Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]


 

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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 24 Einträgen:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Bedeutung Quine
 
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Willard V. O. Quine
Davidson: I 143
Quine verbindet Bedeutung und Inhalt mit dem Feuern von Sinnesnerven (Kompromissvorschlag) Dadurch wird seine Erkenntnistheorie naturalistisch. (laut Rorty): Begriff, Bedeutung: Quine: bloß eine Spezies von Intentionen. Und alle Intentionen sollen gekippt werden. "Bedeutet", "glaubt" und »wünscht« haben keine behavioralen Äquivalente. "Meinung" und "Wunsch" sind ebenso entbehrlich wie die Begriffe "Begriff" und "Anschauung".
- - -
Quine I 89f
Reizbedeutung ist unabhängig von der Zahl der Sprecher. - Beobachtungsnähe: gesellschaftlich: Ähnlichkeit der Reizbedeutung innerhalb der Gemeinschaft - Beobachtungsnähe hoch: Farben - niedrig: "Junggeselle".
I 92
Reizsynonymie: für jeden Sprecher:"Junggeselle" = "Unverheirateter Mann" - Aber die Reizbedeutung ist nicht gleich für verschiedene Sprecher!
I 92
Gaurisankar: Gelegenheitssätze schließen sich aus. Nach Entdeckung fallen Reizbedeutungen zusammen. x Bedeutung von "Neutrino" nicht sprachneutral! nicht übersetzbar in Eingeborenensprache - Theorie ewig unterbestimmt, - echte kulturelle Gegensätze - Synonymie undefinierbar - Wahrheit von wissenschaftliche Methode undefinierbar! (nur innerhalb der Theorie).
I 317
Gesetze: aus Bedeutung von Termini! Dass Sokrates nur auf einen zutrifft, ist nicht so zufällig - Gesetz aus der Bedeutung des allgemeinen Terms - nicht aus den Umständen.
II 61ff
Benennen: Name oder singulärer Term - Bezeichnen: Prädikat - beides ist Bezugnahme, nicht Bedeutung.
II 61 ff
Bedeutung: etwas, das ein Ausdruck haben kann, als etwas Äußerliches - Homonyme haben verschiedene Bedeutungen. - Der Ausdrucksbegriff darf den Bedeutungsbegriff nicht voraussetzen - Schlüssel: Ersetzbarkeit (bei Bejahung, nicht absolut). "Bedeuten" ist intransitiv - bei gleicher Bedeutung folgt nicht ein gemeinsames Ding - jetzt aber: nach Voraussetzung von "Gleichbedeuten" können wir eine Bedeutung annehmen! (Ontologie).
VI 74
Def Bedeutung/Quine: Klasse aller mit einem Ausdruck bedeutungsgleichen Ausdrücke.- Kann man dann ein Ding a als Klasse aller a-gleichen Dinge definieren? - Nein, weil ein Hund nicht mit der Klasse der Hunde gleichgesetzt werden kann.
VI 75
Bedeutung/Quine: nur prüfbare Sätze haben empirischen Gehalt - Problem: Bedeutung von Junktoren usw. - Lösung: Substitutivität? - geht nicht von Sprache zu Sprache.
XII 94f
Bedeutung/Erfahrung/Holismus/QuineVsPeirce: wenn Bedeutung das ist, was einen Unterschied für die Erfahrung macht, dann betrifft das ganze Theorien, nicht einzelne Erfahrungssätze. - Pro: das ist dann die Erfahrungsgrundlage. - Falsifikation/QuineVsPopper: zeigt nur die Falschheit einer oder mehrerer Aussagen, aber nicht welcher.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003
Beobachtung Lakatos
 
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Hacking I 286
Beobachtung/LakatosVsPopper: Falsifikationismus kann nicht richtig sein, weil er die Unterscheidung von Theorie und Beobachtung voraussetzt. Die schlichte Regel, wonach der Mensch denkt und die Natur lenkt, sei nicht haltbar. Zwei falsche Annahmen: 1. Es gebe eine psychologische Grenze zwischen spekulativen und beobachtungsbezogenen Sätzen
2. Die Annahme, dass Beobachtungsaussagen durch Fakten bewiesen werden könnten.
HackingVsLakatos: diese Annahmen werden nun seit 15 Jahren verhöhnt, doch Lakatos' Argumentation ist oberflächlich. Er hat nur ein einziges Bsp: Galileis Beobachtung von Sonnenflecken durch ein Fernrohr:
Sehen/Lakatos: Das könne kein reines Sehen gewesen sein.

Laka I
I. Lakatos
The Methodology of Scientific Research Programmes: Volume 1: Philosophical Papers (Philosophical Papers (Cambridge)) Cambridge 1980
Definitionen Popper
 
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Mayr I 92
Popper: war grundsätzlich VsDefinitionen
I 364
Gegensatz Bedeutung Wahrheit. Erforschung der Bedeutungen führe zu nichts, Wissenschaft habe es allein mit Wahrheit zu tun. MayrVsPopper.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Erklärungen Hacking
 
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I 98 ff
Gute Erklärung/Hacking: zeigt Zusammenhang - aber: dieselben Entitäten können immer anders erklärt werden - daher: VsReichenbach/VsSalmon: dass man auf verschiedenen Wegen zur selben Zahl kommt, beweist nichts - petitio principii.
I 98
Wirklichkeit gehört nicht zur Erklärung.
I 100
Daraus folgt: VsKonvergenztheorie: nur kumulativ - Konvergenz: ist selbst keine Ausrichtung auf Konvergenz.
I 103
VsPopper: Erfolg ist keine Bestätigung einer Erklärung - er zeigt höchstens, dass wir vernünftig in einer vernünftigen Welt sind. (> Angemessenheit, wie Aristoteles).

Hack I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996
Falsifikation Chisholm
 
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Chisholm II M.David/L. Stubenberg (Hg) Philosophische Aufsätze zu Ehren von R.M. Chisholm Graz 1986

II 22
RutteVsPopper: wer jede empirische Basis als bloß vorläufig darstellt, stellt sie auf dieselbe Ebene wie jede theoretische Hypothese und kann in Überprüfung dann auch nichts anderes mehr sehen als Herstellung von Kohärenz. - Warum soll Empirie dann überhaupt bevorzugte Prüfinstanz sein?

Chi I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chi III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004
Falsifikation Feyerabend
 
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I 74
Einstein/Popper/Feigl: FeyerabendVsPopper: Popper und Feigl haben versucht, aus Einstein einen naiven Falsifikationisten zu machen. In Wirklichkeit stellt Einstein "die Vernunft der Sache“ über die „Verifikation durch kleine Effekte". "…wenn überhaupt keine Lichtablenkung oder Perihelbewegung bekannt wären, wäre die Theorie doch überzeugend, weil sie das Inertialsystem vermeidet."
I 236
Falsifikation/FeyerabendVsPopper: dass neue Beobachtungen alte widerlegten und so den Aufbau einer neuen Astronomie erzwangen ist sicher nicht richtig für Kopernikus. Ein so komplexer Prozess wie die "kopernikanischen Revolution" ist nicht auf ein einziges Prinzip zurückzuführen. - - -

II 15
Theorie/Feyerabend: bestätigte Theorien werden nicht so sehr durch Experimente widerlegt, wie durch widersprechende andere Theorien.
II 77ff
Falsifizierbarkeit/FeyerabendVsPopper: das Kriterium verliert seinen Sinn in einer Welt, in der Ideen fest mit dem entsprechenden Sachverhalten verbunden sind. Hier tritt die Stabilität der so ausgezeichneten Resultate (in einem festen Rahmen) an die Stelle ihrer Falsifizierbarkeit.

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Falsifikation Kuhn
 
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I 90
Falsifikation/KuhnVsPopper: in der Geschichte der Wissenschaft gibt es kein Beispiel für Falsifikation durch Vergleich mit der Natur - für jene, die sich auf Newtons Theorie festgelegt haben, ist sein zweites Gesetz einfach eine rein logische Aussage, die durch Beobachtungen gar nicht widerlegt werden kann.
I 157
Falsifikation/ KuhnVsPopper: anomale Erfahrungen dürfen nicht mit falsifizierenden gleichgestellt werde - ich glaube, dass es letztere überhaupt nicht gibt - einerseits gibt es zu viel Abweichungen - andererseits: wenn nur größere Abweichungen zur Ablehnung einer Theorie führen soll, gibt es kein Kriterium.
I 158
Falsifikation ist immer post festum. - Dann kann sie aber genauso gut Verifikation eines neuen Paradigmas genannt werden.

Ku I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973
Falsifikation Lakatos
 
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Hacking I 286
LakatosVsPopper: Falsifikation (Falsifikationismus) ("Der Mensch denkt, die Natur lenkt") kann nicht richtig sein, weil er die Unterscheidung Theorie/Beobachtung voraussetzt. Falsche Annahmen:
1. Dass es eine psychologische Grenze zwischen spekulativen Sätzen und Beobachtungssätzen gäbe
2. Dass Beobachtungssätze durch Fakten bewiesen werden könnten.
- - -
Schurz I 15
Falsifikation/Asymmetrie/Popper: gilt bei strikten (ausnahmslosen Allsätzen): sie können durch keine endlichen Menge von Beobachtungen verifiziert aber durch ein einziges Gegen Bsp falsifiziert werden. LakatosVsPopper: Theorien werden nie aufgrund eines einzigen Gegen Bsp verworfen, sondern angepasst.


Laka I
I. Lakatos
The Methodology of Scientific Research Programmes: Volume 1: Philosophical Papers (Philosophical Papers (Cambridge)) Cambridge 1980
Geschichte Dray
 
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Wright I 34
Geschichte/Erklärung/Gesetze/Dray/Wright, G. H.: William Dray (W. Dray Laws and Explanation in History, 1957) verfolgt eine ganz andere Erklärung als Popper und Hempel. DrayVsHempel/DrayVsPopper/Dray: Der Grund, warum historische Erklärungen normalerweise keinen Bezug auf Gesetze enthalten, ist nicht, dass die Gesetze so komplex und unbekannt sind, dass wir mit einer bloßen Skizze zufrieden sein müssen, auch nicht, dass sie zu trivial sind, sondern dass sich historische Erklärungen überhaupt nicht auf allgemeine Gesetze stützen.
Bsp Die Feststellung, dass Ludwig XIV. am Ende seines Lebens unbeliebt war, weil er eine für Frankreichs nationale Interessen schädliche Politik verfolgt hat.
I 35
Historische Gesetze/Dray: Es müssten die Bedingungen für die Gleichheit von Voraussetzungen spezifiziert werden. Erst dann hätten wir ein echtes Gesetz. Doch der einzige Fall, der unter dieses Gesetz fällt, wäre der, den es „erklären“ soll. Ein Rekurs auf dieses Gesetz würde daher nur auf eine erneute Beteuerung dessen hinauslaufen, was bereits festgestellt worden ist.

Dray I
W. Dray
Laws and Explanation in History Westport 1979

Dray I
W. H. Dray
Perspectives on History Sydney 1980

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WriGH I
G. H. von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Geschichte Popper
 
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Wright I 34
Geschichte/Erklärung/Gesetze/Popper/Wright, G. H.: nach Popper ist der Grund dafür, dass in historischen Erklärungen keine allgemeinen Gesetze angeführt werden, dass die Gesetze zu trivial sind, als dass sie eine explizite Erwähnung verdienten. Wir kennen sie und nehmen sie stillschweigend als gegeben ein. (K. Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, 1957/1958 Bd. II, Kap. 15, Abschn. 2. S 327). G. H. von WrightVsPopper: es ist bemerkenswert, wie gut es den Verfechtern des Covering-Law-Modells historischer Erklärung gelingt, relevante Beispiele zu vermeiden. (Popper führt das Beispiel der ersten Teilung Polens 1772 an).

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WriGH I
G. H. von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Induktion Genz
 
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II 303
Gleichförmigkeit/Hume: wir unterstellen eine Gleichförmigkeit von Vergangenheit und Zukunft. Physik/Theorie/Erklärung/Genz: wir nehmen aber mehr als bloße Gleichförmigkeit an, wenn wir Warum-Erklärungen geben.
Die Physik hofft auch auf einen bestimmten Ausgang von Experimenten, die noch nie angestellt wurden. Bloße Gleichförmigkeit reicht da nicht.
Erwartung/Genz. wird durch Verständnis der Vergangenheit begründet. Besser als durch Regelmäßigkeiten. Daher gibt es auch kein "Problem der Induktion".
II 304
Induktion/GenzVsPopper: es gibt kein „Problem der Induktion“, Verständnis ist die Lösung statt der Annahme von Regularitäten. Prinzip/Genz: die verschleierte Realität der Naturgesetze ist so beschaffen, dass wir sie durch Prinzipien verstehen können.


Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Induktion Mayr
 
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I 78
Induktion/Francis Bacon/Mayr: große Rehabilitation (und eigentlich erstmalige Einführung) der Induktion. Für zwei Jahrhunderte maßgeblich. Justus von LiebigVsBacon: 1863 erstmalige Ablehnung Bacons. "Die Induktion allein kann keine neuen Theorien hervorbringen".
Biologie: für sie gelten praktisch keine der universalen Gesetze der Physik. Daher fiel sie weitgehend aus der Wissenschaftsphilosophie heraus.
I 80
MayrVsPopper: es ist oft sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, eine unbrauchbare Theorie überzeugend zu falsifizieren. Die kategorische Aussage, dass bei einer einmaligen Falsifikation die gesamte Theorie falle, trifft auf die Evolutionsbiologie nicht zu. - - -
I 219
Def Induktion/Biologie/Mayr: Einfluss schon bestehender Gewebe auf die Entwicklung anderer Gewebe. Durch Proteine. Hat bei fast allen Organismen große Bedeutung.

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
Induktion Popper
 
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I 110
Induktionsprinzip: es aus der Wissenschaft streichen zu wollen, hieße nicht anders, als die Entscheidung über Wahrheit und Falschheit der Theorien aus der Wissenschaft herauszunehmen. Das Induktionsprinzip kann nur ein allgemeiner Satz sein. Versucht man, es als einen "empirisch gültigen" Satz aufzufassen, so tauchen sofort dieselben Fragen nochmals auf, die zu seiner Einführung Anlass gegeben haben. Wir müssten um es zu rechtfertigen, induktive Schlüsse anwenden. Regress.
I 115
Induktion: wir lehnen sie ab, weil es kein geeignetes Abgrenzungskriterium gibt. Kein Kennzeichen des empirischen, nicht-metaphysischen Charakters eines theoretischen Systems. Abgrenzungskriterium: es wird ein Vorschlag für eine Festsetzung sein. Allein Sache des Entschlusses. Das ist nur zu rechtfertigen durch die Analyse seiner logischen Konsequenzen: Fruchtbarkeit, Erklärungskraft usw.
- - -
Schurz I 15f
Induktion/PopperVsInduktion/Schurz: Popper These: Wissenschaft kann gänzlich ohne Induktion auskommen. -viele Autoren VsPopper. Theoretische Termini/Popper: Problem: weil Beobachtungssätze theoriebeladen sind, ist die Grenze zwischen Beobachtungsbegriffen und theoretischen Termini nicht scharf.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Letztbegründung Feyerabend
 
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II 82
Erklärung/Popper/Feyerabend: er geht noch weiter: erklärt »dass die Welt jeder unserer Theorien durch weitere Welten erklärt werden kann, die von weiteren Theorien beschrieben werden«. Die Lehre von einer letzten Realität fällt sich zusammen. FeyerabendVsPopper: aber nur, weil sie seiner Lieblingsmethodologie nicht entspricht. Wenn sich aber herausstellt, dass die Welt endlich ist, dann haben wir eine »letzte Realität«.


Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Methode Putnam
 
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V 258
Methode/Wissenschaft/Methodenfetischismus: wenn es keine Methode gibt, wie soll man dann den Erfolg der Wissenschaft erklären? - Putnam: es gibt wohl Methoden, aber sie müssen einen Begriff der Rationalität voraussetzen.
V 261f
Wissenschaft/Methode/Popper nur die am leichtesten zu falsifizierenden Hypothesen zulassen. - ((s) wegen zu geringer Wahrscheinlichkeit, die anderen zu widerlegen. - PutnamVsPopper: das beinhaltet eine Auswahl aufgrund willkürlich angenommener Prädikate (Ausschluss von glau usw.). - Das ist immer noch eine zu enge Rationalitätsauffassung, sie schließt auch die Evolutionstheorie aus. PopperVsPeirce: VsAbduktion, VsBeste Erklärung. - ((s) Eine vage Methode führt zu schwer interpretierbaren Resultaten).

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
Positivismus Putnam
 
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I 41
PutnamVsPopper/PutnamVsMach: VsPositivismus: idealistisch, entspricht nicht der Wirklichkeit.
I 44
PutnamVsPositivismus: bei ihm ist Wahrheit nicht transtheoretisch - einziger transtheoretischer Begriff: "führt zu erfolgreicher Vorhersage". Putnam: stattdessen: Realismus: muss sich an Logik des Wahrheitstransfers halten.
II 45
Daraus, dass zwei Theorien zu erfolgreichen Voraussagen führen, folgt nicht, dass ihre Konjunktion dazu führt - Grund: das Prädikat, das die Rolle der Wahrheit spielt ("führt zu Voraussage") hat nicht die Eigenschaften der Wahrheit.
I 49
Bedeutung/Theorie/PutnamVsCarnap/VsPositivismus: die Theorie bestimmt nicht die Bedeutung - sonst würde der Begriff Gravitation sich ändern, wenn ein 10. Planet entdeckt würde. - Außerdem verlangen die Positivisten, dass die Theorie auch von allen Zusatzannahmen abhängig ist, sonst würde das Schema von Theorie und Voraussage zusammenbrechen.
I 215
Wahrheit/Positivismus: welchen Grad von Bestätigung man akzeptiere, sei letztlich konventional, eine Frage des Zwecks - Putnam: das ist Relativismus - er hat keine Antwort auf den Gegner der sagt: "in meinem System ist der P nicht rational".

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
Rationalität Popper
 
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Black III 26
Rationalität/Popper: Rationalität fußt unter anderem auf der Bereitschaft zum Kompromiss statt Gewalt. - Sie beruht auf einem irrationalen Glauben in die Haltung der Vernünftigkeit. Popper: "ich hasse Gewalt".
BlackVsPopper: Popper liefert gar keine Gründe gegen Gewalt.
BlackVsPopper: Rationalität kann stattdessen durchaus rational verteidigt werden.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
Sehen Lakatos
 
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Hacking I 286
Sehen/Lakatos/Hacking: Er hat nur ein einziges Bsp: Galileis Beobachtung von Sonnenflecken durch ein Fernrohr: Das könne kein reines Sehen gewesen sein. Daher:
Beobachtung/LakatosVsPopper: Falsifikationismus kann nicht richtig sein, weil er die Unterscheidung von Theorie und Beobachtung voraussetzt. Die schlichte Regel, wonach der Mensch denkt und die Natur lenkt, sei nicht haltbar. Zwei falsche Annahmen:
1. Es gebe eine psychologische Grenze zwischen spekulativen und beobachtungsbezogenen Sätzen
2. Die Annahme, dass Beobachtungsaussagen durch Fakten bewiesen werden könnten.
HackingVsLakatos: diese Annahmen werden nun seit 15 Jahren verhöhnt, doch Lakatos' Argumentation ist oberflächlich.

Laka I
I. Lakatos
The Methodology of Scientific Research Programmes: Volume 1: Philosophical Papers (Philosophical Papers (Cambridge)) Cambridge 1980
Theorien Kuhn
 
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Hacking I 22
Kuhn: These keine scharfe Unterscheidung zwischen Beobachtung und Theorie - nicht deduktiv, Begriffe nicht präzise. KuhnVsPopper: Begründungszusammenhang nicht vom Entdeckungszusammenhang zu trennen.
Kuhn I 22
Theorie/Tatsache/Kuhn: wissenschaftliches Faktum und wissenschaftliche Theorie sind nicht streng zu trennen.
I 94
Theorie/Beweis/Kuhn: Anwendungsbeispiele sind kein Beweis für die Gültigkeit einer Theorie.
I 111
Neue Theorie/Spezialfall/Kuhn: mit dem Argument, die alte Theorie sei ein Spezialfall der neuen, könnte jede alte Theorie gegen Kritik immunisiert werden. - Eine neue Theorie muss die alte nicht umfassen. - Kann man umgekehrt Newton aus Einstein ableiten? - Wenn man die Parameter von Einstein in andere Gleichungen einsetzt, sind es immer noch Einsteins Raum, Zeit und Masse! - Masse/Newton: bleibt erhalten. - Masse Einstein: ist umwandelbar in Energie. Die Newtonschen Gesetze sind kein Grenzfall der Einsteinschen, denn es ändern sich auch die fundamentalen Strukturelemente.
I 116
Um als Spezialfall zu gelten, muss die alte Theorie umgewandelt werden.

Ku I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973
Theorien Lakatos
 
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Feyerabend I 238
Lakatos/Feyerabend: auch der scharfsinnige Versuch von Lakatos, eine Methodologie aufzustellen, die die historische Wirklichkeit der Wissenschaften ernst nimmt, sie aber doch aufgrund von in ihr selbst entdeckten Regelmäßigkeiten einer Kontrolle unterwirft, ist von dieser Folgerung nicht ausgenommen. 1. Es gibt die Regelmäßigkeiten nicht, auf die sich Lakatos beruft er idealisierte die Wissenschaften genauso wie seine Vorgänger.
2. Wären die Regelmäßigkeiten, wenn es gäbe, Regelmäßigkeiten der Wissenschaften und also unbrauchbar zur »objektiven« Beurteilung.
3. Lakatos’ Regelmäßigkeiten sind nur ein Aufputz, hinter dem sich im Grunde ein anarchisches Verfahren verbirgt
I 239
Falsifikation/LakatosVsPopper/Feyerabend: einige der berühmtesten Falsifikationen waren alles andere als solche. Und darüber hinaus völlig irrational.
I 240
Lakatos/Feyerabend: These: man sollte Theorien eine "Atempause" gewähren: bei der Bewertung zählt die Entwicklung von Theorien über einen langen Zeitraum und nicht die momentane Gestalt. Außerdem stehen methodologische Maßstäbe nicht über jeder Kritik. - - -
Hacking I 206
Theorien/Wissen/HackingVsLakatos: statt Vermehrung des Wissens müsste es heißen: Vermehrung der Theorien! Feyerabend/VsLakatos: seine "Methodologie" bringt keinen Nutzen, wenn man über gegenwärtige Forschung Rat braucht.
- - -
Schurz I 196
Theorierevision/Lakatos/Schurz: (Lakatos 1974, 129ff) Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme: zwei Annahmen: 1. “Immunisierung“: es ist immer möglich, den Kern einer Theorie im Fall eines Konflikts mit der Erfahrung zu retten, indem man an der Peripherie Anpassungen vornimmt.
I 197
2. Schutzgürtel“: jede (physikalische ) Theorie braucht Hilfshypothesen (exklusive ceteris paribus Hypothesen) um empirische Prognosen aufzustellen. Diese lagern sich wie ein Schutzgürtel in der äußeren Peripherie um Mitte und Kern. Konflikte mit der Erfahrung können dann beseitigt werden, indem eine Hilfshypothese ersetzt oder fallengelassen wird. Def Anomalie/Lakatos: ein Beobachtungsdatum, das der gesamten Theorie (Kern + Peripherie) widerspricht.
Lösung:
Def ad hoc Hypothese: nimmt kompliziertere Systembedingungen an, in denen unbekannte Störfaktoren postuliert werden.
Vs: Problem: das erklärt das abweichende Datum nicht. D.h. es bleibt auch nach der Einführung der ad hoc Hypothese eine Anomalie!
ad hoc/Lakatos: solche Anpassungen sind überhaupt nur legitim, wenn sie wissenschaftlich progressiv sind. Sie müssen neuen empirischen Gehalt besitzen.
I 198
Falsifikation/LakatosVsPopper: eine Theorieversion ist erst dann falsifiziert, wenn es eine progressive neue Version (mit neuem empirischen Gehalt) gibt. D.h. es gibt keine „Sofortrationalität“ (augenblickliche Entscheidung) welche Theorie besser ist. Das zeigt sich erst in der historischen Entwicklung.
Def Forschungsprogramm/Lakatos: harter Theoriekern zusammen mit einer negativen und einer positiven Heuristik.
Def negative Heuristik/Lakatos: Anpassungen werden nicht im Kern sondern nur an der Peripherie vorgenommen, Allerdings können im Zuge einer degenerativen Entwicklung sich die modus tollens Treffer auf gegen den Kern richten.
Def positive Heuristik/Lakatos: Programm, nach dem immer komplexere theoretische Modelle bzw. Systembedingungen für den Kern mit widerspenstigen Daten fertig werden können.
I 199
Theorieversion/Schurz: Kern plus Peripherie.
I 200
Def Falsifikation/Schurz: eine Theorieversion ist falsifiziert, gdw. einige aus ihr deduktiv folgende Phänomene durch aktuale Beobachtungssätze falsifiziert wurden. (s) Schurz spricht immer von Sätzen statt von Beobachtungen.
I 202
Wahrheitsnähe/SchurzVs/Misserfolg/Erfolg/Theorie: der Begriff des Misserfolgs hat den Vorteil, dass darunter nicht die erfahrungskonfligierenden Konsequenzen der Theorie verstanden werden, sondern die Phänomene. Der Wahrheitsbegriff geht nur von den Konsequenzen aus. ((s) Phänomene können nicht wahr sein Erfolg: > „Gegenstand“).
I 206
Def Klebeparadox/tacking paradox/Lakatos/Schurz: die Möglichkeit, durch die bloße konjunktive Hinzufügung irgendeiner empirisch ungeprüften Behauptung den empirischen Gehalt einer Theorieversion zu erhöhen. Lösung/Lakatos: die Verbindung einer einen neuen empirischen Gehalt erzeugenden Hilfshypothese mit der bisherigen Theorie muss inniger sein, als die einer bloßen Konjunktion.
I 207
Lösung: die Theorie T muss homogen sein in Bezug auf den empirischen Gehalt: Def Homogenität/Theorie/Schurz: eine Faktorisierung ((s) Aufteilung) von T in Bezug auf E(T) ist nicht möglich. Logische Form: Unterteilung von T und E(T) in zwei disjunkte Teilmengen
T1UT2 = T und
E1UE2 = E(T) sodass T1 alle Phänomene in E1 impliziert und T2 alle Phänomene in E2 impliziert. Wenn das möglich ist, ist die Theorie heterogen. Jede durch irrelevante Verstärkung gewonnene Theorie ist in diesem Sinn faktorisierbar. Eine Verbindung der Theorie T mit dieser Verstärkung H ist empirisch nicht kreativ.

Laka I
I. Lakatos
The Methodology of Scientific Research Programmes: Volume 1: Philosophical Papers (Philosophical Papers (Cambridge)) Cambridge 1980

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979

Hack I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Theorien Popper
 
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II 476
Theorie/Popper: nicht begründbar, aber überprüfbar. 1. Von keiner wissenschaftlichen Theorie kann man wissen, dass sie wahr ist.
2. Eine wissenschaftlich-empirische Theorie kann zu empirisch feststellbaren Tatsachen in Widerspruch stehen
3. eine rationale Haltung ist durch eine kritische Einstellung gekennzeichnet.
Theorie: entscheiden, dass es einen intersubjektiv feststellbaren Sachverhalt gibt, der allerdings zur Theorie in Widerspruch stehen kann.
II 477
Eine Theorie muss einen oder mehrere streng allgemeine Sätze (Gesetze) enthalten Bsp »alle Körper ziehen einander an«. Allgemeiner Satz: Bsp »alle Gegenstände in meiner Schublade sind rot«: kein streng allgemeiner Satz.
II 478/79
Def Basissatz: Bsp "zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort tritt dieses oder jenes ein". Ein Basissatz kann zu einem allgemeinen Satz in Widerspruch stehen, nicht aber ausgehen abgeleitet werden. Und erbringt einen intersubjektiv beobachtbaren Sachverhalt zum Ausdruck. Allgemeiner Satz: ein streng allgemeiner Satz ist falsifizierbar, wenn es einen möglichen Basissatz gibt, der zu ihm in Widerspruch steht.
Bsp "In meiner Küche befindet sich am 11. Juni 1989 eine grüne Spitzmaus." Basissatz: "Es gibt keine grüne Spitzmaus".
eine Theorie ist nur dann empirisch wissenschaftlich, wenn die Klasse ihrer möglichen Falsifikatoren nicht leer ist.
II 484
Es kann sich herausstellen, dass Basissätze falsch waren, man kann aber auch Randbedingungen oder Zusatzhypothesen ablehnen. Entscheidend: die Annahme eines Basissatzes, der mit den in der Testprozedur enthaltenen Aussagen unvereinbar ist, zwingt in der Regel nicht zur Ablehnung des zentralen Gedankens einer Theorie. Eine neue Theorie muss die Probleme der alten Theorie auch lösen können. Darüber hinaus muss sie die Probleme lösen können die alte nicht lösen konnte. ((s) D.h. die neue Theorie enthält die alte als Teilmenge).
QuineVsPopper: das ist eine falsche Vorstellung: die neue Theorie enthält nicht die alte als Teilmenge, sondern: Bsp auch im Alltag ist die Theorie von Newton nur eine Annäherung.
Feyerabend I 121
Theorie/Popper: neue Theorien haben überschüssigen Gehalt. - Sie sollten danach aber nicht ad hoc angepasst werden. - Lakatos: der überschüssige Gehalt wird Stück für Stücke geschaffen, indem man die Theorien ausdehnt.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Widersprüche Feyerabend
 
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II 74
Satz vom Widerspruch/Verfahren/Logik: (VsFeyerabend) ein Verfahren, das dem Widerspruchsprinzip nicht gehorcht, ist nicht Wissenschaft, sondern Chaos. Daraus folgt: es ist nicht möglich, die Widerspruchsfreiheit auf dieselbe Weise zu untersuchen, wie die relativistische Invarianz oder die Übereinstimmung mit Beobachtungen! FeyerabendVsLogik: der Einwand nimmt an, dass die Klasse der Folgen eines wissenschaftlichen Satzes unabhängig von der Behandlung des Satzes festgelegt ist, und zwar nach den Regeln der Satzlogik.
Diese Annahme ist nie begründet worden. Die Satzlogik ist ja nur eines unter vielen logischen Systemen, in es gibt auch intuitionistische Logiken, ohne ausgeschlossenes Drittes.
II 75
Bsp nehmen wir an, dass in den Theorien ein Widerspruch in der Tat jeden Satz impliziert. Dann folgt: führt man Geschwindigkeiten größer als die Lichtgeschwindigkeit in die Relativitätstheorie ein, dann erhält man imaginäre Geschwindigkeiten und Massen.
PopperVsHegel/Feyerabend: zeigt sehr umständlich, dass man unsinnige Folgen erhält, wenn man die Satzlogik mit Hegel kombiniert. Er schließt, dass Hegel beseitigt werden muss.

FeyerabendVsPopper: Bsp das ist ungefähr so intelligent, wie wenn man fordert, die Relativitätstheorie müsste beseitigt werden, weil einfache Computer ihr nicht gewachsen sind.
Hegel + Satzlogik gibt Unsinn. Warum soll ausgerechnet Hegel an diesem Unsinn die Schuld tragen?
Logik: auch mit der älteren Quantentheorie oder mit der Differentialrechnung zur Zeit Newtons unvereinbar.

Widerspruch/Feyerabend: Bsp der Differentialkalkül war widerspruchsvoll und hat doch zu den größten Entdeckungen in den Wissenschaften geführt.

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
Wissenschaft Hacking
 
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I 149f
Wissenschaft/Bedeutung/Hacking: hier geht es um Arten von Gegenständen statt um Arten von Bedeutung. - VsPutnam: Referenz ist letztlich nicht ausschlaggebend. - Zunächst Rolle: "was auch immer..." (ähnlich wie Fregescher Sinn). - Fortschritt: wenn dieser Sinn nicht dem Gegenstand entspricht, dann wird eine neue Taufe benötigt. - (> Namen).
I 265
Wissenschaft/HackingVsPopper: nicht immer Widerlegung von Theorie. - Bsp Entdeckung der Hintergrundstrahlung war einfach etwas neues.

Hack I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996
Wissenschaft Lakatos
 
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Feyerabend I 284
Lakatos/Feyerabend: seine Falluntersuchungen enthalten (A) Eine Erörterung bestimmter soziologischer Regelmäßigkeiten
(B) Den Vorschlag willkürlicher Maßstäbe, die keine methodologische Kraft haben
(C) Die Unterstellung, dass die Regelmäßigkeiten nicht bloß in den Tatsachen liegen, sondern Züge der Vernunft sind.
I 285
Lakatos/Feyerabend: alle Theorien der Erkenntnis gehen von der Frage aus: was ist Erkenntnis? Die herkömmliche Antwort enthält eine Definition der Erkenntnis. Die Antwort von Lakatos ist eine gewaltige Verbesserung. Seine Maßstäbe stehen der Wissenschaft wesentlich näher. Die Methoden der Revision verweisen auf die Geschichte. Man kann jetzt alle Regeln in einem wirklichkeitsnahen Zusammenhang erörtern.
I 286
FeyerabendVsLakatos: er hat nicht gezeigt, dass seine Maßstäbe die der Wissenschaften sind, und dass sie zu wichtigen Ergebnissen führen. Er vernachlässigt die »äußeren« Einflüsse oder verfälscht die Geschichte der Wissenschaften durch die Unterstellung, dass der Fortschritt der beobachteten Abweichungen von seinen Maßstäbe nicht bedarf. (sic). - - -
Hacking I 193
Wissenschaft/Forschungsprogramme/Lakatos: 1. Spezifisches Vorhaben der Problemlösung. (allgemein). 2. Lakatos: abstrakt und historisch: Abfolge sich entwickelnder Theorien über Jahrhunderte.
Def "Heuristik"/Lakatos/Hacking: definiert die Wichtigkeit von Problemen.
I 198
Lakatos: "Harter Kern" ("negative Heuristik": das muss unangetastet bleiben"): Gravitationsgesetz , die drei Gesetze der Dynamik, sind unwiderlegbar.
I 199
"Schutzgürtel"/Lakatos: man trifft nur eine Auswahl von Problemen, mit denen man sich befasst. Weitere Einwände werden dann außer Acht gelassen. LakatosVsPopper: daher hat die Verifikation weiterhin einen Platz! Die Forscher suchen sich einige wenige Probleme aus, Widerlegungen können dann völlig uninteressant sein!
I 199
Entartend/Lakatos: schlechte Forschungsprogramme: Bsp Statt Unterernährung nahm man fälschlich eine Viruserkrankung der Bevölkerung an. Statt Beriberi Epidemie. Fehlernährung durch neues Verfahren der Dampfschälung von Reis. Entartend/Lakatos: jede Abänderung der Theorie wurde nicht vor, sondern immer nur nach Beobachtungen vorgenommen.
I 202
HackingVsLakatos: es hilft nicht, neue Programme ohne Nachweis bisheriger Leistungen zu wählen. Bsp Ist der Versuch, Krebsviren ausfindig zu machen fortschrittlich oder entartend? Das werden wir erst später wissen.

Laka I
I. Lakatos
The Methodology of Scientific Research Programmes: Volume 1: Philosophical Papers (Philosophical Papers (Cambridge)) Cambridge 1980

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979

Hack I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996

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strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsPopper Popper Vs Bohr, N.
 
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Hennig Genz Gedankenexperimente, Weinheim 1999
VIII 30/31
PopperVsBohr: hat sich unzulässig auf eine Theorie berufen (Allgemeine Relativitätstheorie) die durch die auf der SR (Speziellen Relativitätstheorie) beruhenden Argumente nicht widerlegt werden könnte. GenzVsPopper: verwechselt Erwähnung und Gebrauch von Gedankenexperimenten.
Außerdem darf man nicht verbieten, Widersprüche in Teilgebieten durch Argumente aus anderen Gebieten der Physik heranzuziehen, wenn sie der Einheit der Physik dienen.
Bsp in Schwarzen Löchern treten Widersprüche zwischen Thermodynamik und der AR auf, die durch die QM (Quantenmechanik) behoben werden können.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993
VsPopper Putnam Vs Carnap, R.
 
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Goodman II Putnam Vorwort V
Carnap/Putnam: laut Putnam ständige Tendenz, Begriffe mit ihren syntaktischen Darstellungen zu identifizieren (Put I 48)(Philolex)
Carnap machte den Vorschlag: ein Prädikat könne auch an sich disjunktiv oder nichtdisjunktiv sein, PutnamVsCarnap: "logischer Himmel" "soll uns sagen" "metaphysischer Zeigestock".
- - -
Lewis IV 85
partielle Interpretation/PutnamVsCarnap: Theorien mit falschen Beobachtungskonsequenzen haben überhaupt keine Interpretation! Denn sie haben kein "Modell" das "Standard" ist in bezug auf die Beobachtungsbegriffe..
IV 85/86
Putnam: solche Interpretationen sind dann falsch, nicht sinnlos! Sinn/Theorie/LewisVsPutnam: die theoretischen Termini (TT) sind hier auch nicht sinnlos, sondern denotationslos (bezeichnungslos): ihr Sinn wird durch ihre Denotation in jenen möglichen Welten gegeben, in denen die Theorie einmalig realisiert ist und daher dort keine falschen Konsequenzen hat.
Einen Sinn haben sie genauso wie der referenzlose Term "Nikolaus".
- - -
Putnam V 244
Schmerz/physikalischer Gegenstand/Putnam: es fällt schwer einzusehen, dass die Aussage, vor jemandem stehe ein Tisch, leichter zu akzeptieren sei, als die Aussage, jemand habe Schmerzen. Popper/Carnap: würden erwidern: der methodologische Unterschied besteht darin, dass das eine öffentlich, dass andere privat ist.
PutnamVsPopper/VsCarnap: beide übertreiben das Ausmaß, in dem Beobachtungen physikalischer Gegenstände stets öffentlich überprüfbar sind.
- - -
V 250
Methode/Wissenschaft/PutnamVsCarnap: viele Philosophen haben (fälschlich) geglaubt, die Wissenschaft gehe nach einer Methode vor.(z. B. Carnap). - - -
Putnam I 42
Carnap/Putnam: (Logischer Aufbau der Welt) Schlusskapitel: bringt eine Skizze des Verhältnisses von Dingsprache zu Empfindungs Sprache, die keine Übersetzung darstellt! PutnamVsCarnap/PutnamVsPhänomenologie: das läuft auf die alte Behauptung hinaus, wir würden uns die Dingtheorie heraussuchen, die am "einfachsten" und nützlichsten ist.
Es gibt keinen Nachweis, warum ein Positivist berechtigt ist, über materielle Dinge zu quantifizieren (oder auf sie zu referieren).
Phänomenologie/Putnam: nach ihrem Scheitern gab es zwei Reaktionen:
1. Theorien sollten nicht mehr als Aussagensysteme aufgefasst werden, die eine vollkommen verständliche Interpretation haben müssen, sie werden nun als Kalküle mit dem Ziel aufgefasst, Voraussagen zu machen.
I 43
2. Übergang von der phänomenalistischen Sprache zu einer "Sprache beobachtbarer Dinge" als Basis der Reduktion. D.h. man sucht eine Interpretation physikalischer Theorien in der "Sprache der Dinge", nicht in der "Empfindungssprache". - - -
Putnam I 46
Einfachheit/Putnam: bringt hier nichts: die Konjunktion von einfachen Theorien muss nicht einfach sein. Def Wahrheit/Theorie/Carnap: die Wahrheit einer Theorie ist die Wahrheit ihres Ramsey Satzes.
PutnamVsCarnap: das ist wieder nicht dieselbe Eigenschaft wie "Wahrheit"!
(I 46 +: Hilbertsches Epsilon, Formalisierung von Carnap: zwei Theorien mit gleichem Terminus).
- - -
Putnam I 48
Sprache/Syntax/Semantik/PutnamVsCarnap: dieser hat die ständige Tendenz, Begriffe mit ihren syntaktischen Darstellungen zu identifizieren Bsp mathematische Wahrheit mit der Eigenschaft, ein Theorem zu sein.
I 49
Wenn er erfolgreich gewesen wäre mit seiner formalen Sprache, dann wäre sie aber deshalb erfolgreich gewesen, weil sie einem vernünftigen Maß der Wahrscheinlichkeit über eine Menge von Sachverhalten entsprochen hätte gerade das ist es aber, was der Positivismus ihn nicht zu sagen erlaubte!

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991
VsPopper Eccles Vs Determinismus
 
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Pauen V 51
Bewusstsein/Popper/Pauen: nicht Substanz, sondern Prozeß. VsPopper/Pauen: da es sich ausschließlich um ein nicht physisches Phänomen handelt, kommt es zum Konflikt mit dem Prinzip der kausalen Geschlossenheit.
Tatsächlich besteht Popper auf der Offenheit der physischen Welt.
Eccles/Popper: (1989): Lösung: psychophysische Interaktion wird als Steuerung aufgefaßt.
Damit scheint gemeint zu sein, dass der Geist nicht das Ausmaß der Aktivität bestimmt, aber die Richtung. (Energieerhaltungssatz).
Eccles/PopperVsDeterminismus: die Quantenmechanik verletzt ihn, und also die ganze Welt. (Vs: man muss die Unterscheidung Mikro/Makro aufrechterhalten).

Pau I
M. Pauen
Grundprobleme der Philosophie des Geistes Frankfurt 2001
VsPopper Popper Vs Induktion
 
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Schurz I 50
Induktion/Schurz: 1. Methodische Induktion: aus Beobachtungen. PopperVsInduktion: Induktion ist nicht die zentrale Methode der Gewinnung von Hypothesen und Theorien. Verwechslung von Entdeckungs und Begründungszusammenhang. Wie Hypothesen gewonnen werden, vielleicht sogar durch Raten, ist für den Begründungszusammenhang ganz irrelevant. Daher ist methodische Induktion entbehrlich.
2. Logische Induktion/Carnap: nicht der Entdeckung sondern der Begründung: Methode der Feststellung des Bestätigungsgrades.
II 51
PopperVs: eine Theorie kann sich als wahrheitsnäher als eine andere herausstellen, das zeigt aber nicht, dass es nicht eine dritte, noch wahrheitsnäherer Theorie gibt. D.h. es gibt keinen Absolutheitsanspruch für Theorien. Wahrheitsnähe = Wahrscheinlichkeit. Es gibt keinen begrenzten sprachlichen Möglichkeitsraum, der alle möglichen Alternativtheorien enthält.
Das gilt aber nur für logische Hypothesen!
empirische Hypothesen: hier ist es möglich, eine endliche Liste aller möglichen Alternativhypothesen aufzustellen.
Popper: konkurrierende Theorien kann man nur komparativ bewerten. (s.u.).
I 52
3. Epistemische Induktion/Musgrave/Schurz: wenn eine Theorie bisher erfolgreicher war, ist es wahrscheinlich, dass sie auch in Zukunft erfolgreicher sein wird. Hier geht es nicht um Objekthypothesen sondern um eine epistemische Metahypothese über Bewährungsgrad. Die epistemische Induktion ist unverzichtbar,. Ohne sie wäre die Poppersche Methode der Bewährungsproben sinnlos. Bisheriger Erfolg wäre irrelevant für zukünftiges Handeln.
I 14/15
Abgrenzungskriterium/Schurz: gegenüber der Metaphysik. Problem: Prinzipien, die isoliert betrachtet keine empirischen Konsequenzen haben, können zusammen mit anderen theoretischen Sätzen neue empirische Konsequenzen haben.
I 15
Falsifikation/Asymmetrie/Popper: gilt bei strikten (ausnahmslosen Allsätzen): sie können durch keine endlichen Menge von Beobachtungen verifiziert aber durch ein einziges Gegen Bsp falsifiziert werden. LakatosVsPopper: Theorien werden nie aufgrund eines einzigen Gegen Bsp verworfen, sondern angepasst.
PopperVsInduktion/Antiinduktivismus/Popper: These: Wissenschaft kann gänzlich ohne Induktion auskommen.

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
VsPopper Mackie Vs Küng, H.
 
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Stegmüller IV 507
Religion/Küng: (Existiert Gott?, Küng, H. 1978): Küng neigt dazu, Argumente als "modern" oder "unmodern" zu klassifizieren. MackieVsKüng: ungeheure Gelehrsamkeit, zugleich verworren. Zu starke Betonung von "Modernität".
IV 508
So es doch nur darauf ankommt, ob ein Argument richtig oder falsch ist. Küng: Thesis: "...nach dem schwierigen Gang durch die Geschichte der Neuzeit kann ein von der kritischen Vernunft verantwortetes, klares, überzeugtes Ja als Antwort auf die Frage "Existiert Gott?" gegeben werden".
Die Frage ist nun aber, worauf bezieht sich dieses Ja? Auf den Gott des traditionellen Theismus, oder auf einen Ersatz Gott?
Küng: Thesis: sowohl die naiv anthropomorphe als auch die aufgeklärt-deistische Gottesvorstellung sind überholt. Gott ist weder ein überirdisches Wesen in den Wolken, noch ein außerirdisches Wesen im metaphysischen Himmel. Vielmehr ist er in dieser Welt und diese Welt ist Gott.
Gott ist das Unendliche im Endlichen, das Absolute im Relativen. Das stetig Wirkende, Derjenige, der als Vollkommener die Möglichkeit hat, geschichtlich zu werden. Der Tradition einer negativen Theologie scheint Küng zuzustimmen: Gott sei durch keinen Begriff zu begreifen, auch der Seinsbegriff übergreife ihn nicht, da er kein Seiendes sei.
Der Gott der Bibel ist nicht Person wie der Mensch, aber ein Gott, der Personalität begründet, daher kann er nicht apersonal sein. So kann man auch den Gott der Bibel als einen Gott mit menschlichem Antlitz akzeptieren. (>Position)
IV 509
MackieVsKüng: 1. Dieser hält sich offensichtlich einiges darauf zugute, dass er alles zugleich zu haben versucht: das zeigt sich an seinen Bemerkungen über Wunder: diese seien alles, worüber der Mensch "sich verwundert". Mackie: 2. Wäre dies alles, so stützten Wunder in keiner Weise irgendeine Art von Supernaturalismus oder von Theismus!
3. Rückzug auf ein so unbestimmtes und undeutliches Gotteskonzept, dass es überhaupt keinen Ansatzpunkt mehr liefert, um die Existenzfrage kritisch zu diskutieren.
Gott/Existenz/Gottesbeweis/Küng: These: Argument für die Existenz Gottes: die Gefahr des Nihilismus.
Die Frage ist nicht, ob wir aus unserem Wissen über die Welt, das Bewusstsein und die Moral auf weitergehende spezifisch theistische Folgerungen schließen können.
Vielmehr ist das moderne Denken vom Nihilismus bedroht.
Nihilismus/Küng: (klassischer Vertreter: Nietzsche): Vs drei klassische Transzendentalien: es gibt
1. keine Einheit
2. keine Wahrheit 3. keine Gutheit.
IV 510
Küng: gesteht zu, dass der Nihilismus nicht nur möglich, sondern unwiderleglich sei. Frage: kann er überwunden werden? Wahrheit/Rationalismus/MackieVsKüng: dieser bezieht sich auf einen falsch verstandenen Begriff der Kritischen Rationalität bei Popper (KüngVsPopper). Küng glaubt, dieser verzichte auf jede kritische Überprüfung der Grundlagen unserer Erkenntnis.
IV 510/511
ad 2: die Annahme, es gebe Ordnung in der Welt also Regelmäßigkeit die nicht unbedingt kausale Determination sein muss ist sinnvoll und zwar in doppelter Weise: 1. als regulatives Prinzip, 2. als eine weitreichende Hypothese. (Küng scheint vor allem das Letztere darunter zu verstehen. ad. 3. keine Gutheit: hier hat (der von Küng zitierte) Mackie schon vorher hinreichende Antworten gegeben.
Werte/Küng: wir müssen schließlich doch so etwas wie objektiven Wert voraussetzen, aus dem sich dann Normen ableiten lassen.
MackieVsKüng: das ist eindeutig falsch: jeder Wert ist ein menschliches und soziales Produkt.
IV 512
Atheismus/Küng: auch Atheisten und Agnostiker können um Humanität und Moralität bemüht sein. Glauben/Gott/Küng: aber das Grundvertrauen zur Identität, Sinnhaftigkeit, und Werthaftigkeit des Wirklichkeit ist nur dann letztlich begründet, wenn die Wirklichkeit selbst, zu der auch der Mensch gehört, nicht grundlos, haltlos und ziellos bleibt.
MackieVsKüng: nein, das ist nicht deutlich zu sehen. Es ist einfach falsch. Das Grundvertrauen ist aus den genannten Gründen in sich vernünftig! Und genau dasselbe gilt auch für die Entwicklung von Werten.
Wobei Küng diesen indirekten Beweis als überhaupt einzigen Gottesbeweis gelten lässt, also keinen demonstrativen Beweis wünscht.
IV 513
MackieVsKüng: Das scheint auf die Behauptung hinauszulaufen, im Vollzug des Glaubens erweise sich dieser als wahr. Küng schwankt ständig zwischen einer Berufung auf eine angenehme und rein subjektive Sicherheit und der Berufung auf das von ihm selbst vorher explizit abgelehnte ontologische Argument.
Nihilismus/Küng: der erste Anschein der Sinnlosigkeit ergibt sich daraus, dass die Wirklichkeit nicht Gott ist, der zweite Anschein, dass der Mensch nicht Gott ist.
MackieVsKüng: auch in diesen beiden Hinsichten steht die Gotteshypothese nicht besser da als der Naturalismus!
IV 514
Erklärung/MackieVsKüng: bei ihm läuft alles darauf hinaus, dass Gott das ist, das irgendwie der Wirklichkeit Grund, Halt und Ziel gibt. Aber das ist gar keine Erklärung: Man kann eine Wesen nicht durch das erklären, was es tut. Ein "irgendwie Handelndes".
Nihilismus/MackieVsKüng: dieser hat ironischerweise selbst das Material zusammengetragen um zu zeigen, wie dem Nihilismus auf rein humaner Ebene (ohne Gotteshypothese) begegnet werden kann. Nämlich durch das, was Küng "Urvertrauen" nennt (>James, s.o.).
Mackie: dieses Vertrauen ist schon aus sich selbst heraus vernünftig.

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
VsPopper Hacking Vs Lakatos, I.
 
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I 191
LakatosVsKuhn: "Mobpsychologie". Vs Zurückführung der Wissenschaftsgeschichte auf die Soziologie. Das läßt keinen Platz übrig für die sakrosankten Werte Wahrheit, Objektivität, Rationalität und Vernunft. HackingVsLakatos: trägt nichts dazu bei, was man nun vernünftigerweise glauben sollte. Ist ausschließlich rückwärts gewandt.
I 202
Entartend/Lakatos: schlechte Forschungsprogramme: Bsp Statt Unterernährung nahm man fälschlich eine Viruserkrankung der Bevölkerung an. Statt Beriberi-Epidemie. Fehlernährung durch neues Verfahren der Dampfschälung von Reis. Entartend/Lakatos: jede Abänderung der Theorie wurde nicht vor (!) sondern immer nur nach Beobachtungen vorgenommen!
HackingVsLakatos: hilft nicht, neue Programme ohne Nachweis bisheriger Leistungen zu wählen. Bsp Ist der Versuch, Krebsviren ausfindig zumachen fortschrittlich oder entartend? Das werden wir erst später wissen.
I 205
Objektivität/Wissen/Lakatos: nur im Nachhinein! Der einzige feste Punkt ist, daß das Wissen zunimmt. Seine Philosophie lässt die Darstellungsproblematik außer acht. Lakatos These wir können unabhängig von unseren Ansichten über Wahrheit und "Realität" einfach sehen, daß das Wissen wächst.
HackingVsLakatos: es gibt nichts, was im Laufe der Jahrhunderte stetiger und kräftiger zugenommen hat als die Kommentare zum Talmud. Diese Kommentare bilden die am meisten durchdachten Texte, die wir überhaupt kennen! Sie sind weit besser durchdacht als so ziemlich alle Texte der wissenschaftlichen Literatur. Ist das eine rationale Tätigkeit nach Lakatos?
I 206
Statt Vermehrung des Wissens müsste es heißen: Vermehrung der Theorien!
I 207
externe Geschichte/Lakatos: Rahmenbedingungen der Forschung interne Geschichte/Lakatos: was die Leute geglaubt haben, sei belanglos, Geschichte anonymer und autonomer Forschungsprogramme. (HackingVs)
I 286
Beobachtung/LakatosVsPopper: Falsifikationismus kann nicht richtig sein, weil er die Unterscheidung von Theorie und Beobachtung voraussetzt. HackingVsLakatos: diese Annahmen werden nun seit 15 Jahren verhöhnt, doch Lakatos Argumentation ist überflächlich. Er hat nur ein einziges Bsp: Galileis Beobachtung von Sonnenflecken durch ein Fernrohr: Sehen/Lakatos. das könne kein reines Sehen gewesen sein.
Experiment/Beweis/Lakatos: keine faktenbezogene Aussage kann je durch ein Experiment bewiesen werden. Behauptungen kann man nicht aufgrund von Erfahrung beweisen, Das ist ein logischer Grundsatz.
HackingVsLakatos: das ist Spiegelfechterei mit dem Wort "beweisen".

Hack I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996
VsPopper Black Vs Popper, K.
 
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III 26
Rationalität/Popper/Black: (Popper, „Utopia and Violence“ in Conjectures and Refutations, London, 1963, S 356 57). Def Rationalismus/Popper: These ein Rationalist ist jemand, der Entscheidungen durch Argumente zu erlangen sucht und vielleicht auch durch Kompromiß, statt durch Gewalt.
Rationalität/Selbstbegründung/Letztbegründung/Popper: mein Rationalismus ist nicht abgeschlossen (beruht nicht auf sich selbst, ist nicht durch sich selbst gerechtfertigt) sondern beruht auf einem irrationalen Glauben in die Haltung der Vernünftigkeit. Ich sehe nicht, wie man darüber hinaus gehen kann.
III 27
Popper/Black: meint „irrational“ hier im abgeschwächten Sinn von „nicht rational“. Rationalität/Rationalismus/Popper: ich kann meinen Rationalismus nicht rational beweisen, ich wählte ihn, weil ich Gewalt hasse. Und ich bilde mir nicht ein, daß ich diesen Has rational begründen könnte.
PoppervsAnti Rationalismus/RationalismusVsVs/Black: Poppers Antwort auf den Anti Rationalisten würde vielleicht so gehen: „Warum Du rational sein solltest? Hier gibt es kein „sollte“. Es gibt hier auch keine Gründe,. Du hast die Wahl zwischen rational sein und Gewalt ausüben, wenn Du, wie ich, Gewalt haßt, wirst du Vernunft wählen, wenn nicht, dann nicht. Das ist alles.
BlackVsPopper: es lohnt sich hier festzuhalten, daß Popper auch keine Gründe gegen Gewalt liefert! Ein Terrorist könnte antworten: „Bravo! Genau wie Du glaube ich, daß es keine letzten Gründe gibt für meine Irrationalität. Der Unterschied zwischen uns ist der gleiche wie der
III 28
zwischen Protestanten und Katholiken. Mein Glaube ist deine Häresie und umgekehrt. Rationalität/BlackVsPopper: sie kann durchaus rational verteidigt werden (s.u.).

Bla I
Max Black
Bedeutung und Intention
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, G. Meggle (Hg), Frankfurt/M 1979

Bla II
M. Black
Sprache München 1973

Bla III
M. Black
The Prevalence of Humbug Ithaca/London 1983
VsPopper Feyerabend Vs Popper, K.
 
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I 74
Einstein/Popper/Feigl: FeyerabendVsPopper: Popper und Feigl haben versucht, aus Einstein einen naiven Falsifikationisten zu machen. In Wirklichkeit stellt Einstein »die Vernunft der Sache« über die »Verifikation durch kleine Effekte«. »... wenn überhaupt keine Lichtablenkung oder Perihelbewegung bekannt wären, wäre die Theorie doch überzeugend, weil sie das Inertialsystem vermeidet.
I 236
Falsifikation/FeyerabendVsPopper: daß neue Beobachtungen alte widerlegten und so den Aufbau einer neuen Astronomie erzwangen ist sicher nicht richtig für Kopernikus. Ein so komplexer Prozeß wie die »kopernikanischen Revolution« ist nicht auf ein einziges Prinzip zurückzuführen.
I 356
FeyerabendVsPopper: Popper faßt Wissenschaft als Problemlösung auf. Das übersieht, daß Probleme falsch formuliert sein können.
II 82
PopperVsHegel: zeigt sehr umständlich, daß man unsinnige Folgen erhält, wenn man die Satzlogik mit Hegel kombiniert. Er schließt, daß Hegel beseitigt werden muß. FeyerabendVsPopper: Bsp das ist ungefähr so intelligent, wie wenn man fordert, die Relativitätstheorie müßte beseitigt werden, weil einfache Computer ihr nicht gewachsen sind.
DF: Hegel + Satzlogik gibt Unsinn. Warum soll ausgerechnet Hegel an diesem Unsinn die Schuld tragen? Logik: auch mit der älteren Quante Theorie oder mit der Differentialrechnung z. Zt. Newtons unvereinbar.
Erklärung/Popper: erklärt »daß die Welt jeder unserer Theorien durch weitere Welten erklärt werden kann, die von weiteren Theorien beschrieben werden«. Die Lehre von einer letzten Realität fällt in sich zusammen.
II 119
FeyerabendVsPopper: aber nur, weil sie zu seiner Lieblingsmethodologie nicht entspricht. Wenn sich aber herausstellt, daß die Welt endlich ist, dann haben wir eine »letzte Realität«. FeyerabendVsPopper: Vs »Dritte-Welt«: sie ist mit genauso vielen verschiedenen (und oft inkommensurablen) Entitäten bevölkert, als es Glaubensansichten in der »Zweiten Welt« gibt. Löst nicht das Problem des Relativismus, sondern versteckt es.
II 201
FeyerabendVsPopper: »bloßer Propagandist«. (Sein ehemaliger Lehrer).

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979
VsPopper Hacking Vs Popper, K.
 
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I 209
HackingVsPopper: ich bevorzuge die Texte, in denen er die Dritte Welt die Welt der in Bibliotheken gelagerten Bücher und Zeitschriften nennt, die Tabellen, Daten und Computerspeicher. Diese sind nichtplatonisch real. Hacking: diese Welt ist nicht unabhängig von der Einstufung durch Experten, nicht autonom.
I 265
HackingVsPopper: Bsp von Davy: hätte er gesagt: "Aha, das ist also Sauerstoff", wäre es eine Interpretation gewesen, aber er hat es nicht gesagt! Bsp Die Entdeckung der Hintergrundstrahlung geschah, während man etwas ganz anderes (oder nichts bestimmtes) suchte. Penzias und Wilson haben nicht eine andere Theorie widerlegt, sondern einfach das Universum erforscht!

Hack I
I. Hacking
Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften Stuttgart 1996
VsPopper Kuhn Vs Popper, K.
 
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Hacking I 400
Messen/KuhnVsPopper: es kommt so gut wie nie vor, daß Theorien durch präzise Messungen widerlegt werden. Bsp Cavendish hat die Theorie der Gravitation überhaupt nicht getestet, sondern den Wert von G bestimmt. Experimente werden im allgemeinen belohnt, wenn ungefähr die Zahlen herauskommen, die man vorher vermutet hatte. ((s)Nicht unbedingt durch die Theorie, auch durch die Erfahrung).
Kuhn I 90
Falsifikation/KuhnVsPopper: in der Geschichte der Wissenschaft kein Beispiel für Falsifikation durch Vergleich mit der Natur! Für jene, die sich auf Newtons Theorie festgelegt haben, ist sein zweites Gesetz einfach eine rein logische Aussage, die durch Beobachtungen gar nicht widerlegt werden kann.
I 157
KuhnVsPopper: anomale Erfahrungen dürfen nicht mit falsifizierenden gleichgestellt werden! Ich glaube, daß es letztere überhaupt nicht gibt! Wenn jede einzelne Nichtübereinstimmung ein Grund für die Ablehnung einer Theorie wäre, müßten alle Theorien allezeit abgelehnt werden. Wenn andererseits nur eine schwerwiegende Nichtübereinstimmung zählte, dann brauchten die Anhänger Poppers ein Kriterium der Unwahrscheinlichkeit" oder des "Grades der Falsifikation". ((s) Der wissenschaftliche Alltag in allen Labors der Welt widerspricht Poppers Forderungen.) - ((s) irgendwo bei Popper steht etwas über abgestufte Falsifikation).
I 158
KuhnVsPopper: Falsifikation: ist ein späterer und gesonderter Vorgang, der ebensogut Verifikation genannt werden könnte, da er den Triumph eines neuen Paradigmas über das alte darstellt. Korrespondenztheorie: für den Historiker zumindest liegt nicht viel Sinn in der Feststellung, Verifikation sei die Feststellung der Übereinstimmung zwischen Tatsachen und Theorie. Alle geschichtlich bedeutsamen Theorien haben mit denen Fakten übereingestimmt, aber nur bis zu einem gewissen Grade! (> Theorie).
Es ist aber durchaus sinnvoll zu fragen, welche von zwei miteinander konkurrierenden Theorien besser zu den Fakten paßt. (Also wieder ein graduelles Problem).

Ku I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973
VsPopper Lakatos Vs Popper, K.
 
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Hacking I 199
Falsifikation/LakatosVsPopper: einige der berühmtesten Falsifikationen waren alles andere als solche. Und darüber hinaus völlig irrational. Feyerabend I 239 "Schutzgürtel"/Lakatos: man trifft nur eine Auswahl von Problemen, mit denen man sich befaßt. Weitere Einwände werden dann außer Acht gelassen.
LakatosVsPopper: daher hat die Verifikation weiterhin einen Platz! Die Forscher suchen sich einige wenige Probleme aus, Widerlegungen können dann völlig uninteressant sein!
Hacking I 286
Beobachtung/LakatosVsPopper: Falsifikationismus kann nicht richtig sein, weil er die Unterscheidung von Theorie und Beobachtung voraussetzt. Die schlichte Regel, wonach der Mensch denkt und die Natur lenkt, sei nicht haltbar. Zwei falsche Annahmen: 1. es gebe eine psychologische Grenze zwischen spekulativen und beobachtungsbezogenen Sätzen
2. Anahme, daß Beobachtungsaussagen durch Fakten bewiesen werden könnten.
- - -
Schurz I 196
Theorierevision/Lakatos/Schurz: (Lakatos 1974, 129ff) Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme: zwei Annahmen: 1. "Immunisierung": es ist immer möglich, den Kern einer Theorie im Fall eines Konflikts mit der Erfahrung zu retten, indem man an der Peripherie Anpassungen vornimmt.
I 197
2. "Schutzgürtel": jede (physikalische) Theorie braucht Hilfshypothesen (exklusive ceteris paribus Hypothesen) um empirische Prognosen aufzustellen. Diese lagern sich wie ein Schutzgürtel in der äußeren Peripherie um Mitte und Kern. Konflikte mit der Erfahrung können dann beseitigt werden, indem eine Hilfshypothese ersetzt oder fallengelassen wird. Def Anomalie/Lakatos: ein Beobachtungsdatum, das der gesamten Theorie (Kern + Peripherie) widerspricht.
Lösung:
Def ad hoc Hypothese: nimmt kompliziertere Systembedingungen an, in denen unbekannte Störfaktoren postuliert werden.
Vs: Problem: das erklärt das abweichende Datum nicht. D.h. es bleibt auch nach der Einführung der ad hoc Hypothese eine Anomalie!
ad hoc/Lakatos: solche Anpassungen sind überhaupt nur legitim, wenn sie wissenschaftlich progressiv sind. Sie müssen neuen empirischen Gehalt besitzen.
I 198
Falsifikation/LakatosVsPopper: eine Theorieversion ist erst dann falsifiziert, wenn es eine progressive neue Version (mit neuem empirischen Gehalt) gibt. D.h. es gibt keine „Sofortrationalität“ (augenblickliche Entscheidung) welche Theorie besser ist. Das zeigt sich erst in der historischen Entwicklung. Def Forschungsprogramm/Lakatos: harter Theoriekern zusammen mit einer negativen und einer positiven Heuristik.
Def negative Heuristik/Lakatos: Anpassungen werden nicht im Kern sondern nur an der Peripherie vorgenommen, Allerdings können im Zuge einer degenerativen Entwicklung sich die modus tollens Treffer auf gegen den Kern richten.
Def positive Heuristik/Lakatos: Programm, nach dem immer komplexere theoretische Modelle bzw. Systembedingungen für den Kern mit widerspenstigen Daten fertig werden können.
I 199
Theorieversion/Schurz: Kern plus Peripherie.

Laka I
I. Lakatos
The Methodology of Scientific Research Programmes: Volume 1: Philosophical Papers (Philosophical Papers (Cambridge)) Cambridge 1980
VsPopper Maturana Vs Popper, K.
 
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I 340
MaturanaVsPopper: Falsifizierung würde für die Validierung nur gelten, wenn die Erkenntnis ein kognitiver Bereich wäre, der direkt oder indirekt durch Denotation oder Konnotation eine transzendentale, unabhängige Realität (ohne Klammern) enthüllte.

Mat I
U. Maturana
Biologie der Realität Frankfurt 2000
VsPopper Mayr Vs Popper, K.
 
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V 80
MayrVsPopper: es ist oft sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, eine unbrauchbare Theorie überzeugend zu falsifizieren. Die kategorische Aussage, dass bei einer einmaligen Falsifikation die gesamte Theorie falle, trifft auf die Evolutionsbiologie nicht zu.
V 363
MayrVsPopper: Begriffsverwirrung: früh: "Laß dich nicht verleiten, Probleme ernst zu nehmen, bei denen es um Worte und ihre Bedeutung geht. - Später setzt er Bedeutung und Wahrheit in Kontrast. Er behauptet, die Erforschung von Bedeutung führe zu nichts und Wissenschaft habe es allein mit Annäherung an die Wahrheit zu tun. (>NaessVs).

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998
VsPopper Nagel Vs Popper, K.
 
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I 25
Wahrheit/Test/Nagel: es empfiehlt sich, die Frage aufzuwerfen, ob eine allgemeine Behauptung über Wahrheit oder Bedeutung auf sich selbst angewendet, zutrifft. So lässt sich z.B. der > logische Positivismus ohne größere Umstände ausschließen. NagelVsPopper.

N I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

N II
Th. Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

N III
Th. Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979
VsPopper Putnam Vs Popper, K.
 
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V 146
Popper/Putnam: Voraussagen werden mit »Basissätzen« konfrontiert, die öffentlich akzeptiert sind. VsPopper: man hat kritisiert, er bediente sich einer „konventionalistischen“ Sprache, als ob die Akzeptierung eines Basissatzes eine Konvention wäre.
Putnam: in Wirklichkeit ist es einfach die Anerkennung der Institutionalisiertheit.
- - -
V 257/258
Methode/Popper: hat vorgeschlagen, man solle die am ehesten falsifizierbaren der alternativen Hypothesen akzeptieren. PutnamVsPopper: doch es stellt sich heraus, dass die Falsifizierbarkeit unterschiedlich hoch ist, je nachdem, welche Prädikate der Sprache man als undefiniert zugrundelegt!
Methode/Wissenschaft: daraus folgt, dass weiterhin die Notwendigkeit eines nichtformalen Elements, dass einer Goodmanschen Entscheidung über die Projizierbarkeit entspricht, (oder der Akzeptierung eines Bayesschen „prior“) besteht.
Hier kann man fragen, wie wir den Erfolg der Wissenschaft erklären sollen, wenn es gar keine Methode gibt? Es lässt sich doch nicht leugnen, dass die Wissenschaft bisher erstaunlich erfolgreich ist.
Antwort: es gibt wohl eine wissenschaftliche Methode, aber sie setzt voraus, dass man schon vorher einen Begriff von Rationalität hatte.
V 258/259
Rationalität/Wissenschaft/Putnam: es kann nicht sein, dass eine neugeschaffene Methode als einziges dafür dient, zu definieren, was Rationalität eigentlich ist.
V 260
Popper/Putnam: Meint, es gebe Rationalitätsbegriffe, die umfassender sind als die wissenschaftliche Rationalität, und auch für ethische Entscheidungen gültig sind. PutnamVsPopper: es ist nicht möglich, alle Theorien mit hohen Falsifizierbarkeitsgrad zu testen.
V 261
Sogar seine Methode beinhaltet so etwas wie eine vorherige Auswahl. Auch seine Berechnungen von Falsifizierbarkeitsgraden ist nicht unabhängig davon, welche Prädikate man zugrundelegt. Popper/Putnam: könnte es nicht sein, dass die poppersche Methode (so vage und nichtformal sie auch sein mag) nicht nur den Begriff der wissenschaftlichen Rationalität erschöpfend erfasst, sondern den gesamten Begriff der erkenntnisbezogenen Rationalität?
PutnamVsPopper: eine derartige Rationalitätsauffassung ist sogar für die Wissenschaft zu eng! Bsp sie würde eine Theorie ausschließen, die zu den erfolgreichsten gehört: die Evolution. (Popper würde das in Kauf nehmen). Evolution: ist nicht hochfalsifizierbar, und sie impliziert keine Vorhersagen.
V 263
PutnamVsPopper: er übertreibt sogar das Ausmaß der Falsifizierbarkeit der Theorien der klassischen Physik. Methode/Wissenschaft/Putnam: Gefahr, die Methode mehr und mehr zu verwässern: wenn es am Ende heißt: »führe Experimente so sorgfältig wie möglich aus, dann schließe auf die beste Erklärung, eliminiere Theorien, die sich durch experimenta crucis falsifizieren lassen«, dann ist überhaupt nicht mehr zu sehen, was sich durch eine so vage beschriebene Methode nicht verifizieren lässt.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990
VsPopper Quine Vs Popper, K.
 
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Willard V. O. Quine
Quine XI 32
HolismusVsPopper/Quine/Lauener: der Holismus verhindert einen extremen Falsifikationismus.
XI 106
QuineVsPopper/Lauener: weniger extreme Haltung: erlaubt, dem psychologischen Moment des Erwerbens von bedingten Reflexen, d.h. der Gewöhnung und des Lernens gerecht zu werden.
XI 125
Beobachtungssatz/Konvention/QuineVsPopper/Lauener: Beobachtungssätze sind nicht durch Konventionen vorläufig fixiert, sondern sie werden wegen einer konservativen Strategie aufrechterhalten, solange nichts dagegen spricht. Quine pro Popper: alle Sätze sind grundsätzlich revidierbar.
Normen/Quine/Lauener: sollen zum Bestand der Natur gehören, wenn auch nicht zur Wissenschaft.
XI 126
LauenerVsQuine: Problem: wie erklärt man den den Schritt vom „Sein“ zum „Sollen“. (>Naturalistischer Fehlschluss). - - -
XII 95
Falsifikation//Holismus/QuineVsPopper: zeigt nur, dass eine oder mehrere Aussagen eins Netzwerks falsch sind, aber nicht welche.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003
VsPopper Martin Vs Popper, K.
 
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Arm II 81
Verifikationismus/Martin: ironischerweise ist der schwache V selbst verifikations transzendent: jede mögliche endlichen Menge von Bestätigungen ist mit der Falschheit des Bestätigten konsistent! Die Unvollständigkeit wird noch unterstrichen durch die Tatsache, daß typischerweise die Ausführung einer Menge von Verifikationen eine anderen Menge ausschließt.
VsPopper: Berufung auf Falsifikation ändert daran gar nichts.
"Idealer Beobachter": hilft auch nichts
II 82
weil die "Idealität" genauso unvollständig verifiziert ist.

Mart I
C. B. Martin
The Mind in Nature Oxford 2010

AR II = Disp
D. M. Armstrong

In
Dispositions, Tim Crane, London New York 1996

AR III
D. Armstrong
What is a Law of Nature? Cambridge 1983
VsPopper Hempel Vs Popper, K.
 
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II 111
Def empiristisches Sinnkriterium/Hempel: (2.1) vorläufig: Forderung nach prinzipieller vollständiger Falsifizierbarkeit: (statt Verifizierbarkeit): Eine Aussage hat einen empirischen Sinn genau dann, wenn ihre Negation nicht analytisch ist und aus einer endlichen logisch konsistenten Klasse von Beobachtungsaussagen logisch folgt.
(> Popper, Abgrenzungskriterium, empirische Wiss. geg. Mathematik, Logik).
HempelVs: 1. das schließt reine Existenzbehauptungen wie "Es gibt wenigstens ein Einhorn" usw., aus. außerdem gemischte Aussagen (Existenz u. Allquantifikation).
Denn keine von diesen kann durch eine endliche Menge von Beobachtungen schlüssig falsifiziert werden. (HempelVsPopper)
2. Bsp eine Konjunktion aus einer vollständig falsifizierbaren Aussage S und einer nicht v.f. Aussage N ist absurderweise vollständig falsifizierbar.
Grund: wenn die Negation von S die Folge einer Klasse von Beobachtungsaussagen ist, dann ist die Negation von S u N a fortiori die Folge derselben Klasse.
Bsp "Alle Schwäne sind weiß und das Absolute ist vollkommen".
3. Beobachtungsprädikat: die Behauptung: "Alle Dinge haben die Eigenschaft p" ist dann signifikant.
C.G. Hempel
I Hempel Zur Wahrheitstheorie des logischen Positivismus aus Wahrheitsheorien Hrsg. Skirbekk Frankfurt/M 1996

II Hempel Probleme und Modifikationen des empiristischen Sinnkriteriums aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982

II (b) Hempel Der Begriff der kognitiven Signifikanz: eine erneute Betrachtung (1951) aus Sinnreich (Hg) Philosophie der idealen Sprache, München 1982
VsPopper Dray Vs Popper, K.
 
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Danto II 320
Dray/DrayVsRegularitätstheorie/DrayVsPopper: man kann ein Gesetz auch sehr vage formulieren: Bsp »wenn ein Erzherzog in Sarajevo ermordet wird, wenn die Welt sich am Rande eines Krieges befindet und wenn ein plötzlicher Mord diesen Krieg entfachen wird, dann wird ein Weltkrieg ausbrechen.« Ein solches Gesetz wäre absolut nichtssagend und nutzlos. Alternative: man formulierte das Gesetz immer genauer, bis es am Schluß nur für einen einzigen Fall gilt! (> Gesetz/Naturgesetze). Gesetz/Lübke: Trilemma:
1. das Gesetz ist zu einfach, methodologisch zwar brauchbar, aber in der Realität zu leicht zu falsifizieren.
2. das Gesetz ist viel zu vage und ontologisch und damit methodologisch uninteressant.
3. das Gesetz ist äußerst spezifisch und hat unter Umständen nur ein einziges Beispiel.
Erklärung/Lübke: nicht alle Erklärungen liefern eine Antwort auf die Frage: »Warum kam es notwendigerweise zu diesem Ereignis?« Statt dessen geben Historiker oftmals Erklärungen die eher auf die Beantwortung der Frage: »Wie wurde ein bestimmtes Ereignis möglich?« sind.
Dabei ist zu beachten, daß »Wie ist’s möglich Erklärungen« im Gegensatz zu »weshalb zwangsläufig so Erklärungen« keine Voraussagen von Ereignissen ermöglichen.

Dray I
W. Dray
Laws and Explanation in History Westport 1979

Dray I
W. H. Dray
Perspectives on History Sydney 1980

Dt I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Dt VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
VsPopper Genz Vs Popper, K.
 
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Hennig Genz Gedankenexperimente, Weinheim 1999
VIII 30/31
PopperVsBohr: hat sich unzulässig auf eine Theorie berufen (AR) die durch die auf der SR beruhenden Argumente nicht widerlegt werden könnte. GenzVsPopper: verwechselt Erwähnung und Gebrauch von Gedankenexperimenten.
Außerdem darf man nicht verbieten, Widersprüche in Teilgebieten durch Argumente aus anderen Gebieten der Physik heranzuziehen, wenn sie der Einheit der Physik dienen. DF.
Bsp in Schwarzen Löchern treten Widersprüche zwischen Thermodynamik und der AR auf, die durch die QM (Quantenmechanik) behoben werden können.
VIII 176
GenzVsPopper: entgegen seinem Verbot haben wir bei einem "apologetischen" Experiment die QM hinzugenommen und so die Einheit der Physik wiederhergestellt.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
VsPopper Rescher Vs Popper, K.
 
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I 229
Korrespondenz ist fundamental für die Definition - Kohärenz fundamental für die Kriterien. Proposition: kann wahr oder falsch sein.
Urteil/Rescher: kann korrekt, inkorrekt oder unentschieden sein.
I 340
Nach dieser Unterscheidung gibt es eine Korrespondenztheorie der Wahrheit und Falschheit von Propositionen und einer Kohärenztheorie der Korrektheit, Inkorrektheit oder Unentschiedenheit von Urteilen.
Kriterium/Popper: alle kriterienbezogenen Wahrheitstheorien müssen als subjektiv eingestuft werden.
I 380f
VsPopper: das epistemische Kriterium von Akzeptierbarkeitsbedingungen wirft keine Fragen nach einem Weg zur Wahrheit über einen »besonderen Geisteszustand oder eine besondere Disposition oder eine besondere Art von Glaubensüberzeugung« auf. Eine kriterienbezogene Betrachtungsweise des Akzeptierens zu muss sich nicht auf irgendwelche psychischen Überzeugungen oder subjektiven Bedingungen des akzeptieren zu beziehen. Bsp der Rechentest nach Regeln hängt nicht von psychologischen Mechanismen ab.
I 341
Rescher: es geht hier nicht darum, was wahr oder falsch ist, sondern was berechtigterweise dafür gehalten wird. Hier liegen Definitionen und Kriterien eng beieinander. Bei manchen Dingen gibt es überhaupt keinen Unterschied. Bsp Was ist ein Stuhl? Bei anderen gibt es sehr wohl einen Unterschied: Bsp Was ist ein unlösbares Problem? Unterschied garantierendes Kriterium - berechtigendes (autorisierendes) Kriterium.
Das Problem stellt sich bei der Frage: »was ist die Beziehung zwischen entspricht dem Kriterium für X und ist tatsächlich ein X?«
Def garantierendes Kriterium: schließt ein Fehlen der geforderten Merkmale logisch aus. Entscheidet vollkommen über die Merkmale. Bsp Dreieckigkeit ist ein garantieren des Kriterium für Dreiseitigkeit.
Def berechtigendes Kriterium: wenn die Erfüllung des Kriteriums bestenfalls eine rationale Begründung darstellt. Vermutliche Bestätigung.

Resch I
N. Rescher
Kant and the Reach of Reason: Studies in Kant’s Theory of Rational Systematization Cambridge 2010
VsPopper Schurz Vs Popper, K.
 
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Gerhard Schurz
I 115
Principal Principle/PP/Statistik/Schurz_ die subjektiven Wahrscheinlichkeiten müssen, wenn die objektiven Wschk gewusst werden, mit diesen übereinstimmen. Lewis: (1980): singuläres PP: subjektivistisch. Hier werden "objektive" singuläre Propensitäten einfach postuliert.
SchurzVsPropensität/SchurzVsPopper: es bleibt unklar, welcher Eigenschaft eine singuläre Propensität überhaupt entsprechen soll.
Lösung/de Finetti: man kann auch den objektiven Wschk-Begriff gleichzeitig akzeptieren.
Konditionalisierung/Statistik/Schurz: auf ein beliebiges Erfahrungsdatum E(b1...bn) über andere Individuen b1,..bn ist wichtig, um daraus zwei weitere Versionen des PP ableiten zu können:
1. PP für Zufallsstichproben, das für die subjektive Rechtfertigung der statistische Likelihood Intuition gebraucht wird
2. Das konditionale PP, für das Prinzip der engsten Referenzklasse und dem induktiv statistischen Spezialisierungsschluss unterliegt.
PP: w(Fa I p(Fx) = r u E(b1,...bn)) = r
PP für Zufallsstichproben: w(hn(Fx) = k/n I p(Fx) = r) = (nk) rk mal (1 r)n-k.
Konditionales PP: w(Fa I Ga u p(Fx I Gx) = r u E(b1,…bn)) = r.
Principal principle: ist nur für subjektive a priori Wschk sinnvoll. D.h. Glaubensgrade eines Subjekts, das noch keine Erfahrung gemacht hat.
aktualer Glaubensgrad/GG: für ihn gilt das Prinzip nicht generell: Bsp wenn die Münze schon Kopf zeigt, (=Fa) so ist der GG davon natürlich = 1, während man weiß dass p(Fx) = ½.
apriorische Wschk-Funktion: hier muss das gesamte Hintergrundwissen W explizit in das Antezedens einer konditionalen Wschk Aussage w( - I W) geschrieben werden.
aktual: = personalistisch.
apriorische Wschk: Zusammenhang mit aktualer Wschk:
strikte Konditionalisierung/Schurz: w0 sei die a priori Wschk bzw. Wschk zu t0 und w1 die gegenwärtige Wschk.
I 116
Wt das zwischen t0 und t1 erworbene Wissen. Dann gilt für beliebige A:
Wt(A) = w0(A I Wt).
engste Referenzklasse/RK/Prinzip/Schurz: lässt sich so rechtfertigen: für ein gegebenes Ereignis Fa kann das Individuum a sehr vielen Referenzklassen angehören, die Fx sehr verschiedene Wschk zuweisen. Dann erhielten wir widersprüchliche Prognosen. Frage: aber warum sollte die geeignete RK die engste sein? Weil man beweisen kann, dass sie den Häufigkeitsgrenzwert zutreffender Prognosen maximiert.

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
VsPopper Vollmer Vs Popper, K.
 
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II 84
VsInteraktionismus/VsEccles: wo findet die Wechselwirkung statt? Eccles: in den "liaison areas" VollmerVsEccles: das ist natürlich nur eine Verschiebung: wo liegen die "liaison areas"? Wie kommt die Wechselwirkung zustande?
Eccles/Popper: (Monismus) These: der selbstbewusste Geist ist aktiv dabei, aus der Vielzahl aktiver Zentren auf höchster Ebene der Gehirntätigkeit zu lesen...dabei richtet er seine Aufmerksamkeit auf diese Zentren und integriert seine Auswahl, so dass auch die flüchtigsten Erfahrungen zu einer Einheit zusammengefasst werden. Weiter wirkt der selbstbewusste Geist, indem er das raumzeitliche Muster der neuronalen Vorgänge verändert ...eine Analogie bietet der Suchscheinwerfer. ein Abtastgerät, eine Sonde...
II 85
VollmerVsEccles/VollmerVsPopper: durch vage Analogien ist nichts gewonnen. Er macht auch keinen Vorschlag, wie seine Hypothesen zu prüfen seien. Was er für umwerfen d neu hält, ist die selbständige Aktivität des Geistes, die suche nach einheitlicher Interpretation. Aber das ist es ja gerade, was wir erklären wollen! Das erinnert an die
Bsp Erläuterung des Telegraphenprinzips: "Das ist wie beim Dackel: wenn man hinten zwickt, bellt er vorne". "Und wie ist es bei der drahtlosen Telegraphie?" "Genauso, nur ohne Dackel."
- - -
I 74
Evolutionäre Erkenntnistheorie/EE/Vollmer: beschreibt nicht die Evolution der Erkenntnis (Wie Popper) sondern unserer Fähigkeiten.
I 75
VollmerVsPopper: seine Theorie der Welt 3 und sein Leib Seele Dualismus sind mit der EE nicht vereinbar. - - -
I 278
LewontinVsPopper: eine Theorie, die keine Prognosen macht, kann prüfbar sein, und damit erfahrungswissenschaftlich! VollmerVsPopper: es konnte gezeigt werden, dass die Selektionstheorie durchaus überprüfbare Prognosen macht!
Popper hat seine Kritik an der Evolutionstheorie längst zurückgezogen!

Vo I
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd I Stuttgart 1988

Vo II
G. Vollmer
Die Natur der Erkenntnis Bd II Stuttgart 1988
VsPopper Wessel Vs Popper, K.
 
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I 149
Folgebeziehung/Logik/Wissenschaften/Methodologie/Wessel: für den Wissenschaftler ist gar nicht ausschlaggebend, ob seine Theorien widerspruchsfrei sind! Es zeigt sich, dass durchaus in einem bestimmten Rahmen erfolgreiches Arbeiten mit widersprüchlichen Theorien möglich ist. Auch Freges Lebenswerk ist nicht sinnlos, obwohl Russell seine Widersprüchlichkeit aufdeckte.
Widerspruch/Folgebeziehung/Folgerung/ex falso quodlibet/EFQ/Popper: man kann ein System konstruieren, in dem sich aus kontradiktorischen Aussagen nicht jede beliebige Aussage ergibt. Ein derartiges System ist aber sehr schwach! Es bleibt nicht einmal der modus ponens übrig.
I 150
Ein solches System ist für das Ziehen von Schlüssen nutzlos... WesselVsPopper: das trifft zwar auf sein System zu, aber mit den Systemen der strengen und der strikten Folgebeziehung liegen Systeme vor, die vollständig sind und EFQ nicht gilt.

We I
H. Wessel
Logik Berlin 1999
VsPopper Kyburg Vs Propensitätstheorie
 
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Fraassen I 189
KyburgVsPropensität/KyburgVsPopper/Fraassen: (Henry Kyburg, FN 25): raa: wie man Propensitäts-Interpretationen präzise machen könnte: Popper würde vielleicht von einer „hypothetische-Frequenz-Interpretation“ zufriedengestellt: Bsp Angenommen, ich messe die Länge eines Tischbeins drei Mal: 1. 100 cm, 2. 100,3 cm, 3. 100,5 cm. Dann behaupte ich, dass die reale Länge 100,3 cm + 0,3 cm ist.
Damit drücke ich mein Vertrauen (>Konfidenz) aus, dass bei wiederholter Messung, die Ergebnisse in diesem Intervall liegen werden. Das heißt nicht zu behaupten, dass es keine außerhalb des Intervalls geben würde, sie würde aber eine zu vernachlässigende Rolle spielen.
nicht-aktuale Experimente/Kyburg/Fraassen: Bsp ich werfe eine Münze 100 Mal und 49 Mal kommt Kopf. Dann drücke ich das vertrauen (Konfidenz) aus, dass wenn andere Leute die Münze werfen, ein ähnliches Ergebnis herauskommt. D.h. wir sprechen auf einmal von „möglichen Situationen“. (>Modalität).
I 190
Kyburg: in diesem Ansatz - einem „Kyburg-Modell“ - ist (oder hat) jede mögliche Welt (MöWe) eine Ereignisfolge in einem Ereignis-Raum. Die meisten oder alle sind endlich. Def maximale MöWe/Kyburg/Fraassen: ist eine, die nicht Teil einer anderen ist, oder die unendlich ist. Hier entspricht die Wahrscheinlichkeit (Wschk) eines Ereignisses E r gdw. in jeder maximalen MöWe im Modell die relative Häufigkeit (rH) von E = r ist.
Wschk: ist manchmal nicht definiert, nämlich dann, wenn es keine Zahl r gibt.
VsPopper: diese Sichtweise unterscheidet sich von Poppers darin, dass es hier nicht eine einzige virtuelle Folge gibt, sondern viele. Und die Wschk eines Ereignis ist = r gdw. die rH in allen maximal erweiterten Folgen = r ist.
Modalität/Wschk/Propensität/Häufigkeit/Kyburg/Fraassen: dieser Begriff ist natürlich nicht der der logischen Möglichkeit. Es werden stattdessen empirische Tatsachen reflektiert. Von einem logischen Standpunkt aus ist es nicht so, dass eine wiederholte Messung ähnliche Ergebnisse liefern muss.
Popper/Kyburg/Fraassen: wir können Poppers Sicht als Spezialfall der Situation von Kyburg sehen: bei Popper hat die Menge der MöWe nur ein maximales Element.
FraassenVsPropensität: beide Ansätze haben dieselben Probleme, die auch der Ansatz der strikten Häufigkeit (FraassenVsReichenbach) hat: es gibt Modelle, die nur eine einzige MöWe enthalten, nämlich eine einzelne lange Folge.
Problem: dann kann es sein, dass der Bereich, der durch die Wschk-Funktion definiert ist,
kein Borel-Feld ist, und vielleicht überhaupt gar kein Feld. Oder, selbst wenn, dann nicht abzählbar additiv.
Lösung: einige Theoretiker der Propensität können diese Schwierigkeiten überwinden, indem sie leugnen, dass es überhaupt irgendwelche logischen Verbindungen zwischen Wschk und rH gibt.

Kybu I
H. E. Kyburg
Knowledge Representation and Defeasible Reasoning New York 2013

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980
VsPopper Popper Vs Verschiedene
 
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Mayr V 92
Popper: grundsätzlich VsDefinitionen
V 364
Gegensatz Bedeutung - Wahrheit. Erforschung der Bedeutungen führe zu nichts, Wissenschaft habe es allein mit Wahrheit zu tun. MayrVsPopper. - - -
Stegüller I 400~
PopperVsHypothesenwahrscheinlichkeit: unsinnig, wenn eine H. bei der jeder zweite Satz falsch ist, eine Wahrscheinlichkeit von 50% zugeschrieben bekommt

Po I
K. Popper
Objektive Erkenntnis Hamburg 1993

Ma
E. Mayr
Das ist Biologie Heidelberg 1998

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Theorie/Beobacht. Kuhn, Th.
 
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Hacking I 22
Kuhn: These: keine scharfe Unterscheidung zwischen Beobachtung und Theorie - nicht deduktiv, Begriffe nicht präzise - KuhnVsPopper: Begründungszusammenhang nicht vom Entdeckungszusammenhang zu trennen
VsInduktion Popper, K.
 
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Schurz I 15
PopperVsInduktion/Antiinduktivismus/Popper: These Wissenschaft kann gänzlich ohne Induktion auskommen. (VieleVsPopper).

Schu I
G. Schurz
Einführung in die Wissenschaftstheorie Darmstadt 2006
Propensität Popper, K.
 
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Fraassen I 159
Def Propensität/Popper/Fraassen: danach ist Wahrscheinlichkeit selbst eine physikalische Größe, die Stärke oder Intensität der realen Chance eines Vorkommnisses oder Ereignisses, die nicht durch Referenz auf aktuale Klassen von aktualen Vorkommnissen reduziert werden kann.
Fraassen I 187
Def Propensität/Wschk/Popper: ist keine Eigenschaft des aktualen Verlauf von Ereignissen (wie Experimentalergebnissen) sondern der Bedingungen unter denen diese Ergebnisse im Versuchsaufbau oder chance set-up auftreten.
Fraassen I 188
GiereVsPopper: wohl ist Propensität eine objektive Eigenschaft, die von aktualer Frequenz verschieden ist, aber selbst eine unendliche Folge von Experimenten würde Häufigkeit und Wschk nicht zusammenfallen lassen.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren angrenzender Fachgebiete:
strittiger Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Häufigkt./Wschk Giere, R.
 
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Fraassen I 188
GiereVsPopper: wohl ist Propensität eine objektive Eigenschaft, die von aktualer Frequenz verschieden ist, aber selbst eine unendliche Folge von Experimenten würde Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit nicht zusammenfallen lassen.
I 189
Wahrscheinlichkeit/Häufigkeit/Giere: müssen logisch getrennt gehalten werden (auch wenn Glauben über Wahrscheinlichkeiten einen rationalerweise zu Erwartungen über Häufigkeiten führt).

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980