Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Literatur
Märkte Sandel Mause I 180f
Märkte/Sandel: Märkte beherrschen unser Leben wie nie zuvor – und im Zuge dessen auch unsere damit verbundenen Wertvorstellungen. Dies sei nicht das Ergebnis einer bewussten Entscheidung, sondern eines lang anhaltenden, kaum merklichen Prozesses. Kein anderes Organisationsprinzip habe bei der Produktion und Distribution von Gütern so viel Wohlstand und Überfluss hervorgebracht. Doch seien dadurch zugleich auch die Wertvorstellungen der Menschen beeinflusst. Ökonomie/Sandel: Ökonomie sei mehr und mehr zu einer „Herrschaftswissenschaft geworden. (1)
Bsp Man kann einen Studienplatz an einer angesehenen Universität kaufen, Bsp man kann unter Umständen Haftbedingungen gegen Geldzahlungen aushandeln, Bsp man kann gegen Geld Embryos durch Leihmütter austragen lassen.
SandelVsSubsidiarität: wir haben zu viel Subsidiarität gewagt, wenn folgendes passiert:
1. Märkte führen zu ungewünschten Allokationen: Bsp zu hohe Preise: Bsp Eintrittskarten für geistliche Veranstaltungen geraten in die Hände wohlhabender Nichtgläubiger.
2. Märkte verändern die Eigenschaften von Gütern: Bsp Der bevorzugte Verkauf von Eintrittskarten für den amerikanische Kongress statt Erwerb durch Schlange stehen.
Bsp die Qualität von Blutspenden verändert sich dadurch, dass Menschen regelmäßig Geld damit verdienen, Bsp Leute bezahlen ihre eigenen Kinder fürs Rasenmähen, Bsp akademische Titel können durch Geldzahlung erworben werden, ebenso Wählerstimmen.
3. Markttransaktionen können auch in sich schlecht sein, wenn es etwa um den Austausch von Kinderprostitutionsleistungen, Transplantationsorganen oder menschlichen Eizellen geht. Vgl. (2).
SandelVsÖkonomisierung von Lebensbereichen: 1. Markttausch verstößt gegen Fairness, bzw. Ist mit Zwang verbunden.
Markttausch/Sandel: 2. Markttausch führt zu einer Entwürdigung oder Korrumpierung der Beteiligten. Das moralische Ideal ist hier die immaterielle Bedeutung von Gütern – ihre Würde. Markttausch beschädigt, verdrängt oder zerstört in solchen Fällen wertvolle Einstellungen, Normen oder Pflichten. Abhilfe lässt sich hier nicht durch eine Einführung fairer Verhandlungsbedingungen schaffen, sondern einzig und allein durch den Verzicht auf den Markttausch selbst.


1. Michael Sandel, Was man für Geld nicht kaufen kann: Die moralischen Grenzen des Marktes. Berlin 2012. S. 12.
2. Timothy Besley, What’s the good of the market? An essay on Michael Sandel’s „What Money Can’t Buy“. Journal of Economic Literature 51, (2), 2013, S.478– 495.

Sand I
Michael Sandel
The Procedural Republic and the Unencumbered Self 1984

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018