| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Behauptungen | Dewey | Putnam II 241 Berechtigte Behauptbarkeit/Dewey/Rorty: Berechtigte Behauptbarkeit ist von der Mehrheit in einer Kultur abhängig - Normen und Standards sind historisch und reflektieren Interessen. >Normen, >Behauptbarkeit, >Behauptbarkeitsbedingungen. PutnamVsRorty: Behauptbarkeit ist von Mehrheit unabhängig, aber keine transzendente Realität sondern Eigenschaft des Begriffs der Berechtigung! PutnamVsRelativismus/VsRealismus: Beide behaupten, zugleich innerhalb und außerhalb der Sprache stehen zu können. >Relativismus, >Realismus, >Zirkulärität. |
Dew II J. Dewey Essays in Experimental Logic Minneola 2004 Putnam I Hilary Putnam Von einem Realistischen Standpunkt In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993 Putnam I (a) Hilary Putnam Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (b) Hilary Putnam Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (c) Hilary Putnam What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (d) Hilary Putnam Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (e) Hilary Putnam Reference and Truth In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (f) Hilary Putnam How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (g) Hilary Putnam Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (h) Hilary Putnam Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (i) Hilary Putnam Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (k) Hilary Putnam "Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam II Hilary Putnam Repräsentation und Realität Frankfurt 1999 Putnam III Hilary Putnam Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997 Putnam IV Hilary Putnam "Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164 In Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994 Putnam V Hilary Putnam Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990 Putnam VI Hilary Putnam "Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98 In Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994 Putnam VII Hilary Putnam "A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 SocPut I Robert D. Putnam Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000 |
| Kulturrelativismus | Deci | Corr I 450 Kulturrelativismus/Selbstbestimmungstheorie/SDT/Deci/Ryan: Kulturrelativisten (z.B. Markus, Kitayama und Heiman 1996)(1) haben behauptet, dass der Bedarf an Autonomie für östliche, kollektivistische Kulturen nicht relevant ist. SelbstbestimmungstheorieVsKulturrelativismus/DeciVsRelativismus/ RyanVsRelativismus: Die Selbstbestimmungstheorie argumentiert, dass die Befriedigung der Grundbedürfnisse für alle Menschen von wesentlicher Bedeutung ist. Es wurden mehrere interkulturelle Studien durchgeführt, um zu bestätigen, dass die Befriedigung der Bedürfnisse in Kulturen, die sich stark unterscheiden, von wesentlicher Bedeutung ist. >Selbstbestimmungstheorie, >Selbstbestimmung. Chirkov, Ryan, Kim und Kaplan (2003)(2) untersuchten die Verinnerlichung der Werte des Individualismus (ein stark befürworteter westlicher Wert) und des Kollektivismus (ein stark befürworteter östlicher Wert) innerhalb von vier verschiedenen Kulturen (Türkei, Korea, Russland und die Vereinigten Staaten). Sie fanden heraus, dass je höher die relative Autonomie der Menschen für individualistische und kollektivistische Praktiken ist, desto höher ist ihr psychologisches Wohlbefinden in jeder der vier Kulturen. Das heißt, in dem Maße, in dem die Menschen in jeder Kultur einen Wert autonom umsetzen können, auch wenn er nicht dem dominanten Wert ihrer Kultur entspricht, werden diese Individuen ein höheres Maß an Wohlbefinden aufweisen. >Autonomie, >Kultur, >Kulturpsychologie, >Kulturelle Unterschiede. 1. Markus, H. R., Kitayama, S. and Heiman, R. J. 1996. Culture and basic psychological principles, in E. T. Higgins and A. W. Kruglanski (eds.), Social psychology: Handbook of basic principles, pp. 857–913. New York: Guilford Press 2. Chirkov, V. Ryan, R. M., Kim, Y. and Kaplan, U. 2003. Differentiating autonomy from individualism and independence: a self-determination theory perspective on internalization of cultural orientations and well-being, Journal of Personality and Social Psychology 84: 97–110 Edward L. Deci and Richard M. Ryan, „Self-determination theory: a consideration of human motivational universals“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Kulturrelativismus | Ryan | Corr I 450 Kulturrelativismus/Selbstbestimmungstheorie/SDT/Deci/Ryan: Kulturrelativisten (z.B. Markus, Kitayama und Heiman 1996)(1) haben behauptet, dass der Bedarf an Autonomie für östliche, kollektivistische Kulturen nicht relevant ist. SelbstbestimmungstheorieVsKulturrelativismus/DeciVsRelativismus/ RyanVsRelativismus: Die Selbstbestimmungstheorie argumentiert, dass die Befriedigung der Grundbedürfnisse für alle Menschen von wesentlicher Bedeutung ist. >Selbstbestimmungstheorie, >Selbstbestimmung. Es wurden mehrere interkulturelle Studien durchgeführt, um zu bestätigen, dass die Befriedigung der Bedürfnisse in Kulturen, die sich stark unterscheiden, von wesentlicher Bedeutung ist. Chirkov, Ryan, Kim und Kaplan (2003)(2) untersuchten die Verinnerlichung der Werte des Individualismus (ein stark befürworteter westlicher Wert) und des Kollektivismus (ein stark befürworteter östlicher Wert) innerhalb von vier verschiedenen Kulturen (Türkei, Korea, Russland und die Vereinigten Staaten). Sie fanden heraus, dass je höher die relative Autonomie der Menschen für individualistische und kollektivistische Praktiken ist, desto höher ist ihr psychologisches Wohlbefinden in jeder der vier Kulturen. Das heißt, in dem Maße, in dem die Menschen in jeder Kultur einen Wert autonom umsetzen können, auch wenn er nicht dem dominanten Wert ihrer Kultur entspricht, werden diese Individuen ein höheres Maß an Wohlbefinden aufweisen. >Autonomie, >Kultur, >Kulturpsychologie, >Kulturelle Unterschiede. 1. Markus, H. R., Kitayama, S. and Heiman, R. J. 1996. Culture and basic psychological principles, in E. T. Higgins and A. W. Kruglanski (eds.), Social psychology: Handbook of basic principles, pp. 857–913. New York: Guilford Press 2. Chirkov, V. Ryan, R. M., Kim, Y. and Kaplan, U. 2003. Differentiating autonomy from individualism and independence: a self-determination theory perspective on internalization of cultural orientations and well-being, Journal of Personality and Social Psychology 84: 97–110 Edward L. Deci and Richard M. Ryan, „Self-determination theory: a consideration of human motivational universals“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Kulturrelativismus | Selbstbestimmungstheorie | Corr I 450 Kulturrelativismus/Selbstbestimmungstheorie/SDT/Deci/Ryan: Kulturrelativisten (z.B. Markus, Kitayama und Heiman 1996)(1) haben behauptet, dass der Bedarf an Autonomie für östliche, kollektivistische Kulturen nicht relevant ist. SelbstbestimmungstheorieVsKulturrelativismus/DeciVsRelativismus/ RyanVsRelativismus: Die Selbstbestimmungstheorie argumentiert, dass die Befriedigung der Grundbedürfnisse für alle Menschen von wesentlicher Bedeutung ist. Es wurden mehrere interkulturelle Studien durchgeführt, um zu bestätigen, dass die Befriedigung der Bedürfnisse in Kulturen, die sich stark unterscheiden, von wesentlicher Bedeutung ist. >Selbstbestimmungstheorie, >Selbstbestimmung. Chirkov, Ryan, Kim und Kaplan (2003)(2) untersuchten die Verinnerlichung der Werte des Individualismus (ein stark befürworteter westlicher Wert) und des Kollektivismus (ein stark befürworteter östlicher Wert) innerhalb von vier verschiedenen Kulturen (Türkei, Korea, Russland und die Vereinigten Staaten). Sie fanden heraus, dass je höher die relative Autonomie der Menschen für individualistische und kollektivistische Praktiken ist, desto höher ist ihr psychologisches Wohlbefinden in jeder der vier Kulturen. Das heißt, in dem Maße, in dem die Menschen in jeder Kultur einen Wert autonom umsetzen können, auch wenn er nicht dem dominanten Wert ihrer Kultur entspricht, werden diese Individuen ein höheres Maß an Wohlbefinden aufweisen. >Autonomie, >Kultur, >Kulturpsychologie, >Kulturelle Unterschiede. 1. Markus, H. R., Kitayama, S. and Heiman, R. J. 1996. Culture and basic psychological principles, in E. T. Higgins and A. W. Kruglanski (eds.), Social psychology: Handbook of basic principles, pp. 857–913. New York: Guilford Press 2. Chirkov, V. Ryan, R. M., Kim, Y. and Kaplan, U. 2003. Differentiating autonomy from individualism and independence: a self-determination theory perspective on internalization of cultural orientations and well-being, Journal of Personality and Social Psychology 84: 97–110 Edward L. Deci and Richard M. Ryan, „Self-determination theory: a consideration of human motivational universals“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Kulturrelativismus | Weber | Habermas III 258 Kulturrelativismus/Weber/WeberVsRelativismus/Habermas: Wenn Max Weber von „letzten Gesichtspunkten“ spricht, unter denen das Leben rationalisiert werden könne, so versteht er darunter nicht immer die kulturellen Werte, die Inhalte also, die sich innerhalb einer Lebenssphäre in geschichtlichen Konfigurationen herausbilden, sondern manchmal auch jene abstrakten Ideen, die für die Eigengesetzlichkeit einer Wertsphäre als solcher maßgebend sind: solche Ideen sind Wahrheit und Erfolg für die kognitive Wertsphäre; Gerechtigkeit und überhaupt normative Richtigkeit für die moralisch-praktische Wertsphäre, Schönheit, Authentizität, Wahrhaftigkeit für die expressive Wertsphäre. >Wertsphären, >Wahrheit, >Erfolg, >Gerechtigkeit, >Richtigkeit, >Normen, >Schönheit, >Authentizität, >Wahrhaftigkeit, >Interesse, >Rationalisierung. Habermas: Diese Ideen (oder Geltungsaspekte) dürfen nicht mit den besonderen Inhalten einzelner Wertsphären verwechselt werden. >Ideen, >Inhalt. Nach Weber sind die kulturellen Wertsphären für die Entwicklung moderner Gesellschaften wichtig, weil sie die Ausdifferenzierung gesellschaftlicher Teilsysteme oder Lebenssphären steuern.(1) Habermas III 259 Habermas: Wir dürfen die Geltungsaspekte nicht mit den beliebigen Wertinhalten, mit historisch wechselnden partikularen Wertmustern auf eine Stufe stellen. >Werte, >Kultur, >Kulturelle Überlieferung, >Tradition, >Geschichte, >Relativismus, vgl. >Fortschritt. 1.M.Weber, Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I Tübingen, 1963, S. 259. |
Weber I M. Weber Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013 Ha I J. Habermas Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988 Ha III Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981 Ha IV Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981 |
| Natur | Aristoteles | Gaus I 312 Natur/Aristoteles/Keyt/Miller: Platon hatte bereits versucht, den protagoräischen Relativismus und Konventionalismus durch einen Appell an die Natur zu bekämpfen, aber die Natur, an die er sich berief, war entweder göttliche Vernunft (in den Gesetzen) oder ein Reich unkörperlicher und unveränderlicher Formen, die jenseits von Zeit und Raum existieren (in der Republik). (PlatonVsRelativismus, PlatonVsProtagoras: >Protagoras/Platon, >Relativismus/Protagoras). AristotelesVsPlaton: Obwohl auch Aristoteles den Relativismus durch einen Appell an die Natur bekämpfen möchte, möchte er dies tun, ohne sich auf eine übernatürliche Norm oder ein übernatürliches Wesen zu berufen: Sein Ziel ist es, sowohl den Platonismus als auch den Relativismus zu vermeiden. (...) Aristoteles bringt die Natur auf die Erde zurück, indem er sie mit dem Reich der sinnlichen Objekte und des Wandels identifiziert (Metaph. XII.l.1069a30-b2). Natur/Aristoteles: Aristoteles' Naturbegriff wäre im Gegensatz zu dem von Platon für einen modernen Physiker oder Biologen erkennbar. Gaus I 313 Die Natur tritt erstmals in drei grundlegenden Theoremen in Erscheinung, die das Portal zur Politik darstellen: (1) die Polis existiert von Natur aus, (2) der Mensch ist von Natur aus ein politisches Tier, und (3) die Polis ist von Natur aus vor dem Individuum (Pol. 1.2). Diese Aussagen werden als Theoreme bezeichnet, weil sie nicht einfach behauptet, sondern verteidigt werden. Probleme: Nichts, was sie oder die sie unterstützenden Argumente betrifft, ist unumstritten. Der eigentliche Inhalt der Theoreme ist umstritten, denn es ist unklar, was "Natur" in jedem von ihnen bedeutet. Aristoteles unterscheidet mehrere Bedeutungen von "Natur" (Phys. II.1; Metaph. V .4), von denen die wichtigsten seinen vier Ursachen entsprechen (endgültig, formal, effizient und materiell); aber er verlässt sich gewöhnlich auf den Kontext, um die beabsichtigte Bedeutung eines bestimmten Vorkommens des Begriffs anzugeben. Es wurde sogar angedeutet, dass "Natur" in der Politik einen ganz anderen Sinn hat als in den physischen und metaphysischen Abhandlungen. Fragen: Was nimmt Aristoteles stillschweigend an? Sind die Argumente gültig oder ungültig? Wie plausibel sind seine Prämissen? Die Haltbarkeit von Aristoteles' Naturalismus hängt von der Antwort auf diese Fragen ab. (Zur Kontroverse siehe Ambler, 1985(1); Keyt, 1991b(2); Depew, 1995(3); Miller, 1995(4): 27-66; und Saunders, 1995(5): 59-71). Aristoteles' Analyse der Natur führt zu einer komplexen Behandlung der Antithese zwischen Physis und Nomos. >Nomos/Aristoteles. Phys.: Aristoteles Physik Pol: Aristoteles Politik Metaph.: Aristoteles Metaphysik 1. Ambler, Wayne (1985) 'Aristotle's understanding of the naturalness of the city'. Review of Politics, 47: 163—85. 2. Keyt, David (1991b) 'Three basic theorems in Aristotle's Politics'. In David Keyt and Fred D. Miller, eds, A Companion to Aristotle's Politics. Oxford: Blackwell. 3. Depew, David J. (1995) 'Humans and other political animals in Aristotle's History of Animals'. Phronesis, 40: 159-81. 4. Miller, Fred D. (1995) Nature, Justice, and Rights in Aristotle's Politics. Oxford: Claredon. 5. Saunders, Trevor J. (1995) Aristotle Politics Books I and 11. Oxford: Clarendon. Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications |
Gaus I Gerald F. Gaus Chandran Kukathas Handbook of Political Theory London 2004 |
| Natur | Platon | Gaus I 312 Natur/Platon/Keyt/Miller: Platon hatte bereits versucht, den protagoräischen Relativismus und Konventionalismus durch einen Appell an die Natur zu bekämpfen, aber die Natur, an die er sich berief, war entweder göttliche Vernunft (in den Gesetzen) oder ein Reich unkörperlicher und unveränderlicher Formen, die jenseits von Zeit und Raum existieren (in der Republik). (PlatonVsRelativismus, PlatonVsProtagoras: >Protagoras/Platon, >Relativismus/Protagoras). AristotelesVsPlaton: Obwohl auch Aristoteles den Relativismus durch einen Appell an die Natur bekämpfen möchte, möchte er dies tun, ohne sich auf eine übernatürliche Norm oder ein übernatürliches Wesen zu berufen: Sein Ziel ist es, sowohl den Platonismus als auch den Relativismus zu vermeiden. (...) Aristoteles bringt die Natur auf die Erde zurück, indem er sie mit dem Reich der sinnlichen Objekte und des Wandels identifiziert (Metaph. XII.l.1069a30-b2). Natur/Aristoteles: Aristoteles' Naturbegriff wäre im Gegensatz zu dem von Platon für einen modernen Physiker oder Biologen erkennbar. >Natur/Aristoteles. Metaph.: Aristoteles Metaphysik Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications |
Gaus I Gerald F. Gaus Chandran Kukathas Handbook of Political Theory London 2004 |
| Realismus | Putnam | Rorty I 305ff Anti-Realist/Putnam/Rorty: Der Anti-Realist versteht antike und unsere modernen Theorien nicht als zwei ungefähr richtige Beschreibung eines festen Bestandes, sondern er glaubt nicht, dass unsere Theorie besser ist in Bezug auf dieselben Entitäten. Aber wenn unsere Theorie bloß unsere Theorie ist, dann könnten wir anstatt ihrer genauso gut die Neandertaler heranziehen. >Antirealismus. PutnamVsAnti-Realismus: Das Problem ist, dass für ihn Wahrheit nur als ein den Theorien untergeordneter Begriff sinnvoll ist. Doch ist Extension unauflöslich mit Wahrheit verknüpft: x gehört eben genau dann zur Extension eines Prädikats F, wenn "x ist ein F" wahr ist. Interner Realismus (laut Rorty): Der interne Realismus ist die Position, der zufolge wir die "mundane Tatsache", dass der Gebrauch der Sprache zur Erreichung unserer Ziele, zu unserer Zufriedenheit usw. beiträgt durch den Umstand erklärt werden kann, dass "nicht die Sprache, sondern die Sprecher die Welt widerspiegeln, insofern sie eine symbolische Darstellung ihrer Umwelt hervorbringen". >Interner Realismus. Putnam: Vermittels unserer Konventionen stellen wir das Universum einfach besser dar als je zuvor. >Konventionen. PutnamVsRealismus/PutnamVsRelativismus/Rorty: Beide gehen davon aus, man könnte gleichzeitig innerhalb und außerhalb der Sprache stehen. >Relativismus. --- VI 389 Realismus/Putnam: Der Realismus erklärt, warum Theorien zur Konvergenz tendieren. Realismus besagt, dass nicht Sprache, sondern Sprecher die Welt abbilden. VI 395 f Realismus/Tatsache/Putnam: Bsp Geschichte 1: Eine Linie kann in Punkte eingeteilt werden, d.h. in immer kleinere Segmente. Dann besteht dieselbe Relation "Teil von" zwischen Punkten und Segmenten und Segmenten und größeren Segmenten. Geschichte 2: Es gibt keine Punkte, diese sind aber logische Konstruktionen. "Hard core"-Realismus: Der "hard core"-Realismus würde sagen, dass es hier eine Tatsache gibt, die darüber entscheidet. PutnamVsMetaphysischer Realismus: "verfeinerter Realismus": 1 und 2 sind äquivalente Beschreibungen. VI 398 Metaphysischer Realismus: Wenn man nicht sagen kann, wie die WELT theorie-unabhängig ist, wird die Rede von verschiedenen Beschreibungen (Bsp Punkt oder konvergierendes Segment) leer. Das sagt Quine in Ontologische Relativität. >Metaphysischer Realismus, >Ontologische Relativität. VI 404 PutnamVsMetaphysischer Realismus: Metaphysischer Realismus ist dazu verdammt, a) die Logik entweder als empirisch zu betrachten (d.h. nicht bloß revidierbar, wie ich selbst glaube) sondern in dem Sinn, dass sie überhaupt keine konventionelle Komponente hat, oder b) er muss die Logik für a priori d.h. überhaupt nicht durch den Begriff der Konvention erklärbar machen. --- I (c) 78 Realismus/Putnam: Der Realismus muss es unerklärt lassen, dass Bsp Raumzeitkalküle beobachtbare Phänomene richtig vorhersagen, wenn es in Wirklichkeit keine gekrümmte Raumzeit gibt. Was hat dann Voraussage mit Wahrheit zu tun? I (c) 95 Realismus: Die realistische Auffassung von Junktoren sichert, dass eine Aussage nicht allein deshalb wahr ist, weil sie aus irgend einer Theorie folgt. >Junktoren. I (g) 175f PutnamVsMetaphysischer Realismus: Metaphysischer Realismus sieht sich unendlich vielen Entsprechungen gegenüber, d.h. unendlich viele Möglichkeiten, wie Zeichen und Dinge sich entsprechen können. Problem: Es ist nicht leicht, die richtigen Entsprechungen auszuwählen, ohne einen metaphysischen Zugang. >Satz von Löwenheim, Unintendierte Modelle. |
Putnam I Hilary Putnam Von einem Realistischen Standpunkt In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993 Putnam I (a) Hilary Putnam Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (b) Hilary Putnam Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (c) Hilary Putnam What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (d) Hilary Putnam Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (e) Hilary Putnam Reference and Truth In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (f) Hilary Putnam How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (g) Hilary Putnam Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (h) Hilary Putnam Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (i) Hilary Putnam Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (k) Hilary Putnam "Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam II Hilary Putnam Repräsentation und Realität Frankfurt 1999 Putnam III Hilary Putnam Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997 Putnam IV Hilary Putnam "Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164 In Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994 Putnam V Hilary Putnam Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990 Putnam VI Hilary Putnam "Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98 In Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994 Putnam VII Hilary Putnam "A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 SocPut I Robert D. Putnam Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Relativismus | Brandom | Rorty VI 179 ff BrandomVsRelativismus/Rorty: Wir sind auf die Richtigkeit unserer Behauptungen festgelegt, die dem entsprechen wie die Dinge sind und nicht, wie sie von irgend jemand aufgefasst werden. De re-Zuschreibungen bringen unsere nichtrelativistischen Festlegungen darauf zum Ausdruck, dass eine bestimmte Redeweise besser geeignet ist als andere, darüber, was es wirklich gibt, zu reden. Bsp "Ptolemäus behauptete von den Umlaufbahnen der Planeten, sie ergäben sich aus der Bewegung von Kristallkugeln". >de re. |
Bra I R. Brandom Expressive Vernunft Frankfurt 2000 Bra II R. Brandom Begründen und Begreifen Frankfurt 2001 Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Relativismus | Nagel | I 9 ff Relativismus/Subjektivismus/Nagel: Der Relativismus ist erstens selbstwidersprüchlich, weil in Anspruch genommen wird, gar nichts sei der Fall, zweitens inhaltslos, weil alles beliebige der Fall sei, was wir sagen oder glauben. I 31 ff Bsp Rorty (Subjektivist): Wir können keinen Haken ausfindig machen, der uns aus der bloßen Kohärenz heraus zu so etwas wie der Entsprechung mit der "an sich seienden Realität" hinzieht. >Kohärenz, >Korrespondenz, >Realität. NagelVsRorty et.al.: Das ist auf den ersten Blick überzeugend, aber: wenn man diese Autoren ernst nimmt, stehen sie gerade im Widerspruch zu jenem Konsens, auf dem ihnen zufolge die Objektivität "fußt": Menschen, die wissenschaftliche oder mathematische Überzeugungen entwickeln, sind sich darüber einig, dass diese Dinge schlechthin wahr sind, und zwar unabhängig davon, ob wir uns über sie einig sind. >Realismus/Nagel. I 136 Relativismus/NagelVsRelativismus/Nagel: Der Versuch, das geordnete Weltbild als Projektion unseres Geistes umzudeuten, scheitert an der Notwendigkeit, in der so geordneten Welt einen Platz für uns selbst ausfindig zu machen. Vgl. >Zentrierte Welten. I 134 Wenn wir die Phänomene immer als bloß "für uns" herabstufen, müssen wir zeigen, dass sie in keinem systematischen Zusammenhang mit beobachteten Regelmäßigkeiten stehen. |
NagE I E. Nagel The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979 Nagel I Th. Nagel Das letzte Wort Stuttgart 1999 Nagel II Thomas Nagel Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990 Nagel III Thomas Nagel Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991 NagelEr I Ernest Nagel Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982 |
| Relativismus | Pollock | Field II 384 Regeln/Standards/Bewertung/PollockVsRelativismus/PollockVsField: Pollock versucht sogar den schwachen Relativismus zu vermeiden: These: Die Begriffe jeder Person sind so vom System epistemischer Regeln geformt, die sie anwendet, dass es keinen echten Konflikt zwischen Leuten mit verschiedenen Systemen geben kann. >Relativismus, >Begriffe. Also können auch nicht die Systeme selbst in Konflikt stehend betrachtet werden. FieldVsPollock: Das ist ganz unplausibel. >Bezugssysteme, >Systeme. |
Field I H. Field Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989 Field II H. Field Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001 Field III H. Field Science without numbers Princeton New Jersey 1980 Field IV Hartry Field "Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Relativismus | Putnam | VII 436 Relativismus/Putnam: Relativismus ist mein Hauptanliegen im Buch "Vernunft, Wahrheit und Geschichte". Putnam: These: Erklärung, Interpretation und Ethik sind nicht im selben Boot. "Companions in guilt"-Argument, "Mitgefangen-mitgehangen"-Argument: Bei teilweisem Relativismus droht der totale Relativismus (PutnamVsHarman). --- Williams II 503 PutnamVsKulturrelativismus/PutnamVsRelativismus/M. Williams: innere Widersprüchlichkeit: Bsp Wenn ich als Kulturrelativist sage, dass wenn du sagst, dass etwas wahr ist gemäß den Normen deiner Kultur, dann sage ich in Wirklichkeit, dass das entsprechend den Normen meiner eigenen Kultur so ist. Ich kann die transzendentale Behauptung gar nicht ausdrücken, die das Herz des Relativismus ist, dass alle Kulturen in derselben Position sind. Widerspruch: Wahrheit für eine Kultur ist etwas absolutes, das der angeblichen Relativierung widerspricht. >Kulturrelativismus. --- Putnam III 139f Relativismus/PutnamVsWilliams: Der Relativismus tut so, als ob die Wissenschaft aus objektiven Einzelurteilen bestünde, während man die "Kultur" nur als ganzes übernehmen oder ablehnen könnte. --- Putnam V 141 Bewusstsein/PutnamVsLocke: Dass Steine kein Bewusstsein haben ist eine Tatsache über unseren Begriff von Bewusstsein. Problem: Das macht Wahrheit letztlich abhängig von unseren kulturellen Standards. V 165 Relativismus/Tradition: Relativismus ist leicht zu widerlegen, weil er sich selbst absolut setzen musste, sonst ist seine Position nicht gesicherter als jede andere. PlatonVsProtagoras (Relativist): Regress: "Ich denke, dass ich denke, dass Schnee weiß ist". PutnamVsPlaton: Daraus folgt nicht, dass es unendlich iteriert werden muss, nur, dass es könnte. Moderner Relativismus/Foucault, Diskursrelativität: Alles ist relativ, auch der Relativismus. VS: Problem: Wenn "absolut wahr relativ zu Person P" ist, dann gibt es keinen totalen Relativismus. Kein Relativist möchte, dass der Relativismus für alles gilt. --- Putnam I (i) 241 Berechtigte Behauptbarkeit/Dewey/Rorty: Berechtigte Behauptbarkeit ist von der Mehrheit in einer Kultur abhängig. >Behauptbarkeit. Normen und Standards sind historisch und reflektieren Interessen. PutnamVsRorty: Berechtigte Behauptbarkeit ist von der Mehrheit unabhängig, aber keine transzendente Realität sondern die Eigenschaft des Begriffs der Berechtigung! PutnamVsRelativismus/PutnamVsRealismus: Beide behaupten, zugleich innerhalb und außerhalb der Sprache stehen zu können. I (i) 249 Relativismus/Putnam: Die Welt ist kein "Produkt" (unserer Kultur), sie ist nur die Welt. |
Putnam I Hilary Putnam Von einem Realistischen Standpunkt In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993 Putnam I (a) Hilary Putnam Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (b) Hilary Putnam Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (c) Hilary Putnam What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (d) Hilary Putnam Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482. In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (e) Hilary Putnam Reference and Truth In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (f) Hilary Putnam How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (g) Hilary Putnam Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982) In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (h) Hilary Putnam Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (i) Hilary Putnam Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam I (k) Hilary Putnam "Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133 In Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993 Putnam II Hilary Putnam Repräsentation und Realität Frankfurt 1999 Putnam III Hilary Putnam Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997 Putnam IV Hilary Putnam "Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164 In Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994 Putnam V Hilary Putnam Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990 Putnam VI Hilary Putnam "Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98 In Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994 Putnam VII Hilary Putnam "A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 SocPut I Robert D. Putnam Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000 EconWilliams I Walter E. Williams Race & Economics: How Much Can Be Blamed on Discrimination? (Hoover Institution Press Publication) Stanford, CA: Hoover Institution Press 2011 WilliamsB I Bernard Williams Ethics and the Limits of Philosophy London 2011 WilliamsM I Michael Williams Problems of Knowledge: A Critical Introduction to Epistemology Oxford 2001 WilliamsM II Michael Williams "Do We (Epistemologists) Need A Theory of Truth?", Philosophical Topics, 14 (1986) pp. 223-42 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |
| Relativismus | Rorty | I 304 Relativismus: Die Behauptung, Wahrheit und Referenz seien »relativ auf ein Begriffssystem«, klingt so, als sage sie mehr. Aber das ist so lange nicht der Fall, als unser Begriffssystem schlicht für das steht, was wir gegenwärtig glauben. >Konvention, >Sprachgemeinschaft. II (b) 36 RortyVsHabermas: Habermas braucht einen archimedischen Punkt, um Foucault für seinen »Relativismus« zu kritisieren. >HabermasVsFoucault, >Habermas, >Foucault. II (g) 152 Kulturrelativismus: Der Kulturrelativismus ist gar nicht relativistisch, sofern Relativismus auf die Behauptung hinausläuft, jede moralische Anschauung sei genauso gut wie jeder andere. >Kulturrelativismus. Rorty: Unsere moralische Anschauung ist sehr viel besser als jede Konkurrenzanschauung. a) Es ist eine Sache, die falsche Behauptung aufzustellen, zwischen uns und den Nazis gebe es keinen Unterschied. b) Eine ganz andere Sache ist es, die richtige Behauptung zu vertreten, dass es keinen neutralen gemeinsamen Boden gibt, auf den ein Nazi und ich sich zurückziehen können, um zu diskutieren. III 87 Schumpeter: »Die Einsicht, dass die Geltung der eigenen Überzeugungen nur relativ ist, und dennoch unerschrocken für sie einzustehen, unterscheidet den zivilisierten Menschen vom Barbaren.« Isaiah Berlin: Mehr darf man nicht verlangen. >Isaiah Berlin, >Josef A. Schumpeter. IV (a) 11 Relativismus/Kulturrelativismus/RortyVsPutnam: Falsche Lösung: einen transkulturellen Standpunkt einzunehmen. - Das wäre nur ein weiterer Gottesstandpunkt: ideale Wahrheit als Grenzbegriff. >Relativismus/Putnam, >Wahrheit/Putnam. V 20 Kulturen haben keine axiomatischen Strukturen. Dass sie institutionalisierte Normen haben, besagt eigentlich das gleiche wie Foucaults These: dass Erkenntnis und Macht nie voneinander getrennt werden können. Wenn man zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort nicht an bestimmte Dinge glaubt, muss man es wahrscheinlich büßen. >Kultur, >Normen. VI 74 Relativismus/Realismus/PutnamVsRealismus/PutnamVsRelativismus/Rorty: Realismus und Relativismus gehen beide davon aus, man könnte gleichzeitig innerhalb und außerhalb der Sprache stehen. VI 77f Faschismus/Relativismus/Wahrheit/Sartre/Rorty: Bsp Morgen nach meinem Tode können Menschen beschließen, den Faschismus einzuführen - dann wird der Faschismus die menschliche Wahrheit sein. RortyVsSartre: nicht die Wahrheit; die Wahrheit wäre in Vergessenheit geraten. Putnam: Wahrheit ist die dritte Instanz zwischen den Lagern. RortyVsPutnam: Es geht Richtigkeit statt Wahrheit - und zwar nach unseren Normen. - Nach welchen denn sonst, denen der Faschisten? >Normen/Rorty, >Richtigkeit. VI 79 Begründung der Normen/Rorty: Ihre Begründung erwächst aus unserer Selbstverbesserung. VI 246 Kulturrelativismus/Rorty: Ich bin schon der Meinung, dass unsere westliche Kultur über anderen steht. Diese Art von Relativismus ist aber kein Irrationalismus. Man braucht kein Irrationalist zu sein, wenn man darauf verzichtet, das eigene Netz von Überzeugungen so kohärent und durchsichtig wie möglich zu gestalten. >Kulturrelativismus, vgl. >Westlicher Rationalismus. |
Rorty I Richard Rorty Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997 Rorty II Richard Rorty Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000 Rorty II (b) Richard Rorty "Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (c) Richard Rorty Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (d) Richard Rorty Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (e) Richard Rorty Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (f) Richard Rorty "Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty II (g) Richard Rorty "Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993 In Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000 Rorty III Richard Rorty Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992 Rorty IV (a) Richard Rorty "is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (b) Richard Rorty "Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (c) Richard Rorty "Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty IV (d) Richard Rorty "Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106 In Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993 Rorty V (a) R. Rorty "Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998 Rorty V (b) Richard Rorty "Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984 In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty V (c) Richard Rorty The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992) In Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988 Rorty VI Richard Rorty Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000 |
| Terminologien | Weber | III 286 Def Weltbild/Weber: Ein Weltbild kann als rationalisiert gelten in dem Maße, wie es die „Welt“ als Sphäre sittlicher Bewährung unter praktischen Prinzipien herausstellt und von allen übrigen Aspekten trennt. Es präsentiert die Welt a) Als Feld praktischer Betätigung überhaupt b) Als Bühne, auf der der handelnde ethisch versagen kann, c) Als Gesamtheit der Situationen, die nach „letzten“ moralischen Grundsätzen beurteilt und nach Maßgabe moralischer Urteile bewältigt werden sollen und daher d) Als einen Bereich der Objekte und Anlässe sittlichen Handelns. Habermas III 228 Def Rationalisierung/Max Weber/Habermas: Rationalisierung nennt Weber jede Erweiterung des empirischen Wissens, der Prognosefähigkeit, der instrumentellen und organisatorischen Beherrschung empirischer Vorgänge. Habermas III 351 Def Positivität/Habermas: positiv gesetztes Recht wird nicht durch Interpretation anerkannter und geheiligter Traditionen fortgebildet, es drückt vielmehr den Willen eines souveränen Habermas III 352 Gesetzgebers aus, der mit rechtlichen Organisationsmittel soziale Tatbestände konventionell regelt. Def Legalismus/Habermas: den Rechtspersonen werden außer einem generellen Rechtsgehorsam keine sittlichen Motive unterstellt. Es schützt ihre privaten Neigungen innerhalb sanktionierter Grenzen. Nicht nur böse Gesinnungen, sondern auch normabweichende Handlungen werden sanktioniert, wobei Zurechnungsfähigkeit vorausgesetzt wird. Def Formalität/Recht/Habermas: Das moderne Recht definiert Bereiche der legitimen Willkür von Privatpersonen. Die Willkürfreiheit der Rechtspersonen in einem sittlich neutralisierten Bereich privater, aber mit Rechtsfolgen verknüpfter Handlungen wird vorausgesetzt. Der Privatrechtsverkehr kann daher negativ auf dem Wege der Einschränkung von prinzipiell anerkannten Berechtigungen geregelt werden (anstelle einer positiven Regelung über konkrete Pflichten und materiale Gebote). In diesem Bereich ist alles erlaubt, was nicht rechtlich verboten ist. Habermas III 318 Def Gesinnungsethik/Weber/Habermas: Laut Weber ist die Gesinnungsethik durch folgende Einstellung charakterisiert: „Der Christ tut recht und stellt den Erfolg Gott anheim“.(1) Habermas: Damit betritt Weber den Boden einer philosophischen Diskussion, die den Eigensinn moralisch-praktischer Fragen, die Logik der Rechtfertigung von Handlungsnormen herausarbeiten konnte, nachdem sich Moral und Recht von der Begrifflichkeit religiöser (und metaphysischer) Weltbilder gelöst hatten. Habermas III 322 Def Wertsphären/Weber/Habermas: Die verschiedenen (kulturellen) Wertsphären sind: kognitive, normative und ästhetische Ideen. Ideelle Güter gibt es innerhalb, des Wissenschaftsbetriebs, der religiösen Gemeinde und des Kunstbetriebs. Habermas III 258 Def Ideen/Weber/WeberVsRelativismus/Habermas: Wenn Max Weber von „letzten Gesichtspunkten“ spricht, unter denen das Leben rationalisiert werden könne, so versteht er darunter nicht immer die kulturellen Werte, die Inhalte also, die sich innerhalb einer Lebenssphäre in geschichtlichen Konfigurationen herausbilden, sondern manchmal auch jene abstrakten Ideen, die für die Eigengesetzlichkeit einer Wertsphäre als solcher maßgebend sind: solche Ideen sind Wahrheit und Erfolg für die kognitive Wertsphäre; Gerechtigkeit und überhaupt normative Richtigkeit für die moralisch-praktische Wertsphäre, Schönheit, Authentizität, Wahrhaftigkeit für die expressive Wertsphäre. Habermas III 258 Wertsphären/Weber: - kognitive Wertsphäre: maßgeblich: Wahrheit und Erfolg - moralisch-praktische Wertsphäre: maßgeblich: Gerechtigkeit und überhaupt normative Richtigkeit - expressive Wertsphäre: maßgeblich: Schönheit, Authentizität, Wahrhaftigkeit Habermas III 231 Def Rationalisierung/Weber/Habermas: Die kognitive Verselbständigung von Recht und Moral, d.h. die Ablösung moralisch-praktischer Einsichten ethischer und rechtlicher Doktrinen, Grundsätze, Maximen und Entscheidungsregeln von Weltbildern, in die sie zunächst eingebettet waren, nennt Weber Rationalisierung. Gaus I 195 Staat/Weber/Morris: [Eine "Definition" des Staates ist] meist eine abgekürzte Version von Max Webers bekannter Charakterisierung des Staates als "eine menschliche Gemeinschaft, die (erfolgreich) das Monopol der legitimen Anwendung physischer Gewalt innerhalb eines bestimmten Territoriums beansprucht" (1919(2): 78). Habermas III 244 Wertrationalität/Max Weber/Habermas: Weber: „Rein wertrational handelt, wer ohne Rücksicht auf die vorauszusehenden Folgen handelt im Dienst seiner Überzeugung von dem, was Pflicht, Würde, Schönheit, religiöse Weisung, Pietät, oder die Wichtigkeit einer ‚Sache‘, gleich welcher Art, ich zu gebieten scheinen. Stets ist … wertrationales Handeln ein Handeln nach ‚Geboten‘ oder gemäß ‚Forderungen‘, die der Handelnde an sich gestellt glaubt.“(3) Habermas III 152 Zweckrationalität/Max Weber/Habermas: Subjektiv zweckrational nennt Weber ein zielgerichtetes Handeln, „welches ausschließlich orientiert ist an (subjektiv) als adäquat vorgestellten Mitteln für (subjektiv) eindeutig gefasste Zwecke.“ (4) Habermas III 245 Handlungen, die Bedingungen der Mittel- und Wahlrationalität genügen, nennt Weber ‚zweckrational‘ Handlungen, die Bedingungen normativer Rationalität genügen, ‚wertrational‘. Beide Aspekte können unabhängig voneinander variieren. Fortschritte in der Dimension der Zweckrationalität können auf Kosten wertrational gebundenen Handelns verlaufen.(5) 1. M. Weber, Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I Tübingen, 1963, S.552. 2. M. Weber (1946 [1919]) 'Politics as a vocation'. In From Max Weber: Essays in Sociologv, eds and trans. H. Gerth and C. Wright Mills. New York: Oxford University 3. M.Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg. v. J. Winckelmann, Tübingen 1964. 4. M Weber, Methodologische Schriften, Frankfurt/M. 1968, p. 170. 5. M. Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg. v. J. Winckelmann, Tübingen 1964, S. 22. |
Weber I M. Weber Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013 Ha I J. Habermas Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988 Ha III Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981 Ha IV Jürgen Habermas Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981 Gaus I Gerald F. Gaus Chandran Kukathas Handbook of Political Theory London 2004 |
| Welt | Gadamer | I 446 Welt/Sprache/Gadamer: Die Sprache ist nicht nur eine der Ausstattungen, die dem Menschen, der in der Welt ist, zukommt, sondern auf ihr beruht, und in ihr stellt sich dar, dass die Menschen überhaupt Welt haben. Für den Menschen ist die Welt als I 447 Welt da, wie sie für kein Lebendiges sonst Dasein hat, das auf der Welt ist. Dies Dasein der Welt aber ist sprachlich verfasst. Das ist der eigentliche Kern des Satzes, den Humboldt in ganz anderer Absicht äußert, dass die Sprachen Weltansichten sind.(1) Humboldt will damit sagen, dass die Sprache gegenüber dem Einzelnen, der einer Sprachgemeinschaft angehört, eine Art selbständiges Dasein behauptet und ihn, wenn er in sie hineinwächst, zugleich in ein bestimmtes Weltverhältnis und Weltverhalten einführt. >W. v. Humboldt. Wichtiger aber ist, was dieser Aussage zugrunde liegt: dass die Sprache ihrerseits gegenüber der Welt, die in ihr zur Sprache kommt, kein selbständiges Dasein behauptet. Nicht nur ist die Welt nur Welt, sofern sie zur Sprache kommt - die Sprache hat ihr eigentliches Dasein nur darin, dass sich in ihr die Welt darstellt. Die ursprüngliche Menschlichkeit der Sprache bedeutet also zugleich die ursprüngliche Sprachlichkeit des menschlichen In-der-Welt-Seins. Welt haben heißt: sich zur Welt verhalten. Sich zur Welt verhalten erfordert aber, sich von dem von der Welt her Begegnenden so weit freihalten, dass man es vor sich stellen kann, wie es ist, Dieses Können ist ineins Welt-haben und Sprache-haben. Umwelt/Gadamer: Der Begriff der Welt tritt damit in Gegensatz zu dem Begriff der Umwelt, wie sie allem auf der Welt seienden Lebendigen zukommt. >Umwelt/Gadamer, >Welt/Gadamer. I 453 (...) in der Sprache stellt sich die Welt selber dar. Die sprachliche Welterfahrung ist „absolut“. Sie übersteigt alle Relativitäten von Seinssetzung, weil sie alles Ansichsein I 454 umfasst, in welchen Beziehungen (Relativitäten) immer es sich zeigt. Die Sprachlichkeit unserer Welterfahrung ist vorgängig gegenüber allem, das als seiend erkannt und angesprochen wird. Der Grundbezug von Sprache und Welt bedeutet daher nicht, dass die Welt Gegenstand der Sprache werde. I 451 Welt/Welt „an sich“/Weltsichten/Gadamer: Als sprachlich verfasste ist eine jede (...) Welt von sich aus für jede mögliche Einsicht und damit für jede Erweiterung ihres eigenen Weltbildes offen und entsprechend für andere zugänglich. „Ansichsein“: (...) damit wird der Gebrauch des Begriffs „Welt an sich“ problematisch. Der Maßstab für die fortschreitende Erweiterung des eigenen Weltbildes wird nicht durch die außer aller Sprachlichkeit gelegene „Welt an sich“ gebildet. Vielmehr bedeutet die unendliche Perfektibilität der menschlichen Welterfahrung, dass man, in welcher Sprache immer man sich bewegt, nie zu etwas anderem gelangt als zu einem Immer mehr erweiterten Aspekt, einer „Ansicht“ der Welt. >Hermeneutik/Gadamer. GadamerVsRelativismus: Die Mannigfaltigkeit solcher Weltansichten bedeutet keine Relativierung der „Welt“. Vielmehr ist, was die Welt selbst ist, nichts von den Ansichten, in denen sie sich darbietet, Verschiedenes. 1. W. von Humboldt, „Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus ..“(zuerst gedruckt 1836), § 9, S. 59 |
Gadamer I Hans-Georg Gadamer Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010 Gadamer II H. G. Gadamer Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977 |
| Werte | Relativismus | Gaus I 134 Werte/Relativismus/Kekes: Relativisten betrachten die Vielfalt der Werte als real: Es gibt viele Werte und es gibt viele Möglichkeiten, sie zu kombinieren und einzuordnen. Es gibt keinen universellen und objektiven Standard, an den man sich bei der Lösung von Meinungsverschiedenheiten über die Identität und die vergleichende Bedeutung von Werten wenden könnte. Eine gute Gesellschaft erfordert jedoch einen gewissen Konsens darüber, was als Möglichkeit akzeptiert wird und was über die Grenzen hinausgeht. Die politischen Regelungen einer guten Gesellschaft spiegeln diesen Konsens wider, und die Regelungen ändern sich mit dem Konsens. Was als Wert zählt und wie wichtig er ist, hängt dann, so die Relativisten, vom Konsens einer Gesellschaft ab. Ein Wert ist das, was in einem bestimmten Kontext bewertet wird; alle Werte sind daher kontextabhängig. Ultimative Rechtfertigung: Der ultimative Reiz der Relativisten besteht darin, auf ihre Arrangements hinzuweisen und zu sagen: Das ist es, was wir hier tun. Fideismus: So wie der Absolutismus natürlich mit einer rationalistischen Orientierung verbunden ist, so wird der Relativismus gerne mit dem Fideismus kombiniert. Wenn es in der Realität keine erkennbare moralische Ordnung gibt, dann ist der Glaube, der sich in einer Gesellschaft durchgesetzt hat, die beste Richtschnur für ein gutes Leben und für die politischen Arrangements, die es fördern. Aber der Glaube einer Gesellschaft unterscheidet sich vom Glauben einer anderen. Es ist daher nur zu erwarten, dass sich das gute Leben und die politischen Arrangements entsprechend unterscheiden. VsRelativismus: Der Relativismus scheint die Gefahren des Dogmatismus und der Unterdrückung zu vermeiden, die den Absolutismus so oft verschlingen, aber er tut es nicht. Der Relativismus ist nicht weniger anfällig für Dogmatismus und Unterdrückung als der Absolutismus. Aus der Tatsache, dass die politischen Arrangements der relativistischen Gesellschaft nach außen hin nicht als bindend angesehen werden, folgt nichts über die Art und Weise, in der sie nach innen gehalten werden. Vgl. >Absolutismus/Kekes, >Konservatismus/Kekes, >Werte/Konservatismus. Kekes, John 2004. „Conservtive Theories“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications |
Gaus I Gerald F. Gaus Chandran Kukathas Handbook of Political Theory London 2004 |
| Wissenschaft | Sokal | I 10 Wissenschaft/Sokal/Bricmont: Unser Buch(1) richtet sich gegen die Auffassung, die moderne Wissenschaft sei nur ein „Mythos“, eine „Erzählung“ oder „gesellschaftliche Konstruktion“. I 11 1. SokalVsRelativismus: gegeneinen „epistemischen Relativismus“. 2. SokalVsPostmoderne/SokalVsPostmodernism. >Relativismus, >Postmoderne. I 12 Unser Buch kritisiert nicht die Geisteswissenschaften insgesamt. Diejenigen, die das behaupten, legen ihre eigene Geringschätzung gegenüber diesen Fachgebieten an den Tag. I 17 Sokals Hoax/Sokals Joke: Bei der Zeitschrift „Social Text“ reichte Sokal 1996 einen nicht ernst gemeinten Text zur Veröffentlichung ein, der auf absurde Weise wissenschaftliche Begriffe in einem völlig sinnlosen Zusammenhang brachte. Überraschenderweise wurde der Text von dieser Zeitschrift zur Veröffentlichung angenommen. Es handelte sich um den Text „Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity“ – Deutsch:“ Die Grenzen überschreiten: Auf dem Weg zu einer transformativen Hermeneutik der Quantengravitation“.(2) Anschließend machte Sokal in der Zeitschrift Lingua Franca öffentlich, dass es sich dabei um eine Parodie gehandelt hatte. I 18 Inhalt der Parodie: Er verspottet das überholte „Dogma“, es gebe „eine äußere Welt, deren Eigenschaften unabhängig vom einzelnen Individuum und sogar von der gesamten Menschheit sind“ und behauptet dann kategorisch, die „physische ‚Realität‘ [sei] nicht weniger als die gesellschaftliche, im Grunde ein soziales und sprachliches Konstrukt.“ - …“das π Euklids und das G Newtons, die früher als konstant und universal galten, werden heute in ihrer unabwendbaren Historizität gesehen“. I 19 Die in dem Text vorkommenden Zitate von Autoren sind authentisch. Sokals Parodie bestand darin, sie auf absurde Weise miteinander zu verknüpfen. Die von Sokal parodierten Autoren sind Gilles Deleuze, Jacques Derrida, Félix Guattari, Luce Irigaray, Jacques Lacan, Bruno Latour, Jean-Francois Lyotard, Michel Serres und Paul Virilio. >G. Deleuze, >J. Derrida, >F. Guattari, >J. Lacan, >B. Latour, >J.-F. Lyotard, >M. Serres, >P. Virilio. Die Vollendung der Parodie bestand in der überraschenden Tatsache, dass der absurde Text von der Zeitschrift „Social Text“ tatsächlich zur Veröffentlichung angenommen wurde. I 21 Beispiele für die sinnlose Verwendung wissenschaftlicher Begriffe durch einige Autoren, die sich selbst postmoderne Autoren nennen: Subjekt/Psychologie/Jacques Lacan: Lacan behauptet, dass die Struktur des neurotischen Subjekts exakt dem Torus entspricht. Poesie/Mathematik/Julia Kristeva: behauptet, dass die poetische Sprache durch die Mächtigkeit des Kontinuums theoretisch zu erfassen ist. >Kontinuum, >Mengenlehre, >Mächtigkeit. Krieg/Topologie/Jean Baudrillard behauptet, dass der moderne Krieg in einem nicht-euklidischen Raum stattfindet. I 22 Fußnote VsSokal/VsBricmont: Einige Kritiker haben Sokal und Bricmont mit Lehrern verglichen, die ihren Schülern schlechte Noten in Mathematik und Physik erteilen. SokalVsVVS/BricmontVsVs: In der Schule müssen die Kinder diese Fächer lernen – aber niemand hat diese Autoren gezwungen, wissenschaftliche Begriffe zu verwenden, von denen sie keine Ahnung haben. I 23 Sokal/Bricmont: Bei unserem Unternehmen ging es nicht darum, Autoren „kleine Fehler“ bei Zitieren vorzuwerfen, sondern es geht um eine tiefe Gleichgültigkeit, wenn nicht Verachtung gegenüber Fakten und Logik. Was verteidigt werden muss, ist ein Kanon der Rationalität und der intellektuellen Redlichkeit, der allen Disziplinen zu Eigen sein sollte. >Rationalität, >Logik, >Wahrhaftigkeit. 1. A. Sokal und J. Bricmont. (1999) Eleganter Unsinn. München. 2. A. Sokal. (1996) „Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity“ – Deutsch:“ Die Grenzen überschreiten: Auf dem Weg zu einer transformativen Hermeneutik der Quantengravitation“. In: Social Text #46/47, pp. 217-252 (spring/summer 1996). |
Sokal I Alan Sokal Jean Bricmont Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen München 1999 Sokal II Alan Sokal Fashionable Nonsense: Postmodern Intellectuals’ Abuse of Science New York 1999 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| VsRelativismus | Pollock, J. | Field II 384 Regeln/Standards/Bewertung/PollockVsRelativismus/PollockVsField: versucht sogar den schwachen Relativismus zu vermeiden: These die Begriffe jeder Person sind so vom System epistemischer Regeln geformt, die sie anwendet, daß es keinen echten Konflikt zwischen Leuten mit verschiedenen Systemen geben kann |
Field I H. Field Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989 Field II H. Field Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001 Field III H. Field Science without numbers Princeton New Jersey 1980 Field IV Hartry Field "Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67 In Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994 |