Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Überzeugungen McDowell I 168
Überzeugung/McDowellVsDavidson: er hätte auch sagen können: nichts kommt als Grund für eine Überzeugung in Frage, wenn es nicht ebenfalls im Raum der Gründe angesiedelt ist, wie z.B. die Tatsache, dass es einem Subjekt so scheint. Natürlich ist es nicht dasselbe, ob mir etwas so und so zu sein scheint, oder ob ich überzeugt bin, dass es so ist.
I 192
McDowellVsPeacocke: ...das ist kein Beweis dafür, dass der nichtbegriffliche Inhalt als Grund für ein Subjekt, von etwas überzeugt zu sein, in Frage kommt. Das Subjekt hat vielleicht nicht einmal Gründe!
Bsp der erfahrene Radfahrer macht die richtigen Bewegungen, ohne Gründe zu benötigen. Auch die Beschreibung benötigt keine Gründe.
I 193
McDowellVsEvans, McDowellVsPeacocke: das berechtigt weder dazu, anzunehmen, dass Urteile und Überzeugungen in der Erfahrung fundiert sind, noch dazu, dass Überzeugungen durch Erfahrungen "als Gründe" fundiert werden. Erfahrung/Welt/McDowell: die Bedingung der Korrektheit ist, dass der Gegenstand tatsächlich quadratisch ist.
Rorty VI 179
McDowellVsSellars/Rorty: Überzeugungen können auch durch von Urteilen verschiedene geistige Vorgänge gerechtfertigt werden.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Zirkularität McDowell I 195
Zirkel/Peacocke/McDowell: warum glaubt Peacocke, dass es in der Erfahrung Brücken zwischen dem Begrifflichen und dem, was sich außen befindet geben muss? Er glaubt, damit eine Zirkel vermeiden zu müssen.
Um den Besitz eines Beobachtungsbegriffs zu erklären, dürfen wir (nach Peacocke) nicht schon den Inhalt als begrifflich auffassen.
Bsp Farben: es wird dann nicht nur der Begriff "Rot" vorausgesetzt, sondern, schlimmer noch, der "Begriff des Besitzes des Begriffs "Rot"".
I 196
Zirkel/McDowellVsPeacocke: das verschiebt nur das Problem. Warum sollten wir eigentlich annehmen, dass wir immer in der Lage wären, zu erklären, was es heißt, einen Begriff zu besitzen?
Bsp die neurophysiologische Bedingungen würde sich gar nicht auf das beziehen, was jemand denkt, wenn er dankt, dass etwas rot ist. (Genau das will aber Peacocke).
Zirkel/McDowell: die Erklärung für Beobachtungsbegriffe muss sich immer außerhalb des Raums der Begriffe befinden. (Auch Wittgenstein). Aber nicht "seitliche Perspektive".
I 197
Zirkel/Erfahrung/Grund/Seitenperspektive/McDowell: wegen der Unmöglichkeit, die "seitliche Perspektive" einzunehmen (sich außerhalb von allem aufzubauen), ist der Zirkel nicht zu vermeiden, aber er ist im Fall von Beobachtungsbegriffen nicht schlimm! Das Problem des motivierten Gedankens tendiert dazu, den motivierenden Gedanken zu unterminieren.
Die erforderliche "Seitenperspektive" (Aussenstandpunkt) unterminiert die Verständlichkeit von "aus dem Grund, dass".

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 9 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsPeacockeVsPeacocke Peacocke Vs Evans, G. I 169/170
Demonstrativa/Evans: wahrnehmungsmäßig demonstrative Gegebenheitsweisen sind möglich weil diese Bedingungen erfüllt sind: in einer normalen Wahrnehmungssituation gibt es eine Informationsverbindung zwischen Subjekt und Objekt, außerdem weiß das Subjekt oder ist der Lage herauszufinden, wo das Objekt ist.
Wenn das Subjekt die allgemeine Fähigkeit hat zu wissen, was Propositionen der Form
"π = p" wahr macht für beliebiges π (wobei π eine Identifikation eines öffentlichen Orts ohne Indexwörter (in einem nichtindexikalischen Referenzrahmen) ist) wenn p die Vorstellung eines Orts in seinem egozentrischen Raum ist. Wenn er außerdem fähig ist, das Objekt in seinem egozentrischen Raum zu lokalisieren, kann man sagen, dass er eine Vorstellung (Idea) von dem Objekt hat.
Vorstellung/Idee/Idea/Evans/Terminologie/Intension/Weise des Gegebenseins/Peacocke: Evans "Idea" (Vorstellung) entspricht meiner Gegebenheitsweise "mode of presentation".
Vorstellung/Evans: These: wir können die Vorstellung von einem Objekt, a auffassen als bestehend in seinem Wissen, was es für einen beliebigen Satz der Form "δ = a" ist, wahr zu sein.
Peacocke: dabei ist "δ" der Bereich der grundlegenden Vorstellungen eines Objekts.
fundamentale Vorstellung/Evans: hat man, wenn man von einem Objekt als Inhaber der fundamentalen Unterscheidungen (possessor of the fundamental ground of difference) denkt, die es tatsächlich hat.
Peacocke: also was ein Objekt von allen anderen unterscheidet.
Also für materielle Gegenstände Art und Ort.
PeacockeVsEvans: wir haben schon Fälle gesehen, wo der Denkende das Objekt nicht im egozentrischen Raum lokalisieren kann: Bsp der Krater auf dem Mond.
I 171
Bsp der Apfel im Spiegelkabinett. Aber es scheint doch, dass man dennoch daran denken kann, z.B. sich darüber wundern, wo es wohl ist!
Es ist wahr, dass man wenigstens eine grobe Richtung im egozentrischen Raum angeben kann, aber das ist kaum hinreichend für die Wissensbedingung von Evans.
Im Fall des Erinnerungsbildes ist es klarer, dass man keine Lokalisation im gegenwärtigen egozentrischen Raum braucht.
pro Evans: es muss zusätzliche vorstellbare Evidenz z.B. Erfahrungen oder Instrumente zur Lokalisation (wenn notwendig, sogar Raumfahrt!).
Wenn das nicht vorstellbar wäre, müsste man annehmen, dass das Subjekt gar nicht in der Lage ist, an das betreffende Objekt im öffentlichen Raum zu denken!
pro Evans: eine Informations-Verbindung ist nicht hinreichend, um demonstrativ über den Gegenstand zu denken.
VsEvans: aber das ist weniger, als zu verlangen, dass der Denkende das Objekt gegenwärtig lokalisieren kann.
schwächere Forderung: statt dessen genügt eine allgemeine Fähigkeit, dass das Subjekt das Objekt gegebenenfalls lokalisieren kann.
Evans: wenn man ein Objekt nicht lokalisieren kann, kann man dennoch in der gemischt demonstrativ deskriptiven Gegebenheitsweise an es denken: "dasjenige, das meine Erfahrung verursacht".
Aber: in normalen Fällen ist das eine falsche Beschreibung!
Peacocke: es scheint auch in den Bsp Mondkrater, Apfel im Spiegelkabinett falsch zu sein.
PeacockeVsEvans: komische Asymmetrie:
Vorstellung/Evans: eine Idee a eines Orts im egozentrischen Raum ist eine adäquate Idee eines Orts im öffentlichen Raum.
holistisch/Evans: wenn eine beliebig fundamentale Identifikation eines Orts möglich ist, ist sie holistischen. (Varieties of reference S. 162).
Peacocke: dieses Wissen gründet in einer allgemeinen Fähigkeit, eine kognitive Karte (cognitive map) der objektiven räumlichen Welt über seinen egozentrischen Raum zu legen.
I 172
Bsp ein einigen Fällen wird das nicht möglich sein, z.B. wenn man gekidnappt ist, oder in eine unbekannte Gegend verschlagen wurde usw. Pointe: auch in solchen Fällen kann man immer noch das Demonstrativum "hier" (in Bezug auf Objekte) benutzen. D.h. die Gedanken sind immer noch Gedanken über den öffentlichen Raum! ((s) Und den egozentrischen).
Vorstellung/demonstrative Gegebenheitsweise/PeacockeVsEvans: also verlangt seine Theorie gar keine Fähigkeit, eine öffentliche, nicht egozentrische Individuation seiner Gedanken zu geben um überhaupt Gedanken über einen Ort im öffentlichen Raum zu haben.
Analogie/Peacocke: exakt analoge ¬¬Einwände kann man im Fall demonstrativer Gegebenheitsweise machen: Bsp Angenommen, ein Subjekt nimmt einen Gegenstand der Art F in der Weise H wahr.
Dann ist F die Token-Gegebenheitsweise.
Dann können wir einführen: [W,Fs] für das wahrnehmungsmäßige "dieses F".
Dann gibt es genau eine Proposition der Form "p = die Lokalisation von [W,Fs] jetzt", die wahr ist, und das Subjekt weiß, was es für es ist, dass sie für es wahr ist.
PeacockeVsEvans: warum soll man hier, aber nicht im früheren Beispiel verlangen, dass das Subjekt auch weiß, welches p (oder welches  im früheren Fall) in dieser einzigen wahren Proposition erwähnt ist?
Besonders absurd ist das im Fall es verirrten Subjekts.
PeacockeVsEvans: seine Theorie erlaubt, dass [W,Fs] hier eine adäquate Idee ist, obwohl das Subjekt keine fundamentale Vorstellung (fundamental Idea) von dem Objekt hat.
Peacocke: wenn wir aber insistieren, dass es eine f.V. haben könnte, wenn er über mehr Evidenz verfügte, warum ist eine analoge Möglichkeit nicht auch hinreichend für Adäquatheit in Bezug auf egozentrischen Raum?
I 173
Hier scheint es nur zwei einheitliche Positionen zu geben: 1. Identifikation/Lokalisation/Vorstellung/Demonstrativa/liberale Position: hinreichend für echte Gegebenheitsweisen oder adäquate Vorstellungen sind allgemeine Fähigkeit zur Lokalisation plus Einzigartigkeit der aktuellen Lokalisation im relevanten Raum.
2. Strikte Position: das ist weder hinreichend für echte Gegebenheitsweise noch für adäquate Vorstellungen.
PeacockeVs: das kann man als einheitliche These kaum vertreten: es beinhaltet, dass man , wenn man verirrt ist, überhaupt nicht über die Objekte nachdenken kann, die man um sich herum sieht. Das hieße auch, a priori auszuschließen, dass man sich als Gekidnappter die Frage stellen kann "Welche Stadt ist dies wohl?".
Demonstrativa/Peacocke: These: ich vertrete die einheitlich liberale Position
Demonstrativa/Evans: These: Evans ist liberal in Bezug auf öffentlichen Raum und strikt in Bezug auf egozentrischen Raum.
ad 1.: leugnet nicht die Wichtigkeit grundlegender Vorstellungen. Wenn ein Subjekt weder fähig ist, einen Gegenstand im öffentlichen noch im egozentrischen Raum zu lokalisieren ((s) Bsp er wacht aus Narkose auf und hört monaural einen Ton), dann muss es immer noch glauben, dass dieses Objekt eine fundamentale Identifikation besitzt. Sonst müsste es annehmen, dass da kein Objekt ist.
Anscombe: Bsp ein Subjekt sieht durch zwei Löcher auf zwei Streichholzschachteln, die so angeordnet (manipuliert sind) dass es nur eine Schachtel sieht, Dann weiß das Subjekt nicht, was es für den Satz "diese Streichholzschachtel ist F" bedeutet, wahr zu sein.
Die einheitlich liberale Sicht erlaubt es dem Subjekt Demonstrativa anzuwenden, die von Erinnerungsbildern abhängig sind, selbst wenn es keine Vorstellung hat, wo im öffentlichen Raum und wann es dem Objekt begegnet ist.
EvansVs: Vertreter dieser Position werden sagen, dass das Wissen des Subjekts wenigstens teilweise ist,
I 174
weil diese Vorstellung kausal von einer Begegnung mit dem Objekt herrührt. Aber das macht ihre Position schlechter statt besser: denn es verdreht völlig die Grammatik und Logik des Begriffs des Wissens, was es für das Subjekt ist, dass p wahr ist. Fähigkeit/PeacockeVsEvans: aber eine Fähigkeit kann auch darin bestehen, dass ein Erlebnis in einer gegebenen Umgebung richtige Kausalketten herauszufinden: das gilt auch für die Lokalisation eines im Spiegel gesehenen Objekts im egozentrischen Raum.
PeacockeVsEvans: seine Unterscheidung scheint unecht: es kann gleichzeitig wahr sein, dass jemand eine Relation R zum Objekt hat aufgrund kausaler Beziehungen, und gleichzeitig wahr sein, dass die Möglichkeit in dieser Relation R zu stehen, eine Frage der Fähigkeiten des Subjekts ist.
Bsp (Evans) den Ball wiederzuerkennen:
Peacocke: das ist keine senso-motorische Fähigkeit, sondern eher die Fähigkeit, gewisse Schlussfolgerungen zu ziehen, die allerdings eine frühere Begegnung voraussetzen.
Das gilt auch für Bsp die kognitive Landkarte, die über den egozentrischen Raum gelegt wird:
PeacockeVsEvans: in beiden Fällen folgt nicht, dass das präsentierte Objekt, erinnert oder wahrgenommen, in explizit kausalen Begriffen gedacht wird: die Gegebenheitsweise ist echt demonstrativ.

erste Person/PeacockeVsEvans: der zweite große Einwand betrifft Gedanken der ersten Person: die verschiedenen Beispiele für Immunität gegen Fehlidentifikation, die die erste Person enthalten, zerfallen grob in zwei Gruppen:
a) hier scheint die Immunität absolut: Bsp "Ich habe Schmerzen".
I 175
b) hier scheint die Immunität von Präsuppositionen über die Welt abzuhängen: wenn diese Vorannahmen falsch sind, öffnen sie die Möglichkeit, etwas falsches herauszugreifen, ohne dass man aufhört, das Wort "ich" weiterhin zu gebrauchen. Dazu zählen: Bsp "ich war auf dem Ozeandampfer": Erinnerungsbild.
Bsp "ich sitze am Schreibtisch": visuelle, kinästhetische, taktile Wahrnehmungen.
Die Unterscheidung zwischen a) und b) kann durch die konstitutive Rolle getroffen werden:
"die Person mit diesen bewussten Zuständen.
Unfehlbarkeit/Tradition/Evans: (absolut immune Urteile): das Urteil, ein Urteil mit einem bestimmten Inhalt zu sein, kann dadurch konstituiert werden, dass dieses Urteil auf diesen Zustand antwortet.
Peacocke pro.
PeacockeVsEvans: Problem: kann diese Unfehlbarkeit mit dem Rest von Evans’ Theorie verbunden werden? Denn:
Ich/Evans: These: die Referenz von "Ich" kann fehlschlagen!
Peacocke: wie ist das mit der absoluten Immunität von "ich habe Schmerzen" verträglich?
Konditionalisierung: hilft nicht: Bsp "wenn ich existiere, habe ich Schmerzen" das kann den Zweck nicht erfüllen: die Existenz des Gedankens braucht immer noch die Referenz von "Ich".
Genauso: Bsp "Wenn mein Gebrauch von "Ich" referiert, habe ich Schmerzen":
denn "mein Gebrauch" muss in Begriffen der ersten Person erklärt werden.
Frage: können wir Erinnerungs-Demonstrativa anwenden, die sich auf früheren Gebrauch von Gegebenheitsweisen der ersten Person beziehen?
Bsp "Wenn jene früheren Verwendungen von "Ich" referieren, habe ich Schmerzen". (Pointe: nicht "meine Verwendungen").
PeacockeVs: das hilft auch nicht: Descartes’ böser Dämon könnte Ihnen die Erinnerungen von jemand anderem eingegeben haben. (> q-Erinnerungen/Shoemaker.)
I 176
Konstitutive Rolle/Gehirne im Tank/GIT/EvansVsPeacocke: die k.R. von [selbst] würde nicht erklären, warum Gehirne im Tank in der Lage wären, in demonstrativer Weise über ihre eigenen Erlebnisse zu sprechen: mentale Zustände/Evans: sind von allen anderen Zuständen und Gegenständen darin unterschieden, dass sie demonstrativ auf ihre Besitzer referieren.
Schmerz wird als Element der objektiven Ordnung identifiziert.
Dann kann jemand auch keine adäquate Vorstellung von diesen mentalen Zuständen haben, wenn er nicht weiß, welcher Person sie zustoßen. (GIT).
Peacocke: selbst dem Gehirn im Tank kann man Gedanken über seine Schmerzen zugestehen, vorausgesetzt, dass er eine fundamentale Identifikation der Person geben kann, die sie hat.
Peacocke: nein, die Nerven müssen richtig verdrahtet sein. Also gilt das nicht für die GIT. So können wir an der liberalen Sicht und an der k.R. und der Vorstellung einer Person festhalten.
Auch daran, dass die mentalen Zustände über die Person individuiert werden, die sie hat.
Individuation/mentale Zustände/PeacockeVsEvans: nicht über die Lokalisation (wie bei materiellen Objekten), sondern über die Person.
I 177
Bsp Split Brain Patienten/Peacocke: hier kann man von verschiedenen aber qualitativ gleichwertigen Erlebnissen sprechen. Daraus könnten zwei Bewusstseinszentren in einem einzigen Gehirn folgen. Aber: man sollte nach einer Operation nicht sagen, dass das eine der beiden als ursprüngliche und das andere ein neuhinzugekommenes wäre.
Bsp Geruchsempfindung von linken und rechtem Nasenloch getrennt. Dann gibt es für beide Erlebnisse tatsächlich getrennte Verursachung. ((s) Aber dieselbe Quelle.)
Peacocke: daraus folgt nicht, dass in normalen Gehirnen etwa zwei Bewusstseine in Harmonie arbeiteten. Hier wird die Geruchsempfindung durch gleichzeitigen Eingang durch beide Nasenlöcher verursacht und ist damit überdeterminiert.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
VsPeacockeVsPeacocke Peacocke Vs Fodor, J. I 208
Wahrnehmung/Mentalesisch/MT/Fodor: was in der Wahrnehmung passiert, ist eine Beschreibung der Umgebung, die nicht in einem Vokabular ausdrückbar ist, das Werte physikalischer Variablen bezeichnet. Bsp "Ein Schmetterling ist auf der Wiese" Statt dessen wird in Mentalesisch die Rede davon sein, dass "Licht der Magnitude in der und der Netzhautregion L" ist.
PeacockeVsFodor/PeacockeVsMentalese: was ist denn eigentlich das Token von MT, das auf diese Lokalisation L bezug nimmt? Es scheint da nichts zu geben.
Bsp eine andere Netzhautstelle könnte Information über eine andere Lokalisation liefern, genauso wie die ursprüngliche Zelle.
I 209
Das führt aber zu keiner Differenz innerhalb von MT! Es gibt nur eine Differenz der Relata: eins bezieht sich kausal auf eine Netzhautstelle, das andere auf eine andere. VsPeacocke: man könnte einwenden, dass den einzelnen Stellen so etwas wie "neblig" entspricht ("es ist neblig hier"). "Neblig" hat dann keine relevante syntaktische Struktur, aber wenn es in einer Äußerung vorkommt wird es sich auf einen bestimmten Ort und Zeit beziehen.
Tatsächlich müssen mehrere zentrale Einheiten des Nervensystems irgendwie nichtindexikalische Information aus der Peripherie empfangen: Bsp jemand der hundert Telegramme empfängt: "es ist hell hier", "es regnet hier" usw. ist nicht in der Position, eine Karte zu zeichnen, wenn er nicht weiß, woher sie kommen.
Peacocke: aber eine indexikalische Strategie kann nicht für komplexere Inhalte funktionieren. Eine gegebene Nervenzellen mag neurophysiologisch ununterscheidbar von einer anderen Zelle sein, mit völlig verschiedenen inhaltlichen Bedingungen für das Feuern.
Trivialisierung/Mentalesisch: wenn diese Relationen nun aber als Teil der syntaktischen Struktur eines (psychischen) Zustands zählen sollen, dann ist die Sprache des Geistes trivialisiert. Es gäbe keine echten Satz Analoga.
Mentalesisch/Wahrnehmung/Fodor/Peacocke: ein ähnliches Argument handelt von
Bsp angenommenen Detektoren für Linien, tiefer innerhalb des Wahrnehmungssystem: diese legen kausale Relationen für Wahrnehmungen nahe.
Aber Besitz eines strukturierten Inhalts erfordert nicht eine korrespondierende physikalische Struktur in dem Zustand, kann sich aber in dem Muster von Relationen befinden, in denen der Zustand steht.
Peacocke: ein Modell, das diesem relationalen Paradigma genügt, aber ohne MT auskommt, muss einigen Bedingungen genügen:
1. Wie kann man propositionalen Inhalt zuschreiben, ohne auf syntaktische Strukturen Bezug zu nehmen? D.h. relativ komplexe Inhalte müssen syntaktisch unstrukturierten (psychischen) Zuständen zugeschrieben werden.
2. Es muss gezeigt werden, wie diese Zustände mit Wahrnehmung und Verhalten interagieren.

I 215
Computation/Sprache/Mentalesisch/PeacockeVsFodor: auch Computation (Berechnung von Verhalten und Wahrnehmung) scheint keine Sprache zu verlangen: Bsp Frage, ob der Handelnde φ sollte.
Fodor: Bsp der Handelnde wird beschrieben als den erwarteten Nutzen von φ-en unter der Bedingung C berechnend (compute).
Peacocke: das Ausmaß, in dem das Subjekt den entsprechenden Glauben "C gegeben dass ich φ" hat, kann im Vorliegen eines entsprechenden physikalischen Zustands in einem gewissen Ausmaß bestehen. (Sonderzeichen)
Das wäre dann wiederum nur eine Sache der reinen Relationen!
Das gleiche gilt für das erreichen des Zustands "C und ich φ".
Die Zustände können interagieren, ohne dass syntaktische Strukturen dafür erforderlich wären.
Def Computation/Peacocke: (Berechnung) ist eine Frage von Zuständen mit Inhalt, die aus einander systematisch hervorgehen. Das erfordert gewisse Muster der Ordnung und der Kausalrelationen, aber keine syntaktische Struktur.
PeacockeVsFodor: es gilt nicht notwendig: "Keine Repräsentation, keine Computation".
I 215/216
Mentalesisch/Fodor: (Language of Thought, S.199) These: man kann keine Konstruktion von Psychologie geben, ohne anzunehmen, dass Organismen eine sachgemäße Beschreibung als Instantiation (Verkörperung) eines anderen formalen Systems besitzen: "Sachgemäß" erfordert: a) es muss eine allgemeine Prozedur für die Zuschreibung von Zeichenformeln (assigning formulae) zu Zuständen des Organismus geben
b) für jede propositionale Einstellung muss es einen kausalen Zustand des Organismus geben, so dass
c1) der Zustand als Relation zu einer Formel interpretierbar ist und
c2) es nomologisch notwendig und hinreichend ist, (oder kontingent identisch) dafür, diese prop Einst zu haben.
d) Mentale Repräsentationen haben ihre kausalen Rolle kraft ihrer formalen Eigenschaften.
VsMentalesisch/PeacockeVsFodor: das kann man alles auch ohne MT haben! Entweder:
1. es gibt tatsächlich Satzanaloga im Gehirn oder:
2. Fodors Bedingung könnte anders erfüllt sein: es könnte eine Semantik geben, die mit Fregeschen Gedanken korreliert ist.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
VsPeacockeVsPeacocke Peacocke Vs Nozick, R. I 133
Weise des Gegebenseins/Gegenstand/Peacocke: ich habe die Theorie der Gegebenheitsweise eines Objekts getrennt von der Theorie über die Natur der Objekte (Gegenstände). Das steht im Gegensatz zum Ansatz von Robert Nozick: Philosophical Explanations, 1981, S. 87.
I 133/134
Ich/NozickVsPeacocke: These: das Ich wird entworfen und synthetisiert um den Akt der reflexiven Selbstreferenz herum. Nur so können wir erklären, warum wir, wenn wir uns reflexiv auf uns selbst beziehen, wissen, dass wir selbst es sind, auf die wir uns beziehen.
Erklärung/Peacocke: Nozick beruft sich hier darauf, dass eine epistemische Tatsache nur erklärt werden kann, indem man sich auf eine bestimmten Zugang zur Natur dieses Gegenstands beruft, und nicht auf dei Gegebenheitsweise, wie uns der Gegenstand erscheint. Bzw. wie über den Gegenstand nachgedacht wird.
Gegenstand/Intension/Erklärung/Peacocke: Frage: ist es für jede Person
a) ein Konditional den sie weiß, oder ist es
b) ein Konditional, der nur Konsequenz seines Wissens ist?
Der erste Fall wäre:
a) Ich weiß: wenn ich sage "Ich", dann bezieht sich die Äußerung von "ich" auf mich
b) Wenn ich sage "Ich", dann: ich weiß, dass die Äußerung von "ich" sich auf mich bezieht
Peacocke: ad b): ist kein echtes Datum, dass eine Erklärung benötigt. Es ist nämlich nicht immer wahr!
Bsp ich bin mit meinem Zwillingsbruder im selben Raum und bei einem von uns funktionieren die Stimmbänder nicht, ohne dass wir beide wissen, bei wem...
ad a): das scheint auf zwei anderen Glauben zu beruhen:
I 135
1. der Verursacher der Äußerung u von "Ich" = ich selbst 2. Jede Äußerung von "ich" bezieht sich auf ihren Verursacher.
Nozick/Problem: Bsp Ödipus: dieser weiß:
Der Verursacher der Äußerung u von "der Mörder von Laios" = ich
und er weiß auch:
Jede Äußerung von "der Mörder von Laios" bezieht sich auf den Mörder von Laios.
aber er glaubt nicht an die Identität von "der Mörder.." = ich.
also ist er nicht in der Position zu urteilen:
Der Verursacher der Äußerung u von "der Mörder von Laios" bezieht sich auf mich.
Ich/PeacockVsNozick: so haben wir den Kontrast zwischen Erste Person und Dritte Person Fällen ohne dass wir eine Theorie des "synthetisierten Selbst" (Nozick), wenn wir die Verfügbarkeit und den Inhalt der Prämissen im Fall der ersten Person ohne diese Theorie erklären können.
Nozick: wie ist es für mich, zu wissen, dass ich es war, der eine bestimmte Äußerung hervorgebracht hat?
Peacocke: das birgt aber zwei verschiedene Interpretationen:
1. Wie ist es, das zu wissen und nicht nur zu glauben? Das ist nicht problematischer als die Frage ob ich es war, der die Kerze ausgepustet hat.
2. Was ist der Inhalt des Gedankens: "Ich habe diese Äußerung hervorgebracht".
I 136
Hier geht es wieder um Evidenz*: dass "die Person mit den und den Zuständen" die Äußerung hervorgebracht hat. Nozick: es ist nicht hinreichend, dass ich ein Token der Äußerung "Ich brachte diese Äußerung hervor" kenne und Deutsch spreche!
Peacocke: man kann das mit dem zeitlichen Problem vergleichen:
Die Zeit der Äußerung u von "jetzt" = jetzt
Jede Äußerung von "jetzt" bezieht sich auf die Zeit der Äußerung
PeacockeVsNozick: es sieht nicht so aus, dass wir eine Theorie der Zeit brauchten, als "synthetisiert um Akte der Referenz herum" in irgendeiner Sprache.
Nozicks Theorie kann gar nicht das erklären, von dem sie behauptet es zu erklären: denn sein Gegenstand betrifft das, was gewusst werden kann, während seine Theorie keine Theorie von Gegebenheitsweisen ist.
An kein Objekt können wir einfach so denken, ohne auf eine bestimmte Art und Weise daran zu denken.
Nozicks synthetisierte Selbste werden aber einfach als Gegenstand aufgefasst.
Peacocke: können wir Nozicks Theorie reformulieren als Zugang zu Gegebenheitsweisen?
Ist "Der Verursacher dieser Äußerung" irgendwie eine Erste Person Weise, zu denken? (Reflexive Selbstreferenz).
1. wie ist dieser Akt in einer komplexen Gegebenheitsweise. Es kann nicht wahrnehmungsmäßig sein. Denn das könnte eine informative (!) Selbstidentifikation sein ((s) empirisch, nach Verwechslung mit dem Zwillingsbruder, und dann nicht notwendig). Statt dessen:
Handlungsbasiert: "der Akt, der durch diesen Versuch hervorgebracht wurde, zu sprechen zu versuchen". Das ist in der Tat nicht informativ.
Das bringt dann aber Nozicks Theorie nahe an unsere Theorie der konstitutiven Rolle.
I 137
Denn solche Versuche gehören zu den bewussten Zuständen des Subjekts.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
VsPeacockeVsPeacocke McDowell Vs Peacocke, Chr. I 192
Begriff/Erfahrung/Peacocke: Voraussetzung dafür, dass das Subjekt den Begriff des Quadrats besitzt, ist der nichtbegriffliche Inhalt (der Erfahrung).
I 193
Dieser Besitz (des Begriffs) hat auch eine Bedingung der Korrektheit, die die Welt betrifft. McDowellVsPeacocke: das ist kein Beweis dafür, dass der nichtbegriffliche Inhalt als Grund für ein Subjekt, von etwas überzeugt zu sein, in Frage kommt. Das Subjekt hat vielleicht nicht einmal Gründe! Bsp der erfahrene Radfahrer macht die richtigen Bewegungen, ohne Gründe zu benötigen. Auch die Beschreibung benötigt keine Gründe. McDowellVsEvans, McDowellVsPeacocke: das berechtigt weder dazu, anzunehmen, dass Urteile und Überzeugungen in der Erfahrung fundiert sind, noch dazu, daß Überzeugungen durch Erfahrungen "als Gründe" fundiert werden.
I 194
McDowellVsPeacocke: abstruser, aufgeblähter Begriffsapparat: "protopropositionaler Inhalt", "Erlebensinhalt", usw. McDowellVsPeacocke: er muss die Allianz zwischen Vernunft und Sprache, die es seit Platon gibt, lösen. (Ein Wort für beides: "logos".) Er muss das Band zwischen den Gründen für ein Subjekt, zu denken, wie es denkt, und den Gründen, die es geben kann, (artikulierbare Gründe) lösen. (Absurd).
I 195
Erfahrung/Welt/McDowellVsPeacocke: Bsp Quadratisch: Grund: "weil es so aussieht". Das ist ganz ok und einfach ein Grund für eine Überzeugung, und nicht bloß ein "Teil eines Grundes..." Ostension/Begriff/McDowell: Bsp "Es sieht so aus wie das" - muss nicht im geringsten weniger begrifflich sein, als das, wofür es ein Grund ist. Wir können die rationale Beziehung nur in den Griff bekommen, wenn wir es begrifflich verstehen, selbst wenn nach unserer Theorie (Evans) der Inhalt nichtbegrifflich wäre.
Zirkel/Peacocke/McDowell: warum glaubt Peacocke, dass es in der Erfahrung Brücken zwischen dem Begrifflichen und dem, was sich außen befindet geben muss? Er glaubt, damit eine Zirkel vermeiden zu müssen.
Um den Besitz eines Beobachtungsbegriffs zu erklären, dürfen wir (nach Peacocke) nicht schon den Inhalt als begrifflich auffassen.
Bsp Farben: es wird dann nicht nur der Begriff "Rot" vorausgesetzt, sondern, schlimmer noch, der "Begriff des Besitzes des Begriffs "Rot"". Zirkel/McDowellVsPeacocke: das verschiebt nur das Problem.
Warum sollten wir eigentlich annehmen, dass wir immer in der Lage wären, zu erklären, was es heißt, einen Begriff zu besitzen? Bsp die neurophysiologische Bedingungen würde sich gar nicht auf das beziehen, was jemand denkt, wenn er denkt, dass etwas rot ist.(Genau das will aber Peacocke).
Zirkel/McDowell: die Erklärung für Beobachtungsbegriffe muss sich immer außerhalb des Raums der Begriffe befinden. (Auch Wittgenstein). Aber nicht "seitliche Perspektive".

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell
VsPeacockeVsPeacocke Verschiedene Vs Peacocke, Chr. I 15
"Tiefe"/Peacocke: gefährliche Zweideutigkeit: es ist wohl wahr, dass, wann immer die zusätzliche Eigenschaft präsent ist, die monokulares von binokularem Sehen unterscheidet, dass dann ein Eindruck der Tiefe vorliegt, aber Tiefe ist eine empfindungsmäßige Eigenschaft!
I 16
D.h. der Unterschied zwischen monokularem und binokularem Sehen ist eben gerade nicht rein repräsentational! (Peacocke pro: zusätzlich zu repräsentativem muss es empfindungsmäßigen Inhalt geben). Tiefe/Wahrnehmung/Begriffe/O’ShaughnessyVsPeacocke: Tiefe ist niemals eine empfindungsmäßige Eigenschaft:
Begriffe spielen eine kausale Rolle beim Zustandekommen von Tiefe:
1. jede Tiefenwahrnehmung hängt davon ab, dass man seine visuellen Tiefenempfindung ansieht als Beitrag zur Farbe von physikalischen Objekten in irgendeiner Entfernung von einem.
2. monokulares Sehen: zwei Gesichtsfelder von Empfindungen könnten ununterscheidbar sein und dennoch dank unterschiedlicher Begriffe und unterschiedlichen Glaubens ihrer Besitzer verschiedene wahrmachende (veridical) visuelle "Tiefeneindrücke" hervorrufen.
Aber: binokulares Sehen: hier sind die dreidimensionalen Gesichtsfeldeigenschaften nicht mit verschiedenen Tiefenempfindungen zu vergleichen, zumindest nicht im Hinblick auf die dreidimensionale Verteilung der tatsächlich gesehenen Oberfläche.
PeacockeVsO’Shaughnessy: das wird zwar von den optischen Fakten bestätigt, aber er berücksichtigt nur die Strahlenbündel, die in ein einzelnes Auge fallen.
Tatsächlich ist eben monokulares Sehen für die Tiefenwahrnehmung unzureichend. Binokulares Sehen erklärt nicht nur die Tiefenempfindung, sondern auch, warum diese Eigenschaft in großen Entfernungen abnimmt.




VsPeacockeVsPeacocke Tradition Vs Peacocke, Chr. I 17/18
Übersetzung/WahrnehmungstheorieVsPeacocke: natürliche Reaktion: die Aussagen die im Konflikt mit der Adäquatheitsthese (AT) zu stehen scheinen, könnten übersetzt werden in Aussagen, die keinerlei mit der AT unverträgliche Eigenschaften hinzufügen. Bsp "um den näheren Baum abzudecken, müsste eine größere Fläche zwischen Baum und Betrachter geschoben werden, als für den entfernteren Baum".
PeacockeVsWahrnehmungstheorie/PeacockeVsAdäquatheitsthese: es ist nicht klar, wie das gegen die zweite Art Beispiel wirken sollte. Aber wirkt es gegen das erste?
Was soll die Übersetzung erklären?
1. Es könnte erklären, warum wir dasselbe räumliche Vokabular benutzen sowohl für dreidimensionale Objekte als auch für das Gesichtsfeld. das genügt auch für "über" oder "daneben".
Aber die AT braucht mehr als das! Sie braucht eine Erklärung, warum etwas größer als etwas anderes im Gesichtsfeld ist. Also:
2. Problem: als Zugang, der Bedeutungen einführt, scheint der Zugang der AT unzulänglich. Bsp Störungen im Gesichtsfeld, gekrümmte Strahlen .. + ..
Kontrafaktisches: Problem: ob ein Objekt im Gesichtsfeld eines Subjekts größer ist, ist eine Eigenschaft seiner Erfahrung in der wirklichen Welt seien kontrafaktische Umstände, wie sie wollen. Ein Zugang sollte also nur die Eigenschaften der tatsächlichen Wahrnehmung berücksichtigen.
I 19
Übersetzung/Peacocke: eine Unterscheidung zwischen akzeptablen und unakzeptablen Komponenten kann mit Kripkes Unterscheidung zwischen Fixierung des Referenten und der Bedeutung eines Ausdrucks getroffen werden: Kripke: Bsp man könnte die Referenz des Namens "Bright" dadurch fixieren, dass man fordert, dass er sich auf den Mann, der das Rad erfunden hat, beziehen soll. ((s) Evans: Bsp Julius, der Erfinder des Reißverschlusses).
Pointe: dennoch ist der Satz wahr: "es ist möglich, dass Bright niemals das Rad erfunden hat".
Peacocke: analog: die Erfahrung des Typs, dass der nähere Baum im Gesichtsfeld größer ist, stimmt damit überein, dass ein größeres Stück abgedeckt werden muss, um ihn unsichtbar zu machen.
Diese Bedingung fixiert den Typ der Erfahrung. Aber es wäre möglich, dass der Erfahrungstyp nicht der Bedingung genügt! So wie Bright nicht der Erfinder des Rades hätte sein müssen.
PeacockeVsWahrnehmungstheorie: Übersetzung: liefert keinen Zugang, der die Möglichkeit offen lässt, dass der Erfahrungstyp, der tatsächlich den Bedingungen der Übersetzung genügt, auch fehlschlagen könnte.
VsPeacockeVsPeacocke Peacocke Vs Russell, B. I 131
Bekanntschaft/Russell: Objekte der Bekanntschaft: Bsp Sinnesdaten. Sie sind dem Subjekt offensichtlich. Sinnesdaten/Russell: entsprechen den Positionen von sing Term im Satz.
Sie sind gleichzeitig reale Konstituenten des Satzes.
Und zwar ohne Gegebenheitsweise! (Ohne Intension). Rein extensionales Vorkommen von Objekten im Satz.
PeacockeVsRussell: 1. Das mag FregeVsRussell’s Kritik an seinem Begriff der Proposition mildern.
Aber es rechtfertigt Russell nicht: denn er berief sich dabei nicht auf Offensichtlichkeit für den Denkenden.
2. Physikalische Objekte, die nach Russell "die Sinnesdaten verursachen" sind also gemischt demonstrativ deskiptiv.
PeacockeVs: unser Ansatz geht dagegen davon aus, dass demonstrative Gegebenheitsweise nicht deskriptiv sind.
Aber auch Russells gemischter Ansatz ist nicht gänzlich irrelevant: wenn wir "Sinnesdaten" durch "Erfahrung" ersetzen:
PeacockeVsRussell: er hat eine plausible Bestimmung der konstitutiven Rolle mit "Inhalt" verwechselt.

I 180
Bekanntschaft/Russell: (Problems of Philosophy, 1973,S 32) "Jeder verstehbare Satz muss aus Konstituenten zusammengesetzt sein, mit denen wir bekannt sind". PeacockeVs: das hatte keine gute Presse. Problem: zu starke Nähe zu Humeschem Empirismus.
SainsburyVs: man sollte Russells Ideen möglichst ohne das Prinzip der Bekanntschaft verteidigen.
Peacocke: wenn man das Prinzip aber von unwesentlichen erkenntnistheoretischen Anhängseln befreit, ist es eine korrekte und fundamentale Bedingung für die Zuschreibung von Inhalten.
Bekanntschaft/Russell: man ist mit Sinnesdaten, einigen Objekten der unmittelbaren Erinnerung und mit Universalien und Komplexen bekannt.
Früh: der Denkende ist auch mit sich selbst bekannt.
später: Vs.
Komplex/Russell: aRb. Bekanntschaft/PeacockeVsRussell: er hatte eine korrekten Grundvorstellung von Bekanntschaft, aber ein falsche von ihrer Extension (von den Dingen, die unter sie fallen).
Das hervorstechende Merkmal ist der Gedanke der Relation. Man hat mit dem Gegenstand selbst zu tun und nicht mit einem Stellvertreter.
I 182
Def Prinzip der Bekanntschaft/PeacockeVsRussell: These: Rekonstruktion, reformuliertes Prinzip der Bekanntschaft: Der Denkende ist bekannt mit einem Objekt wenn es eine Gegebenheitsweise (innerhalb seines Begriffsrepertoires) gibt, die vom Prinzip der Sensitivität beherrscht wird und er in einem geeigneten gegenwärtigen psychologischen Zustand ist, den er braucht, um an das Objekt unter dieser Gegebenheitsweise zu denken.
Dafür brauchen wir eine dreistellige Relation zwischen Subjekt, Objekt und Typ der Gegebenheitsweise.
Der Typ der Gegebenheitsweise (z.B. visuelle oder aurale Wahrnehmung) greift das Objekt heraus.
"Herausgreifen" ist hier neutral in Bezug darauf, ob das Objekt eine "Konstituente der Gedanken" sein soll oder nicht.
Das bewahrt zwei Merkmale von Russells Konzept:
1. Durch Bekanntschaft ist das Subjekt in der Lage, in einer bestimmten Weise über das Objekt zu denken und zwar wegen der Relation, die er zu ihm hat.
2. Das Konzept des psychologischen Zustands mag das erhalten, was Russell meinte, als er von Bekanntschaft als Relation der Präsentation sprach.
Konstituente/Gedanken/Russell: dieser meinte, Objekte kämen regelrecht als Bestandteile des Gedankens vor!
PeacockeVsRussell: wir werden das interpretieren als ein Objekt, das einen Typ einer Gegebenheitsweise angibt (indexing).
Wir erlauben einem Objekt nicht als Bestandteil eines Gedankens vorzukommen nur weil es die einzige Komponente des Gedankens ist, die einer sing Term Position in einem Satz entspricht, der einen Gedanken ausdrückt!
I 183
Das ist eine Neo Fregesche Theorie, weil ein Objekt nur durch die bestimmte Weise seines Gegebenseins als Bestandteil des Gedankens vorkommen kann. (Intension). (VsRussell: nicht buchstäblich Teil des Gedankens oder Satzes).

I 195
Farben/Erklärung/Peacocke: um Zirkularität zu vermeiden, dass die Farbe selbst nicht in die Erklärung einer Reaktionshandlung einbezogen werden, sondern nur ihre physikalischen Grundlagen. Anders: Bsp ’John’s Lieblingsfarbe’: welche Objekte sie haben, hängt davon ab, welche Begriffe φ so sind, dass φ das Subjekt urteilt, ’John’s Lieblingsfarbe ist φ’ zusammen mit Gedanken der Form ’t ist φ’. (Sonderzeichen)
Analog: bestimmte Kennzeichnung: Bsp ’der reichste Mann’ .Identifiziert wird er durch relationale Gegebenheitsweise im Zusammenhang mit Zusatzinformationen.
Komplex/Bekanntschaft/Russell/Peacocke: Bsp ein Subjekt hat ein Erfahrungstoken mit zwei Eigenschaften:
1. Es mag im Zusammenhang mit Sensitivität für eine bestimmte DEMGW (demonstrative Gegebenheitsweise) eines Objekts erwähnt worden sein (z.B. hörbarer Ton).
2. Zur gleichen Zeit mag es ein Erfahrungstoken eines bestimmten Typs sein. Dann müssen die beiden zum Wiedererkennen zusammenfallen im Zusammenhang
I 196
mit einer Sensitivität für einen bestimmten Begriff φ im Repertoire des Subjekts. VsBekanntschaft/VsRussell/Peacocke: man kann einwenden:
Bsp Cicero starb vor langer Zeit
Bsp Arthritis ist schmerzhaft.
Solche Glaubenseinstellungen können wir zuschreiben, wenn das Subjekt die Bedeutungen der Begriffe versteht.
Dennoch: die Bereitschaft zu urteilen, dass Cicero vor langer Zeit starb, von einem psychischen Zustand abhängig, im Hinblick auf den es eine Evidenz geben muss.
Was für ein psychischer Zustand sollte das sein?
Es muss sich nicht an die Gelegenheit zu erinnern, wann es den Namen ’Cicero’ zum ersten Mal gehört hat.
Aber auch nicht: ’F starb vor langer Zeit’ , wobei ’F’ eine bestimmte Kennzeichnung ist.
Namen/Peacocke: semantische Funktion: einfach ein bestimmtes Objekt herausgreifen.
Verstehen: wenn man den Referenten des Namens in einer oder der anderen Weise identifizieren kann.
Es gibt keine bestimmte Weise, in der man an den römischen Redner denken muss, um den Namen zu verstehen.
VsBekanntschaft/VsPeacocke: das kann sogar das reformulierte Prinzip gefährden: wenn der Name das Objekt nur herausgreift, dann muss das Subjekt eine Relation zu einem Gedanken haben, der das Objekt als Konstituente enthält.
PeacockeVs: ich bestreite das letzte Konditional.
Wir müssen scharf unterscheiden zwischen
a) Glaubenssätzen, in denen der dass Satz einen Namen enthält, und
b) der Gegenwart des Referenten eines Namens als Konstituenten eines Neo-Fregeschen Gedankens. Letzterem entspricht die Relation ’Bel’.
I 196/197
Def Relation ’Bel’/Terminologie/Glauben/propositionale Einstellungen/Peacocke: ein Glaube, der den Referenten eines Namens als Konstituenten eines Neo Fregeschen Gedankens enthält: Bsp nicht nur ’NN starb vor langer Zeit’ sondern propositionale Einstellung.
((s) also nicht nur Glauben von jemand oder etwas, sondern von einem bestimmten Objekt.)
Relation Bel/Glauben/Peacocke: drei Gründe zur Unterscheidung von Glaubenssätzen:
a) wir möchten ausschließen, dass jemand einen neuen Glauben erwerben kann, einfach dadurch, dass er einen neuen Namen einführt. (Das könnte nur eine Kennzeichnung).
Bsp wenn wir den Erfinder des Rades ’Helle’ nennen wollten:
Trivialisierung: 1. es wäre trivial, dass eine solche Stipulation in einer Gemeinschaft für die Referenz genügen sollte.
2. Es geht auch nicht darum, dass wir Außenstehende eine theoretische Beschreibung der Sprache der Gemeinschaft geben können.
Man kann nicht durch linguistische Stipulation eine Relation Bel herbeiführen.
I 198
b) Pierre Bsp/Kripke/Peacocke: diese Art Problem entsteht in Fällen, wo die Sprache zu arm ist für eine Theorie für Glaubenssätze in diesem Sinn: wenn jemand einen Satz versteht, ist damit nicht eindeutig, welchen Gedanken er damit ausdrückt! (>Proposition/Wissen, >Verstehen/Peacocke). Denn die Semantik greift nur das Objekt heraus, nicht die Weise des Denkens an den Gegenstand, (Intension). Das ist anders bei reinen Indexwörtern und bestimmte Kennzeichnungen.
Bsp eine Person die sagt ’Ich bin jetzt heiß’ drückt den Gedanken aus:
^[selbst x] ^[jetzt t].
Aber dabei gibt es nichts, was ’Denken an etwas unter einem Namen’ wäre!
Pierre Bsp/Kripke/Lösung: eine vollständige Beschreibung von Pierres Situation ist ( für uns außenstehende) möglich, ohne ’London’ in Glaubenskontexte einzubetten.
Peacocke: auf der Ebene von ’Bel’ (wo der Referent selbst Teil des Glaubens ist) kann man Glaubenssätze formulieren, so dass Eigennamen gebraucht werden: ’Er glaubt, dass NN so und so ist’.
c) Wahrnehmung/Demonstrativa/Gegebenheitsweise/Peacocke: hier scheint die Gegebenheitsweise einen Reichtum zu haben, der nicht gänzlich erfasst werden muss, wenn jemand Demonstrativa gebraucht.
Der Reichtum der Erfahrung wird aber von der Relation Bel erfasst.
Damit gehen wir aber nicht bestimmte Verpflichtungen ein: Bsp ’Cicero starb vor langer Zeit’ müssen wir nicht als metalinguistisch auffassen, sondern durchaus als buchstäblich gemeint.

I 201
logische Operatoren/Quantifikation/Logik/Bekanntschaft/PeacockeVsRussell: in unserem rekonstruierten Prinzips der Bekanntschaft ist implizit die Verpflichtung enthalten, Entitäten anzuerkennen, die nur inferentiell erhalten werden können: Bsp Einzigkeitsoperatoren, andere Quantoren, Verbindungen, auch abgeleitete.
Das kann sogar auch für logische Konstanten gelten und einige Wahrheitsfunktionen und nicht nur für die Gegebenheitsweise dieser Funktionen.
RussellVs: das Prinzip der Bekanntschaft ist nicht auf logische Konstituenten von Gedanken anwendbar.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
VsPeacockeVsPeacocke Peacocke Vs Shoemaker, S. I 145
Demonstrativa/VsPeacocke: andere Extreme Sichtweise: "Sicht der abweichenden Begriffe"): nach dieser Sicht beruhen diese Urteile ("hier", "jetzt", "ich") nicht auf Identifikation,
PeacockeVsShoemaker: weil es in unserer Welt keine q-Erinnerungen gibt, die keine Erinnerungen sind und diese Tatsache teilweise konstitutiv für unseren Begriff des Selbst ist.
q-Erinnerungen/Shomaker/Parfit: in möglichen Welten der Art, wie sie von Shoemaker und Parfit beschrieben werden, hätten dann unsere Begriffe keine Anwendung, Begriffe in solchen Umständen wären andere als unsere.
I 146
Diese Sicht müsste außerdem behaupten, dass Urteile über jemandes Vergangenheit, die auf erinnerungsartigen Bildern beruhen, nichtinferentiell sind und dass es zweifelhaft ist, dass jemand, dessen nichtinferentielle Urteile keine entsprechende Sensitivität für die Kausalität haben, einen vollständigen Begriff der ersten Person hat.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
VsPeacockeVsPeacocke Peacocke Vs Tradition I 4
Wahrnehmung/Peacocke: These: Empfindungsbegriffe (Sinneswahrnehmung, Sinneseindrücke) sind unverzichtbar bei der Beschreibung jeder Wahrnehmung.
VsTradition: gegen die Auffassung, dass Empfindungen nicht im Hauptstrom zu finden sind, wenn das Subjekt sich auf seine eigene Wahrnehmung konzentrieren soll,
I 5
oder wenn Empfindungen als Nebenprodukt der Wahrnehmung auftreten. Wahrnehmung/Empfindung/Tradition/Peacocke: historisch wird unterschieden zwischen
Wahrnehmungen, (perceptual experience) die einen Inhalt haben, nämlich propositional (repräsentational) von Gegenständen der Umgebung zu handeln, die in einer bestimmten Weise erscheinen, und
Empfindungen: (sensations) die keinen solchen Inhalt haben, Bsp die Empfindung von Kleinheit (sensation of small), die nichtsdestoweniger bestimmt sein können.
Inhalt/Peacocke: gebrauche ich hier nur für den repräsentationalen Inhalt von Wahrnehmungen. Niemals für Empfindungen.
PeacockeVsTradition: früher machte man es umgekehrt und gebrauchten "Objekt" (Gegenstand) oder "Bedeutung" für repräsentationalen Inhalt.

I 10
extreme Wahrnehmungstheorie/WT/Peacocke: ist der Adäquatheitsthese (AT) verpflichtet. Denn wenn die AT falsch ist, gibt es intrinsische Eigenschaften der visuellen Wahrnehmung, die nicht durch den repräsentationalen Inhalt erfasst werden.
Vertreter: Hintikka.
Hintikka: die richtige Art, von unseren spontanen Wahrnehmungen zu sprechen ist, dasselbe Vokabular und dieselbe Syntax zu benutzen, die wir auf die Objekte der Wahrnehmung anwenden. Wir müssen nur die Information bestimmen!
Information/Hintikka: anders als hier: nicht informationelle Inhalt, sondern vom Wahrnehmungssystem gegebene Information.
I 11
extreme WT: Hauptmotivation. wenn die AT falsch ist, dann gibt es intrinsische Eigenschaften einer Erfahrung, die niemals von demjenigen gewußt werden können, der die Erfahrung macht! PeacockeVs: das mag durch folgendes oberflächlich richtig scheinende Argument gestärkt werden: wir können sagen, was für Erfahrungen jemand macht, wenn wir wissen, das seine Wünsche oder Intentionen sind. Oder wenn er so und so disponiert ist. Oder sein Verhalten:
Bsp wenn er plötzlich ausweicht, mag er ein Hindernis wahrgenommen haben.
Pointe: das kann immer nur repräsentationale Inhalte aufdecken! Also nie die intrinsischen (vielleicht empfindungsmäßigen) Anteile der Erfahrung.
Peacocke: hier muss eine Lücke sein. Das sollen drei Gegen Bsp zeigen. (s.u.).
Wahrnehmung/Peacocke: ist immer differenzierter als die Wahrnehmungsbegriffe!
Qualia/Kriterium/Goodman: Identitätsbedingungen für Qualia: > N. Goodman, The Structure of Appearance, 1951 p. 290
extreme Wahrnehmungstheorie/Peacocke: behauptet, dass die intrinsischen Eigenschaften einer visuelle Erfahrung ausgeschöpft werden in der Bestimmung des repräsentationalen Inhalts zusammen mit einer weitergehenden Bestimmung der dort erwähnten Eigenschaften.
PeacockeVsWahrnehmungstheorie: drei Gegen Bsp:
1. Bsp Straße, die schnurgerade zum Horizont läuft, an der zwei Bäume stehen. Wir nehmen die Bäume als verschieden groß wahr, wissen aber (oder nehmen an), dass sie gleich groß und verschieden weit entfernt sind.
Beide Versionen sind gleichermaßen Eigenschaft der Erfahrung selbst! Dazu braucht man auch keine Begriffe wie Wahrnehmungsfeld (Gesichtsfeld), das mehr oder weniger von dem Baum ausgeschnitten wird. Man hat einfach die Erfahrung.
VsAT: keine wahrmachende Erfahrung kann den einen Baum als größer und weiter entfernt oder den anderen als kleiner und näher repräsentieren.
Problem der zusätzlichen Charakterisierung. DF hinzugefügtes Zweites oder Drittes.
VsWT: die Herausforderung für den Wahrnehmungstheoretiker ist, dass er an der AT (sämtliche intrinsische Charakterisierung durch "erscheint dem Subjekt, dass.." gegeben) festhalten muss, auch wenn er diese Tatsachen über die Größe von Bäumen zugeben muss.
I 13
2. zusätzliche Charakterisierung: kann sogar variieren, wenn der repräsentationale Inhalt konstant bleibt: Bsp Sehen mit einem geschlossenen Auge oder mit beiden Augen geöffnet: der Unterschied in der Wahrnehmung ist unabhängig von den Doppelbildern der binokularen Wahrnehmung.
I 14
Tiefenwahrnehmung/Peacocke: a) es wäre unvereinbar mit unserer Auffassung zu sagen, dass es eine zusätzliche Weise gibt, in der die Tiefe repräsentiert wird, wobei diese zusätzliche Eigenschaft rein repräsentational wäre.
b) der Unterschied zwischen monokularem und binokularem Sehen ist sowohl repräsentational als auch empfindungsmäßig. (Peacocke pro).
Vs a): hier wäre es undenkbar dass es Fälle gibt, wo die angebliche empfindungsmäßige Eigenschaft vorhanden ist, aber die Repräsentation bestimmte Objekte hinter anderen in der Umgebung nicht vorhanden wäre.
pro b) : nach dieser Version ist das denkbar.
I 15
Peacocke: und es ist auch denkbar. Bsp TVSS: ein System, das Blinden Informationen aus einer TV Kamera auf den Rücken "schreibt": Vorstellung von Tiefe und räumliche Empfindung. Intrinsisch! "Tiefe"/Peacocke: gefährliche Zweideutigkeit: es ist wohl wahr, dass, wann immer die zusätzliche Eigenschaft präsent ist, die monokulares von binokularem Sehen unterscheidet, dass dann ein Eindruck der Tiefe vorliegt, aber Tiefe ist eine empfindungsmäßige Eigenschaft!
I 16
D.h. der Unterschied zwischen monokularem und binokularem Sehen ist eben gerade nicht rein repräsentational! (Peacocke pro: zusätzlich zu repräsentativem muss es empfindungsmäßigen Inhalt geben). Tiefe/Wahrnehmung/Begriffe/O’ ShaughnessyVsPeacocke: Tiefe ist niemals eine empfindungsmäßige Eigenschaft:
Begriffe spielen eine kausale Rolle beim Zustandekommen von Tiefe:
1. jede Tiefenwahrnehmung hängt davon ab, dass man seine visuellen Tiefenempfindung ansieht als Beitrag zur Farbe von physikalischen Objekten in irgendeiner Entfernung von einem.
2. monokulares Sehen: zwei Gesichtsfelder von Empfindungen könnten ununterscheidbar sein und dennoch dank unterschiedlicher Begriffe und unterschiedlichen Glaubens ihrer Besitzer verschiedene wahrmachende (veridical) visuelle "Tiefeneindrücke" hervorrufen.
Aber: binokulares Sehen: hier sind die dreidimensionalen Gesichtsfeldeigenschaften nicht mit verschiedenen Tiefenempfindungen zu vergleichen, zumindest nicht im Hinblick auf die dreidimensionale Verteilung der tatsächlich gesehenen Oberfläche
PeacockeVsO’Shaughnessy: das wird zwar von den optischen Fakten bestätigt, aber er berücksichtigt nur die Strahlenbündel, die in ein einzelnes Auge fallen!
Tatsächlich ist eben monokulares Sehen für die Tiefenwahrnehmung unzureichend. Binokulares Sehen erklärt nicht nur die Tiefenempfindung, sondern auch, warum diese Eigenschaft in großen Entfernungen abnimmt.
PeacockeVsWahrnehmungstheorie:
3. Bsp umkippender Aspekt, Drahtwürfel, (Kippwürfel) zuerst mit einem Auge gesehen, dann, ohne irgendeine Änderung des Würfels mit vertauschter Vorder und Hinterseite:
Wittgenstein: "Ich sehe, dass es sich nicht geändert hat“!.
Peacocke: ein weiteres Beispiel nichtrepräsentationaler Gleichheiten zwischen Erfahrungen.
Das Problem für den extremen Wahrnehmungstheoretiker ist zu erklären, wie diese nichtrepräsentationalen Gleichheiten bestehen können, ohne die Adäquatheitsthese (AT) aufzugeben.
Er könnte einfach eine neue Klassifikation von Seherfahrung einführen,
I 17
die sich auf etwas vor dem Ereignis der Erfahrung bezieht, z.B., dass sich die Umgebung nicht verändert hat. PeacockeVs: aber das beruht doch auf dem Charakter aufeinanderfolgender Erfahrungen! Dann müssten wir immer noch sagen, von welchen Eigenschaften dieser Erfahrungen diese "neue Eigenschaft (Klassifikation)" beruht. Es funktionier auch nicht bei Gedächtnisverlust oder längerem Abstand zwischen zwei Erfahrungen: denn hier braucht es nicht die Empfindung, dass die Szene sich nicht geändert hat.
Es erklärt auch nicht die übereinstimmenden nichtrepräsentationalen Erfahrungen zweier verschiedener Subjekte, die beide die jeweils andere Seite des Würfels vorne sehen.
Hase Enten Kopf/H E Kopf/Peacocke: warum benutze ich nicht ihn als Beispiel? Weil es hier nichts gibt, was zuerst als Hase und dann als Ente gesehen wird, sondern eher als Repräsentation eines Hasen, dann als Repräsentation einer Ente, wobei sich am Liniengeflecht nichts ändert!
So kann dieses Beispiel nicht erklären, dass es nichtrepräsentationale Gleichheiten zwischen Erfahrungen geben kann. Denn jemand, der diese leugnet, kann einfach sagen, dass die Komponente des repräsentationalen Inhalts, die die Linien betrifft, konstant bleibt, und so die Gleichheit erklärt.
Bsp Drahtwürfel (Kippwürfel): hier ist diese Erklärung nicht möglich: denn das Liniengeflecht sieht nachher überhaupt nicht mehr so aus wie vorher!
I 17/18
Übersetzung/WahrnehmungstheorieVsPeacocke: natürliche Reaktion: die Aussagen die im Konflikt mit der AT zu stehen scheinen, könnten übersetzt werden in Aussagen, die keinerlei mit der AT unverträgliche Eigenschaften hinzufügen. Bsp "um den näheren Baum abzudecken, müsste eine größere Fläche zwischen Baum und Betrachter geschoben werden, als für den entfernteren Baum".
PeacockeVsWahrnehmungstheorie/PeacockeVsAdäquatheitsthese: es ist nicht klar, wie das gegen die zweite Art Beispiel wirken sollte. Aber wirkt es gegen das erste?
Was soll die Übersetzung erklären?
1. Es könnte erklären, warum wir dasselbe räumliche Vokabular benutzen sowohl für dreidimensionale Objekte als auch für das Gesichtsfeld. das genügt auch für "über" oder "daneben".
Aber die AT braucht mehr als das! Sie braucht eine Erklärung, warum etwas größer als etwas anderes im Gesichtsfeld ist. Also:
2. Problem: als Zugang, der Bedeutungen einführt, scheint der Zugang der AT unzulänglich. Bsp Störungen im Gesichtsfeld, gekrümmte Strahlen .. + ..
Kontrafaktisches: Problem: ob ein Objekt im Gesichtsfeld eines Subjekts größer ist, ist eine Eigenschaft seiner Erfahrung in der wirklichen Welt seien kontrafaktische Umstände, wie sie wollen. Ein Zugang sollte also nur die Eigenschaften der tatsächlichen Wahrnehmung berücksichtigen.
I 19
Übersetzung/Peacocke: eine Unterscheidung zwischen akzeptablen und unakzeptablen Komponenten kann mit Kripkes Unterscheidung zwischen Fixierung des Referenten und der Bedeutung eines Ausdrucks getroffen werden: Kripke: Bsp man könnte die Referenz des Namens "Bright" dadurch fixieren, dass man fordert, dass er sich auf den Mann, der das Rad erfunden hat, beziehen soll. ((s) Evans: Bsp Julius, der Erfinder des Reißverschlusses).
Pointe: dennoch ist der Satz wahr: "es ist möglich, dass Bright niemals das Rad erfunden hat".
Peacocke: analog: die Erfahrung des Typs, dass der nähere Baum im Gesichtsfeld größer ist, stimmt damit überein, dass ein größeres Stück abgedeckt werden muss, um ihn unsichtbar zu machen.
Diese Bedingung fixiert den Typ der Erfahrung. Aber es wäre möglich, dass der Erfahrungstyp nicht der Bedingung genügt! So wie Bright nicht der Erfinder des Rades hätte sein müssen.
PeacockeVsWahrnehmungstheorie: Übersetzung: liefert keinen Zugang, der die Möglichkeit offen lässt, dass der Erfahrungstyp, der tatsächlich den Bedingungen der Übersetzung genügt, auch fehlschlagen könnte.

I 22
empfindungsmäßige Inhalte/PeacockeVsWahrnehmungstheorie: diese Punkte betreffen das erste Gegen Bsp gegen die AT, aber sie treffen auch auf das zweite zu: dazu führen wir das gesternte Prädikat hinter* ein: es referiert in Begriffen der physikalischen Bedingungen, die normalerweise diese empfindungsmäßige Qualität hervorrufen binokulares Sehen von Objekten in verschiedener Tiefe.
ad 3.: nichtrepräsentationale Gleichheit von Erfahrungen, soll in Selbigkeit oder Gleichheit von empfindungsmäßigen Eigenschaften bestehen.
Kippfiguren: in allen Standard Fällen haben die aufeinanderfolgenden Erfahrungen dieselben gesternten Empfindungseigenschaften: nämlich solche, die durch die vorgestellte zwischengeschobene Abdeckfläche ausgedrückt werden können.
Bsp Angenommen, jemand wacht in fremder Umgebung auf: zunächst hat er einen minimalen repräsentationalen Inhalt: so nimmt er alle Gegenstände als Oberflächen mit verschiedenen Winkeln wahr.
I 23
Plötzlich rückt alles an seinen Platz und er hat einen reichen repräsentationalen Inhalt. Aber in der Szene hat sich nichts geändert in dem Sinn, in dem sich bei dem Kippwürfel etwas ändert.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Ich Nozick, R. II 111
Ich/Selbst/Eigenschaft/Tradition: These das Ich (Selbst) als Eigenschaft. Also nicht als Objekt. Das löst z.B. das Problem der Lokalisation und andere Probleme
Peacocke I 133/134
Ich/NozickVsPeacocke: These das Ich wird entworfen und synthetisiert um den Akt der reflexiven Selbstreferenz herum. Nur so können wir erklären, warum wir, wenn wir uns reflexiv auf uns selbst beziehen, wissen, daß wir selbst es sind, auf die wir uns beziehen.

Peacocke I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

Peacocke II
Christopher Peacocke
"Truth Definitions and Actual Languges"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976