Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Kommunikatives Handeln Habermas III 128
Kommunikatives Handeln/Habermas: der Begriff bezieht sich auf die Interaktion von mindestens zwei sprach- und handlungsfähigen Subjekten, die (mit sprachlichen oder nichtsprachlichen Mitteln) eine interpersonale Beziehung eingehen. Die Aktoren suchen eine Verständigung um ihre Pläne und damit ihre Handlungen zu koordinieren. Hier erhält die Sprache einen prominenten Stellenwert.
III 143
Problem: es besteht die Gefahr, dass soziales Handeln auf die Interpretationsleistungen der Kommunikationsteilnehmer reduziert, Handeln an Sprechen, Interaktion an Konversation angeglichen wird. Tatsächlich ist aber die sprachliche Verständigung nur der Mechanismus der Handlungskoordinierung, der die Handlungspläne und Zwecktätigkeiten der Beteiligten zusammenfügt.
III 157
Bei kommunikativen Handeln wird der Ausgang der Interaktion selbst davon abhängig gemacht, ob sich die Beteiligten untereinander auf eine intersubjektiv gültige Beurteilung ihrer Weltbezüge einige können.
III 158
Interpretation: Problem: für das Verständnis kommunikativer Handlungen müssen wir zwischen Bedeutungs- und Geltungsfragen trennen. Die Interpretationsleistungen eines Beobachters unterscheiden sich von die Koordinationsbestrebungen der Teilnehmer. Der Beobachter bemüht sich nicht um eine konsensfähige Deutung. Aber vielleicht unterschieden sich hier nur die Funktionen, nicht die Strukturen der Interpretation.
III 385
Kommunikatives Handeln/Habermas: hier sind die Beteiligten nicht primär am eigenen Erfolg orientiert; sie verfolgen ihre individuellen Ziele unter der Bedingung, dass sie ihre Handlungspläne auf der Grundlage gemeinsamer Situationsdefinitionen aufeinander abstimmen können. Insofern ist das Aushandeln von Situationsdefinitionen ein wesentlicher Bestandteil.
III 395
Kommunikatives Handeln/Sprechakte/Perlokution/Illokution/Habermas: Strawson hat gezeigt, dass ein Sprecher sein illokutionäres Ziel, dass der Hörer das Gesagte versteht, erreichen, ohne dass er sein perlokutionäres Ziel verrät. Das verleiht Perlokutionen den asymmetrischen Charakter von verdeckt strategischen Handlungen, in denen sich mindestens einer der Beteiligten strategisch verhält, während er andere Beteiligte darüber täuscht, dass er diejenigen Voraussetzungen nicht erfüllt, unter denen normalerweise illokutionäre Ziele nur erreicht werden können. Daher eigenen sich Perlokutionen nicht zur Analyse von Handlungskoordinationen, die durch illokutionären Bindungseffekt erklärt werden sollen.
Dieses Problem wird gelöst, wenn wir Kommunikatives Handeln als Interaktion verstehen, bei der alle Beteiligten ihre individuellen Handlungspläne aufeinander abstimmen und ihre illokutionären Ziele vorbehaltlos verfolgen.
III 396
Nur solche Interaktionen sind kommunikatives Handeln, in denen alle Beteiligten illokutionäre Ziele verfolgen. Ansonsten fallen sie unter strategisches Handeln.
III 397
HabermasVsAustin: dieser hat dazu geneigt, Sprechakte mit Akten der Verständigung, also den sprachlich vermittelten Interaktionen selber zu identifizieren.
III 400
Def Verstehen/Kommunikation/Habermas: im Rahmen unserer Theorie des Kommunikativen Handelns beschränken wir uns auf Sprechakte unter Standardbedingungen, d.h. wir gehen davon aus, dass ein Sprecher nichts anderes meint als die wörtliche Bedeutung dessen, was er sagt. Verstehen eines Satzes definieren wir dann als das Wissen, was diesen Satz akzeptabel macht.

III 457
Kommunikatives Handeln/Rationalisierung/HabermasVsWeber/Habermas: erst wenn wir im “Gesellschaftshandeln” zwischen verständigungs- und erfolgsorientiertem Handeln differenzieren, lassen sich die kommunikative Rationalisierung des Alltagshandelns und die Subsystembildung für zweckrationales Wirtschafts- und Verwaltungshandeln als komplementäre Entwicklung begreifen. Zwar spiegeln beide die institutionelle Verkörperung von Rationalitätskomplexen, aber in anderer Hinsicht handelt es sich um gegenläufige Tendenzen.
IV 223
Kommunikative Handlungen/HabermasVsSystemtheorie/Habermas: kommunikative Handlungen gelingen nur im Lichte kultureller Überlieferungen – dies ist es, was die Integration der Gesellschaft sichert, und nicht etwa systemische Mechanismen, die dem intuitiven Wissen ihrer Angehörigen entzogen sind.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Systeme Luhmann Baraldi I 195
System/Umwelt/Luhmann/GLU/(s): Grundbegriff der Systemtheorie - Außen: ist immer komplexer als innen. - System: dient der Reduktion von Komplexität. - Keine System kann außerhalb seiner Grenzen operieren. - Jedes System ist durch seine eigene Operation gekennzeichnet. - Umwelt: ist nicht von Grenzen, sondern von Horizonten umgeben. - Sie ist selbst kein System. - Sie hat keine eigenen Operationen. - Sie ist aber nicht passiv.
Reese-Schäfer II 47
System/Luhmann/Reese-Schäfer: autopoietische Systeme haben keine andere Form für Umweltkontakt als Selbstkontakt. - Sie nehmen Umwelteinflüsse nur auf, indem sie diese in ihre eigene Frequenz transformieren. - Bsp Sozialsystem haben keine Verwendung für Bewusstsein.
AU I Kass 3
System/geschlossene Systeme/Luhmann: geschlossene Systeme trifft man nicht in der Welt. - Wir beschäftigen uns nur mit offenen Systemen: Biologie, soziales System usw. - Sogenannte operationale (geschlossene) Systeme sind nur scheinbar anders. AU Kass 4
System/Luhmann: ein System kann sich selbst von der Umwelt unterscheiden.
AU I Kass 8
System/Umwelt/Komplexität/Luhmann: die Umwelt eines Systems ist immer komplexer als das System. - Daher kann das System keine Punkt-für-Punkt-Beziehung zur Umwelt herstellen. - Daher muss Komplexität reduziert oder ignoriert werden. - Z.B. verschiedene Dinge beim selben Namen nennen.
AU I Kass 8
System/Luhmann: hat Unterabteilungen - Bsp Planung für das System - Für sie ist das System selbst Umwelt - Lose gekoppelte Systeme sind stabiler. - Bsp Mitarbeiter können ausgetauscht werden. - Feste Kopplung findet man nicht in der Natur. - In Systemen hängt nicht alles mit allem zusammen! - Nicht wie bei Newton.
AU I Kass 11
System/Luhmann: ein System ist kein Objekt, sondern eine Differenz. - Ich bin in meiner Umwelt. - Ich bin nicht in der Gesellschaft, sonst würden andere meine Gedanken denken usw. - So erlaubt die Systemtheorie den Individualismus. - HabermasVsLuhmann: radikaler Individualismus wird gar nicht angestrebt. - LuhmannVsHabermas: die Gesellschaft muss nicht auf ein "menschliches Ziel" zulaufen. - ((s) Das ist ein Ziel für Menschen, die Gesellschaft ist kein Mensch.)
AU I Kass 14
System/Luhmann: Bsp Konflikte sind Systeme - weil man den anderen in eine begrenzte Variationsbreite von Reaktionen bringt. - Konflikte haben eine organisierende Kraft. - VsSystemtheorie/VsLuhmann: hier würden Konflikte unterbelichtet. - LuhmannVsVs: gerade nicht! - Konflikt: kann zu einer zu starken Integration führen. - Konflikte breiten sich bei fester Kopplung stärker aus.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

Baraldi I
C. Baraldi, G.Corsi. E. Esposito
GLU: Glossar zu Luhmanns Theorie sozialer Systeme Frankfurt 1997
Systemtheorie Habermas IV 229
Systemtheorie/HabermasVsSystemtheorie: aus methodologischen Gründen kann eine Systemtheorie der Gesellschaft nicht autark sein. Die eigensinnigen Strukturen der Lebenswelt bedürfen eines kommunikationstheoretischen Ansatzes, der das vortheoretische Wissen von Angehörigen aufnimmt. Zudem sind die objektiven Bedingungen, unter denen die systemtheoretische Vergegenständlichung der Lebenswelt erforderlich wird, im Verlauf der sozialen Evolution
IV 230
selbst erst entstanden. Ihre Erklärung kann also nicht innerhalb der Systemtheorie liegen.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsSystemtheorieVsSystemtheorie Esfeld Vs Systemtheorie I 22
Holismus/EsfeldVsSystemtheorie/EsfeldVsLuhmann: die Beziehungen, die die Systemtheorie untersucht, (wechselseitige, kausale, kreisförmige) bleiben in Bezug auf den Holismus unzureichend: Sie sind weder notwendig noch hinreichend dafür, daß das betreffende System holistisch ist.

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002