Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Recht Wirtschaftstheorien Parisi I 11
Recht/Wirtschaftstheorien/Miceli: Die Anwendung der ökonomischen Analyse auf das Recht hat eine lange Geschichte, die mindestens auf die strafrechtlichen Theorien von Beccaria (1986 [1764])(1) und Bentham (1969 [1789](2)) zurückgeht. Überraschenderweise schien die Idee, dass Gesetze als Anreiz für Verhalten interpretiert werden könnten, jedoch erst in den 1960er Jahren mit den Arbeiten von Coase (1960) zu Externalitäten, Calabresi (1961)(3) zum Unfallrecht und Becker (1968)(4) zum Strafrecht wieder aufzutauchen. Seitdem hat sich die Anwendung des Rechts auf die Ökonomie natürlich zu einem bedeutenden Gebiet sowohl in der Rechtswissenschaft als auch in der Ökonomie entwickelt.* VsWirtschaftstheorien zum Recht: Die meisten Kritiker des ökonomischen Ansatzes zum Recht argumentieren, dass es unangemessen ist, das Recht anhand der Norm der Effizienz zu bewerten. Das Ziel des Gesetzes sollte stattdessen sein, Gerechtigkeit oder Fairness zu verfolgen, wie auch immer diese Ziele definiert werden.
VsVs: Richard Posner, einer der Gründerväter von Recht und Ökonomie, hat auf diese Kritik auf zwei Arten geantwortet. >Wirtschaftstheorien/Recht/Posner, >Rechtspolitik/Kaplow.
Parisi I 17
Ökonomische Modelle: (...) das Recht hat sich auf ähnliche Lösungen (wenn auch oft in unterschiedlichen Formen) für eine gemeinsame Reihe wirtschaftlicher Probleme geeinigt.** Der Wert ökonomischer Modelle besteht darin, dass sie diese gemeinsame Struktur offenlegen, indem sie die wesentlichen Elemente des Problems isolieren. Diese Schlussfolgerung wirft natürlich die Frage auf, woher diese zugrundeliegende Einheit im Recht stammt. Dies ist eine zentrale Frage in der positiven ökonomischen Theorie des Rechts, die behauptet, dass das Gewohnheitsrecht eine inhärente wirtschaftliche Logik aufweist. Effizienz des Gesetzes: [Einige Wissenschaftler] (...) haben versucht zu zeigen, dass Effizienz mit dem Argument entstehen kann (...), dass das Gewohnheitsrecht, wie der Wettbewerbsmarkt, durch Kräfte vom Typ der unsichtbaren Hand angetrieben wird, die es in Richtung Effizienz treiben. Dazu ist eine umfangreiche Literatur entstanden, um die Vorzüge dieser Darstellung zu bewerten.***


* Siehe Posner (2005)(5) und Pearson (1997)(6) für Diskussionen über die frühe Geschichte der Law-and-Economy-Bewegung sowie Mercuro und Medema (1997)(7) für einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen und Perspektiven.

** Zusätzlich zu Cooter (1985)(8) siehe Posner (2003)(9), Shavell (2004)(10), Miceli (2009)(11) und Cooter und Ulen (2012)(12) für Lehrbuchbehandlungen von Recht und Wirtschaft, die diese vereinheitlichenden Prinzipien betonen.

*** Diese Literatur begann mit den bahnbrechenden Arbeiten von Rubin (1977)(13) und Priest (1977)(14). Siehe auch Gennaioli und Shleifer (2007)(15) und Miceli (2011)(16).


1. Beccaria, Cesare (1986) [1764]. On Crimes and Punishments, hrsg. u. übers. v. D. Young. Indianapolis, IN: Hackett Publishing Co.
2. Bentham, Jeremy (1966) [1789]. “An Introduction to the Principles of Morals and Legislation,” in The English Philosophers from Bacon to Mill, Hrsg. v. E. Burtt, 789–852. New York: The Modern Library.
3. Calabresi, Guido (1961). “Some Thoughts on Risk Distribution and the Law of Torts.” Yale Law Journal 70: 499–553.
4 Becker, Gary (1968). “Crime and Punishment: An Economic Approach.” Journal of Political Economy 76: 169–217.
5. Posner, Richard (2005). “The Law and Economics Movement: From Bentham to Becker,” in F. Parisi and C. Rowley, Hrsg., The Origins of Law and Economics, 328–349. Cheltenham: Edward Elgar.
6. Pearson, H. (1997). Origins of Law and Economics: The Economists’ New Science of Law, 1830–1930. New York: Cambridge University Press.
7. Mercuro, Nicholas and Steven Medema (1997). Economics and the Law: From Posner to Post-Modernism. Princeton, NJ: Princeton University Press.
8. Cooter, Robert (1985). “Unity in Tort, Contract, and Property: The Model of Precaution.” California Law Review 73: 1–51
9. Posner, Richard (2003). Economic Analysis of Law. 6. Edition. New York: Aspen Law & Business.
10. Shavell, Steven (2004). Foundations of Economic Analysis of Law. Cambridge, MA: Belknap Press.
11. Miceli, Thomas J. (2009). The Economic Approach to Law. 2. Edition. Stanford, CA: Stanford University Press.
12. Cooter and Ulen 2012
13. Rubin, Paul (1977). “Why Is the Common Law Efficient?” Journal of Legal Studies 6: 51–63.
14. Priest, George (1977). “The Common Law Process and the Selection of Efficient Rules.” Journal of Legal Studies 6: 65–82.
15. Gennaioli, Nicola and Andrei Shleifer (2007). “The Evolution of the Common Law.” Journal of Political Economy 115: 43–68.
16. Miceli, Thomas J. (2011). “Legal Change and the Social Value of Lawsuits.” International Review of Law and Economics 30: 203–208.


Miceli, Thomas J. „Economic Models of Law“. In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017