Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff

zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
Eintrag
Eintrag
Literatur
Literatur
Einkommensteuer Wirtschaftstheorien Rothbard III 916
Einkommensteuer/Wirtschaftstheorien/Rothbard: (...) eine Einkommenssteuer wird das soziale Verhältnis zu mehr Konsum und weniger Sparen und Investitionen verschieben. >Einkommensteuer/Rothbard, >Zeitpräferenz/Rothbard.
VsZeitpräferenz: Man könnte einwenden, dass das Zeitpräferenzargument nicht stichhaltig ist, da die Staatsbeamten und die von ihnen subventionierten Personen die Steuereinnahmen erhalten und feststellen, dass ihre Geldmenge zugenommen hat - während die der Steuerzahler gesunken ist.
Sparen/Investieren/RothbardVsVs: (...) der Staat, seine Angestellten oder die Empfänger seiner Subventionen können keine wirklich produktiven Ersparnisse und Investitionen tätigen.
Sparen/Investitionen/Ökonomische Theorien: Einige Ökonomen behaupten, dass die Einkommensbesteuerung die Ersparnis und die Investitionen in der Gesellschaft noch auf eine dritte Art und Weise verringert. Sie behaupten, dass die Einkommensbesteuerung naturgemäß eine „doppelte“ Besteuerung von Ersparnissen und Investitionen im Vergleich zum Konsum darstellt.(1) Die Argumentation lautet wie folgt: Sparen und Konsum sind in Wirklichkeit nicht symmetrisch.
Sparen: Alles Sparen zielt darauf ab, in der Zukunft mehr zu konsumieren; andernfalls hätte das Sparen überhaupt keinen Sinn. Sparen ist der Verzicht auf möglichen gegenwärtigen Konsum in der Erwartung eines höheren Konsums zu einem späteren Zeitpunkt. Keiner will Investitionsgüter um ihrer selbst willen. Sie sind nur die Verkörperung eines erhöhten Konsums in der Zukunft. (2)
Rothbard: Diese Argumentation erklärt korrekt den Investitions-Konsum-Prozess.
RothbardVsFisher, Irving: [Fishers Theorie] leidet jedoch an einem schwerwiegenden Fehler: Sie ist für Probleme der Besteuerung irrelevant. Es ist wahr, dass das Sparen ein befruchtendes Mittel ist. Aber der Punkt ist, dass jeder das weiß; genau deshalb sparen die Leute.
Rothbard III 917
Zeitpräferenz/Sparen/Rothbard: Obwohl sie wissen, dass Sparen ein Frucht bringendes Mittel ist, sparen sie nicht ihr gesamtes Einkommen. Warum? Wegen ihrer Zeitpräferenz für den gegenwärtigen Konsum. Jedes Individuum teilt angesichts seines aktuellen Einkommens und seiner Werteskala dieses Einkommen in den wünschenswertesten Proportionen zwischen Konsum, Investitionen und Zugängen zu seinem Kassenbestand auf.
>Kassenbestand/Rothbard.
Jede andere Aufteilung würde seine Wünsche weniger gut befriedigen und seine Position auf seiner Werteskala verschlechtern. Die befruchtende Kraft des Sparens wird bereits bei der Aufteilung berücksichtigt.
Doppelte Bestrafung: Es gibt also keinen Grund zu sagen, dass eine Einkommenssteuer das Sparen und die Investition doppelt bestraft; sie bestraft den gesamten Lebensstandard des Einzelnen, der den gegenwärtigen Verbrauch, den zukünftigen Verbrauch und den Kassenbestand umfasst. Sie benachteiligt das Sparen nicht per se mehr als die anderen Wege der Einkommensverteilung.
>Neutrale Besteuerung/Rothbard, >Neutrale Besteuerung/Ökonomische Theorien, >Kostenprinzip/Rothbard, >Nutzenprinzip/Rothbard.

1. Vgl. dazu Irving und Herbert W. Fisher, Constructive Income Taxation (New York: Harper & Bros., 1942). „Doppelt“ wird im Sinne von zwei Instanzen verwendet, nicht rechnerisch doppelt.
2. Diese Ökonomen kommen im Allgemeinen zu dem Schluss, dass nicht das Einkommen, sondern nur der Konsum als einziges „echtes“ Einkommen besteuert werden sollte.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Zeit Geach I 303
Zeit/GeachVsQuine: VsZeitschnitte, Vs "stundendicke Scheiben". >Vierdimensionalismus.
Raum und Zeit sind nicht gleichberechtigte Achsen. - Sonst gälten genauso Temperaturkurven als "Weltlinien" im "Temperatur-Zeit-Kontinuum". - Es ist nicht wahr, dass Quantoren nur auf vierdimensionale Raumzeit-Punkte angewendet werden könnten.
>Logische Form/Quine.
I 314
Raum/Zeit/Geach: sind radikal verschieden: dass "zwischen" bei beiden gebraucht wird, ist irreführend - räumliche Ordnung: betrifft individuelle Objekte. Zeitliche Ordnung: was hier geordnet wird, wird durch komplexe Sätze repräsentiert.
Geach: im Zeitlichen können immer komplexere Gebilde aufgebaut werden, im Räumlichen nicht. - Bsp "x ist zwischen (y ist über w) und z". Das ergibt keinen Sinn.
I 316
Zeit/Modallogik/Geach: ich bin überzeugt, die grundlegenden Zeitbestimmungen "vorher", "nachher" usw. gehören zur formalen Logik. - Ich denke, dass sie mit "möglich" und "notwendig" zu tun haben. >Möglichkeit, >Notwendigkeit, >Modallogik, >Modalitäten.
Man hat gemeint, dass eine Welt in der der modus ponens nicht mehr gilt, als eine Welt beschrieben werden könnte, in der die Zeit zweidimensional ist oder die Vergangenheit veränderbar. - Wenn die grundlegenden Wahrheiten über Zeit logisch sind, dann wäre eine zeitlich anders verfasste Welt eine Schimäre.
>Raum/Geach, >Zeit, >Raumzeit.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Zeitreisen Kanitscheider I 293
"Kausalitätsverletzung"/Kanitscheider: Ausdruck dafür, dass ein Gedankenexperiment eine Zeitumkehr, eine Reise schneller als Licht, oder eine Umkehr von Wirkung und Ursache verlangt. Wird im Zusammenhang mit Zeitreisen auch als "Großvaterparadox" bezeichnet. Zeit/Gödel/Kanitscheider: Gödel fand eine Lösung der Feldgleichung, die Zeitreisen ermöglicht. Gödel bezweifelt einen objektiven Zeitablauf und deutet die Zeitlichkeit der Welt als ein anthropomorphes, subjektives, für die physikalisch Realität unwichtiges Element.
Zeit/Kanitscheider: Die Relativität der Gleichzeitigkeit hat bei vielen Autoren Überlegungen angeregt, mittels eines anderen Bezugssystems die zeitliche Koinzidenz zweier Ereignisse zu zerstören, wodurch die Zeit ihren Status, den objektiven Fluss der Dinge wiederzugeben, eingebüßt hat. Aber das gilt nur, wenn man "relativ" mit "subjektiv" gleichsetzt.
Bei einer neutralen, abstrakten Formulierung der Theorie wird das aber überhaupt nicht verlangt. Es ist auch gar nicht sinnvoll, die begriffliche und die konkrete Ebene auf diese Weise zu verbinden.
Ein Koordinatensystem kann ein Bezugssystem, ein physisches Objekt abbilden, muss es aber nicht tun.
I 296
Zeitreisen/Spezielle Relativitätstheorie/SR/Kanitscheider: Die Spezielle Relativitätstheorie birgt keine Möglichkeit für Zeitreisen, zwar beinhaltet sie den Lichtkegel, d.h. ein Reisender hätte innerhalb dieses Kegels nicht nur eine einzelne Faser, sondern einen Spielraum, womit er seine Zeitdrift beschleunigen kann, aber damit kann er bloß die Rate der verflossenen Zeit beeinflussen. Er kann z.B. das Quantum der verflossenen Zeit klein halten, indem er seine Bewegung nahe an den Nullkegel legt. Die Zeitfolge kann er nicht verändern. >Ereignisse/Einstein.
Zeitreisen/Kanitscheider: VsZeitmaschine/VsWells: H.G.Wells macht den Fehler, dass er den Reisenden auf dem gleichen irdischen Raumpunkt die Weltlinie der Erde auf und absteigen lässt. Genau dies führt zur begrifflichen Unmöglichkeit von Vorwärts und Rückwärtsbewegung in der Zeit.
Zeitreisen/Allgemeine Relativitätstheorie/Kanitscheider: das ändert sich, wenn Materie ins Spiel kommt.
I 298
Kausalitätsverletzung/Kanitscheider: Angenommen, ein Koordinatensystem mit Rotationssymmetrie um den Ursprung, dann schließt der lokale Lichtkegel bei r = 0 wie gewohnt die t Koordinate in ihrer Zukunftsrichtung nach oben ein. Entfernt man sich jedoch ein Stück vom Ursprung, so beginnen sich die lokalen Lichtkegel in Richtung auf die Drehebene zu neigen. Wenn der Lichtkegel mit seinem Mantel die Drehebene berührt, wird die frühere Winkelkoordinate lichtartig und in noch größerer Entfernung zeitartig.
Dieser Rollentausch der Koordinaten, so dass die Öffnung des Lichtkegels zuerst in raumartiger, jetzt aber in zeitartiger Koordinate liegt, ist das Kennzeichen der Kausalitätsverletzung.
Bsp Ist p der zeitliche Vorgänger von q auf einer offenen Kurve mit unendlicher affiner Länge, so gibt es ebenfalls eine zeitartige Kurve, auf der q der Vorgänger von p ist.
Die Folgen sind absurd: Bsp Ein Körper mit einer kreisförmigen zeitartigen Weltlinie trifft mit einer bestimmten Galaxis nur einmal zusammen, wenn das Ereignis von der Galaxis aus beobachtet wird, für den Bewohner des Körpers jedoch kehrt die Begegnung periodisch wieder.
Bsp Bei einer spiralförmigen Weltlinie hält jeder den anderen für bei jeder Begegnung für jünger, obwohl beide übereinstimmen, dass Zeit verflossen ist.

Zeitreisen/Kanitscheider: natürlich bleibt das Großvaterparadox, dennoch ist die Gödel-Welt nicht auszuschließen.
Unser aktuales Universum gestattet wegen fehlender Rotation ziemlich sicher keine Zeitreisen.
Man wäre auf eine nackte Singularität oder Manipulation lokaler Materie angewiesen.

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996