Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Allgemeinheit Aristoteles Bubner I 120
Epagogé/Aristoteles/Bubner: epagogé entsteht aus der rhetorischen Übung des Beibringens von Beispielen. Hinführung. Nicht strenge Induktion im heutigen Sinn des Verhältnisses von Allaussagen und Einzelfällen. Bei Aristoteles: gibt es kein vergleichbares Subsumtionsverhältnis.
Vorwissen/Aristoteles: woher stammt das Vorwissen? Das konkrete Einzelne ist uns aus der Sinneserfahrung immer schon vertraut. Aber das Allgemeine?
Allgemeinheit/Wissen/AristotelesVsPlaton: VsAnamnesis: auch Wissen über das Allgemeine stammt aus sinnlicher Erfahrung und eben epagogé.
Wissenschaft/Aristoteles: Prinzipien als Basis können nicht Gegenstand der Wissenschaft sein. Sie entstammen der Induktion und sind aber intuitiv zu erfassen.



Gadamer I 318
Allgemeines/Aristoteles/Gadamer: Wenn das Gute für den Menschen jeweils in der Konkretion der praktischen Situation begegnet, in der er sich befindet, so muss das sittliche Wissen eben dies leisten, der konkreten Situation gleichsam anzusehen, was sie von ihm verlangt. Anders ausgedrückt, der Handelnde muss die konkrete Situation im Lichte dessen sehen, was von ihm im allgemeinen verlangt wird. Das heißt aber negativ, dass ein Wissen im allgemeinen, das sich nicht der konkreten Situation zu applizieren weiß, sinnlos bleibt, ja die konkreten Forderungen, die von der Situation ausgehen, zu verdunkeln droht. Dieser Sachverhalt, der das Wesen der sittlichen
Besinnung ausspricht, macht eine philosophische Ethik nicht nur zu einem methodisch schwierigen Problem, sondern gibt dem Problem der Methode zugleich eine moralische Relevanz. >Ethik/Aristoteles, >Wissen/Aristoteles, >Das Gute/Aristoteles, >Techne/Aristoteles, >Sich-Wissen/Aristoteles.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Begriffe Aristoteles Gadamer I 436
Begriffe/Aristoteles/Gadamer: [in der] Epagoge-Analyse(1) (...) hatte Aristoteles (...) auf die geistreichste Weise offengelassen, wie es eigentlich zur Bildung von Allgemeinbegriffen kommt. (...) er [trägt] damit dem Umstand Rechnung (...), dass die natürliche Begriffsbildung der Sprache immer schon im Gang ist. Insofern besitzt auch nach Aristoteles die sprachliche Begriffsbildung eine ganz undogmatische Freiheit, indem das, was in der Erfahrung aus dem Begegnenden als gemeinsam herausgesehen wird und so zum Allgemeinen führt, den Charakter einer bloßen Vorleistung hat, die zwar am Anfang der Wissenschaft steht, aber noch nicht Wissenschaft ist.
Beweise/Wissenschaft/AristotelesVsSpeusippos/AristotelesVsPlaton: Sofern die Wissenschaft das Zwingende des Beweises als Ideal aufstellt, muss sie über solche Verfahrensweisen hinauskommen. So hat Aristoteles die Lehre Speusipps von dem Gemeinsamen ebenso wie die dihairetische Dialektik Platos von seinem Beweisideal her kritisiert. Vgl. >Analogien/Speusippos; >Sprache/Aristoteles.


1. An. Post. B 19.


Adorno XII 50
Begriffe/Aristoteles/Diogenes Laertius/Adorno: Laut Diogenes Laertius gebraucht Aristoteles verschiedene Namen für dieselbe Sache: So nennt er Ideen auch Form (Eidos), Gattung (Genos), Muster (Paradigma) und Anfang (Prinzip, Arche).

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Common Sense Nietzsche Danto III 95
Common Sense/Nietzsche/Danto: für Nietzsche ist der common sense selbst eine Interpretation und nichts, dem Interpretationen entgegenstünden. Der common sense ist für ihn alltäglich gewordene Metaphysik, (…) ein Gespinst aus Irrtum und Irrglauben, (…) ohne die geringste Übereinstimmung mit der Wirklichkeit. Aber:
Danto III 96
NietzscheVsParmenides/NietzscheVsPlaton/Danto: Wahrheit ist die Art von Irrtum, ohne welche eine bestimmte Art von lebendigen Wesen nicht leben könnte. (F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 844). Im Interesse des Lebens sind wir gezwungen, die als common sense bewährte Menge von Überzeugungen gutzuheißen und all das zurückzuweisen, was ihr entgegensteht.


Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Dialektik Hegel Bubner I 75
Dialektik/Platon/Hegel/Bubner: wahre Dialektik ist nicht Streitsucht verschiedener wechselnder Gesichtspunkte, sondern eine notwendige Bewegung im Innern des Erfassens der Wirklichkeit. Ironie/Sokrates/Hegel/Bubner: die sokratische Methode bringe jeden selber zum Nachdenken und erzeuge so eine Distanz zur je gegebenen Unmittelbarkeit, die nicht auf willkürlichem Eingriff beruhe..
Mit ihr gelingt die Zurücknahme des subjektiven Stellungbeziehens. den Dingen selber wird Platz geschafft. Der Dogmatismus einseitiger Aspekte zerstört sich selbst. So lässt die Dialektik alles gelten, und die innere Zerstörung sich daran entwickeln.
I 76
Ironie/Friedrich Schlegel: ist so die höchste Weise des Verhaltens des Geistes. Bubner: Dialektik als" Ironie der Welt" ist dann das Gegenstück zur Selbstherrlichkeit des modernen Ich mit seiner alles zersetzenden Reflexion.
I 77
HegelVsPlaton: blieb auf halbem Wege stehen. Er bewegte sich unentschieden zwischen der subjektiven und der objektiven Dialektik, d.h. der geschmeidigen Reflexion, derer wir alle fähig sind, und der Zwangsläufigkeit im Darlegen eines Zusammenhangs der Unverträglichkeit. Das ist eine Übersetzungsaufgabe (der subjektiven in die objektive Dialektik) die durch die sokratische Ironie geleistet werden kann. "Allgemeine Ironie der Welt".

Wright I 21
Dialektik/Hegel/Marx/Wright, G. H.: das dialektische Schema der Entwicklung durch These, Antithese und Synthese ist kein kausalistisches Denkmuster. Die Hegelschen und Marxschen Konzeptionen von Gesetz und Entwicklung kommen dem näher, was wir Muster begrifflicher oder logischer Verknüpfungen nennen würden.
Wright I 154
G. H. von WrightVsMarx: Marx zeigt eine deutliche Ambivalenz zwischen einerseits einer „kausalistischen“, „szientistischen“ und andererseits einer „hermeneutisch-dialektischen“, „teleologischen“ Orientierung. Diese Ambivalenz gibt Anlass zu radikal verschiedenen Interpretationen seiner philosophischen Aussagen.
Gadamer I 471
Dialektik/Hegel/Gadamer: Das spekulative Verhältnis muss (...) in dialektische Darstellung übergehen. Das ist nach Hegel die Forderung der Philosophie. >Spekulation/Hegel, >Prädikation/Hegel. Was hier Ausdruck und Darstellung heißt, ist freilich nicht eigentlich ein beweisendes Tun, sondern die Sache selbst be-
Gadamer I 472
weist sich, indem sie sich so ausdrückt und darstellt. So wird Dialektik auch wirklich erfahren, dass dem Denken der Umschlag in sein Gegenteil als eine unbegreifliche Umkehrung widerfährt. Ausdruck: Die Dialektik ist der Ausdruck des Spekulativen, die Darstellung dessen, was im Spekulativen eigentlich darin liegt, und insofern das “wirklich“ Spekulative .
Beweis: Sofern nun aber (...) die Darstellung kein hinzukommendes Tun, sondern das Herauskommen der Sache selbst ist, gehört der philosophische Beweis selbst mit zur Sache.
Darstellung: (...) nichtsdestotrotz ist solche Darstellung in Wahrheit gar nicht äußerlich.
Sie hält sich nur dafür, solange das Denken nicht weiß, daß es sich selbst am
Ende als >Reflexion der Sache in sich erweist. Dazu stimmt, dass Hegel den Unterschied von spekulativ und dialektisch nur in der Vorrede zur Phänomenologie betont. Weil sich dieser Unterschied der Sache nach selber aufhebt wird er von Hegel später, auf dem Standpunkt des absoluten >Wissens, nicht mehr festgehalten. >Spekulation/Hegel, >Denken/Hegel.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Dialektik Platon Bubner I 34
Dialektik/Platon/Bubner: mehr als Methode, der Dialektiker verfährt mit methodischer Korrektheit, weil er sein hiesiges Lebend wachend, nicht träumend führt.
I 37
DialektikVsRhetorik/Platon/Bubner: die Kenntnis der Methode macht den Philosophen zu einem freien Menschen, während der wirkungsorientierte Redner in den Trug der Worte verstrickt ist. (VsSophisten).
I 38
Sophismus/AristotelesVsPlaton: bedient sich derselben Gründe, um auf Unvollständigkeit der Dialektik zu plädieren, gerade, weil sie es mit der intersubjektiven Redepraxis zu tun hat. Def "Topoi"/Aristoteles: vorwissenschaftliche Gemeinplätze. Die Topik macht das Einleuchtende und Erfolgversprechende am Reden namhaft.
Dialektik/Kant: der negative Ruch haftet der Dialektik bis zu Kant an. Allerdings ist der anhaftende Schein bei Kant als notwendig erkannt.
I 39
Dialektik/HegelVsKant: seine Scheu vor den Widersprüchen offenbare die Begrenztheit seines Verständnisses von Wissenschaft. Die Dialektik müsse eben zu Ende gedacht werden. Kant sei bei dem negativen Resultat stehengeblieben. HegelVsAristoteles: "spekulativer Geist der Sprache": die Einsicht in die sprachlich logische Verwurzelung der Spekulation soll ihr wieder den Rang strenger Methode sichern, den ihr gerade Aristoteles wegen ihrer Bindung an das Sprachliche aberkannt hatte.
I 111
Dialektik/Platon/Bubner: a) Wissenstheorie: die Ungeschiedenheit von wahrem Wissen und Reflexion führt zu einem ganzen Ensemble von Regeln und Strukturen. b) Dialektik bei Platon ist auch das logische Verhältnis zwischen Behauptung und Folgerung.
c) Weise der Bestimmung von Begriffen auseinander. (Auf und Abstiegsverfahren. Der späte Platon entwickelt Ansätze einer Aussagenlogik.


Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Eigenschaften Wittgenstein Hintikka I 60
Name/Eigenschaft/Relation/Wittgenstein/Hintikka: die Namen von Eigenschaften und Beziehungen sind ihrerseits Eigenschaften und Beziehungen. - Die Zahl der Namen muss dieselbe sein wie die der Gegenstände. - ((s) >Es gibt nicht genug Namen, z.B. um alle reellen Zahlen zu benennen. Problem im Zusammenhang mit Ordnungssystemen.)
I 207
Eigenschaften/Gegenstand/Wittgenstein/Hintikka: die Eigenschaften, ohne die ein Gegenstand nicht existieren könnte, dürfen in einer Beschreibung des Gegenstands nicht zugeschrieben werden.
Wittgenstein II 189
Eigenschaften/WittgensteinVsPlaton: Platon sucht nach Bestandteilen einer Mischung, so als wären die Eigenschaften Bestandteile von Dingen.
II 285
Eigenschaften/Notation/Wittgenstein: man könnte Bsp alle Gegenstände im Zimmer danach charakterisieren, wie weit sie sich von einem Stuhl unterscheiden. - Das ist keine Aussage über die Gegenstände, sondern über die Grammatik. - ((s) >Chisholm: Bsp "Gegenüber wohnen" ist keine Eigenschaft.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Einheit und Vielheit Nikolaus von Cues Gadamer I 439
Einheit und Vielheit/CusanusVsPlatonismus/Nicholaus von Kues/Gadamer: die Vielheit, in die sich der menschliche Geist entfaltet, [ist] kein bloßer Abfall von der wahren Einheit und kein Verlust seiner Heimat.
Complicatio/Cusanus: Vielmehr musste die Endlichkeit des menschlichen Geistes, so sehr dieselbe immer auf die unendliche Einheit des absoluten Seins bezogen blieb, ihre positive Legitimierung finden. Das ist im Begriff der complicatio angelegt, und von diesem Punkte aus gewinnt auch das Phänomen der Sprache einen neuen Aspekt. Es ist der menschliche Geist, der zugleich zusammenfasst und entfaltet. Die Entfaltung in die diskursive Mannigfaltigkeit ist nicht nur eine solche der Begriffe, sondern erstreckt sich bis ins Sprachliche hinein. Es ist die Vielheit möglicher Benennungen - je nach der Verschiedenheit der Sprachen -, die die begriffliche Differenzierung noch potenziert. Vgl. >Nominalismus.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Einheit und Vielheit Platon Gadamer I 461
Einheit/Vielheit/Platon/GadamerVsPlaton/Gadamer: Es war nur ein erster Schritt, den Plato vollzog, als er erkannte, dass das Wort der Sprache eines und vieles zugleich ist. Es ist Immer ein Wort, das wir einander sagen und das uns gesagt wird
Gadamer I 462
(theologisch: das “Wort Gottes“) - aber die Einheit dieses Wortes legt sich (...) je und je auseinander in artikulierte Rede. Diese Struktur des Logos und des Verbum, wie sie die platonische und augustinische Dialektik erkannt hat, ist die bloße Spiegelung seiner logischen Gehalte. >Wort/Augustinus, >Sprache/Gadamer: “Mitte der Sprache“.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Erinnerung Pinker I 153
Speicher/Pinker: Gedanken werden nicht als Ganzes gespeichert, sondern aus Begriffen zusammengesetzt.
I 157
Nicht jeder Aussage kann ein Speicherplatz zugewiesen werden: das brächte zu viel Energieverlust mit sich.
I 158
Gedächtnis/Pinker: 1. "Episodisches" oder autobiographisches Gedächtnis, 2. "Semantisches" oder Allgemeinwissens-Gedächtnis. - Die beiden Formen sind nach unterschiedlichen Mustern verdrahtet.
I 177
Gedächtnis/Pinker: nicht Lautketten, sondern abgegrenzte Wörter werden gespeichert.
I 180
PinkerVsPlaton: kein Eindruck in Wachs, kein "Widerstand". - Es gibt unauslöschliche Erinnerungen.

Pi I
St. Pinker
Wie das Denken im Kopf entsteht München 1998
Erkenntnis Augustinus Höffe I 102
Erkenntnis/AugustinusVsPlaton/Höffe: Der Sokratischen Devise «Wissen ist Tugend», die in Platons Verständnis der Philosophie als Einheit von Einsicht und Handeln eingeht, stellt Augustinus die Trennung entgegen: «Theorie» (Erkenntnis) ist nicht schon Praxis, (philosophische) Belehrung über das Richtige nicht schon Bekehrung. Oder, in nichtreligiöser Sprache formuliert, sie ist nicht schon gelebte Anerkennung. Höffe: Nun könnte diese praktizierte Anerkennung mit Aristoteles aus Vorbild und Nachahmen, Lob und Tadel und stetem Einüben erfolgen. Laut Augustinus bedarf es aber der Hilfe Gottes, auf die man keinen Anspruch hat.
Ethik Aristoteles Gadamer I 317
Ethik/Aristoteles/Gadamer: [Aristoteles geht es um] die richtige Bemessung der Rolle, die die Vernunft im sittlichen Handeln zu spielen hat. [Das ist das Problem des Verhältnisses des Allgemeinen und des Besonderen.] Gadamer: (...) was uns hier interessiert, [ist], dass es sich da um Vernunft und um Wissen handelt, die nicht von einem gewordenen Sein abgelöst sind, sondern von diesem her bestimmt und für dieses bestimmend sind.
AristotelesVsSokrates/AristotelesVsPlaton: Durch seine Einschränkung des sokratisch-platonischen
„Intellektualismus“ in der Frage nach dem Guten wird Aristoteles bekanntlich zum Begründer der Ethik als einer gegenüber der Metaphysik selbständigen Disziplin. Indem er die platonische Idee des Guten als eine leere Allgemeinheit kritisiert, setzt er ihr die Frage nach dem menschlich Guten,
dem für das menschliche Handeln Guten, entgegen.
In der Richtung dieser Kritik erweist sich die Gleichsetzung von Tugend und Wissen, von „Arete“
und „Logos“ wie sie der sokratisch-platonischen Tugendlehre zugrunde liegt, als eine Übertreibung. Aristoteles bringt sie auf das richtige Maß zurück, indem er als das tragende Element des sittlichen Wissens des Menschen die orexis, das „Streben“ und dessen Ausformung zu einer festen
Haltung (hexis) aufweist, Der Begriff der Ethik trägt schon im Namen den Bezug auf diese aristotelische Grundlegung der „Arete“ in Übung und“Ethos“. >Mensch/Aristoteles.
Gadamer I 318
(...)Aristoteles [stellt] „Ethos“ der “Physis“ gegenüber als einen Bereich, in dem zwar nicht Regellosigkeit herrscht, der aber nicht die Gesetzmäßigkeit der Natur kennt, sondern die Wandelbarkeit und begrenzte Regelhaftigkeit menschlicher Satzung und menschlicher Verhaltungsweisen. >Wissen/Aristoteles, >Mensch/Aristoteles.
Gadamer I 319
Wissen/Aristoteles bleibt insofern Sokratiker, dass er das Wissen als ein Wesensmoment des sittlichen Seins festhält (...).

1. Eth. Nic. A4. (Doch vgl. inzwischen meine für Bd. 7 der Ges. Werke vorgesehene
Akademieabhandlung „Die Idee des Guten zwischen Plato und Aristoteles“).



Adorno XIII 226
Mesotes/Ethik/Aristoteles/Adorno: Das Ideal des in der Mitte liegenden ist ein gesamtgriechisches Ideal. Man finde es in der Tugendlehre des Aristoteles formuliert, Bsp die Tapferkeit als Mittleres zwischen der Feigheit und der Tollkühnheit. Allgemein formuliert ist das in der Kategorie der Mesotes, des mittleren Maßes. Als ethisches Ideal taucht es in der Apathia, dem Zustand der Apathie wieder auf, in dem man überhaupt von Schmer unabhängig sein soll und Affekte nicht mehr kennt.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Form Bigelow I 51
Formen/Platon/Bigelow/Pargetter: seine Strategie ist es, eine einzige Entität zu postulieren, zusammen mit einer Vielzahl von Relationen von Individuen zu dieser Entität. ((s) Relation:. Teilhabe, Entität: Form). Dagegen: ein anderer Ansatz wäre:
VsPlaton: viele verschiede Eigenschaften statt einer variablen Relation anzunehmen, jede für eine Quantität: Bsp die Eigenschaft 2,0 kg Masse zu haben usw. Dieser Ansatz erleichtert vieles, was für Platon schwer zu erklären ist: er zeigt, was Gegenstände unterscheidet (während Platon eher zeigt, was sie gemeinsam haben). Und zwar, weil die verschiedenen Massen sich hier nicht überlappen.
PlatonVsVs: Problem: der neue Ansatz zeigt nicht, was die Gegenstände gemeinsam haben.
(>Determinates, determinables).


Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Gerechtigkeit Platon Höffe I 28
Gerechtigkeit/Platon/Höffe: Wegen der behaupteten Harmonie, einem politischen Eudaimonismus, zählt Platon die Gerechtigkeit (dikaiosynê) zu jener höchsten Klasse von Gütern (megista agatha)(1), die sowohl um ihrer selbst willen als auch wegen ihrer für den Handelnden nützlichen Folgen erstrebt wird.(2)
Höffe I 29
Begründung: Nur Rechtschaffene leben in wechselseitigem Vertrauen miteinander(3) und finden, weil sie Unrecht lieber erleiden als verüben, sowohl Selbstachtung als auch die Achtung derer, an denen ihnen liegt. Der Ungerechte dagegen lebt sowohl in Zwietracht mit seinen Mitmenschen als auch, da in seinem Inneren sich widersprüchliche Begierden bekriegen, in Zwietracht mit sich selbst. Platon argumentiert hier nicht moralisierend, sondern entlarvt «egoistische» Glückserwartungen als Selbsttäuschung, als Illusion.
Tyrannei: Der Extremgestalt des Ungerechten, dem Tyrannen, ergehe es allein in einer Hinsicht, der Lust, drei hoch zwei hoch drei, also 729-mal schlechter als dem Gerechten und noch «unendlich viel mehr hinsichtlich moralischer Lebensführung, Schönheit und Tugend».(4)
Problem: Die Gerechtigkeit allein reicht für das Wohlergehen nicht aus. Wegen ausufernder Begehrlichkeit braucht es zusätzlich Besonnenheit (sôphrosynê), angesichts von Gefahren Tapferkeit (andreia) und zum Zweck der Wohlberatenheit Weisheit (sophia).
Höffe I 30
(...)Platon [erkennt] das gewöhnliche Verständnis «jedem das Seine», später bekannt als «suum cuique», durchaus an, nämlich Gutes zu belohnen, Schlechtes zu bestrafen, Lasten und Vorteile fair zu verteilen.
Idiopragie/Platon: [Platon] versteht die Formel aber in einem speziellen Sinn: Jeder soll das ihm Eigentümliche, das Seine (idion) tun (prattein), nämlich das, was seiner Naturanlage entspricht. Dank dieser sogenannten Idiopragieformel verhilft die Gerechtigkeit beim Einzelnen zu einer Harmonie der Antriebskräfte, also zur personalen Gerechtigkeit, und beim Gemeinwesen zur Harmonie der Berufsgruppen bzw. Stände: politische Gerechtigkeit.
Isomorphie: Zwischen beiden herrscht eine Gleichförmigkeit, Isomorphie, weshalb die Ethik und die Politische Philosophie miteinander verzahnt werden.
Höffe I 43
Im Dialog Phaidon (...) versucht Platon mit vier Argumenten («Beweisen»), die Unsterblichkeit der Seele glaubhaft zu machen. Der Jenseitsglaube ist Platon also vertraut. HöffeVsPlaton: Trotzdem lässt sich nicht leicht entscheiden, ob der Schlussmythos vom Totengericht für den eudaimonistischen Wert der Gerechtigkeit unverzichtbar ist oder ob er nur für das Jenseits bekräftigt, was schon für das Diesseits zutrifft:
a) Ist es ein für die eudaimonistische Einschätzung des Diesseits entscheidendes Argument oder
b) nur jene wichtige Ergänzung zum Diesseitsblick, die da zeigt, wie viel schlechter es dem superlativistisch Ungerechten, dem Tyrannen, als dem Gerechten ergeht?


1. Politeia, II 366e
2. II 357b–358c
3. I 351d; ausführlicher IX 575c–576a
4. IX 587e–588a


Gaus I 310
Gerechtigkeit/Platon/Keyt/Miller: Die Herausforderung von Gyges' Ring besteht darin, zu zeigen, dass Gerechtigkeit sich auszahlt, dass sie kein notwendiges Übel, sondern ein intrinsisches Gut ist. >Gyges/Antike Philosophie. Soziale Gerechtigkeit: >Gyges/Antike Philosophie: Die Antwort erfordert eine Definition von Gerechtigkeit in der Seele, oder psyché. Anstatt sie jedoch direkt zu definieren, definiert Sokrates zunächst soziale Gerechtigkeit und konstruiert dann, ausgehend von der Analogie von Polis und Psyche, eine entsprechende Definition von psychischer Gerechtigkeit. Die Definition der sozialen Gerechtigkeit ist, wie Sokrates selbst bemerkt (Rep. IV.433a), einfach das Prinzip der natürlichen Arbeitsteilung, das eingeführt wurde, um den Ursprung der Polis zu erklären. (Nach Sokrates ist es das gegenseitige Bedürfnis, das die Polis entstehen lässt, und nicht, wie Glaukon vermutete, die Angst vor Schaden).
Keyt/Miller: Dies ist nicht das von Adam Smith und modernen Ökonomen verfochtene wirtschaftliche Prinzip, sondern eine implizit antidemokratische Affirmation der menschlichen Ungleichheit und Unformbarkeit.
Polis: Die gerechte Polis ist diejenige, in der jeder Mensch die eine Arbeit verrichtet, für die er von Natur aus geeignet ist, und keine andere: Herrscher herrschen, Krieger verteidigen und Arbeiter stellen die Polis bereit (Rep. IV .432b-434c).
Psyche: Sokrates schlussfolgert durch ein unabhängiges Argument, dass die Psyche drei Teile hat, analog zu den drei Teilen der gerechten Polis, und definiert dann, einem Prinzip der Isomorphie folgend, eine gerechte Psyche als eine Psyche mit der gleichen Struktur wie eine gerechte Polis. So bleibt in einer gerechten Psyche jedes der psychischen Elemente bei seiner eigenen Arbeit: Die Vernunft beherrscht die Psyche, der Geist oder Thymos verteidigt sie vor Beleidigung, und die Begierden sorgen für ihre körperliche Unterstützung (Rep. IV.441d-442b). Psychische Gerechtigkeit erweist sich als so etwas wie psychische Gesundheit, ein immanentes Gut, auf das niemand verzichten möchte, so dass die Herausforderung von Thrasymachus und Glaukon beantwortet wird (Rep. IV .444c-445b).
Probleme: Es gibt jedoch eine anhaltende Kontroverse über die Stichhaltigkeit der Antwort von Sokrates.
Denn es ist unklar, dass der platonisch "gerechte" Mensch gerecht im Sinne des Problems des Gyges'schen Rings ist. (>Gyges/Antike Philosophie.) Was hindert den platonisch "gerechten Menschen" daran, anderen zu schaden? (Die durch Sachs, 1963(1), angefachte Kontroverse hat eine enorme Literatur hervorgebracht. Dahl 1991(2) ist ein guter Vertreter des gegenwärtigen Stands der Debatte).


1. Sachs, David (1963) 'A fallacy in Plato's Republic'. Philosophical Review, 72: 141-58.
2. Dahl, Norman O. (1991) 'Plato's defense of justice'. Philosophy and Phenomenological Research,
51: 809-34.
Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Gut/Das Gute Aristoteles Bubner I 164
Gut/Gutes/Aristoteles/Bubner: eins der Schwierigsten Probleme: welche Rolle das Gute in seiner Metaphysik spielt, praktisches oder metaphysisches Gutes?
Metaphysik/Aristoteles/Bubner: zwei Hauptkomplexe:
1. allgemeine Seinslehre, modern: Ontologie,
2. Lehre vom höchsten Seienden, von Aristoteles selber als Theologie bezeichnet.
Problematisch ist der Zusammenhang beider.
AristotelesVsPlaton: nicht Ideen als Welterklärung sondern geschichtliche Entwicklung.
Bubner I 165
Gut/Gutes/AristotelesVsPlaton: VsIdee des Guten als Höchstes: man müsse auch Freunden gegenüber die Wahrheit wie etwas "Heiliges" höher schätzen. Mit der Idealisierung des Guten sei kein praktischer Nutzen zu erreichen.
Nikomachische Ethik: Anfangssatz: Das Gute ist nur im Horizont von Tätigkeiten aller Art präsent.
"Gut" heißt die Qualifikation von Handlungszielen, das Worumwillen.

Praxis/Aristoteles: Kein Handeln erfolgt um seiner selbst willen, mit Ausnahme des Spiels.
(s) Dann ist der Sieg ein Schritt aus dem Spiel heraus.
Aristoteles: andernfalls würden die Ziele allein aufgrund ihrer Pluralität durch Konkurrenz, Blockaden, unentscheidbare Alternativen usw. den Fluß der Praxis behindern. Es wird eine Ordnung nötig.
Kein Worumwillen steht isoliert, sondern verweist auf ein größeres. Die Hierarchie verliefe allerdings ins Leere, gäbe es nicht ein höchstes Gut, das seinerseits noch praktisch realisierbar ist.
Bubner I 166
Höchstes Gut/Aristoteles: die Einheit eines gelungenen Lebens. Alle Handelnden stimmen darin überein, denn alle wollen glücklich werden. Freilich wird das unterschiedlich interpretiert.
Lust, Ehre, Geld sind Außenbestimmungen.
Die souveräne Form hingegen liegt in der philosophischen Lebensführung, d.h. in aufgeklärter selbstreflexiver Praxis.
Damit gilt das von Platon aufgeworfene Problem des obersten Wissens, das die Herrschaft des Philosophenkönigs legitimiert, als erledigt.



Gadamer I 318
Das Gute/Aristoteles/Gadamer: Aristoteles betont gegenüber der durch die platonische Ideenlehre bestimmten Lehre vom Guten, daß es sich in „praktischer Philosophie“ nicht um Genauigkeit höchsten Ranges handeln kann, wie sie der Mathematiker leistet. Eine solche Genauigkeitsforderung wäre vielmehr fehl am Platze. Es gilt lediglich, die Dinge im Umriss sichtbar zu machen und durch diese Zeichnung des Umrisses dem sittlichen Bewusstsein eine gewisse Hilfe zu leisten(1). Aber wie solche Hilfe möglich sein soll, ist bereits ein moralisches Problem. Denn offenbar gehört es zu den Wesensmerkmalen des sittlichen Phänomens, dass der Handelnde selber wissen und entscheiden muss und sich durch nichts dies abnehmen lassen kann. Für den richtigen Ansatz einer philosophischen Ethik ist also entscheidend, dass sie sich nicht an die Stelle des sittlichen Bewusstseins drängt und doch auch nicht eine rein theoretische, „historische“ Kunde sucht, sondern durch die umrisshafte Klärung der Phänomene dem sittlichen Bewusstsein zur Klarheit über sich selbst verhilft. >Ethik/Aristoteles.
Wissen/Kennen/Aristoteles: [Der Mensch] (...) muss selbst schon durch Ausübung und Erziehung eine Haltung in sich ausgebildet haben, die in den konkreten Situationen seines Lebens
Gadamer I 319
festzuhalten und durch das rechte Verhalten zu bewähren sein ständiges Anliegen bleibt.(2)

1. Aristoteles, Eth. Nic, A 7 u. B 2
2. Das Schlusskapitel der Nikomachischen Ethik gibt dieser Forderung breitesten Ausdruck und begründet damit den Übergang in die Fragestellung der „Politik“.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Gut/Das Gute Hegel Bubner I 182
Gut/Gute/Hegel/Bubner: der ganze Gedankengang (z.B. der Enzyklopädie) läuft darauf hinaus, dass am Ende die "sich selbst wissende Vernunft" steht, die den Namen des Absoluten verdient, als sie die Totalvermittlung von Wirklichkeit und Wissen darstellt, der nichts äußerlich bleibt. Identität von Ziel und Prozess. Umdeutung der klassischen Idee des Guten unter dem Rubrum der Idee des "Erkennens", die einerseits zwischen dem "Leben" und der "absoluten Idee" andererseits untergebracht ist.
I 184
Def Leben/Hegel: meint die Wirklichkeit von Individuum, Lebensprozess und Gattung so kann "der Logik ihr Gebiet überschritten werden scheinen". Erkennen/Hegel: in der Mitte zwischen realitätsgesättigtem Leben und transparenter Methode liegt die "Idee des Erkennens", die ihrerseits in die
Idee des Wahren" und die
"Idee des Guten" zerfällt.
Hier gibt es statt des üblichen Dreischritts der Hegelschen Dialektik jedoch nur den Zweischritt: wegen des elementaren Subjekt/Objekt Verhältnisses.
Dem subjektiven, theoretischen Begriff des Guten, im Wissen, tritt die "Idee des Guten" im praktischen Handeln entgegen.
Subjekt/Objekt/Hegel/Bubner: unter dem Titel des Erkennens bestimmt Hegel das S/O Verhältnis nach zwei Seiten: Theorie und Praxis. (Nach dem Vorbild AristotelesVsPlatons Trennung des Empirischen und Ideellen). Auch HegelVsKant: "radikale Trennung der Vernunft von der Erfahrung".
I 185
Subjekt/Objekt/Antike/Bubner: davon hat die ganze Antike, und mit ihr Aristoteles gar nichts gewusst!
I 186
Gut/Hegel: die Wahrheit einer in die Wirklichkeit eingepflanzten Zwecksetzung muss über die Handlungsperspektive hinaus als "das Gute" bestimmt werden: Objektivität, "Vernünftigkeit der Welt." Die Endlichkeit unserer Alltagsziele deren Pluralität und mögliche Kollision, sowie ihr postulatorischer Status im Sollen sind bloß als Ausdruck der "Unausgeführtheit" des Guten zu werten.
Das ausgeführte Gute wäre die Aufhebung des Andersseins.
Damit verschwindet auch das inadäquate Subjekt/Objekt Verhältnis, in dessen Zeichen der Metaphysische Gehalt erörtert wurde.
metaphysischer Gehalt/Hegel: dieser muss nun "freie, allgemeine Identität mit sich selbst" genannt werden. Damit ist die dialektische Genese über die Idee des Wahren und die Idee des Guten als abgelegt.
Damit ist das, was "in seinem Anderen seine eigene Objektivität zum Gegenstand hat" die Einheit in der Entzweiung als Aufbauprinzip aller Wirklichkeit.
Nach gelungener Vermittlung haftet ihr nichts mehr von hin und herlaufender Reflexionsarbeit an.
I 187
Parallele zu Aristoteles: Göttliches ewiges Leben aufgrund rein vernünftiger Selbstbetätigung. Gut/Hegel/Bubner: für ihn ist das Gute ein Hilfsausdruck!

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Gut/Das Gute Platon Bubner I 25
Gut/Gutes/Platon/Bubner: ohne aristotelische Brille wirkt das Gute bei Platon weniger farblos: Warum hat die oberste Idee das Gute zum Inhalt?
I 32
Gut/Ideen/Staat/Platon: die Idee des Guten lässt sich nur in Gleichnissen spiegeln. Alle Ideen geben einen bestimmten Sachgehalt in seiner Wahrheit zu erkennen. So entsteht keineswegs eine Hierarchie. Sie entsteht erst, wenn nicht Wahrheit, sondern die Idee des Guten in den Blick tritt. (Als Fluchtpunkt allen Wissens).
I 33
Damit ergibt sich aber kein Regress in Metaebenen (wo das Unthematisierte zum Thema wird) noch handelt es sich um die Aufforderung zur Selbstreflexion. Im Staat geht es aber nicht um irgendein Seinsprinzip, sondern um den Sinn von Theorie im Ganzen. Das verlangt aber mehr als eine bloße Steigerung von Theorie auf Prinzipienerkenntnis.
I 35
Zammenfassung: die Idee des Guten muss wörtlich verstanden werden. Die gleichnishafte Einkleidung verweist nicht auf eine ontologische Geheimlehre. Der Philosoph, der mit dieser Frage nach Sinn und Zweck der Theorie die Möglichkeiten der Theorie selber relativiert, wird zum Dialektiker. (Dialektik).
I 166
Def Eudaimonia/Platon: das "menschliche Gute", dessen Untersuchung zur Politik zählt. Den Gipfel des Wissens erlangt nur der, dem im politischen Zusammenleben die oberste Funktion zuerkannt wird. Denn er weiß genau, was alle Handelnden anstreben, aber selbst nur vage zu erkennen vermögen.
I 167
Praxis/Platon: "das Seinige tun" heißt seine Formel für jedermanns Rolle im Staat, die vermag aber jeder nur im Zusammenhang des Ganzen zu erfüllen ohne das Ganze zu überblicken.


Gadamer I 317
Gut/Das Gute/Platon/Gadamer: AristotelesVsPlaton: Durch seine Einschränkung des sokratisch-platonischen „Intellektualismus“ in der Frage nach dem Guten wird Aristoteles bekanntlich zum Begründer der Ethik als einer gegenüber der Metaphysik selbständigen Disziplin. Indem er die platonische Idee des Guten als eine leere Allgemeinheit kritisiert, setzt er ihr die Frage nach dem menschlich Guten, dem für das menschliche Handeln Guten, entgegen. >Allgemeines/Aristoteles. In der Richtung dieser Kritik erweist sich die Gleichsetzung von Tugend und Wissen, von „Arete“
und „Logos“ wie sie der sokratisch-platonischen Tugendlehre zugrunde liegt, als eine Übertreibung. Aristoteles bringt sie auf das richtige Maß zurück, indem er als das tragende Element des sittlichen Wissens des Menschen die orexis, das „Streben“ und dessen Ausformung zu einer festen
Haltung (hexis) aufweist, Der Begriff der Ethik trägt schon im Namen den Bezug auf diese aristotelische Grundlegung der „Arete“ in Übung und“Ethos“.
Gadamer I 318
Ideenlehre/AristotelesVsPlaton: Aristoteles betont gegenüber der durch die platonische Ideenlehre bestimmten Lehre vom Guten, dass es sich in „praktischer Philosophie“ nicht um Genauigkeit höchsten Ranges handeln kann, wie sie der Mathematiker leistet. >Ethik/Aristoteles, >Das Gute/Aristoteles.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Gut/Das Gute Sokrates Gadamer I 317
Gut/Das Gute/Sokrates/Gadamer: AristotelesVsPlaton: Durch seine Einschränkung des sokratisch-platonischen „Intellektualismus“ in der Frage nach dem Guten wird Aristoteles bekanntlich zum Begründer der Ethik als einer gegenüber der Metaphysik selbständigen Disziplin. Indem er die platonische Idee des Guten als eine leere Allgemeinheit kritisiert, setzt er ihr die Frage nach dem menschlich Guten, dem für das menschliche Handeln Guten, entgegen. >Allgemeines/Aristoteles. In der Richtung dieser Kritik erweist sich die Gleichsetzung von Tugend und Wissen, von „Arete“
und „Logos“ wie sie der sokratisch-platonischen Tugendlehre zugrunde liegt, als eine Übertreibung. Aristoteles bringt sie auf das richtige Maß zurück, indem er als das tragende Element des sittlichen Wissens des Menschen die orexis, das „Streben“ und dessen Ausformung zu einer festen
Haltung (hexis) aufweist, Der Begriff der Ethik trägt schon im Namen den Bezug auf diese aristotelische Grundlegung der „Arete“ in Übung und“Ethos“.
Gadamer I 318
Ideenlehre/AristotelesVsPlaton: Aristoteles betont gegenüber der durch die platonische Ideenlehre bestimmten Lehre vom Guten, dass es sich in „praktischer Philosophie“ nicht um Genauigkeit höchsten Ranges handeln kann, wie sie der Mathematiker leistet. >Ethik/Aristoteles, >Das Gute/Aristoteles.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Herrschaft al-Farabi Höffe I 126
Herrschaft/al-Farabi/Höffe: Wie es im hierarchisch gegliederten Körper ein leitendes, zugleich vollkommenes Organ gibt, so braucht ein Gemeinwesen einen vorzüglichen Regenten, der seiner angeborenen Natur nach zur Herrschaft zu der auch die Gabe der Prophetie gehört. >Gemeinschaft/al-Farabi. Der ideale Herrscher zeichnet sich (...) durch eine Doppelqualifikation aus, durch die Einheit von Philosophie und Prophetie, die an Mohammed qua Regenten des Stadtstaates Medina denken lässt, auch wenn ihn al-Fārābī hier nicht nennt.(1) Der vorzügliche Herrscher muss außerdem ein guter Redner sein, der zu überzeugen versteht, worin der Vorrang vor autoritären Befehlen anklingt.
Al-FarabiVsPlaton: zwei Unterschiede:
a) Während Mohammed die Herrschaft von Medina bereitwillig übernahm, also ein «natürliches» Machtinteresse besaß, fehlt dieses bei Platon, denn dessen
Höffe I 127
Philosophen müssen, weil sie lieber philosophieren als herrschen, zur Herrschaft gezwungen werden. b) Sokrates [ist] ein bloßer Philosoph, der sich zwar laut Symposion von einer Priesterin, Diotima, belehren lässt, seine Lehre aber nicht als eine dem Selbstdenken und der Kritik enthobene Offenbarung ausgibt. >Staat/al-Farabi.
Herrscher: Herrschaft [wird] nicht vererbt, da nicht der Sohn, sondern der Fähigste regieren soll.


1. al-Farabi, Vortrefflicher Staat
Idealismus Kant Strawson V 211
Transzendentaler Idealismus/StrawsonVsKant: nicht-empirisches Wissen/Kant: geometrisches Wissen - aber erst, wenn die Analytik abgeschlossen ist. - StrawsonVs: diese Prämisse leistet nicht mehr als die Definition der zu erforschenden Bedingungen - d.h. diese hängen dann gar nicht vom transzendentalen Idealismus ab. - Und wenn die Prämisse nicht von ihm abhängt, dann der Beweis auch nicht - und damit auch das ganze nicht-empirische Wissen nicht. - Pointe: dann ist es nicht notwendig, sich auf die Lehre zu berufen, dass das, was wir als Gegenstände wahrnehmen, in Wirklichkeit gar keine derartigen Gegenstände seien.
Stra V 213
Def Phänomenalistischer Idealismus: die Behauptung, der zufolge physikalische Dinge nichts sind unabhängig von unseren Wahrnehmungen. - Def problematischer Idealismus: behauptet, dass die Annahme äußerer Gegenstände nur eine Schlussfolgerung aus innerer Wahrnehmung sei. - KantVs: das setzt voraus was falsch ist, nämlich dass Körper unabhängig von unserer Wahrnehmung existieren - was falsch ist, ist der transzendentale Idealismus. (KantVsTranszendentaler Idealismus)
Stra V 222
Transzendentaler Idealismus/Kant: behauptet, er sei ein empirischer Realismus. Selbstbewusstsein muss ein Bewusstsein von bestimmten bewusstseins-unabhängigen Gegenständen einschließen. StrawsonVsKant: das ist sicherlich ein dualistischer Realismus - dieser Dualismus stellt das "unser" in Frage.

Stroud I 129f
Def Dogmatischer Idealismus/Kant/Stroud: die These dass es außer mir keine Welt gibt - KantVs: das wäre eine Aussage über die Welt, die wir untersuchen wollen: das ist absurd.
I 130
Def Problematischer Idealismus: These: dass die von uns unabhängige Welt unwissbar sei. - KantVs: das missdeutet unsere aktuale Situation in der Welt.
Adorno XIII 58
Transzendentaler Idealismus/Kant/Adorno: Kant ist transzendentaler Idealist in dem Sinn, dass er glaubt, dass die Urteile, die wir als gültige Urteile über die empirische Welt fällen können, konstituiert seien durch ursprüngliche Formen unseres Bewusstseins, dass aber dann die so einmal konstituierte Welt als eine je schon konstituierte, in der wir leben, eben die Welt ist, die den Gegenstand unserer Erfahrungen bildet; von deren empirischer Realität dürfen wir deshalb überzeugt sein, weil die Organisationsformen, durch die wir sie transzendental (…) stiften, ihrerseits sich immer auf ein Material beziehen müssen, das selber aus der Erfahrung stammt. KantVsPlaton/Adorno: darin steckt eine Kritik der (Platonischen) Ideen. In diesem Sinn ist er einer der großen Vollstrecker der gesamtnominalistischen Tradition der neueren Aufklärung.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Idealismus Nietzsche Ries II 27
Idealismus/NietzscheVsIdealismus/NietzscheVsSokrates, VsPlaton: Vs Gleichsetzung Vernunft = Sein.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990
Ideen Aristoteles Adorno XII 51
Idee Aristoteles/Diogenes Laertius/Adorno: Von der Idee sagt Aristoteles, sie sei weder bewegt noch ruhend, so sei sie auch Eines und Vieles. Begriffe/Antike/Adorno: In einer Zeit, in der das Sprachwissen noch nicht tot und lexikalisch war, legt die lebendige philosophische Terminologie den Akzent auf Verschiedenes. Die obigen Wörter alternieren alle mit dem Wort Idee bei Platon.
Idee/Platon/Adorno: in der Platonischen Idee sind alle diese Momente als unterschiedene tatsächlich enthalten.



Höffe I 52
Ideen/Aristoteles/VsPlaton/Höffe: Aristoteles weicht von seinem «Lehrer» vor allem in zwei Dingen ab: Er verwirft Platons Ideenlehre und übt an dessen politischem Denken eine teils ausdrückliche, teils stillschweigende Kritik.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Ideen Epikur Adorno XIII 229
Ideen/EpikurVsPlaton/Epikur/Adorno: Auch das ist einer der großen Funde der Epikurischen Philosophie, obwohl wir ihn kaum so recht eindeutig auf die Quellen zurückdatieren können: er hat sich wahrscheinlich Rechenschaft darüber gegeben, und das ist wiederum sehr antiplatonisch, dass es keine Idee gibt, sie mag noch so sublim sein, in der sich nicht Spuren des Sensuellen finden. Daraus folgt auch in der Ethik das spezifisch materialistische Element des Epikur.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Ideen Schopenhauer Korfmacher Schopenhauer zur Einführung Hamburg 1994
I 55
Ideen/Schopenhauer: nicht dem Satz vom Grund unterworfen - nur durch ästhetische Anschauung zu erkennen - = Sich-Verlieren an den Gegenstand.
I 77
Idee/Schopenhauer: Mittelglied zwischen den Ansicht und Vielheit der Einzeldinge der Vorstellungswelt. - Als Objekte für ein Subjekt sind die Ideen selbst vorstellungsbedingt, als Objektivierungen des Willens bedingen sie selbst die Vorstellung. - Als unmittelbare Objektivierung haben sie mehr Realität als die Dinge der Erscheinungswelt.
I 79
Idee: frei von Kausalität - nicht Wirkung des Willens, sondern seine Erscheinung.
I 80
Oberste Idee: der Mensch.
I 84
Idee/SchopenhauerVsPlaton: weil Schopenhauer den Willen mit Kants Ding an sich gleichsetzt, können die Ideen in seinem System nicht den höchsten metaphysischen Rang einnehmen, den sie bei Platon innehaben - wie Platon: die vergänglichen Dinge sind nur durch Teilhabe an den Ideen, daher haben sie einen geringeren Grad von Wirklichkeit als diese - Ideen/Platon: Gleichheit, Größe, Einheit, Ähnlichkeit - (= erkenntnistheoretische Kategorien).
Individuen Nietzsche Danto III 173
Individuum/Gruppe/Nietzsche/Danto: gegenüber Nietzsches Auffassung vom Individuum im Frühwerk der Geburt der Tragödie, wo er eine Vorstellung davon hatte, wie das Individuum durch die Musik in einer Art von Kommunion in der Gruppe aufgehen könnte,
Danto III 174
findet man im Spätwerk davon kaum noch etwas. Nietzsche war inzwischen zu der Überzeugung gelangt, dass es im Leben ausreichend Solidarität, nicht aber genug Individualität gab. Individuum/Tradition/Danto: Hobbes und Locke (ursprünglich Platon im Glaukon) waren versucht, die Menschen für uranfängliche Individuen zu halten, aus denen sich dann Gesellschaften derart gebildet haben sollten, wie sich chemische Verbindungen vermeintlich aus Elementen oder Atomen und Molekülen gebildet haben sollten.
Soziale Beziehungen wären dann bloß äußerlich, oder wie Hobbes sagt, „künstlich“.
NietzscheVsLocke/NietzscheVsHume Danto III 175
sodass die Einzelnen nur von denjenigen Vorstellungen ein Bewusstsein entwickeln, die jeder mit jedem gemein hat. So wie der Einzelne kaum ohne Gemeinschaft überleben könnten, kann er nur schwer eine Empfindung seiner selbst als unabhängige Einheit erlangen.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Interpretation Benacerraf Field I 22
Interpretation/Benacerraf: (Benacerraf 1965)(1) Die Identifizierung von mathematischen Objekten mit anderen ist willkürlich - Bsp Zahlen mit Mengen identifizieren. - Bsp Reelle Zahlen mit Dedekindschen Schnitten, Cauchy-Folgen usw. - Es gibt keine Tatsache die darüber entscheidet, welche die richtige ist. - Field dito - Unbestimmtheit der Referenz/Field: ist kein Problem, sondern alltäglich.
Field I 25
Benacerraf geht es um Identität, nicht um Referenz - sonst könnte man ihn fälschlich mit primitiver Referenz widerlegen: "Zahlen" referiert auf Zahlen, aber nicht auf Mengen - das ist aber irrelevant. - Field I 25 BenacerraffVsPlatonismus: seine Diskussion (Benacerraf 1973)(2) ist der locus classicus zu diesem Thema. - VsBenacerraf: dieser stützt sich auf eine veraltete Kausaltheorie des Wissens.
Field I 25
BenacerrafVsPlatonismus: (Benacerraf 1973)(2): wenn mathematische Entitäten ohne Lokalisation und Interaktion sind, können wir nicht wissen, ob sie existieren. VsBenacerraf: Unverzichtbarkeitsargument (indispensability argument).

1. Benacerraf, P. What Numbers Could Not Be, The Philosophical Review 74, 1965, S. 47–73.
2. Benacerraf, P. Mathematical Truth, The Journal of Philosophy 70, 1973, S. 661–679.

Bena I
P. Benacerraf
Philosophy of Mathematics 2ed: Selected Readings Cambridge 1984

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Konzeptualismus Quine XI 136
Intuitionismus/Quine/Lauener: vergleicht er mit dem alten Konzeptualismus: Universalien sind vom Geist erschaffen.
VII (f) 125
Konzeptualismus VsPlatonismus/Quine: behandelt Klassen als Konstruktionen, nicht als Entdeckungen - Problem: Poincarés "imprädikative Definition: Def imprädikative Definition/Poincaré: die Spezifikation einer Klasse durch ein Reich von Objekten, innerhalb dessen sich diese Klasse befindet. (R3: war zur Vermeidung dieses Problems aufgestellt worden).
VII (f) 126
Klassen/Konzeptualismus/Quine: für ihn existieren Klassen nur, wenn sie aus einer geordneten Entstehung herrühren. Klassen/Konzeptualismus/Quine: erfordert nicht, dass Klassen jenseits ausdrückbarer Bedingungen der Zugehörigkeit von Elementen existieren.
Cantors Beweis: würde etwas anderes nach sich ziehen: Er appelliert nämlich an eine Klasse h derjenigen Elemente der Klasse k, die nicht Elemente der Teilklassen von k sind, auf die sie bezogen sind.
VII (f) 127
Aber so ist die Klasse h imprädikativ spezifiziert!. h ist nämlich selbst eine der Teilkassen von k. So geht ein Theorem der klassischen Mathematik beim Konzeptualismus über Bord.
dasselbe Schicksal trifft auch Cantors Beweis der Existenz überabzählbarer Unendlichkeiten.
QuineVsKonzeptualismus: das ist zwar eine begrüßenswerte Befreiung, aber es gibt Probleme mit viel grundlegenderen und wünschenswerten Theoremen der Mathematik: Bsp Der Beweis dass jede beschränkte Zahlenfolge eine obere Schranke hat.

VII (a) 14
Universalienstreit/Mittelalter/Quine: die alten Lager tauchen in der modernen Mathematik wieder auf: Realismus: Logizismus
Konzeptualismus: Intuitionismus
Nominalismus: Formalismus.
Konzeptualismus/Mittelalter/Quine: hält an Universalien fest, aber als geist abhängig.
KonzeptualismusVsReduzibilitätsaxiom: weil das Reduzibilitätsaxiom die ganze platonistische Klassenlogik wieder einführt.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Kripkes Wittgenstein Putnam V 99ff
Kripkes Wittgenstein: VsPlatonismus (Universalien) - pro Nominalismus (Vs Eigenschaften an sich). Siehe auch >Privatsprache, >Regelfolgen.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Mathematik Aristoteles Thiel I 23 ff
Mathematik/Tradition/Thiel: Aristoteles, Kant und Platon nehmen einen Gegenstand, einen Bereich der Mathematik an. Wichtiger erscheint ihnen die Frage, wie sich der Mensch dazu verhält. Unterscheidung Erfinden/Entdecken. Platon: Euthydemos: Geometer, Rechenkünstler und Astronomen sind wie Jäger, sie erforschen, was schon da ist.
I 24
AristotelesVsPlaton: dieser habe sich dem Kratylos und dem Heraklit insofern angeschlossen, als es auch nach ihm keine Wissenschaft vom Sinnlichen geben könne, da alles im Fluss sei. So sei von Gegenständen nicht mal eine Definition möglich. Platon: von den mathematischen Ggst. gibt es stets viele der gleichen Art, während die Idee jeweils immer nur eine ist.
Thiel: man wird an das viermalige Auftreten des gleichschenkligen Dreiecks im Quadrat denken dürfen.
I 25
AristotelesVsPlaton: leugnet eine von den Körperdingen unabhängige Existenz der mathematischen Gegenstände. Sie existieren an oder in Gegenständen und sind durch Abstraktion isolierbar. Mathematische Gegenstände sind. nicht selbst konkrete, wirkliche Gegenstände. Sie haben aber auch kein "abgetrenntes Sein". Jede Zahl immer nur Zahl von etwas.
Mathematik Thiel Thiel I 10
Mathematik/Gegenstand/Thiel: Der Gegenstand fällt nicht mit der Frage "Was ist Mathematik?" zusammen. Denn bei letzterem geht es über die Art zu denken.
I 13
Alte Definitionen von "Mathematik" 19. Jahrhundert: sie sei "letzten Endes" Wissenschaft von den Zahlen. Mathematik/Bolzano: sie sei die Wissenschaft von den Größen.
20. Jahrhundert Paul Lorenzen (1962) "im Wesentlichen nichts anderes als die Theorie des Unendlichen selbst." auch Weyl, 1926
Dritte Auffassung: Empiristen: sie haben Schwierigkeiten mit der Unendlichkeit. Im strengen Sinn im 20. Jahrhundert nicht mehr so vertreten. Es wird Geltung zugestanden, Gehalt freilich abgesprochen.
Thiel I 23 ff
Mathematik/Tradition/Thiel: Aristoteles, Kant und Platon nehmen einen Gegenstand, einen Bereich der Mathematik an. Wichtiger erscheint ihnen die Frage, wie sich der Mensch dazu verhält. Unterscheidung Erfinden/Entdecken. Platon: Euthydemos: Geometer, Rechenkünstler und Astronomen sind wie Jäger, sie erforschen, was schon da ist.
I 24
AristotelesVsPlaton: dieser habe sich dem Kratylos und dem Heraklit insofern angeschlossen, als es auch nach ihm keine Wissenschaft vom Sinnlichen geben könne, da alles im Fluss sei. So sei von Gegenständen nicht mal eine Definition möglich. Platon: von den mathematischen Ggst. gibt es stets viele der gleichen Art, während die Idee jeweils immer nur eine ist.
Thiel: man wird an das viermalige Auftreten des gleichschenkligen Dreiecks im Quadrat denken dürfen.
I 25
AristotelesVsPlaton: leugnet eine von den Körperdingen unabhängige Existenz der mathematischen Gegenstände. Sie existieren an oder in Gegenständen und sind durch Abstraktion isolierbar. Mathematische Gegenstände sind. nicht selbst konkrete, wirkliche Gegenstände. Sie haben aber auch kein "abgetrenntes Sein". Jede Zahl immer nur Zahl von etwas.


T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Natur Aristoteles Gaus I 312
Natur/Aristoteles/Keyt/Miller: Platon hatte bereits versucht, den protagoräischen Relativismus und Konventionalismus durch einen Appell an die Natur zu bekämpfen, aber die Natur, an die er sich berief, war entweder göttliche Vernunft (in den Gesetzen) oder ein Reich unkörperlicher und unveränderlicher Formen, die jenseits von Zeit und Raum existieren (in der Republik). (PlatonVsRelativismus, PlatonVsProtagoras: >Protagoras/Platon, >Relativismus/Protagoras). AristotelesVsPlaton: Obwohl auch Aristoteles den Relativismus durch einen Appell an die Natur bekämpfen möchte, möchte er dies tun, ohne sich auf eine übernatürliche Norm oder ein übernatürliches Wesen zu berufen: Sein Ziel ist es, sowohl den Platonismus als auch den Relativismus zu vermeiden. (...) Aristoteles bringt die Natur auf die Erde zurück, indem er sie mit dem Reich der sinnlichen Objekte und des Wandels identifiziert (Metaph. XII.l.1069a30-b2).
Natur/Aristoteles: Aristoteles' Naturbegriff wäre im Gegensatz zu dem von Platon für einen modernen Physiker oder Biologen erkennbar.
Gaus I 313
Die Natur tritt erstmals in drei grundlegenden Theoremen in Erscheinung, die das Portal zur Politik darstellen: (1) die Polis existiert von Natur aus, (2) der Mensch ist von Natur aus ein politisches Tier, und (3) die Polis ist von Natur aus vor dem Individuum (Pol. 1.2). Diese Aussagen werden als Theoreme bezeichnet, weil sie nicht einfach behauptet, sondern verteidigt werden.
Probleme: Nichts, was sie oder die sie unterstützenden Argumente betrifft, ist unumstritten. Der eigentliche Inhalt der Theoreme ist umstritten, denn es ist unklar, was "Natur" in jedem von ihnen bedeutet. Aristoteles unterscheidet mehrere Bedeutungen von "Natur" (Phys. II.1; Metaph. V .4), von denen die wichtigsten seinen vier Ursachen entsprechen (endgültig, formal, effizient und materiell); aber er verlässt sich gewöhnlich auf den Kontext, um die beabsichtigte Bedeutung eines bestimmten Vorkommens des Begriffs anzugeben. Es wurde sogar angedeutet, dass "Natur" in der Politik einen ganz anderen Sinn hat als in den physischen und metaphysischen Abhandlungen.
Fragen: Was nimmt Aristoteles stillschweigend an? Sind die Argumente gültig oder ungültig? Wie plausibel sind seine Prämissen? Die Haltbarkeit von Aristoteles' Naturalismus hängt von der Antwort auf diese Fragen ab. (Zur Kontroverse siehe Ambler, 1985(1); Keyt, 1991b(2); Depew, 1995(3); Miller, 1995(4): 27-66; und Saunders, 1995(5): 59-71).
Aristoteles' Analyse der Natur führt zu einer komplexen Behandlung der Antithese zwischen Physis und Nomos. >Nomos/Aristoteles.

Phys.: Aristoteles Physik
Pol: Aristoteles Politik
Metaph.: Aristoteles Metaphysik

1. Ambler, Wayne (1985) 'Aristotle's understanding of the naturalness of the city'. Review of Politics, 47: 163—85.
2. Keyt, David (1991b) 'Three basic theorems in Aristotle's Politics'. In David Keyt and Fred D. Miller, eds, A Companion to Aristotle's Politics. Oxford: Blackwell.
3. Depew, David J. (1995) 'Humans and other political animals in Aristotle's History of Animals'. Phronesis, 40: 159-81.
4. Miller, Fred D. (1995) Nature, Justice, and Rights in Aristotle's Politics. Oxford: Claredon.
5. Saunders, Trevor J. (1995) Aristotle Politics Books I and 11. Oxford: Clarendon.

Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Natur Dewey Suhr I 156
Natur/17.Jahrhundert/Dewey/Suhr: Das 17. Jahrhundert verbannt Ziele aus der Natur. Jetzt werden Qualitäten zu etwas Subjektiven. Natur/Neuzeit: In der Neuzeit steht Natur dem Geist nicht länger als etwas Getrenntes gegenüber. Natürliche Ziele sind etwas Wirkliches: in der ästhetischen Arbeit. Ästhetischer Genuss wird ein ebenso berechtigtes Element der Wirklichkeit. (VsPlaton).

Dew II
J. Dewey
Essays in Experimental Logic Minneola 2004

Suhr I
Martin Suhr
John Dewey zur Einführung Hamburg 1994
Natur Platon Gaus I 312
Natur/Platon/Keyt/Miller: Platon hatte bereits versucht, den protagoräischen Relativismus und Konventionalismus durch einen Appell an die Natur zu bekämpfen, aber die Natur, an die er sich berief, war entweder göttliche Vernunft (in den Gesetzen) oder ein Reich unkörperlicher und unveränderlicher Formen, die jenseits von Zeit und Raum existieren (in der Republik). (PlatonVsRelativismus, PlatonVsProtagoras: >Protagoras/Platon, >Relativismus/Protagoras). AristotelesVsPlaton: Obwohl auch Aristoteles den Relativismus durch einen Appell an die Natur bekämpfen möchte, möchte er dies tun, ohne sich auf eine übernatürliche Norm oder ein übernatürliches Wesen zu berufen: Sein Ziel ist es, sowohl den Platonismus als auch den Relativismus zu vermeiden. (...) Aristoteles bringt die Natur auf die Erde zurück, indem er sie mit dem Reich der sinnlichen Objekte und des Wandels identifiziert (Metaph. XII.l.1069a30-b2).
Natur/Aristoteles: Aristoteles' Naturbegriff wäre im Gegensatz zu dem von Platon für einen modernen Physiker oder Biologen erkennbar. >Natur/Aristoteles.


Metaph.: Aristoteles Metaphysik


Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Nominalismus Adorno XII 107
Nominalismus/Adorno: Vorgeschichte: Aristoteles Kritik an Platon. Begriff/Platon/Adorno: für Platon waren die Begriffe ein Selbständiges und Ansichseiendes und Unzerstörbares und Ewiges, nämlich die Ideen.
AristotelesVsPlaton/Adorno: diese Begriffe sollten stattdessen mit Konkretem, Faktischem vermittelt und erfüllt sein.
Kant/Adorno: dieser hat dieses kritische Motiv gegenüber der Vergegenständlichung auch auf den Gottesbegriff übertragen.


A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Nominalismus Rorty II (f) 124
Def Nominalismus/Rorty: die These, alle Wesenheiten seien nominaler Art und alle Notwendigkeiten de dicto. Keine Gegenstandsbeschreibung trifft in höherem Maße die eigentliche Natur eines Gegenstands als irgend eine andere Beschreibung.
NominalismusVsPlaton: die Natur kann nicht an ihren Gelenken zergliedert werden.
Materialistische MetaphysikVsNominalismus: diese seien Vertreter eines "sprachgebundenen Idealismus". Die Materialisten glauben nämlich, Dalton und Mendelejew hätten tatsächlich die Natur an ihren Gelenken zerlegt. (Auch Kripke). Wittgenstein bloß von Worten betört.
II (f) 125
Nominalismus: Protest gegen jede Art von Metaphysik. Von Hobbes wurde der Nominalismus irrtümlich mit dem Materialismus verknüpft. Quine bringt ihn immer noch damit in Verbindung. RortyVs: das handelt sich den Widerspruch ein, wenn sie meinen, durch Wörter für die kleinsten Materieteilchen werde die Natur in einer Weise zergliedert, in der das mit anderen Wörtern nicht gelingt! Ein widerspruchsfreier Nominalismus muss betonen, dass der Prognoseerfolg eines solchen Vokabulars für den »ontologischen Rang« ohne Bedeutung ist.
NominalismusVsHeidegger: Wörter wie "Physis" oder "Wesen" sind nicht "elementarer" als Wörter wie "Rosenkohl" oder "Fußball".
II (f) 126
Nominalismus: (wie Gadamer): sofern wir überhaupt etwas verstehen, verstehen wir es mit Hilfe einer Beschreibung, und privilegierte Beschreibungen gibt es nicht! Nominalismus: was bei den Metaphysikern Annäherung an etwas feststehendes, verborgenes ist, ist bei den Nominalisten Erfindung eines Diskurses.
Nominalismus/RortyVsQuine: teilt die Natur nicht sicherer auf und schafft genauso wenig Sicherheit darüber, welche Ontologie die wahre ist. - (Vs Verknpfüung von Nominalismus mit Materialismus).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Philosophie Wittgenstein Danto I 49
Philosophie/Wittgenstein/Danto: kann keine Sachverhalte festhalten - steht völlig außerhalb der Wissenschaft. - Sie steht im Gegensatz zur Wissenschaft. - Es gibt keine philosophischen Sachverhalte - daher können ihre Sätze nicht wahr oder falsch sein.
Danto I 51
WittgensteinVsPlaton: seine These von der wissenschaftlichen Erfassung der Formen ist genau diese Verwechslung von Wissenschaft und Philosophie.
ad Wittgenstein II 95
((s) Philosophie/Wittgenstein/(s): kein Feld konkurrierender Theorien.)

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Phronesis Aristoteles Gadamer I 27
Phronesis/AristotelesVsPlaton/Aristoteles/Gadamer: Es ist (...) ein positives, ethisches Motiv [in der Urteilskraft} wirksam, das in die römisch-stoische Lehre vom Sensus communis eingeht. Erfassung und sittliche Bewältigung der konkreten Situation erfordert eine (...) Subsumtion des Gegebenen unter das Allgemeine, d. h. den Zweck, den man verfolgt, dass das Richtige sich dadurch ergibt. Sie setzt also eine Richtung des Willens, d. h. aber ein sittliches Sein (hexis) bereits voraus. Daher ist die Phronesis nach Aristoteles eine „geistige Tugend“(1). Er sieht in ihr nicht einfach eine Fähigkeit (dynamis), sondern eine Bestimmtheit sittlichen Seins, die nicht ohne das Ganze der „ethischen Tugenden“ sein kann, wie umgekehrt diese nicht ohne sie sein können. Obwohl diese Tugend in ihrer Ausübung bewirkt, daß man das Tunliche vom Untunlichen unterscheidet, ist sie nicht einfach eine praktische Klugheit und allgemeine Findigkeit. Ihr Unterscheiden des Tunlichen und Untunlichen umfasst immer schon die Unterscheidung des Schicklichen und Unschicklichen und setzt damit eine sittliche Haltung voraus, die es seinerseits fortbildet.
Es ist dieses von Aristoteles gegen Platos „ldee des Guten“ entwickelte Motiv, auf das der Sache nach Vicos Berufung auf den Sensus communis zurückweist. >Sensus communis/Vico, >Sensus communis/Thomas.


1. Aristoteles, Eth. Nic. Z. 9, 1141b 33.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Platon Aristoteles Höffe I 53
Platon/Aristoteles/Höffe: [Aristoteles] verwirft Platons Ideenlehre und übt an dessen politischem Denken eine teils ausdrückliche, teils stillschweigende Kritik. Polis/AristotelesVsPlaton: [Aristoteles wendet sich gegen] jede nur funktionale Bestimmung der Polis.
Philosophenherrschaft/AristotelesVsPlaton: Im Unterschied zu Platons Politeia bleiben die Dichter autonom, ferner die Wirtschaft, ohnehin die Politik.
Gesellschaft: Schon Aristoteles vertritt also einen Gedanken, den die soziologische Systemtheorie erst für die Zeit nach Auflösung der sogenannten alteuropäischen Gesellschaft festzustellen glaubt: eine relative Selbständigkeit verschiedener Gesellschaftsbereiche.
AristotelesVsGleichberechtigung: Auf der anderen Seite übernimmt Aristoteles nicht Platons emanzipatorisches Element, die Gleichstellung der Frauen.
Gemeinsamkeiten mit Platon:
Staat: Auch Aristoteles [verpflichtet] den Staat auf das Glück und bestimmt die gute Verfassung vom Gemeinwohl her; auch er vertritt also einen politischen Eudaimonismus.
Aristokratie: Auch denkt [Aristoteles, wie Platon] selbstverständlich aristokratisch, denn die Bürger im engeren Sinn, jene, die über die Bürgertugend verfügen, werden von der Arbeit für den Lebensunterhalt entbunden.
Idiopragie: Außerdem greift er Platons Idiopragieformel auf: dass jeder das ihm Eigentümliche, das Seine (idion), tun soll. Vgl. >Gerechtigkeit/Platon.
Platon Politische Theorien Gaus I 309
Platon/Politische Philosophie/Keyt/Miller: Nach 2.400 Jahren gibt es immer noch keine einheitliche Interpretationsstrategie für die Lektüre Platons. Da er eher Dialoge als Abhandlungen schrieb, wird es problematisch bleiben, inwieweit seine Figuren für ihren Autor sprechen. Die größte Kluft besteht zwischen Dolmetschern, die die platonische Anonymität respektieren, und solchen, die sie nicht respektieren (siehe D.L. III.50-1). A. Platon als anonymer Autor:
[Diese Interpreten Platons] sind beeindruckt von der literarischen "Distanzierung", die Platon zwischen sich und seinen Lesern herstellt. (Die Ideen, die Protagoras im Theaitetos zugeschrieben werden, sind zum Beispiel dreimal von Platon entfernt: Sie werden von Sokrates ausgedrückt, dessen Reden wiederum von Euklides, dem Erzähler des Dialogs, gelesen werden).
Charakteristik: Interpreten, die eine solche Distanzierung ernst nehmen, könnte man als "Charakterologen" bezeichnen, da sie davon ausgehen, dass die Figuren in den Dialogen literarische Charaktere sind, die für sich selbst sprechen, nicht für Platon. Charakterologen nehmen die Dialoge eher als "skeptisch" oder aporetisch denn als "dogmatisch" oder doktrinär wahr und betonen ihre dramatischen und literarischen Elemente.
Leo Strauss: So behauptet Leo Strauss, ein besonders eifriger Charakterologe, dass die Dialoge als Dramen gelesen werden müssen: "Wir können nicht", sagt er, "Platon irgendeine Äußerung einer seiner Figuren zuschreiben, ohne große Vorsichtsmaßnahmen getroffen zu haben" (1964(1): 59) (...).
B. Platonische Personen als für sich selbst sprechend:
Die gegnerische Gruppe von Interpreten geht davon aus, dass Platon in jedem Dialog einen identifizierbaren Sprecher hat: Sokrates in der Gorgias und der Republik, der eleatische Fremde im Staatsmann und der athenische Fremde in den Gesetzen (D.L. III.52). Solche Interpreten fallen in drei Lager
(1) Die Unitarier gehen davon aus, dass Platons Sprecher in allen vier Dialogen eine einheitliche Doktrin vertreten.
(2) Entwicklungstheoretiker gehen davon aus, dass die von Platons Sprechern vertretene Doktrin sich von einem Dialog zum nächsten entwickelt. Sie glauben natürlich, dass die Reihenfolge der Zusammensetzung unserer vier Dialoge festgelegt werden kann, wobei in der Regel die Reihenfolge vom frühesten bis zum spätesten bevorzugt wird: Gorgias, Republik, Staatsmann, Gesetze.
(3) Partikularisten interpretieren jeden Dialog für sich. Sie erlauben jedoch, dass es thematische Verbindungen zwischen den vier Dialogen geben kann,
Gaus I 310
sie machen sich keine allzu großen Sorgen über das Verhältnis eines Dialogs in der Gruppe zu den anderen. Griswold (1988)(2) und Smith (1998(3): Bd. I) sind zwei nützliche Aufsatzsammlungen über Interpretationsstrategien und Tarrant (2000)(4) ist hierbei ein wichtiges neues Werk über die platonische Interpretation. Dialoge:
Nomoi: In den Gesetzen zählt der athenische Fremde sieben Herrschaftsansprüche auf - den Anspruch der Gutgeborenen, über die Niedriggeborenen zu herrschen, den Anspruch der Starken, über die Schwachen zu herrschen usw. - und kommt zu dem Schluss, dass der größte Anspruch von allen der Anspruch der Weisen ist, über die Unwissenden zu herrschen (Gesetze III.690a-d). Diese Schlussfolgerung ist die belebende Idee der vier politischen Dialoge.
Gorgias: In der Gorgias behauptet Sokrates, dass wahre Staatskunst (politiké) sich vom öffentlichen Reden (rhetoriké) dadurch unterscheidet, dass sie eine Kunst (techné) und nicht ein empirischer Kniff (empeiria) ist - wobei eine Kunst, im Gegensatz zu einem empirischen Kniff, ein rationales Prinzip (logos) hat und die Ursache (aitia) für jede Sache geben kann (Gorg. 465a). Er argumentiert, dass keiner der Männer, die als große athenische Staatsmänner gelten, wahre Staatskunst praktizierte (Gorg. 503b-c, 517a), und behauptet, er selbst sei der einzig wahre Staatsmann in Athen (Gorg. 521d6-9).
Republik: In der Republik ist die Rolle der Vernunft und des Wissens in der Politik sauber im Gleichnis vom Staatsschiff eingefasst: So wie ein Steuermann auf Himmel, Sterne und Wind achten muss, wenn er wirklich qualifiziert sein soll, ein Schiff zu steuern, so muss ein Staatsmann das Reich der Formen kennen, ein Reich der körperlosen Paradigmen, die jenseits von Raum und Zeit existieren, wenn er wirklich qualifiziert sein soll, eine Polis zu regieren (Rep. VI.488a7-489a6).
Politikos: Im Staatsmann behauptet der Eleatische Fremde, dass die einzig richtige Verfassung diejenige ist, in der die Herrscher wahre Staatskunst besitzen, wobei alle anderen Verfassungen bessere oder schlechtere Imitationen dieser Verfassung sind (Plt. 293c-294a, 296e4-297a5); und in den Gesetzen bekräftigt der Athener Fremde dasselbe Prinzip (IX.875c3-d5). (Die Beziehungen zwischen diesen Dialogen werden von Owen, 1953(5); Klosko, 1986(6); Laks, 1990(7); Gill, 1995(8); Kahn, 1995(9); und Kahn, 1996(10) diskutiert). >Gerechtigkeit/Platon.
Gaus I 311
Republik/heutige Diskussion: Die Republik ist das umstrittenste Werk der griechischen Philosophie. Es gibt keine einheitliche Interpretation des Dialogs als Ganzes, eines seiner Teile oder auch nur seiner Charaktere. Von den aktuellen Kontroversen um ihre politischen Ideen betreffen die wichtigsten ihren Kommunismus, ihre Sicht der Frauen, ihre Feindseligkeit gegenüber der athenischen Demokratie und ihren Utopismus. Aristoteles/VsPlaton: Platons Ablehnung von privaten oder getrennten Familien und von Privateigentum (zumindest für die Herrscher und Krieger seiner idealen Polis) wird gewöhnlich durch die Linse von Aristoteles' Kritik am platonischen Kommunismus in Politik II.1-5 untersucht.
Literatur: T. H. Irwin (1991)(11) und Robert Mayhew (1997)(12) kommen zu gegensätzlichen Schlussfolgerungen über die Stichhaltigkeit der Kritik des Aristoteles.
Feminismus: Ob Platon ein Feminist war und ob er Frauen männlich gemacht hat, wird vor allem unter feministischen Philosophen heiß diskutiert. Tuana (1994)(13) ist eine Sammlung verschiedener Essays zu diesem Thema.
(Neue Bücher über die Republik erscheinen regelmäßig. Zu den bemerkenswertesten gehören Cross und Woozley, 1964(14); Annas, 1981(15); White, 1979(16); und Reeve, 1988(17). Drei neuere Aufsatzsammlungen sind besonders hilfreich: Fine, 1999(18): Bd. Il; Kraut, 1997b(19); und Höffe, 1997(20)).
Staatsmann/Politikos: (Nach langer Vernachlässigung ist der Staatsmann in letzter Zeit ins Rampenlicht gerückt. Lane, 1998(21), schrieb eine Studie über seine politische Philosophie; und Rowe, 1995(22), bietet eine umfangreiche Sammlung von Arbeiten zu allen Aspekten des Dialogs).


1. Strauss, Leo (1964) The City and Man. Chicago: Rand McNally.
2. Griswold, Charles L. (1988) Platonic Writings/Platonic Readings. New York: Routledge.
3. Smith, Nicholas D., Hrsg. (1998) Plato: Critical Assessments. Vol. l, General Issues of Interpetation. London: Routledge.
4. Tarrant, Harold (2000) Plato 's First Interpreters. London: Duckworth.
5. Owen, G. E. L. (1953) 'The place of the Timaeus in Plato's dialogues'. Classical Quarterly, 3: 79-95.
6. Klosko, George (1986) The Development of Plato 's Political Theory. New York: Methuen.
7. Laks, André (1990) 'Legislation and demiurgy: on the relationship between Plato's Republic and Laws'. Classical Antiquity, 9: 209-29.
8. Gill, Christopher (1995) 'Rethinking constitutionalism in Statesman 291—303'. In C. J. Rowe, ed., Reading the Statesman: Proceedings of the 111 Symposium Platonicum. Sankt Augustin: Academia.
9. Kahn, Charles H. (1995) 'The place of the Statesman in Plato's later work'. In C. J. Rowe, ed., Reading the Statesman: Proceedings of the 111 Symposium Platonicum. Sankt Augustin: Academia.
10. Kahn, Charles H. (1996) Plato and the Socratic Dialogue: The Philosophical Use of a Literary Form. Cambridge: Cambridge University Press.
11. Irwin, T. H. (1991) 'Aristotle's defense of private property'. In David Keyt and Fred D. Miller, eds, A Companion to Aristotle Politics. Oxford: Blackwell.
12. Mayhew, Robert (1997) Aristotle's Criticism of Plato's Republic. Lanham, MD: Rowman and Littlefield.
14. Cross, R. C. and A. D. Wooziey (1964) Plato's Republic: A Philosophical Commentary. New York: St Martin's.
15. Annas, Julia (1981) An Intmduction to Plato's Republic. Oxford: Clarendon.
16. White, Nicholas P. (1979) A Companion to Plato's Republic. Indianapolis: Hackett.
17. Reeve, C. D. C. (1988) Philosopher-Kings: The Argument of Plato 's Republic. Princeton, NJ: Princeton University Press.
18. Fine, Gail (1999) Plato 2: Ethics, Politics, Religion, and the Soul. Oxford: Oxford University Press.
19. Kraut, Richard, ed. (1997b) Plato's Republic: Critical Essays. Lanham, MD: Rowman and Littlefield.
20. Höffe, Otfried, ed. (1997) Platon Politeia. Berlin: Akademie.
21. Lane, M. S. (1998) Method and Politics in Plato's Statesman. Cambridge: Cambridge University Press.
22. Rowe, C. J. (1995) Reading the Statesman: Proceedings of the 111 Symposium Platonicum. Sankt Augustin: Academia.

Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Platon Popper Höffe I 45
Platon/Popper/Höffe: 1. Nach [Poppers] Werk Die offene Gesellschaft und ihre Feinde (1957)(1) tritt Platon in der Politeia als Gegner einer offenen Gesellschaft und Anwalt eines kollektivistischen Utilitarismus auf.
Höffe: Wahr ist, dass Platons Hauptwerk zahlreiche höchst anstößige Elemente enthält. So unterwirft er den Wächterstand strengen Fortpflanzungsregeln; er erlaubt Zensur, sogar eine politische Lüge, das heißt einen Betrug, sofern er dem Gemeinwohl dient.
Euthanasie/Platon: Weiterhin tritt er - in der Antike freilich nicht unüblich - für eine rigorose Euthanasie ein; er erlaubt Kindstötung und verweigert ärztliche Hilfe für Menschen, die der Seele nach bösartig und unheilbar sind.
Gleichberechtigung/PlatonVsVs/Höffe: Es ist aber auch richtig, dass Platon sich der damals herrschenden Ungleichheit von Mann und Frau widersetzt und sich institutionelle Vorkehren gegen Korruption überlegt.
HöffeVsPopper: Dass der Philosoph die Offenheit und Dynamik moderner Gesellschaften nicht kennt, kann man ihm schwerlich vorwerfen, auch nur begrenzt, dass er das schon damals mögliche Maß nicht richtig einschätzt.
Wichtiger ist, dass Platon sich mit einem Element befasst, das auch die Moderne der Offenheit und Dynamik entzieht, den Grund- und Rahmenbedingungen des Gemeinwesens.
Idiopragie/Platon: Bei Platon gilt die Idiopragieformel als unveränderlich, in der Moderne ist es die Demokratie in Verbindung mit Grundrechten und Gewaltenteilung. Auf der anderen Seite erlaubt die Idiopragieformel Offenheit und Dynamik, und entsprechend Begabten steht der Aufstieg offen(2).

2. PopperVsPlaton: Poppers zweiter Vorwurf, Platon unterwerfe das Individuum dem Kollektivwohl, kann sich auf den Anfang von Buch IV berufen, wonach es nicht darauf ankomme, dass irgendeine Gruppe (ethnos: Stamm) besonders glücklich sei, sondern die ganze Polis(3).
Polis/PlatonVsVs/Höffe: Eine Platonische Polis opfert aber nicht das Wohl von Einzelnen oder von Gruppen dem Allgemeinwohl. Vielmehr wird sie so eingerichtet, dass alle, Gruppen ebenso wie Individuen, glücklich werden können. Die genannte Stelle formuliert nur in provokativer Überspitzung Platons Grundintention, dass niemand seine Interessen in einer Ausschließlichkeit verfolgen darf, die den anderen das gleiche Recht, ihre Interessen zu verfolgen, raubt.


1. K.Popper 1945. Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. London: Routledge
2. Politeia III 415 b–c
3. 420b

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Platonismus Field I 8
Platonismus/Field: Des Platonismus' einziges Argument ist die Anwendbarkeit der Mathematik.
I 14
FieldVsPlatonismus: Der Platonismus muss dem Fiktionalisten in dessen Sprache antworten - er kann sich nicht auf seine "Anfangsplausibilität" berufen.
I 152
Def Prioritätsthese/PT/Wright: These: Die Prioritätsthese bezeichnet die Priorität der syntaktischen über die ontologischen Kategorien. Platonismus/Wright: Das ermöglicht es Frege, Platonist zu sein. Def Gödelscher Platonismus/Wright: zusätzlich: die These, dass mathematisches Wissen durch eine Quasi-Wahrnehmungs-Relation erklärt werden muss - FregeVsGödel - WrightVsGödel: Das brauchen wir nicht.
I 153
Def schwache Prioritätsthese/PT: Die schwache Prioritätsthese bedeutet, dass jeder syntaktische singuläre Term automatisch auch semantisch als singulärer Term funktioniert.
I 159
Ãquivalenz/Platonismus/Nominalismus/Field: Frage: In welchem Sinn sind platonistische (Bsp "Richtung 1 = Richtung 2") und nominalistische Aussagen (c1 ist parallel zu c2) äquivalent? - Problem: Wenn es keine Richtungen gibt, kann das zweite keine Folge des ersten sein.
I 186
Def moderater Platonismus/mP/Field: Moderater Platonismus ist die These, dass es abstrakte Objekte wie Zahlen gibt. Dann gibt es vermutlich auch Relationen zwischen Zahlen und Gegenständen. Moderater Platonismus: Diese Relationen sind Konventionen, abgeleitet von physikalischen Relationen. Def Hochleistungs-Platonismus/HLP/Field: Der Hochleistungs-Platonismus nimmt Relationen zwischen Gegenständen und Zahlen als nakte Tatsache an.
I 189
Starke Moderatheitsbedingung/(Field (pro): Es ist möglich, physikalische Gesetze ohne Relation zwischen Gegenständen und Zahlen zu formulieren.
I 192
Hochleistungs-Platonismus/Field: Der Hochleistungs-Platonismus nimmt Größenrelationen zwischen Gegenständen und Zahlen an - FieldVs: stattdessen nur zwischen Gegenständen.
II 332
Platonismus/Mathematik/VsStrukturalismus/Field: Isomorphe mathematische Bereiche müssen nicht ununterscheidbar sein.
II 334
Quinescher Platonismus/Field: Der Quinesche Platonismus nimmt als Grundbegriff einen bestimmten Begriff von Menge an, aus dem alle anderen mathematischen Objekte konstruiert sind. Also wären natürliche Zahlen und reelle Zahlen eigentlich Mengen.
III 31
Zahl/Punkte/Field: Kein Platonist wird reelle Zahlen mit Punkten auf einer physischen Linie identifizieren - das wäre zu willkürlich ("Welche Linie?") - Was soll der Nullpunkt sein - Was soll 1 sein?
III 90
Platonistisch/Field: Begriffe wie Bsp "Gradient", "Laplace-Gleichung" usw. sind platonistisch.
III 96
Platonismus 1. Stufe/Field: Der Platonismus 1. Stufe akzeptiert abstrakte Entitäten, aber keine Logik 2. Stufe - Problem: Er braucht diese aber (wegen Mächtigkeits-Quantoren).

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Platonismus Quine XII 44
Platonische Idee/Quine: nicht gleich geistiger Idee!
XI 136
Mathematik/QuineVsHilbert/Lauener: mehr als reine Syntax. Quine bekennt sich widerwillig zum Platonismus.
XI 155
CarnapVsPlatonismus/CarnapVsNominalismus: metaphysische Pseudodiskussion. Lösung: es geht um die Wahl einer Sprache.
VII (g) 125
Konzeptualismus VsPlatonismus/Quine: behandelt Klassen als Konstruktionen, nicht als Entdeckungen. Problem: Poincarés "imprädikative Definition:
Def imprädikative Definition/Poincaré/Quine: die Spezifikation einer Klasse durch ein Reich von Objekten, innerhalb dessen sich diese Klasse befindet.
VII (g) 126
Klassen/Platonismus/Quine: wenn Klassen als präexistierend angesehen werden, gibt es keinen Einwand dagegen, eine von ihnen durch einen Zug herauszugreifen, der ihre Existenz präsupponiert. Klassen/Konzeptualismus/Quine: für ihn existieren Klassen dagegen nur wenn sie aus einer geordneten Entstehung herrühren. Das soll aber natürlich nicht zeitlich aufgefasst werden.
VII (g) 127
Platonismus/Konzeptualismus/Quine: beide lassen Universalien und Klassen als irreduzibel zu. Konzeptualismus: Lässt weniger Klassen zu. Ruht aber auf einem ziemlich metaphorischen Grund: "Entstehung".

V 126
Platonismus/Quine: wird durch Formwörter eröffnet, nicht durch Farbwörter! Grund: eine Vereinigung von Farbflecken hat die gleiche Farbe, aber eine Vereinigung von Flecken einer bestimmten Form hat nicht notwendig die gleiche Form.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Politik Aristoteles Bubner I 176
Politik/Aristoteles: Sofern der Mensch mit anderen zusammenlebt, kann er sich nicht auf die müßige Schau konzentrieren, sondern muss den "zweitbesten Weg" des politisch Handelnden wählen.
I 179
Praxis/Aristoteles: muss eine Ordnungsleistung innerhalb der Kontingenz erbringen. Das Ziel ist nie gegeben, sondern muss aktiv in die praktische Situation eingebracht werden.
Die Handlungsmöglichkeiten müssen gegliedert werden.
Def Prohairesis/Aristoteles: die Auswahl der geeignetsten Mittel.
Politik/Aristoteles: politisch wird nur im Großen das verwirklicht, was jeder konkrete Handlungsprozess im Kleinen bereits vollzieht.
I 188
Politik/zoon politikon/Aristoteles: diese Eigenschaft wird dem Menschen aufgrund seiner Sprache zuerkannt! Politische Institutionen sind von der Ethik her zu begreifen.
Politik ist nicht einfach Herrschaftsordnung, (VsPlaton) mit einem guten Herrscher wie bei Hobbes oder Max Weber.
Herrscher ist kein Hausverwalter im großen Maßstab.
Es ist ein gemeinsames Ziel zu untersuchen.
Politik/Aristoteles: Ausgangspunkt: Dorf, das nicht nur wegen der alltäglichen Lebensbedürfnisse bestand hat.
In der Polis löst der Charakter der "Autarkie" die elementare Naturbedingtheit ab.
Ziel: Eudaimonia, das "Gute Leben", in diesem Ziel aller Ziele kehrt die Praxisstruktur gleichsam reflexiv zu sich zurück.
Problem: Zwiespältig gegenüber dem Natürlichen: einerseits ist das Wesen von Praxis als Zielsetzung politisch in sein eigenes Telos gelangt, und das legitimiert die Rede vom Menschen als einem durch die Natur politischen Wesen.
Andererseits sind die Naturbedingungen dank einer autark gewordenen Praxis überwunden.
Nichts außer der Praxis selbst, keine Natur definiert das Gute. Diese Selbstbestimmung bedeutet Freiheit.



Gaus I 314
Politik/Literatur/Aristoteles/Keyt/Miller: (Nach 100 Jahren ist Newman, 1887-1902(1), immer noch das wichtigste Werk über Aristoteles' Politik. Zwei neuere Kommentare bilden die unvollendete Reihe: Schütrumpf, 1991a(2); 1991 b(3); Schütrumpf und Gehrke, 1996(4); und die vier Bände der Clarendon-Aristoteles-Reihe: Saunders, 1995(5); Robinson, 1995(6); Kraut, 1997a(7); und Keyt, 1999(8). Miller, 1995(9), und Kraut, 2002(10), sind Hauptstudien zur politischen Philosophie des Aristoteles. Lord, 1982(11), und Curren, 2000(12), sind Studien über Aristoteles' Ansichten zur Bildung.
Sechs Aufsatzsammlungen sind zu beachten: Barnes, Schofield und Sorabji, 1977(13); Patzig, 1990(14); Keyt und Miller, 1991(15); Lord, O'Connor und Bodéüs, 1991(16).
Neo-Aristotelismus: Aubenque, 1993(17); Höffe, 2001(18). Galston, 1980(19) ist ein Beispiel für den Neo-Aristotelismus).


1. Newman, W. L. (1887-1902) The Politics of Aristotle, 4 Bd. Oxford: Clarendon.
2. Schütrumpf, Eckart (1991a) Aristoteles Politik, Buch I. Berlin: Akademie.
3. Schütrumpf, Eckart (1991b) Aristoteles Politik, Bücher Il und Ill. Berlin: Akademie.
4: Schütrumpf, Eckart and Hans-Joachim Gehrke (1996) Aristoteles Politik, Bücher IV—VI. Berlin: Akademie.
5. Saunders, Trevor J. (1995) Aristotle Politics Books I and II. Oxford: Clarendon.
6. Robinson, Richard (1995) Aristotle Politics Books III and IV with a Supplementary Essay by David Keyt (1st Ed. 1962). Oxford: Clarendon.
7. Kraut, Richard (1997a) Aristotle Politics Books VII and VIII. Oxford: Clarendon.
8. Keyt, David (1999) Aristotle Politics Books V and VI. Oxford: Clarendon.
9. Miller, Fred D. (1995) Nature, Justice, and Rights in Aristotle's Politics. Oxford: Claredon.
10. Kraut, Richard (2002) Aristotle: Political Philosophy. Oxford: Oxford University Press.
11. Lord, Carnes (1982) Education and Culture in the Political Thought of Aristotle. Ithaca, NY: Cornell University Press.
12. Curren, Randall R. (2000) Aristotle on the Necessity of Public Education. Lanham, MD: Rowman and Littlefield.
13. Barnes, Jonathan, Malcolm Schofield and Richard Sorabji, eds (1977) Articles on Aristotle. Vol. Il, Ethics and Politics. London: Duckworth.
14. Patzig, Günther, Hrsg. (1990) Aristoteles ' 'Politik ': Akten des XI Symposium Aristotelicum. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.
15. Keyt, David and Fred D. Miller, Hrsg. (1991) A Companion to Aristotle's Politics. Oxford: Blackwell.
16. Lord, Carnes, David K. O'Connor and Richard Bodéüs, eds (1991) Essays on the Foundations of Aristotelian Political Science. Berkeley, CA: University of Califorma Press.
17. Aubenque, Pierre, Hrsg. (1993) Aristote Politique: Études sur la Politique d 'Aristote. Paris: Presses Universitaires de France.
18. Höffe, Otfried, ed. (2001) Aristoteles Politik. Berlin: Akademie.
19. Galston, William A. (1980) Justice and the Human Good. Chicago: University of Chicago Press.


Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Quantitäten Bigelow I 49
Quantitäten/Quantität/Bigelow/Pargetter: bei ihnen werden wir auf den Kernbereich der Metaphysik verwiesen. Universalien/Bigelow/Pargetter: entstehen aus der Konfrontation, dass gewisse Dinge zur selben Zeit etwas und noch etwas anderes sein können. Das ist nur oberflächlich ein Widerspruch.
Quantität/Bigelow/Pargetter: Bsp a) zwei Dinge sind gleich, indem sie beide Masse haben – b) sie unterscheiden sich gleichzeitig weil sie verschiedene Masse haben.
Quantitäten/Platon/Bigelow/Pargetter: Problem. wenn Eigenschaften etwas sind, das ein Ding entweder haben kann oder nicht haben kann, gibt es ein Problem der Quantitäten.
Lösung/Platon: Teilhabe an Formen. Erlaubt graduelle Behandlung.
Wir weichen etwas von Platon ab:
Quantität/Platon/Bigelow/Pargetter: Lösungen dieser Art haben gemeinsam, dass sie eine Entität postulieren und die Relation zwischen dieser Entität und den Individuen, die sie besitzen, variieren.
I 50
Die Entität erklärt das, was die Individuen gemeinsam haben. Die Relation erklärt die verschiedenen Grade. Nominalismus/Berkeley/Bigelow/Pargetter: das ist Berkeleyscher Nominalismus: eine Platonische, abstrakte Form wird durch ein besonderes Individuum ersetzt, ein „Paradigma“. (Terminologie).
Gemeinsamkeit: haben Individuen, wenn sie demselben Paradigma ähneln.
Ähnlichkeit: ist natürlich auch dann graduell, wie graduelle Teilhabe an Formen bei Platon.
Berkeley/Platon/Bigelow/Pargetter: die Theorien sind ziemlich ähnlich: sie erklären, wie Eigenschaften graduell sein können.
Quantitäten/Bigelow/Pargetter: damit ist das generelle Problem der Quantitäten (dass sie graduell sind) nicht gelöst.
Problem: Grade einer Relation.
Lösung: Ähnlichkeit und Teilhabe sind ein Versuch.
Formen/Platon/Bigelow/Pargetter: wir behaupten nicht, dass seine Theorie der Formen falsch ist.
BigelowVsPlaton: sie löst aber nicht das Problem der Quantitäten. (Die Natur der Quantität).


Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Realität Berkeley I 217f
Materie/materielle Welt/Außenwelt/Realität/Wirklichkeit/Berkeley: es gibt keine materielle Substanz - wohl aber eine äußere Realität!
I 232
Das unwillkürliche Wahrnehmen ist ein Moment der Wirklichkeit.
Danto I 202
LockeVsBerkeley: es gibt Objekte, die verglichen werden.
Danto I 202
Berkeley - Schopenhauer: nur zwei Arten von Dingen: Bewusstsein und sein Inhalt.
Danto I 206
Welt/Realität/Berkeley/Danto: es gibt nichts als Vorstellungen - aber wir sitzen nicht in einem Käfig, der uns von der Welt abschirmt. - BerkeleyVsPlaton: es gibt keinen Käfig, weil es gar keine Unterscheidung von innen und außen gibt. Wissenschaft/Berkeley: bezieht sich nicht auf eine Realität hinter den Erfahrungen, sondern auf die Erfahrungen selbst.
G. Berkeley
I Breidert Berkeley: Wahrnehmung und Wirklichkeit, aus Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen, Göttingen 1997

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Reflexion Hegel Gadamer I 348
Reflexion/Hegel/Gadamer: [Hegels Reflexionsphilosophie verdeutlichen wir an seiner] bekannte[n] Polemik(1) gegen Kants „Ding an sich“. Kant: Kants kritische Grenzsetzung der Vernunft hatte die Anwendung der Kategorien auf die Gegenstände möglicher Erfahrung beschränkt und das Ding an sich, das den Erscheinungen zugrunde liegt, für prinzipiell unerkennbar erklärt.
HegelVsKant: Hegels dialektische Argumentation wendet dagegen ein, dass die Vernunft, indem sie diese Grenze ziehe und die Erscheinung von dem Ding an sich unterscheide, diesen Unterschied in Wahrheit als ihren eigenen erweise. Sie gelange damit keineswegs an eine Grenze ihrer selbst, sondern sei vielmehr ganz bei sich selbst, indem sie diese Grenze setze. Denn das heiße, dass sie sie auch schon überschritten habe.
Grenze/Hegel: Was eine Grenze zur Grenze macht, schließt ja immer zugleich das ein, wogegen das durch die Grenze Eingegrenzte grenzt. Es ist die Dialektik der Grenze, nur zu sein, indem sie sich aufhebt.
Ding an sich/Hegel: So ist auch das Ansichsein, das das Ding an sich im Unterschied zu seiner Erscheinung charakterisiert, nur für uns an sich. Was sich an der Dialektik der Grenze in logischer Allgemeinheit zeigen
Gadamer I 349
lässt, spezifiziert sich für das Bewusstsein in der Erfahrung, dass das von ihm unterschiedene Ansichsein das Andere seiner selbst ist und dass es in seiner Wahrheit erst gewusst werde, wenn es als Selbst gewusst werde, d, h. im vollendeten absoluten Selbstbewusstsein sich selber wisse. >Hegel/Gadamer, >Anerkennung/Hegel. Gadamer: Die Polemik gegen den absoluten Denker ist selber ohne Position. Der archimedische Punkt, die Hegelsche Philosophie aus den Angeln zu heben, kann in der Reflexion nie gefunden werden. Das gerade macht die formale Qualität der Reflexionsphilosophie aus, dass es keine Position geben kann, die nicht in die Reflexionsbewegung des zu sich selbst kommenden Bewusstseins einbezogen ist. Das Pochen auf die Unmittelbarkeit - sei es die der leiblichen Natur, sei es die des Ansprüche stellenden Du, sei es die der undurchdringlichen Tatsächlichkeit des geschichtlichen Zufalls oder die der Realität der Produktionsverhältnisse - hat sich immer schon selbst widerlegt, sofern es selber kein unmittelbares Verhalten, sondern ein reflektierendes Tun ist.
Gadamer I 351
Platos mythische Widerlegung des dialektischen Sophisma, so einleuchtend sie scheint, [ist] für das moderne Denken nicht befriedigend. >Sophisten/Platon. HegelVsPlaton: Hegel kennt keine mythische Begründung der Philosophie. Vielmehr gehört ihm der Mythos zur Pädagogie. Am Ende ist es die Vernunft, die sich selber begründet. Indem Hegel die Dialektik der Reflexion dergestalt als die totale Selbstvermittlung der Vernunft durcharbeitet, ist er dem argumentativen Formalismus, den wir mit Plato sophistisch nannten, grundsätzlich überlegen. Seine Dialektik ist daher auch gegen die leere Argumentation des Verstehens, die er die „äußere Reflexion“ nennt, nicht minder polemisch wie der platonische Sokrates.


1. Hegel, Enzyklopadie der Philosophischen Wissenschaften, § 60

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Relationstheorie Bigelow I 55
Quantität/relationale Theorie/Bigelow/Pargetter. Quantitäten sind allgemeine Relationen zwischen Gegenständen. Sie scheinen Konsequenzen der intrinsischen Eigenschaften der Objekte zu sein. Aber man muss keine intrinsische Relation „größer als“ postulieren, sondern nur z.B. die Größe. größer als/relationale Eigenschaft/Problem/Bigelow/Pargetter: man könnte sich fragen, ob es tatsächlich eine intrinsische Eigenschaft gibt, so und so groß zu sein.
relationale Eigenschaft/Bigelow/Pargetter: man könnte versucht sein anzunehmen, dass alles auf relationalen Eigenschaften beruht, statt umgekehrt. Aber das verfolgen wir hier nicht weiter.
intrinsische Eigenschaft/Bigelow/Pargetter: wir denken, dass man sie am Ende gegen relationale Eigenschaften als Basis wird verteidigen können. Dennoch brauchen wir sicher relationale Eigenschaften, z.B. für die Reihenfolge von Ereignisse. Diese stehen nicht einfach in der Zeit. Wir brauchen also auf jeden Fall Relationen.
Relation/Bigelow/Pargetter: wir brauchen auf jeden Fall Relationen. Und zwar, weil Ereignisse niemals für sich stehen.
I 56
Ebenso für Ausdrücke wie „doppelt so groß“ usw. Quantität/Bigelow/Pargetter: Quantitäten können also nicht allein auf Eigenschaften gegründet sein, sondern brauchen Relationen. Bsp die und die Masse zu haben ist dann die Eigenschaft, in Relation zu anderen massiven Objekten zu stehen.
Teilhabe/BigelowVsPlaton: bei Platon stehen alle Dinge in einer mehr oder weniger starken Relation zu einem einzigen Ding, der Form. Wir dagegen wollen Relationen von Dingen untereinander.
BigelowVsPlaton: damit können wir dann auch verschiedene Arten von Unterschieden zwischen Gegenständen erklären, nämlich dass sie verschiedene relationale Eigenschaften haben, die andere Dinge nicht haben. Bsp zwei Paare von Dingen können sich auf unterschiedliche Weise unterscheiden.
I 57
Relationale Theorie/Bigelow/Pargetter. Kann also gut mit Unterschieden von Differenzen umgehen. Frage: kann sie auch gut mit Gemeinsamkeiten fertig werden? Bsp erklären, was Masse überhaupt ist?
Problem. wir brauchen eine Relation zwischen einer gemeinsamen Eigenschaft und vielen Relationen zu ihr. Hier gibt es viele Implikationen (Entailments) die noch nicht erklärt sind.
Eigenschaft/Bigelow/Pargetter: 1. um überhaupt eine (intrinsische) Eigenschaft zu konstruieren, müssen wir also die vielen möglichen Relationen angeben, die sie zu ED haben kann.
Lösung: eine Möglichkeit: den Satz über Eigenschaften 2. Stufe.
2. Problem: wie können zwei Dinge mehr gemeinsam haben, als zwei andere Dinge?
Ad 1. Bsp Masse
Gemeinsames/Gemeinsamkeit/Bigelow/Pargetter: muss dann eine Eigenschaft von Relationen sein (der vielen verschieden Relationen, die die einzelnen Gegenstände zu „Masse“ haben).
I 58
Lösung: Eigenschaft 2. Stufe, die von allen massiven Dinge geteilt wird. Bsp „in Masse-Relationen stehen“. Entailment/Pointe: dieses Gemeinsame (Eigenschaft 2. Stufe) erklärt die vielen Relationen des Entailments zwischen massiven Gegenständen und der gemeinsamen Eigenschaft der Massivität.
Problem/Bigelow/Pargetter. unsere relationale Theorie ist immer noch unvollständig.
Problem: zu erklären, inwiefern einige Masserelationen enger (ähnlicher) sind als andere.
Relationen/Gemeinsames/Bigelow/Pargetter: auch die Relationen haben ein Gemeinsames: eine Eigenschaft 2. Stufe.
Eigenschaft 2. Stufe/Unterschied/Unterscheidung/Differenz/Problem/Bigelow/Pargetter erklärt noch nicht, wie sich zwei Dinge stärker unterscheiden als zwei andere Dinge.
Außerdem erklärt sie nicht, wie Bsp Masseunterschiede sich zu Volumenunterschieden verhalten.
Bsp vergleiche die Paare
‹a,b›
‹c,d›
‹e,f›
zwischen denen verschieden starke Differenzen bestehen in Bezug auf z.B. Länge.
Dann werden zwei der Paare in wichtiger Hinsicht sich ähnlicher sein, als zwei andere Paare.
I 59
Lösung/Bigelow/Pargetter: die Relation der Proportion. Das ähnelt Freges Ansatz für reelle Zahlen Reelle Zahlen/Frege: als Proportionen zwischen Größen (Bigelow/Pargetter entspricht unseren Quantitäten).
Bigelow/Pargetter: drei fundamentale Bestandteile
(1) Individuen
(2) Relationen zwischen Individuen (3) Relationen von Proportionen zwischen Relationen zwischen Individuen.
Proportionen/Bigelow/Pargetter: teilen die Relationen zwischen Individuen in Äquivalenzklassen:
Masse/Volumen/Proportionen/Pointe/Bigelow/Pargetter: allee Massen stehen in Proportionen zueinander und alle Volumina stehen in Proportionen zueinander, aber Massen und Volumina stehen nicht in Proportionen zueinander.
Äquivalenzklassen/ÄK/Bigelow/Pargetter: ordnen Gegenstände mit gleichen D-ates in Klassen. So erklären, sie, wie zwei Dinge sich ((s) in einer Hinsicht, D-able) ähnlicher sein können als in einer anderen Hinsicht.
Ebene 1: Gegenstände
Ebene 2: Eigenschaften von Dingen Ebene 3: Proportionen zwischen solchen Eigenschaften.
Proportionen/Bigelow/Pargetter: sind Universalien, die feinere Unterschiede zwischen ÄK von Eigenschaften auf Ebene 2 einführen können.
Verschiedene Paare von Masserelationen können innerhalb derselbe Proportion auf Ebene 3 stehen. Bsp (s) 2Kg/4kg ist ebenso doppelt so massereich wie 3Kg/6 kg.
Pointe: damit haben wir Gruppierungen, die quer zu den Äquivalenzklassen der Masserelationen, Voluminarelationen, Geschwindigkeitsrelationen usw. stehen.
gleich/verschieden/Bigelow/Pargetter: Pointe: das erklärt, wieso zwei Relationen gleichzeitig gleich und verschieden sein können. Bsp Angenommen, eine der beiden Relationen ist eine Masserelation (und steht in Relation zu anderen Masserelationen) die andere ist keine Masserelation (und steht nicht in Relation zu Masserelationen) und dennoch
I 60
haben beide etwas Gemeinsames: sie sind „doppelt“ einmal in Bezug auf Masse, einmal in Bezug auf Volumen. Dies wird auf Ebene 3 erklärt. Zahlen/Bigelow/Pargetter: das zeigt die Nützlichkeit von Zahlen bei der Behandlung von Quantitäten. (BigelowVsField).
reelle Zahlen/Frege: Lit: Quine (1941, 1966) in „Whitehead and the Rise of Modern Logic“)
Maß/Einheit/Maßeinheit/Messen/Bigelow/Pargetter: „dieselbe Masse wie“ wäre dann eine Eigenschaft 2. Stufe die ein Ding zu einer willkürlichen Einheit hat.
Form/Platon/Bigelow/Pargetter: seine Theorie der Formen, war nicht falsch, sondern nur unvollständig. Objekte haben Relationen zu Paradigmen (hier: Maßeinheiten). Das ist dieselbe Relation wie die der Teilhabe bei Platon.
I 61
Ebene 3: die Relationen zwischen einigen D-ates können komplexer sein als die zwischen anderen. Bsp für Masse brauchen wir reelle Zahlen, andere Begriffe sind weniger klar. Quantitäten/Bigelow/Pargetter: sind also in verschiedene Arten gegliedert, das führt z.B. zu Intervallskalen oder Verhältnisskalen des Messens.
Schmerz/Bigelow/Pargetter: Schmerzen verschiedener Lebewesen können wir nicht miteinander vergleichen.
Ebene 3: erklärt nicht nur ein reiches Netzwerk von Eigenschaften 2. Stufe und Relationen zwischen Objekten,
I 62
sondern erklären auch Muster von Entailments zwischen ihnen. NominalismusVsBigelow: wird versuchen, unseren Apparat von Relationen von Relationen zu vermeiden.
BigelowVsNominalismus: wir brauchen Relationen und Relationen von Relationen in der Wissenschaft.
Realismus/Bigelow/Pargetter: wir behaupten nicht, ihn hier bewiesen zu haben. Er ist aber die einzige Möglichkeit, um das Problem des Gleichen und des Verschiedenen (Problem der Quantitäten9 zu lösen (und zwar mit den 3 Ebenen).
Einfachheit/BigelowVsNominalismus: wird nie so einheitlich sein können wie unsere realistische Erklärung. Der Nominalismus würde komplexe relationale Prädikate als primitiv annehmen müssen. Schlimmer noch: er wird auch komplexe Relationen zwischen ihnen als primitiv annehmen müssen.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Relativismus Putnam VII 436
Realtivismus/Putnam: mein Hauptanliegen im Buch Vernunft Wahrheit und Geschichte. (Putnam These: Erklärung, Interpretation und Ethik sind nicht im selben Boot - "companions in guilt"-Argument, Mitgefangen-mitgehangen-Argument: bei teilweisem Relativismus droht der totale Relativismus - (PutnamVsHarman).
Williams II 503
PutnamVsKulturrelativismus/PutnamVsRelativismus/M. Williams: innere Widersprüchlichkeit: - Bsp wenn ich als Kulturrelativist sage, dass wenn du sagt, dass etwas wahr ist gemäß den Normen deiner Kultur, dann sage ich in Wirklichkeit, dass das entsprechend den Normen meiner eigenen Kultur so ist - ich kann die transzendentale Behauptung gar nicht ausdrücken, die das Herz des Relativismus ist, dass alle Kulturen in derselben Position sind - Widerspruch: Wahrheit für eine Kultur ist etwas absolutes, das der angeblichen Relativierung widerspricht. >Kulturrelativismus.
Putnam III 139f
Relativismus/PutnamVsWilliams: tut so, als ob die Wissenschaft aus objektiven Einzelurteilen bestünde, während man die "Kultur" nur als ganzes übernehmen oder ablehnen könnte.
Putnam V 141
Bewusstsein/PutnamVsLocke: dass Steine keins haben ist eine Tatsache über unseren Begriff von Bewusstsein - Problem: das macht Wahrheit letztlich abhängig von unseren kulturellen Standards.
V 165
Relativismus/Tradition: leicht zu widerlegen, weil er sich selbst absolut setzen musste, sonst ist seine Position nicht gesicherter als jede andere - PlatonVsProtagoras (Relativist): Regress "ich denke dass ich denke dass Schnee weiß ist". PutnamVsPlaton: daraus folgt nicht, dass es unendlich iteriert werden muss, nur, dass es könnte - moderner Relativismus/Foucault, Diskursrelativität: alles ist relativ, auch der Relativismus. - VS: Problem: wenn "absolut wahr relativ zu Person P": dann kein totaler Relativismus - kein Relativist möchte, dass der R. für alles gilt.
Putnam I (i) 241
Berechtigte Behauptbarkeit/Dewey/Rorty: von der Mehrheit in einer Kultur abhängig - Normen und Standards sind historisch und reflektieren Interessen - PutnamVsRorty: von Mehrheit unabhängig, aber keine transzendente Realität sondern Eigenschaft des Begriffs der Berechtigung! - PutnamVsRelativismus/PutnamVsRealismus: beide behaupten, zugleich innerhalb und außerhalb der Sprache stehen zu können.
I (i) 249
Relativismus/Putnam: die Welt ist kein "Produkt" (unserer Kultur), sie ist nur die Welt.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000

WilliamsB I
Bernard Williams
Ethics and the Limits of Philosophy London 2011

WilliamsM I
Michael Williams
Problems of Knowledge: A Critical Introduction to Epistemology Oxford 2001

WilliamsM II
Michael Williams
"Do We (Epistemologists) Need A Theory of Truth?", Philosophical Topics, 14 (1986) pp. 223-42
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Religiöser Glaube Epikur Adorno XIII 222
Religiöser Glaube/Epikur/Adorno: Epikur gibt die Begründung, dass die Allgemeinheit ihrer Annahme für die Existenz der Gottheit spricht. Die Reduktion des objektiven Wahrheitsbegriffs auf die subjektive Meinung bringt in diesem schon etwas neutralisierten, nachgiebigen spätgriechischen Bewusstsein den Epikur dazu, dem allgemein Herrschenden mehr oder minder konformistisch sich anzuschließen. EpikurVsPlaton/Adorno: Wenn es keinen objektiven Begriff von Vernunft mehr gibt, wie der Platonische prototypisch ihn ausgeprägt hat, dann wird sehr leicht stattdessen der Durchschnittswert der Überzeugung hypostasiert. Das findet sich in der Hobbesschen Gestalt des Materialismus, in der die Religion geradezu als ein staatserhaltendes Mittel, also als ein Für-Anderes und nicht als ein An-Sich empfohlen wird.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Sophisten Platon Gadamer I 351
Sophisten/PlatonVsSophisten/Platon/Gadamer: Das Urbild aller leeren Argumentation ist die sophistische Frage, wie man überhaupt nach etwas fragen könne, was man nicht wisse. Dieser sophistische Einwand, den Plato im „Menon“(1) formuliert, wird dort bezeichnenderweise nicht durch eine überlegene argumentative Auflösung überwunden, sondern durch die Berufung auf den Mythos der Präexistenz der Seele. Das ist freilich eine sehr ironische Berufung, sofern der Mythos der Präexistenz und der Wiedererinnerung, der das Rätsel des Fragens und Suchens auflösen soll, in Wahrheit nicht eine religiöse Gewissheit ausspielt, sondern auf der Gewissheit der Erkenntnis suchenden Seele beruht, die sich gegen die Leerheit formaler Argumentationen durchsetzt. Gleichwohl ist es kennzeichnend für die Schwäche, die Plato im Logos erkennt, dass er die Kritik an der sophistischen Argumentation nicht logisch, sondern mythisch begründet. Wie die wahre Meinung eine göttliche Gunst und Gabe ist, so ist auch das Suchen und die Erkenntnis des wahren Logos kein freier Selbstbesitz des
Geistes.
Rechtfertigung durch den Mythos: (...) die mythische Legitimierung, die Plato der sokratischen Dialektik hier gibt, [ist] von grundsätzlicher Bedeutung(...). Bliebe das Sophisma unwiderlegt - und argumentativ lässt es sich nicht widerlegen -, würde dieses Argument zur Resignation führen. Es
ist das Argument der „faulen Vernunft“ und besitzt insofern wahrhaft symbolische Tragweite, als alle leere Reflexion ihrem siegreichen Scheine zum Trotz zur Diskreditierung der Reflexion überhaupt führt. Vgl. >Reflexion/Gadamer; HegelVsPlaton: >Reflexion/Hegel.
Gadamer I 415
Sophisten/Sprache/Richtigkeit/Wahrheit/Platon/Gadamer: Kratylos: Wie immer bei Plato hat es (...) einen sachlichen Grund, dass Sokrates so blind ist gegen das, was er widerlegt. >Wort/Platon, >Sprache/Platon, >Richtigkeit/Platon. Kratylos ist sich selbst nicht darüber klar, dass die Bedeutung der Worte nicht einfach mit den genannten Sachen identisch ist, und noch viel weniger ist er sich darüber klar, und das begründet des platonischen Sokrates verschwiegene Überlegenheit, dass der Logos, das Reden und Sprechen und die in ihm vollzogene Offenlegung der Dinge, etwas anderes ist als das Meinen der in den Worten liegenden Bedeutungen - und dass hier erst die eigentliche Möglichkeit der Sprache, Richtiges, Wahres mitzuteilen, ihren Ort hat.
PlatonVsSophisten: Im Verkennen dieser eigentlichen Wahrheitsmöglichkeit der Rede (der wesensmäßig Falschheit, pseudos, als Gegenmöglichkeit zugehört) entspringt eben ihr sophistischer Missbrauch. Wenn der Logos als Darstellung einer Sache (deloma) verstanden
wird, als ihre Offenlegung, ohne dass diese Wahrheitsfunktion der Rede von dem Bedeutungscharakter der Wörter grundsätzlich unterschieden wird, wird eine der Sprache eigene Verwirrungsmöglichkeit eröffnet. Man kann dann meinen, im Wort die Sache zu haben. >Wahrheit/Platon.


1. Menon 80 d ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Sophistik Platon Bubner I 37
DialektikVsRhetorik/Platon/Bubner: die Kenntnis der Methode macht den Philosophen zu einem freien Menschen, während der wirkungsorientierte Redner in den Trug der Worte verstrickt ist. (VsSophisten).
I 38
Sophismus/AristotelesVsPlaton: bedient sich derselben Gründe, um auf Unvollständigkeit der Dialektik zu plädieren, gerade, weil sie es mit der intersubjektiven Redepraxis zu tun hat.
Bubner I 98
Sophismus/Platon/Bubner: auch der Sophist lässt sich nicht ohne weiteres durch empirischen Vergleich widerlegen. Sein Reden muss daraufhin geprüft werden, ob seine Begriffe zusammenpassen. ((s) >Kohärenztheorie/Platon).

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Sprache Platon Gadamer I 409
Sprache/Platon/Gadamer: (Die Antike Philosophie hatte für das, was wir Sprache nennen kein Wort.)
Gadamer I 411
GadamerVsPlaton: vor dem wirklichen Verhältnis von Wort und Sache weicht Plato [im Kratylos](1-3) offenkundig zurück. Hier erklärt er die Frage, wie man das Seiende erkennen kann, überhaupt als ein zu Großes, und dort, wo er davon spricht, wo er also die Dialektik in ihrem wahren Wesen beschreibt, wie in dem Exkurs des 7, Briefes(4) ist die Sprachlichkeit nur als ein äußeres Moment von bedenklicher Uneindeutigkeit anvisiert. Sie zählt zu den Vorwandhaftigkeiten (pro-teinomena), die sich vordrängen und die der wahre Dialektiker hinter sich lassen muss, wie den sinnlichen Augenschein der Dinge. Denken: Das reine Denken der Ideen, die Dianoia, ist als ein Dialog der Seele mit sich selbst stumm (aneu phones).
Logos: Der Logos(5) ist der von solchem Denken ausgehende durch den Mund tönende Strom (rheuma dia tou stomatos meta phthongou). >Sprache und Denken/Platon.
Gadamer I 412
Jedenfalls lesen wir auch dort, wo Plato auf seine Dialektik vordeutend die Diskussionsebene des „Kratylos“ überschreitet, kein anderes Verhältnis zur Sprache, als (...) : Werkzeug, Abbild und Verfertigung und Beurteilung desselben vom Urbild, den Sachen selbst her. Erkenntnis: Er hält also, auch wenn er dem Bereich der Worte (onomata) keine selbständige Erkenntnisfunktion zuerkennt, und gerade, indem er die Überschreitung dieses Bereiches fordert, den Fragehorizont ein, in dem sich die Frage nach der „Richtigkeit“ des Namens stellt.
Richtigkeit: Selbst wenn er (etwa im Zusammenhang des 7. Briefes) von einer naturhaften Richtigkeit der Namen nichts wissen will, hält er doch auch dort ein Gleichheits-Verhältnis (homoion) als Maßstab fest: Abbild und Urbild ist eben für ihn das metaphysische Modell,
in dem er überhaupt allen Bezug auf das Noetische denkt. >Wort/Platon, >Richtigkeit/Platon.


1. Krat. 384 d.
2. Krat. 388 c. 3. Krat. 438 d-439 b.
4. VII. Brief 342ff.
5. soph. 263 e, 264 a.
---

Saussure I 60
Sprache/Kratylos/Platon: Frage: verdankt sich die Bedeutung eines Wortes einer naturhaften oder einer gesellschaftlich-sozialen Genese?

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Sprache Putnam Rorty I 323
Sprache/Putnam/Rorty: wie Wittgenstein und Goodman: Sprache als Abbild der Welt, also irgendeine nichtintentionale Beziehung, ist für die Erklärung des Erwerbs und Verstehens von Sprache nicht brauchbar.
Horwich I 457
Sprache/Putnam: wenn nur Geräusch, dann nichts als Ausdruck unserer Subjektivität. - Statt dessen: Korrektheit: macht Wahrheit zum wertschätzenden Begriff in der Innensicht des Sprachspiels. - RortyVsPlaton: wertende Ausdrücke sind aber nicht Namen esoterischer Entitäten.
Richard Rorty (1986), "Pragmatism, Davidson and Truth" in E. Lepore (Ed.) Truth and Interpretation. Perspectives on the philosophy of Donald Davidson, Oxford, pp. 333-55. Reprinted in:
Paul Horwich (Ed.) Theories of truth, Dartmouth, England USA 1994

Putnam III 124
Sprache/intensional/Davidson: Bsp der neue Minister für Wissenschaftssprache hat die Verwendung von Wörtern, die sich auf Emotionen, Gedanken, und Absicht beziehen, verboten. - Wie sollen wir wissen, ob der Befehl befolgt worden ist, wenn der Beamte nur die neue Sprache spricht? - Die neuen Begriffe können aus seinem Munde kommend dieselbe Rolle spielen wie die alten. - Ähnlich beim Gebrauch von Farbprädikaten.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994
Sprechen Ricoeur Sprechen/Schreiben/Ricoeur: (...) der Übergang vom Sprechen zum Schreiben hat seine Bedingungen in der Theorie des >Diskurses (...), insbesondere in der Dialektik von Ereignis und Bedeutung (...) >Diskurs/Ricoeur, >Dialog/Ricoeur.
Schriften/Plato/Ricoeur: [Platon kritisierte] das Schreiben als eine Art von Entfremdung (...).
Schreiben/RicoeurVsPlaton: Was in der Schrift geschieht, ist die vollständige Manifestation von etwas, das sich in einem virtuellen Zustand befindet, etwas im Entstehen begriffenen und unausgesprochenen, in der lebendigen Sprache, nämlich die Loslösung von der Bedeutung
von dem Ereignis. Aber diese Loslösung ist nicht geeignet, die grundlegende Struktur des Diskurses aufzuheben (...).
Die semantische Autonomie des jetzt erscheinenden Textes wird nach wie vor von der Dialektik von Ereignis und Bedeutung bestimmt. Darüber hinaus kann man sagen, dass diese Dialektik durch das Schreiben offensichtlich und explizit gemacht wird. >Schrift/Ricoeur.
II 34
Sprechen/Referenz/Ricoeur: Im gesprochenen Diskurs ist das letzte Kriterium für den referentiellen Umfang dessen, was wir sagen, die Möglichkeit, das, worauf wir uns beziehen, als ein Mitglied der Situation zu zeigen, die sowohl dem Sprecher als auch dem Zuhörer gemeinsam ist. Diese Situation umgibt den Dialog, und seine Orientierungspunkte können alle durch eine Geste oder durch Zeigen mit dem Finger gezeigt werden. Oder sie können durch Zeigen bezeichnet werden durch den Diskurs selbst durch den (...) Bezug jener Indikatoren, die die Demonstrativen, die Adverbien von Zeit und Ort und die Zeitformen des Verbs einschließen. Schließlich lassen sie sich so definitiv beschreiben, dass innerhalb des gemeinsamen Bezugsrahmens eine und nur eine Sache identifiziert werden kann. >Schrift/Ricoeur, >Literatur/Ricoeur, >Referenz/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Subjekte Hegel Bubner I 184
Subjekt/Objekt/Hegel/Bubner: unter dem Titel des Erkennens bestimmt Hegel das Subjekt/Objekt Verhältnis nach zwei Seiten: Theorie und Praxis. (Nach dem Vorbild AristotelesVsPlatons Trennung des Empirischen und Ideellen). Auch HegelVsKant: "Radikale Trennung der Vernunft von der Erfahrung".
I 185
Subjekt/Objekt/Antike/Bubner: davon hat die ganze Antike, und mit ihr Aristoteles gar nichts gewusst!

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Terminologien Epikur Adorno XIII 212
Intentio obliqua/Epikur/Adorno: Es gibt bei Epikur schon, und das ist hellenistisch und spätanik, jedenfalls in einer rudimentären Gestalt, die Rückfrage auf das Subjekt, auf den Erkennenden; wir nennen das die intentio obliqua. Das Moment der sinnlichen Wahrnehmung wird von ihm viel stärker hervorgehoben als beim Demokrit, es ist bei ihm die alleinige und wahre Quelle der Erkenntnis, der gegenüber der Geist etwas durchaus Abgeleitetes, Unselbständiges, Sekundäres sein soll.
Adorno XIII 217
Doxa/Terminologie/Epikur/Adorno: Es gibt bei Epikur ebenso wie im Platonismus oder bei Aristoteles oder bei den Eleaten die Doxa, die bloße Meinung, den Trug, nur ist die Bedeutung jener genau entgegengesetzt. EpikurVsAristoteles/EpikurVsEleaten/EpikurVsPlaton: Als das trügerische Element der Doxa gilt ihm nicht länger das sinnlich Mannigfaltige. An unseren Wahrnehmungen ist sozusagen falsches Bewusstsein und Irrtum das, was durch unsere Reflexion hereingetragen wird. Der Grund des Scheins ist bei Epikur die Reflexion, das falsche Denken.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Tugenden Thomas v. Aquin Höffe I 147
Tugend/Thomas/Höffe: Thomas pro Aristoteles: In der Tugendlehre folgt Thomas erneut seinem philosophischen Vorbild, insbesondere der Unterscheidung der moralischen von den intel- lektuellen Tugenden und der Bestimmung der moralischen Haltung (habitus) als Mitte.
Thomas pro Platon: Er übernimmt aber das von Platon stammende Quartett von
Kardinaltugenden(1):
Maß (temperantia),
Tapferkeit (fortitudo),
Klugheit (prudentia) und
Gerechtigkeit (iustitia).
ThomasVsPlaton: Im Gegensatz zu Platon
werden diese vier Tugenden durch drei «theologische» Tugenden überboten(2), durch
Glaube (fides),
Hoffnung (spes) und
Liebe (caritas).


1.Thomas Summa la Ilae, qu. 61
2. Ebenda qu. 62


Aquin I
Thomas von Aquin
Über die Herrschaft des Fürsten Stuttgart 1971
Unbewusstes Freud Searle I 197
Searle: Im Gegensatz zu Freuds Begriff des Unbewussten ist der kognitionswissenschaftliche Begriff des Unbewussten nicht potentiell bewusst.
Rorty V 47
Unbewusstes/unbewusst/Rorty: zwei Bedeutungen: 1. Mehrere gut artikulierte Glaubens und Wunschsysteme (durchaus rational).
2. Brodelnde Masse in artikulierter instinkthafter Kräfte, bei denen Widerspruchsfreiheit keine Rolle spielt. Hätte Freud sich auf diese Bedeutung beschränkt, hätte er unser Selbstbild im Wesentlichen unverändert gelassen.
V 47/48
Freud/Rorty: das Neue bei ihm ist, dass das unbewusste Ich kein stummes, störrisches torkelndes Tier ist, sondern ein Intellektuellen ebenbürtiges Gegenüber. Hätte sich die Psychoanalyse auf die Neurosen beschränkt, hätte sie niemals die Aufmerksamkeit der Intellektuellen auf sich gezogen. Unbewusstes/Ich/Rorty: das Unbewusste als rationaler Gegenspieler. Ich kann auch entdecken, dass mein Unbewusstes besser Bescheid wusste als ich selbst. Das diskreditiert die Vorstellung von einem »wahren« Ich.
V 60
FreudVsPlaton/FreudVsKant/FreudVsDescartes/Rorty: das Unbewusste, unser Gewissen, ist nichts Unveränderliches, nicht einmal ein zentraler Teil. Alle Teile sind gleichberechtigt. Mechanisierung, Verfahren, uns selbst zu verändern.
V 61
Def Gewissen/Freud/Rorty: Erinnerungen an idiosynkratische Ereignisse. Kein Ersatz für moralische Überlegung.

Freud I
S. Freud
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse Hamburg 2011

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Universalien Armstrong III 82
Universalien/Armstrong: Universalien müssen instantiiert sein, aber nicht unbedingt jetzt: Def Universale/Armstrong: die wiederholbaren Eigenschaften der raumzeitlichen Welt. - Falsch: anzunehmen, jedem allgemeinen Prädikat entspräche ein Universale: dann gäbe es auch uninstanziierte Universalien, (ArmstrongVs). >Instanziierung. - Welche Universalien es gibt, ist nicht semantisch (a priori) bestimmt - sondern a posteriori: aus Entdeckungen.
Es gibt keine disjunktiven oder negativen Universalien - wohl aber konjunktive und komplexe.
III 88
Stufen/Ebenen/Universalien/Einzeldinge/Armstrong: Universale 1.Stufe: Relation, - 2. Stufe: Notwendigkeit? Einzelding 2. Stufe: = Universale 1. Stufe. Zustand: Bsp Fa oder aRb. ebenso N(F,G) - 1. Stufe: aRb beinhaltet Einzeldinge 1. Stufe, die unter ein Universale 1.Stufe (Relation) fallen.
2. Stufe: N(F,G) involviert Einzeldinge 2. Stufe (nämlich Universalien 1. Stufe!) die unter ein Universale 2. Stufe fallen.
III 99
Prinzip der Invarianz der Ordnungen: wenn ein Universale von Stufe M ein Universale einer Instantiation ist, dann ist es von der Stufe M in allen Instantiationen.
III 118
Universalien/Armstrong: es darf keine uninstanziierten Universalien (uiU) geben. - VsTooley: sein Bsp mit einem Teilchen, das idiosynkratisch mit anderen reagiert, wobei eine unbekannte einfache Eigenschaft emergiert, wozu es aber nie kommt, macht in diesem Fall ein einzelnes uiU als Wahrmacher notwendig, weil der Inhalt des entsprechenden Gesetzes völlig unbekannt ist. >Wahrmacher.
III 120
Uninstanziierte Universalien: sind logisch möglich, aber ein Desaster für die Theorie der Universalien: dann ist nicht auszuschließen, dass überhaupt keine instantiiert sind und trotzdem existieren (>Platonismus). Mögliche Lösung: zu leugnen, dass es absolut einfache Universalien gibt. ((s) Wegen einfacher emergierender Eigenschaften). - Armstrong: das möchte ich nicht - ich weiß nicht, ob es sie gibt.

Place II 57
Universalien/PlaceVsPlaton/Place: statt geteilter Eigenschaften im Fall von Ähnlichkeit mehrerer Einzeldinge: eine Eigenschaft ist ein Kriterium der Zuschreibung von Instanzen. - Die Art "Eigenschaft" hat eine Instanz. - Place pro Universalien in diesem Sinn. (s.o.)
MartinVsArmstrong: nicht "verteilte Existenz" des Universale über verschiedene und unterbrochene Instantiierungen. - Wahrmacher von kontrafaktischen Konditionalen ist die einzelne Instantiierung, nicht ein zwischen den Instanzen gleichbleibendes Universale. - Sonst muss man Realist sein in Bezug auf Kräfte und Tendenzen "in" den Eigenschaften.

Martin I 77
"Geschäftige Welt"/MartinVsArmstrong: die offensichtliche Möglichkeit, dass eine einzelne Universalen-Instanziierung nur kurz dauert, macht es logisch notwendig, das andere Einzeldinge existieren, die die über die Raumzeit verteilten Manifestationen zusammenhalten. - Es scheint doch aber offensichtlich, dass die Welt nicht so geschäftig sein muss. - Lösung/Martin: These: Der Wahrmacher ist die einzelne Instanz selbst. - > II 96, II 102

Martin II 129
Universalien/MartinVsArmstrong: dass es dasselbe Universale sein soll, zählt wenig, solange die Relation immer noch notwendig oder kontingent sein kann.
Martin III 179
Universalien/MartinVsArmstrong: sind mysteriös: das numerisch identische Universale ist nichts mehr als die Instantiierung und besteht nur in den numerisch verschiedenen und nicht-identischen Instanzen.

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Place I
U. T. Place
Dispositions as Intentional States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place II
U. T. Place
A Conceptualist Ontology
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place III
U. T. Place
Structural Properties: Categorical, Dispositional, or both?
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place IV
U. T. Place
Conceptualism and the Ontological Independence of Cause and Effect
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place V
U. T. Place
Identifying the Mind: Selected Papers of U. T. Place Oxford 2004

Martin I
C. B. Martin
Properties and Dispositions
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin II
C. B. Martin
Replies to Armstrong and Place
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin III
C. B. Martin
Final Replies to Place and Armstrong
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin IV
C. B. Martin
The Mind in Nature Oxford 2010
Universalien Place Armstrong III 82
Universalien/Armstrong: Universalien müssen instantiiert sein, aber nicht unbedingt jetzt: Def Universale/Armstrong: die wiederholbaren Eigenschaften der raumzeitlichen Welt. - Falsch: anzunehmen, jedem allgemeinen Prädikat entspräche ein Universale: dann gäbe es auch uninstanziierte Universalien, (ArmstrongVs). >Instanziierung. - Welche Universalien es gibt, ist nicht semantisch (a priori) bestimmt - sondern a posteriori: aus Entdeckungen.
Es gibt keine disjunktiven oder negativen Universalien - wohl aber konjunktive und komplexe.
Armstrong III 88
Stufen/Ebenen/Universalien/Einzeldinge/Armstrong: Universale 1.Stufe: Relation, - 2. Stufe: Notwendigkeit? Einzelding 2. Stufe: = Universale 1. Stufe. Zustand: Bsp Fa oder aRb. ebenso N(F,G) - 1. Stufe: aRb beinhaltet Einzeldinge 1. Stufe, die unter ein Universale 1.Stufe (Relation) fallen.
2. Stufe: N(F,G) involviert Einzeldinge 2. Stufe (nämlich Universalien 1. Stufe!) die unter ein Universale 2. Stufe fallen.
Armstrong III 99
Prinzip der Invarianz der Ordnungen: wenn ein Universale von Stufe M ein Universale einer Instantiation ist, dann ist es von der Stufe M in allen Instantiationen.
Armstrong III 118
Universalien/Armstrong: es darf keine uninstanziierten Universalien (uiU) geben. - VsTooley: sein Bsp mit einem Teilchen, das idiosynkratisch mit anderen reagiert, wobei eine unbekannte einfache Eigenschaft emergiert, wozu es aber nie kommt, macht in diesem Fall ein einzelnes uiU als Wahrmacher notwendig, weil der Inhalt des entsprechenden Gesetzes völlig unbekannt ist. >Wahrmacher.
Armstrong III 120
Uninstanziierte Universalien: sind logisch möglich, aber ein Desaster für die Theorie der Universalien: dann ist nicht auszuschließen, dass überhaupt keine instantiiert sind und trotzdem existieren (>Platonismus). Mögliche Lösung: zu leugnen, dass es absolut einfache Universalien gibt. ((s) Wegen einfacher emergierender Eigenschaften). - Armstrong: das möchte ich nicht - ich weiß nicht, ob es sie gibt.

Place II 57
Universalien/PlaceVsPlaton/Place: statt geteilter Eigenschaften im Fall von Ähnlichkeit mehrerer Einzeldinge: eine Eigenschaft ist ein Kriterium der Zuschreibung von Instanzen. - Die Art "Eigenschaft" hat eine Instanz. - Place pro Universalien in diesem Sinn. (s.o.)
MartinVsArmstrong: nicht "verteilte Existenz" des Universale über verschiedene und unterbrochene Instantiierungen. - Wahrmacher von kontrafaktischen Konditionalen ist die einzelne Instantiierung, nicht ein zwischen den Instanzen gleichbleibendes Universale. - Sonst muss man Realist sein in Bezug auf Kräfte und Tendenzen "in" den Eigenschaften.

Martin I 77
"Geschäftige Welt"/MartinVsArmstrong: die offensichtliche Möglichkeit, dass eine einzelne Universalen-Instanziierung nur kurz dauert, macht es logisch notwendig, das andere Einzeldinge existieren, die die über die Raumzeit verteilten Manifestationen zusammenhalten. - Es scheint doch aber offensichtlich, dass die Welt nicht so geschäftig sein muss. - Lösung/Martin: These: Der Wahrmacher ist die einzelne Instanz selbst. - > II 96, II 102

Martin II 129
Universalien/MartinVsArmstrong: dass es dasselbe Universale sein soll, zählt wenig, solange die Relation immer noch notwendig oder kontingent sein kann.
Martin III 179
Universalien/MartinVsArmstrong: sind mysteriös: das numerisch identische Universale ist nichts mehr als die Instantiierung und besteht nur in den numerisch verschiedenen und nicht-identischen Instanzen.

Place I
U. T. Place
Dispositions as Intentional States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place II
U. T. Place
A Conceptualist Ontology
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place III
U. T. Place
Structural Properties: Categorical, Dispositional, or both?
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place IV
U. T. Place
Conceptualism and the Ontological Independence of Cause and Effect
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Place V
U. T. Place
Identifying the Mind: Selected Papers of U. T. Place Oxford 2004

Armstrong I
David M. Armstrong
Meaning and Communication, The Philosophical Review 80, 1971, pp. 427-447
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Armstrong II (a)
David M. Armstrong
Dispositions as Categorical States
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (b)
David M. Armstrong
Place’ s and Armstrong’ s Views Compared and Contrasted
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (c)
David M. Armstrong
Reply to Martin
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Armstrong II (d)
David M. Armstrong
Second Reply to Martin London New York 1996

Armstrong III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983

Martin I
C. B. Martin
Properties and Dispositions
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin II
C. B. Martin
Replies to Armstrong and Place
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin III
C. B. Martin
Final Replies to Place and Armstrong
In
Dispositions, Tim Crane London New York 1996

Martin IV
C. B. Martin
The Mind in Nature Oxford 2010
Universum Field I 104
Universum/Klassen/Mengen/Modell/alle/Field: So wie das Universum aller Klassen zu groß ist, um ein abzählbares Modell zu bilden, ist es zu groß um eine Klasse zu bilden und daher zu groß, um überhaupt irgendein (überabzählbares) Modell zu bilden.
II 335
Universum/Standard-Platonismus/Field: (These: "Es gibt nur ein Universum") - Problem: PutnamVsPlatonismus: Wie schaffen wir es überhaupt, das "volle" (umfassende) Universum herauszugreifen und einem Teiluniversum gegenüberzustellen, und entsprechend die Standard-Elementbeziehung im Gegensatz zu einer Nicht-Standard-Elementbeziehung? (Putnam 1980) - Putnam: These: Das können wir eben nicht, d.h. dass der "unvollständige Inhalt" der Begriffe "Menge" und "Element von" nicht hinreichend ist, den Wahrheitswert aller mengentheoretischen Sätze festzustellen.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Wesen Hobbes Adorno XIII 245
Wesen/Erscheinung/HobbesVsPlaton/Hobbes/Adorno: das Verhältnis von Wesen und Erscheinung wird gegenüber der platonischen Tradition umgekehrt: zum Wesen wird das gemacht, was dort Erscheinung ist, nämlich die Körperwelt, und umgekehrt das zur Erscheinung, was dort Wesen ist, nämlich die Weise der geistigen Auffassung oder auch geistige Tätigkeit.

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Wirklichkeit Deutsch I 105
Kriterium für Wirklichkeit: etwas, dass zurückstoßen kann, existiert. Aber auch Dr. Johnson und stieß nicht direkt gegen den Stein. Er stieß nur einige Nerven an usw.
I 107
Def Wirklichkeit:wenn eine Größe nach der einfachsten Erklärung komplex und autonom ist, dann ist sie wirklich.
I 111
Theorie: je fundamentaler eine Theorie ist, desto umfassender sind die Beobachtungen, die für sie eine Rolle spielen. Die physikalische Wirklichkeit ist also in mehrfacher Weise selbstähnlich.
Schließlich muss nicht alles, was wirklich ist, leicht zu identifizieren sein.
I 119
Simulation:Ein Wirklichkeitssimulator vermittelt dem Rezipienten indirekt sowohl interne als auch externe Erfahrungen, aber er lässt sich nicht so programmieren, dass er eine bestimmte interne Erfahrung simuliert! Roulette-Bsp.Tennis-Bsp.-Rahmenbedingungen festgelegt, Spielverlauf muß offen sein.Das setzt voraus, dass die abstrakten Gesetze selbst und nicht nur ihre Vorhersagekraft in der virtuellen Realität simuliert werden können.
Leben = Simulation: beide Verkörperung von Theorien über die Umwelt
I 190
Was nur in den Gesetzen der klass. Physik vorkommt, existiert nicht in der Wirklichkeit. Echte Wirbelstürme und Schmetterlinge gehorchen den Gesetzen der Quantentheorie, nicht denen der klassischen Mechanik.
I 225/26
Platons scheinbare Widerlegung, dass die Methoden der Naturwissenschaft zu mathematische Wahrheit führen könnten: wir können nichts über vollkommene Kreise wissen, weil wir nur zu unvollkommenen Kreisen Zugang haben. DeutschVsPlaton: dann könnten wir auch nur ungenaue Werkzeugmaschinen bauen, weil man die ersten mit ungenauen Werkzeugen bauen lässt. Also gäbe es keine Möglichkeit der Selbstkorrektur.

Deutsch I
D. Deutsch
Die Physik der Welterkenntnis München 2000
Wissen Aristoteles Bubner I 118
Wissen/Aristoteles: das außerhalb wissenschaftlicher Beweise verfügbare Wissen stellt die Verbindung der Wissenschaftstheorie mit der allgemeinen Ontologie her.
I 119
Wissen/AristotelesVsPlaton (Menon): kein Wissen entsteht aus nichts. Bei Syllogismus und Epagogé (heute umstritten, ob als Induktion aufzufassen) gibt es Vorwissen.
I 120
Epagogé/Aristoteles/Bubner: entsteht aus der rhetorischen Übung des Beibringens von Beispielen. Hinführung. Nicht strenge Induktion im heutigen Sinn des Verhältnisses von Allaussagen und Einzelfällen. Bei Aristoteles: kein vergleichbares Subsumtionsverhältnis.
Vorwissen/Aristoteles: woher stammt es? Das konkrete Einzelne ist uns aus der Sinneserfahrung immer schon vertraut. Aber das Allgemeine?
Allgemeinheit/Wissen/AristotelesVsPlaton: VsAnamnesis: auch Wissen über das Allgemeine stammt aus sinnlicher Erfahrung und eben Epagogé.
I 149
Wissen/Metaphysik/Aristoteles/Bubner: um wirklich und endgültig zu wissen, bedarf es der Sicherheit, dass das Wissen ganz zu sich gekommen, indem auch das noch erkannt wird, woraus sich alles schon existente Wissen erklärt. Solche Sicherheit lässt sich nicht von außen bestimmen, sie muss im Wissen selber gefunden werden.


Gadamer I 317
Wissen/Aristoteles/Gadamer: Die menschliche Gesittung ist von der Natur dadurch wesentlich unterschieden, dass sich in ihr nicht einfach Fähigkeiten oder Kräfte auswirken, sondern dass der Mensch erst durch das, was er tut und wie er sich verhält, zu
Gadamer I 318
einem solchen wird, der so geworden, d. h. aber: so seiend, sich in bestimmter Weise verhält. [Wie kann] es von dem sittlichen Sein des Menschen ein theoretisches Wissen geben (...) und welche Rolle [spielt] Wissen (d. h. „Logos“) für das sittliche Sein des Menschen (...)? Allgemeines/Besonderes: Wenn das Gute für den Menschen jeweils in der Konkretion der praktischen Situation begegnet, in der er sich befindet, so muss das sittliche Wissen eben dies leisten, der konkreten Situation gleichsam anzusehen, was sie von ihm verlangt. Anders ausgedrückt, der Handelnde muss die konkrete Situation im Lichte dessen sehen, was von
ihm im allgemeinen verlangt wird. Das heißt aber negativ, dass ein Wissen im allgemeinen, das sich nicht der konkreten Situation zu applizieren weiß, sinnlos bleibt, ja die konkreten Forderungen, die von der Situation ausgehen, zu verdunkeln droht. Dieser Sachverhalt, der das Wesen der sittlichen
Besinnung ausspricht, macht eine philosophische Ethik nicht nur zu einem methodisch schwierigen Problem, sondern gibt dem Problem der Methode zugleich eine moralische Relevanz. >Ethik/Aristoteles.
Gadamer I 319
Aristoteles bleibt insofern Sokratiker, dass er das Wissen als ein Wesensmoment des sittlichen Seins festhält (...). Gadamer: Das sittliche Wissen, wie es Aristoteles beschreibt, ist offenkundig kein gegenständliches Wissen. Der Wissende steht nicht einem Sachverhalt gegenüber, den er nur feststellt, sondern er ist von dem, was er erkennt, unmittelbar betroffen.
Wissenschaft/Wissen/Gadamer: Dass das nicht das Wissen der Wissenschaft ist, ist klar. Insofern ist die Abgrenzung, die Aristoteles zwischen dem sittlichen Wissen der „Phronesis“und dem theoretischen Wissen der „Episteme“ vornimmt, einfach, insbesondere wenn man bedenkt, dass für die Griechen Wissenschaft, durch das Vorbild der Mathematik repräsentiert, ein Wissen vom Unveränderlichen ist, ein Wissen, das auf Beweis beruht und das daher jeder lernen kann. Dagegen: Siehe >Techne/Aristoteles.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Wissen Newell, A./Simon, H. Münch III 74
Wissen/Suchen/Erkennen/Menon/Sokrates: wie willst Du das suchen, wovon du nicht weißt, was es ist? Und wenn Du es findest, wie willst Du erkennen, dass es das ist, was du nicht wusstest?
Lösung/Platon: die berühmte Theorie der Wiedererinnerung.

Wissen/Suchen/Erkennen/Newell/SimonVsPlaton: heute viel einfacherer Erklärung: ein Problem darstellen heißt,
1. einen Test für ein Klassen von Symbolstrukturen (Lösungen) und
2. ein Verfahren zur Erzeugung von Symbolstrukturen zu bezeichnen.
Warum bringen wir nicht sofort einen Ausdruck hervor, der die Lösung bezeichnet? Das machen wir, wenn wir wünschen und träumen.
Aber: zu wissen, wie wir etwas testen würden, wenn wir es hätten, heißt nicht, dass wir wissen, wie es entwickelt wird.
Es gibt Zugverfahren, aber kein Verfahren für Gewinnzüge.
Vor dem Zugverfahren muss es einen Problemraum geben.
Def Züge/Zug/Newell/Simon: sind Umwandlungen von Problemraumsituationen.
Symbolsysteme: garantieren, dass sie Problemräume repräsentieren können und Zugverfahren besitzen.


Allen Newell/Herbert Simon, “Computer Science as Empirical Inquiry: Symbols and Search“ Communications of the Association for Computing Machinery 19 (1976), 113-126 - dt.: Computerwissenschaft als empirische Forschung (1976) in Dieter Münch (Hrsg.) Kognitionswissenschaft Frankfurt 1992
Wissen Platon Bubner I 35
Wissen/Höhlengleichnis/Platon/Bubner : das von den Wenigen erlangte Wissen darf nicht zur theoretischen Selbstgenügsamkeit verführen. Die seltene Einsicht in das Wesen des Guten ist politisch umzusetzen! es geht nicht um Wertneutralität eines höchsten Gegenstands.
Die Philosophen müssen wieder hinuntersteigen, um das Leben mit den Mitgefangenen zu teilen. Dazu verpflichtet sie die Eigenart dessen, was sie gesehen haben!(Gut).
Vernünftig handeln kann nämlich nur der, der ein Ziel im Leben hat.(Vernunft).
Zammenfassung: die Idee des Guten muss wörtlich verstanden werden. Die gleichnishafte Einkleidung verweist nicht auf eine ontologische Geheimlehre.
Der Philosoph, der mit dieser Frage nach Sinn und Zweck der Theorie die Möglichkeiten der Theorie selber relativiert, wird zum Dialektiker. (Dialektik).
I 119
Wissen/Menon/Platon: Aporie: entweder kann man gar nichts lernen, oder nur das. was man schon weiß. Platon antwortet darauf mit dem Mythos von der Anamnesis. (Erinnerung aus früherem Leben der Seele).
Wissen/AristotelesVsPlaton (Menon): kein Wissen entsteht aus nichts.
Bei Syllogismus und Epagogé (heute umstritten, ob als Induktion aufzufassen) gibt es Vorwissen.



Gaus I 311
Wissen/Herrschaft/Platon/Keyt/Miller: Im Staatsmann [Politikos] verfolgt der Eleatische Fremde die Idee der Herrschaft der Vernunft bis zu ihrem logischen Terminus und zieht daraus den Schluss, dass in der Republik stillschweigend bleibt - dass Wissen allein schon eine ausreichende Gewähr für die Anwendung von Gewalt, sogar tödlicher Gewalt, bietet, wenn die Überzeugungskraft versagt (zum Gegensatz siehe Plt. 296bl, 304d4). Es liegt im Rahmen der Gerechtigkeit, so der Eleatische Fremde, dass der wahre Staatsmann, der die politische Kunst besitzt und "wahrhaftig und nicht nur scheinbar ein Wissender" ist, mit oder ohne Gesetz, mit oder ohne Zustimmung seiner Untertanen seine Polis durch Tötung oder Verbannung einiger ihrer Mitglieder reinigen kann (Plt. 293a2-e2).
Die einzig wahre Verfassung ist die, die von einer solchen Person regiert wird. Da solche Personen überaus selten sind (Plt. 292el-293a4, 297b7-c2), ist eine zentrale Frage, wie eine Polis, die eines wahren Staatsmannes beraubt ist, an der Vernunft teilhaben kann. Die Antwort des eleatischen Fremden lautet, dass sie durch das Gesetz teilen kann, wobei das Gesetz eine Imitation der Wahrheit ist, die der wahre Staatsmann begriffen hat (Plt. 300c5-7, 300el 1-301a4).
Nachahmung: Da der wahre Staatsmann ohne Gesetz herrscht, gibt es einen besseren und einen schlechteren Weg, ihn nachzuahmen. Die Herrscher einer Polis können die Herrschaft der Vernunft imitieren, indem sie nach der Reflexion der Vernunft im Recht entscheiden, oder sie können die Gesetzlosigkeit der Vernunft imitieren, indem sie im Widerspruch zum Recht entscheiden (Plt. 300e7-301 c5). Da die Herrscher einer, wenige oder viele sind, gibt es drei gute und drei schlechte Imitationen der einzig wahren Verfassung. Da die Herrschaft umso stärker ist, je weniger die Herrscher sind, bilden die sechs Imitationen eine Hierarchie, wobei weniger Herrscher besser sind, wenn die Herrschaft dem Gesetz entspricht, aber schlechter, wenn sie dem Gesetz zuwiderläuft (Plt. 302b5- 303b5).


Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Wissenschaft Aristoteles Gadamer I 357
Wissenschaft/Aristoteles/Gadamer: Aristoteles hat für die Logik [des] Verfahrens [der Induktion] ein sehr schönes Bild. Er vergleicht die vielen Beobachtungen, die einer macht, mit einem fliehenden Heer. Heer. (...) wenn in dieser allgemeinen Flucht doch einmal eine Beobachtung sich in wieder-
Gadamer I 358
holter Erfahrung bestätigt, dann bleibt sie stehen. Damit setzt an diesem Punkt gleichsam ein erster Stillstand in der allgemeinen Flucht ein. Wenn sich ihm nun andere anreihen, so kommt am Ende das ganze Heer der Fliehenden zum Stehen und gehorcht wieder der Einheit des Kommandos. Die einheitliche Beherrschung des Ganzen versinnbildlicht hier, was Wissenschaft ist. Das Bild soll zeigen, wie es überhaupt zur Wissenschaft, d. h. zur allgemeinen Wahrheit, kommen kann, die von der Zufälligkeit der Beobachtungen nicht abhängen darf, sondern in wirklicher Allgemeinheit
gelten soll.



Bubner I 120
Epagogé/Aristoteles/Bubner: Epagogé entsteht aus der rhetorischen Übung des Beibringens von Beispielen. Hinführung. Nicht strenge Induktion im heutigen Sinn des Verhältnisses von Allaussagen und Einzelfällen. Bei Aristoteles: kein vergleichbares Subsumtionsverhältnis.
Vorwissen/Aristoteles: woher stammt es? Das konkrete Einzelne ist uns aus der Sinneserfahrung immer schon vertraut. Aber das Allgemeine?
Allgemeinheit/Wissen/AristotelesVsPlaton: VsAnamnesis: auch Wissen über das Allgemeine stammt aus sinnlicher Erfahrung und eben Epagogé.
Wissenschaft/Aristoteles: Prinzipien als Basis können nicht Gegenstand der Wissenschaft sein. DF. Sie entstammen der Induktion und sind aber intuitiv zu erfassen.
I 123
BaconVsAristoteles: "Novum Organon" (!620): Überdruss an scholastischem Formelkram. Hinwendung zu Empirie und Realitätssinn. "Wenn erst einmal die Menschen vom Urteil eines anderen abhängig geworden sind, (Senatoren ohne Stimmrecht) dann mehren sie die Wissenschaft nicht mehr, sie beschränken sich darauf, gewissen Schriftsteller zu rühmen..."
Bacon: pro Induktion aus konkret sinnlich Gegebenem, Vs unfruchtbare Dialektik des Aristoteles, die aus Syllogismen besteht.
Wissenschaft/Antike/Bubner: hat durchaus das Eigentümliche kindlicher Welterforschung an sich. Fruchtbar an Streitfragen, arm an Werken. klebt für Jahrhunderte fest.
Künste/Antike/Bubner: im Gegensatz zur Wissenschaft waren sie auffallend lebendig.
I 147
Wissenschaft/Aristoteles/Bubner: jede Einzelwissenschaft hat es mit Wirklichkeit zu tun, aber keine mit der Wirklichkeit an sich, sondern nur mit dem gewählten Aspekt. "Sie schneiden aus dem Seienden einen Teil heraus und betrachten ihn hinsichtlich des ihm Zukommenden." Auch die Summe der Einzelwissenschaften wird die Begrenzung nie überwinden, die in der Spezialisierung liegt.
Die Frage nach der Wirklichkeit dahinter lässt sich im Umkreis des vorliegenden Wissens gar nicht stellen.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Wissenschaft Heidegger Gadamer I 263
Wissenschaft/Objektivität/Heidegger/Gadamer: Diltheys Bestreben, die Geisteswissenschaften aus dem Leben verständlich zu machen und von der Lebenserfahrung den Ausgang zu nehmen, war (...) mit dem cartesianischen Wissenschaftsbegriff, an dem er festhielt, nie zu wirklichem Ausgleich gelangt. Heidegger konnte demgegenüber insofern schon ganz anders beginnen, als (...) bereits Husserl den Rückgang auf das Leben zu einem schlechterdings universalen Arbeitsthema gemacht und damit die Einengung auf die Frage der Methoden der Geisteswissenschaften hinter sich gelassen hatte. Seine Analyse der Lebenswelt und der anonymen Sinnstiftung, die den Boden aller Erfahrung bildet, gab der Frage nach der Objektivität in den Geisteswissenschaften einen ganz neuen Hintergrund.
Objektivität/Husserl: [Husserls Analyse] ließ den Objektivitätsbegriff der Wissenschaft als einen Sonderfall erscheinen. (>Objektivität/Husserl). Die Wissenschaft ist alles andere als ein Faktum, von dem auszugehen wäre. Die Konstitution der wissenschaftlichen Welt stellt vielmehr eine
eigene Aufgabe dar, die Aufgabe nämlich, die Idealisierung, die mit der Wissenschaft gegeben ist, aufzuklären. Aber diese Aufgabe ist nicht die erste. Im Rückzug auf das „leistende Leben“ (>Leben/Husserl) erweist sich der Gegensatz von Natur und Geist als nicht letztgültig. Sowohl die Geisteswissenschaften als auch die Naturwissenschaften sind aus den Leistungen der Intentionalität des universalen Lebens, also aus einer absoluten Historizität, abzuleiten. Das ist
das Verstehen, in dem sich die Selbstbesinnung der Philosophie allein Genüge tut.
Zeitlichkeit des Verstehens/Heidegger/Gadamer: (...) die Erkenntnisweise der Naturwissenschaften [wird] als eine Abart von Verstehen sichtbar, »die sich in die rechtmäßige Aufgabe einer Erfassung des Vorhandenen in seiner wesenhaften
Gadamer I 264
Unverständlichkeit verlaufen hat.“(1) Verstehen/HeideggerVsDilthey/HeideggerVsHusserl: Verstehen (...) ist die ursprüngliche Vollzugsform des Daseins, das In-der-Weltsein (...). >Hermeneutik/Heidegger.
Gadamer I 459
Wissenschaft/Heidegger/Gadamer: Heidegger hat (...) in „Sein und Zeit“ wie mir scheint, den Gesichtspunkt gewonnen, unter dem sich sowohl der Unterschied wie auch das Verbindende zwischen griechischer und moderner Wissenschaft denken lässt. Als er den Begriff der Vorhanden- heit als einen defizienten Modus von Sein aufwies und als den Hintergrund der klassischen Metaphysik und ihrer Fortwirkung im Subjektivitätsbegriff der Neuzeit erkannte, war er einem ontologisch richtigen Zusammenhang zwischen der griechischen Theoria und der modernen Wissenschaft gefolgt.
Im Horizont seiner temporalen Interpretation des Seins ist die klassische Metaphysik als Ganze eine Ontologie des Vorhandenen und die moderne Wissenschaft, ohne es zu ahnen, ihr Erbe. In der griechischen Theoria selbst lag aber gewiss etwas anderes noch. Theoria erfasst nicht so sehr Vorhandenes, als vielmehr die Sache selbst, die noch die Würde des „Dinges“ hat. Dass die Erfahrung des Dinges mit der bloßen Feststellbarkeit des puren Vorhandenseins so wenig zu tun hat wie mit der Erfahrung der sogenannten
I 460
Erfahrungswissenschaften, hat gerade der spätere Heidegger selber betont.(2) Gadamer: So werden wir wie die Würde des Dings auch die Sachlichkeit der Sprache von dem Präjudiz gegen die Ontologie des Vorhandenen und in eins damit von dem Begriff der Objektivität freihalten müssen.


1. Heidegger, Sein und Zeit S. 153.
1. Vgl. über „das Ding“ Vorträge und Aufsätze, S. 164f. Hier wird die summarische Zusammenschau der „Theoria“ mit der „Wissenschaft vom Vorhandenen“ die „Sein und Zeit“ vorgenommen hatte, unter der Fragestellung des späteren Heidegger aufgelöst (vgl. auch ebenda S. 51 f.). (Vgl. auch mein Nachwort zu M. Heideggers Kunstwerk-Aufsatz, Stuttgart 1960 (Reclam), S. 102—125,jetzt in „Heideggers Wege. Studien zum “Spätwerk“, Tübingen 1983, S. 81-92; Bd. 3 der Ges. Werke.)


Rorty II 65
Wissenschaft/Heidegger/Derrida: harte Wissenschaften sind Handlanger des technischen Fortschritts, keine Ausblicke auf die unverhüllte Realität. Kierkegaard/NietzscheVsPlaton, NietzscheVsAristoteles: Streben nach objektiver Wahrheit ist nicht die lohnendste und menschlichste Tätigkeit.

Figal I 107f
Wissenschaft/Heidegger: »sie gibt ein Bild« für das Handeln. In der Orientierung am Bild liegt noch »Befangenheit«.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Figal I
Günter Figal
Martin Heidegger zur Einführung Hamburg 2016
Wort Gottes Nikolaus von Cues Gadamer I 438
Wort Gottes/Cusanus/Gadamer: Das göttliche Wort schafft zwar die Welt, aber nicht in einer zeitlichen Abfolge von Schöpfungsgedanken und Schöpfungstagen. Der menschliche Geist dagegen besitzt das Ganze seiner Gedanken nur im zeitlichen Nacheinander. Gadamer: Gewiss ist das kein rein zeitliches Verhältnis, wie wir schon bei Thomas sahen. Cusanus hebt das entsprechend hervor. Es ist wie mit der Zahlenreihe, Auch deren Erzeugung ist nicht eigentlich ein zeitliches Geschehen, sondern eine Bewegung der Vernunft. Die gleiche Bewegung der Vernunft sieht Cusanus dort am Werke, wo die Gattungen und Arten so, wie sie unter das Wort fallen, aus dem Sinnlichen herausgebildet und in die einzelnen Begriffe und Worte
Gadamer I 439
entfaltet werden. Auch sie sind entia rationis. Emanation/Nikolaus von KuesVsNeuplatonismus/CusanusVsNeuplatonismus/Gadamer: So platonisch-neuplatonisch diese Rede von Entfaltung klingen mag, in Wahrheit hat der Cusaner das emanatistische Schema der neuplatonischen Explikationslehre im entscheidenden Punkt überwunden. Er spielt nämlich gegen sie die christliche Lehre vom Verbum aus.(1) >Emanation.
Wort/Cusanus: Das Wort ist ihm kein anderes Sein als der Geist, keine geminderte oder abgeschwächte Erscheinung desselben.
ChristentumVsPlatonismus: Das zu wissen, macht für den christlichen Philosophen seine Überlegenheit über die Platoniker aus. Entsprechend ist auch die Vielheit, in die sich der menschliche Geist entfaltet, kein bloßer Abfall von der wahren Einheit und kein Verlust
seiner Heimat.
Complicatio/Cusanus: Vielmehr musste die Endlichkeit des menschlichen Geistes, so sehr dieselbe immer auf die unendliche Einheit des absoluten Seins bezogen blieb, ihre positive Legitimierung finden. Das ist im Begriff der complicatio angelegt, und von diesem Punkte aus gewinnt auch das Phänomen der Sprache einen neuen Aspekt. Es ist der menschliche Geist, der zugleich zusammenfasst und entfaltet. Die Entfaltung in die diskursive Mannigfaltigkeit ist nicht nur eine solche der Begriffe, sondern erstreckt sich bis ins Sprachliche hinein. Es ist die Vielheit möglicher Benennungen - je nach der Verschiedenheit der Sprachen -, die die begriffliche Differenzierung noch potenziert.


1. Philosophi quidem de Verbo divino et maxlmo absoluto sufficienter instructi non erant . . . Non sunt igitur formae actu nisi in Verbo ipsum Verbum . . . De Doct. Ign. II, cap. IX.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Zahlen Black II 125
Zahlennamen/Black: anders als Namen für physikalische Gegenstände: Bsp "Zwei Menschen kamen herein": hier ist "zwei" ein Adverb! - Das kann transformiert werden in "einer und noch einer". - Das geht nicht bei "rot". - BlackVsFrege: das zeigt, dass Zahlen keine besonderen Gegenstände sind. - BlackVsPlatonismus.

Black I
Max Black
"Meaning and Intention: An Examination of Grice’s Views", New Literary History 4, (1972-1973), pp. 257-279
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg) Frankfurt/M 1979

Black II
M. Black
Sprache. Eine Einführung in die Linguistik München 1973

Black III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983

Black IV
Max Black
"The Semantic Definition of Truth", Analysis 8 (1948) pp. 49-63
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
Zweite Natur McDowell I 19
Def zweite Natur/McDowell: Natur schließt die zweite Natur ein, die durch begriffliche Fähigkeiten erworben wird, deren wechselseitige Beziehungen in den logischen Raum der Gründe gehören. Zweite Natur/(s): verinnerlichter Hintergrund von Normen, die aus der Natur entlehnt wurden.
I 109/110
Zweite Natur/McDowell: sie kann nicht frei über den Möglichkeiten schweben, die zum normalen menschlichen Organismus gehören. >Bildung.
I 114
Zweite Natur/McDowell: Unsere Bildung aktualisiert einige der Potentiale, mit denen wir geboren wurden. Aber: Tier/Mensch/McDowell: das ist kein Hinzufügen zu unserer animalischen Natur. Keine Beimengung.
I 118
Zweite Natur/McDowell: These: Es gibt Vorschriften der Natur, egal ob man für sie empfänglich ist oder nicht. Das ist die Folge richtiger Erziehung. "Naturalismus der zweiten Natur", "Naturalisierter Platonismus". Naturalisierter Platonismus/McDowell: die Struktur des Raums der Gründe besitzt Autonomie.
Er läßt sich aber nicht aus Wahrheiten über den Menschen ableiten.
Er ist nicht ungezügelt: nicht isoliert vom "bloß Menschlichen". (Statt dessen: Empfänglichkeit durch Erziehung).
I 121
McDowellVsPlatonismus: jeder Platonismus hat zur Folge, dass sich die Normen auf der gegenüberliegenden Seite des Abgrunds befinden. Wittgensteins Quietismus erkennt das als Scheinproblem. Bedeutung/McDowellVsDualismus: Lösung: zweite Natur. Die Idee der Bildung sorgt dafür, dass die Autonomie der Bedeutung nicht inhuman ist. Das lässt keine echten Fragen über Normen aufkommen.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Platonismus Field, Hartry I 44
Um VsPlatonismus Erfolg zu haben, müssen wir auch zeigen, dass Mathematik verzichtbar ist in Wissenschaft und Metalogik. Dann haben wir Grund, nicht buchstäblich an Mathematik glauben zu müssen. >Unverzichtbarkeitsargument.
I 45
Wenn das gelingt, können wir hinter den Agnostizismus gelangen.
I 186
Def moderater Platonismus/mP/Field: die These, daß es abstrakte Objekte wie Zahlen gibt. Dann glaubt man vermutlich auch, daß es Relationen physikalischer Größe zwischen Gegenständen und Zahlen gibt. (Aber nur abgeleitet): Bsp "Masse in Kilogramm" ist dann Relation zwischen einem gegebenen physikalischen Objekt und der reellen Zahl 15,2.
Bsp "Abstand in Metern" ist eine Relation zwischen zwei Objekten ((s) auf der einen Seite) und der reellen Zahl 7,4.
Der Unterschied zum Hochleistungsplatonismus (HLP) liegt in der Haltung zu diesen Relationen:
mP: These das sind konventionelle Relationen, die von grundlegenderen Relationen, die zwischen physikalischen Gegenständen allein bestehen, abgeleitet sind.
Def Hochleistungs-Platonismus/Heavy-Duty-Platonism/Field: leugnet das und nimmt die Relationen zwischen Gegenständen und Zahlen als nackte Tatsache, die nicht in anderen Begriffen erklärbar ist.
Aufgebläht könnte man das als "platonistische Teilhabe" erklären.
II 332
Standard-Platonismus: These mathematische Theorien wie Mengenlehre oder Theorie der reellen Zahlen sind über verschiedene mathematische Bereiche, oder zumindest über bestimmte Strukturen, denn es gibt keine Notwendigkeit anzunehmen, daß isomorphe Bereiche (d.h. Bereiche mit derselben Struktur) mathematisch ununterscheidbar wären. Damit sollen "Bereiche" nicht als Mengen angenommen werden.
II 333
Def "Platonismus der Vollkommenheit": (plenitude): postuliert eine Menge mathematischer Objekte. These wann immer wir eine konsistente rein-mathematische Theorie haben, dann gibt es mathematische Objekte, die die Theorie erfüllen unter einer Standard-Erfüllungsrelation. Platonismus der Vollkommenheit/PdV: legt aber auch nahe, These daß wir alle Quantoren über mathematische Entitäten so betrachten können,
I 334
daß sie implizit beschränkt sind durch ein Prädikat, dem alle anderen Prädikaten von mathematischen Entitäten untergeordnet sind: "überwölbendes" Prädikat: ist dann zwischen den verschiedenen mathematischen Theorien verschieden. Diese Theorien konfligieren dann nicht mehr.
II 335
Universum/Standard-Platonismus/Field: (These "Es existiert nur 1 Universum"). Problem/PutnamVsPlatonismus: wie schaffen wir es überhaupt, das "volle" (umfassende) Universum herauszugreifen und einem Teiluniversum gegenüberzustellen, und entsprechend die Standard-Elementbeziehung im Gegensatz zu einer Nicht-.Standard-Elementbeziehung? (Putnam 1980). (Hier aus der Perspektive von "1 Universum" gestellt).
Putnam: These: das können wir eben nicht.
Nominalismus Rorty, R. II 124
Def Nominalismus/Rorty: die These, alle Wesenheiten seien nominaler Art und alle Notwendigkeiten de dicto. Keine Gegenstandsbeschreibung trifft in höherem Maße die eigentliche Natur eines Gegenstands als irgend eine andere Beschreibung. NominalismusVsPlaton/Rorty: die Natur kann nicht an ihren Gelenken zergliedert werden.

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren angrenzender Fachgebiete:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Wissenschaft Platon Danto I 51
WittgensteinVsPlaton: seine These von der wissenschaftlichen Erfassung der Formen ist genau die Verwechslung von Wissenschaft und Philosophie.

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005