, Wohlwollendes Anschubsen: Was ist mit liberalem Paternalismus zu erreichen und was sind seine Nebenwirkungen? Perspektiven der Wirtschaftspolitik 12 (4) 2011, S.445-459.

EconThaler I
Richard Thaler
Misbehaving: The Making of Behavioral Economics New York 2016

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Präferenzen Thaler Mause I 178
Präferenzen/Thaler/Sunstein: These des Liberalen Paternalismus von Thaler und Sunstein: Er beschränkt nicht die Wahlfreiheit zwischen existierenden Optionen. (1) SchnellenbachVsThaler/VsSunstein/VsPaternalismus: Problem: die Präferenzen, insbesondere langfristige Präferenzen sind schwer zu identifizieren. Sie sind gegebenenfalls nur „expressiv“ ((s) nichtsprachlich geäußert) oder Resultat wenig informierter Überlegungen.
Letztlich liegt dem Liberalen Paternalismus ein ebensolches fiktives Durchschnittsindividuum zugrunde, wie dem traditionellen Paternalismus.
Weiteres Problem: Menschen ohne Selbstmanagementproblem werden daran gehindert, sich frei ihre Präferenzen zu bilden. (2)

1. Thaler, Richard H., und Cass R. Sunstein, Nudge: Wie man kluge Entscheidungen anstößt. Berlin 2009
2. Jan Schnellenbach, Wohlwollendes Anschubsen: Was ist mit liberalem Paternalismus zu erreichen und was sind seine Nebenwirkungen? Perspektiven der Wirtschaftspolitik 12 (4) 2011, S.445-459.

EconThaler I
Richard Thaler
Misbehaving: The Making of Behavioral Economics New York 2016

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Subsidiarität Eucken Mause I 177
Subsidiarität/Eucken: These: Der Aufbau der Gesellschaft soll von unten nach oben erfolgen. „…was die einzelnen oder die Gruppen selbständig leisten können, das sollen sie aus freier Initiative nach besten Kräften tun. Und der Staat soll nur da eingreifen, wo seine Mithilfe in keiner Weise zu entbehren ist“. (1) Ursprünglich stammt das Subsidiaritätsprinzip aus der Katholischen Soziallehre. (2)
Dabei geht es um eine Minimierung staatlichen Zwangs. (3) SubsidiaritätVsPaternalismus. Siehe Subsidiarität/Thaler, Paternalismus/Musgrave.


1. W. Eucken, Grundsätze der Wirtschaftspolitik, Tübingen 2004, S. 348.
2. Pius XI. 1931. Enzyklika Quadragesimo anno. http:// www. uibk. ac. at/ theol/ leseraum/ texte/ 319. html. Access Date 16.10.2016.
3. Hensel, K. Paul, Ordnungspolitische Betrachtungen zur katholischen Soziallehre. ORDO – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft 2, 1949. S. 229– 269.

EconEuck I
Walter Eucken
Grundsätze der Wirtschaftspolitik Tübingen 1952

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018