Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Atomismus Quine II 218
QuineVsRussell: VsLogischer Atomismus (pro Holismus) - Zusammenhang mit Beobachtung ist komplexer.
II 107
Atomare Tatsachen/Russell: Sinnesdaten. - QuineVsRussell: Sinnesdaten sind gar nicht atomar sondern zusammengesetzt. - Russell: Bekanntschaft mit Sinnesdaten sicher, alles andere ist fehlbar.
II 218
Atomismus/QuineVsRussell/Quine: Der grundlegende Unterschied zwischen Russells logischem Atomismus und meiner Auffassung ist, dass die übrigen Wahrheiten nach meiner Ansicht nicht irgendwie aus den Beobachtungssätzen zusammengesetzt oder von ihnen impliziert werden. Ihr Zusammenhang mit den Beobachtungssätzen ist vermittelter und komplexer. Siehe auch >Atome/Quine.
XIII 14
Def sensorischer Atomismus/Locke/Hume/Quine: Bsp Lockes „einfache Ideen“, Humes „einfache Eindrücke“. Dabei geht es um ein Mosaik irreduzibler sensorischer Bits, die wiederholt auftreten können. Sensibilia/Quine: sollten daher wiederum nicht als Atome, sondern als Arten von Atomen betrachtet werden.
Atom/Quine: ist dann ein Vorkommnis (Token, occurrence) von Sensibilia innerhalb der Erfahrung.
GestaltpsychologieVssensorischer Atomismus/Gestalttheorie/Quine: These Gestalten kommen eher als grobe (große) Formen daher, (die nicht aus Bausteinen zusammengesetzt sind).
XIII 15
Atomismus/sensorischer/Quine: für ihn spricht wiederum die Natur des neuralen (neuronalen) Inputs. Atom/sensorisch/Quine: sollten wir dann sagen, sie entsprechen wiederum Arten von Inputs, die dann einem Rezeptor entsprechen? Nein:
Problem. mit einer Anzahl von Arten kommt man hier nicht weiter: jede Person hat eine unbekannte und nicht weiter interessierende Anzahl von Rezeptoren. Eine weitere Erforschung würde die Theorie hier nicht weiterbringen.
Wahrnehmungsatomismus/Quine: das wäre etwas, wovon man träumen könnte: ein Repertorie von Grundeigenschaften. Dann wären Eigenschaften die Arten. Ihre Vorkommnisse die Atome.
Problem: es wurde gezeigt, daß die Wellenlänge eines singulären Farbereignisses nicht die empfundene Farbe bestimmt, sondern die jeweilige Umgebung. Außerdem hat man gefunden, daß es Zellen gibt, die nur darauf ansprechen, wenn Bsp eine Diagonale von links oben nach rechts unten verläuft, und andere Zellen für entsprechenden andere Gegebenheiten.
XIII 16
Atomismus/Technologie/Quine: hier ist der Atomismus wichtig. Bsp Halbton beim Sehen/Drucken: Punkte und Leerzeichen sind seine Atome. Bsp Fernsehen (TV), Zeitungsdruck usw. Problem: im Film gibt es keine Begrenzung der Atome. Auf zwei (s/w) oder die Grundfarben.


Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Freiheit Nussbaum Brocker I 891
Freiheit/NussbaumVsSen/Nussbaum: Nussbaum geht es - mehr als Amartya Sen - um die Festlegung eines Kerns bestimmter »Befähigungen« (»capabilities«) als unverzichtbare Grundvermögen. Anders formuliert: Zu »substantiell« (»substantial«) verhält sich »prozedural« (»procedural«) als Gegenbegriff.(1) SenVsVs/SenVsNussbaum/Dierksmeier: Doch war es ja gerade der Clou der Sen’schen »wesentlichen Freiheit« (»substantive freedom«), dass bei ihr das prozedurale und partizipatorische Moment keinesfalls an den Rand gedrängt, sondern vielmehr ins Zentrum gerückt wird. Vgl. >Freiheit/Sen, >Fähigkeiten/Sen.


1. Martha C. Nussbaum, Not for Profit. Why Democracy Needs the Humanities, Princeton 2010, S. 18


Claus Dierksmeier, „Amartya Sen, Ökonomie für den Menschen (1999)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Gerechtigkeit Hayek Mause I 197
Gerechtigkeit/Hayek: HayekVsRawls: Hayeks Philosophie der Freiheit versteht Redistribution als unzulässigen Eingriff in die Autonomierechte von Individuen und lehnt sie daher aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf soziale Gerechtigkeit ab. (1)
Hayek These: die übergeordnete Norm ist die der individuellen Autonomie. Begriffe, die diese Autonomie begrenzen, bedürfen der Rechtfertigung. Bsp Re-Distribution: halt dieser Rechtfertigung nicht stand, da der Markt für Hayek unübertroffen effizient ist.
Markt/Hayek: Der Markt benötigt für seine optimale Funktionsfähigkeit nur die Rechtsgleichheit der Marktteilnehmer, eine maximale Vertragsfreiheit und ein minimales soziales Sicherungssystem. Jede weitere Maßnahme zur Umverteilung würde nicht nur den Anreiz zur eigenen Existenzsicherung unterdrücken. Sie hätte zudem auch keine Legitimation: mögliche ungleiche Tauschergebnisse des Marktes sind nicht-intendierte Folge von individuellem Handeln und können aufgrund der fehlenden Intentionalität keine Folgeverantwortlichkeit begründen. (2)
VsHayek: dieser berücksichtigt nicht, dass Interessengruppen Einfluss auf die Preisbildung nehmen können bzw. eine Vielzahl von Leistungen nicht über den Markt erfolgt. (3)
Mause I 203
Gerechtigkeit/Gerechtigkeitstheorien/Hayek: Wo Hayek auf das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit setzt, richtet Rawls den Fokus auf die Chancengerechtigkeit, während Sens Prinzip der Teilhabegerechtigkeit der Bedarfsgerechtigkeit sehr nahe kommt. (4)(5) RawlsVsHayek, HayekVsRawls, SenVsRawls, RawlsVsSen, SenVsRawls, SenVsHayek, HayekVsSen.


1. F. A. von Hayek, Die Verfassung der Freiheit. Tübingen 1971.
2. W. Kersting, Kersting, Theorien der sozialen Gerechtigkeit. Stuttgart 2000, S. 60-63.
3.I. Becker, R. Hauser, 2011. Soziale Gerechtigkeit – ein magisches Viereck: Zieldimensionen, Politikanalysen und empirische Befunde. Berlin 2011, S. 31-34.
3. Sven Jochem, Reformpolitik im Wohlfahrtsstaat: Deutschland im internationalen Vergleich. Berlin 2009, S. 68.
4. Vgl. Rieger, Elmar, und Stephan Leibfried, Kultur versus Globalisierung: Sozialpolitische Theologie in Konfuzianismus und Christentum. Frankfurt am Main 2004, S. 44.

Hayek I
Friedrich A. Hayek
The Road to Serfdom: Text and Documents--The Definitive Edition (The Collected Works of F. A. Hayek, Volume 2) Chicago 2007

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Leben Nussbaum Mause I 200f
Leben/Sen/Nussbaum: was ein erfülltes Leben ist, wird vom „capability-Ansatz“ (Befähigungsansatz) von Martha Nussbaum und Amartya Sen untersucht. Siehe Leben/Nussbaum, Leben/Sen. NussbaumVsVerteilungsgerechtigkeit/SenVsVerteilungsgerechtigkeit: Mit seinem Fokus auf die praktische Lebensführung übt der Befähigungsansatz Kritik an den klassischen Gerechtigkeitstheorien, die nach der Verteilung von Rechten, Pflichten, Freiheiten, von finanziellen und materiellen Gütern fragen, dabei aber nicht problematisieren, ob und inwieweit Personen von diesen Rechten und finanziellen und materiellen Güter überhaupt Gebrauch machen können. Die Frage ist, ob Personen durch Bildung oder soziale Kompetenzen in der Lage ist, Güter und rechte überhaupt zu nutzen.
Ein gutes Leben wird nicht maßgeblich über finanzielle oder materielle Aspekte definiert. Es geht um gute und bedeutungsvolle Arbeit, Gesundheit, belastbare soziale Beziehungen oder Bildung. (1)
VsSen/VsNussbaum: der Ansatz von Nussbaum und Sen muss sich mit dem Vorwurf des Essentialismus und des Paternalismus auseinandersetzen. Die Verschiebung des Fokus auf ein gutes und erfülltes Leben birgt die Gefahr, in normative Präskription umzukippen.
Problem: die Vorstellung eines guten Lebens ist geprägt von einem bestimmten kulturabhängigen Modell, soll aber gleichzeitig überkulturell verbindlich gemacht werden. (2)(3)
SenVsVs/NussbaumVsVs: Vertreter des capability-Ansatzes halten dem entgegen, dass nicht die Funktionsweisen als solche das zu fördernde Gut sind, sondern die instrumentellen und konstitutiven Freiheiten, die die Wahlfreiheit hinsichtlich der Lebensform vergrößern. (4)


1. Martha Nussbaum, Gerechtigkeit oder Das gute Leben. Frankfurt a. M. 1999, S 200ff.
2. Christiane Scherer, Das menschliche und das gute menschliche Leben. Martha Nussbaum über Essentialismus und menschliche Fähigkeiten. Deutsche Zeitschrift für Philosophie 41, (5) 1993, S. 905-920.
3. Wolfgang Kersting, Gerechtigkeitstheorien. In Studienbuch Politikwissenschaft, Hrsg. Manfred G. Schmidt, Frieder Wolf und Stefan Wurster, Wiesbaden 2013 S. 131-159.
4. Otto, Hans-Uwe, und Holger Ziegler, Der Capabilities-Ansatz als neue Orientierung in der Erziehungswissenschaft. In Capabilities – Handlungsbefähigung und Verwirklichungschancen in der Erziehungswissenschaft, Hrsg. Hans-Uwe Otto und Holger Ziegler, Wiesbaden 2010, S. 9-13.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Leben Sen Mause I 200f
Leben/Sen/Nussbaum: was ein erfülltes Leben ist, wird vom „capability-Ansatz“ (Befähigungsansatz) von Martha Nussbaum und Amartya Sen untersucht. Siehe Leben/Nussbaum. NussbaumVsVerteilungsgerechtigkeit/SenVsVerteilungsgerechtigkeit: Mit seinem Fokus auf die praktische Lebensführung übt der Befähigungsansatz Kritik an den klassischen Gerechtigkeitstheorien, die nach der Verteilung von Rechten, Pflichten, Freiheiten, von finanziellen und materiellen Gütern fragen, dabei aber nicht problematisieren, ob und inwieweit Personen von diesen Rechten und finanziellen und materiellen Güter überhaupt Gebrauch machen können. Die Frage ist, ob Personen durch Bildung oder soziale Kompetenzen in der Lage ist, Güter und rechte überhaupt zu nutzen.
Ein gutes Leben wird nicht maßgeblich über finanzielle oder materielle Aspekte definiert. Es geht um gute und bedeutungsvolle Arbeit, Gesundheit, belastbare soziale Beziehungen oder Bildung. (1)
VsSen/VsNussbaum: der Ansatz von Nussbaum und Sen muss sich mit dem Vorwurf des Essentialismus und des Paternalismus auseinandersetzen. Die Verschiebung des Fokus auf ein gutes und erfülltes Leben birgt die Gefahr, in normative Präskription umzukippen.
Problem: die Vorstellung eines guten Lebens ist geprägt von einem bestimmten kulturabhängigen Modell, soll aber gleichzeitig überkulturell verbindlich gemacht werden. (2)(3)
SenVsVs/NussbaumVsVs: Vertreter des capability-Ansatzes halten dem entgegen, dass nicht die Funktionsweisen als solche das zu fördernde Gut sind, sondern die instrumentellen und konstitutiven Freiheiten, die die Wahlfreiheit hinsichtlich der Lebensform vergrößern. (4)


1. Martha Nussbaum, Gerechtigkeit oder Das gute Leben. Frankfurt a. M. 1999, S 200ff.
2. Christiane Scherer, Das menschliche und das gute menschliche Leben. Martha Nussbaum über Essentialismus und menschliche Fähigkeiten. Deutsche Zeitschrift für Philosophie 41, (5) 1993, S. 905-920.
3. Wolfgang Kersting, Gerechtigkeitstheorien. In Studienbuch Politikwissenschaft, Hrsg. Manfred G. Schmidt, Frieder Wolf und Stefan Wurster, Wiesbaden 2013 S. 131-159.
4. Otto, Hans-Uwe, und Holger Ziegler, Der Capabilities-Ansatz als neue Orientierung in der Erziehungswissenschaft. In Capabilities – Handlungsbefähigung und Verwirklichungschancen in der Erziehungswissenschaft, Hrsg. Hans-Uwe Otto und Holger Ziegler, Wiesbaden 2010, S. 9-13.

EconSen I
Amartya Sen
Collective Choice and Social Welfare: Expanded Edition London 2017

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Rechte Nussbaum Brocker I 903
Rechte/NussbaumVsSen/Nussbaum: In Abgrenzung zu Sen, der Rechte als Voraussetzung für die Formulierung von Bedürfnissen darstellt, sieht Nussbaum die Vorzüge ihrer Theorie darin, zunächst von Fähigkeiten auszugehen und dann auf Rechte zu schließen. Bsp Entwicklungspolitik/Nussbaum: Im Kontext internationaler Entwicklungspolitik zeige sich etwa in Bezug auf Eigentumsrechte, dass der Ausgang von
Brocker I 904
Fähigkeiten statt von Rechten den Blick für besonders Benachteiligte schärfe. Der Ansatz könne etwa Sonderprogramme zur Herstellung von Möglichkeiten und Fähigkeiten für diese Benachteiligten legitimieren, während der Ausgang von gleichen Rechten solche Sonderprogramme zumindest erschwere(1). >Fähigkeiten/Nussbaum. Die Sprache der Rechte werde oft (fälschlicherweise) mit der Tradition der europäischen Aufklärung verknüpft, was unter Umständen Vorwürfe des »westernizing« provoziere.


1. Martha C. Nussbaum, Women and Human Development. The Capabilities Approach, Cambridge 2000, p, 98f



Sandra Seubert, „Martha C. Nussbaum, Women and Human Development (2000)“, in:Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsSenVsSen Stalnaker Vs Dennett, D. II 180
DennettVsSententialismus/Dennett/Stalnaker: Vs Sätze als Glaubensobjekte. (Relationstheorie). Lösung/Dennett: "organismischer Beitrag" des Glaubenden. Neutral in Bezug auf die Weise, wie er repräsentiert wird.
Def notionale Einstellung-Psychologie/not. Einst/Dennett: (statt propositionale Einstellung) neutral in Bezug auf die Weise der Repräsentation. Definiert in Begriffen von möglichen Welten (MöWe), "notionalen Welten".
Def prop Einst-Psychologie/Dennett: beschreibt Einstellungen in Begriffen von weitem Inhalt.
Def sententiale Einstellungen/sent.Einst/Dennett: syntaktisch, nimmt Mentalesisch an.
Def notionale Welt/Dennett: eine fiktionale Welt, die von einem Theoretiker als externem Beobachter konstruiert wird,
II 181
um die engen Einstellungen eines Subjekts zu charakterisieren. D.h. Mein Zwilling auf der Zwillingserde und ich haben die dieselbe notionale Welt. Def enger Inhalt/Dennett: ist durch eine Menge von notionalen Welten definiert, die die Weise ist, wie eine Person, die aktuale Welt (WiWe) sei.
notionale Welt/Stalnaker: scheinen genau die MöWe zu sein, die in der Psychologie der propositionalen Einstellungen den weiten Inhalt charakterisieren.
StalnakerVsDennett: alle MöWe außer einer sind fiktiv – wie können notionale Einstellungen von propositionalen Einstellungen verschiedenen sein. Warum sollen not Einst eng und prop Einst weit sein?
enger Inhalt/StalnakerVsDennett: sind dann nach Dennett einfach Propositionen. Der Unterschied findet sich weder in den Welten selbst, noch in der Natur der Inhalte, wenn es beiden einfach Mengen von MöWe sind. Der Unterschied liegt in den verschiedenen Antworten der beiden Theorien auf die Frage, kraft welcher Tatsache jemand eine Überzeugung mit diesem Inhalt.
prop Einst-Psychologie/Dennett/Stalnaker: nach ihr sind Inhalte ein Funktion der Relation zur aktualen Umwelt, wobei die Zwillingserden-Bsp zeigen, dass sie nicht rein intern sein können.
notionale Einstellungen/not. Einst-Psychologie/Dennett/Stalnaker: soll erklären, wie rein interne (intrinsische) Eigenschaften eine Menge von MöWe herausgreifen können, die verschieden ist von der Menge, die durch propositionale Einstellungen herausgegriffen wird.
weiter Inhalt: Bsp O’Leary denkt, (korrekterweise) dass Wasser im Erdgeschoß ist. In der Zwillingserde (ZE) ist das falsch, weil es kein Wasser, sondern XYZ ist.
enger Inhalt/Lösung: "wasser-ähnliches Zeug".
Dennett/Fodor/Stalnaker: wir können beide Ansätze vergleichen:
II 182
Enger Inhalt/Fodor/Stalnaker: er verändert die Art des Glaubensobjekt, enge Inhalte sind nicht mehr Propositionen, sondern Funktionen von Kontext auf Propositionen. Enger Inhalt/Dennett/Stalnaker: ist für Dennett von derselben Art wie weiter Inhalt: beides sind Propositionen – Funktion von MöWe (= notionale Welten) auf Wahrheitswerte (WW). Was sich im Vergleich zum weiten Inhalt ändert ist die Relation zwischen einem Glaubenden in einer Proposition kraft derer die Proposition die Überzeugung korrekt beschreibt.
StalnakerVsDennett: dazu muss er uns aber noch erklären, wie die rein internen (intrinsischen) Eigenschaften des Subjekts den engen Inhalt festlegen.
Lösung/Dennett: Bsp Angenommen, wir wissen alles über die Dispositionen und Fähigkeiten eines Subjekts, aber nichts über seine Kausalgeschichte. Dann ist das so ähnlich, wie wenn wir einen antiken Gegenstand finden und uns fragen, wozu er gut sei ((s) >Valéry, Fundstück am Strand, objet ambigu).
Dennett: dann stellen wir uns vor, wozu er idealerweise geschaffen wurde. Bei der notionalen Welt eines Organismus stellen wir uns vor, wie die Umwelt aussieht, der er am besten angepasst ist.
Lösung: Sätze, die in solchen möglichen Umwelten (MöWe) wahr sind, werden die engen Inhalte der Überzeugungen dieser Subjekte sein.
StalnakerVsDennett: das ist nun gar nicht, was wir wollen: solche MöWe sehen eher so dass, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Organismen in ihnen erfüllt werden, und nicht, dass ihre Propositionen in ihnen wahr sind.
Bsp Es ist nicht klar, dass die Antilope mit ihren Eigenschaften auf Löwen zu reagieren besser dran in einer Welt mit Löwen, als in einer ohne. Sie könnte dann einen besser Job machen in Bezug auf Überleben und sie zu reproduzieren.
ideal/ideale Umwelt/Dennett: könnte auch eine sehr häßliche MöWe sein, in der die Organismen aber dafür präpariert sind, in ihr zu überleben.
II 183
StalnakerVsDennett: das ist besser, sicher versuchen wir mit der Welt klarzukommen, in der wir zu leben glauben. Aber etwas fehlt: a) viele Eigenschaften, die Organismen das Überleben ermöglichen, haben gar nichts mit ihren Überzeugungen zu tun,
b) die Tatsache, dass einige kontrafaktische Fähigkeiten uns helfen würden, in einer kontrafaktischen MöWe zu überleben, ist nicht hinreichend dafür zu sagen, dass eine solche kontrafaktische Möglichkeit kompatibel ist mit der MöWe, die wir für die aktuale Welt (WiWe) halten.
Bsp Angenommen, es gibt in der WiWe keine wirklichen Fressfeinde der Stachelschweine, diese tragen ihre Stacheln einfach noch so. Dann wäre es unrealistisch, ihre notionale Welt künstlich mit Freßfeinden zu bevölkern.
Bsp Angenommen, eine MöWe mit Wesen, die gerne uns Menschen fressen würden, aufgrund unseres speziellen Geruchs. Dann sollten wir solche MöWe aber nicht gebrauchen, um unsere Überzeugungen zu charakterisieren.
Lösung/Stalnaker: eine Glaubenszustand muss in irgendeiner Weise dazu dienen, empfänglich für Information aus der Umwelt zu sein, und die Information muss eine Rolle für die Bestimmung des Verhaltens haben.
StalnakerVsDennett: wenn wir ihn so verstehen, haben wir es immer noch mit weitem Inhalt zu tun.
II 184
Repräsentationssystem/Stalnaker: ist dann fähig, in einer Menge alternativer interner Zustände zu sein, die systematisch von der Umwelt abhängig sind. S1, S2,.. seien interne Zustände
Ei: ein Zustand der Umwelt.
Dann ist ein Individuum normalerweise in einem Zustand Si wenn die Umwelt in Zustand Si ist. Repräsentation: dann könnten wir sagen, dass der Organismus die Umwelt als in Zustand Ei seiend repräsentiert.
Inhalt: wir können auch sagen, dass die Zustände Information über die Umwelt enthalten.
Angenommen, die Zustände determinieren ein bestimmtes Verhalten, sich angemessen in der Umwelt Ei zu verhalten.
Glaubenszustand/GZ: dann können wir sagen, dass diese Repräsentationen geeignet sind, als allgemeine Art von GZ angesehen zu werden.
Das ist so, wie Dennett engen Inhalt auffasst.
Problem/StalnakerVsDennett:
1. die Beschreibung der Umwelt wird dem Organismus nicht zugeschrieben.
2. Information wird nicht von Falschinformation (Irrtum, Täuschung) unterschieden.
D.h. wenn er in Zustand Si ist, repräsentiert er die Umwelt als in Ei seiend, egal ob sie es ist.
Problem: der Begriff, der aus einer Kausalrelation herrührt, ist wieder weiter Inhalt.
Pointe: wenn die Umwelt radikal anders wäre, wäre das Subjekt vielleicht in anderer Weise sensitiv auf sie, oder sensitiv auf andere Merkmale ((s) würde alles umkehren) oder er wäre gar nicht sensitiv auf die Umwelt!
enger Inhalt/StalnakerVsDennett: Problem: wenn die Fähigkeiten und Dispositionen des Organismus in die Beschreibungen des Inhalts einbezogen werden, ist zunächst die aktuale Welt (WiWe) maßgeblich.
((s) Problem/Stalnaker/(s): wie sollten wir ihre Fähigkeiten in kontrafaktischen MöWe charakterisieren?)
II 185
Dennett: wenn Organismen raffiniert genug sind, könnten wir auch hier einen engen ((s) kontrafaktischen) Inhalt zuschreiben. StalnakerVsDennett: ich sehe keinen Grund für einen solchen Optimismus. Man kann keine Information über virtuelle MöWe erwarten, wenn man überhaupt keine Annahmen über die aktuale Welt (WiWe) (aktuale Umwelt) macht.
Zuschreibung/Inhalt/Überzeugung/Glauben/Stalnaker: in normalen Glaubenszuschreibungen ignorieren wir nicht nur märchenhafte Welten, sondern überhaupt alle Möglichkeiten außer den völlig alltäglichen!
Bsp O’Leary: unterscheidet nur MöWe, in denen das Erdgeschoß trocken oder naß ist,
II 186
nicht auch noch solche, in denen XYZ rumschwimmt. Frage: würde er sich dann anders verhalten? Bei Olivenöl sicher, aber nicht bei XYZ. Zwillingserde/ZE/Zuschreibung: auch wenn sich das Verhalten in ZE-Fällen nicht ändern würde, ist es immer noch vernünftig, keine ZE-Fälle zuzuschreiben.
Kontext-Abhängigkeit/Revisionismus/Stalnaker: könnte argumentieren, dass es nicht ZE, sondern normale KA ist, die sie ungeeignet macht für wissenschaftlichen Zuschreibungen.
Dennett: macht sich für seinen neutralen Ansatz (notionale Welt) stark.
StalnakerVsDennett: dennoch ist kausal-informationelle Repräsentation wesentlich relativ auf eine Menge alternativer Möglichkeiten (MöWe).
intern/intrinsisch/Kausalität/Problem: das System kausaler Relationen kann nicht selbst dem Repräsentierenden intrinsisch sein.
Theorie: hat zwar einen Spielraum, zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Definition von Inhalt zu wählen
II 187
StalnakerVsDennett: aber es gibt hier keinen absolut neutralen Kontext ohne Präsuppositionen über die Umwelt. Enger Inhalt/Dennett/Stalnaker: bindet sich selbst eine Hand auf den Rücken, indem er sich die Information, die für weiten Inhalt zugänglich ist, verbietet.
StalnakerVsDennett: ich glaube, dass aus dieser Beschränkung kein vernünftiger Begriff von Inhalt resultiert.

II 238
Sprachabhängigkeit/Zuschreibung/Glauben/Stalnaker: diese dritte Art der Sprachabhängigkeit ist von den drei anderen verschieden.
II 239
Leute müssen nicht dazu disponiert sein, Glauben dieser Art von Sprachabhängigkeit überhaupt auszudrücken. Es können unbewusste oder stillschweigende Annahmen sein. Der Inhalt muss auch gar keine Sprache involvieren. Dennett: Bsp Berdichev: wir sollten einfache sprachabhängige Fälle - deren Objekte informationale Zustände sind – von denen unterscheiden, so Sätze gespeichert werden – Bsp Zustimmung oder Meinungen.
StalnakerVsDennett: wir sollten solche Fälle lieber als Spezialfälle allgemeineren Glaubens verstehen, den auch nichtsprachliche wesen wie Tiere haben können.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
VsSenVsSen Verschiedene Vs Locke, J. VsLocke
Locke I 26/27
Erkenntnis/Wissen/VsLocke: Problem: die Ideen müssen in Wörtern fixiert werden doch das bedeutet noch nicht Erkennen, denn dazu müssen die Wörter zu Aussagen verarbeitet werden. Locke aber entwickelt seine Ideenanalyse zunächst isoliert. (Dadurch langatmige Wiederholungen).
Locke I 42
VsLocke/VsSensualismus: die Kritik an Locke vermisst immer eine Klärung der denknotwendigen Voraussetzungen menschlicher Erkenntnis im Subjekt selber. Das wird durch Lockes Einführung der Vernunft am Ende des Essays aufgefangen.
Locke I 66
Ethik/Locke: Die Suspensionskraft ist für Lockes Ethik von größter Wichtigkeit: die "Angel" um die sich die Freiheit vernunftbegabter Wesen drehe. So soll die Möglichkeit einer freien Entscheidung für das moralisch Gute begründet werden. (Trotz des Hedonismus). VsLocke: das ist nicht widersprüchlich, doch wenig plausibel. Es wurde immer wieder kritisiert, dass das Motiv der moralischen Entscheidung nicht der eigenständige Wert des moralisch Guten, sondern der nach Lust/Unlust bestimmte Nutzen ausschlaggebend ist. Locke hat das trotz Drängen seiner Zeitgenossen nie geklärt.
Locke I 169
Sensualismus/VsLocke: eine alte Tradition der Lockekritik hält seien Sensualismus für naiv. (LeibnizVsLocke, KantVsLocke). Locke: These: "nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war"
LeibnizVsLocke: "außer dem Verstand selbst!".
Locke I 170
KantVsLocke: es gibt apriorische Formen der Anschauung, die uns überhaupt erst ermöglichen, Erfahrungen zu machen. Sprache/Erkenntnis/VsLocke: (heute): Locke verkennt die irreduziblen sprachlichen Grundlagen empirischen Wahrnehmens. Aber in seinem Denken ist die Korrektur schon angelegt, um auch abstrakte und allgemeine Ideen unter das empirisch Gegebene aufzunehmen, von dem jede Rekonstruktion des Wissens bereits auszugehen habe. (L. Krüger).
Ökonomie/EuchnerVsLocke: Widerspruch: Lockes Merkantilismus und sein gleichzeitiges Lob des Welthandels.
Locke I 188
Erkenntnis/Realität/KreimendahlVsLocke: beschränkt mögliche Realitätsaussagen auf den Bereich der Ideen und der von ihnen gebildeten "nominalen" Wesenheiten. Damit stellt er sein eigenes empirisches Programm in Frage. Es ist auf der einen Seite schon richtig, dass es keine Erkenntnis ohne Vermittlung von Ideen, die in ihrer komplexen Form menschliche Kunstprodukte sind, geben kann, während er aber auf der anderen Seite behauptet, die Quelle aller Ideen sei die Erfahrung (zirkulär).
Erfahrung/Locke: die Kombination von Sinneserfahrung und Reflexion ("innere Erfahrung").
Gravitation/Locke: "Reifen und Bande" (Euchner: das war naiver als es zu der Zeit hätte sein müssen).

Locke II 187
komplexe Ideen/Locke: Bsp Freund: aus einfachen Ideen: Mensch. Liebe, Bereitwilligkeit, Handlung, Glück, die ihrerseits auf noch einfachere Ideen zurückführbar sind. LambertVsLocke: dieser habe nicht die notwendigen Verknüpfungen der Begriffe erkannt.
ArndtVsLambert: Locke ging es nicht um ein axiomatisches System. Ihm ging es darum, den Bereich des "realen Wissens" (Mathematik) zu trennen vom Empirischen, in dem die komplexe Idee lediglich in dem beobachtbaren faktischen Zusammenbestehen von Qualitäten beruht.
In der Empirie ist kein notwendiger Zusammenhang beobachtbar!
Locke I 62
Naturrecht/EuchnerVsNaturrechtslehre: Locke behandelt es nicht systematisch, sonst hätte er auf folgende Probleme eingehen müssen: auf die Welt als Schöpfungsordnung,
auf die rechtliche Ordnung der politischen Strukturen unter den Aspekten des natürlichen und menschlichen Gesetzes sowie der
Rechtsstellung des Individuums,
auf die Frage, wie sich das nicht offenbarte und niedergeschriebene natürliche Gesetz mit Hilfe der Vernunft erkannt werden kann, und auf die
Begründung, weshalb die Sätze des natürlichen Gesetzes und der Moral als verbindlich anerkannt und befolgt werden.





Loc III
J. Locke
An Essay Concerning Human Understanding
VsSenVsSen Dennett Vs Sententialismus Stalnaker II 180
DennettVsSententialismus/Dennett/Stalnaker: Vs Sätze als Glaubensobjekte. (Relationstheorie). Lösung/Dennett: „organismischer Beitrag“ des Glaubenden. Neutral in Bezug auf die Weise, wie er repräsentiert wird.
Def Notionale Einstellung-Psychologie/not. Einst/Dennett: (statt propositionale Einstellungen) neutral in Bezug auf die Weise der Repräsentation. Definiert in Begriffen von möglichen Welten (MöWe), "notionalen Welten".
Def Propositionale Einstellungs-Psychologie/Dennett: beschreibt Einstellungen in Begriffen von weitem Inhalt.
Def Sententiale Einstellungen/sent.Einst/Dennett: syntaktisch, nimmt Mentalesisch an.
Def notionale Welt/Dennett: eine fiktionale Welt, die von einem Theoretiker als externem Beobachter konstruiert wird.
II 181
Um die engen Einstellungen eines Subjekts zu charakterisieren. D.h. Mein Zwilling auf der Zwillingserde und ich haben die dieselbe notionale Welt. Def enger Inhalt/Dennett: ist durch eine Menge von notionalen Welten definiert, die die Weise ist, wie eine Person… sei.
Notionale Welt/Stalnaker: scheinen genau die MöWe zu sein, die in der Psychologie der prop Einst den weiten Inhalt charakterisieren. (> StalnakerVsDennett).

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
VsSenVsSen Schiffer Vs Sententialismus I 120
Def klassischer Sententialismus/Schiffer: nach ihm bestimmt die Bedeutung oder der Inhalt, welchen Satz man glaubt.
I 120
Und das ist gleichzeitig das Problem: DavidsonVsklassischer Sententialismus, VsSententionalismus/VsSententialismus/Schiffer: Problem: Mehrdeutigkeit in einer Sprache und in mehreren Sprachen.
1. Bsp [Empedokles liept]: in Englisch: er sprang (leaped, (in den Ätna), in Deutsch: er liebt). (Davidson 1968, 98).
2. Bsp Field: "visiting relatives can be boring".
Problem: die Wahrheitsbedingungen (WB) des Glaubens sind nach dem unverfeinerten Sententialismus die gleichen wie die des geglaubten Satzes. Bei mehrdeutigen Sätzen müssten das dann mehrere Wahrheitsbedingungen sein!
Bsp wenn es eine Sprache gäbe, in der "Liebe ist grausam" bedeutet, dass Kängurus fliegen, dann muss Henri beides glauben!
I 123
DavidsonVsSententialismus: 1.a) Mit einem Satz als Referenzobjekt des dass-Satzes gäbe es eine Fixierung auf nur eine Sprache. b) Wegen der Mehrdeutigkeit könnte es dann mehrere Wahrheitsbedingungen in derselben Sprache geben. (1975, 165f).
2. (Auch VsFrege): Dem Satz wird eine ganz andere semantische Rolle zugeschrieben als normal: Frege und Sententionalismus konstruieren, "die Erde bewegt sich" als größeren Teil eines sing Term, nämlich "dass die Erde sich bewegt". Das machen beide wegen der fehlenden Substituierbarkeit in intensionalen Kontexten.
I 137
Bedeutung/propositionale Einstellung/Glauben//SchifferVsSententialismus: es kann also keine korrekte sententialistische Theorie von pro Einst geben. Denn kein Mensch kennt die inhalts-bestimmenden Eigenschaften. Deswegen kann es auch keinen korrekten extensionalistischen Zugang zur kompositionalen Semantik für natürliche Sprachen geben.
Früher hatten wir schon gesehen, dass auch als nicht-sententialistischen Theorie scheiterten.
I 157
Glauben/Glaubenssätze/Quine/Schiffer: für Quine sind Glaubenssätze nie wahr, auch wenn er zugesteht Quine pro Brentano: ~ man kann nicht aus dem intentionalen Vokabular ausbrechen. Aber: QuineVsBrentano: ~ ins kanonische Schema gehören keine propositionale Einstellungen, nur physikalische Konstitution und Verhalten von Organismen. (W+O 1960, S 221).
Vssententialistischer Dualismus/sD/Schiffer: 1. QuineVs:
Wenn wir den sD akzeptieren, müssen wir mit Brentano die „Wichtigkeit einer autonomen Wissenschaft der Intention“ anerkennen. Problem: diese common sense-Theorie wäre dann vom Rest der Wissenschaft abgeschnitten. Und:
Isolation/Wissenschaft/Wright: (Wright 1984): von der Wissenschaft isoliert zu sein, heißt diskreditiert zu sein.
Theorie/Quine: wenn sie diskreditiert ist, können ihre theoretischen Termini nicht wahr von etwas sein und Sätze wie "Ich glaube, manche Hunde haben Flöhe" können nicht wahr sein.
sententialistischer Dualismus/Field: pro: (1972, 357): Physikalismus ist eine erfolgreiche Hypothese, ...die nur eine große Zahl von Experimenten zwingen würde, aufzugeben.
I 158
Wir bringen Quine und Field wie folgt zusammen: (1) "glaubt", "wünscht", "bedeutet" usw. sind theoretische Termini (TT) einer common sense psychologischen Theorie.
(2) Die Rechtfertigung für methodologischen Physikalismus (was Field will) und die Natur der common sense Theorie erfordern, dass - sollten die Theoretischen Termini physikalistisch irreduzibel sein - die Volkspsychologie falsch sein muss. D.h. die Terme sind wahr von nichts (Quine).
(3) Daher muss der sD falsch sein: Glaubenssätze können nicht beides sein: wahr und irreduzibel.
SchifferVs: das ist nicht überzeugend. Ich bezweifle beide Prämissen. Ad (2): es gibt keine berechtigte empirische Hypothese die erfordert, dass theoretische Tatsachen auf physikalische Tatsachen reduzierbar sind. Das wäre nur plausibel, wenn die TT durch die Theorie selbst definiert wären, die sie einführt. (…+…)

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987